AIK entlässt Trainer

Nazanin Vaseghpanah ist die dritte Frau, die nun einen Damallsvenskan-Verein in dieser Saison übernimmt (Foto: Anders Henrikson)

Nazanin Vaseghpanah ist die dritte Frau, die nun einen Damallsvenskan-Verein in dieser Saison übernimmt (Foto: Anders Henrikson)

Der Tabellenletzte der Damallsvenskan AIK hat seinen Cheftrainer Mattias Eriksson beurlaubt. Damit trägt man der sportlichen Entwicklung Rechnung. AIK ist Letzter mit lediglich einem Punkt aus sieben Begegnungen. Mattias Eriksson betreute AIK bereits in der fünften Spielzeit.

Nachfolger des 37-Jährigen, der eine neue Rolle (Sportchef?) im Verein erhalten soll wird die 27-Jährige ehemalige Erstligaspielerin Nazanin “Naza” Vaseghpanah.

Magdalena Ericsson – Operation

Magdalena Ericsson (Foto: Anders Henrikson)

Magdalena Ericsson (Foto: Anders Henrikson)

Vor ein paar Tagen noch habe ich Pia Sundhage u.a. dafür kritisiert, dass sie statt der formstarken, jungen Magda(lena) Ericsson die in die Jahre gekommene Sara Thunebro mitnimmt, da zeigt sich, dass Sundhage unwissentlich weise und richtig entschieden hat.

Magdalena Ericsson zog sich nämlich im letzten Ligaspiel vor der WM gegen Vittsjö am Donnerstag einen Jochbeinbruch zu und muss operiert werden. Als hätte Pia es geahnt. Damit fällt Ericsson auch als dritte Reserve in Schweden aus, ein Status, den sie offenbar hatte, der aber nicht auf der Pressekonferenz und Kaderbekanntgabe publiziert wurde. Ericsson sprach selber davon, dass ihr Jochbein mehrere Zentimeter eingedrückt worden sei. Klingt sehr unangenehm, scheint aber nicht so schlimm zu sein wie man glaubt. Hoffen wir mal. Gute Besserung, Magdalena!

Schweden in Kanada

Die schwedische Nationalmannschaft ist schon am Wochenende in Toronto eingetroffen, wo sie bis kurz vor Turnierbeginn Quartier bezogen hat, um dann kurz vor dem ersten Spiel gegen Nigeria weiter nach Winnipeg zu reisen.

Die schwedischen Abendzeitungen Expressen und Aftonbladet haben bereits Personal vor Ort, die täglich vom Training berichten.

Da die Kollegen Spalten füllen und ihre Existenz vor Ort rechtfertigen müssen, muss man sicher nicht alles bierernst nehmen.

Also bin ich mir nicht ganz sicher, ob Lotta Schelins Einsatz wirklich gefährlich ist. Aber Aftonbladet bringt ein Foto der 31-Jährigen, wo sie auf dem bunten Kunstrasen in Toronto sitzt mit einem leicht getapedtem Knie. “Hat man Probleme mit einer Sehne, ist das auf Kunstgras etwas schwieriger,” sagte Schelin dazu.

Im Übrigen hat Pia Sundhage die Zielsetzung Schwedens wieder nach oben korrigiert. Nachdem sie auf der Pressekonferenz zur Bekanntgabe des Kaders noch vom Viertelfinale als dem neuen Ziel gesprochen hatte, geht es jetzt wieder um eine Medaille. Da ist ihr sicher von Nationalmannschaftschefin Marika Domanski Lyfors nochmal freundschaftlich zugeredet worden.

Peinlich, Schweden

Die Schweden glauben von sich, dass sie weltweit am besten Englisch sprechen, die Muttersprachler mal ausgenommen. Abgesehen davon, dass ich diese Selbsteinschätzung für falsch halte, hat die Medienabteilung der schwedischen Frauenfußballnationalmannschaft nun einen peinlichen Beweis für meine Behauptung geliefert.

Um auf Twitter und Instagram für Schweden zu werben, hat man den Hashtag #klappaförsverige kreiert. Das heißt einfach nur “Klatsch für Schweden”. Da man aber auch international Fans gewinnen will, hat man auch den englischsprachigen Hashtag #clapforsweden in einem Werbevideo veröffentlicht.

Das heißt zunächst auch mal “Klatsch für Schweden”, aber “clap” ist umgangssprachlich im Englischen auch eine Bezeichnung der Geschlechtskrankheit Tripper. Da hätte die Presseverantwortliche vielleicht doch besser mal vorher recherchiert…

Rosengård 7 7 0 0 29: 4 21

Mallbackens IF Sunne – Kopparberg/Göteborgs FC (0:1) 0:1
Tor: 0:1 Rebecca Blomqvist (7.)

KIF Örebro – Eskilstuna United (0:1) 1:2
Tore: 0:1 Gaelle Engamanouit (12.), 1:1 Lisa Dahlkvist (52.), 1:2 Vaila Barsley (63.)

Linköpings FC – Vittsjö GIK (0:0) 2:0
Tore: 1:0 Stina Blackstenius (65.), 2:0 Pernille Harder (90.)

Piteå IF – Umeå IK (1:0) 1:1
Tore: 1:0 Pauline Hammarlund (19.), 1:1 Eigentor (62.)

AIK – Hammarby (1:1) 1:1
Tore: 1:0 Sarah Storck (22.), 1:1 Emma Jansson (33.)

FC Rosengård – Kristianstads DFF (3:0) 7:0
Tore: 1:0 Eigentor (5.), 2:0 Anita Asante (31.), 3:0 Kirsten van de Ven (41.), 4:0 Ramona Bachmann (58.), 5:0 Therese Sjögran (62.), 6:0 Anja Mittag (88.), 7:0 Kirsten van de Ven (90.)

Linköping auf 2

Linköpings FC – KIF Örebro (1:1) 2:1
Tore: 1:0 Kristine Minde (10.), 1:1 Sanna Talonen (21.), 2:1 Magdalena Ericsson (75.)
Es war statistisch gesehen ein ausgeglichenes Spiel, aber Linköping hatte wesentlich mehr Ball und schlug Vizemeister Örebro verdient mit 2:1. Damit steht die Mannschaft von Trainer Martin Sjögren auf dem zweiten Platz, deutlich hinter Rosengård, aber dort wird Linköping bleiben. Die von Pia Sundhage zugunsten der großen alten Dame Sara Thunebro daheim gelassene Magdalena Ericsson entschied das Spiel und die wegen Verletzungen ebenfalls verschmähte Fridolina Rolfö zeigte in der letzten Phase, dass sie auf dem Weg zurück ist. In einem Interview mit der Lokalzeitung Corren sagte Martin Sjögren übrigens dieser Tage, dass er es für einen Fehler halte, Magda Ericsson nicht zur WM mitzunehmen. Die Kommunikation zwischen Pia Sundhage und der Liga sei verbesserungsfähig, so Sjögren weiter und sagte, das gelte für Sundhage, aber auch für die Trainer der Liga.
Unterdessen hat heute Natasa Andonova einen 2-Jahresvertrag in Malmö unterschrieben. Etwas Aufregung brachte ihre Äußerung, dass es in Potsdam kalt sei, während sie gehört habe, dass es in Malmö viel familiärer zugehe. Ich vermute, dass es hier Übersetzungsprobleme bei Sydsvenskan gab.

Die Tabelle nach dem 6. Spieltag:

6

In der Torschützinnenliste sind vier (!!) Spielerinnen von Rosengård vorne: Ramona Bachmann mit sechs Treffern vor Marta und Anja Mittag mit je 5, dann kommt Sara Björk Gunnarsdottir mit vier Toren und immerhin muss sie sich den Platz mit der bislang erfolgreichsten Schwedin Pauline Hammarlund (Piteå) teilen.

Nataša Andonova freut sich auf Marta

Die 21-Jährige mazedonische Nationalspielerin Nataša Andonova ist in Malmö in diesen Tagen und wird wohl bereits heute einen Vertrag unterschreiben. Gestern absolvierte sie einen Mentaltest, den alle neuen Spielerinnen inzwischen machen müssen.

“Ich bin bereit für den nächsten Schritt in meiner Karriere,” sagt sie im Interview mit Sydsvenska Dagbladet.

Am wohlsten fühle sie sich in der Rolle der Nummer 10, die sie auch in Potsdam in einem 3-4-3 System gespielt habe.

“Das Problem dort [in Potsdam] ist, dass immer sehr viele Spielerinnen am Ende einer Saison gehen und sehr viele neue Spielerinnen kommen. Es ist nicht so einfach, ständig ein neues Team zu bauen. Ich hoffe, dass es auch nächste Saison gut läuft für sie. Es ist eine ziemlich kalte Umgebung, ich habe verstanden, dass es viel familiärer hier zugeht,” so Andonova. [Anmerkung: Beim letzten Satz bin ich mir nicht sicher, ob das so gesagt wurde, im Schwedischen ist es in der Tat so formuliert, aber vermutlich hat man den Text ja übersetzt und weder Andonova noch der Reporter werden ihre Muttersprache gesprochen haben…]

Und auf eine Mitspielerin freut sie sich ganz besonders: “Für mich als Mazedonierin mit Marta zu spielen, das ist so als ob einer meiner männlichen Landsleute mit Lionel Messi spielen würde.”

Rosengård behält weiße Weste

Piteå IF – Hammarby DFF (1:0) 2:1
Tore: 1:0 Irma Helin (13.), 2:0 Pauline Hammarlund (78.), 2:1 Eigentor Faith Ikidi (94.)

FC Rosengård – Eskilstuna United (1:1) 2:1
Tore: 0:1 Gaelle Engamanouit (7.), 1:1 Marta (41.), 2:1 Therese Sjögran (62.)

Wir haben es bei Rosengård diese Saison schon öfter erlebt, die erste Halbzeit eher durchwachsen, dann eine viel bessere zweite Hälfte. Das liegt auch daran, dass es in Schweden nun mal kein Team gibt, das Rosengård das Wasser reichen kann. Da geht dem Gegner, dessen Spielerinnen meist dem Ball hinterherlaufen müssen, dann nach 60-70 Minuten die Puste aus.
Marta erzielte den Ausgleich gegen Eskilstuna per Kopf und zeigte jubelnd auf ihre Stirn. Das passiert selten, dass die Brasilianerin Kopfballtore macht. Nach dem Spiel erzählte sie, dass sie die einzige Legionärin der brasilianischen Nationalmannschaft sein wird. Der Rest der Mannschaft ist seit einem halben Jahr in Brasilien zusammen und hat Verträge mit dem einheimischen Verband. Man müsse schauen, wie das klappen wird.
Am Donnerstag spielt Rosengård das letzte Spiel vor der WM gegen Kristianstad in Malmö, das wird dann der Abschied von Therese Sjögran und Anja Mittag als Spielerinnen.
In Piteå gewann man mit 2:1 gegen Hammarby, der zweite Sieg in Folge. Am Donnerstag geht es gegen Umeå im “Lokalderby”, ein interessantes Spiel zweier formstarker Teams.

Linda Sällström und Ida Guehai in den letzten Minuten

Vittsjö GIK – AIK (1:2) 3:2
Tore: 0:1 Sarah Storck (4.), 1:1 Antonia Göransson (7.), 1:2 Julia Zigiotti Olme (13.), 2:2 Antonia Göransson (55.), 3:2 Linda Sällström (90.)

Kristianstads DFF – Mallbackens IF Sunne (0:0) 2:1
Tore: 1:0 Margret Lara Vidarsdottir (57.), 1:1 Tessa Gavilsky (63.), 2:1 Ida Guehai (87.)

Zwei der drei Teams aus Skåne haben ihre Heimspiele am sechsten Spieltag gewonnen. Morgen kann der FC Rosengård im Gipfeltreffen gegen Eskilstuna United nachziehen.

Pech für AIK, dass seine ersten zwei Saisontore schießt und trotzdem verliert. Und wem hat man das Siegtor für Vittsjö mehr gegönnt als der sympathischen Linda Sällström? Nach drei Kreuzbandrissen jetzt im neuen Trikot, auch hier anfangs mit Knieproblemen und man hatte schon Angst um sie, aber sie sei fit, versicherte sie mir vor zwei Wochen, und auf Pass der überragenden Antonia Göransson, die herzliche Grüße an Pia Sundhage schickte (die sie nicht für Kanada nominierte), lobbte Linda den Ball zum 3:2 für Vittsjkö ins gegnerische Tor.

Kurios: Beide Torhüterinnen wurden zu Beginn der zweiten Halbzeit wegen Verletzungen ausgewechselt.

Grüße an Silvia Neid und Evan Pellerud schickte Ida Guehai. Die Nationalspielerin der Elfenbeinküste schoss Kristianstad mit ihrem dritten Treffer im zweiten Spiel zum Sieg. Aufgepasst auf die physisch starke Stürmerin, die eine hervorragende Chancenverwertung hat.

Aufruhr in Italien

Normalerweise schreibe ich nicht über Italien in diesem Blog, aber dass hier muss raus. Der Präsident der italienischen Fußballamateurligen, Felice Belloli, soll folgendes gesagt haben: “Dass wir einer Handvoll Lesben so viel Geld hinwerfen, damit muss Schluss sein.”
Fellolis Einschätzung zum Frauenfußball in Italien. Für die Äußerung gibt es mehrere Zeugen. Da hat sich inzwischen selbst der wegen Rassismusvorwürfen gebeutelte Präsident des italienischen Fußballverbands Carlo Tavecchio distanziert: “Das ist unakzeptabel und sehr negativ, wenn er das so gesagt hat,” so Tavecchio.
Belloli behauptet indes, er habe das nie gesagt. “Sie müssen das erst beweisen, dass ich das gesagt habe,” sagte er der Nachrichtenagentur ANSA. Die Äußerung ist aber offenbar protokolliert, wie die angesehene italienische Sportzeitung Gazetto dello sport berichtet.
In Italien ist aber Belloli nicht der einzige, der diskriminierende Dinge gesagt hat. Tavecchio selber sprach vor ein paar Jahren von den “behinderten Frauen im Fußball” (“donne handicappate nel calcio”) und hatte sich mit einer Äußerung über afrikanische Fußballer (Bananen essende Fußballer bekämen in Italien den Vorzug vor italienischen Talenten) eine FIFA-Sperre eingehandelt, wurde aber in Italien doch wiedergewählt.

Göteborg verabschiedet sich aus dem Titelrennen

Kopparberg/Göteborgs FC – Umeå IK (1:0) 1:3
Tore: 1:0 Manon Melis (37.), 1:1 Lina Hurtig (53.), 1:2 Rita Chikwelu (55.), 1:3 Jenny Hjohlman (89.)

Dass der FC Rosengård Meister wird, daran gab es vor der Saison keine Zweifel. Ich glaube sogar, dass man den Titel auch ohne Anja Mittag problemlos  holen wird, denn das Potential von Marta und Ramona Bachmann ist für sich scho sehr groß. Außerdem bestätigte Sydsvenskan-Journalist Max Wiman mir gestern nochmals auf Twitter, dass die Suche nach dem Ersatz von Anja und Therese Sjögran auf Hochtouren läuft. Den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Wechsels zu PSG wolle eben PSG offiziell bestimmen. Sollten sie mal langsam tun, denn nun stehen lediglich zwei Heimspiele gegen Eskilstuna (morgen) und Kristianstad (Donnerstag) an. Die deutsche Mannschaft beginnt ab Montag das WM-Vorbereitungslager in der Schweiz.

Nein, Rosengård wird Meister und wenn die wenigen Konkurrenten sich auch noch ständig Punkte wegnehmen lassen, dann wird es umso einfacher.

Göteborg kann am Sonntagabend schon acht Punkte zurück liegen, ein unaufholbarer Vorsprung in der Welt der Damallsvenskan. Gestern Abend überraschte Umeå viele mit dem souveränen 3:1 in Göteborg, aber für mich war das sehr erwartet, denn schon daheim gegen Rosengård (0:2) war Umeå mindestens gleichwertig gewesen und hatte die steil ansteigende Form angedeutet. Unter der Woche gewann Umeå schon ein Spiel in Göteborg, nämlich das Pokalviertelfinale 2014/15 in Mölndal gegen Zweitligist Jitex (2:0). Die Mannschaft hielt sich von Mittwoch bis Freitag dann in Göteborg auf.

Sehenswerter Treffer zum 3:1 von Nationalspielerin Jenny Hjohlman, die damit ihren Kritikern eine schöne Antwort gab (auch mir :) ).

Ersetzt Nataša Andonova Therese Sjögran?

Die Gerüchte florierten seit einigen Tagen, seit gestern sind sie in den Medien und damit kann auch hier vermeldet werden, dass der FC Rosengård die 38-Jährige Rekordnationalspielerin Therese Sjögran, die nach der WM in Kanada aufhören will, möglicherweise durch die 21-Jährige mazedonische Nationalspielerin Nataša Andonova, die Turbine Potsdam verlassen wird, ersetzen wird.

Dazu Sportchef Erling Nilsson: “Sie ist eine interessante Spielerin, die wir beobachtet haben, seit wir geahnt haben, dass Sjögran aufhört. Wir werden Sjögran ersetzen und versuchen ein Topteam in Europa zu bleiben.”

Zu Anja Mittag gibt es nach wie vor keine offiziellen Erklärungen. Für PSG, das bekanntermaßen auch an Dzsenifer Marozsan interessiert ist, wäre es die sechste deutsche Spielerin. Falls die Investoren aus Qatar auch an Celia Sasic interessiert sind, sollten sie nach der gestern bekannt gewordenen Kündigung zum Telefonhörer greifen. Celia spricht ja fließend Französisch. Und als potentiell neue Vereine für die 26-Jährige kommen neben Wolfsburg und Bayern München höchstens PSG oder Lyon in Frage. Aber wir wollen nicht ins Blaue spekulieren…

Schweden hat gewählt – Kommentare zum Aufgebot

ggDas Aufgebot ist bestellt, die Jagd auf den WM-Titel kann beginnen. Therese Sjögran hat gesagt, dass das letzte Spiel ihrer Karriere das WM-Finale am 5. Juli in Vancouver sein soll. Ein frommer Wunsch.

Jennifer Wegerup, Journalistin bei der Abendzeitung Aftonbladet sieht das etwas anders.

“Ich habe über die Jahre Pia Sundhage in verschiedenen Rollen und Situationen gesehen. Motiviert, wütend, traurig, enttäuscht, geladen und jubelnd glücklich. Aber selten habe ich so leer von Energie gesehen wie jetzt.”

Und offenbar hat Sundhage gestern in Gesprächen mit Medienvertretern die Ansprüche gesenkt. Vor einem Jahr hieß es noch, man wolle unbedingt eine Medaille. Nun sagt sie selber: “Man muss unsere Grenzen sehen. Es hat eine kleine Kursänderung gegeben. Viertelfinale, dann kann ich mit mir selber leben.”

Rosengårds Torhüterin Zecira Musovic war natürlich enttäuscht, zumal ihr Name in den Medien und auch von Pia Sundhage (“Wir haben ein Auge auf sie.”) selber gehandelt worden war. “Das wird für mich eine große Motivation sein. Ich werde ihnen zeigen, was sie falsch gemacht haben. Pia sagte im Fernsehen, dass sie Routine sehr hoch schätzen und dafür habe ich Verständnis. Dann sagte sie auch, dass dies ein Torwarttrio sei, dass sich sehr gut versteht, das kann man nur respektieren, auch wenn es ein wenig schade ist zu hören, dass ich nicht mehr tun konnte.”

Ob Zecira bei der U19-EM in Israel für Schweden spielen kann sei noch nicht sicher, da zur selben Zeit Spiele in der Damallsvenskan stattfinden.

Tomas Pettersson kommentiert in Expressen: “Pia Sundhage und Lillie Persson machten genau das, was man erwarten konnte. Setzten beinahe durchgehend auf Erfahrung. Wählten im Zweifelsfall ihre alten Favoriten. Und strichen unerprobte Supertalente, auf die viele von uns gehofft hatten.”

Und zu den konkreten Nominierungen schreibt Pettersson: “Ich hätte Tschüs gesagt zu Emma Lundh, Olivia Schough, Hilda Carlén und Sara Thunebro. Und stattdessen hallo zu Fridolina Rolfö, Magdalena Ericsson, Petra Larsson und Zecira Musovic.

Selten, so Pettersson weiter, habe ein möglicher Erfolg in einem Turnier so deutlich an so wenigen Spielerinnen gehangen und eigentlich sei man völlig abhängig von Caroline Seger. Gesprächsthema Nummer eins sei gestern auf dem Medientreffen die Gesundheit von Lisa Dahlkvist gewesen. Kann sie ihre Hüftverletzung bis zur WM auskurieren und dann neben Seger im zentralen Mittelfeld auflaufen? Falls nicht, müsste Sundhage wohl Abwehrspielerin Linda Sembrant aufstellen, die dieses Mal auch offiziell im Mittelfeld gelistet ist.

In den meisten Kommentaren in Zeitungen und Blogs wird Olivia Schough aus dem Kader gestrichen. Da sie aber eine der erklärten Favoriten Pia Sundhages ist und auch Sundhage nun mal den Job hat, fährt sie mit. Eine Stürmerin, die in 113 Spielen zehn Tore geschossen hat. Ein Länderspieltor (gegen die Färöer-Inseln) in 22 Begegnungen.

Mit der Kritik konfrontiert sagte Schough der Zeitung Expressen, dass sie keine Zeitungen lese. “Die dürfen denken was sie wollen. Aber ich bin dabei und werde mein Bestes geben.”

Johan Esk kommentiert in Dagens Nyheter und sagt, dass Pia Sundhage nach einer Woge der Euphorie wieder auf der Erde angekommen sei: “Sie hat gezeigt, dass sie eine menschliche Trainerin ist und keine Fußballerlöserin und es ist ihr nicht gelungen, dass Problem zu lösen, dass Nationaltrainer geerbt haben. Auch Sundhage hat es nicht geschafft, den schwedischen Frauenfußball auf Toppniveau zu einen. Der Abgrund der Interessenkonflikte zwischen der Führung der Nationalelf und den Clubs ist nicht kleiner geworden.”

Maja Johansson, ehemalige Leistungsfußballerin und Journalistin schreibt: “Wenn ihr mich fragt, ist dies der langweiligste – und schlechteste – Kader seit langer Zeit. Ich verstehe, dass der größte Teil aus Spielerinnen besteht, die Erfahrung in solchen Turnieren haben. Aber die letzten Plätze gingen an Spielerinnen, die vermutlich überhaupt nicht spielen werden – WARUM haben sie die Plätze 25-Jährigen gegeben, die dieses Niveau gar nicht haben und die nicht Schwedens Zukunft sind?”

Johansson weiter: “Ich hätte Carola Söberg, Sara Thunebro, Hilda Carlén, Emilia Appelquist, Olivia Schough, Emma Lundh und Jenny Hjohlman ausgetauscht. Niemand von diesen Spielerinnen wird jemals Schlüsselspielerin für Schweden sein, weder in einem noch in vier Jahren.”

Noch härter geht Per Bergsten vom Östgöta Correspondenten (kurz: Corren genannt) mit Sundhage ins Gericht.

Unter der Rubrik: “Du bist zu feige, Sundhage” schreibt Bergsten u.a.: “Als der Kader in den klassischen Räumen von Norra Latin in Stockholm präsentiert wurde, war alles wie erwartet. Sundhage redete viel, ohne etwas zu sagen und nahm all ihre Lieblinge mit. […] Sara Thunebro mit deutlich abgelaufener Mindeshaltbarkeit ist mit dabei auf Kosten von LFC-Abwehrspielerin Magdalena Ericsson, der sowohl die Zukunft gehört und die vor allem bereits jetzt viel besser ist.”

 

27,56

Das Durchschittsalter im schwedischen WM-Kader liegt bei 27,5 Jahren. Mit acht Spielerinnen über 30. Pia Sundhage vertraut wie immer dem Alter, der Routine und der Loyalität. Eine Erneuerin ist sie nicht.

Es gibt keine Zecira Musovic, keine Magdalena Ericsson, keine Fridolina Rolfö. Der Stab um die Doppelolympiasiegerin ist sich sicher, dass die 34-Jährige Charlotte Rohlin fit wird, nicht aber die 21-Jährige Rolfö. Das mag begründet sein, wir werden uns die letzten beiden Spiele vor der WM anschauen.

Die Spielerinnen, auf deren Namen Tickets nach Kanada gekauft werden:

Tor: Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Hilda Carlén

Abwehr: Sara Thunebro, Jessica Samuelsson, Elin Rubensson, Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Lina Nilsson, Emma Berglund, Charlotte Rohlin.

Mittelfeld: Emilia Appelqvist, Lisa Dahlkvist, Kosovare Asllani, Caroline Seger, Lotta Schelin, Emma Lundh, Jenny Hjohlman, Sofia Jakobsson, Olivia Schough, Mali Diaz Pettersson. Linda Sembrant, Therese Sjögran.

Der deutsche 27er-Kader ist im Schnitt 2,2 Jahre jünger.

Reserven: Marija Banusic, Mimmi Löfwenius