Damallsvenskan 2016 – der Tipp

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Zwei Spielerinnen, die auch 2016 von sich reden machen dürften: Natalie Björn (hier noch AIK, jetzt Eskilstuna United) und Natasa Andonova (FC Rosengård)

Der FC Rosengård ist auch 2016 Topfavorit auf den Meistertitel in Schweden. Während der Saison 2015 gingen Anja Mittag und Ramona Bachmann, aber der übrig gebliebene Stamm plus die neu geholten Gaelle Engamanouit, Natasa Andonova und Lieke Martens geben der Mannschaft dennoch ausreichend Spitzenkompetenz, um mehr oder minder einsam an der Spitze zu kreisen. Zu rechnen ist überdies damit, dass Star Caroline Seger nach dem Ende der Saison in Frankreich zum FC Rosengård hinustösst, wo nicht nur die besten Rahmenbedingungen herrschen, sondern mit Therese Sjögran auch Segers BFF als Sportchefin tätig ist. Ausserdem lebt die Familie der 30-Jährigen unweit von Malmö.

Ich sehe nur ein Team, das Rosengård herausfordern kann und das ist der Vorjahresvierte Linköpings FC. Dort ist zwar die legendäre Charlotte Rohlin in Fussballerinnenrente gegangen, sie wird aber problemlos ersetzt durch Magdalena Ericsson. Die 22-Jährige, die in der Nationalmannschaft Linksverteidigerin spielt, wird von Coach Martin Sjögren (bester Trainer der Liga?) in die Mitte neben der routinierten Dänin Janni Arnth eingesetzt. Sjögren hat sich entschieden, auf 4-3-3 als Spielsystem zu setzen. Im Angriff haben die jungen Pernille Harder, Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius bereits in den Testspielen ordentlich hingelangt und selbst als Rolfö wegen Verletzung ausfiel, sorgte die Norwegerin Kristine Minde für Torjubel. Im Mittelfeld hat man mit der filigranen Technikerin Claudia Neto und Renée Slegers zwei exquisite Spielerinnen. Linköping wird Zweiter und erreicht sein Saisonziel Champions League.

Platz drei geht an den Viemeister von 2015. Eskilstuna United hat etliche Schlüsselspielerinnen durch Karriereende (Petra Larsson und Sofie Persson) verloren und die Kamerunerin Gaelle Engamanouit an den schärfsten Konkurrenten Rosengård. Aber Coach Victor Ericsson hat interessante Neuverpflichtungen geholt. Vor allem Marija Banusic könnte bei ihm den Durchbruch schaffen. Er hat bereits Olivia Schough zu neuen Karrierehöhen verholfen. Ausserdem holte Ericsson zwei AIK-Talente mit Petra Andersson und Natalie Björn. Björn habe ihm am meisten imponiert, sie sei schon jetzt eine Führungsspielerin, sagte Ericsson am Rande des Medienauftaktes der Damallsvenskan. Dennoch reicht das „nur“ zu Platz 3.

Dahinter wird es schwierig. Der Vorjahresdritte Piteå IF hat Pauline Hammarlund an Göteborg abgeben müssen, Hanna Pettersson og sich bei einem der ersten Trainings einen neuerlichen Kreuzbandriss zu. Aber mit Felicia Karlsson könnte Piteå einen Glücksgriff getan haben. Die vielleicht schnellste Stürmerin der Liga (Linda Sällström?) hat einen Durchbruch längst verdient und könnte ihn bei Stellan Carlsson schaffen, der schon Hammarlund und Emilia Appelqvist veredelt hat. Ich sehe Piteå knapp auf Platz vier vor Kopparberg/Göteborgs FC, das immer um den Titel mitspielen will, sich dann aber doch nicht entsprechend verstärkt. Die Niederländerinnen Manon Melis, Lieke Martens und Danielle van de Donk haben den Club verlassen, mit Pauline Hammarlund und Elin Landström hat man zwei grosse Talente geholt. Das Team ist jünger und wieder wird es nicht für die Champions League reichen. Platz 5. Sollte Lotta Schelin zurückkehren, wie Gerüchte besagen, dann könnte sie Göteborg doch noch ein wenig weiter nach oben bringen, aber wohl kaum in die Champions League.

Vittsjö GIK hat sich nach zwei mittelmässigen Spielzeiten enorm verstärkt. Mit Katie Fraine holte man die beste Torhüterin der Liga aus Linköping und die Nigerianerin Ngozi Okobi wirbelte bei der WM in Kanada 2015 die schwedische Abwehr nach Belieben durcheinander. Schaun mer mal, ob sie das auch in der Liga schaffen wird. Hinzu kamen eine weitere Nigerianerin, die Finnin Emmi Alanen und die physisch starke Clara Markstedt. Platz sechs sollte keine Utopie sein, wenn das Trainerduo unter der Führung von Thomas Mårtensson das Team zügig einspielen kann.

Für KIF Örebro bleibt dann nur Rang 7 übrig. Hanna Folkesson absolvierte 2015 kein einziges Spiel für den ehemaligen Vizemeister und Lisa Dahlkvist verliess ihren Mutterclub, um mit Caroline Seger wesentlich lukrativer das PSG-Mittelfeld zu bespielen. Ende des Jahres hagelte es Rücktritte. Elin Magnusson, Sanna Talonen und Susanna Lehtinen hingen die Fussballschuhe an den Nagel und werden enorm fehlen. Das Gefüge im Team verändert sich. Hinzu kommt, dass die Nigerianerin Sarah Michael einen Kreuzbandriss erlitt und man deshalb schnell die 34-Jährige Melissa Tancredi aus Kanada holte. Interessant zu sehen wird, inwieweit Mittelfelddiamanttalent (ein neues Wort…) Michelle De Jongh weiter von sich reden machen wird. Ein Interview mit ihr kommt in der nächsten Woche.

Achter in der Liga ist dann die einstige Fussballgrossmacht Umeå IK, die längst auf dem Boden der finanziellen Realitäten angekommen ist. Immerhin konnte man Nationalspielerin Jenny Hjohlman behalten und auch Supertalent Lina Hurtig. Letztere ist allerdings noch verletzt, aber zu mehr als Platz acht reicht das nicht. Zu unbeständig war das Team 2015, was der mangelnden Routine und auch der fehlenden Breite im Kader geschuldet ist.

Elisabet Gunnarsdottir ist schon im achten Jahr Trainerin von Kristianstads DFF und gestern hat ihr Team ganz gut ausgeschaut bei Meister Rosengård, was allerdings an einer eher indiskutablen Leistung der Gastgeber in Malmö lag. Die finanziellen Probleme haben Gunnarsdottir zu einer erheblichen Verjüngung des Kaders gezwunfen, mehr als Platz neun ist damit leider nicht drin.

Aufsteiger Djurgården schafft es trotz interessanter Neuverpflichtungen nur knapp, in der Liga zu bleiben. Gegen Linköping erlitt man eine knallende 1:6-Niederlage, es hätte auch zweistellig ausgehen können und ich sah nur wenig Erstklassiges. Die Paraden von Gudbjörg Gunnarsdottir, die wieder dabei ist. Die Innenverteidigerinnen Sheila van den Bulk und Petronella Ekroth sind solide, aber nicht erstklassig. Das ist dafür das zentrale Mittelfeld mit Emilia Appelqvist und Katrin Schmidt. Vorne sollen Mia Jalkerud, Alexandra Höglund und Madeleine Stegius alles richten, verstärkt durch die Portugiesin Carolina Mendes. 

Mallbacken schaffte es letztes Jahr um Haaresbreite, ein Tor besser als Hammarby, die Klasse zu erhalten. In diesem Jahr hat man Mimmi Larsson an Eskilstuna abgeben müssen. Die Neuverpflichtungen, u.a. mit Kirsty Yallop aus Vittsjö sind solide, aber es reicht leider nicht aus. Möglich wird es, wenn man es schafft, zu Hause den Heimvorteil mehrfach zu nutzen. Ein Spiel in Mallbacken ist etwas Besonderes, das haben mir schon viele Spielerinnen anderer Clubs erzählt.

Kvarnsveden hatte kein Geld, nach dem Aufstieg etablierte Spielerinnen aus der ersten Liga zu holen. Stattdessen gab es nur vier Neue aus der Elitettan. Superstar Tabitha Chawinga, die das Team mit ihren 42 Toren in 26 Spielen fast im Alleingang nach oben schoss, alleine kann es auch nicht richten. Chawinga wird sowieso heiss begehrt von allen anderen Clubs sein. Die 20-Jährige Malawierin hat sich dennoch 25 Tore zum Ziel gesetzt. Schafft sie das, dann hat Kvarnsveden eine Chance. Aber woher sollen die Bälle kommen?

Also, noch einmal zusammengefasst:

  1. FC Rosengård
  2. Linköpings FC
  3. Eskilstuna United
  4. Piteå IF
  5. Kopparbergs/Göteborg FC
  6. Vittsjö GIK
  7. KIF Örebro
  8. Umeå IK
  9. Kristianstads DFF
  10. Djurgården
  11. Mallbacken
  12. Kvarnsveden

Petra Larsson geht eine Klasse tiefer

In Linköping findet ein interessantes Experiment statt. Der Tabellendritte der Spielzeiten 2012 und 2013 baut ein junges Team, das nicht unwesentlich auf schwedischen Talenten basiert, verstärkt durch ausländische Spielerinnen wie Katie Fraine, Renée Slegers, Pernille Harder und Linda Sällström. Auch wenn Harder auf dem Weg zum Weltstar ist, dürfte das Budget Linköping um einiges geringer sein als das der beiden Giganten LdB FC Malmö und Tyresö FF.

Einige Spielerinnen jedoch passten nicht mehr hinein in das Konzept: Die Zukunft der durch Bandscheibenvorfall geplagten Sofia Lundgren etwa schien dem Verein so ungewiss, dass man ihr keinen neuen Vertrag mehr anbot. Von ihr wird allgemein ein Wechsel zum Stockholmer Aufsteiger AIK nach Solna erwartet, wo sie bereits vor 2010 aktiv war.

Die sportliche Zukunft von Mittelfeldarbeiterin Petra Larsson, die ebenfalls keinen neuen Vertrag bekam, ist indes geklärt. Die 25-Jährige „steigt ab“: sie geht in die zweite Liga Elitettan und spielt für Kvarnsvedens IK, einem Verein, der unweit ihres Heimatvereins Örnäs in der schwedischen Landschaft Dalarna gelegen ist. Kvarnsveden belegte in der ersten Ausgabe der Elitettan den fünften Platz.

Samuelsson nach Melbourne, Unterschriften in Linköping, Aus für Rincon

Nationalspielerin Jessica Samuelsson spielt in der Winterpause für Melbourne Victory in der australischen Liga. „Ich weiß nicht so viel über die Mannschaft, außer dem, was ich von Petra Larsson gehört habe. Die waren Zweiter voriges Jahr und wollen jetzt gewinnen. Es wird etwas warm da, um Fußball zu spielen. Ich fliege am 10. November und wenn wir in die Endrunde kommen, bin ich Ende Februar wieder hier,“ sagte Samuelsson dem schwedischen Radio.

In der Saison 2014 wird Samuelsson dann aber wieder Linköping zur Verfügung stehen. Beim Tabellendritten unterschrieben auch Renée Slegers, die eine grandiose Saison im zentralen Mittelfeld absolvierte, Charlotte Rohlin, Linda Sällström und Maja Krantz.

In Malmö kommt wie schon früher angekündigt Anita Asante aus Göteborg, vermutlich wird sie in der Defensive eingesetzt, zumal wie inoffiziell verlautet, Malin Levenstad ihren Vertrag noch nicht verlängert hat. Die Kapitänin wird mehreren Quellen zufolge nach Südeuropa wechseln. Nicht verlängert wird der Vertrag von Kolumbiens Megatalent Yoreli Rincon. Die 20-Jährige war erst zu Jahresbeginn gekommen, spielte zweimal von Anfang an und wurde in zehn Spielen eingewechselt. „Wir müssen auf eigene Talente setzen,“ sagte Sportchef Erling Nilsen, zwei Tage vor der Verpflichtung von Anita Asante. An Rincon sollte es ebenso Interesse in der Liga geben wie für die dänische Nationalspielerin Katrine Veje, die in Malmö ebenfalls keinen neuen Vertrag erhält. Auf deren linker Mittelfeldseite spielt seit der EM „Jungtalent“ Therese Sjögran mit ihren 36 Lenzen. Vejes Abschied zeugt auch nicht von strategischer Personalplanung.

 

Chukwudi verlässt Umeå, Holmvén übernimmt Jitex und Eidevall spricht wieder von Zirkus

Nachdem es aus beruflichen Gründen ein paar Tage lang ruhig hier war, fasse ich jetzt einiges zusammen, was sich in der vergangenen Woche ereignet hat.

Ogonna Chukwudi verlässt Umeå. Die 25-Jährige nigerianische Mittelfeldspielerin wird in der kommenden Saison Mannschaftskameradin von Sarah Michael bei KIF Örebro. An Michael waren unter anderem Göteborg und Umeå interessiert, die Stürmerin verlängerte aber ihren Vertrag. „Mit ihrer Zweikampfstärke und ihrer Schnelligkeit kann sie uns viel bringen,“ freut sich der künftige Trainer Richard Nilsson.

Nachdem Stefan Rehn Jitex nach zwei Jahren verlässt, wechselt Sportchef Anders Holmvén den Job und wird selber Trainer. Finanziell ist Jitex nach wie vor nicht auf Rosen gebettet. Fridolina Rolfö geht nach Linköping, Kathlene Fernström und Frida Höglund haben verlauten lassen, dass sie den Verein ebenfalls verlassen und zu befürchten ist, dass die eine oder andere noch folgen wird. „Wir sind gezwungen, Talente zu finden. Davon gibt es reichlich in der Elitettan,“ sagt Holmvén. Ein Abstiegskandidat dürfte damit für 2014 bereits leider feststehen.

Meistertrainer Jonas Eidevall hat schon früher das Wort Zirkus benutzt und meinte damit, die kurzfristigen Verpflichtungen amerikanischer Spielerinnen bei Hauptrivale Tyresö. Jetzt benutzte er dasselbe Wort für Linköping, das am letzten Spieltag aus Torhüterinnenmangel von Beginn an Mittelfeldspielerin Petra Larsson ins Tor stellte und dennoch 4:1 gewann. Sofia Lundgren verletzt, Lina Ringshamre ebenso und Briana Davey reiste zu einem Länderspiel ihrer australischen Mannschaft in die USA. „Für mich ist das Zirkus. Die haben zwei Torfrauen und schicken die eine zu einem Länderspiel und als sich dann die andere verletzt, haben sie keinen Ersatz. Genauso mit Tyresö, ich weiß nicht, wie viele Spielerinnen dir vor dem Spiel zu Länderspielen geschickt haben. Solange die Vereine die Liga nicht ernst nehmen, ist es schwer, vom Publikum dasselbe zu erwarten,“ so Eidevall zur Zeitung Expressen. Die Situation des Spiels Linköping – Tyresö erklärt sich daraus, dass für beide Teams der schließliche Tabellenplatz feststand. Es ging um nichts mehr. Linköpings Boss Anders Mäki gab Eidevall Contra: „So ist das nun einmal. Tyresö hatte drei Spielerinnen zu einem Länderspiel abgestellt. Ich halte das für völlig normal. In manchen Clubs setzen wir das Individuum an erste Stelle und auch wir sind so ein Club. Ich weiß nicht mal, wer Eidevall ist, ich habe nie mit dem geredet,“ so Mäki.

 

Linköping verstärkt sich aus Deutschland und Australien

Die 21-Jährige Eunice Beckmann aus Leverkusen und die 18-Jährige Australierin Brianna Davey schließen sich der Truppe von Linköpings FC an. Beckmann hatte bereits unter der Woche trainiert und war von Coach Martin Sjögren für gut befunden worden. Der Vertrag mit der Deutschen gilt bis Ende der Saison.

Da Sofia Lundgren einen erneuten Bandscheibenvorfall hatte, brauchte Linköping schnell einen Torwartersatz, sonst hätte Lina Ringshamre alleine dagestanden. Die 18-Jährige Davey hat bereits einige A-Länderspiele für Australien absolviert und Martin Sjögren behauptet gar, man habe das größte Torwarttalent weltweit verpflichtet. Schaun mer mal. Linköping wird künftig mehr mit dem Club Melbourne Victory zusammenarbeiten, von dem Davey kommt. Die schwedische und die australische Saison ergänzen sich terminlich und Melbourne hatte letzte Saison die Dienste von Linköpings Mittelfeldspielerin Petra Larsson in Anspruch genommen.

Zugänge und Abgänge (Stand: 05.01.2013)

So allmählich füllen sich die Kader der Vereine in der Damallsvenskan. Es ist Zeit für einen ersten Überblick. Hier kommen die 12 Teams der Saison 2012 plus die beiden Neulinge.

Tyresö FF

Zugänge: Christen Press (Kopparberg/Göteborgs FC), Malin Diaz (AIK)

Abgänge: Helén Eke (Verein steht noch nicht fest)

Kommentar: Erstmals auf seiner Reise von der vierten Liga zum Meistertitel gibt es in Tyresö keine wesentlichen Personalwechsel. Marta, Vero Boquete, Caroline Seger hatten allesamt laufende Verträge auch für 2013, obwohl es um Marta wieder einmal Wechselgerüchte gab und auch noch gibt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Brasilianerin Tyresö in diesem Jahr verlässt. Für die USA ist ihr Marktwert nicht groß genug und keiner der neuen Vereine könnte sie mit den erlaubten Budgets bezahlen. Christen Press wird den Stammplatz von Madelaine Edlund gefährden. Sowohl deren wie Elaines auslaufender Vertrag wurde verlängert. Tyresö ist ein Topteam mit erstklassigen Alternativen auf der Bank. Auch Meghan Klingenberg hat verlängert. Wunschelf (Linda Sembrant in der Reha nach Kreuzbandriss):

Carola Söberg, Meghan Klingenberg, Johanna Frisk, Karin Lissel, Line Röddik Hansen, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete, Marta, Kirsten van de Ven, Christen Press.

Bank: Annica Svensson, Elaine, Malin Diaz, Madelaine Edlund, Jessica Höglander.

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LdB FC Malmö

Zugänge: Yoreli Rincon (XV de Piracicaba), Zecira Musovic (Stattena), Manon Melis (Linköping)

Abgänge: Emma Wilhelmsson (Jitex), Christina Öyangen Örntoft (Bröndby), Hilda Carlén (noch unbekannt)

Kommentar: Nach der finanziellen Rettung durch Milliardär Dan Olofsson nimmt auch Malmö Kurs auf den Meistertitel. Die Liga wird (wenn sich nichts wesentlich ändert) zu einem Zweikampf Malmö – Tyresö werden, in dem Tyresö abermals klarer Favorit ist, trotz der Verpflichtung von Melis. Rincon überrascht, riskant, eine 19-Jährige Kolumbianerin zu integrieren. Die 1,54 m kleine Filigrantechnikerin wurde mit Marta verglichen, muss das aber noch beweisen. Malmö hat aber immer gut eingekauft…

Voraussichtlich:

Thora Helgadottir, Lina Nilsson, Malin Levenstad, Amanda Ilestedt, Ali Riley, Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran, Ramona Bachmann, Elin Rubensson, Anja Mittag, Manon Melis.

Reserve:

Zecira Musovic, Frida Nordin, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Yoreli Rincon, Sofi Anker Kofoed.

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Linköpings FC

Zugänge: Lina Rinshamre (Sundsvalls DFF), Magdalena Ericsson (Djurgården), Stina Blackstenius (Vadstena GoIF), Renée Slegers (Djurgården), Emma Lennartsson (IFK Norrköping)

Abgänge: Manon Melis (LdB FC Malmö), Lisa DeVanna (Perth Glory), Emma Lundh (noch unbekannt, Hammarby?), Karen Bardsley (Lincoln LFC), Louise Fors (Western Sydney Wanderers, ab Frühjahr FC Liverpool Ladies), Nora Holstad Berge (Arna-Björnar), Matilda Agné (Hammarby DFF), Ingrid Schjelderup (Vålerenga), Josefine Alfsson (Kisa BK)

Kommentar: Linköping beendet nach einem Jahr seinen Versuch, mit Tyresö und Malmö zu konkurrieren und hat Sparmaßnahmen eingeführt. Neun Spielerinnen verlassen den Verein und fünf kommen neu hinzu, im Gespräch ist immer noch AIK:s U19-Europameisterin Jennie Nordin. Mit Ringshamre und Ericsson hat man zwei weitere junge Europameisterinnen verpflichtet. Linda Sällström, die gegen Ende der Saison noch gehen wollte (Jitex war eine Option), bleibt nun doch, vermutlich, weil die Konkurrenz in der Offensive nach ihrer Rehazeit nach dem Abgang von DeVanna, Melis und Lundh deutlich entspannter geworden ist. Linköping ist auch immer noch das bessere Team. Wichtig, dass Trainer Martin Sjögren zwei weitere Jahre bleibt.

Voraussichtlich:

Sofia Lundgren, Maja Krantz, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Marianne Gajhede Knudsen, Renée Slegers, Petra Larsson, Pernille Harder, Jonna Andersson, Linda Sällström.

Hier und bei den weiteren Clubs erspare ich mir die potentielle Bankbesetzung, da lediglich Malmö und Tyresö um die Meisterschaft spielen werden.

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Kopparberg/Göteborgs FC

Zugänge: Jessica Landström (Djurgården), Marie Hammarström (KIF Örebro), Cathrine Dyngvold (Klepp),

Abgänge: Christen Press (Tyresö FF), Ingrid Wells (noch unbekannt)

Göteborg wollte eigentlich angreifen. Dann kam der Abgang von Press dazwischen. Tyresös Zampano Hans Löfgren schnappte die Amerikanerin den Göteborgern vor der Nase weg. Landström ist vom Typ her kein Press-Ersatz, aber sie ist eine Kämpfernatur mit einer enormen fysischen Kraft. Dennoch muss sich das Angriffsspiel ändern. Torbjörn Nilsson hat seinen Trainervertrag um 2 Jahre verlängert, weil ihm versichert wurde, dass die Mannschaft sukzessiv verstärkt wird. Mindestens eine Klassespielerin muss noch kommen.

Voraussichtlich: Kristin Hammarström, Catrine Johansson, Anna Ahlstrand, Stina Segerström, Camille Levin, Yael Averbuch, Anita Asante, Johanna Almgren, Olivis Schough, Cathrine Dyngvold, Jessica Landström.

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Kristianstads DFF

Zugänge: Josefine Öqvist (vereinslos), Marija Banusic (IK Sirius), Brett Maron (Valur), Elin Borg (AIK)

Abgänge: Elin Nilsen (Vittsjö), Katrin Ómarsdóttir, Becky Edwards (beide unbekannt), Emelie Johnsson (Borens IK),  Moa Pettersson (Wä IF), Anna Persson (Glimåkra IF), Lisa Petersson, Julia Molin (AIK)

Auf den Plätzen 5-12 und bei den Aufsteigern erspare ich mir die mögliche Aufstellung am ersten Spieltag. Maron wird sicher in den ersten Monaten im Tor stehen, da Hedvig Lindahl in der Reha nach dem Kreuzbandriss ist. Trainerin Beta Gunnarsdottir ist wie immer super ambitioniert und will sicher Meister werden. Mit der Verpflichtung von Banusic ist ihr ein Coup gelungen. Für mich das größte Talent im schwedischen Fußball VOR der allenthalben gepriesenen Lina Hurtig (Umeå). Dass Josefine Öqvist letztlich der Offensive maßgebliches Gewicht verleihen wird, steht außer Frage. Kristianstad hat jetzt den drittbesten Angriff der Liga.

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Vittsjö GIK

Zugänge: Elin Nilsen (Kristianstad), Jane Ross (Glasgow City)

Abgänge: Emma Kullberg (Umeå Södra), Josefine Mårtensson (Glimåkra IF)

Das zweite Jahr ist immer das Schwerste. Das wird auch für Sensationsaufsteiger Vittsjö GIK gelten. Niemand hätte das Team aus Skåne auf Rang 6 erwartet. Die Verpflichtung von Jane Ross deutet eventuell darauf hin, dass Danesha Adams geht. Die Amerikanerin war sehr wichtig. Möglich, dass Vittsjö, wie immer, von Beta Gunnarsdottir geschasste Spielerinnen überimmt. Becky Edwards?

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Umeå IK

Zugänge: Hanna Folkesson (AIK)

Abgänge: Erica Carlén (Morön)

Wenig passierte in Umeå. Keeperin Caroline Jönsson hat ihr Karriereende zur Saisonmitte angekündigt. Da braucht es Ersatz.

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Piteå IF

Zugänge: Clara Markstedt (AIK), Johanna Andersson (Assi)

Abgänge: Camilla Johansson, Jessica Olovsson (unbekannt), Ann-Mari Dovland (Klepp), Jennifer Nobis (Karriereende)

Piteå hat zwar die beste Torschützin Nobis durch Clara Markstedt ersetzt, aber es fehlt an einer weiteren offensiven Spielerin, die dem Angriff mehr Durchschlagskraft verleiht. Faith Ikidi hat ihren Vertrag bis einschließlich 2015 verlängert, eine finanzielle Deckung dafür gibt es noch nicht.

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Jitex BK

Zugänge: Emma Wilhelmsson (LdB FC Malmö)

Abgänge: Katri Nokso-Koivisto (LSK Kvinner), Nanna Jansson (Hovås Billdal), Caroline Lindblad (unbekannt)

Jitex wird weder schwächer noch stärker.

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KIF Örebro

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emelie Lundberg (Eskilstuna United), Hanna Ågren-Åhbom, Nina Fellbrant,  Fanny Persson (hören auf), Edda Garðarsdóttir,  Ólína Viðarsdóttir (beide zurück nach Island, , Linda Fransson (noch nicht klar)

Das sieht wieder nicht gut aus für Örebro, das erhebliche finanzielle Probleme hat.

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Sunnanå SK

Zugänge: Anikka Kukkonen (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF),  Carys Hawkins (Perth Glory

Abänge: Anna Bodén (Morön),  Yanru Zhang (China)

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Mallbacken

Zugänge: Sarah Bergman, Emmie Johansson (beide QBIK), Maija Saari (AIK), Hayley Lauder (Åland United)

Abgänge: Anna Arnfeldt (Karriereende)

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Djurgården

Abgänge: Gudbjörg Gunnarsdottir, Mia Jalkerud, Freja Hellenberg (alle Avaldsnes IL), Jessica Landström (Göteborgs FC), Renée Slegers (Linköping), Anna Lindblom (Hammarby), Katrine Petrous, Natalia Rickne, Annika Kukkonen (Sunnanå), Katrin Jonsdottir, Caroline Frånberg.

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AIK

Zugänge: Lisa Pettersson, Julia Molin (beide Kristianstad)

Abgänge: Maija Saari (Mallbacken), Elin Borg (Kristianstad), Nazanin Vaseghpanah (hört auf), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz (Tyresö), Clara Markstedt (Piteå), Lori Chalupny (unbekannt)

Sieben Tore am Dienstag

Manon Melis schoss Saisontore 12 & 13

Mit dem 4:3 über Vittsjö hat Linköping sich nun auch ernsthaft im Rennen um Platz 4 eingeschaltet. Am Schluss wurde es noch einmal eng, denn der vor der Saison als Meisterschaftsfavorit gehandelte Gastgeber führte schon mit 4:1 ehe Emma Sjödahl und Sofie Andersson es noch einmal spannend machten. Linköping hatte einst eine Abwehr, die nur sehr wenig Gegentore zuließ. Das hat sich seit der Verletzung von Charlotte Rohlin geändert. 30 Gegentore in 18 Spielen sind die schlechteste Bilanz im Defensivbereich seit die Mannschaft 2004 in die Damallsvenskan aufstieg. Damals ließ man in 22 Spielen 37 Gegentore zu.

Dennoch, nach vorne geht jetzt wieder mehr. Und natürlich ist die „fliegende Holländerin“Manon Melis einer der Gründe. Ihre beiden Treffer (jetzt 13 insgesamt) sorgten für die klare Führung nachdem die junge, hochtalentierte Dänin Pernille Harder mit ihrem ersten Tor für Linköping das Eis gebrochen hatte. Dazwischen gelang noch Danesha Adams der zwischenzeitliche Anschlusstreffer. Und der Vollständigkeit halber: Es war Petra Larsson, die zum 4:1 traf.

Wieder einmal gab es Unzufriedenheit mit den Schiedsrichtern. Vittsjös Spielerinnen protestierten heftig nach dem 0:1 durch Harder.

„Die bekamen eine Ecke, der vorangegangen war, dass der Linienrichter die Abseitsflagge gehoben hatte, aber die Schiedsrichterin hob das auf,“ so Vittsjös Co-Trainer Ulf Palmquist. „Die Flanke, die dann kam, wurde von einer Spielerin Linköpings ins Aus geköpft. Aus der darauf folgenden Ecke machten sie das 1:0. Die Mädchen protestieren wirklich nicht oft und werden nicht oft sauer. Hier aber war es so. Diese Situation war ziemlich wichtig und spielentscheidend. Mit der Führung im Rücken konnte Linköping dann sein Konterspiel fahren,“ so Palmquist weiter.

 

 

 

Linköpings FC – Djurgården damfotboll= (8:0) 11:0

Und hier gibt es alle Tore. Die arme Tove Enblom im Tor…

1:0 Emma Lundh (1.), 2:0 Louise Fors (11.), 3:0 Petra Larsson (16.), 4:0 Lisa DeVanna (27.), 5:0 Manon Melis (37.), 6:0 Louise Fors (39.), 7:0 Manon Melis (41.), 8:0 Emma Lundh (45.), 9:0 Manon Melis (68.), 10:0 Josefine Alfsson (83.), 11:0 Manon Melis (92.)

 

Linköping tief in der Krise

Als Meisterschaftsfavorit in die Saison gegangen, liegt Linköping nach einer desolaten Leistung am Dienstagabend lediglich auf dem neunten Platz.

Man verlor die Hängepartie gegen Pokalsieger und Vizemeister Kopparberg/Göteborgs FC mit sage und schreibe 0:6.

Petra Larsson, Mittelfeldspielerin von Linköping, brachte es nach dem Spiel auf den Punkt. „Wir standen einfach nicht als Team auf dem Platz.“ Christen Press, die pfeilschnelle Amerikanerin, schoss drei Tore und liess die sonst so sichere Abwehr von Linköping ein ums andere Mal aussehen wie eine Jugendauswahl. Die drei weiteren Treffer erzielten Lisa Ek, Linnéa Liljegärd und Sara Lindén. 

In Linköping sollte man möglichst bald darüber nachdenken, ob das Trainergespann Christian Andersson und Denise Reddy in der Lage ist, aus diesem Haufen Individualisten eine Mannschaft zu machen. Sportchef Jörgen Pettersson wird nun auch im dritten Jahr in Linköping erfolglos bleiben, nachdem er zuvor schon jahrelang in Malmö den Titeln nur hinterhergehechelt war. Die Leistung des Teams am Dienstagabend war völlig indiskutabel.

Kreuzbandriss bei Charlotte Rohlin

Die schwedische Nationalmannschaft muss bei den Olympischen Spielen in London auf ihre woihl beste Abwehrspielerin verzichten. Die 31-Jährige Mannschafskapitänin Charlotte Rohlin musste schon nach drei Minuten am Donnerstagabend beim Meisterschaftsspiel gegen KIF Örebro wegen einer Knieverletzung ausgewechselt werden.

Am Freitag bestätigte sich der Verdacht, den der Mannschaftsarzt bereits am Abend des Spiels geäußert hatte: Charlotte Rohlin erlitt einen Kreuzbandriss und fällt damit für den Rest der noch jungen Saison aus.

Insbesondere auch für den schlecht gestarteten Linköpings FC eine Hiobsbotschaft, denn schon Linda Sällström fällt wegen derselben Verletzung für den Rest des Jahres aus.

Auch im Spiel gegen Örebro gab es wieder nicht drei Punkte, sondern zum vierten Mal in diesem Jahr lediglich einen. Sarah Michael hatte Örebro in Führung gebracht, Petra Larsson glich in der 65. Minute aus.

Damit hat Meisterschaftsfavorit Linköping nun schon acht Punkte Rückstand auf das Führungsduo Tyresö / Malmö. In einer so kurzen Saison und mit den Verletzungssorgen ist das nicht mehr aufzuholen.