Tot ziens, Kirsten!

26960826710_191c8d2f72_bUnd noch mal ein bisschen persönlich. Kirsten van de Ven hört auf mit dem Fußball. Die 31-Jährige Niederländerin wird ihre Karriere nicht nach der Heim-EM im nächsten Jahr beenden, sondern mit sofortiger Wirkung. Und das ist auch gut so. Und ich werde sie vermissen.

Kirsten traf ich zum ersten Mal vor etwas mehr als sechs Jahren, als es mit Tyresö so richtig los ging. Ich saß mit ihr und der Dänin Line Röddik Hansen in einem Nebenraum der Geschäftsstelle von Tyresö FF und interviewte die beiden Neuzugänge. Es wurden dann fünf Spielzeiten für die Holländerin und wir sind uns oft begegnet auf anderen Fußballplätzen oder eben auf dem Tyresövallen, wenn sie spielte. Zusammen mit einigen der besten Spielerinnen der Welt: Marta, Veronica Boquete, Caroline Seger, Elaine Moura, Christen Press, Ali Krieger, Meghan Klingenberg, Whitney Engen, Ashlyn Harris. Kirsten hat sich auch in diesem grandiosen Team behauptet, saß manchmal auf der Bank, spielte aber auch sehr oft von Anfang an. Sie spielte mit einem überragenden Ehrgeiz, der aus großer Freude am Spiel herrührte.

Unvergesslich bleibt mit das dramatische Spiel zwischen LdB FC Malmö und Tyresö, als Tyresö im letzten Spiel mit einem 1:0 Auswärtssieg durch ein Tor von Madde Edlund schwedischer Meister wurde und den Südschwedinnen den Titel noch aus dem eigenen Stadion entführte.

Als Kirsten Meisterin wurde, feierte sie nicht sofort mit ihren Mannschaftskameradinnen, sondern tröstete erst einmal Malmös Katrin Schmidt, mit der van de Ven in Florida studiert und gespielt hat. Als ich ihr sagte, dass ich das toll fand, sagte Kirsten mit ihrer bekannt heiseren Stimme „Sie ist doch meine Schwester!“ zu mir. Das war schön und ehrlich und ein Grund, warum ich diesen Randsport so sehr mag.

Noch in Tyresö hatte sie in einem Spiel einen Zusammenstoß mit einer Gegnerin. Kopf gegen Kopf. Es ist diese Verletzung, die nun auch zum Ende ihrer Karriere führte. Denn manchmal sind Kopfverletzungen zwar physisch nicht lokalisierbar, nicht nachweisbar, führen aber zu langwierigen Folgen wie auch im Fall der ehemaligen isländischen Nationalspielerin Gudrun Gunnarsdottir, die nach der EM 2009 aufhören musste. Bei Kirsten van de Ven hat ihre Kopfverletzung bisweilen zu Orientierungsproblemen geführt. Als sie nach dem Zusammenbruch Tyresös nach Malmö wechselte, konnte sie auch nicht direkt spielen, später dann mit einem speziellen Stirnband.

Dass sie jetzt aufhört, bedauern alle Fans und es ist schade. Aber es ist auch gut zu wissen, dass sie sich der potentiellen Gefahr eines weiteren Zusammenstoßes nicht mehr aussetzt.Tot ziens, Kirsten! Auf ein Wiedersehen am Rande des Fußballfeldes.

 

 

Djurgården im Soll

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Zoe Ness stößt mit Gudbjörg Gunnarsdottir zusammen

 

Seit vielen Jahren ist Frauenfußball in der schwedischen Hauptstadt Stockholm keine Erfolgsgeschichte. Die drei Männerfußballtraditionsvereine AIK (aus Solna), Djurgården und Hammarby steigen meist genauso schnell wieder ab wie sie aufgestiegen sind. Besonders AIK hat sich den Stempel einer klassischen „Fahrstuhlmannschaft“ zugelegt. Rauf und gleich wieder runter, um dann wioeder aufzusteigen. Aber kein Geld, um das Team so zu verstärken, dass es in Liga 1 konkurrenzfähig ist.

2011 stieg dann auch noch Hammarby ab, die Grünweißen, die von Beginn (1988) an in der Damallsvenskan gespielt hatten. Drei Jahre zweite Liga und schließlich dann der Wiederaufstieg und sofortige Wiederabstieg – hauchdünn zwar aufgrund eines einzigen Tores im Verhältnis zum Tabellenzehnten Mallbacken, aber doch.

Aber Tyresö wird der geneigte Leser bemerken, aber Tyresö FF hat sich nach der kometenhaften Aufstiegsgeschichte vom bedeutungslosen Viertligisten zum Champions League Finalisten, der nur sehr knapp (3:4) am europäischen Player VfL Wolfsburg scheiterte ebenso schnell wieder verabschiedet. Zahlungsunfähigkeit, Konkurs der A-Mannschaft – das überehrgeizige Projekt eines größenwahnsinnigen Managers, der vor allem sein eigenes Ego permanent befriedigte. Kein Ruhmesblatt für den Frauenfußball, der anfangs so viel Hoffnung in das Modell investiert hatte. Dass ausgerechnet Nigeria im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojektes Millionen an den notleidenden schwedischen Verein spendieren sollte, glaubte am Ende niemand mehr.

Der Aufstieg von Djurgården aus der Elitettan 2015 wurde gemeinhin erwartet und auch tatsächlich erreicht. Als ich vor der Saison Gudbjörg Gunnarsdottir traf, die nach ein paar Jahren im Exil auch aus privaten Gründen nach Stockholm zurückkehrte, war die jetzt 31-Jährige noch recht unsicher, was die Qualität der Liga im Allgemeinen anging und wie sich ihr alter und neuer Verein da schlagen würde. Sie bemerkte allerdings, dass die Organisation des Vereins wesentlich verbessert sei, vor allem weil man wieder unter dem gemeinsamen Dach mit dem Männerclub firmiert.

Nach sechs Spieltagen ist Djurgården im Soll. Neun Punkte aus sechs Spielen und Niederlagen gegen Rosengård, Eskilstuna und in Piteå, das ist eigentlich eine beinahe optimale Ausbeute.

Am Samstag kamen knapp 320 Zuschauer, das Stockholmer Olympiastadion von 1912 ist immer noch gähnend leer, aber hier gehen auch 35.000 rein oder gingen, denn 35.000 ist der offiielle Publikumsrekord, aufgestellt bei einem Konzert der Rolling Stones.

Und Gunnarsdottir ist eine Spielerin, die enorm wichtig ist für den Aufsteiger. Beim Spiel gegen Mallbackens IF Sunne, nicht gerade eine Spitzenmannschaft mit beinahe ausgewechseltem Spielerinnenkader im Vergleich zur vorigen Saison war sie eine derjenigen, die den Unterschied ausmachten. Die Isländerin hat Pondus im Tor und man sollte sich hüten, mit der 1,78 m großen und über 70 kg schweren Nationalspielerin zusammenzustoßen. Die Schottin Zoe Ness bekam das zu spüren (siehe Foto) und lag mehrere Minuten lang benommen am Boden. Es war bisweilen ein hartes Spiel ohne aber unfair zu werden. Die Neuseeländerin Anna Green schied verletzt aus, das Knie hatte sich verdreht und Green sass mit ausgestrecktem Bein und schmerzverzerrtem Gesicht auf der Bank. Stürmerin Madelen Janogy landete nach einem Duell mit Sofia Nilsson auf der Laufbahn des Stadions und verletzte sich an beiden Händen. Mindestens eine Hand ist verstaucht, wie sie mir nach dem Spiel sagte.

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Katrin Schmidt beim Freistoss für Djurgården

Die andere Schlüsselspielerin Djurgårdens ist Katrin Schmidt. Die 29-Jährige ist Europas beste Mittelfeldspielerin, die nicht in einer Nationalmannschaft spielt.

In Deutschland hat man offenbar kein Interesse und in Schweden kann sie nicht zum Einsatz kommen, da sie die schwedische Staatsbürgerschaft zwar beantragt, aber noch nicht bekommen hat. Dabei sollte es eigentlich „im Interesse der Nation“ sein, Schmidt einzubürgern, denn nachdem sich auch noch Mannschaftskameradin Emilia Appelqvist verletzt hat und sowohl bei Djurgården wie auch in Sundhages Nationalmannschaft für mindestens zwei Monate ausfällt,. bräuchte Sundhage unbedingt eine zentrale Mittelfeldspielerin internationaler Klasse.

Katrin Schmidt ackert und arbeitet und anders als in Malmö, wo sie meist die Kärrnerarbeit leistete, inszeniert sie bei Djurgården das Spiel, setzt andere in Szene und sorgt auch immer wieder selber für Gefahr für das gegnerische Tor. Dabei ist ihr niedrigstes Niveau ungemein hoch und sie ist in nahezu jedem Spiel die Beste ihrer Mannschaft.

Gegen Mallbacken hätte das Spiel auch unentschieden enden können. Beide Teams kamen mit einem Sieg in diese Begegnung und begannen mit entsprechendem Selbstbewusstsein. Mallbacken spielte sehr gefällig und hatte in der ersten halben Stunde durchaus Chancen durch Janogy und die sehr umtriebige Australierin Tameka Butt. Butt hätte in der 23. Minute auch das Führungstor machen müssen als sie endlich nach vielen Abseitspfiffen mal den Ball von der Gegnerin bekam und dann aber einen halben Meter am Tor von einer chancenlosen Gunnarsdottir vorbeizirkelte.

Auf der anderen Seite traf Madeleine Stegius den Pfosten und die robuste Angreiferin war es in der 57. Minute dann auch, die das 1:0 erzielte. Zu dem Zeitpunkt verdient, denn Djurgården hatte wesentlich mehr Spielanteile und Mallbacken versuchte sich lediglich mit langen Bällen auf Ness oder Butt anstatt sich nach vorn zu spielen. Trainerin Yvonne Ekroth brachte die Portugiesin Carolina Mendes und Gegenüber David Uvenclir wechselte die neuverpflichtete Antonia Göransson ein. Mendes machte das 2:0 nach einem Gewühl im Strafraum. Mallbackens Spielerinnen waren sauer und protestierten, Mendes hätte die Torhüterin Lee Alexander ungebührlich behindert, aber der Treffer wurde gegeben. Eine Minute später traf auch die andere Einwechselspielerin. Göransson signalisierte auf der linken Seite, wollte den Ball, bekam ihn und schräg frei vor Ex-Potsdammitspielerin Gunnarsdottir liess sie sich die Chance nicht nehmen und platzierte gekonnt und trocken knapp zwischen Gunnarsdottir und dem linken Pfosten. 2:1.

Der Sieg für Djurgården verdient am Ende, aber doch eine Zitterpartie. Ekroth, Mutter der wieder genesenen Innenverteidigerin Petronella und gleichermassen deren Trainerin, jubelte nach dem Schlusspfiff als hätte sie ein Pokalfinale gewonnen. Und so ähnlich ist es auch, denn neun Punkte lassen Djurgården sehr gut dastehen. Das könnte Richtung Klassenerhalt gehen. Mir scheinen derzeit Umeå und Kristianstad die beiden schwächsten Teams zu sein und Kristianstad ist der nächste Heimspielgegner für Djurgården nach der Länderspielpause.

Nach dem Spiel sprach ich mit Carolina Mendes und Tameka Butt.

Carolina, herzlichen Glückwunsch, das war dein zweites Tor für Djurgården.

„Das ist mein Job als Stürmerin. Ich denke, wir hatten eine ganze Reihe von Chancen, wir hatten aber Schwierigkeiten, sie auszunutzen.“

Du bist aus Russland nach Schweden und zu Djurgården gekommen?

„Ich denke, das ist fast so etwas wie das Gegenteil. Die Trainer, die Gesellschaft, da gibt es große Unterschiede, auch im Fußball. Aber ich bin auch gerade erst seit eineinhalb Monaten hier. Also bisher geht es mir hier richtig gut und ich fühle mich bequem.“

Du bist jetzt die zweite portugiesische Spielerin, die dabei ist, sich in der ersten Liga zu etablieren, die andere ist natürlich Claudia (Neto) in Linköping. Wie wichtig ist das für den Frauenfußball in Portugal?

„Ich denke, dass es sehr gut ist für uns. Wir haben die Möglichkeit, in einer sehr guten Liga zu spielen, das ist eine der besten Ligen in Europa. Für Portugal ist das sehr bedeutsam, vielleicht gelingt es uns, auch anderen, jüngeren Spielerinnen zu ermöglichen, hierhin zu kommen. Es gibt in Portugal wirklich eine Reihe von richtig guten Talenten. Aber die haben nicht dieselben guten Entwicklungsmöglichkeiten. Das könnte ein Fenster für andere sein.“

„Mallbacken hat uns echt Schwierigkeiten bereitet heute. Ich denke, dass wir das Spiel einfacher hätten haben können, wenn wir Tore gemacht hätten. Die hatten auch Möglichkeiten, mehr als ein Tor zu machen, aber wenn das Ergebnis anders gewesen wäre, fände ich das nicht ok, denn wir waren die bessere Mannschaft. Wir haben jetzt neun Punkte, werden weiter arbeiten und Spiel für Spiel nehmen.“

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Tameka Butt machte ein gutes Spiel

 

Tameka Butt: „Ich denke, das Spiel heute hätte so oder so ausgehen können. Wir hatten eine Reihe guter Chancen, die wir hätten ausnutzen können. Ich denke, es war ein gutes Spiel und spannend, ein echtes Kampfspiel beider Mannschaften. Ich denke, wir haben irgendwann unseren Rhythmus verloren, aber wir haben in den letzten fünfzehn Minuten versucht, das wieder zurück zu bekommen, als wir probiert haben, den Ausgleich zu erzielen.“

 

Damallsvenskan 2016 – der Tipp

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Zwei Spielerinnen, die auch 2016 von sich reden machen dürften: Natalie Björn (hier noch AIK, jetzt Eskilstuna United) und Natasa Andonova (FC Rosengård)

Der FC Rosengård ist auch 2016 Topfavorit auf den Meistertitel in Schweden. Während der Saison 2015 gingen Anja Mittag und Ramona Bachmann, aber der übrig gebliebene Stamm plus die neu geholten Gaelle Engamanouit, Natasa Andonova und Lieke Martens geben der Mannschaft dennoch ausreichend Spitzenkompetenz, um mehr oder minder einsam an der Spitze zu kreisen. Zu rechnen ist überdies damit, dass Star Caroline Seger nach dem Ende der Saison in Frankreich zum FC Rosengård hinustösst, wo nicht nur die besten Rahmenbedingungen herrschen, sondern mit Therese Sjögran auch Segers BFF als Sportchefin tätig ist. Ausserdem lebt die Familie der 30-Jährigen unweit von Malmö.

Ich sehe nur ein Team, das Rosengård herausfordern kann und das ist der Vorjahresvierte Linköpings FC. Dort ist zwar die legendäre Charlotte Rohlin in Fussballerinnenrente gegangen, sie wird aber problemlos ersetzt durch Magdalena Ericsson. Die 22-Jährige, die in der Nationalmannschaft Linksverteidigerin spielt, wird von Coach Martin Sjögren (bester Trainer der Liga?) in die Mitte neben der routinierten Dänin Janni Arnth eingesetzt. Sjögren hat sich entschieden, auf 4-3-3 als Spielsystem zu setzen. Im Angriff haben die jungen Pernille Harder, Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius bereits in den Testspielen ordentlich hingelangt und selbst als Rolfö wegen Verletzung ausfiel, sorgte die Norwegerin Kristine Minde für Torjubel. Im Mittelfeld hat man mit der filigranen Technikerin Claudia Neto und Renée Slegers zwei exquisite Spielerinnen. Linköping wird Zweiter und erreicht sein Saisonziel Champions League.

Platz drei geht an den Viemeister von 2015. Eskilstuna United hat etliche Schlüsselspielerinnen durch Karriereende (Petra Larsson und Sofie Persson) verloren und die Kamerunerin Gaelle Engamanouit an den schärfsten Konkurrenten Rosengård. Aber Coach Victor Ericsson hat interessante Neuverpflichtungen geholt. Vor allem Marija Banusic könnte bei ihm den Durchbruch schaffen. Er hat bereits Olivia Schough zu neuen Karrierehöhen verholfen. Ausserdem holte Ericsson zwei AIK-Talente mit Petra Andersson und Natalie Björn. Björn habe ihm am meisten imponiert, sie sei schon jetzt eine Führungsspielerin, sagte Ericsson am Rande des Medienauftaktes der Damallsvenskan. Dennoch reicht das „nur“ zu Platz 3.

Dahinter wird es schwierig. Der Vorjahresdritte Piteå IF hat Pauline Hammarlund an Göteborg abgeben müssen, Hanna Pettersson og sich bei einem der ersten Trainings einen neuerlichen Kreuzbandriss zu. Aber mit Felicia Karlsson könnte Piteå einen Glücksgriff getan haben. Die vielleicht schnellste Stürmerin der Liga (Linda Sällström?) hat einen Durchbruch längst verdient und könnte ihn bei Stellan Carlsson schaffen, der schon Hammarlund und Emilia Appelqvist veredelt hat. Ich sehe Piteå knapp auf Platz vier vor Kopparberg/Göteborgs FC, das immer um den Titel mitspielen will, sich dann aber doch nicht entsprechend verstärkt. Die Niederländerinnen Manon Melis, Lieke Martens und Danielle van de Donk haben den Club verlassen, mit Pauline Hammarlund und Elin Landström hat man zwei grosse Talente geholt. Das Team ist jünger und wieder wird es nicht für die Champions League reichen. Platz 5. Sollte Lotta Schelin zurückkehren, wie Gerüchte besagen, dann könnte sie Göteborg doch noch ein wenig weiter nach oben bringen, aber wohl kaum in die Champions League.

Vittsjö GIK hat sich nach zwei mittelmässigen Spielzeiten enorm verstärkt. Mit Katie Fraine holte man die beste Torhüterin der Liga aus Linköping und die Nigerianerin Ngozi Okobi wirbelte bei der WM in Kanada 2015 die schwedische Abwehr nach Belieben durcheinander. Schaun mer mal, ob sie das auch in der Liga schaffen wird. Hinzu kamen eine weitere Nigerianerin, die Finnin Emmi Alanen und die physisch starke Clara Markstedt. Platz sechs sollte keine Utopie sein, wenn das Trainerduo unter der Führung von Thomas Mårtensson das Team zügig einspielen kann.

Für KIF Örebro bleibt dann nur Rang 7 übrig. Hanna Folkesson absolvierte 2015 kein einziges Spiel für den ehemaligen Vizemeister und Lisa Dahlkvist verliess ihren Mutterclub, um mit Caroline Seger wesentlich lukrativer das PSG-Mittelfeld zu bespielen. Ende des Jahres hagelte es Rücktritte. Elin Magnusson, Sanna Talonen und Susanna Lehtinen hingen die Fussballschuhe an den Nagel und werden enorm fehlen. Das Gefüge im Team verändert sich. Hinzu kommt, dass die Nigerianerin Sarah Michael einen Kreuzbandriss erlitt und man deshalb schnell die 34-Jährige Melissa Tancredi aus Kanada holte. Interessant zu sehen wird, inwieweit Mittelfelddiamanttalent (ein neues Wort…) Michelle De Jongh weiter von sich reden machen wird. Ein Interview mit ihr kommt in der nächsten Woche.

Achter in der Liga ist dann die einstige Fussballgrossmacht Umeå IK, die längst auf dem Boden der finanziellen Realitäten angekommen ist. Immerhin konnte man Nationalspielerin Jenny Hjohlman behalten und auch Supertalent Lina Hurtig. Letztere ist allerdings noch verletzt, aber zu mehr als Platz acht reicht das nicht. Zu unbeständig war das Team 2015, was der mangelnden Routine und auch der fehlenden Breite im Kader geschuldet ist.

Elisabet Gunnarsdottir ist schon im achten Jahr Trainerin von Kristianstads DFF und gestern hat ihr Team ganz gut ausgeschaut bei Meister Rosengård, was allerdings an einer eher indiskutablen Leistung der Gastgeber in Malmö lag. Die finanziellen Probleme haben Gunnarsdottir zu einer erheblichen Verjüngung des Kaders gezwunfen, mehr als Platz neun ist damit leider nicht drin.

Aufsteiger Djurgården schafft es trotz interessanter Neuverpflichtungen nur knapp, in der Liga zu bleiben. Gegen Linköping erlitt man eine knallende 1:6-Niederlage, es hätte auch zweistellig ausgehen können und ich sah nur wenig Erstklassiges. Die Paraden von Gudbjörg Gunnarsdottir, die wieder dabei ist. Die Innenverteidigerinnen Sheila van den Bulk und Petronella Ekroth sind solide, aber nicht erstklassig. Das ist dafür das zentrale Mittelfeld mit Emilia Appelqvist und Katrin Schmidt. Vorne sollen Mia Jalkerud, Alexandra Höglund und Madeleine Stegius alles richten, verstärkt durch die Portugiesin Carolina Mendes. 

Mallbacken schaffte es letztes Jahr um Haaresbreite, ein Tor besser als Hammarby, die Klasse zu erhalten. In diesem Jahr hat man Mimmi Larsson an Eskilstuna abgeben müssen. Die Neuverpflichtungen, u.a. mit Kirsty Yallop aus Vittsjö sind solide, aber es reicht leider nicht aus. Möglich wird es, wenn man es schafft, zu Hause den Heimvorteil mehrfach zu nutzen. Ein Spiel in Mallbacken ist etwas Besonderes, das haben mir schon viele Spielerinnen anderer Clubs erzählt.

Kvarnsveden hatte kein Geld, nach dem Aufstieg etablierte Spielerinnen aus der ersten Liga zu holen. Stattdessen gab es nur vier Neue aus der Elitettan. Superstar Tabitha Chawinga, die das Team mit ihren 42 Toren in 26 Spielen fast im Alleingang nach oben schoss, alleine kann es auch nicht richten. Chawinga wird sowieso heiss begehrt von allen anderen Clubs sein. Die 20-Jährige Malawierin hat sich dennoch 25 Tore zum Ziel gesetzt. Schafft sie das, dann hat Kvarnsveden eine Chance. Aber woher sollen die Bälle kommen?

Also, noch einmal zusammengefasst:

  1. FC Rosengård
  2. Linköpings FC
  3. Eskilstuna United
  4. Piteå IF
  5. Kopparbergs/Göteborg FC
  6. Vittsjö GIK
  7. KIF Örebro
  8. Umeå IK
  9. Kristianstads DFF
  10. Djurgården
  11. Mallbacken
  12. Kvarnsveden

Rosengård noch nicht im Ziel

Beide Spiele der schwedischen Clubs Linköpings FC und FC Rosengård wurden gestern nicht im Fernsehen übertragen. Während Linköpings 5:0-Sieg gegen Zvezda 2005 dabei völlig ohne Filmkameras stattfand, hatte sich der schwedische Meister eine einfachere Methode in den USA bei der NWSL abgeguckt: das Spiel wurde in Regie des FC Rosengård komplett auf der Videoplattform YouTube live übertragen, wo letzten Endes rund 3.000 Zuschauer zusätzlich die Begegnung verfolgten. Inzwischen hat das Video mehr als 11.000 Zuschauer und zeigt, dass es ein beachtliches Interesse gibt.

Anja Mittag brachte ihre Mannschaft mit 1:0 in Führung. Marta hatte die dänische Torhüterin Michelle Betos derart unter Druck gesetzt, dass sie einen Ball zu Therese Sjögran spielte, den Mittag schließlich bekam und zur Führung verwertete. Aber auch wenn alle nun glaubten, dass die Schwedinnen (naja, immerhin standen drei in der Anfangsformation) nun davonziehen würden und ähnlich wie das implodierte Tyresö FF vergangenes Jahr locker mit 4:0 gegen die durch vier Amerikanerinnen und eine Rumänin verstärkten Däninnen gewinnen würden, sah sich schwer getäuscht

Hohes Tempo, gutes Kombinationsspiel, aber wenig eindeutige Torchancen waren das Fazit einer ersten Halbzeit, die durch eine langsamere zweite Hälfte abgelöst wurde, in der Hjørrings Kapitänin Sofie Pedersen auch noch den Ausgleich erzielte (56.)

Nach einem Flankenlauf von Anja Mittag und einer Kopfballvorlage von Kapitänin Sara Björk Gunnarsdottir markierte dann Katrin Schmidt doch noch den Siegtreffer für Rosengård in ihrem letzten Heimspiel.

Die 28-Jährige Deutsche wird ab 2015 für Aufsteiger Hammarby spielen und nach drei Spielzeiten in Malmö zurück in die Hauptstadt ziehen, aus der sie 2012 gekommen war.

Wie vorauszusehen, war Nationalspielerin Emma Berglund (noch Umeå IK) bereits in Malmö, um sich umzuschauen. Noch sei nichts unterschrieben und sie würde auch noch andere Optionen prüfen, sagte sie der Zeitung Sydsvenska Dagbladet, aber wer bitte sehr lässt sich denn beim Erkundungsbesuch bei einem möglichen neuen Verein gleich in dessen Stadion ablichten, liebe Emma? Nein, der Wechsel wird kommen und dann wird Anita Asante ihren Platz in der Abwehr verlassen und einen Schritt nach vorne auf die Position der wechselnden Katrin Schmidt rücken.

Ob Marta nächstes Jahr bei Rosengård spielt, ist dagegen noch nicht entschieden. Die 28-Jährige Brasilianerin will mehr Geld und pokert mit dem Verein. Sie ernährt schließlich eine ganze Familie in Brasilien und kann nicht ewig Fußball spielen. Marta hat erklärt, dass sie gerne die Champions League weiterspielen möchte, aber noch ist auch dieses Ziel nicht erreicht, wenngleich ein Sieg der Däninnen nächste Woche schon eine riesengroße Überraschung wäre.

 

Tyresö: Personalien

Tyresö_getrennte_wegeAcht Wochen nach dem Zusammenbruch der A-Mannschaft von Tyresö FF sind nun endlich fast alle Spielerinnen bei anderen Vereinen untergekommen.

Christen Press, Whitney Engen, Meghan Klingenberg, Vero Boquete zog es bekanntlich alle in die amerikanische Profiliga NWSL, die Amerikanerinnen wurden zurückgerufen, die Spanierin Boquete spielt bei Nadine Angerers Team in Portland und wurde kürzlich Spielerin der Woche,

Torfrau Tinja-Riikka Korpela war nur wenige Monate in Tyresö und wird neue Nummer 1 des FC Bayern München. Dessen Torfrau Kathrin Längert wechselte zu FC Rosengård, wo sie demnächst nicht nur mit Jahrgangsschwester Anja Mittag spielen darf, sondern auch mit der fünffachen Weltfussballerin Marta, die Tyresö verliess, aber nun Malmö und nicht Paris als neuen Wohnort wählte. Gut unterrichteten Kreisen zufolge denkt Marta auch schon an die Zeit nach dem Fussball und will die schwedische Staatsbürgerschaft beantragen. Fusballerisch würde sich dieser Schritt jedoch nicht auswirken.

Caroline Seger zog es nach Paris wo PSG in der kommenden Saison einen weiteren Versich machen wird, Lyon und Wolfsburg von den jeweiligen Thronen zu stossen.

Die kleine, aber technisch feine Malin Diaz Pettersson wechselt zu Eskilstuna United und mit Lisa Dahlkvist Lisa Klinga und Zweittorfrau Carola Söberg zieht gleich ein ganzes Trio zum norwegischen Erstligisten Avaldsnes IL, Solide Personalpolitik sieht anders aus.

Madelaine Edlund hat sich entschieden, in die Heimat zurückzugehen. Sie ist zwar in Jönköping geboren aber aufgewachsen in Skellefteå und bei dessen Zweitligaclub Sunnanå SK setzt die junge Mutter ihre Karriere bewusst in Liga 2 fort.

Jungtalent Johanna Rytting Kaneryd wechselt zum Zweitligisten Älta IF, der nach den Rücktritten von Elaine Moura und Louise Schillgard (früher Fors) zwei wichtige Spielerinnen verloren hat.

Linde Röddik Hansen verstärkt die Abwehr von Meister FC Rosengård und trifft in Malmö auf die alten Tyresöer Kameradinnen Marta, Katrin Schmidt und Kirsten van de Ven.

Linda Sembrant verzichtet auf die Champions League und wechselte zum französischen Spitzenclub Montepellier, zu dem sich jetzt auch Sofia Jakobsson gesellt, die nach Moskau, London und Cloppenburg nun zum vierten Mal das Auslandsglück versucht.

Trainer Tony Gustavsson wurde erwartungsgemäss Co-Trainer der US-amerikanischen Nationalmannschaft.

Noch unklar ist nun lediglich der Verbleib der vier Brasilianerinnen Thaysa, Rilany, Fabiana und Mayara, die Tyresö erst Anfang Februar verpflichtet hatte, als man schon wusste, dass man die Gehälter nicht zahlen können würde.

Rosengård marschiert durch

Mit einem überzeugenden 4:2 Sieg gegen Umeå IK tat Rosengård am Sonntag einen weiteren Schritt in Richtung Titelgewinn bzw. Titelverteidigung. Anja Mittag erzielte dabei ihren neunten Saisontreffer. Der Vorsprung des Meisters beträgt nunmehr sechs Punkte auf den Zweiten Örebro, der am Montagabend ein schweres Auswärtsspiel bei Linköpings FC hat. Im Prinzip scheint es nur noch Spannung um den zweiten Platz in der Champions League zu geben. Der bald scheidende Trainer Jonas Eidevall war mit der ersten Halbzeit seiner Mannschaft außerordentlich zufrieden und sprach von der besten Halbzeit in den zweieinhalb Jahren, seit er in Malmö arbeitet. Katrin Schmidt erzielte das zweite Tor für Rosengård.

Aus mehreren Quellen verlautet, dass der Wechsel von Antonia Göransson von Turbine Potsdam zum FC Rosengård nur noch eine Formsache sein soll. Göransson hatte kaum noch spielen dürfen und bekanntlich und verständlich will Pia Sundhage in der Nationalmannschaft auf Spielerinnen setzen, die in ihren Vereinen regelmäßig zum Einsatz kommen. Göranssons Verpflichtung wäre im Kontext der Kopfprobleme zu sehen, die Rosengårds Neuzugang Kirsten van de Ven schon seit mehr als einem Jahr begleiten. Nach zwei leichten Gehirnerschütterungen in ihrer Zeit in Tyresöhat die sympathische Niederländerin immer wieder Probleme.

Lina Nilsson, Außenverteidigerin in Diensten von Rosengård, musste ihre Teilnahme an den kommenden Länderspielen gegen Schottland und die Färöer-Inseln verletzungsbedingt absagen. Sie wird ersetzt durch Annica Svensson (Eskilstuna), die erstmals nach mehr als einem Jahr wieder Berücksichtigung bei Sundhage findet.

Englands neuer Trainer Mark Simpson hat überraschend Anita Asante aus seinem Kader gestrichen. Das regte Jonas Eidevall dermaßen auf, dass er Simpson anrief. „Anita ist eine der besten Innenverteidigerinnen in Europa. Ich habe Simpson kontaktiert und wir hatten ein gutes Gespräch. Dann ist es natürlich seine souveräne Entscheidung, aber ich glaube, zukünftig hat er einen besseren Überblick,“ so Eidevall zu Sydsvenska Dagbladet.

Eidevall selber wird seine sportliche Zukunft in dieser Woche bekanntgeben, gestern sagte er, dass der Trainer, den er ersetzen wird, noch nicht Bescheid wisse, dass er seinen Job verlieren wird. Ui.

Eskilstuna gewann das Spiel der Aufsteiger erwartungsgemäß sicher mit 3:0 gegen AIK auf dem heimischen Tunavallen vor mehr als 3.000 Zuschauern. Eskilstuna muss schon in der Liga bleiben, damit der Zuschauerdurchschnitt aufpoliert wird.

Und am Samstag trennten sich im Skåne-Derby Kristianstad und Vittsjö 0:0 unentschieden. Eigentlich sogar ein Lokalderby, denn viele Spielerinnen von Vittsjö wohnen im größeren, aber immer noch nett provinziellen Kristianstad.

 

 

 

 

Melis geht, van de Ven kommt

Links: Kirsten van de Ven im Spiel gegen Göteborg (rechts Beata Kollmats)

Links: Kirsten van de Ven im Spiel gegen Göteborg (rechts Beata Kollmats)

Nachdem Manon Melis Meister Malmö Richtung Göteborg verlassen wird, kommt nun mit Kirsten van de Ven eine andere niederländische Nationalspielerin nach Skåne. Van de Ven wechselt von CL-Viertelfinalist Tyresö FF zum direkten Konkurrenten und wird damit in Saison 2014 wieder zusammen mit Katrin Schmidt spielen. Schmidt, van de Ven, die Finnin Sanna Talonen (KIF Örebro) und Mami Yamaguchi (früher Umeå und Hammarby) haben vor Jahren zusammen an der Florida State University in Tallahassee studiert und sind sehr gut miteinander befreundet. Mir erzählten sie einmal, dass der Plan wäre, die Karriere des Kleeblatts gemeinsam in Spanien zu beenden.

In Tyresö saß van de Ven im letzten Jahr zunehmend auf der Bank und wurde als Qualitätsjoker eingewechselt. Offenbar war selbst die Aussicht auf ein CL-Viertel- und Halbfinale von der Ersatzbank aus wenig verlockend für die mittlerweile 28-Jährige.

„Nach vier guten Jahren in Tyresö Efter 4 fina år i Tyresö bin ich bereit für eine neue Herausforderung. Malmö ist ein großer Club mit einer erfolgreichen Mannschaft, guten Führungspersönlichkeiten und tollen Fans. Ich freue mich darauf, in Malmö zu spielen und einen weiteren Schritt in meiner Entwicklung zu machen,“ so Kirsten van de Ven auf der Homepage ihres bald neuen Vereins.

Die Niederländerin unterschrieb einen 2-Jahresvertrag.

LdB FC Malmö – Schwedischer Meister 2013

Amanda Ilestedt setzt sich den goldenen Hut auf

Amanda Ilestedt setzt sich den goldenen Hut auf

Vor einem Jahr fast, am 3. November 2012, verlor Malmö seinen Titel im eigenen Stadion gegen den direkten Konkurrenten Tyresö FF.

Heute holte sich LdB FC Malmö den Titel an gleicher Stelle zurück. Nach dem 2:0 gegen Umeå setzten sich die Spielerinnen die in Schweden traditionellen goldenen Hüte auf und ließen den Sekt spritzen. Manon Melis und Sara Björk Gunnarsdottir schossen beide Tore bereits in der ersten Halbzeit.

Erstmals gewannen damit auch gleich drei deutsche Spielerinnen den Meistertitel in Schweden: Anja Mittag, Katrin Schmidt und Kathleen „Paula“ Radtke. Für Mittag und Schmidt sicherlich eine besondere Genugtuung. Anja verschoss vor einem Jahr gegen Tyresö den Elfmeter, der ihre Mannschaft auf den Weg hätte bringen können und Katrin wurde vor zwei Jahren von Tyresö für nicht mehr gut genug befunden und mehr oder weniger ausgemustert zugunsten von Lisa Dahlkvist.

Schmidt hatte nun wesentlichen Anteil daran mit ihrem unermüdlichen Einsatz im zentralen defensiven Mittelfeld. Eine Ballgewinnerin, deren Rolle oft und meistens unterschätzt wird.

Natürlich ist Malmös offensives Spiel das Aushängeschild. Entscheidend für die Siegesserie im Herbst, dass Manon Melis in Gang kam. Auch ich hatte die Niederländerin schon im Frühjahr kritisiert, gefordert, dass Trainer Jonas Eidevall sie mal auf die Bank setzt, denn sie fand nicht hinein in das Zusammenspiel mit Anja Mittag und Ramona Bachmann. Ganz anders im Herbst, in dem Melis‘ Tore lebenswichtig für Malmö waren. Die Niederländerin profitierte aber sicher auch von der Rückkehr Therese Sjögrans in die Stammformation. Sjögran und Melis kennen sich bestens aus den Jahren vor Melis Wechsel nach Linköping.

 

Malmö siegt im TV-Spiel

Dienstags um 19.20 Uhr gibt es einen freien Slot beim Sender TV4 Sport. Deshalb wird das Spiel der Woche oft zu dieser Zeit ausgetragen.

Gestern Abend waren LdB FC Malmö und Linköpings FC an der Reihe. Die Story ist schnell geschrieben. Nach dem Weggang von Nilla Fischer wirkte die Abwehr von Linköping unsicherer und Malmö kombinierte blitzschnell, ließ den Gegner gar nicht erst zu Zweikämpfen kommen, der Ball war immer schon weg, wenn eine Abwehrspielerin an ihre Gegnerin ran wollte.

1:0 Anja Mittag, ein blitzschneller Schuss nach einem herrlichen Zuspiel von Ramona Bachmann.
2:0 Manon Melis in einer für sie typischen Weise, 1-1 Situation nach Pass in die Tiefe, Lob über Torhüterin Lina Ringshamre
3:0 Ramona Bachmann nach Vorarbeit von Therese Sjögran auf dem linken Flügel und diagonaler Hereingabe in die Mitte
4:0 Katrin Schmidt mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung an den Pfosten und von da ins Tor kurz vor Schluss.

Anja Mittag hatte noch einen Schuss, den Ringshamre an die Querlatte retten konnte. Große Überlegenheit Malmös, das jetzt nur noch vermeintlich leichte Gegner hat bis zum Saisonende und zwei Punkte vor und zwei Tore hinter Tyresö liegt.

Malmö liegt zweimal zurück, Ilestedt sieht rot und Tyresö verliert

Es war ein verrücktes Spiel vor der Rekordkulisse (für Tyresö) von 2.800 Zuschauern. LdB FC Malmö gewinnt mit 3:2 bei Tyresö FF und hält damit den Zweikampf um die Meisterschaft in Schweden offen. Beide Teams liegen nun punktgleich an der Spitze.

Marta konnte tatsächlich nicht spielen, ihre Rückenprobleme erwiesen sich inzwischen als Bandscheibenvorfall und damit die erste ernste Verletzung für die fünffache Weltfußballerin des Jahres. Möglicherweise fällt sie bis Saisonende aus, möglicherweise ist die in 5-6 Wochen wieder dabei, bei der Bandscheibe kann man keine sicheren Prognosen treffen.

Aber Trainer Tony Gustavsson hatte der Presse nach der knappen Niederlage doch noch ein Zuckerl zu verkünden: Man verstärkt sich noch einmal und zwar mit der amerikanischen Nationalspielerin Ali Krieger, die vom Tabellenletzten der NWSL, den Washington Spirits nach Schweden wechselt. Erst einmal bis zum Ende der Saison.

Krieger ist dann die fünfte Amerikanerin im Kader von Tyresö nach Christen Press, Meghan Klingenberg, Ashlyn Harris und Whitney Engen.

Das Spiel am Tyresövallen fand auch noch statt und in der ersten Halbzeit war das alles andere als Spitzenklasse, auch wenn Hans Löfgren dem Publikum mehrfach mit sich überschlagender Stimme bekanntgab, dass heute 15 Spielerinnen auf dem Platz stehen würden, die an der EM teilgenommen hätten und dass das Garant für absolute Weltklasse am Tyresövallen sei.

Doch Weltklasse sieht anders aus. Malin Levenstad spielte eine kümmerliche Partie, in der ersten Halbzeit war auch Lina Nilsson technisch oft überfordert. Symptomatisch für eine schwache Malmöer Leistung Manon Melis, die nur noch ein Schatten ihrer Selbst ist und die kaum noch etwas von dem Selbstvertrauen übrig hat, das sie einst zur besten Schützin der Liga machte.

Zehn Minuten waren gespielt, da ging ein besseres, weil hungriger auftretendes Tyresö in Führung. Jennifer Fuentes Hermoso zirkelte den Ball von halbrechts in die linke untere Ecke und meiner Meinung nach stand Thora Helgadottir da falsch, aber sie mag den Ball auch spät gesehen habe.

Die ganze erste Halbzeit sah Tyresö souverän und gekont verteidigen gegen unbewegliche Malmöer. Und so begann auch die zweite Hälfte, in der man sich dringend die Auswechslung Elin Rubensson für Manon Melis wünschte. Was kam, war dann Katrin Schmidt für Katrine Veje und die Auswechslung veränderte das Spiel zum Besseren. Da war mehr Gewicht im Mittelfeld an der zentralen Nahtstelle und Tyresö geriet ins Hintertreffen.

Der Ausgleich kam wie aus heiterem Himmel. Anja Mittag bediente Ramona Bachmann, die endlich aufgewacht war aus einem 45-minütigen Dornröschenschlaf und es stand 1:1. Das Spiel schien nun zu kippen, einige Minuten lang, bis, ja bis Malin Levenstad nicht zum ersten Mal in diesem Spiel einen fahrlässigen Fehler machte, Christen Press in hoher Geschwindigkeit sich auf in Richtung Helgadottir machte und von Amanda Ilestedt gestoppt wurde. Gerempelt. Schiedsrichterin Jenny Palmquist nahm die rote Karte schon in zwanzig Meter Entfernung zu Ilestedt aus der Brusttasche und da war Malmö noch zu zehnt.

Freistoß Tyresö. Line Røddik Hansen gelingt ein Volltreffer und Tyresö führt wieder mit einer Frau mehr.

Aber abermals gelingt Malmö der Ausgleich. Bei einem Freistoß von Lina Nilsson steigt Katrin Schmidt hoch und ausgerechnet die Ex-TYresöspielerin befördert den Ball zum 2:2 in der 78. Minute ins Netz. Sechs Minuten später dann ein Bilderbuchangriff von Malmö: Therese Sjögran auf der rechten Seite flankt nach innen zu Anja Mittag, die sofort weiterleitet zu Ramona Bachmann, die sich in hoher Geschwindigkeit dem linken Torpfosten näherte und den Ball dann mit ausgetrecktem Fuß an der nicht gut aussehenden Carola Söberg vorbei zum Siegtreffer für Malmö ins Netz bugsiert.

„In der ersten Halbzeit waren wir sehr passiv und haben die das so machen lassen, wie sie das wollten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann einfach wesentlich besseres Pressing gespielt. Naja, und als Amanda dann vom Platz gestellt wurde, da haben wir uns auf eine andere Weise zusammengerissen, wie wir das nicht vorher gemacht haben,“ sagte Therese Sjögran.

„Das bedeutet sehr viel hier heute zu gewinnen und die drei Punkte aufzuholen, denn sechs Punkte wären schon viel gewesen. In diesen Spielen steht immer viel auf dem Spiel, Tyresö ist eine gute Mannschaft und das sind wir auch. Wir haben gesagt, dass wir unser Verteidigungsspiel tief starten wollen und deshalb waren wir passiv. Wir sind einfach besser ins Spiel gekommen. Ich glaube schon, dass uns dieser Sieg Selbstvertrauen gibt für die kommenden Aufgaben“, so Sjögran weiter.

Marta und Anja Mittag Weltklasse – Unentschieden in Malmö

Mein direkter Vergleich zwischen den beiden Teams endete mit einem deutlichen Plus für Tyresö, in der Realiät sieht es dann oft etwas anders ist, aber das hatte ich auch eingeräumt. Zunächst einmal muste Tony Gustavsson die halbe Abwehr umkrempeln. Kapitänin Johanna Frisk hat möglicherweise einen Kreuzbandriss und Sara Thunebro hatte Fieber und musste daheim bleiben.

Stattdessen stellte Gustavsson Annica Svensson und Karin Lissel auf den Platz. Das ist für jede Mannschaft eine Umstellung, aber bei der Qualität auch der Bank lassen wir das nicht als Entschuldigung für irgend etwas gelten.

Malmö war von Beginn an die bessere Mannschaft und hatte Vorteile in den ersten Minuten, aber es bahnte sich ein echtes Spitzenspiel an, bei dem auch Tyresö seine Gefährlichkeit andeutet. Über die Flügel wollte Jonas Eidevall seine Spielerinnen kommen lassen, um so Tyresös Außenverteidigerinnen, die meist sehr offensiv agieren, bloß zu stellen. Und das gelang erstaunlich oft.

Aber Amanda Ilestedt, die junge Innenverteidigerin Malmös, wirkte sehr unsicher und nervös zu Beginn und nach einem bitteren Abspielfehler von ihr, konnte Christen Press den Ball weiterbefördern zu Marta, die nicht lange fackelte und den Ball zum 0:1 nach 14 Minuten einlochte. Das saß dann tief im Selbstbewusstsein der Gastgeberinnen und offenbar hatte sich die Brasilianerin einiges vorgenommen, denn nur vier Minuten später wurde es sehr still auf dem Malmö IP, als Marta nach ein, zwei Finten den Ball noch einmal an Thora Helgadottir vorbei zum 2:0 ins Netz setzte.

Nun gab wohl kaum noch jemand einen Pfifferling oder war es ein Pfennig? auf Malmö. Aber was für die Mannschaft spricht, ist, dass sie sich aus diesem furchtbaren Tief wieder herauszog. Anja Mittag und Manon Melis erhöhten das Tempo und den Druck und im zentralen Mittelfeld ackerten und rackerten Sara Björk Gunnarsdottir und Katrin Schmidt wie eh und je und leisteten ein enormes Arbeeitspensum. Wichtig dabei, dass auch Malmös Abwehr sicherer wurde trotz des brillanten Auftakts von Marta, die zwei Chancen bekam und beide verwertete.

In der Viertelstunde vor der Halbzeit wurde Anja Mittag immer stärker, sie war immer anspielbar und bekam sie den Ball, wurde es gefährlich. Ich sah das Spiel im Fernsehen und murmelte vor mich hin, dass nur ein Tor vor der Halbzeit Malmö noch Chancen in der zweiten Halbzeit einräumen würde. Die Deutsche muss das gehört haben, denn keine 60 Sekunden vor der Pause schoss sie das 1:2, schnappte sich sofort den Ball und rannte Richtung Mittellinie. Ein klares Zeichen, dass sie eine Führungsrolle übernommen hat und ein Zeichen an ihre Mannschaft wie die Gegner, dass dies noch nicht das letzte Wort gewesen sein sollte.

Das Spiel hatte gerade wieder begonnen in Halbzeit 2, da spitzelte Anja schon wieder den Ball an einer vielleicht zu früh fallenden Carola Söberg vorbei zum umjubelten 2:2 Ausgleich. Und die nächsten 20-25 Minuten gehörten nur noch Malmö. Immer wieder Mittag, die jetzt von Marta das Prädikat Weltklasse übernahm und vorbildlich ein ums andere Mal passte, flankte und schoss.

Auch Ramona Bachmann wurde stärker und das Gefühl stellte sich ein, dass das 3:2 für die Gastgeber nur noch eine Frage der Zeit sei, verdient wäre es in dieser Phase gewesen. Bachmann und ihre ehemalige Mannschaftskameradin Marta (aus Zeiten bei Umeå IK) lieferten sich mehrere nicklige, physische Duelle, aber am Ende gab es dann doch ein freundschaftliches Lächeln und einen Klaps unter den Beiden.

Schrecksekunde am Ende: Islands Nationaltrainerin Thora Helgadottir , die mit einer Knieverletzung ins Spiel gegangen war, vertrat sich und verletzte sich am Oberschenkel. Das tat so weh, dass Helgadottir schon beim in die Knie gehen das Auswechselzeichen zur Bank machte. Gespielt waren fast 90 Minuten und in den verbleibenden fünf musste dann die 17-Jährige Zecira Musovic musste zum ersten Mal in der Damallsvenskan ins Tor und das gegen Marta, Christen Press, Vero Boquete und Co.

Aber sowohl Press wie auch Boquete blieben weitgehend farblos bei Tyresö. Auch Seger und Dahlkvist verloren den Kampf ums zentrale Mittelfeld, wenn auch nur knapp.

Malmö hat einen Schlüsselk gefunden, wie Tyresö ins Wanken zu bringen ist. Wenn man derart druckvoll über die Flügel kommt wie gestern Abend, dann gerät Tyresö ins Schwimmen. Dabei muss aber die eigene Abwehr stehen und darf eine Ausnahmespielerin, die Marta immer noch ist, nicht so ins Spiel kommen lassen wie in den ersten 20 Minuten geschehen.

Mittag und Marta überragten und in der zweiten Halbzeit brachte die 19-Jährige Elin Rubensson auf Malmös rechter Seite sehr viel frischen Wind und mehrere hervorragende Bälle ins Zentrum. Rubensson ist leider unterbewertet, sowohl in ihrer Mannschaft wie auch im Hinblick auf die schwedische Nationalelf.

Malmö und Tyresö im direkten Vergleich

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben vergleicht vor großen und wichtigen Fußballspielen gerne die Startformationen im direkten Vergleich gegeneinander. Das ist mehr Unterhaltung als seriöse Berichterstattung oder Analyse, aber weil’s so schön ist, will ich das auch mal machen vor dem heutigen Knaller LdB FC Malmö – Tyresö FF (19.20 Uhr live im schwedischen Fernsehen).

Der direkte Vergleich endet mit einem klaren Sieg für Tyresö, das zudem noch die bessere Ersatzbank hat. Aber: Das ist ja nur ein Spiel und entscheidend ist bei allen individuellen Fähigkeiten, wie man zusammen spielt und agiert. Und wer das Quentchen Glück auf seiner Seite hat. Gewinnt Malmö, ist die Meisterschaft wieder offen. Gewinnt Tyresö, sind sie nach der Hinrunde sechs Punkte und mehr als elf Tore weg.

 

Thora Helgadottir vs Carola Söberg

Carola Söberg

Carola Söberg

Noch vor zwei Monaten hätte ich hier 1:0 für Malmö gesagt, denn Helgadottir gehört(e?) in Bestform zu den besseren Torhüterinnen der Welt. Aber gerade in den letzten beiden Spielen zeigte die Isländerin doch ungewohnte Unsicherheiten, die zu Gegentoren führten, die vermeidbar waren. Söberg wird selten geprüft, hat aber dieses Jahr noch nicht daneben gegriffen. Möglicherweise hat tatsächlich die fehlende Pause bei Helgadottir eine gewisse Müdigkeit verursacht, sie hat den ganzen Winter in der australischen Liga gespielt. Unentschieden: 0,5:0,5.

Lina Nilsson vs Meghan Klingenberg

Am Sonntag konnte Klingenberg gegen Kristianstad nicht spielen und wurde von Annica Svensson ersetzt. Wir gehen aber davon aus, dass die kleine Amerikanerin heute Abend spielt. Nilsson kämpft um einen Platz in der Startformation der schwedischen Nationalmannschaft gegen Linköpings Jessica Samuelsson. Heute Abend wird sie öfters auf Marta treffen, ein wichtiges Duell. Offensiv gewisse Stärken, defensiv wird sie von schnellen Gegenspielerinnen oft ausgetrickst. Meghan Klingenberg ist defensiv besser, nicht nur, weil sie den dritten schwarzenTaekwondo-Gürtel ihr eigen nennen kann. Auch nach vorne besticht Klingenberg durch brillante Flanken. Klarer Punkt für Tyresö: 0,5:1,5.

 

Amanda Ilestedt vs Johanna Frisk

Amanda Ilestedt

Amanda Ilestedt

Ilestedt ist schneller und kopfballstärker als Tyresös Mannschaftskapitänin, die zwar grundsolide, aber nicht unüberwindbar ist. Frisk wäre die erste, die ich bei einer Verstärkung des Kaders in der Abwehr aussortieren würde. Punkt für Malmö: 1,5:1,5.

 

Malin Levenstad vs Line Röddik Hansen

Malmös Mannschaftskapitänin kommt heute Abend nach guten Trainingsleistungen wieder in die Startelf, aus der sie zuletzt von Kathleen Radtke verdrängt worden war. Trainer Jonas Eidevall sagte auch, dass Levenstad wichtig bei der Kommunikation auf dem Platz sei. Das reicht aber trotzdem alles nicht, um die brillante Dänin auszustechen, die selbst auf der angestammten Innenverteidigerposition besser ist, im Spiel nach vorn, aber auch kompromisslos und souverän in der Defensive. Klarer Punkt für Tyresö: 1,5:2,5.

 

Ali Riley vs Sara Thunebro

Kein Zweifel, Sara Thunebro kommt mit 34 Jahren dem Karriereende näher. Ihre Flankenläufe sind längst nicht mehr so spektakulär und häufig wie vor Jahren, bevor sie nach Frankfurt wechselte, wo sie am Ende keine Spielzeit mehr bekam. Die Neuseeländerin Riley aber wird auch häufig überschätzt. Als sie nach Schweden kam, las ich, dass sie eine der besten Außenverteidigerinnen der Welt sei. Weltklasseleistungen aber hat man kaum gesehen. Beide Spielerinnen sind solide, aber verwundbar. Es wird interessant zu sehen, ob Ramona Bachmann Thunebro ab und an einen Knoten in die Beine spielt. Aber auch Riley wird mit Kirsten van de Ven ihre Müh und Not haben. Unentschieden: 2:3.

 

Katrin Schmidt vs Lisa Dahlkvist

Katrin bekam in Tyresö keinen Vertrag mehr. Zu erklären ist das nur damit, dass die Deutsche schlechter Sponsoren gegenüber zu vermarkten war als schwedische Nationalspielerinnen wie Lisa Dahlkvist, die aber auch nicht gerade charismatisch ist. Darum geht es aber nicht. Dahlkvist ist bei Pia Sundhage wohl fast gesetzt, Katrin Schmidt wieder nicht von Silvia Neid gesehen worden. Spricht das für die enorme Breite des deutschen Frauenfußballs oder einfach eine ignorante Einstellung gegenüber Spielerinnen, die im Ausland herangereift sind? Beide Spielerinnen gewinnen ungeheuer viel Bälle und können gefährlich nach vorn sein. Unentschieden: 2,5:3,5

 

Sara Björk Gunnarsdottir vs Caroline Seger

(Sara) Björk Gunnarsdottir

(Sara) Björk Gunnarsdottir

Die junge Isländerin ist nicht mehr wegzudenken aus Malmös Mittelfeld. Enormer Einsatzwille, sechsfache Torschützin in dieser Saison. Seger tauchte vergangene Saison und zu Beginn der neuen allzu oft unter und machte zuletzt Schlagzeilen wegen ihres Coming Out. Knapper Punkt für Malmö: 3,5:3,5

 

Ramona Bachmann vs Veronica Boquete

Ojojoj, was für ein Vergleich. Zwei Weltklassespielerinnen, die wertvollste Spielerin der Liga 2011 gegen die beste Mittelfeldspielerin 2012. Beide können ein Spiel alleine entscheiden mit überragender Technik und erstklassiger Schusstechnik. Dennoch: der Punkt geht an die Spanierin, die als einzige auf dem berühmten Kanaldeckel Kunststücke vollführen kann, auf engstem Raum brilliert und auch insgesamt mannschaftsdienlicher ist. 3,5:4,5

 

Manon Melis vs Kirsten van de Ven

Zwei Holländerinnen im direkten Vergleich auf der rechten Angriffsseite. Jahrelang hätte Melis hier immer souverän gesiegt. Aber seit dem Weggang von Malmö nach Linköping 2011 und dem gescheiterten Engagement in der kollabierenden WPS ist die mehrfache Torschützenkönigin der schwedischen Liga von der Weltklassestürmerin die sie einmal war, weit entfernt. Ich hätte sie schon längst auf die Bank gesetzt und Talent Elin Rubensson in die Angriffskette geschickt. Van de Ven wird immer stärker, auch sie saß lange auf der Bank (!) und war hinter dem spanischen Neuzugang Jennifer Hermoso Fuentes einsortiert, aber seitdem sie wieder spielen darf, tut sie das mit Verve, viel Schwung und bislang sieben Toren. Punkt für Tyresö: 3,5:5,5.

 

Anja Mittag vs Christen Press

Ojojoj, noch so ein extrem harter Vergleich wie bei Bachmann vs Boquete. Anja hatte eine Supersaison 2012, die kaum zu toppen war. 21 Tore, drei Preise auf der Fußballgala in Schweden. Press schoss 17 für Göteborg und wechselte nach Tyresö und hier spielt sie so wie Anja in der vorigen Saison in Malmö: jeder Schuss ein Treffer. Bislang 12 in neun Spielen gegen Anjas sechs Tore. Deshalb auch hier schweren Herzens. Punkt für Tyresö: 3,5:6,5.

 

Katrine Veje vs Marta Vieira da Silva

Marta Vieira da Silva

Marta Vieira da Silva

Die Brasilianerin war früher stärker, glaube ich, als sie noch bei Umeå spielte. Oder die Gegnerinnen waren weniger in der Lage, ihr Probleme zu bereiten und sind besser geworden. Aber wer Marta sieht, weiß, dass sie immer noch in der Lage ist, einzigartige Dinge zu tun. Klarer Punkt für Tyresö: 3,5:7.5.

 

Malmö: Sieg im Spitzenspiel

Um das inzwischen auf 23 Punkte vorausgeeilte Tyresö auch nur annähernd gefährden zu können und die am 12.06. angesetzte Spitzenbegegnung wirklich zum Höhepunkt der Vorrunde zu machen, gab es von Beginn an keine andere Alternative für LdB FC Malmö, als gegen Pokalsieger Kopparberg/Göteborgs FC sozusagen volle Kanne zu spielen.

Zumal man am letzten Spieltag beim 1:3 in Linköping eine peinliche Pleite hatte einstecken müssen. Malmös junger Trainer Jonas Eidevall zog eine harte personelle Konsequenz: Sündenbock und Mannschaftskapitänin Malin Levenstad ist nicht nur out im Nationalmannschaftskader von Pia Sundhage, auch Eidevall setzte seine Spielführerin auf die Bank und ließ stattdessen Amanda Ilestedt und Kathleen Radtke in der Innenverteidigung auflaufen.

Auf der Bank auch Therese Sjögran. Die 182fache Nationalspielerin wil nach Kreuzbandriss in ihrem 37. Lebensjahr noch unbedingt zur EM, aber Eidevall entschied sich abermals gegen Sjögran und gab ihr elf Minuten am Ende der Begegnung. Aber beim Expertentalk am Rande der Fernsehübertragung des Spiels gestern war herauszuhören, dass man gemeinhin doch mit einer Nominierung Sjögrans für das Spiel am 19.06. in Stockholm gegen Brasilien rechnet. Merkwürdigerweise muss man sagen, denn dass eine Spielerin, die in der Liga keine 90 Minuten spielen darf, weil andere stärker sind, nun die Personalprobleme der Nationalmannschaft lösen soll erscheint mir bei aller Leistungen Sjögrans in der Vergangenheit doch etwas zweifelhaft. Aber Johanna Almgren fällt aus für die EM und mit einem Mal fällt allen auf, dass man denselben Spielertypen, den Sofia Jakobsson, Antonia Göransson, Kosovare Asllani repräsentieren offenbar in Hülle und Fülle hat, während jemand fehle, die den Ball halten könne. Nicht gut genug für Malmös Startelf mit den acht Ausländerinnen, aber gut genug für Schweden, das Europameister werden will, ist aber trotz allem ein Paradox für mich.

Zwei Ausländerinnen herrschen in Malmös Mittelfeld und sie sorgten gestern auch für den furiosen Auftakt in den ersten 20 Minuten der Partie. Malmö druckvoll, schnell und engagiert wie noch nie in dieser Saison. Man wollte die Scharte von Linköping auswetzen, das war klar. Katrin Schmidt gewann beinahe jeden Zweikampf und zusammen mit Sara Björk Gunnarsdottir leistete sie Kärrnerarbeit. Silvia Neid liest leider nicht dieses Blog, ansonsten sollte sie schnell noch einmal nach Malmö reisen, um sich Schmidt anzusehen, die ist in Topform und eine der besten Mittelfeldspielerinnen der Liga. Und Gunnarsdottir, gestern Abend trotz ihrer erst 21 Jahre Mannschaftskapiänin machte auch das 1:0 in der neunten Minute, nach einem mustergültigen Angriff und einem trockenen Schuss in die rechte Ecke von Nationalkeeperin Kristin Hammarströms Tor.

Aber Göteborg stellte um, von 4-4-2 auf 4-5-1, Fuchs Torbjörn Nilsson holte Olivia Schough zurück ins Mittelfeld und bekam so ein Gegengewicht zu Malmös bis dahin drückender Überlegenheit im zentralen Mittelfeld zustande. Schnelle Bälle auf die flinke Jodie Taylor sorgten immer wieder für Gefahr. Jessica Landström übrigens ist nun auch in Göteborg (ähnlich wie früher in Frankfurt) eine Bankspielerin geworden, sie hat auch nicht mehr (?) die Klasse, die Taylor einbringt, die technisch und läuferisch deutliche Vorteile hat.

Es gab kein zweites Tor in der ersten Halbzeit für Malmö und so bestätigten sich meine Erwartungen, dass Göteborgs Zeit nun gekommen war kurz nach dem Seitenwechsel, als Jodie Taylor wieder einmal geschickt wurde und aus halbrechter Position schoss und lobbte, ein Treffer, bei dem Islands Nationalkeeperin Thora Helgadottir wieder einmal alt aus sah. Wieder einmal, denn auch gegen Linköping hatte die Weltklassefrau nicht so ganz stabil ausgeschaut. Wütend und schuldbewusst kickte Helgadottir das Leder auch Richtung Mittellinie nach dem Ausgleich – sie hatte falsch gestanden.

Im Nachhinein  sagte Torbjörn Nilsson, das seine Mannschaft nach dem Ausgleich etwas überheblich geworden sei, man habe geglaubt, dass man nun die Punkte zwei und drei einsacken würde und sich Leichtsinnsfehler erlaubt. Gleichzeitig weckte der Ausgleich aber auch Malmö auf. Eine gefährliche Kombination, die durch Treffer von Ramona Bachmann und Anja Mittag zum äußerst wichtigen 3:1-Heimsieg führte.

Malmö gewinnt also und in einer Woche um 19.20 Uhr kommt Meister Tyresö nach Malmö. Vor einem Jahr entschied sich in dieser Begegnung die Meisterschaft, das könnte wieder so sein, falls Tyresö in Malmö gewinnen kann. Wir aber können uns wirklich auf diese Begegnung freuen, die alle Chancen hat, zum Classico der schwedischen Frauenliga zu werden.

Noch ein wichtiges Thema, das sich im gestrigen Spiel manifestierte. 645 Zuschauer bei einem Spitzenspiel an einem schönen Vorsommerabend sind zu wenig. Viel zu wenig, obwohl das Spiel live von TV4 Sport übertragen wurde. Linda Wijkström, Generalsekretärin des Elitfföreningen Damfotboll (EFD; der Zusammenschluss aller Erst- und Zweitligavereine zur Entwicklung des Frauenfußballs) sagte dazu vor einigen Wochen, dass das wirklich bedauerlich sei, dass aber auch gleichzeitig Frauenfußball in den sozialen Medien wesentlich häufiger Thema sei als noch vor drei Jahren.

Da werden Äpfel mit Birnen oder eher noch Mandarinen verglichen, denn die Vereine haben letztlich nichts davon, dass die Zahl der Twitter- und Facebook-Nutzer weiter steigt und somit auch die Erwähnung des Sports in diesen Gratisforen. Die Spielerinnen wollen doch vor Publikum spielen und nicht vor Häusern, die in den letzten Jahren immer leerer werden. Bislang jedenfalls hat man wenig davon, dass der Frauenfußballinteressierte 2013 offenbar irgendwo mit einem Smartphone sitzt und Tormeldungen auf Twitter retweetet. Nicht nur Malmö hat Zuschauer verloren. Tyresö, das ja nicht nur den Meistertitel verteidigen will, sondern auch die Champions League 2014 in Lissabon einsacken will, hatte vor der Saison gewohnt lauthals verkündet, dass man den Zuschauerschnitt jetzt Richtung 2.000 entwickeln werde. Hans Löfgren hatte gelegentlich sogar das Gerücht gestreut, man werde zum ersten Saisonspiel in die Friends Arena (Auftragungsort des EM-Finals 2013 mit einem maximalen fassungsvermögen von rund 52.000) ausweichen. Bei drei von fünf Heimspielen gab man die offizielle Zuschauerzahl unter 1.000 an und man hat die 1.500er-Marke noch nicht überschritten. Inoffiziell sind es oft weniger Zuschauer als gemeldet, da muss es Dunkelziffern geben, das sagen alle, die regelmäßig Spiele besuchen, ob in Tyresö oder anderswo.

Das Ganze spielt sich aber eben 35 Tage vor dem ersten Spiel der EURO 2013 ab, Italien trifft in Halmstad auf Finnland. Am selben Tag wird dann Schweden gegen Dänemark in Göteborg spielen, diese Begegnung ist ausverkauft, aber meine Befürchtung ist, dass die Spiele ohne schwedische Beteiligung eher spärlich besucht werden, obwohl man offenbar und angeblich schon jetzt mehr Tickets abgesetzt hat, als ie EURO 2009 in Finnland Zuschauer hatte. Sorgenkind dabei ist die Gruppe in Linköping und Norrköping, in der Frankreich, Englan, Russland und Spanien spielen, Länder, die zumindest bislang noch keine Tradition darin haben, dass Fans ihren Mannschaften nachreisen.

Der Liga jedoch hat das Megaevent noch gar nichts gebracht, beinahe im Gegenteil. Man bleibt zu Hause und facebookt oder twittert. Im Vergleich zu 2005 haben wir mehr als 25% Zuschauer verloren.

Zu viele Ausländerinnen in der Damallsvenskan?

Pia Sundhage hat sich aufgeregt. Das tut sie eigentlich oft und gerne und das macht sie auch sympathisch, das sie Gefühle zeigt und voll bei der Sache ist. Manchmal allerdings frage ich mich inzwischen, ob sie sich nicht ein wenig zurückhalten sollte, zumindest in den Medien.

Denn die schnappen dankbar jede Silbe der angehenden Ehrendoktorin, Gastprofessorin, Frau des Jahres 2012, Welttrainerin des Jahres und was weiß ich nicht noch alles, auf.

Am Donnerstagabend war sie wie ich auf dem Malmö IP und sprach anschließend wie immer frank und frei ins Mikrofon der Reporter von Sydsvenska Dagbladet. Dass sie mal besser nichts gesagt hätte, war ihr dabei aber offenbar schon selber klar, denn: „Das jetzt sollte ich eigentlich nicht sagen,“ begann Sundhage ihre Ausführungen und echauffierte sich darüber, dass sie zu einem Champions-League-Spiel käme und alles, was sie als Nationaltrainerin beobachten könnte, wären drei Spielerinnen bei Malmö und eine Spielerin des Gegners.

In der Tat begann Malmö die Begegnung mit nicht weniger als acht Ausländerinnen: Thora Helgadottir, Ali Riley, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Sara Björk Gunnarsdottir, Manon Melis, Ramona Bachmann, Anja Mittag.

Bei Olympique Lyonnais dagegen standen in der Anfangsformation nicht weniger als neun Französinnen und lediglich Lara Dickenmann und Lotta Schelin haben einen ausländischen Pass.

Eines ist klar. Pia Sundhage hat sich nicht darin einzumischen, wie die Vereine ihre Kader bestücken und welchen Pass die Spielerinnen haben. Und wenn sie in dem oben genannten Interview sagt, dass alles noch vor 5-6 Jahren (bevor sie zuerst nach China und dann in die USA ging) anders gewesen wäre, dann muss sie eigentlich besser als viele andere wissen, dass sich Frauenfußball in 5-6 Jahren enorm entwickelt hat und auch weiter entwickeln wird.

„In Lyon werden ausländische Spielerinnen nur dann verpflichtet, wenn ihre Qualität definitiv besser ist als das, was man auf dem franösischen Markt bekommen kann“, schrieb mir gestern ein Fan aus Frankreich via Twitter.

In Schweden, und da hat Sundhage Recht, ist das augenscheinlich nicht der Fall, auch wohl nicht in Deutschland.

Ich habe mir die aktuellen Kader in der Damallsvenskan angesehen und komme auf folgende Liste ausländischer Spielerinnen. Es sind 66 Spielerinnen. Sie verteilen sich auf: 1. Finnland 9, 2. Island, Nigeria, USA je 7, 5. Dänemark, Holland je 5 und auf zwölf weitere Länder. Bei den Vereinen liegt Malmö klar vorn.

10 LdB FC Malmö: Thora Helgadottir, Ali Riley, Paula Radtke, Katrine Veje, Sara Björk Gunnarsdottir, Katrin Schmidt, Yoreli Rincon, Ramona Bachmann, Manon Melis, Anja Mittag

7 Tyresö FF: Line Röddik Hansen, Meghan Klingenberg, Elaine Moura, Kirsten van de Ven, Vero Boquete, Christen Press, Marta

7 KIF Örebro: Stephanie Labbé, Marie-Eva Nault, Susanna Lehtinen, Irena Martinkova, Lucie Martinkova, Sanna Talonen, Sarah Michael

7 Kristianstads DFF: Brett Maron, Sif Atladottir, Nicole Sykes, Gudny Odinsdottir, Margret Lara Vidarsdottir, Johanna Rasmussen, Lorca van de Putte

6 Vittsjö GIK: Lois Geurts, Kendall Fletcher, Ifeoma Dieke, Mandy van den Berg, Kirsty Yallop, Jane Ross

6 Piteå IF: Lydia Williams, Faith Ikidi, Hallbera Gisladottir, Anna Westerlund, June Pedersen, Francesca Ordega

5 Kopparberg/Göteborgs FC: Camille Levin, Anita Asante, Yael Averbuch, Cathrine Dyngvold, Jodie Taylor

4 Linköpings FC: Marianne Gajhede, Renée Slegers, Pernille Harder, Linda Sällström

4 Umeå IK: Katrin Jonsdottir, Ogonna Chukwudi, Rita Chikwelu, Tuija Hyyrynen

4 Sunnanå SK: Carys Hawkins, Helene Ukaonu, Annika Kukkonen, Perpetua Nkwocha

3 Mallbacken: Kaitlynn Fraine, Maija Saari, Hayley Lauder,

3 Jitex BK: Minna Meriluoto, Annica Sjölund, Leena Puranen

Zugänge und Abgänge (Stand: 05.01.2013)

So allmählich füllen sich die Kader der Vereine in der Damallsvenskan. Es ist Zeit für einen ersten Überblick. Hier kommen die 12 Teams der Saison 2012 plus die beiden Neulinge.

Tyresö FF

Zugänge: Christen Press (Kopparberg/Göteborgs FC), Malin Diaz (AIK)

Abgänge: Helén Eke (Verein steht noch nicht fest)

Kommentar: Erstmals auf seiner Reise von der vierten Liga zum Meistertitel gibt es in Tyresö keine wesentlichen Personalwechsel. Marta, Vero Boquete, Caroline Seger hatten allesamt laufende Verträge auch für 2013, obwohl es um Marta wieder einmal Wechselgerüchte gab und auch noch gibt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Brasilianerin Tyresö in diesem Jahr verlässt. Für die USA ist ihr Marktwert nicht groß genug und keiner der neuen Vereine könnte sie mit den erlaubten Budgets bezahlen. Christen Press wird den Stammplatz von Madelaine Edlund gefährden. Sowohl deren wie Elaines auslaufender Vertrag wurde verlängert. Tyresö ist ein Topteam mit erstklassigen Alternativen auf der Bank. Auch Meghan Klingenberg hat verlängert. Wunschelf (Linda Sembrant in der Reha nach Kreuzbandriss):

Carola Söberg, Meghan Klingenberg, Johanna Frisk, Karin Lissel, Line Röddik Hansen, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete, Marta, Kirsten van de Ven, Christen Press.

Bank: Annica Svensson, Elaine, Malin Diaz, Madelaine Edlund, Jessica Höglander.

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LdB FC Malmö

Zugänge: Yoreli Rincon (XV de Piracicaba), Zecira Musovic (Stattena), Manon Melis (Linköping)

Abgänge: Emma Wilhelmsson (Jitex), Christina Öyangen Örntoft (Bröndby), Hilda Carlén (noch unbekannt)

Kommentar: Nach der finanziellen Rettung durch Milliardär Dan Olofsson nimmt auch Malmö Kurs auf den Meistertitel. Die Liga wird (wenn sich nichts wesentlich ändert) zu einem Zweikampf Malmö – Tyresö werden, in dem Tyresö abermals klarer Favorit ist, trotz der Verpflichtung von Melis. Rincon überrascht, riskant, eine 19-Jährige Kolumbianerin zu integrieren. Die 1,54 m kleine Filigrantechnikerin wurde mit Marta verglichen, muss das aber noch beweisen. Malmö hat aber immer gut eingekauft…

Voraussichtlich:

Thora Helgadottir, Lina Nilsson, Malin Levenstad, Amanda Ilestedt, Ali Riley, Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran, Ramona Bachmann, Elin Rubensson, Anja Mittag, Manon Melis.

Reserve:

Zecira Musovic, Frida Nordin, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Yoreli Rincon, Sofi Anker Kofoed.

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Linköpings FC

Zugänge: Lina Rinshamre (Sundsvalls DFF), Magdalena Ericsson (Djurgården), Stina Blackstenius (Vadstena GoIF), Renée Slegers (Djurgården), Emma Lennartsson (IFK Norrköping)

Abgänge: Manon Melis (LdB FC Malmö), Lisa DeVanna (Perth Glory), Emma Lundh (noch unbekannt, Hammarby?), Karen Bardsley (Lincoln LFC), Louise Fors (Western Sydney Wanderers, ab Frühjahr FC Liverpool Ladies), Nora Holstad Berge (Arna-Björnar), Matilda Agné (Hammarby DFF), Ingrid Schjelderup (Vålerenga), Josefine Alfsson (Kisa BK)

Kommentar: Linköping beendet nach einem Jahr seinen Versuch, mit Tyresö und Malmö zu konkurrieren und hat Sparmaßnahmen eingeführt. Neun Spielerinnen verlassen den Verein und fünf kommen neu hinzu, im Gespräch ist immer noch AIK:s U19-Europameisterin Jennie Nordin. Mit Ringshamre und Ericsson hat man zwei weitere junge Europameisterinnen verpflichtet. Linda Sällström, die gegen Ende der Saison noch gehen wollte (Jitex war eine Option), bleibt nun doch, vermutlich, weil die Konkurrenz in der Offensive nach ihrer Rehazeit nach dem Abgang von DeVanna, Melis und Lundh deutlich entspannter geworden ist. Linköping ist auch immer noch das bessere Team. Wichtig, dass Trainer Martin Sjögren zwei weitere Jahre bleibt.

Voraussichtlich:

Sofia Lundgren, Maja Krantz, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Marianne Gajhede Knudsen, Renée Slegers, Petra Larsson, Pernille Harder, Jonna Andersson, Linda Sällström.

Hier und bei den weiteren Clubs erspare ich mir die potentielle Bankbesetzung, da lediglich Malmö und Tyresö um die Meisterschaft spielen werden.

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Kopparberg/Göteborgs FC

Zugänge: Jessica Landström (Djurgården), Marie Hammarström (KIF Örebro), Cathrine Dyngvold (Klepp),

Abgänge: Christen Press (Tyresö FF), Ingrid Wells (noch unbekannt)

Göteborg wollte eigentlich angreifen. Dann kam der Abgang von Press dazwischen. Tyresös Zampano Hans Löfgren schnappte die Amerikanerin den Göteborgern vor der Nase weg. Landström ist vom Typ her kein Press-Ersatz, aber sie ist eine Kämpfernatur mit einer enormen fysischen Kraft. Dennoch muss sich das Angriffsspiel ändern. Torbjörn Nilsson hat seinen Trainervertrag um 2 Jahre verlängert, weil ihm versichert wurde, dass die Mannschaft sukzessiv verstärkt wird. Mindestens eine Klassespielerin muss noch kommen.

Voraussichtlich: Kristin Hammarström, Catrine Johansson, Anna Ahlstrand, Stina Segerström, Camille Levin, Yael Averbuch, Anita Asante, Johanna Almgren, Olivis Schough, Cathrine Dyngvold, Jessica Landström.

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Kristianstads DFF

Zugänge: Josefine Öqvist (vereinslos), Marija Banusic (IK Sirius), Brett Maron (Valur), Elin Borg (AIK)

Abgänge: Elin Nilsen (Vittsjö), Katrin Ómarsdóttir, Becky Edwards (beide unbekannt), Emelie Johnsson (Borens IK),  Moa Pettersson (Wä IF), Anna Persson (Glimåkra IF), Lisa Petersson, Julia Molin (AIK)

Auf den Plätzen 5-12 und bei den Aufsteigern erspare ich mir die mögliche Aufstellung am ersten Spieltag. Maron wird sicher in den ersten Monaten im Tor stehen, da Hedvig Lindahl in der Reha nach dem Kreuzbandriss ist. Trainerin Beta Gunnarsdottir ist wie immer super ambitioniert und will sicher Meister werden. Mit der Verpflichtung von Banusic ist ihr ein Coup gelungen. Für mich das größte Talent im schwedischen Fußball VOR der allenthalben gepriesenen Lina Hurtig (Umeå). Dass Josefine Öqvist letztlich der Offensive maßgebliches Gewicht verleihen wird, steht außer Frage. Kristianstad hat jetzt den drittbesten Angriff der Liga.

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Vittsjö GIK

Zugänge: Elin Nilsen (Kristianstad), Jane Ross (Glasgow City)

Abgänge: Emma Kullberg (Umeå Södra), Josefine Mårtensson (Glimåkra IF)

Das zweite Jahr ist immer das Schwerste. Das wird auch für Sensationsaufsteiger Vittsjö GIK gelten. Niemand hätte das Team aus Skåne auf Rang 6 erwartet. Die Verpflichtung von Jane Ross deutet eventuell darauf hin, dass Danesha Adams geht. Die Amerikanerin war sehr wichtig. Möglich, dass Vittsjö, wie immer, von Beta Gunnarsdottir geschasste Spielerinnen überimmt. Becky Edwards?

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Umeå IK

Zugänge: Hanna Folkesson (AIK)

Abgänge: Erica Carlén (Morön)

Wenig passierte in Umeå. Keeperin Caroline Jönsson hat ihr Karriereende zur Saisonmitte angekündigt. Da braucht es Ersatz.

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Piteå IF

Zugänge: Clara Markstedt (AIK), Johanna Andersson (Assi)

Abgänge: Camilla Johansson, Jessica Olovsson (unbekannt), Ann-Mari Dovland (Klepp), Jennifer Nobis (Karriereende)

Piteå hat zwar die beste Torschützin Nobis durch Clara Markstedt ersetzt, aber es fehlt an einer weiteren offensiven Spielerin, die dem Angriff mehr Durchschlagskraft verleiht. Faith Ikidi hat ihren Vertrag bis einschließlich 2015 verlängert, eine finanzielle Deckung dafür gibt es noch nicht.

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Jitex BK

Zugänge: Emma Wilhelmsson (LdB FC Malmö)

Abgänge: Katri Nokso-Koivisto (LSK Kvinner), Nanna Jansson (Hovås Billdal), Caroline Lindblad (unbekannt)

Jitex wird weder schwächer noch stärker.

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KIF Örebro

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emelie Lundberg (Eskilstuna United), Hanna Ågren-Åhbom, Nina Fellbrant,  Fanny Persson (hören auf), Edda Garðarsdóttir,  Ólína Viðarsdóttir (beide zurück nach Island, , Linda Fransson (noch nicht klar)

Das sieht wieder nicht gut aus für Örebro, das erhebliche finanzielle Probleme hat.

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Sunnanå SK

Zugänge: Anikka Kukkonen (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF),  Carys Hawkins (Perth Glory

Abänge: Anna Bodén (Morön),  Yanru Zhang (China)

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Mallbacken

Zugänge: Sarah Bergman, Emmie Johansson (beide QBIK), Maija Saari (AIK), Hayley Lauder (Åland United)

Abgänge: Anna Arnfeldt (Karriereende)

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Djurgården

Abgänge: Gudbjörg Gunnarsdottir, Mia Jalkerud, Freja Hellenberg (alle Avaldsnes IL), Jessica Landström (Göteborgs FC), Renée Slegers (Linköping), Anna Lindblom (Hammarby), Katrine Petrous, Natalia Rickne, Annika Kukkonen (Sunnanå), Katrin Jonsdottir, Caroline Frånberg.

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AIK

Zugänge: Lisa Pettersson, Julia Molin (beide Kristianstad)

Abgänge: Maija Saari (Mallbacken), Elin Borg (Kristianstad), Nazanin Vaseghpanah (hört auf), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz (Tyresö), Clara Markstedt (Piteå), Lori Chalupny (unbekannt)