Mehr von der Algarve und aus Zypern

Höhepunkte: Schweden – Deutschland 4:2

Gestern gab es allerlei Länderspiele an der Algarve und auf Zypern. Hier ein wenig gesammelte Infos dazu. Hope Solo wieder im Tor der USA. Die 16-Jährige Jessie Fleming schoss ihr erstes Länderspieltor für Kanada gegen Schottland. Die 19-Jährige Larissa Crummer schoss das goldene australische Tor gegen Holland. Fleming und Crummer zwei Namen, die man sich merken sollte.

Algarve Cup

Gruppe A: Schweden – Deutschland 4:2, Brasilien – China 0:0

Höhepunkte: USA – Norwegen


Gruppe B:
USA – Norwegen 2:1 (Tore: 0:1 Ada Hegerberg, 1:1, 2:1 Carli Lloyd)
Schweiz – Island 2:0 (1:0, 2:0 Lara Dickenmann)
Gruppe C:
Frankreich – Portugal 1:0 (Tor: 1:0 Eugénie Le Sommer)
Dänemark – Japan 2:1 (Tore: 1:0 Sanne Troelsgaard, 1:1 Kozue Ando, 2:1 Johanna Rasmussen)

Cyprus Cup

Gruppe A: Schottland – Kanada 0:2 (Tore: 0:1 Jessie Fleming, 0:2 Christine Sinclair), Südkorea – Italien 1:2
Gruppe B: Niederlande – Australien 0:1 (Tor: 0:1 Larissa Crummer), Finnland – England 1:3 (Tore: 0:1 Lianne Sanderson, 0:2 Eniola Aluko, 0:3 Jessica Clarke, 1:3 Maija Saari)
Gruppe C: Mexiko – Südafrika 2:0, Tschechien – Belgien 0:2

Schweden dreht auch gegen Deutschland

Schon im Januar in La Manga lagen die Schwedinnen mit 0:2 zurück, gegen Angstgegner Norwegen. Und drehte das Spiel in einen 3:2-Sieg, der viel Selbstvertrauen brachte.

Auch Deutschland ist sowas wie ein Angstgegner für die Truppe von Pia Sundhage. Seit 2009 hatte man nicht mehr gegen die Schützlinge von Silvia Neid gewonnen und nach fünf Minuten an der Algarve heute Nachmittag sah es so aus, als würde die Serie anhalten. Simone Laudehr war die ausgeschlafenste Spielerin auf dem Platz – zunächst. Pass auf Dzsenifer Marozsan und dann eine Minute später selber Torschützin und Schweden, das heute seine Abwehr testen wollte, lag 0:2 hinten. Gegen den Weltranglistenersten solte das spielentscheidend sein.

Nach einer halben Stunde gelang Caroline Seger der Anschlusstreffer nach einer Situation, in der die Deutschen drei Zweikämpfe leicht verloren und der Schuss Segers auch noch von Luisa Wensing abgefälscht wurde.

Schweden war ergebnistechnisch wieder dabei, auch wenn das Spiel der Nordeuropäerinnen erst so richtig nach der Halbzeit begann.

Nadine Angerer macht derzeit fleißig Werbung für ihr Buch und tingelt von einer Talkshow zur anderen, gestern Abend war sie noch bei Markus Lanz in Hamburg zu sehen. Ob das live war? Leider tingelte die Weltfußballerin von 2013 auch in der zweiten Hälfte in Richtung Sofia Jakobsson, die auf dem linken Flügel angespielt wurde. Und wie Männerpendant Manuel Neuer bei der WM wollte auch Angerer der zwölf Jahre jüngeren Schwedin in Diensten des SC Montpellier den Ball vom Fuß kicken, aber Jakobsson war schneller, viel schneller und ließ Angerer so alt aussehen wie selten, spitzelte den Ball vorbei an ihr und lief hinterher und konnte zum umjubelten Ausgleich treffen. Leider eine spielentscheidende Szene. Denn die Schwedinnen waren nun vollends im Bewusstsein, auch das Spiel gegen den Europameister drehen zu können. Noch einmal Caroline Seger per Kopf und noch einmal Sofia Jakobsson, die schneller ist als die gesamte deutsche Abwehr dürften Silvia Neid viel Denkarbeit verschafft haben. Denn mit solch eklatanten Abwehrproblemen wird man bei der WM in Kanada kaum eine entscheidende Rolle spielen.

Die Schwedinnen haben abermals viel Selbstbewusstsein getankt. Auch wenn ebenfalls Pia Sundhages Abwehr noch nicht steht. Sundhage sagte, dass man am Freitag bei der Begegnung mit Brasilien mit vielen Änderungen rechnen könne. Dass man gegen die beste Mannschaft der Welt das Spiel gedreht hat, dabei vier Tore schoss und auch noch auf Superstar Lotta Schelin verzichten musste, das macht die Schwedinnen allmählich zu ernst zu nehmenden Anwärtern auf eine WM-Medaille.

ffschweden im Gespräch mit: June Pedersen

Die LF Arena in Piteå - seit sieben Jahren June Pedersens Zuhause

Die LF Arena in Piteå – seit sieben Jahren June Pedersens Zuhause

Piteå ist die nördlichste Stadt, die in der Damallsvenskan vertreten ist. Um hierhin zu kommen, fliegt man rund eineinhalb Stunden von Stockholm nach Luleå und nimmt dann den Bus, der ein weiteres Stündchen in südlicher Richtung bis Piteå braucht.

Warum viele der nordschwedischen Orte auf -å (Sprich: O wie in Ofen) enden? Weil sie an Flüssen aus dem nordschwedischen Inland entstanden sind. Luleå liegt am Luleälv, Umeå am Umeälv und Piteå am Piteälv. Da gäbe es noch Skellefteå (= hier spielt der Zweitligist Sunnanå SK), das am Skellefteälv liegt…

Fünf Jahre hat Piteå IF nun in der Damallsvenskan gespielt und damit kann man wohl sagen, dass sich die Mannschaft etabliert hat. Zwar in der unteren Hälfte, aber man ist dabei und in letzter Zeit auch nicht mehr wirklich in Abstiegsgefahr gewesen.

Zwei Spielerinnen aus der heutigen Truppe waren schon 2009 dabei, als man erstmals im Oberhaus des Ligasystems spielte: Lena Blomkvist und die Norwegerin June Pedersen. June hat vor ihrem Wechsel nach Umeå immerhin zwei schwedische Meisterschaften mit Umeå IK gewonnen und auch den Women’s Cup. Sie spielte in der großen Mannschaft Umeås mit Marta, Elaine, Malin Moström, Anna Paulson und vielen anderen.

Vor ein paar Tagen habe ich mich mit der 29-.Jährigen Norwegerin unterhalten. June ist in Tromsø, nördlich des Polarkreises geboren und hat nie für einen Verein südlich von Umeå gespielt.

Bist du einfach ein Mensch, der sich im Norden sehr wohl fühlt und nicht viel vom Großstadttrubel hält?

“Ich fühle mich eben sehr wohl in Piteå, auch wenn das im Norden liegt,” antwortet June und das klingt fast wie eine Entschuldigung. “Auf der anderen Seite liegt Piteå schon ein Stück südlich von Tromsø, wo ich herkomme. Für mich fühlt sich das also nicht so nördlich an hier. Ich mag Piteå als Stadt und auch die Menschen hier und bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Wir sind eine Supertruppe und haben viel Spaß miteinander. Und all das trägt dazu bei, dass man Jahr für Jahr bleibt.”

Selber kann ich mich noch gut an die LF Arena in Piteå erinnern, wo ich 2011 vor dem Spiel gegen KIF Örebro zusammen mit der kanadischen Nationaltorhüterin Stephanie Labbé einer Schülerin einen Preis (eine Reise nach Deutschland) überreichen durfte. Ein spezielles Publikum, sehr nette Leute und eine familiäre Atmosphäre. Stephanie erzählte mir damals, dass die Spielerinnen am Wochenende in der Stadt überall wiedererkannt werden, im kleinen Piteå sind die Spielerinnen kleine Berühmtheiten.

Ihr seid jetzt in der fünften Saison hintereinander in der Liga. Was braucht es, damit ihr die untere Hälfte verlassen könnt und weiter nach oben strebt?

“Wir müssen unseren Plan weiter verfolgen. Müssen unser offensives Spiel weiterentwickeln und einfach noch härter arbeiten. Darüber hinaus kriegen wir natürlich auch mehr Routine und Erfahrung mit jedem Jahr in der ersten Liga. Und das ist gut für die Zukunft.”

Es gibt keine großen Unterschiede im Kader, verglichen mit 2014. Drei Spielerinnen sind gegangen, zwei sind gekommen. Wie siehst du den Kader?

“Ich bin zufrieden. Wir sind eine gute Truppe und haben viel Spaß miteinander und es ist doch ein Vorteil, dass so viele vom letzten Jahr dabei sind, so kann man das Spiel einfacher weiterentwickeln. Die Neuen sind gut reingekommen und haben wirklich gezeigt, dass sie uns etwas geben werden. Es wird sicher keine großen Veränderungen in unserem Spiel geben.”

Immer weniger Mannschaften nehmen sich eine konkrete Platzierung vor, es geht heutzutage meist darum, ein Spiel nach dem anderen zu nehmen und genau das erzählt mir auch June Pedersen,. als ich sie danach frage, ob man denn überlegt habe, welches Ziel man sich nimmt.

Was machst du denn abseits des Fußballs oder bist du Profi?

“Ich arbeite in einem Sportgeschäft und da hauptsächlich mit Vereinen und Unternehmen. Ich entscheide jeweils nach einem Jahr, wie es weitergeht, wir werden also sehen, wie lange ich in Piteå wohne. Aber wie ich dir schon gesagt habe, es geht mir hier richtig gut und so lange man sich als Mensch und Spielerin weiterentwickeln kann, sehe ich keinen Sinn in einem Umzug.”

Im April fängt June Pedersen Saison Nummer 7 in Piteå an. Die Mannschaft hat noch nie mehr als 27 Punkte in einer Saison geholt und am Ende denke ich, dass das doch ein gutes Ziel sein könnte. 28 Punkte oder mehr.

Ohne Schelin, aber mit Samuelsson

Aufgrund eines Zusammenpralls im Ligaspiel gegen Guingamp letzte Woche, muss Schweden gegen Deutschland heute auf seinen Superstar Lotta Schelin verzichten. Die 31-Jährige sitzt aus Sicherheitsgründen auf der Bank und wird wohl auch nicht eingewechselt.

Die Aufstellung gab Pia Sundhage gemäß alter schwedischer Tradition am Abend vorher bekannt:

Hedvig Lindahl, Elin Rubensson, Nilla Fischer, Linda Sembrant, Jessica Samuelsson, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Therese Sjögran, Kosovare Asllani, Sofia Jakobsson.

Die Woche in Schweden

Saure Gurken Zeit in Schweden. Es passiert einfach nicht viel, bald geht es immerhin an der Algarve los und Pia Sundhage wird Antworten bekommen, wie es so schön im Fußballjargon unserer Zeit heißt. Antworten darauf, wer bei der WM neben der gesetzten Nilla Fischer verteidigen darf und ob Favoritin Hedvig Lindahl wieder gesetzt als erste Torhüterin wird, wie schon 2007 und 2011 unter Thomas Dennerby. Mittelfeld und Angriff dürften stehen, ebenso sicher scheint mir, dass auf der rechten Seite Elin Rubensson verteidigen wird und Sofia Jakobsson auf der Außenbahn im Mittelfeld arbeiten wird. Ob Fridolina Rolfö es zum Superjoker schafft, bleibt abzuwarten, denn leider musste die 21-Jährige ihr Flugticket nach Faro abbestellen, sie ist wieder verletzt und ersetzt wird sie durch Megatalent Marija Banusic (Chelsea Ladies). Unterdessen gab Veteranin Sofia Lundgren ihr Comeback für ihren neuen Verein Hammarby. Nach einem Jahr und acht Monaten Pause wegen eines Bandscheibenvorfalls stand sie vor einer Woche gegen Ligakonkurrent Eskilstuna United beim 0:0 90 Minuten lang zwischen den Pfosten. Dennoch zweifelhaft, ob Sundhage die 32-Jährige noch mit zur WM nehmen wird. Mit Carola Söberg (KIF Örebro) dürfte die Nummer zwei im Tor feststehen und den dritten Platz machen Hilda Carlén (Piteå) und Malin Reuterwall (Umeå) unter sich aus. Linköpings FC besiegte KIF Örebro in einem Testspiel mit 2:1, während Kopparberg/Göteborgs FC den dänischen Topclub Fortuna Hjørring mit 4:0 nach Hause schickte. Gestern schlug KIF Örebro daheim Aufsteiger Mallbacken mit 1:0. Ohne seine drei schwedischen Nationalspielerinnen schoss die 18-Jährige Adelisa Grabus das Tor für die Gastgeber. Grabus war mir vor zwei Jahren im Halbfinale des Jugendturnieres Cup Kommunal positiv aufgefallen, wäre schön, wenn sie in diesem Jahr den Durchbruch in die A-Mannschaft schaffen würde. Meister FC Rosengård hatte nur wenige seiner A-Kaderspielerinnen auf dem Eis als man gestern den dänischen Vertreter Kolding BK mit 1:0 besiegte. Tor durch Nachwuchsspielerin Rebecka Holm Klensmeden.

Die Woche im Rückblick: Algarve-Aufgebot und mehr

Eine Woche herrschte Funkstille, was nur zum Teil daran liegt, dass wir uns immer noch in der Vorsaison befinden und die meisten Verpflichtungen getätigt sind.

Am Sonntag fand das erste Spitzenspiel der Saison statt, für Meister FC Rosengård das erste Aufwärmen vor dem CL-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg Ende März, das den frühen Saisonhöhepunkt darstellen soll.

Es war ein guter Start für den Meister, das Pokalspiel beim Rivalen Kopparberg/Göteborgs FC, denn mit einem 2:1 nach Verlängerung verschaffte man sich mit Sicherheit eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Dabei fiel offenbar Ramona Bachmann zurück in alte Verhaltensweisen, denn die bald 25-Jährige flog schon nach weniger als einer Viertelstunde nach der zweiten gelben Karte vom Platz und brachte ihr Team somit in die Verlegenheit, 105 Minuten mit zehn gegen elf spielen zu müssen.

Göteborg übernahm die Führung durch Rebecca Blomqvist, eine 18-Jährige, die schon in Testspielen von sich reden machte durch zahlreiche Treffer. Rosengåds Kapitänin Sara Björk Gunnarsdottir glich per Kopfball aus und in der Verlängerung zeigte sich dann wieder einmal, warum Marta einfach das gewisse Extra hat. Sie schnappte sich den Ball auf halblinks, zog zu einem unwiderstehlichen Spurt über 25-30 Meter an, bewegte sich nach innen und schoss dann an Lois Geurts vorbei zum 2:1 Endstand ins Tor der Gastgeber.

Elin Rubensson spielte dabei erstmals gegen ihr altes Team aus Malmö und zwar im Mittelfeld. Die Gerüchteküche sagt, dass Nationaltrainerin Pia Sundhage, die Rubensson als Außenverteidigerin in der Natio haben möchte, bei Göteborgs Trainer Stefan Rehn angerufen haben soll und ihn gebeten hat, dass auch er Rubensson in der Abwehr einsetzen soll. Stimmt das, was man sich erzählt, dann hat Stefan Rehn nur gelacht. Rubensson ist auf der Homepage des Vereins als Mittelfeldspielerin geführt. und hat früher auch in Malmö auf der Außenbahn offensiv gespielt.

Pia Sundhage hat am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Solna ihr Aufgebot für das Turnier an der Algare bekanntgegeben und vieles spricht dafür, dass es nur winzige Veränderungen hin zum WM-Kader geben wird. Wieder dabei nach ihrer Hüftoperation ist Hedvig Lindahl, die nach Sundhages Auskunft mit Volldampf bei Chelsea trainieren würde und wieder einsatzfähig sei. Sie dürfte damit auch wieder erste Wahl vor Carola Söberg sein.

Das Aufgebot:

Tor: Hedvig Lindahl (Chelsea Ladies), Carola Söberg (KIF Örebro), Hilda Carlén (Piteå IF)

Abwehr: Nilla Fischer(VfL Wolfsburg), Linda Sembrant (SC Montpellier), Sara Thunebro (Eskilstuna United), Lina Nilsson (FC Rosengård), Elin Rubensson (Kopparberg/Göteborgs FC), Jessica Samuelsson (Linköpings FC), Charlotte Rohlin (Linköpings FC), Emma Berglund (FC Rosengård)

Mittelfeld & Angriff: Kosovare Asllani (Paris SG), Lotta Schelin (Olympique Lyon), Caroline Seger (Paris SG), Sofia Jakobsson (SC Montpellier), Lisa Dahlkvist (KIF Örebro), Malin Diaz Pettersson (Eskilstuna United), Hanna Folkesson (KIF Örebro), Antonia Göransson (Vittsjö GIK), Jenny Hjohlman (Umeå IK), Fridolina Rolfö (Linköpings FC), Olivia Schough (Eskilstuna United), Therese Sjögran (FC Rosengård).

Auf derselben Pressekonferenz gab man auch bekannt, dass Anfang April zwei Testspiele anberaumt sind, am 05.04. in Eskilstuna gegen die Schweiz und am 08.04. in Stockholm gegen Dänemark.

Megatalent Lina Hurtig (Umeå IK) ist wieder nicht im Aufgebot, eine Fußverletzung zwang sie aber auch zu einer OP und sie wird vermutlich einen Teil des Frühjahrs auf dem Platz verpassen. Hedvig Lindahls Mannschaftskameradin Marija Banusic ist ebenfalls nicht dabei und dürfte kaum Chancen auf eine Nominierung für die WM haben.

Beata Kollmats: Kreuzbandriss und andere Nachrichten

Der 22-Jährigen Innenverteidigerin Beata Kollmats (Kopparberg/Göteborgs FC) ist zum zweiten Mal in ihrer Karriere das Kreuzband gerissen. Beim 6:0 Freundschaftsspielsieg gegen Zweitligist Kungsbacka musste Kollmats mit starken Knieschmerzen den Platz verlassen, die Befürchtung bestätigte sich und damit fällt Beata für die gesamte Saison 2015 aus.

Pia Sundhages Äußerung vor gut einem Monat, dass sie wohl ihren Job verlieren werde, falls Schweden in einem WM-Viertelfinale ausscheidet, relativierte nun Sundhages Weggefährtin und Sportchefin beim schwedischen Fußballverband Marika Domanski-Lyfors in einem Interview mit der Zeitung Expressen: “Unsere Zielvorstellung vor Meisterschaften ist, dass die schwedische Frauenfußballnationalmannschaft eine Medaille gewinnen soll. Da kommt niemand dran vorbei und das scheint mir auch ein realistisches Ziel zu sein. Das ist unser Wunsch, aber dies als Bedingung dafür anzusehen, dass Pia ihren Job behält oder nicht behält, das haben wir nie gesagt.” Im selben Artikel sagt Lotta Schelin, dass sie niemanden kenne, der Sundhages Job besser machen könnte und dass siue sich vorstellen könne, dass Pia auch noch nach 2016 (Vertragsende) Nationaltrainerin sein könne.

Mit der 22-Jährigen Arna-Sif Ásgrímsdóttir kommt eine weitere Isländerin in die Damallsvenskan. Nach einer Woche Probetraining in Göteborg erhielt die Abwehr- und Mittelfeldspielerin einen Vertrag für eine Saison mit einer Option für ein weiteres Jahr.

In Linköping trainiert derzeit mit der 16-Jährigen Courtney Strode eine offenbar hochtalentierte Amerikanerin. Trainer Martin Sjögren jedenfalls ist beeindruckt und sagte, dass Strode natürlich noch keine Startspielerin sei, aber dass nur sehr wenige 16-Jährige das wären

Finnland – Schweden 0:3

Auch im zweiten Testspiel 2015 trafen die Schwedinnen drei Mal, ersparten sich aber einen Rückstand wie gegen Norwegen im Januar in la Manga. Dieses Mal war es mehr oder minder eine klare Angelegenheit, auch wenn Finnland in der ersten Viertelstunde in Eerikkilä spritziger wirkte und mit schnellen Kontern die eine oder andere halbgefährliche Situation kreieren konnte.

Spätestens nach dem 0:1 durch Lotta Schelin war es dann aber mit der finnischen Unbekümmertheit vorbei. Es standen sich auch zwei sehr ungleiche Teams gegenüber. Andrée Jeglertz Finnland, das Spielerinnen im Hinblick auf die im Herbst beginnende EM-Qualifikation testet und Schweden, das seine Startelf für die im Juni in Kanada beginnende WM sucht.

Sofia Jakobsson und Nilla Fischer schossen die Tore zum 3:0 und in der Startformation scheint nun vieles klar zu sein. Mittelfeld und Angriff sollten für die WM weitgehend stehen.

Vorne wird Pia Sundhage auch gegen die USA, Nigeria und Australien, falls fit und gesund, mit Kosovare Asllani und Lotta Schelin operieren. Und im Mittelfeld kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Hanna Folkesson und Caroline Seger das zentrale Mittelfeld bilden werden und dass Sofia Jakobsson und Therese Sjögran an den Seiten.

In der zentralen Abwehr ist Nilla Fischer gesetzt, Sundhage testete in der ersten Halbzeit Veteranin Charlotte Rohlin und brachte in den zweiten 45 Minuten Emma Berglund. Außen spricht einiges dafür, dass Elin Rubensson auf der rechten Abwehrseite offensiv sein darf, während Lina Nilsson gerade auf links getestet wird. Sara Thunebro ist nicht mehr unbedingt erste Wahl in Sundhages Welt.

Mit der Torwartposition dürfte die Trainerin die größten Kopfschmerzen haben. Carola Söberg, die jetzt startete und in der zweiten durch Hilda Carlén ersetzt wurde. Schweden hat keine Klassetorhüterin, selbst wenn die nach Hüftoperation und Londonumzug zurückkehrende Hedvig Lindahl wieder auf dem Posten als Nummer 1 sein sollte. Kristin Hammarström war eine klare Nummer 1, wenngleich nicht Weltklasse, aber ihr Rücktritt scheint endgültig zu sein, auch wenn Sundhage es im Herbst/Winter noch mal mit dem Lockwort “WM” bei der 32-Jährigen versucht hat.

Eine heiße Kandidatin für das Mittelfeld wäre noch Linköpings Supertalent Fridolina Rolfö, aber vermutlich wird die 21-Jährige bestenfalls eine Jokerrolle bekommen. Pia Sundhage ist nicht für übergroßen Mut, sondern mehr für kontinuierliche Kärrnerarbeit bekannt.

Niederlande – Thailand 7:0

Zum ersten Mal standen sich gestern Abend in Almelo die beiden Nationalmannschaften der Niederlande und Thailands gegenüber und auch wenn die Thais tatsächlich 2-3 Torchancen hatten, so waren die Niederländerinnen, die bekanntermaßen nicht zu den Favoritinnen der WM in Kanada gehören, physisch, technisch und taktisch haushoch überlegen und gewannen am Ende locker mit 7:0.

Meine Zweifel, ob der Frauenfußball schon für ein Teilnehmerfeld mit 24 Mannschaften reif ist, bleiben bestehen. Deutschland braucht gegen diesen Gegner keine Angst zu haben und kann mit der B-Mannschaft dennoch etwas für das Torverhältnis tun.

ffschweden im Gespräch mit: Susanna Lehtinen

Wird auch 2015 wieder ein Jubeljahr für KIF Örebro?

Wird auch 2015 wieder ein Jubeljahr für KIF Örebro?

80 Länderspiele hat Susanna Lehtinen für Finnland gemacht und gerade bereitet sie sich auf ihre achte Saison für KIF Örebro vor, eine Saison in der sie erstmals Champions League spielen wird. Vergangene Woche hatte ich Gelegenheit, mich mit der 31-Jährigen Außenverteidigerin zu unterhalten.

In den vier Wochen in der Vorbereitung auf die Saison, die am Wochenende nach Ostern beginnt, hat KIF Örebro zwei Vorbereitungsspiele absolviert, gegen eine Jungenmannschaft Jahrgang 1998 und gegen den Ligarivalen Hammarby, die Begegnung endete 1:1. Wie sieht es im Kader aus?

“Bis auf Ogonna Chukwudi sind jetzt alle Spielerinnen zurück und das ist natürlich wichtig,” sagt Susanna Lehtinen.

Ein Teil eures Erfolgs im letzten Jahr ist sicher darauf zurückzuführen, dass ihr doch über mehrere Jahre lang mit einem sehr ähnlichen Kader gespielt habt. Nun aber haben Stephanie Labbé, Annika Kukkonen, Lucie und Irene Martinkova den Verein verlassen und ihr müsst fast das komplette Mittelfeld neu einspielen. Wie denkst du darüber?

“Natürlich ist das eine Veränderung und wir müssen uns einspielen, aber unsere Neuzugänge Carola Söberg, Hanna Folkesson und Lisa Dahlkvist sind allesamt routinierte Kräfte und ich gehe davon aus, dass sie sich leicht integrieren lassen.”

Der zweite Platz im Vorjahr war ein bisschen unerwartet für die Experten, wir hatten euch natürlich in der oberen Hälfte der Tabelle gesehen, aber nicht gedacht, dass ihr so renommierten Teams wie Kopparberg/Göteborgs FC und Linköpings FC den Champions-League-Platz wegschnappen würdet. Wieso habt ihr das geschafft?

“Wie du schon gerade gesagt hast, so haben wir eine Mannschaft, die lange zusammengespielt hat. Wir hatten absolut kein Glück. Nach der letzten Trainingswoche 2013 und ab da haben wir intensiv an Details in unserem Spiel arbeiten können. Wir hatten ja schon immer eine ordentliche Defensive und konnten darauf aufbauen.”

Über KIF Örebro haben mir andere Spielerinnen im Laufe der Jahre immer wieder gesagt, dass es sehr schwer ist, gegen euch zu spielen, aber auch, dass ihr einen ziemlich langweiligen Fußball spielt. Ich habe euch in der zweiten Hälfte der letzten Saison mehrmals im Stadion gesehen und kann sagen, dass ihr jetzt einen sehr schönen Fußball spielt, in dem sich die verschiedenen Mannschaftsteile harmonisch ergänzen. Was ist passiert?

“Es ist jetzt einfach so, dass wir heute mehr Ballbesitz haben als früher und wir wollen den Ball auch im Angriff behalten,” erklärt Susanne Lehtinen. Und sagt mir nochmals, dass man an sehr vielen Details im Spiel gearbeitet habe.

Sprecht ihr schon mal über die Champions League, die im Herbst auf euch wartet?

“Nein, ehrlich gesagt machen wir das nicht. Das ist einfach noch so weit weg, wir konzentrieren uns auf die Saison, die jetzt kommt und bemühen uns, dass wir unser Spiel zum Laufen bringen.”

Was müsst ihr denn noch verbessern?

“Vor allem das Spiel im klassischen letzten Dritten, da können wir noch besser und gefährlicher werden.”

Ihre Nationalmannschaftskarriere hat die 31-Jährige am Ende der Saison 2014 ebenso beendet wie Mannschaftskameradin und Landsmännin Sanna Talonen. Kein gemeinsamer Beschluss, versichert sie mir.

“Das nächste große Turnier für Finnland ist frühestens 2017 [EM in den Niederlanden], also dachte ich, dass dies ein guter Zeitpunkt zum Aufhören ist und dass ich mich ganz auf den Vereinsfußball konzentriere. Jetzt kommen auch ganz viele junge Frauen aus dem Jahrgang 1994, der bei der WM in Kanada dabei war und wenn man sich die aktuelle Truppe anschaut, die Trainer Andrée Jeglertz für das Länderspiel gegen Schweden in der nächsten Woche nominiert hat, dann muss ich zugeben, dass ich viele von denen gar nicht kenne. Es ist eine gute Gelegenheit für Andrée jetzt eine neue Mannschaft aufzubauen.”

Susanna Lehtinen kennt man als Außenverteidigerin auf der rechten Seite, aber früher, in den USA, als sie für die Florida Atlantic spielte, da war sie mal eine sehr offensive Mittelfeldspielerin und machte 17 Tore und 29 Vorlagen in 60 Spielen. Aber jetzt bist und bleibst du Abwehrspielerin?

“Ich habe jetzt schon sehr lange in der Abwehr gespielt und fühle mich da auch sehr wohl. Aber in der Tat wurde ich erst in der finnischen Nationalmannschaft zur Abwehrspielerin und war auch bei KIF zuerst im Mittelfeld. Die Erfahrung von anderen Positionen ist etwas, das mir als Abwehrspielerin nutzt.”

Susanna ist neben Elin Magnusson und Marina Pettersson Engström nun die dienstälteste Spielerin bei KIF Örebro, folglich gefällt es ihr in der100.000-Einwohnerstadt, gut zwei Zugstunden von Stockholm entfernt.

Spürt ihr irgendeine Art von Druck jetzt als Vizemeister, sind die Erwartungen höher als 2014?

“Naja, wenn man sich das reine Ergebnis anschaut, gibt es da nur noch einen Platz, um den man sich verbessern könnte,” beginnt Susanna Lehtinen.

“Aber ganz so einfach ist das nicht. Wir müssen realistisch sein und das Wichtigste ist, wie ich schon gesagt habe, dass unser Spiel funktioniert und dann werden wir wie letztes Jahr ein Spiel nach dem anderen sehen und am Ende schauen, wo wir stehen.”

Wie schon 2014 heißt der erste Gegner in einem Wettbewerbsspiel FC Rosengård. Vor Jahresfrist gewann man im schwedischen Pokal mit 2:1 in Malmö, jetzt kommt der Meister nach Örebro zum Ligaauftakt. Susanna weiß nicht recht, was sie davon halten soll, findet dann aber, dass man halt sehen wird, wie weit man in der Vorsaison gekommen ist.

ffschweden im Gespräch mit: Katrin Schmidt

KatrinKatrin Schmidt ist eine der besten Mittelfeldspielerinnen der schwedischen Liga. Zwei Mal wurde sie mit dem FC Rosengård Meisterin (einmal als LdB FC Malmö) und wie selbstverständlich stand die 28-Jährige in der Startformation der Startruppe, in der neben Schmidt neun Nationalspielerinnen standen und lediglich noch die aus München gekommene Kathrin Längert ebenfalls keine A-Länderspiele für ihr Land absolviert. In der Champion-League erreichte Rosengård das Viertelfinale und trifft im März auf den VfL Wolfsburg. Aber Katrin Schmidt entschied sich gegen Malmö und für Stockholm.

Warum, das hat sie mir vorletzte Woche bei einem Gespräch erzählt. “Ich wollte schon lange zurück nach Stockholm, hauptsächlich um mein Studium abzuschließen. Das war mir eigentlich schon lange klar, aber dadurch, dass wir in der Champions League weitergekommen sind, war es natürlich auch eine sehr schwere Entscheidung. Aber den Kurs, den ich noch machen muss, den kann ich nur im Frühjahr machen und ich wollte nicht noch ein weiteres Jahr warten. Ich habe Stockholm vermisst und es hat sich einfach richtig angefühlt, diesen Schritt jetzt zu machen. An dem Tag, an dem Rosengård dann Champions League spielen wird, wird es sicher noch mal richtig hart. Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, ob ich da hinfahren kann oder werde. Auf jeden Fall drücke ich der Mannschaft von ganzem Herzen die Daumen. Sonst bin ich total zufrieden mit meiner Entscheidung.”

Das ist ja ein Wechsel, der nicht so unbedingt üblich ist, von den hochprofessionellen Bedingungen, die du beim FC Rosengård hattest zu einem Verein, der sich erst wieder etablieren muss.

“Es wird ganz anders, aber es ist auch irgendwie spannend. In erster Linie war meine Entscheidung nicht sportlich, ich wollte nach Stockholm. Was es einfacher gemacht hat, war, dass sich Hammarbys Pläne sehr gut angehört haben. Es wird eine ganz andere Situation, aber das hat doch auch positive Seiten. Ich werde mehr Verantwortung haben, auch mehr in die Offensive involviert sein und es ist eine Herausforderung, auf die ich mich wirklich freue.”

Ich sprach im Januar mit deiner ehemaligen Mannschaftskameradin Anita Asante, die seinerzeit von den “Unschlagbaren” bei den Arsenal Ladies zu Chelsea wechselte, wo es mehr darum ging, etwas Neues aufzubauen, eine ganz andere Rolle zu haben.

“Ja, die Rolle ist eine andere, man hat mehr Verantwortung, die will ich übernehmen und muss ich auch übernehmen. Wir bauen etwas Neues auf. Es gibt viele Spielerinnen, die unglaublich talentiert sind und dabei sind, glaube ich, auch einige, die es noch weit bringen werden.”

Nun habt ihr zwei Wochen miteinander trainiert, du hast die ersten Eindrücke gesammelt und ihr habt auch schon die Hiobsbotschaft bekommen, dass ihr nicht auf dem Kanalplan spielen könnt, weil da renoviert werden wird. Was sind die ersten Impressionen vom Team?

“Es ist ein sehr nettes Team, eine sehr engagierte Mannschaft, die viel erreichen will. Alle trainieren hart. Natürlich sind die Voraussetzungen ganz anders als in Malmö. Hier arbeitet niemand hauptamtlich für den Verein und es nicht so optimal wie bei Rosengård.”

In Malmö war Katrin Vollprofi, hat sich ganz dem Fußball widmen können, nun in Stockholm wird die Fußballspielerin gleichzeitig studieren. Katrin, du bist 2009 nach Schweden gekommen und bald fängst du deine siebte Saison an. War das so geplant, hast du überhaupt deine eigene Entwicklung so geplant, dass du dich wirklich konstant zu einer Spitzenspielerin entwickelt hast, die beim schwedischen Meister nicht mehr wegzudenken war?

“Damals (2009) dachte ich, dass ich nur eine Saison in Tyresö spielen würde und dann weiter in Deutschland. Aber dann hat es mir hier doch sehr gut gefallen und ich habe erst dann neue Ziele im Fußball entwickelt. Nach Malmö zu gehen, war ein Schritt nur für den Fußball. Da habe ich mich entschieden, dass ich alles auf Fußball setze. Jetzt merke ich halt, dass ich das wieder mehr kombinieren will.”

Noch ein Wort zu Rosengård und dem Umfeld?

“Das ist eine unglaublich professionelle Organisation und die Langfristigkeit, mit der Riosengård arbeitet, ist speziell. Ich habe zwei schwedische Meisterschaften mitgenommen, das ist schon toll.”

Ich habe manchmal schon gedacht, dass Silvia Neid doch mal zum Telefonhörer greifen könnte und dich anrufen. Du bist als eine der besten Mittelfeldspielerinnen in einer der besten Ligen der Welt. Hat sie angerufen?

“Ich habe gar keinen Kontakt nach Deutschland gehabt, das ist weit weg. Und es gibt einfach eine Riesenauswahl an Topspielerinnen.”

Dein ganzes Erwachsenenleben hast du im Ausland verbrachtm zuerst in den USA und dann hier. Was nimmst du aus den Fußballkulturen für dich selber mit?

“In den USA habe ich vor allem als Person viel gelernt. Ich war das erste Mal weit weg. Die Siegermentalität ist einfach unglaublich. Die Umgebung war sehr professionell, da kann keine Mannschaft, in der ich jemals spielen werde, mitreden. Ich hatte einen Trainer, der sehr europäischen Fußball spielen wollte. Unser Spielstil war sehr technisch. Es gab viel physisches Training und ich bin das erste Mal richtig fit geworden in den USA. In Schweden war es dann viel taktischer.”

Ein Wort zu Tyresö?

“Es war eine schöne Zeit und es war super, was die am Anfang aufgebaut haben und es ist schade, dass das dann außer Kontrolle geraten ist.”

Und zum Schluss, wo werdet ihr mit Hammarby in diesem Jahr landen?

“Es ist schwer zu sagen, aber unser Ziel ist Klassenerhalt und ich glaube, dass wir das gut erreichen können ohne bis zum letzten Spieltag zittern zu müssen.

Annika Kukkonen steigt ab

In der Saison 2014 schien die 24-Jährige Finnin Annika Kukkonen sportlich endlich nach Hause gefunden zu haben. Sie spielte jeweils von Beginn an bei KIF Örebro und trug so dazu bei, dass die Mannschaft aus der kleinen Landschaft Närke den Sprung in die Champions League schaffte.

Aber sowohl Im Skype-Interview mit mir im Herbst wie auch bei einer kurzen Begegnung in der Behrn Arena am Rande des Länderspiels Schweden – Deutschland war Annika unsicher und wohl eher skeptisch, was ihr Bleiben In Örebro betraf. Ich bekam ein “Naja, ich weiss nicht, noch nichts klar, wir werden sehen”, was in mir den Eindruck weckte, dass Annika wohl kaum in Örebro bleiben würde. Und nachdem der Verein sich mit den schwedischen Nationalspielerinnen Hanna Folkesson und Lisa Dahlkvist im zentralen Mittelfeld verstärkt (?) hat, wurde ein Bleiben der sympathischen Finnin noch unwahrscheinlicher, auch wenn Örebro unverständlicherweise die beiden tschechischen Zwillinge Irene und Lucie Martinkova zurück nach Prag ziehen liess, Weil die dort angeblich viel mehr verdienen können (??).

Gestern teilte Annikas früherer Verein, der Zweitligist Sunnanå SK mit, dass man die Nationalspielerin wieder verpflichtet habe und sie schon ein Testspiel gegen Alvik absolviert habe.

Allerdings steht Annika Kukkonen noch Eine Fussoperation bevor, bei der ein beschädigtes Band geflickt werden soll. Das seí Eine Schlüsselloch-OP, so Annika und sie werde zwischen 6-12 Wochen fehlen.

Die Wechselübersicht ist jetzt auch wieder auf dem aktuellen Stand. Linköping verpflichtete die 30-Jährige ukrainische Nationalspielern Vera Djatel und Vittsjö holt zwei nordamerikanische Spielerinnen aus der zweiten Reihe.

Personalien

Erling Nilsson, der 72 Jahre alte Sportchef vom FC Rosengård (früher Ldb, früher Malmö FF) hat seinen Rücktritt erklärt. Er wollte eigentlich das ganze Jahr noch arbeiten, aber er habe aufgrund seiner kritischen  Äußerungen im Kontext der Fußballgala sehr viele Anfeindungen bekommen. Nilsson hatte kritisiert, dass die Frauen auf der Veranstaltung diskriminiert würden und das Herausschneiden eines Filmbeitrags anlässlich des 200. Länderspiels von Therese Sjögran als Beispiel genannt. Er würde aber noch weitermachen, bis ein Nachfolger gefunden sei, so Nilsson.

Nazanin Vaseghpanah, früher AIK und Hammarby, die in einem Interview mit ffschweden vor eineinhalb Jahren ihren Rücktritt vom aktiven Sport bekanntgegeben hatte, ist wieder da. Sie wird in der Saison 2015 eine von zwei Assistenztrainerinnen von AIK sein. Vaseghpanah ist 27 Jahre alt und hat 2 A-Länderspiele absolviert.

Emma Wilhelmsson, immerhin zwei Mal Meisterin mit LdB FC Malmö, hat ihren Rücktritt vom Fußball erklärt. Die 28-Jährige spielte zuletzt bei den Chelsea Ladies in London. Ihr fehle es einfach an der Motivation, sagte sie zu Sydsvenska Dagbladet.

TV4 hat netterweise die Tore des Spiels Schweden – Norwegen (3:2) ins Internet gestellt. So kann man nun auch sehen, wie Kosovare Asllani das Spiel am letzten Dienstag gedreht hat.

Schweden dreht 0:2 gegen Norwegen

Für das erste Länderspiel in der WM-Saison 2015 hatte Pia Sundhage vor, vor allem junge Spielerinnen einzusetzen, aber schon vorher hagelte es Absagen und dann vor Ort mussten auch noch Fridolina Rolfö und Caroline Seger ihre Einsätze wegen Verletzungen bzw. Verletzungsgefahr absagen.

Schweden begann als die dominierende, ballführende Mannschaft, ohne jedoch zu deutlichen Torchancen zu kommen. Stattdessen nutzten wachsame Norwegerinnen die zu Beginn teils eklatanten Schwächen der schwedischen Abwehr gnadenlos aus. Da funktionierte die Abstimmung zwischen Außen- und Innenverteidigung ebensowenig, wie die zwischen Torfrau und Viererkette. das 0:1 durch isabell Herlovsen ging auf Schlussfrau Carola Söbergs Kappe, die im Strafraum herumirrte und durch einen leichten Heber der in Mönchengladbach geborenen Stürmerin von Lillestrøm ausgetrickst wurde. Wenig später dann das 0:2 als Nilla Fischer in selten zu beobachtender Fehleinschätzung einen Ball hinter die zentrale Verteidigung völlig falsch beurteilte und abermals Herlovsen das 0:2 markieren konnte.

Nach vorne ging nur wenig, Kosovare Asllani war unsichtbar mit einer Ausnahme, als sie halbrechts vorm Tor zu einer Schussposition kam und Zeit hatte, aber nur einen kläglichen Abschluss direkt in die Arme von Routinier Ingrid Hjelmseth zustande brachte.

In der Halbzeitpause dann der Beginn der Wende von La Manga: “Als wir 0:2 zurücklagen, haben wir darüber gesprochen, dass wir dieses Spiel absolut drehen wolten,” so Asllani auf der Homepage des schwedischen Fußballverbands. Und die in der ersten Halbzeit noch so blasse Spielerin von Paris SG glänzte in den zweiten 45 Minuten. Zunächst erzielte sie nach ebenfalls einfachen Fehlern nun der Norwegerinnen beide Tore zum 2:2-Ausgleich und dann legte sie auch noch Lotta Schelin zu ihrem 74. Länderspieltor und Siegtreffer auf. Da nützte es auch nichts mehr, dass die Norwegerinnen in den letzten zehn Minuten, u.a. mit der nun eingewechselten Ada Hegerberg gewaltig anrannten.

Lotta Schelin: “Toll gegen Norwegen nach so einer Wende zu gewinnen. Das ist gut fürs Selbstvertrauen.” Recht hat die 30-Jährige Stürmerin von Olympique Lyon. Nilla Fischer nahm die Schuld für das 0:2 sportlich auf sich: “Da übernehme ich die Verantwortung, ich habe nicht schnell genug reagiert, glaubte, ich käme noch an den Ball ran, der aber dann über mich ging. Deshalb war es besonders schön, dass wir in der zweiten Halbzeit zurückkamen und gewonnen haben.”

Beste Schwedin an diesem Abend: KIF Örebros Neuzugang Hanna Folkesson, die unermüdlich rackerte.

“Wir gingen mit der Hoffnung auf ein gutes Resultat in die Pause,” sagte Trainer Evan Pellerud auf der Homepage des norwegischen Verbands. Das haben wir nicht bekommen und das ist sehr irritierend, wenn man so eine sichere Führung aufgibt. Es war ein ausgeglichenes Spiel, aber die Schwedinnen zeigten Willen und waren gut. Ein gutes Spiel, das auch unentschieden hätte enden können.”

“Es ist bnlöd, Spiele zu verlieren, über die man in der ersten Halbzeit noch gute Kontrolle hatte,” sagte Goalgetterin Isabell Herlovsen.

Maren Mjelde verlässt Schweden

MarenNach nur einem halben Jahr in Schweden bei Kopparberg/Göteborgs FC zieht die ehemalige Potsdamerin Maren Mjelde abermals weiter und zwar in ihre Heimat Norwegen. Gestern vermeldete der Fußballimpresario Arne Utvik, dass Mjelde aus ihrem Vertrag in Schweden herausgekauft worden sei und zwar für eine nicht genannte, beträchtliche Ablösesumme und dass die 25-Jährige künftig für Utviks Truppe Avaldsnes IL spielen wird.

Die Kapitänin der norwegischen Nationalmannschaft ist neben Elise Thorsnes nun die zweite Nationalspielerin, die Utvik für die neue Saison nach Avaldsnes geholt hat.

Mit der Verpflichtung von Trainer Tom Nordlie hatte Utvik bereits ein Zeichen gesetzt. Der 52-Jährige hat im Männerfußball vorher die Erstligisten Odd, Vålerenga, Start, Viking, Lillestrøm und Fredrikstad trainiert. Sein Vorgänger Arne Møller schloss die Saison 2014 mit Avaldsnes auf einem für Arne Utvik enttäuschenden fünften Platz ab und musste gehen. Das Ziel des Vereins im Südwesten Norwegens ist weiterhin die Champions League.

Nordlie: “Ich bin nicht hierhin gekommen, um Siebter zu werden. Ich bin hier, um etwas aufzubauen. Ich will, dass die Mannschaft norwegischer und jünger wird.” (BERGENS TIDENDE, 15.12.2014)

Mjelde selber sagte der Zeitung Haugesunds Avis: “Es gibt viele Gründe, warum ich Avaldsnes zugesagt habe. Ich komme meiner Familie in Bergen näher. Darüber hinaus kommt mein Freund aus Stord. Darüber hinaus habe ich die Möglichkeit, als Profi in Norwegen zu leben. Ich rechne auch damit, dass Avaldsnes in der kommenden Saison um die Meisterschaft spielen wird, ich komme nicht, um Dritter zu werden.”

Maren Mjelde sagte weiter, dass sie in Avaldsnes im zentralen Mittelfeld nach vorn spielen werde, was ihre Wunschrolle sei und wo sie sich entwickeln möchte.

Die Entscheidung, nach Avaldsnes zu wechseln, traf Maren Mjelde bereits vor Weihnachten, aber da Göteborg die Spielerin behalten wollte, haben sich die Verhandlungen bis zuletzt hingezogen.

Dem Mäzen Arne Utvik zufolge wird Maren Mjelde die bestbezahlte Spielerin in Avaldsnes sein.