Linköping und Rosengård spielen Viertelfinale

Während ich immer noch etwas an der fragwürdigen FIFA-Entscheidung knabbere, die U20-Frauen-WM 2016 in ein Land zu geben, in dem die Hilfsorganisation UN Women davon spricht, dass die Gewalt gegen Mädchen und Frauen epidemische Ausmaße angenommen hat, bereiten sich sechs Vereine auf ihr UWCL-Viertelfinale vor.

Der 1.FFC Frankfurt gewann gnadenlos mit 5:0 bei Bristol aus der englischen FA WSL und zeigte damit deutlich den Unterschied auf, der die englische Liga noch von der Bundesliga trennt. Nimmt man Linköpings lockeres 3:0 gegen die Liverpool Ladies hinzu (das Hinspiel hatte man trotz klarer Überlegenheit mit 1:2 verloren), dann zeigt sich dass England noch viel zu tun hat, um näher an die drei führenden europäischen Ligen Bundesliga, Damallsvenskan und französische Liga heranzukommen.

Immehin haben die Liverpool Ladies Afrikas große Hoffnung Asisat Oshoala verpflichtet, mal sehen, wie ihr der Start ins Profigeschäft doirt gelingen wird.

Gegen eine rein dänische Mannschaft von Brøndby müsste Linköping klar favorisiert sein. Zudem hat Linköping auch drei “eigene” Däninnen mit Janni Arnth, Marianna Hajhede Knudsen und Pernille Harder, die zu den Leistungsträgerinnen gehören. Morgen Abend gibt es hier Bilder und Interviews zu dem Spiel. Mein Tipp: 2:0 für Linköping.

Wolfsburg – Rosengård könnte ein Finale sein. Aber Rosengård fehlt das entscheidende Spiel zum Durchbruch in der europäischen Königinnenklasse. Noch. Im Kader beider Teams kann man nicht einen deutlichen Vorteil für Wolfsburg erkennen. Wer in der Offensive Anja Mittag, Ramona Bachmann und Marta bringen kann, braucht sich vor  niemandem zu verstecken. In der Abwehr scheint Wolfsburg stärker, aber letztlich fehlt den Wölfinnen Nadine Keßler an jeder Ecke. Was man in der Bundesliga noch kompensieren kann, könnte auf der höchsten europäischen Ebene schiefgehen. Wolfsburg hat aber den großen Vorteil, dass man gewohnt ist, auch in Europa alles zu gewinnen. Da hat Rosengård mit den Pleiten gegen Lyon und eben Wolfsburg in den letzten beiden Spielzeiten etwas aufzuarbeiten. Wäre schön, wenn das morgen gelingt. Mein Tipp dennoch: Wolfsburg gewinnt 1:0.

Papua Neu Guinea trägt die U20 WM 2016 aus

Die FIFA hat heute ihre Entscheidung für Papua Neu Guinea und gegen Schweden als Ausrichter der U20-WM 2016 bekannt gegeben. Ich hatte fest damit gerechnet, dass die WM in Schweden stattfinden würde, weil man hier davon ausgehen kann, dass das Turnier hochprofessionell und sicher durchgeführt wird.

Das Finale hätte in Linköping stattgefunden, in der Arena, in der ich am Sonntag das Champions League Spiel gegen Brøndby sehen werde.

Papua Neu Guinea ist 48. der Weltrangliste, das ist unerwartet gut. Aber bei einem genauen Blick sieht man, dass die Weltrangliste schon ab Platz 20 wenig aussagekräftig ist. Denn zwar liegt PNG,wie das Land oft abgekürzt wird, nur einen Platz hinter der Slowakei und sogar zwei Plätze vor Ghana, wenn man aber Länderspiele prinzipiell nur gegen Gegner wie die Cook Inseln, Tonga und die Salomon-Inseln austrägt, die wesentlich kleiner sind, dann gewinnt man halt des öfteren. Und im ozeanischen Fußballverband, zu dem PNG gehört, gibt es nur einen ernstzunehmenden Gegner, gegen den PNG auch noch nie gewonnen hat: Neuseeland.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat Reisenhinweise für alle Länder dieser Erde, die auf der Homepage des AA abrufbar sind. Zu PNG heißt es dort:

“Die Kriminalitätsrate in Papua-Neuguinea ist sehr hoch. Besondere Vorsicht wird bei Aufenthalten in der Hauptstadt Port Moresby, in Lae, im Hochland, in Mount Hagen und auf der Insel Bougainville (siehe unten) empfohlen. […] Es muss damit gerechnet werden, dass in einer Notlage Hilfe durch Sicherheitskräfte nur eingeschränkt zur Verfügung steht.

Die Zahl der bewaffneten Raubüberfälle und Einbrüche, bei denen die Täter eine hohe Gewaltbereitschaft bis hin zu Mord zeigen, steigt. Vor allem an Geldautomaten ist Umsicht geboten, wo selbst Ortskundige bereits beraubt und getötet wurden.

Die Zahl der Bericht über gezielte Vergewaltigungen steigt; Übergriffe erfolgen meist ohne Vorwarnung. Für alleinreisende Frauen besteht erhöhte Gefahr.”

Vermutlich werden wohl nur wenige Fußballfans zur WM reisen. Man kann nur hoffen, dass die 16 Nationalteams genügend geschützt werden. Frauen, die einer Vergewaltigung zum Opfer gefallen sind, sollen unverzüglich einen Arzt aufsuchen, da die Verbreitung von HIV/AIDS sehr hoch ist.

Manche Entscheidungen der FIFA kann ich nicht ganz nachvollziehen. Aber bestimmt haben die das alles nicht gewusst.

Das Video enthält teilweise sehr schockierende Bilder von Opfern von Gewaltverbrechen. Nicht jeder kann so etwas sehen. Warum ich es in einem Fußballblog verlinke? Über PNG gibt es vorwiegend nur Videos, die das Land als ein Land voller Naturschönheit darstellen. Die Realität ist offenbar eine ganz andere, wenn schon das deutsche Außenministerium davor warnt, das Hotel oder die Ferienanlage zu verlassen. Ich bin schockiert, dass die FIFA Sicherheitsfragen so wenig auf der Agenda hat. Aber ich bin auch gegen die Männer-WM in Qatar.

Linköping ist bereit

m_sAm Sonntag um 14 Uhr trifft Linköpings FC in seinem Champions-League-Viertelfinale auf Brøndby aus Kopenhagen. Vor dem Spiel habe ich mich mit Linköpings Trainer Martin Sjögren unterhalten.

Wie sieht es aus bei euch, werden alle Spielerinnen an Bord sein?

“Die Lage in der Truppe ist gut. Alle Spielerinnen bis auf Renée Slegers sind einsatzbereit am Sonntag. Wir haben uns sowohl physisch wie auch taktisch vorbereitet und sind bereit, zu spielen.”

Du kennst Brøndby mit Sicherheit sehr gut. Wie würdest du den Viertelfinalgegner charakterisieren?

“Es ist eine spielerisch sehr geschickte Mannschaft, die sich sehr auf ihr Passspiel verlässt. Auch die Abwehrarbeit ist sehr organisiert und wir werden eine gute Leistung zeigen müssen, um ein gutes Ergebnis mitzunehmen. Wir treffen auf ein verhältnismäßig junges Team, das dennoch erfahrener ist als wir, was Spiel in der Champions League angeht, auch weil man sich im Prinzip jedes Jahr für dieses Turnier qualifiziert.”

ffschweden wird in Linköping dabei sein. Nächste Woche dann auch der Rest des Interviews mit Martin Sjögren, mit dem ich vor allem über die Perspektive seines Teams für die Saison 2015 und darüber hinaus geredet habe.

Erster Titel für den FC Rosengård

Marta kann den Unterschied machen, hier noch im Trikot von Tyresö im Supercupfinale gegen Göteborgs FC.

Marta kann den Unterschied machen, hier noch im Trikot von Tyresö im Supercupfinale gegen Göteborgs FC.

Man mag über den Supercup denken wie man will. Das Spiel zwischen Meister und Pokalsieger gegen Ende der Vorsaison ist ein hervorragendes Trainingsspiel zwischen zwei der besten Mannschaften des Landes. Mehr vielleicht auch nicht.

Vor knapp 350 Zuschauern auf dem Malmö IP gewann der Meister dabei mit 1:0 gegen den Pokalsieger. Wie das Ergebnis andeutet, war es alles andere als leichte Arbeit. Ramona Bachmann fehlte bei Rosengård wegen der Verletzung, die sie sich beim Aufwärmen gegen die USA beim Algarve-Cup zugezogen hatte. Und Linköping musste auf Fridolina Rolfö verzichten, die zwar gesund zu sein scheint, deren Knie bei Belastungen aber immer noch nicht schmerzfrei ist. Trainer Martin Sjögren ließ auch seine portugiesische Spielmacherin Claudia Neto draußen, da sie alle vier Spiele beim Algarve-Cup absolviert hat. Kein Risiko vor dem Heimspiel im Viertelfinale der Champions League nächsten Sonntag gegen Brøndby.

Linköping versteckte sich wieder nicht und zeigte, warum es für Rosengård ein unangenehmer Gegner ist. Man ließ den Meister nicht ins Spiel kommen, übernahm selber immer wieder den Taktstab und kam insgesamt auch zu den besseren Chancefn. Die größte hatte Pernilla Harder mit einem Schuss als es noch 0:0 stand, aber Torhüterin Zecira Musovic parierte glänzend und lenkte den Ball über die Latte zur Ecke. Musovics Einsatz warf die Frage auf, ob der Konkurrenzkampf zwischen der 18-Jährigen und der deutschen Kathrin Längert enger geworden ist. Möglicherweise, Musovic sagte nach dem Spiel, dass sie gerne auch in Wolfsburg spielen würde, aber das entscheide einzig und allein Trainer Marcus Tilly.

Wer machte den Unterschied? Die Frau, die den Unterschied machen kann. Beim Algarve-Cup hätte sie noch wegen einer klaren Tätlichkeit vom Platz fliegen müsssen. Heute schnappte sich die 29-Jährige Ausnahmefußballerin Marta Vieira da Silva eine gute Viertelstunde vor Schluss das Leder und zog zu einem ihrer so oft gesehenen Slalomläufe an, ließ drei Gegnerinnen stehen und zog dann unhaltbar für Katie Fraine ins rechte untere Eck.

Marta hatte bereits das enge Pokalspiel gegen Göteborg mit einer ähnlichen Aktion entschieden.

Und seit heute Nachmittag hat CL-Gegner VfL Wolfsburg auch nicht mehr den Beinamen “die Unschlagbaren”. Turbine Potsdam hat gezeigt wie man es machen muss. Freuen wir uns auf zwei spannende Begegnungen. Ich werde bei beiden Heimspielen der schwedischen Teams vor Ort in Linköping und Malmö sein.

Djurgården gewinnt Stockholmer Derby

Djurgarden_jubeltGut 150 Zuschauer sahen am Samstagmittag eine Neuauflage des klassischen Stockholmer Derbys zwischen Zweitligist Djurgården und Erstligist Hammarby. Auf dem als Platz für Training und Testspiele benutzten Stadshagens IP gewann der Zweitligist leicht überraschend mit 3:2.

Hammarby wird es schwer haben in der Damallsvenskan. Das ist das klare Fazit. Die Mannschaft von Trainer Pär Lagerström schaffte es nur phasenweise, das Heft in die Hand zu nehmen. Katrin Schmidt, aus Malmö gekommen vom schwedischen Meister, ist Kapitänin und damit verlängerter Arm des Trainers und in der ersten Halbzeit lenkte sie deutlich die Aktionen des Aufsteigers und als es nicht ganz mit dem 1:0 von ihren Vorderleuten klappte, machte sie es halt selber, schnappte sich den Ball, umspielte eine Gegnerin, zögerte, zielte und ließ der einst als Nationaltorhüternachfolgerin gehandelten Susanne Nilsson keine Chance. Aber Djurgården kämpfte sich immer wieder rein und zurück. Madeleine Stegius machte den Ausgleich nach einem schnellen Konter und in der zweiten Halbzeit ging Djurgården zweimal in Führung. Zunächst durch Mia Jalkerud, die Torschützenkönigin der Eliteettan 2014 und nachdem Alexandra Lindberg noch einmal ausgeglichen hatte, sorgte die aus Sunnanå zurückgekehrte Matilda Rosqvist für den entscheidendenTreffer.

Viel Arbeit für Hammarby, deren Trainer sagte, sein Team könne das viel besser. Genau das müssen sie aber auch zeigen, denn sonst wird man von Beginn der Saison am 11. April weit unten in der Tabelle sein. Djurgården hingegen bestätigte die allgemeinen Erwartungen, ein Favorit auf einen Aufstiegsplatz zu sein.

Sofia Jakobsson die Siegerin beim Algarve-Cup

Sofia Jakobsson umkurvt Nadine Angerer und ist auf dem Weg zum 2:2 gegen Deutschland (Foto: Anders Henrikson)

Sofia Jakobsson umkurvt Nadine Angerer und ist auf dem Weg zum 2:2 gegen Deutschland (Foto: Anders Henrikson)

Die Trainingsturniere an der Algarve und auf Zypern sind zu Ende und mit den USA (zum 10. Mal) und England (zum 3. Mal) stehen auch die Sieger fest. Die Algarve sah in diesem Jahr die ersten Fünf der Weltrangliste: Deutschland, USA, Frankreich, Japan und Schweden und mit Brasilien auch den aktuellen Achten der Coca-Cola-Rangliste. (!) Auf Zypern siegte mit England das am höchsten eingestufte Team, die Engländerinnen zeigten eine rundum gute Leistung und gaben lediglich gegen die Niederland einen Punkt ab, als man schon für das Finale qualifiziert war. Welche Erkenntnisse im Hinblick auf die WM, die in drei Monaten in Kanada läuft haben wir für das schwedische Team gewonnen? Für Schweden war es ein akzeptables Turnier. Pia Sundhage wollte vor allem Klarheit darüber haben, mit welcher bevorzugten Viererkette sie weiterarbeiten möchte. Diese Antwort scheint nun vorzuliegen. Elin Rubensson, Emma Berglund, Nilla Fischer und Lina Nilsson. Wobei Lina Nilsson interessanterweise von ihrer im Verein angestammten rechten Position auf die linke Seite wechseln muss. Damit Elin Rubensson, die in Malmö mehr auf der Bank saß und deshalb nach Göteborg wechselte, weil sie Lina Nilsson nicht auf rechts von der Startposition verdrängen konnte, nun auf der rechten Abwehrseite bei Sundhage spielen kann. In Göteborg wird Rubensson aber voraussichtlich rechtes Mittelfeld spielen, so hat es jedenfalls Trainer Stefan Rehn angedeutet. Dass Hedvig Lindahl aller schwedischer Nationaltrainer bevorzugte Nummer 1 ist, haben wir hier schon genügend diskutiert und hätte sie sich nicht im Spiel gegen Brasilien (0:2) den Finger ausgerenkt und deshalb Carola Söberg Platz machen müssen, Lindahl hätte wohl alle vier Spiele bestritten. Das dickste Ausrufezeichen kam von einer Spielerin, von der wir das nicht erwartet haben. Deshalb, Hut ab, Sofia Jakobsson! Sie zeigte stabile überdurchschnittliche Leistungen, schoss vier Tore im Turnier und war ebenso schnell wie dynamisch und voller Energie. Wie sie im ersten Spiel Nadine Angerer umkurvte, wurde zwar von der deutschen Keeperin begünstigt, es hatte aber große Klasse. Jakobsson, die in Umeå begann, dann zu Rossiyanka, Chelsea und Cloppenburg wechselte, wo sie nicht unbedingt ihren Fähigkeiten gemäß die besten Vereine fand, scheint in Montpellier gut angekommen zu sein. Das schwedischen Mittelfeld und der Angriff stehen ebenfalls: Caroline Seger, Hanna Folkesson, Therese Sjögran, Sofia Jakobsson und ganz vorn Kosovare Asllani und Lotta Schelin. Soltle es keine Verletzungen geben, dürfte das auch die Elf sein, mit der Schweden am 05.04. in Eskilstuna gegen die Schweiz das nächste Länderspiel startet und vermutlich auch in Kanada die erste Formation sein. Sicher im WM-Kader (Verletzungen ausgenommen) dürften sein: Carola Söberg, Linda Sembrant, Jessica Samuelsson, Sara Thunebro, Lisa Dahlkvist, Malin Diaz Pettersson, Jenny Hjohlman, Olivia Schough.   Der dritte Torwartplatz dürfte zwischen Hilda Carlén und Malin Reuterwall entschieden werden, wobei Carlén den letzten drei Kadern angehörte. Somit bleiben drei Plätze übrig. Wenn Fridolina Rolfö gesund ist, dann müsste sie eine dieser Drei sein, sie könnte sogar zum Joker dieser WM werden. Blieben zwei. Vermutlich wird es eine achte Abwehrspielerin geben. Und Sundhage wird diesen Posten mit Charlotte Rohlin besetzen, die genug Routine hat, um notfalls einzuspringen. Erste Wahl ist sie jedoch nicht mehr. Um Platz 23 konkurrieren dann Antonia Göransson, Marija Banusic, Lina Hurtig und eventuell noch Abwehrspielerin Mia Carlsson. Raus aus den Überlegungen der Chefstrategin scheinen Amanda Ilestedt, Magdalena Ericsson und Emma Lundh zu sein. Schweden hat besonders beim 4:2 gegen Deutschland gezeigt, dass es auch gegen die besten Teams der Welt gewinnen kann. In der Summe der vier Spiele aber sieht man auch, dass noch viel fehlt und dass die Kontinuität in einem Turnier, in dem viele Spiele an wenigen Tagen geliefert werden müssen, nicht ausreicht. Insofern könnte auch die WM 2015 wieder ein Turnier sein, in dem die Schwedinnen an einem guten Tag alle schlagen können, aber höchstwahrscheinlich zu wenig gute Tage haben wer

Algarve: USA – Frankreich im Finale?

Vorgestern spielten wieder alle Mannschaften an der Algarve und auf Zypern. Ihr jeweils zweites Spiel. Derzeit scheint in Portugal, wo das deutlich namhaftere Teilnehmerfeld aufgelaufen ist, einiges auf ein Finale zwischen den USA und Frankreich hinzudeuten, da beide WM-Favoriten ihre Gruppenspiele gewonnen haben.

Die Amerikanerinnen besiegten die Schweiz nach einer torlosen ersten Hälfte doch noch standesgemäß mit 3:0. Alex Morgan, Amy Rodriguez und Abby Wambach erzielten die Tore gegen eine dann doch chancenlose Schweiz, die sehr defensiv agierte.

“Wir müssen uns mit und ohne Ball einfach schneller bewegen,” sagte die amerikanische Trainerin Jill Ellis. “Ich denke, in der zweiten Halbzeit haben wir das gut gemacht und mehr diagonal gespielt, was sie dazu gezwungen hat, sich etwas mehr zu verteilen.”

Alex Morgan sah das Spiel ähnlich: “Die Schweizerinnen haben mit einer Fünferkette gespielt, sie spielten viel langsamer als wir das wollten und in der ersten Halbzeit haben wir das so getan, wie sie es wollten. In der Halbzeit haben wir umgestellt, wir haben begriffen, dass wir das Tempo erhöhen und schneller spielen müssen. Und dann haben wir unsere Chancen genutzt. Ich bin sehr zufrieden, wie unser Team das Spiel verändert hat.”

Die Trainerin der Schweiz, Martina Voss-Tecklenburg, wars dennoch zufrieden: “”Wir konnten mit einem sehr starken Gegner für lange Zeit mithalten. Auf diesem Niveau wird leider jeder Fehler bestraft, dennoch können wir mit voller Zuversicht nach vorn auf das nächste entscheidende Spiel gegen Norwegen blicken,” sagte sie der Seite des Schweizer Fußballverbands.

Im letzten Gruppenspiel trifft Olympiasieger USA nun auf Island, das bislang beide Spiele an der Algarve verloren hat. Am Freitag gab es ein 0:1 gegen Norwegen, den Treffer für die nordeuropäischen Schwestern erzielte Emilie Haavi bereits in der achten Spielminute.

Trainer Evan Pellerud: “Da kam der Sieg, aber das ist vielleicht nicht das Wichtigste an der Algarve in diesem Jahr. Wie auch immer, den Spielerinnen tut das gut und besonders denen, die heute gestartet sind. Sie haben nicht gegen die USA begonnen und wollen mehr Spielpraxis auf diesem Niveau. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. In der zweiten Halbzeit kam der Kampfeswillen der Isländerinnen rein, die haben mehr Zweikämpfe gewonnen und sich Freistöße und Eckbälle gesichert und dann sind sie immer gefährlich.”

In der deutschen Gruppe gewann der Serieneuropameister zwar sicher mit 2:0 gegen China, aber trotzdem war es wohl eher ein schwarzer Freitag für Silvia Neid und auch für Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann. Zuerst kam aus Wolfsburg die Nachricht, dass Weltfußballerin Nadine Keßler am 12.03. abermals am Knie operiert werden muss und damit den Rest der Saison und wohl unklusive WM ausfallen wird und dann brach sich Keßlers Mannschaftskameradin Luisa Wensing in einem Spiel

Ob Deutschland noch ins Finale kommt ist fraglich. Denn Brasilien besiegte im zweiten Gruppenspiel Schweden mit 2:0 und damit stehen die USA und Frankreich jeweils bei sechs Punkten.

Frankreich spielte Dänemark förmlich an die Wand und siegte mit 4:1 eher bescheiden. Das Spiel Japan gegen Gastgeber Portugal endete mit einem standesgemäßen 3:0 des Weltmeisters.

Damit ist die Konstellation klar für die letzten Spiele morgen. Gewinnt die USA gegen Island, ist man im Finale. Frankreich hat mit Japan eine bedeutend schwierigere Nuss zu knacken.

Die beiden besten Gruppensieger der drei Gruppen spielen das Finale, der schlechteste Gruppensieger und der beste Gruppenzweite spielen das Spiel um Platz 3 und die beiden schlechteren Gruppenzweiten spielen um Platz 5. Diese verworrene Verknüpfung und Auswertung nicht vergleichbarer Spiele zeigt, dass der Algarve Cup eben vor allem ein Trainingsturnier ist, bei dem es darauf ankommt, dass an vier Spiele gegen gute Gegner machen kann.

Insofern wird die Aussagekraft relativ gering sein, wie immer.

2007 schlugen die USA Dänemark im Finale, aber Deutschland wurde Weltmeister in China.

2009 schlug Schweden die USA im Elferschießen im Finale, schied aber bei der EM in Finnland enttäuschend gegen Notwegen im Viertelfinale aus.

2011 gewannen die USA den Cup (Island 4:2) und verloren das WM-Finale gegen den Algarve-Dritten Japan.

2012 gewann Deutschland den Cup, nahm aber gar nicht an Olympia teil, dass sich Pia Sundhages USA holte.

Lediglich 2008 wurde Algarve-Cup Sieger USA auch Olympiasieger.

Mehr von der Algarve und aus Zypern

Höhepunkte: Schweden – Deutschland 4:2

Gestern gab es allerlei Länderspiele an der Algarve und auf Zypern. Hier ein wenig gesammelte Infos dazu. Hope Solo wieder im Tor der USA. Die 16-Jährige Jessie Fleming schoss ihr erstes Länderspieltor für Kanada gegen Schottland. Die 19-Jährige Larissa Crummer schoss das goldene australische Tor gegen Holland. Fleming und Crummer zwei Namen, die man sich merken sollte.

Algarve Cup

Gruppe A: Schweden – Deutschland 4:2, Brasilien – China 0:0

Höhepunkte: USA – Norwegen


Gruppe B:
USA – Norwegen 2:1 (Tore: 0:1 Ada Hegerberg, 1:1, 2:1 Carli Lloyd)
Schweiz – Island 2:0 (1:0, 2:0 Lara Dickenmann)
Gruppe C:
Frankreich – Portugal 1:0 (Tor: 1:0 Eugénie Le Sommer)
Dänemark – Japan 2:1 (Tore: 1:0 Sanne Troelsgaard, 1:1 Kozue Ando, 2:1 Johanna Rasmussen)

Cyprus Cup

Gruppe A: Schottland – Kanada 0:2 (Tore: 0:1 Jessie Fleming, 0:2 Christine Sinclair), Südkorea – Italien 1:2
Gruppe B: Niederlande – Australien 0:1 (Tor: 0:1 Larissa Crummer), Finnland – England 1:3 (Tore: 0:1 Lianne Sanderson, 0:2 Eniola Aluko, 0:3 Jessica Clarke, 1:3 Maija Saari)
Gruppe C: Mexiko – Südafrika 2:0, Tschechien – Belgien 0:2

Schweden dreht auch gegen Deutschland

Schon im Januar in La Manga lagen die Schwedinnen mit 0:2 zurück, gegen Angstgegner Norwegen. Und drehte das Spiel in einen 3:2-Sieg, der viel Selbstvertrauen brachte.

Auch Deutschland ist sowas wie ein Angstgegner für die Truppe von Pia Sundhage. Seit 2009 hatte man nicht mehr gegen die Schützlinge von Silvia Neid gewonnen und nach fünf Minuten an der Algarve heute Nachmittag sah es so aus, als würde die Serie anhalten. Simone Laudehr war die ausgeschlafenste Spielerin auf dem Platz – zunächst. Pass auf Dzsenifer Marozsan und dann eine Minute später selber Torschützin und Schweden, das heute seine Abwehr testen wollte, lag 0:2 hinten. Gegen den Weltranglistenersten solte das spielentscheidend sein.

Nach einer halben Stunde gelang Caroline Seger der Anschlusstreffer nach einer Situation, in der die Deutschen drei Zweikämpfe leicht verloren und der Schuss Segers auch noch von Luisa Wensing abgefälscht wurde.

Schweden war ergebnistechnisch wieder dabei, auch wenn das Spiel der Nordeuropäerinnen erst so richtig nach der Halbzeit begann.

Spielentscheidend aus meiner Sicht die Szene, als Nadine Angerer viel zu lässig und viel zu langsam gegen Sofia Jakobsson agierte, sich von der 12 Jahre jüngeren Schwedin umkurven und ausspielen ließ und Jakobsson dann mühelos den Ausgleich erzielen ließ. Denn die Schwedinnen waren nun vollends im Bewusstsein, auch das Spiel gegen den Europameister drehen zu können. Noch einmal Caroline Seger per Kopf und noch einmal Sofia Jakobsson, die schneller ist als die gesamte deutsche Abwehr dürften Silvia Neid viel Denkarbeit verschafft haben. Denn mit solch eklatanten Abwehrproblemen wird man bei der WM in Kanada kaum eine entscheidende Rolle spielen.

Die Schwedinnen haben abermals viel Selbstbewusstsein getankt. Auch wenn ebenfalls Pia Sundhages Abwehr noch nicht steht. Sundhage sagte, dass man am Freitag bei der Begegnung mit Brasilien mit vielen Änderungen rechnen könne. Dass man gegen die beste Mannschaft der Welt das Spiel gedreht hat, dabei vier Tore schoss und auch noch auf Superstar Lotta Schelin verzichten musste, das macht die Schwedinnen allmählich zu ernst zu nehmenden Anwärtern auf eine WM-Medaille.

ffschweden im Gespräch mit: June Pedersen

Die LF Arena in Piteå - seit sieben Jahren June Pedersens Zuhause

Die LF Arena in Piteå – seit sieben Jahren June Pedersens Zuhause

Piteå ist die nördlichste Stadt, die in der Damallsvenskan vertreten ist. Um hierhin zu kommen, fliegt man rund eineinhalb Stunden von Stockholm nach Luleå und nimmt dann den Bus, der ein weiteres Stündchen in südlicher Richtung bis Piteå braucht.

Warum viele der nordschwedischen Orte auf -å (Sprich: O wie in Ofen) enden? Weil sie an Flüssen aus dem nordschwedischen Inland entstanden sind. Luleå liegt am Luleälv, Umeå am Umeälv und Piteå am Piteälv. Da gäbe es noch Skellefteå (= hier spielt der Zweitligist Sunnanå SK), das am Skellefteälv liegt…

Fünf Jahre hat Piteå IF nun in der Damallsvenskan gespielt und damit kann man wohl sagen, dass sich die Mannschaft etabliert hat. Zwar in der unteren Hälfte, aber man ist dabei und in letzter Zeit auch nicht mehr wirklich in Abstiegsgefahr gewesen.

Zwei Spielerinnen aus der heutigen Truppe waren schon 2009 dabei, als man erstmals im Oberhaus des Ligasystems spielte: Lena Blomkvist und die Norwegerin June Pedersen. June hat vor ihrem Wechsel nach Umeå immerhin zwei schwedische Meisterschaften mit Umeå IK gewonnen und auch den Women’s Cup. Sie spielte in der großen Mannschaft Umeås mit Marta, Elaine, Malin Moström, Anna Paulson und vielen anderen.

Vor ein paar Tagen habe ich mich mit der 29-.Jährigen Norwegerin unterhalten. June ist in Tromsø, nördlich des Polarkreises geboren und hat nie für einen Verein südlich von Umeå gespielt.

Bist du einfach ein Mensch, der sich im Norden sehr wohl fühlt und nicht viel vom Großstadttrubel hält?

“Ich fühle mich eben sehr wohl in Piteå, auch wenn das im Norden liegt,” antwortet June und das klingt fast wie eine Entschuldigung. “Auf der anderen Seite liegt Piteå schon ein Stück südlich von Tromsø, wo ich herkomme. Für mich fühlt sich das also nicht so nördlich an hier. Ich mag Piteå als Stadt und auch die Menschen hier und bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Wir sind eine Supertruppe und haben viel Spaß miteinander. Und all das trägt dazu bei, dass man Jahr für Jahr bleibt.”

Selber kann ich mich noch gut an die LF Arena in Piteå erinnern, wo ich 2011 vor dem Spiel gegen KIF Örebro zusammen mit der kanadischen Nationaltorhüterin Stephanie Labbé einer Schülerin einen Preis (eine Reise nach Deutschland) überreichen durfte. Ein spezielles Publikum, sehr nette Leute und eine familiäre Atmosphäre. Stephanie erzählte mir damals, dass die Spielerinnen am Wochenende in der Stadt überall wiedererkannt werden, im kleinen Piteå sind die Spielerinnen kleine Berühmtheiten.

Ihr seid jetzt in der fünften Saison hintereinander in der Liga. Was braucht es, damit ihr die untere Hälfte verlassen könnt und weiter nach oben strebt?

“Wir müssen unseren Plan weiter verfolgen. Müssen unser offensives Spiel weiterentwickeln und einfach noch härter arbeiten. Darüber hinaus kriegen wir natürlich auch mehr Routine und Erfahrung mit jedem Jahr in der ersten Liga. Und das ist gut für die Zukunft.”

Es gibt keine großen Unterschiede im Kader, verglichen mit 2014. Drei Spielerinnen sind gegangen, zwei sind gekommen. Wie siehst du den Kader?

“Ich bin zufrieden. Wir sind eine gute Truppe und haben viel Spaß miteinander und es ist doch ein Vorteil, dass so viele vom letzten Jahr dabei sind, so kann man das Spiel einfacher weiterentwickeln. Die Neuen sind gut reingekommen und haben wirklich gezeigt, dass sie uns etwas geben werden. Es wird sicher keine großen Veränderungen in unserem Spiel geben.”

Immer weniger Mannschaften nehmen sich eine konkrete Platzierung vor, es geht heutzutage meist darum, ein Spiel nach dem anderen zu nehmen und genau das erzählt mir auch June Pedersen,. als ich sie danach frage, ob man denn überlegt habe, welches Ziel man sich nimmt.

Was machst du denn abseits des Fußballs oder bist du Profi?

“Ich arbeite in einem Sportgeschäft und da hauptsächlich mit Vereinen und Unternehmen. Ich entscheide jeweils nach einem Jahr, wie es weitergeht, wir werden also sehen, wie lange ich in Piteå wohne. Aber wie ich dir schon gesagt habe, es geht mir hier richtig gut und so lange man sich als Mensch und Spielerin weiterentwickeln kann, sehe ich keinen Sinn in einem Umzug.”

Im April fängt June Pedersen Saison Nummer 7 in Piteå an. Die Mannschaft hat noch nie mehr als 27 Punkte in einer Saison geholt und am Ende denke ich, dass das doch ein gutes Ziel sein könnte. 28 Punkte oder mehr.

Ohne Schelin, aber mit Samuelsson

Aufgrund eines Zusammenpralls im Ligaspiel gegen Guingamp letzte Woche, muss Schweden gegen Deutschland heute auf seinen Superstar Lotta Schelin verzichten. Die 31-Jährige sitzt aus Sicherheitsgründen auf der Bank und wird wohl auch nicht eingewechselt.

Die Aufstellung gab Pia Sundhage gemäß alter schwedischer Tradition am Abend vorher bekannt:

Hedvig Lindahl, Elin Rubensson, Nilla Fischer, Linda Sembrant, Jessica Samuelsson, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Therese Sjögran, Kosovare Asllani, Sofia Jakobsson.

Die Woche in Schweden

Saure Gurken Zeit in Schweden. Es passiert einfach nicht viel, bald geht es immerhin an der Algarve los und Pia Sundhage wird Antworten bekommen, wie es so schön im Fußballjargon unserer Zeit heißt. Antworten darauf, wer bei der WM neben der gesetzten Nilla Fischer verteidigen darf und ob Favoritin Hedvig Lindahl wieder gesetzt als erste Torhüterin wird, wie schon 2007 und 2011 unter Thomas Dennerby. Mittelfeld und Angriff dürften stehen, ebenso sicher scheint mir, dass auf der rechten Seite Elin Rubensson verteidigen wird und Sofia Jakobsson auf der Außenbahn im Mittelfeld arbeiten wird. Ob Fridolina Rolfö es zum Superjoker schafft, bleibt abzuwarten, denn leider musste die 21-Jährige ihr Flugticket nach Faro abbestellen, sie ist wieder verletzt und ersetzt wird sie durch Megatalent Marija Banusic (Chelsea Ladies). Unterdessen gab Veteranin Sofia Lundgren ihr Comeback für ihren neuen Verein Hammarby. Nach einem Jahr und acht Monaten Pause wegen eines Bandscheibenvorfalls stand sie vor einer Woche gegen Ligakonkurrent Eskilstuna United beim 0:0 90 Minuten lang zwischen den Pfosten. Dennoch zweifelhaft, ob Sundhage die 32-Jährige noch mit zur WM nehmen wird. Mit Carola Söberg (KIF Örebro) dürfte die Nummer zwei im Tor feststehen und den dritten Platz machen Hilda Carlén (Piteå) und Malin Reuterwall (Umeå) unter sich aus. Linköpings FC besiegte KIF Örebro in einem Testspiel mit 2:1, während Kopparberg/Göteborgs FC den dänischen Topclub Fortuna Hjørring mit 4:0 nach Hause schickte. Gestern schlug KIF Örebro daheim Aufsteiger Mallbacken mit 1:0. Ohne seine drei schwedischen Nationalspielerinnen schoss die 18-Jährige Adelisa Grabus das Tor für die Gastgeber. Grabus war mir vor zwei Jahren im Halbfinale des Jugendturnieres Cup Kommunal positiv aufgefallen, wäre schön, wenn sie in diesem Jahr den Durchbruch in die A-Mannschaft schaffen würde. Meister FC Rosengård hatte nur wenige seiner A-Kaderspielerinnen auf dem Eis als man gestern den dänischen Vertreter Kolding BK mit 1:0 besiegte. Tor durch Nachwuchsspielerin Rebecka Holm Klensmeden.

Die Woche im Rückblick: Algarve-Aufgebot und mehr

Eine Woche herrschte Funkstille, was nur zum Teil daran liegt, dass wir uns immer noch in der Vorsaison befinden und die meisten Verpflichtungen getätigt sind.

Am Sonntag fand das erste Spitzenspiel der Saison statt, für Meister FC Rosengård das erste Aufwärmen vor dem CL-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg Ende März, das den frühen Saisonhöhepunkt darstellen soll.

Es war ein guter Start für den Meister, das Pokalspiel beim Rivalen Kopparberg/Göteborgs FC, denn mit einem 2:1 nach Verlängerung verschaffte man sich mit Sicherheit eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Dabei fiel offenbar Ramona Bachmann zurück in alte Verhaltensweisen, denn die bald 25-Jährige flog schon nach weniger als einer Viertelstunde nach der zweiten gelben Karte vom Platz und brachte ihr Team somit in die Verlegenheit, 105 Minuten mit zehn gegen elf spielen zu müssen.

Göteborg übernahm die Führung durch Rebecca Blomqvist, eine 18-Jährige, die schon in Testspielen von sich reden machte durch zahlreiche Treffer. Rosengåds Kapitänin Sara Björk Gunnarsdottir glich per Kopfball aus und in der Verlängerung zeigte sich dann wieder einmal, warum Marta einfach das gewisse Extra hat. Sie schnappte sich den Ball auf halblinks, zog zu einem unwiderstehlichen Spurt über 25-30 Meter an, bewegte sich nach innen und schoss dann an Lois Geurts vorbei zum 2:1 Endstand ins Tor der Gastgeber.

Elin Rubensson spielte dabei erstmals gegen ihr altes Team aus Malmö und zwar im Mittelfeld. Die Gerüchteküche sagt, dass Nationaltrainerin Pia Sundhage, die Rubensson als Außenverteidigerin in der Natio haben möchte, bei Göteborgs Trainer Stefan Rehn angerufen haben soll und ihn gebeten hat, dass auch er Rubensson in der Abwehr einsetzen soll. Stimmt das, was man sich erzählt, dann hat Stefan Rehn nur gelacht. Rubensson ist auf der Homepage des Vereins als Mittelfeldspielerin geführt. und hat früher auch in Malmö auf der Außenbahn offensiv gespielt.

Pia Sundhage hat am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Solna ihr Aufgebot für das Turnier an der Algare bekanntgegeben und vieles spricht dafür, dass es nur winzige Veränderungen hin zum WM-Kader geben wird. Wieder dabei nach ihrer Hüftoperation ist Hedvig Lindahl, die nach Sundhages Auskunft mit Volldampf bei Chelsea trainieren würde und wieder einsatzfähig sei. Sie dürfte damit auch wieder erste Wahl vor Carola Söberg sein.

Das Aufgebot:

Tor: Hedvig Lindahl (Chelsea Ladies), Carola Söberg (KIF Örebro), Hilda Carlén (Piteå IF)

Abwehr: Nilla Fischer(VfL Wolfsburg), Linda Sembrant (SC Montpellier), Sara Thunebro (Eskilstuna United), Lina Nilsson (FC Rosengård), Elin Rubensson (Kopparberg/Göteborgs FC), Jessica Samuelsson (Linköpings FC), Charlotte Rohlin (Linköpings FC), Emma Berglund (FC Rosengård)

Mittelfeld & Angriff: Kosovare Asllani (Paris SG), Lotta Schelin (Olympique Lyon), Caroline Seger (Paris SG), Sofia Jakobsson (SC Montpellier), Lisa Dahlkvist (KIF Örebro), Malin Diaz Pettersson (Eskilstuna United), Hanna Folkesson (KIF Örebro), Antonia Göransson (Vittsjö GIK), Jenny Hjohlman (Umeå IK), Fridolina Rolfö (Linköpings FC), Olivia Schough (Eskilstuna United), Therese Sjögran (FC Rosengård).

Auf derselben Pressekonferenz gab man auch bekannt, dass Anfang April zwei Testspiele anberaumt sind, am 05.04. in Eskilstuna gegen die Schweiz und am 08.04. in Stockholm gegen Dänemark.

Megatalent Lina Hurtig (Umeå IK) ist wieder nicht im Aufgebot, eine Fußverletzung zwang sie aber auch zu einer OP und sie wird vermutlich einen Teil des Frühjahrs auf dem Platz verpassen. Hedvig Lindahls Mannschaftskameradin Marija Banusic ist ebenfalls nicht dabei und dürfte kaum Chancen auf eine Nominierung für die WM haben.

Beata Kollmats: Kreuzbandriss und andere Nachrichten

Der 22-Jährigen Innenverteidigerin Beata Kollmats (Kopparberg/Göteborgs FC) ist zum zweiten Mal in ihrer Karriere das Kreuzband gerissen. Beim 6:0 Freundschaftsspielsieg gegen Zweitligist Kungsbacka musste Kollmats mit starken Knieschmerzen den Platz verlassen, die Befürchtung bestätigte sich und damit fällt Beata für die gesamte Saison 2015 aus.

Pia Sundhages Äußerung vor gut einem Monat, dass sie wohl ihren Job verlieren werde, falls Schweden in einem WM-Viertelfinale ausscheidet, relativierte nun Sundhages Weggefährtin und Sportchefin beim schwedischen Fußballverband Marika Domanski-Lyfors in einem Interview mit der Zeitung Expressen: “Unsere Zielvorstellung vor Meisterschaften ist, dass die schwedische Frauenfußballnationalmannschaft eine Medaille gewinnen soll. Da kommt niemand dran vorbei und das scheint mir auch ein realistisches Ziel zu sein. Das ist unser Wunsch, aber dies als Bedingung dafür anzusehen, dass Pia ihren Job behält oder nicht behält, das haben wir nie gesagt.” Im selben Artikel sagt Lotta Schelin, dass sie niemanden kenne, der Sundhages Job besser machen könnte und dass siue sich vorstellen könne, dass Pia auch noch nach 2016 (Vertragsende) Nationaltrainerin sein könne.

Mit der 22-Jährigen Arna-Sif Ásgrímsdóttir kommt eine weitere Isländerin in die Damallsvenskan. Nach einer Woche Probetraining in Göteborg erhielt die Abwehr- und Mittelfeldspielerin einen Vertrag für eine Saison mit einer Option für ein weiteres Jahr.

In Linköping trainiert derzeit mit der 16-Jährigen Courtney Strode eine offenbar hochtalentierte Amerikanerin. Trainer Martin Sjögren jedenfalls ist beeindruckt und sagte, dass Strode natürlich noch keine Startspielerin sei, aber dass nur sehr wenige 16-Jährige das wären

Finnland – Schweden 0:3

Auch im zweiten Testspiel 2015 trafen die Schwedinnen drei Mal, ersparten sich aber einen Rückstand wie gegen Norwegen im Januar in la Manga. Dieses Mal war es mehr oder minder eine klare Angelegenheit, auch wenn Finnland in der ersten Viertelstunde in Eerikkilä spritziger wirkte und mit schnellen Kontern die eine oder andere halbgefährliche Situation kreieren konnte.

Spätestens nach dem 0:1 durch Lotta Schelin war es dann aber mit der finnischen Unbekümmertheit vorbei. Es standen sich auch zwei sehr ungleiche Teams gegenüber. Andrée Jeglertz Finnland, das Spielerinnen im Hinblick auf die im Herbst beginnende EM-Qualifikation testet und Schweden, das seine Startelf für die im Juni in Kanada beginnende WM sucht.

Sofia Jakobsson und Nilla Fischer schossen die Tore zum 3:0 und in der Startformation scheint nun vieles klar zu sein. Mittelfeld und Angriff sollten für die WM weitgehend stehen.

Vorne wird Pia Sundhage auch gegen die USA, Nigeria und Australien, falls fit und gesund, mit Kosovare Asllani und Lotta Schelin operieren. Und im Mittelfeld kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Hanna Folkesson und Caroline Seger das zentrale Mittelfeld bilden werden und dass Sofia Jakobsson und Therese Sjögran an den Seiten.

In der zentralen Abwehr ist Nilla Fischer gesetzt, Sundhage testete in der ersten Halbzeit Veteranin Charlotte Rohlin und brachte in den zweiten 45 Minuten Emma Berglund. Außen spricht einiges dafür, dass Elin Rubensson auf der rechten Abwehrseite offensiv sein darf, während Lina Nilsson gerade auf links getestet wird. Sara Thunebro ist nicht mehr unbedingt erste Wahl in Sundhages Welt.

Mit der Torwartposition dürfte die Trainerin die größten Kopfschmerzen haben. Carola Söberg, die jetzt startete und in der zweiten durch Hilda Carlén ersetzt wurde. Schweden hat keine Klassetorhüterin, selbst wenn die nach Hüftoperation und Londonumzug zurückkehrende Hedvig Lindahl wieder auf dem Posten als Nummer 1 sein sollte. Kristin Hammarström war eine klare Nummer 1, wenngleich nicht Weltklasse, aber ihr Rücktritt scheint endgültig zu sein, auch wenn Sundhage es im Herbst/Winter noch mal mit dem Lockwort “WM” bei der 32-Jährigen versucht hat.

Eine heiße Kandidatin für das Mittelfeld wäre noch Linköpings Supertalent Fridolina Rolfö, aber vermutlich wird die 21-Jährige bestenfalls eine Jokerrolle bekommen. Pia Sundhage ist nicht für übergroßen Mut, sondern mehr für kontinuierliche Kärrnerarbeit bekannt.