Damallsvenskan 2016 – der Tipp

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Zwei Spielerinnen, die auch 2016 von sich reden machen dürften: Natalie Björn (hier noch AIK, jetzt Eskilstuna United) und Natasa Andonova (FC Rosengård)

Der FC Rosengård ist auch 2016 Topfavorit auf den Meistertitel in Schweden. Während der Saison 2015 gingen Anja Mittag und Ramona Bachmann, aber der übrig gebliebene Stamm plus die neu geholten Gaelle Engamanouit, Natasa Andonova und Lieke Martens geben der Mannschaft dennoch ausreichend Spitzenkompetenz, um mehr oder minder einsam an der Spitze zu kreisen. Zu rechnen ist überdies damit, dass Star Caroline Seger nach dem Ende der Saison in Frankreich zum FC Rosengård hinustösst, wo nicht nur die besten Rahmenbedingungen herrschen, sondern mit Therese Sjögran auch Segers BFF als Sportchefin tätig ist. Ausserdem lebt die Familie der 30-Jährigen unweit von Malmö.

Ich sehe nur ein Team, das Rosengård herausfordern kann und das ist der Vorjahresvierte Linköpings FC. Dort ist zwar die legendäre Charlotte Rohlin in Fussballerinnenrente gegangen, sie wird aber problemlos ersetzt durch Magdalena Ericsson. Die 22-Jährige, die in der Nationalmannschaft Linksverteidigerin spielt, wird von Coach Martin Sjögren (bester Trainer der Liga?) in die Mitte neben der routinierten Dänin Janni Arnth eingesetzt. Sjögren hat sich entschieden, auf 4-3-3 als Spielsystem zu setzen. Im Angriff haben die jungen Pernille Harder, Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius bereits in den Testspielen ordentlich hingelangt und selbst als Rolfö wegen Verletzung ausfiel, sorgte die Norwegerin Kristine Minde für Torjubel. Im Mittelfeld hat man mit der filigranen Technikerin Claudia Neto und Renée Slegers zwei exquisite Spielerinnen. Linköping wird Zweiter und erreicht sein Saisonziel Champions League.

Platz drei geht an den Viemeister von 2015. Eskilstuna United hat etliche Schlüsselspielerinnen durch Karriereende (Petra Larsson und Sofie Persson) verloren und die Kamerunerin Gaelle Engamanouit an den schärfsten Konkurrenten Rosengård. Aber Coach Victor Ericsson hat interessante Neuverpflichtungen geholt. Vor allem Marija Banusic könnte bei ihm den Durchbruch schaffen. Er hat bereits Olivia Schough zu neuen Karrierehöhen verholfen. Ausserdem holte Ericsson zwei AIK-Talente mit Petra Andersson und Natalie Björn. Björn habe ihm am meisten imponiert, sie sei schon jetzt eine Führungsspielerin, sagte Ericsson am Rande des Medienauftaktes der Damallsvenskan. Dennoch reicht das „nur“ zu Platz 3.

Dahinter wird es schwierig. Der Vorjahresdritte Piteå IF hat Pauline Hammarlund an Göteborg abgeben müssen, Hanna Pettersson og sich bei einem der ersten Trainings einen neuerlichen Kreuzbandriss zu. Aber mit Felicia Karlsson könnte Piteå einen Glücksgriff getan haben. Die vielleicht schnellste Stürmerin der Liga (Linda Sällström?) hat einen Durchbruch längst verdient und könnte ihn bei Stellan Carlsson schaffen, der schon Hammarlund und Emilia Appelqvist veredelt hat. Ich sehe Piteå knapp auf Platz vier vor Kopparberg/Göteborgs FC, das immer um den Titel mitspielen will, sich dann aber doch nicht entsprechend verstärkt. Die Niederländerinnen Manon Melis, Lieke Martens und Danielle van de Donk haben den Club verlassen, mit Pauline Hammarlund und Elin Landström hat man zwei grosse Talente geholt. Das Team ist jünger und wieder wird es nicht für die Champions League reichen. Platz 5. Sollte Lotta Schelin zurückkehren, wie Gerüchte besagen, dann könnte sie Göteborg doch noch ein wenig weiter nach oben bringen, aber wohl kaum in die Champions League.

Vittsjö GIK hat sich nach zwei mittelmässigen Spielzeiten enorm verstärkt. Mit Katie Fraine holte man die beste Torhüterin der Liga aus Linköping und die Nigerianerin Ngozi Okobi wirbelte bei der WM in Kanada 2015 die schwedische Abwehr nach Belieben durcheinander. Schaun mer mal, ob sie das auch in der Liga schaffen wird. Hinzu kamen eine weitere Nigerianerin, die Finnin Emmi Alanen und die physisch starke Clara Markstedt. Platz sechs sollte keine Utopie sein, wenn das Trainerduo unter der Führung von Thomas Mårtensson das Team zügig einspielen kann.

Für KIF Örebro bleibt dann nur Rang 7 übrig. Hanna Folkesson absolvierte 2015 kein einziges Spiel für den ehemaligen Vizemeister und Lisa Dahlkvist verliess ihren Mutterclub, um mit Caroline Seger wesentlich lukrativer das PSG-Mittelfeld zu bespielen. Ende des Jahres hagelte es Rücktritte. Elin Magnusson, Sanna Talonen und Susanna Lehtinen hingen die Fussballschuhe an den Nagel und werden enorm fehlen. Das Gefüge im Team verändert sich. Hinzu kommt, dass die Nigerianerin Sarah Michael einen Kreuzbandriss erlitt und man deshalb schnell die 34-Jährige Melissa Tancredi aus Kanada holte. Interessant zu sehen wird, inwieweit Mittelfelddiamanttalent (ein neues Wort…) Michelle De Jongh weiter von sich reden machen wird. Ein Interview mit ihr kommt in der nächsten Woche.

Achter in der Liga ist dann die einstige Fussballgrossmacht Umeå IK, die längst auf dem Boden der finanziellen Realitäten angekommen ist. Immerhin konnte man Nationalspielerin Jenny Hjohlman behalten und auch Supertalent Lina Hurtig. Letztere ist allerdings noch verletzt, aber zu mehr als Platz acht reicht das nicht. Zu unbeständig war das Team 2015, was der mangelnden Routine und auch der fehlenden Breite im Kader geschuldet ist.

Elisabet Gunnarsdottir ist schon im achten Jahr Trainerin von Kristianstads DFF und gestern hat ihr Team ganz gut ausgeschaut bei Meister Rosengård, was allerdings an einer eher indiskutablen Leistung der Gastgeber in Malmö lag. Die finanziellen Probleme haben Gunnarsdottir zu einer erheblichen Verjüngung des Kaders gezwunfen, mehr als Platz neun ist damit leider nicht drin.

Aufsteiger Djurgården schafft es trotz interessanter Neuverpflichtungen nur knapp, in der Liga zu bleiben. Gegen Linköping erlitt man eine knallende 1:6-Niederlage, es hätte auch zweistellig ausgehen können und ich sah nur wenig Erstklassiges. Die Paraden von Gudbjörg Gunnarsdottir, die wieder dabei ist. Die Innenverteidigerinnen Sheila van den Bulk und Petronella Ekroth sind solide, aber nicht erstklassig. Das ist dafür das zentrale Mittelfeld mit Emilia Appelqvist und Katrin Schmidt. Vorne sollen Mia Jalkerud, Alexandra Höglund und Madeleine Stegius alles richten, verstärkt durch die Portugiesin Carolina Mendes. 

Mallbacken schaffte es letztes Jahr um Haaresbreite, ein Tor besser als Hammarby, die Klasse zu erhalten. In diesem Jahr hat man Mimmi Larsson an Eskilstuna abgeben müssen. Die Neuverpflichtungen, u.a. mit Kirsty Yallop aus Vittsjö sind solide, aber es reicht leider nicht aus. Möglich wird es, wenn man es schafft, zu Hause den Heimvorteil mehrfach zu nutzen. Ein Spiel in Mallbacken ist etwas Besonderes, das haben mir schon viele Spielerinnen anderer Clubs erzählt.

Kvarnsveden hatte kein Geld, nach dem Aufstieg etablierte Spielerinnen aus der ersten Liga zu holen. Stattdessen gab es nur vier Neue aus der Elitettan. Superstar Tabitha Chawinga, die das Team mit ihren 42 Toren in 26 Spielen fast im Alleingang nach oben schoss, alleine kann es auch nicht richten. Chawinga wird sowieso heiss begehrt von allen anderen Clubs sein. Die 20-Jährige Malawierin hat sich dennoch 25 Tore zum Ziel gesetzt. Schafft sie das, dann hat Kvarnsveden eine Chance. Aber woher sollen die Bälle kommen?

Also, noch einmal zusammengefasst:

  1. FC Rosengård
  2. Linköpings FC
  3. Eskilstuna United
  4. Piteå IF
  5. Kopparbergs/Göteborg FC
  6. Vittsjö GIK
  7. KIF Örebro
  8. Umeå IK
  9. Kristianstads DFF
  10. Djurgården
  11. Mallbacken
  12. Kvarnsveden
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Ohne Vertrag kein Spiel

Ich habe früher erwähnt, dass man in Kristianstad den Fehler gemacht hat, dass viele Verträge morgen, am 31.10.2012 auslaufen. Dabei ist das letzte Saisonspiel am Samstag gegen Jitex. Der Fußballverband SvFF hat dem Verein gegenüber deutlich gemacht, dass nur Spieler mit gültigen Verträgen auflaufen dürfen. In diesen Stunden werden deshalb schnell Verträge mit Laufzeit bis einschließlich dem 03.11.2012 gezimmert und unterschrieben.

Nicht unterschreiben werden Emelie Johnson und Lisa Pettersson. Beide haben gestern ihr letztes Training mit der Mannschaft absolviert. Johnson zieht nach Motala an den Vätternsee, wo ihr Freund wohnt. Sie will sich selber jetzt nach einem neuen Verein umsehen. Geographisch in Frage kämen da wohl am ehesten Linköping und vielleicht noch Örebro.

An Elin Nilsen ist dagegen Piteå IF interessiert. In Nordschweden wurde heute vermeldet, dass Kapitänin Sofie Persson unterschrieben hat, der Norwegerin Ann-Mari Dovland liegt ein Vertragsentwurf vor, den sie dieser Tage unterschreiben sollte. Ziel ist, dass der größte Teil des Kaders für 2013 noch diese Woche stehen soll.

Neben Elin Nilsen soll Piteå auch an U23-Nationalspielerin Julia Spetsmark (QBIK) und an der Amerikanerin Lindsay Taylor interessiert sein. Taylor ist eine 23-Jährige Stürmerin von Western New York Flash und spielte schon für die amerikanische U23- Nationalmannschaft.

Halbzeit (7): Piteå IF

Faith Ikidi und AIK:s Susan Varli im Pokalspiel AIK -Piteå (1:3)

Fangen wir gleich mit dem wichtigsten an: Piteå IF steht besser da denn je zuvor. Ein gefestigter siebter Platz und mit dem Abstiegskampf hat man nichts, aber auch gar nichts zu tun. Zum ersten Mal. Frauenfußball ist in Piteå der Sport, der landesweit die höchste Division erreicht hat und vergangenes Jahr war man mit einem Schnitt von 1.700 Zuschauern die Nummer 1 in der Damallsvenskan.

Wo also sind die 600 Zuschauer geblieben, die man im Schnitt verloren hat? Naja, nicht immer nur negativ denken, vielleicht. Aber das ist schon ein immenser Verlujst an Publikum. Für mich ist die Erhöhung der Eintrittspreise die Ursache. Auch wenn ein Teil der Erhöhung dann wieder zurückgenommen wurde. Auch in Piteå ist das Geld knapper geworden, auch wenn das Horrorszenario Dalsjöfors hoffentlich auf lange Zeit einzigartig bleibt. Wichtig ist jedoch, dass man der Mannschaft nicht die Unterstützung durch das Publikum entzieht. Der Zuschauerschnitt wird weiter sinken, denn der Schnitt von jetzt 1100 beruht auch darauf, dass man gegen den „Lokalrivalen“ Umeå IK 2492 Zuschauer hatte, weil alle Teilnehmer der Piteå Summer Games, die an diesem Wochenende stattfanden, freien Eintritt hatten. Ohne diesen Spitzenwert läge man bei 840 Personen.

Jennifer Nobis ist zur mentalen Piteå-Bewohnerin des Jahres gewählt worden. Das hatte ich schon auf Twitter gelesen, dass sich die 28-Jährige Amerikanerin sehr darüber freute, nun in der Gesellschaft von Nelson Mandela und Mutter Theresa zu sein. Hätte nie gedacht, dass diese Beiden mal in diesem Blog Erwähnung finden würden. Mandela und Mutter Theresa allerdings haben nie in Piteå gewohnt, soweit ich weiß, im Gegensatz zu Nobis, die bereits in der dritten Saison beim nördlichsten Club der Liga spielt. Wie auch die Norwegerin June Pedersen, die inzwischen fast akzentfrei Schwedisch spricht nach Jahren in Umeå und Piteå, so gehört Nobis auch schon irgendwie zum Inventar. Mit bislang sechs Treffern spielt sie auch ihre beste Saison.

Sportlich geht es auf und ab für Piteå, aber man hat sich wohl im Mittelfeld der Liga, das allerdings sehr breit ist, etabliert. Nicht oft genug kann man die Nigerianerin Faith Ikidi hervorheben, die nahezu fehlerlos von Spiel zu Spiel agiert und für mich eine der besten Abwehrspielerinnen im internationalen Frauenfußball ist.

Sportlich am wertvollsten war wohl Piteås 2:0-Heimsieg gegen Kristianstad und für das eigene Selbstbewusstsein der 3:1 Heimsieg gegen den Rivalen Umeå, dem man zumindest bis jetzt den Rang als bester Mannschaft Nordschwedens abgelaufen hat. Und das ist in sich sicherlich ein Saisonziel, das neben dem sicheren Klassenerhalt alles andere in den Schatten stellen würde.

Wichtig für Piteå sind insbesondere drei Neuzugänge: Sofie Persson, die nach Jahren in Kristianstad und Tyresö nun endlich zu Hause angekommen ist. Die Architektin hat einen guten Job in Piteå bekommen, hat endlich einmal die Chance, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken, trägt die Nummer 10 und ist gleich Mannschaftskapitänin. Da können wir noch etwas nach oben erwarten. Die Norwegerin Ann Mari Dovland hat sich nach ein paar Spielen Eingewöhnung etabliert und spielt neben Persson eine wichige rolle im Mittelfeld und vorne wird auch die von Umeå gekommene Hanna Pettersson (früher auch Stattena und KIF Örebro) den einen oder anderen Treffer hinzufügen.

Piteå bleibt im gesicherten Mittelfeld, Warnzeichen ergeben sich leider eher aus dem Zuschauerschwund und der wirtschaftlichen Lage. Viele Ausländerinnen kosten viel Geld.

 

 

Elfer in der 93. Minute entscheidet

Mit einem in der dritten Minute der Nachspielzeit erzielten Tor per Foulelfmeter gelang es Kristianstads DFF gestern Abend einen zweimaligen Rückstand mit 0:1 und 1:2 noch in einen 3:2 Sieg umzuwandeln und damit den vierten Platz in der Tabelle vor der Sommerpause zu stabilisieren.

Ausgerechnet die aus Kristianstad nach Tyresö und weiter nach Piteå gezogene Sofie Persson versenkte den Ball nach drei Minuten per Freistoß im Netz zur Gästeführung. Johanna Rasmussen konnte ausgleichen, ehe abermals Piteå durch die Norwegerin June Pedersen die Gäste drohten, etwas überraschend drei Punkte mit in den hohen Norden zu nehmen. Aber Becky Edwards mit ihrem ersten Tor in der Damallsvenskan und Kosovare Asllanis verwandelter Elfer drehten das Spiel, das Trainerin Beta Gunnarsdottir zum wichtigsten Spiel des Jahres erkoren hatte, weil es für sie darum ging, Richtung Spitze zu kommen und sich vom Mittelfeld abzusetzen.

„Dass wir zweimal zurücklagen, spiegelt meiner Meinung nach das Spiel überhaupt nicht. Die hatten zwei Chancen und haben zwei Tore gemacht,“ so die Isländerin zu Norra Skåne.

Piteås Assistenztrainer Lennart Hedkvist war sehr unzufrieden mit der Schiedsrichterleistung. Bei allen Toren Kristianstads hatte er Regelwidrigkeiten gesehen. Gunnarsdottir reagierte darauf: „Ich bin überhaupt nicht seiner Meinung. Wir waren das klar dominierende Team auf dem Platz. Das erste, was ich gemacht habe, bevor ich zur Pressekonferenz rauf kam, war mir das Video mit dem Elfmeter anzusehen. Das war ein klarer Elfmeter. Ich kann nicht verstehen, wie man sich darüber aufregen kann.“

Tyresö alleiniger Tabellenführer

In der ersten Halbzeit hatte der Tabellenführer noch Anlaufschwierigkeiten, als ob da etwas in den letzten zwei Wochen eingerostet wäre. Aber dann kam Marta im Strafraum zu Fall und verwandelte selber den fälligen Strafstoß zur Halbzeitführung.

In der zweiten Hälfte übernahmen dann Caroline Seger und vor allem Vero  Boquete das Kommando im Mittelfeld und Piteå hatte keine Chance mehr gegen das Starensemble. Zwei Assists von Seger verwerte Boquete und die Schwedin machte selber noch einen Treffer, ehe Josefine Johansson per Elfmeter den Ehrentreffer markieren konnte.

in der Nachspielzeit setzte Elaine Moura dann noch einen drauf für Tyresö zum 5:1 Endstand.

Sofie Persson spielte bis letztes Jahr für Tyresö und ist jetzt Kapitänin von Piteå IF. Meiner Kollegin Alva Nilsson sagte Persson: „War schon ein nettes Gefühl, wieder hier zu sein, ein bisschen wie zu Hause. Das war schon etwas komisch, in die andere Umkleide zu gehen. 5:1 ist zu hoch, wir waren zu nervös. Wir haben zu viel einzeln gespielt und gegen Tyresö geht das gar nicht.“

Verkehrte Vorzeichen

KIF Örebro war noch bis vergangenes Jahr der Inbegriff der langweiligen Stabilität. Solider Fußball war das Markenzeichen der Mannschaft, die einst von Pia Sundhage und dann von dem vergangenes Jahr tödlich verunglückten Richard Holmlund betreut wurde. Solide, unspektakulär. Als noch Sanna Valkonen das Kommando in der Abwehr hatte, war man fast unüberwindbar. Auich Marina Pettersson Engström verschaffte sich diesen Ruf, schaffte es gar bis in den erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. Im Mittelfeld rackert wie eh und je die robuste Marie Hammarström. Die Schweden letztes Jahr eine Bronzemedaille besorgte mit ihrem beherzten Schuss gegen Frankreich in Sinsheim.

Piteås Legionäre dagegen waren letztes Jahr nicht so erfolgreich wie die Vereinsführung sich das erträumt hatte. Zwar hatte man den besten Publikumsschnitt mit über 1700, am Ende gab es nur Rang 10. Und der Trainer wurde geschasst und neue Legionäre geholt, andere ausgetauscht. Aus Umeå kam Hanna Pettersson und die traf heute zweimal und legte ein Tor für Josefin Johansson auf. Piteå siegt problemlos mit 3:0 und schiesst Örebro damit unerwarteterweise erst einmal in den Tabellenkeller, drei Punkte über dem Abstiegsplatz.

Arbeitssieg

Am Sonntagnachmittag übernahm LdB FC Malmö wieder die Tabellenspitze in der Damallsvenskan. Erwartungsgemäß gewann der Meister mit 2:0 bei Piteå IF. Ein Eigentor von Lena Blomkvist in der 42. Minute und der vierte Treffer für Schwedens besten Joker, Elin Rubensson auf Pass von Anja Mittag bescherten drei Punkte. Dabei war die Partie weitgehend ausgeglichen.

Piteås Mannschaftskapitänin Sofie Persson: „Ich denke, wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, vielleicht die beste erste Halbzeit bisher in dieser Saison. Wir waren fast immer zu zweit in den Positionen und wir wussten, dass das wichtig war, um heute mitspielen zu können. Natürlich ist es hart dann so ein Spiel zu verlieren, wir dürfen einfach nicht so spät Gegentore bekommen. Die Defensivarbeit heute war viel besser als in anderen Spielen, das nehmen wir mit in die weiteren Begegnungen.“

Malmös Trainer Per Moberg: „Das war ein Arbeitssieg. Wir waren etwas besser als Piteå, die haben unglaublich hart gearbeitet und wir mussten kämpfen für diesen Sieg. Aber diese drei Punkte sind genauso viel wert wie die drei, die wir letzte Woche gegen Umeå geholt haben. Spielerisch bin ich nicht zufrieden. Piteå machte seine Sache gut, aber wir haben größere Geschicklichkeit in unserer Mannschaft, deshalb haben wir gewonnen.“

 

Umeå IK – Vittsjö GIK= (3:1) 4:1, AIK – Piteå= (0:1) 0:3, Kristianstad – Linköping= (0:0) 1:1,

Keine Probleme hatte Umeå IK mit Aufsteiger Vittsjö. Nach neun Minuten verwandelte die finnische Nationalspielerin Tuija Hyyrynen einen Freistroß direkt und Hyyrynen war es auch, die zum 2:0 durch Emmelie Konradsson ebenfalls mit einem Freistoß auflegte. Da war eine halbe Stunde gespielt. Vittsjö stand relativ hoch und bereitete Umeå damit durchaus Probleme. Vorne hatte man aber nur die Torschützenkönigin der zweiten Liga Süd Sofie Andersson, denn Neuzugang Danesha Adams hatte noch keine Arbeitserlaubnis und durfte demzufolge nicht spielen auf dem Gammliavallen, pardon in der T3-Arena.

Linda Molin erzielte das 3:0 und noch vor der Halbzeit gelang dann Sofia Andersson der erste Treffer von Vittsjö in der Damallsvenskan. Die 16-Jährige Lina Hurtig kam rein und schoss das 4:1 für Umeå in einer flotten Begegnung.

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Während Marta & Co. in Tyresö ihr Debut gaben, waren nur etwas mehr als 300 Zuschauer ins 30 km entfernte Solna gekommen, um sich die Heimpremiere von Aufsteiger AIK anzuschauen, den viele als Absteiger Nummer 1 sehen. Die aus Tyresö gekommene Mannschaftskapitänin Sofie Persson markierte in der siebten Minute den ersten Treffer der Damallsvenskan 2012. Ein Eigentor nach Flanke von Jennifer Nobis und in der Nachspielzeit die aus Umeå gekommene Hanna Pettersson sorgten für einen glatten 3:0-Sieg von Piteå, den Beobachter allerdings als leicht schmeichelhaft schilderten, zumindest zu hoch, da AIK doch eine gute Leistung gezeigt habe. Dennoch zeigt das Ergebnis, dass es sehr schwer werden wird, die Klasse zu erhalten.

Am zweiten Spieltag treffen beide Aufsteiger in Vittsjö aufeinander.

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Das einzige Spiel, in dem es keinen klaren Sieger gab, sondern ein Unentschieden hätte beinahe einen Sieger gehabt. Wenn nicht Manon Melis in der 91. Minute für den Ausgleich für Meisterschaftsmitfavorit Linköping gesorgt hätte. Kristianstads Trainerin Elisabet Gunnarsdottir dürfte sich sehr geärgert haben. Elin Nilsen hatte die Gastgeber vor 800 Zuschauern in Führung gebracht. Lob an Linköping, das Trainerreaktionen auf seiner Homepage hat.

LFC-Trainer Christian Andersson: „Mit dem Spiel als solchem sind wir nicht zufrieden. Kristianstad spielte auf eine Weise, die uns sehr gestört hat und uns ist es nicht gelungen, uns aus dieser Spielweise zu befreien. Die haben viele Leute nach vorne gebracht und wir haben keine Ordnung in unsere Offensive bekommen. Teilweise war der Abstand zwischen den Mannschaftsteilen zu groß, aber es war schön den Ausgleich zu bekommen, das ist wichtig für die Moral des Teams.“

Silly Season (4): Piteå hat 16 an Bord

Sofie Persson (links) im Spiel Hammarby - Tyresö, rechts Leena Puranen

Mit der gestern noch mit Fragezeichen versehenen und heute offiziell bestätigten Verpflichtung der 24-Jährigen Sofie Persson hat Piteå IF für die kommende Saison nun folgende 16 Spielerinnen an Bord. Da man erklärt hat, die neue Saison mit einer 17 Frauen starken Truppe beginnen zu wollen, fehlt nun lediglich noch der Name der angekündigten Abwehrspielerin mit Länderspielerfahrung.

Tor:

Lydia Williams (Canberra United), Hanna Wikström

Feldspieler:

Lena Blomkvist, Sara Eliasson, Josefin Johansson, Victoria Forsmark, Jennifer Nobis, Camilla Johansson, Erika Karlsson, Faith Ikidi, Emelie Lövgren, June Pedersen, Sofie Persson (Tyresö FF), Anna Westerlund (Umeå IK), Hanna Pettersson (Umeå IK), Ann-Marie Dovland (Kolbotn)

Nicht mehr dabei sind Stephanie Labbé (noch ohne Verein), Carmelina Moscato (noch ohne Verein), Erika Nilsson Vaara (?), Uluna Jerome (noch ohne Verein).

 

Sofie Persson nach Piteå?

Piteå IF rüstet seinen Kader weiter auf vor der Saison 2012. Nachdem die 24-Jährige Sofie Persson bei Tyresö FF keinen neuen Vertrag bekam, hatte man damit gerechnet, dass sie entweder in Stockholm bleiibt (Djurgården) oder aber nach Süden zurückkehrt. Stattdessen meldet nun Piteå-Tidningen, dass Persson kurz vor der Vertragsunterzeichnung in Piteå ist. Man hätte für sie einen Job finden müssen und seit gestern könne man ihr eine Anstellung als Architektin anbieten, sagte Sportchef Leif Strandh der Lokalzeitung. Noch diese Woche will man den Vertrag unterschreiben. Nachdem man etwas überraschend und aus fadenscheinigen Gründen die Kanadierin Stephanie Labbé als Torhüterin ausgemustert hatte und die Isländerin Gudbjörg Gunnarsdottir das Angebot abgelehnt hatte, ist man weiter auf der Suche nach einer Keeperin und scheint sie nun gefunden zu haben: Die 22-Jährige Maria Rönnbäck stammt aus der Region (geboren in Boden, fußballerisch aktiv gewesen in Luleå) und hat zuletzt drei Jahre  für den finnischen Spitzenclub Åland United auf den Inseln zwischen Schweden und Finnland gespielt. Aber auch Rönnbäcks Unterschrift ist noch nicht auf dem Papier. Außerdem heißt es, dass Piteå einer Abwehrspielerin ein Angebot gemacht habe, die schon in der amerikanischen WPS gespielt habe. Mir fiel da spontan die Schottin Ifeoma Dieke ein, die ja schon bei QBIK und Kristianstad gespielt hat und vor allem bei QBIK zusammen mit Piteås nigerianischer Innenverteidigerin Faith Ikidi zusammen gespielt hat. Aber wir wartens ab. Am 18.01. will Piteå seinen Kader komplett haben.