Comeback in Umeå

Umeå IK – Vittsjö GIK (0:2) 0:2
Tore: 0:1 Alexandra Benediktsson (37.), 0:2 Michelle Pao (44.)

Stabiler Sieg von Vittsjö in Umeå. Auch wenn Umeå phasenweise auf einen Anschlusstreffer drängte, das Fazit des Spiels ist wohl wirklich, dass Umeå sich im unteren Drittel der Tabelle orientieren wird diese Saison. Die Abgänge von Emma Berglund (Rosengård), Hanna Folkesson (KIF Örebro, Kreuzbandriss) und Emmelie Konradsson wiegen zu schwer. Erfreulich: Linda Sällström feierte ihr Comeback und spielte erstmals knapp 20 Minuten für Vittsjö.

Kopparberg/Göteborgs FC – Hammarby DFF (3:0) 3:0
Tore: 1:0 Lieke Martens (15.), 2:0 Kathlene Fernström (28.), 3:0 Elin Rubensson (30.)

Klar Sache für den Meisterschaftsmitanwärter. In der ersten halben Stunde hätte es ganz böse kommen können. Nationalspielerin Elin Rubensson schoss das dritte Tor selber und hatte zwei Assists in ihrem ersten Spiel von Beginn an seit einigen Wochen.

FC Rosengård – Piteå IF (4:0) 5:2
Tore: 1:0 Ramona Bachmann (3.), 2:0 Anja Mittag (27.), 3:0 Marta (35.), 4:0 Anja Mittag (45.), 5:0 Sara Björk Gunnarsdottir (55.), 5:1 Pauline Hammarlund (62.), 5:2  Linda Öqvist (72.)

Immerhin hat Piteå eine Halbzeit gegen den Meister gewonnen. Mehr ist derzeit wohl für keine schwedische Mannschaft drin.

Ohne Gegentor

Kristianstads DFF – Eskilstuna United (0:0) 0:2
Tore: 0:1 Malin Diaz Pettersson (62.), 0:2 Petra Larsson (69.)

Vier Spiele, vier Siege, 7:0 Tore und zwölf Punkte. Das ist nicht die Ausbeute vom FC Rosengård sondern von seinem derzeit einzigen Konkurrenten (?) Eskilstuna United. Das Spiel bei Kristianstads DFF, auf Vilans IP, einem von drei Sportplätzen in der Liga, die noch Naturgras haben, war keine größere Herausforderung für die Truppe von Viktor Eriksson.

Leider aber bin ich ziemlich sicher, dass Eskilstuna auch keine größere Herausforderung für den FC Rosengård sein wird. Das Spitzenspiel steigt am 17.Mai in Eskilstuna.

Noch eine Randnotiz: Die ersten 20 Spiele der Damallsvenskan 2015 hatten etwas weniger Zuschauer als das gestrige deutsche Pokalfinale zwischen Turbine Potsdam und dem VfL Wolfsburg.

Erster Dreier für KIF

KIF Örebro – Mallbacken IF Sunne (0:1) 2:1
Tore: 0:1 Mimmi Larsson (24.), 1:1 Elin Magnusson (70.), 2:1 Sanna Talonen (Foulelfmeter 77.)

Schreibts an alle Wände: Schiedsrichter sollten nicht primär ihres Geschlechts wegen ausgewählt werden. Leider ist das im Frauenfußball so. Zumindest hier in Schweden.

Annika Andric ist mir im Laufe der Jahre immer wieder durch spektakuläre Fehlentscheidungen aufgefallen, am Samstag verschaffte sie KIF Örebro den ersten Dreier der Saison. Beim Stand von 1:1 zog Sarah Bergman etwa drei Metr vor dem Strafraum unübersehbar an der Schulter von Namensvetterin Sarah Michael und die bullige Nigerianerin schaffte es bis in den Strafraum und sank dann wie ein waidwund geschossener Schwan in sich zusammen. Andric entschied auf Strafstoß und Sanna Talonen sicherte den Dreier.

Richard Nilsson und seine KIFerinnen freuten sich wie die Schneeköniginnen über den ersten Saisonsieg, aber das Team ist mit dem von 2014 nicht nur personell nicht vergleichbar. Der moderne, kontrollierte Offensivfußball, mit dem sich Örebro im letzten Drittel der vergangenen Saison viele neue Freunde machte, ist nur noch eine blasse Erinnerung.

Damit nicht gesagt, dass KIF in der zweiten Halbzeit nicht deutlich überlegen war und Mallbacken sich darauf beschränken musste, Bälle einfach aus der eignen Hälfte zu dreschen. Aber KIF Örebro hat keine Methode, keine Variation im Spiel. Das mag kommen, wenn endlich Lisa Dahlkvist wieder unbeschränkt einsetzbar ist.

Therese Sjögran hört auf und macht was Neues

Die Pressekonferenz in Malmö heute um 14.00 Uhr hätten sie sich wirklich sparen können, denn alle wussten, worum es ging. Therese Sjögran wird nach der WM ihre Karriere als Fußballspielerin beenden und die Position des Sportchefs vom FC Rosengård übernehmen. Zunächst und wohl einige Monate lang mit dem heutigen Stelleninhaber Erling Nilsson als Mentor.

Das letzte Spiel Schwedens bei der WM wird demnach wohl auch Sjögrans letztes Spiel sein. In der Damallsvenskan wird ihre letzte Begegnung dann am 21.05. das Skånederby gegen Kristianstad sein.

Damit geht eine der längsten Karrieren im schwedischen Frauenfußball zu Ende. Mit weit mehr als 200 Länderspielen und fünfzehn (!) Spielzeiten für Malmö FF, LdB FC Malmö bzw. FC Rosengård.

Schön, dass die 38-Jährige (“Der Körper macht nicht mehr mit.”) dem Topfußball in Schweden erhalten bleibt.

3. Spieltag fast fertig

Piteå IF – KIF Örebro (0:1) 1:1
Tore: 0:1 Lisa Dahlkvist (16.), 1:1 Hanna Pettersson (86.)

Vizemeister Örebro startet also mit zwei Unentschieden und einer Niederlage in die neue Saison. Sollte auch Linköping am Mittwoch nicht bei Hammarby gewinnen können, dann sind Rosengård und Eskilstuna erst mal weg. Noch schlimmer: Lisa Dahlkvist konnte nur eine Halbzeit spielen, die Hüftverletzung machte sich wieder bemerkbar und heute streute die 28-Jährige ihre Sorgen um die WM in die Öffentlichkeit. Pia Sundhage und Örebro-Trainer Richard Nilsson werdens nicht gerne hören, nachdem auch schon Örebro-Neuzugang Hanna Folkesson die Saison 2015 abschreiben musste.

Jetzt gibts auch die erste Tabelle mit ein wenig Aussagekraft:

 

da

In der Torjägerinnenliste führt Ramona Bachmann (Rosengård) mit fünf Treffern. Anja Mittag liegt mit drei Toren auf dem zweiten Rang.

Durchmarsch

Vittsjö GIK – FC Rosengård (0:0) 0:4
Tore: 0:1 Ramona Bachmann (51.), 0:2 Ramona Bachmann (54.), 0:3 Anja Mittag (60.), 0:4 Sara Björk Gunnarsdottir (62.)

Gewohntes Bild. Rosengård kieg in der ersten Halbzeit das Spiel nicht in den Griff, dominiert dann aber total in der zweiten. Aufregendste Szene: Als Schiedsrichterin Annika Andric nach einem Foul von Kirsty Yallop der Neuseeländerin die rote Karte zeigt. Irrtümlich. Alle sind entsetzt. Dann fummelt Andric in ihrer Hose herum und holt die gelbe Karte raus und zeigt die Yallop. Fasst die entsetzte Neuseeländerin an beiden Oberarmen an und erklärt ihr, dass sie doch weiterspielen darf. Farbenblind?
Rosengård jetzt mit 13:1 Toren aus drei Spielen und die wichtigsten Konkurrenten haben schon Punkte abgegeben. Durchmarsch. Immer noch nicht einmal auf der Bank von Vittsjö: Linda Sällström.

AIK – Mallbacken (0:1) 0:1
Tor: 0:1 Sarah Bergman (32.)

Der Aufsteiger siegt im Sechspunktespiel der Abstiegskandidaten. Nur 132 (!!) Zuschauer auf dem Ausweichplatz im Stockholmer Vorort Vällingby. Sarah Bergmans Tor war eine schöne Einzelaktion mit einer Heberflanke vom rechten Flügel nach toller Ballannahme.

Ergebnisse

Schwedischer Pokal, Viertelfinale (22.04.)

KIF Örebro – Piteå IF (5:0) 5:1
Tore: 1:0 Julia Spetsmark(10.), 2:0 Sarah Michael (11.), 3:0 Linda Hallin (20.), 4:0 Sanna Talonen (30.), 5:0 Sanna Talonen (33.), 5:1 Pauline Hammarlund (94.)

Piteå spielte fast mit einem B-Team. Lisa Dahlkvist absolvierte ihr erstes Pflichtspiel für den neuen Club Örebro. Am Sonntag treffen beide Teams in der Damallsvenskan in Piteå aufeinander.

Hovås Billdal – Linköpings FC (0:0) 0:2
Tore: 0:1 Fridolina Rolfö (61.), 0:2 Pernille Harder (77.)

Ausgeglichen in der ersten Hälfte, dann brachte die eingewechselte Rolfö die Entscheidung. Hovås Billdal wird von vielen als Kandidat für den zweiten Aufstiegsplatz gesehen. Spielertrainerin des Zweitligisten ist die 36-Jährige Finnin Jessica Julin.

Damallsvenskan

Do, 23.04.

Eskilstuna United – Umeå IK (1:0) 2:0
Tore: 1:0 Olivia Schough (18.), 2:0 Annica Svensson (59.)

Dritter Sieg im dritten Spiel für den Aufsteiger von 2014 und Tabellenführung bis mindestens Samstagnachmittag. Über 1.000 Zuschauer. Bei Umeå spielten Lina Hurtig und Jenny Hjohlman wieder nach Verletzungen.

Fr, 24.04.

Kristianstads DFF – Kopparberg/Göteborgs FC (2:0) 3:1
Tore: 1:0 Nellie Karlsson (6.), 2:0 Nellie Karlsson (31.), 3:0 Johanna Rasmussen (50.), 3:1 Rebecca Blomqvist (90.)

Nach drei Runden ist der Meisterschaftstraum wohl bereits ausgeträumt für Göteborg, nachdem man schon fünf Punkte gegen Piteå und nun Kristianstad hat liegen lassen. Göteborgs Abwehr wird als Achillesferse gesehen, ebenso das Fehlen von Klasse im defensiven Mittelfeld.

Leichtes Spiel

Nicht mehr als eine Pflichtaufgabe war das Viertelfinale im schwedischen Pokal für Meister FC Rosengård. Mit 4:0 war der Sieg beim Tabellenführer der zweiten Liga Djurgården eher im Bereich Unterkante. Hätten die Gäste ernst gemacht, es hätte auch zweistellig enden können. Tore: 0:1 Kirsten van de Ven, 0:2 Therese Sjögran, 0:3 Eigentor, 0:4 Therese Sjögran.

Goalkeeperin Zecira Musovic musste zweimal einen Ball nach einer Hereingabe fangen, das wars.

Will man kritisch sein, dann hätte Rosengård mehr Tore machen müssen, mindestens vier weitere. Da würde ich Trainer Tilly raten, sein Team etwas mehr anzustacheln, denn es ist extrem wichtig, das Momentum zu entwickeln, das man dann in den großen Matches braucht. Es wird u.a. auch in solch scheinbar unwichtigen Begegnungen aufgebaut. Mich beeindruckte, dass Colin Bell am Sonntag bein Stand von 4 oder 5:0 seine Frankfurterinnen immer noch anraunzte, weil sie zu leichtfertig Chancen vergaben. Ich glaube, dass die Mannschaft letztlich davon profitiert.

Wolfsburg vor dem Aus

PSG vor dem Sechzehntelfinalspiel bei Tyresö FF im Herbst 2013.

PSG vor dem Sechzehntelfinalspiel bei Tyresö FF im Herbst 2013.

Das 0:2 des VfL Wolfsburg gestern Abend gegen die aufstrebende Mannschaft von Paris Saint Germains kam in mehrerer Hinsicht unerwartet. Erstens hatten viele das Viertelfinalspiel gegen den schwedischen Meister FC Rosengård zum vorweggenommenen Finale hochstilisiert und danach vom rein deutschen Finale in Berlin geredet und zweitens war die Art, wie der Sieg der Mannschaft von Farid Benstiti zustande kam bemerkenswert: Wolfsburg hatte nur eine einzige Torchance, Paris war die klar bessere Mannschaft und das Mittelfeld war eindeutig in Gästehand.

Die Ausfälle von Nadine Keßler (kommt sie noch mal zurück nach der achten Knieoperation?) und Lena Goeßling waren dieses Mal nicht zu kompensieren. In Malmö gelang das noch, da spielte vor allem Vanessa Bernauer glänzend. Und vorne war Alexandra Popp eine wuchtige, eiskalt verwandelnde Targetstürmerin.

Popp ins Mittelfeld zu stecken sollte ein genialer Schachzug von Ralf Kellermann werden, erwies sich aber als Flop. Zwar war die Nationalsspielerin gewohnt bemüht, bekam aber gegen die wesentlich stärker agierenden Caroline Seger und vor allem Shirley Cruz Traña keine Deutungshoheit über das zentrale Mittelfeld. Vorne zeigte die von mir sehr geschätzte Japanerin Yuki Ogimi einmal mehr, dass sie in Wolfsburg ein Fehleinkauf ist. Denn Ogimi kann wesentlich mehr. Die Norwegerin Caroline Graham Hansen spielte, wie schon früher in Tyresö, gewohnt eigensinnig und vertändelte des öfteren.

Nilla Fischer bekam ihre Abwehr nicht in den Griff und der früh gegebene Elfmeter (zweifelhaft) durch die schwache schwedische Schiedsrichterin Pernilla Larsson, die leider bei der WM pfeifen darf, tat sein Übriges.

Aber: Alle Serien reißen und alle Imperien fallen früher oder später. So wie der VfL Wolfsburg selber mit einer großartigen taktischen Leistung seinerzeit den französischen Meister Olympique Lyonnais an der Londoner Stamford Bridge vom Europathron gestoßen hatte, so gelang dies gestern dem französssischen Vizemeister in der AOK Arena in Wolfsburg. Dem europäischen Fußball dürfte das letztlich gut tun, wenn in Deutschland am 14. Mai nicht zwei deutsche Mannschaften den UWCL-Titel unter sich ausmachen.

Farid Benstiti, so sagte seine Spielerin Shirley Cruz Traña nach der Partie, trüge großen Anteil an diesem Sieg, da er das Spiel Wolfsburgs bestens analysiert habe und somit die Grundlage für sein Team geliefert habe. Im Rückspiel, so sagten sowohl Benstiti wie auch Cruz Trañna, werde man aber vorsichtig sein. Der Respekt vor Wolfsburg ist nach wie vor groß, aber wenn Kellermanns medizinische Abteilung nicht wenigstens Lena Goeßling aus dem Hut zaubern kann, dann wird die Vorherrschaft um das Mittelfeld tendenziell wieder bei PSG landen. Oder?

Übrigens fehlten auch bei den Französinnen Leistungsträgerinnen: Die Abwehrspielerinnen Laura Georges und Josephine Henning etwa und natürlich Lira Alushi.

Eskilstuna auf zwei

Vittsjö GIK – KIF Örebro 0:0

Mallbacken IF Sunne – Eskilstuna United (0:1) 0:2
Tore: 0:1 Louise Quinn (32.), 0:2 Gaelle Engamanouit (65.)

Nach zwei Spieltagen liegt der letztjährige Aufsteiger Eskilstuna United auf dem zweiten Platz der Damallsvenskan. Das muss noch nichts besagen, zwei Spieltage sind zwar knapp 10% der gesamten Saison, aber dennoch nicht langfristig aussagekräftig.

Dennoch konnte man auch gestern wieder sehen, dass sich die Mannschaft von Trainer Viktor Eriksson gezielt verstärkt hat. Die Isländerin Gloris Vigosdottir in der Abwehr und vor allem Petra Larsson im zentralen Mittelfeld heben das Niveau deutlich und ebenfalls positiv, dass nun Olivia Schough endlich zeigen kann, was in ihr steckt, im Zusammenspiel mit der physisch sehr starken Kamerunerin Gaelle Engamanouit.

Eskilstuna spielt in diesem Jahr ein ausgeprägtes 3-5-2 System, in dem gestern besonders Ex-Nationalspielerin Annica Svensson stets weit in der gegnerischen Hälfte stand und von der rechten Seite den Aufsteiger Mallbacken unter Druck setzte. Mallbacken hatte durchaus ein paar Chancen, wird aber wahrlich weit unten spielen und sich mit AIK schon in der nächsten Runde den Kampf um Platz 12 liefern.

Vittsjö bleibt ungeschlagen nach dem 0:0 gegen Vizemeister KIF Örebro. Linda Sällström immer noch nicht einsatzfähig aufgrund neuerlicher Knieprobleme(die Finnin hat zuvor mehr oder weniger zwei Jahre aufgrund dreier Kreuzbandrisse aussetzen müssen). Bei Örebro bestätigt sich, was ich befürchtet hatte: Nachdem die Mannschaft letztes Jahr aufgrund ihrer Eingespieltheit seit mehreren Jahren weit oben mitspielen konnte, haben die vielen Personalveränderungen (warum?) ein Team generiert, das sich nun erst finden muss. Die beiden Tschechinnen Irene und Lucie Martinkova vermisst man ebenso schmerzlich wie Annika Kukkonen. Neuzugang Hanna Folkesson fällt die gesamte Saison wegen ihres Kreuzbandrisses gegen Dänemark aus und Lisa Dahlkvist könnte nächste Woche wieder einsatzbereit sein, heißt es.

In der Torschützenliste nach zwei Runden führt Ramona Bachmann mit drei Toren vor Anja Mittag und Marta mit je zwei Treffern. Alle spielen für den FC Rosengård.

Verlorene Punkte

Kopparberg/Göteborgs FC – Piteå IF 0:0

Zwei Punkte hat Meisterschaftsmitbewerber Kopparberg/Göteborgs FC gestern Abend am heimischen Valhalla IP verloren. Und Piteå hat ordentlich mitgespielt, obwohl das Spiel an sich primär statistischen Wert hat. Eine Begegnung arm an Torraumszenen und Höhepunkten.

Ich habe schon früher berichtet, dass alle 132 Spiele der Saison live im TV oder Internet gezeigt werden und das gestrige Spiel habe ich ebenso über weite Strecken gesehen wie die ersten drei Begegnungen des zweiten Spieltags.

TV4 liefert einfache Produktionen. Es gibt einen Reporter, der im Prinzip überall in Schweden (oder anderswo) sitzen könnte, meistens aber wird aus dem Studio in Stockholm kommentiert. Vor Ort ist eine Hauptkamera, mit der man das ganze Spielgeschehen einfangen kann. Es gibt keine Aufnahmen von der Seitenlinie,keine Hintertorkameras etc. Aber, wir können eben nun alle Spiele, alle Tore sehen und in einer Stunde geht es schon wieder los mit der Begegnung Vittsjö GIK – KIF Örebro.

Zurück zum Göteborger Spiel. Trainer Stefan Rehn (Göteborg): “Wir haben wie in Zeitlupe gespielt. Alles, was wir taten war langsam und verkrampft. Es ist lange her, dass wir in einem Spiel so wenig Chancen hatten. Keine hat ihr Normalform erreicht, ich weiß nicht, woran das lag, vielleicht Lampenfieber vor dm ersten Heimspiel”, summierte Rehn.

Damallsvenskan, 2. Spieltag, Teil 1

FC Rosengård – Hammarby DFF (0:0) 5:0
Tore: 1:0 Anja Mittag (54.), 2:0 Eigentor (72.), 3:0 Marta (75.), 4:0 Ramona Bachmann (79.), 5:0 Marta (Foulelfmeter, 92.)

Linköpings FC – Kristianstads DFF (0:0) 1:0
Tor: 1:0 Stina Blackstenius (84.)

Umeå IK – AIK (0:0) 2:0
Tore: 1:0 Emmi Alanen (52.), 2:0 Sarah Mellouk (70.)

Eine Halbzeit lang hielt Aufsteiger Hammarby den schwedischen Meister Rossengård im Zaum, störte früh und erspielte sich sogar eigene Chancen. Überragende Akteurin: Die letztes Jahr noch für Rosengård spielende Katrin Schmidt. Schade, dass Katrin keinen schwedischen Pass hat, ein WM-Ticket nach Kanada dürfte ihr sicher sein. In Malmö und vorher Tyresö im defensiven Mittelfeld unterwegs, ist “Schmittie” bei ihrem neuen Verein nun die wichtigste Spielerin. Schmidt gewinnt Bälle, abe un ist sie mehr Spielmacherin und schultert auch diese Rolle mit Bravour. Schade, dass der DFB kein Geld hat, um Spielerinnen in Schweden zu scouten, die man irgendwann aus dem Blickfeld verloren hat. Die 28-Jährige Schmidt wäre auch für Neid & Co. eine Verstärkung gewesen, aber dazu wird es nicht mehr kommen. In der ersten Halbzeeit die beste Spielerin auf dem Platz. Aber merke: Schieß nie einen Elfer gegen deine alte Mannschaft. Als Amanda Ilestedt Elina Johansson ungelenk zu Fall brachte, schritt Katrin Schmidt zum Punkt und scheiterte an Schwedens bester Torfrau, Zecira Musovic. Noch eine, die nicht zur WM fahren wird. In der zweiten Halbzeit dann reichte die Kraft nicht bei Hammarby und die Halbprofis aus Stockholm

fingen sich noch fünf Tore ein. Der Eindruck aber, den man in der erste Hälfte hinterließ, war alles andere als der eines potentiellen Absteigers.

Linköping war gegen eine stark defensive Mannschaft aus Kristianstad völlig überlegen, machte das entscheidende Tor aber erst sechs Minuten vor Schluss nach einer Unsicherheit von Keeperin Brett Maron. Um wirklich Rosengård Kopfzerbreche zu bereiten, muss Linköping häufiger das Tor treffen. Man hat die Saison eingeleitet mit der 0:1 Niederlage gegen Rosengård im Supercup, dann dem unnötigen CL-Aus gegen die eigentlich harmlosen Däninnen aus Bröndby (0:1,1:1), dann zwar Vittsjö mit 5:0 aus dem Pokal gefegt, aber auch in der Liga 0:1 und nun 1:0 gespielt. Aber: Pernille Harder hatte sich zwar warmgelaufen, zog dann aber wegen Schmerzen in der Wade zurück und Janni Arnth musste in der Mitte der ersten Halbzeit raus wegen Schmerzen im Oberschenkel. Und auch Fridolina Rolfö ist noch nicht 100% fit.

Umeå wurde von vielen Kolleginnen und Kollegen in Schweden weit unten getippt, auf Platz 10. Und man tat sich schwer gegen den mutmaßlichen Absteiger AIK am heimischen Gammliavallen, gewann aber am Donnerstagabend in einem schwachen Spiel bei kalte Temperaturen doch mit 2:0.

Damallsvenskan, 1. Spieltag

Hammarby DFF – Mallbacken (3:1) 3:1

Tore. 1:0 Elina Johansson (8.), 1:1 Elin Nyman (19.), 2:1 Olga Ekblom ((28.), 3:1 Katrin Schmidt (34.)

Kristianstads DFF – Umeå IK (0:0) 1:0

Tor: 1:0 Gudny Björg Odinsdottir (60.)

Piteå IF – Vittsjö GIK (0:0) 0:1

Tor: 0:1 Kirsty Yallop (66.)

KIF Örebro – FC Rosengård (1:0 1:4

Tore: 1:0 Sarah Michael (29.), 1:1 Anja Mittag (51.), 1:2 Ramona Bachmann (59.), 1:3 Sara Björk Gunnarsdottir (74.), 1:4 Ramona Bachmann (78.)

AIK – Kopparberg/Göteborgs FC (0:1) 0:2

Tore: 0:1 Lieke Martens (24.), 0:2 Manon Melis (54.)

Eskistuna United – Linkjöpings FC (0:0) 1:0

Tor: 1:0 Olivia Schough (60.)

Rosengård macht es wieder – der Tipp

Erstmals seit 2006 verpasse ich den Saisonstart der Damallsvenskan.- Morgen geht es los, aufgrund der Renovierung des eigenen Kanalplan in diesem Jahr muessen die Damen von Aufsteiger Hammarby nur dieses Mal in die Tele2-Arena (modernes Stadion mit 30.000 Plaetzen) ausweichen, um danach dann auf dem Zinkensdam IP weiterzumachen. In der Tele2-Arena erwarte ich morgen Nachmittag maximal 1.000 Zuschauer, die sich im weiten Rund verlieren werden. 

Wie aber endet die Saison? Hier der Tipp von ffschweden.

1. FC Rosengård

Marta, Ramona Bachmann, Therese Sjögran. Wenn sich keine der Leistungsträgerinnen verlett, sollte es wieder ein lockerer Durchmarsch werden für die Mannschaft von Marcus Tilly.  Spannend, ob Anja Mittag ihren Vertrag verlängern wird, der meines Wissens nach Ende Juni ausläuft. Anzunehmen, dass andere Spitzenclubs an der bald 30-Jährigen dran sind. Möglicherweise ist auch nach der WM Schluss für Therese Sjögran, die 38-Jährige machte Andeutungen in einem kürlichen Interview. Wird sich Kathrin Längert mit der Rolle der Nummer 2 hinter der neuen Stammtorfrau Zecira Musovic zufrieden geben? Nur wenn sich gleich mehrere der Leistungsträgerinnen verletzen, haben andere eine Chance. Der Kader ist relativ dünn hinter der Spitzenformation mit talentierten, aber unerfahrenen Spielerinnen. Sollten sich Marta und Mittag verletzen und wochenlang ausfallen, was sich niemand wünscht, wären sie unersetzbar.

2. Linköpings FC

Ein starkes Team. Ein sehr guter Trainer. Linköping setzt auf Jugend, auf grossartige Nachwuchskräfte wie Pernille Harder, Fridolina Rolfö, Magdalena Ericsson. In diesem Jahr erwarte ich einen weiteren Schritt nach vorne von allen Akteuren, auch der brillanten Mittelfeldtechnikerin Claudia Neto. Martin Sjögren ist überdies der pfiffigste Trainer.

3. Kopparberg/Göteborgs FC

Stefan Rehn ist vielleicht der frechste aller Trainer (er soll nur gelacht haben, als Sundhage ihn bat, seine Spielerin Elin Rubensson doch mit Rücksicht auf die Nationalmannschaft in der Abwqehr statt im Mittelfeld zu bringen), aber seine Truppe hat doch zu viele Verluste personeller Art hinnehmen müssen, um Rosengård ernsthaft zu gefährden. Die Französin Sabrina Vigueir und die Finnin Annica Sjölund zum Beispiel. Lieke Martens wird vermutlich noch besser und Rubensson steht einen interessante Saison bevor, in der sie hoffentlich zu vielen EInsätzen kommt, aber an Linköping und Rosengård reicht man dennoch nicht ran.

4. KIF Örebro

Ein Fragezeichen. Wieso liess man die tschechischen Zwillinge Martinkova ziehen. Warum Annika Kukkonen? Stephanie Labbé und ihre Natiokameradin Nault waren nicht zu halten. Neuzugang Hanna Folkesson spielt leider weder WM noch sonst ein Spiel für Örebro und muss schon vor dem ersten Ligaspiel gegen Rosengård (!) ersetzt werden. Es reicht nicht mehr für Platz 2, zu viele Abgänge, die Stärke des Teams war immer die personelle Stabilität, und das über Jahre und ausgerechnet wenn das Früchte trägt, verabschiedet man sich von der halben Startelf. Das soll einer verstehen. Wenn trotzdem alles flutscht, dann kann es für Platz 4 reichen.

5. -9.: Kristianstads DFF, Eskilstuna United, Umeå IK, Piteå IF, Vittsjö GIK

Unmöglich zu sagen, wer von diesen fünf wo landet. Umeå wird von vielen Experten als 10. gesehen, das kann ich nicht teilen. Da ist doch viel Talent und Potential und die interessanteste Trainerin. Kristianstad hat Hedvig Lindahl und Marija Banusic verloren. Eskilstuna hat sich verstärkt, u.a. mit Nationalspielerin Olivia Schough, die spätestens in dieser Saison beweisen muss, warum sie stets zu Pia Sundhages Lehrgängen nominiert wird, obwohl sie für eine Stürmerin sehr wenig Tore schiesst. Kann Linda Sällström eine Saison endlich ohne Verletzungen spielen, dann hat Vittsjö mit ihr und Jane Ross zwei richtig gute Goalgetterinnen, die das Team auf Platz 5 schiessen könnten.

10. Hammarby IF

Der Aufsteiger erhält die Klasse, weil es noch zwei schwächere Teams gibt. In der Vorsaison gab es durchwachsene Resultate, die Pokalniederlage gegen Zweitligist Djurgården hat gezeigt, dass der Abstand zur zweiten Liga gering ist. Ich bin natürlich gespannt auf Katrin Schmidt und traue ihr noch eine bessere Saison zu. An ihr wird es hängen. Schafft sie es, Hammarby in der Liga zu halten, sollte man Silvia Neid ein Video mit Spielausschnitten der 28-Jährigen zeigen. Wäre sie Schwedin, wäre sie längst im Kader von Sundhage und vermutlich Stammspielerin.

11.-12. Mallbacken, AIK

Die zwei klar schwächsten Teams. Haben sich kaum verstärkt. AIK blieb letztes Jahr nur drin, weil Tyresö sich in den Konkurs gierte. Dierses Jahr geht es aber wieder nach unten. Mallbacken wollte sich mit fünf Qualitätsausländerinnen verstärken, hat es aber nicht getan bzw. gekonnt. Die jungen Schottinnen werden es nicht reissen. Schade eigentlich.

Morgen geht es los und Fernsehsender TV4 mit seinen ABlegern TV4SPORT und TV12 überträgt also ALLE 132 Spiele. Und hat übrigens auch mitgeteilt, dass man sie auch als Abonnent im Ausland sehen kann. Aber ohne Gewähr. 

WM-Aus fuer Folkesson

Dass Schweden am Mittwochabend vor 5.000 Zuschauern in der Stockholmer Tele2-Arena in der Nachspielzeit das 3:3 per Elfmeter gegen Daenemark kassieren mussten, haben sicher die meisten schon gelesen. Ich habe das Spiel leider nicht sehen koennen und auch deshalb nicht darueber geschrieben. 

Zehn Minuten vor Schluss schied Mittelfeldspielerin Hanna Folkesson aus und heute kam die Bestaetigung. Folkesson verpasst nach der EM 2013 auch die WM 2015, dieses Mal ist das vordere Kreuzband gerissen, was sie die gesamte Saison bei ihrem neuen Verein KIF Örebro kosten wird.

Folkesson war eine sichere Spielerin fuer die Startformation und duerfte jetzt von Lisa Dahlkvist ersetzt werden, die Folkesson vor einiger Zeit aus den ersten Elf verdraengt hatte. So kann es leider gehen.