Pia Sundhage im Gespräch

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Pia Sundhage (rechts) und Assistenztrainerin Lillie Persson

Mehrere tausend Menschen bereiteten den schwedischen Medaillengewinnern der Olympischen Spiele gestern Abend in Stockholm einen tollen Empfang. Trotz grauem Himmel und anhaltendem Regen. Sarah Sjöström hieß die schwedische Olympiakönigin, die Schwimmerin hatte je eine Gold-, Silber- und Bronzemedaille gewonnen.

Im Mittelpunkt stand dennoch die schwedische Nationalmannschaft, die den größten Erfolg nach dem Erreichen des WM-Finales von 2003 feierte. Pia Sundhage sang eine Strophe des Bob Dylan Klassikers „The Times They Are A-Changin'“ a cappella und begeisterte das Publikum, Lisa Dahlkvist berichtete über ihre beiden jeweils entscheidenden Elfmeter gegen die USA und Brasilien.

Anschließend gab es eine kleine Mixed Zone und Gelegenheit, mit Pia Sundhage ein paar Worte zu wechseln:

Pia, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Silbermedaille! Es war ein Turnier, in dem ihr mit sehr unterschiedlichen Spielweisen agiert habt. Kannst du uns ein wenig durch den Verlauf der Olympiade führen?

„Ich denke, dass wir aus den Fehlern der WM gelernt haben. Am Anfang spielten wir gegen eine afrikanische Mannschaft und wir holten diese drei Punkte. Das war sehr wichtig, wie wir das hantiert haben. Das Spiel war so lala, denke ich, aber es war nicht so, dass wir in Gefahr gerieten. Dann spielten wir gegen Brasilien und ich bin am meisten stol darauf, wie die Spielerinnen mit der Niederlage umgegangen sind. Die (Brasilianerinnen) bekamen zwei schnelle Tore in der 21. und 24. Minute glaube ich. Es gab eine hohe Niederlage und wir machten in der Halbzeit eine Veränderung, die sehr wichtig war. Diese Veränderung haben wir dann im China-Spiel übernommen. und weil wir bei Unentschieden weiterkommen spielen wir so wie wir spielen.
Dabei meine ich natürlich das Abwehrverhalten. China ist eine technische Mannschaft, dass von Raum zu Raum spielt und wir ließen praktisch keine Torchancen zu. Dann machten wir auf dieselbe Weise weiter, aber gegen eine völlig andere Mannschaft, die USA. Sie landeten nicht ganz unerwartet in einer sehr stressigen Situation, kontrollierten das Angriffsspiel, hatten aber wenig Torchancen. Dass wir dann anch Elfmetern gewonnen haben, beweist die mentale Stärke, die dieses Team hat. Das baut auf zwei Dingen auf: Wir haben einerseits gute Ergebnisse gehabt. Ob wir nun gegen gute oder weniger gute Mannschaften gespielt haben, wir haben gewonnen. Das nimmt man mit und es baut sich einfach weiter auf. Darüber hinaus haben wir lange und oft zu Null gespielt. Wenn man dann schließlich in einer Situation landet, in der es darauf ankommt, am besten zu sein, wenn es darauf ankommt, dann zeigen unsere Spielerinnen, dass sie dann am besten sind, wenn es darauf ankommt. So war das am Ende gegen die USA. Und das nahmen wir mit ins Brasilien-Spiel . Ich finde, dass wir im Finale unser vielleicht bestes Spiel im Turnier gemacht haben. Auf dem ganzen Weg dahin hat es immer Änderungen gegeben.“

Dann wart ihr im Finale gegen Deutschland und wir glaubten alle, dass wir dieselbe Defensivtaktik sehen würden wie gegen die USA und gegen Brasilien. Aber schon die Aufstellung eine Stunde vorher mit Jakobsson und Schough anstatt von Appelqvist und Blackstenius deutete auf etwas anderes hin?

„Nein, der Gedanke war schon, dass wir ein enges Defensivspiel spielen wollten von relativ weit hinten. Wir haben über entlastende Räume gesprochen und dass wir mit mehreren Spielerinnen in Offensivsituationen kommen wollten. Wir wussten, dass wir Konterchancen bekommen und wir hatten Chancen. Leider laufen wir ins Abseits und darüber hinaus wird der Ball manchmal zu spät gespielt. Zusammengefasst glaube ich, dass wir kraftvoll und klug gespielt haben. Ich finde, in der Offensive gibt es einiges. Aber ein Finale zu erreichen mit einer Truppe, die letztes Jahr noch ausgezählt war, ich denke das kann sich sehen lassen.

Ich habe vor dem Turnier mit Emilia Appelquist und Sofia Jakobsson gesprochen und beide haben von sich aus den Gedanken an Revanche für das schlechte Abschneiden 2015 angesprochen. Wurde das kultiviert?

„Naja, erst mal hatten wir hier gesunde Spielerinnen, bis sich Fridolina Rolfö verletzte, was mir für sie sehr leid tat. Aber ich finde, dass die Verletztenliste voriges Jahr wesentlich schlimmer war.“

Heute ist zu lesen, dass Pia Sundhage noch nicht gefragt wurde, ob sie weitermachen würde. Der Fußballverband kündigte aber Gespräche mit Pia an. Vieles deutet nun auf eine Fortsetzung hin. Man wird kaum jemanden finden, der mehr Begeisterung für den Fußball hat und eine Mannschaft ähnlich motivieren kann. Dem Publikum gestern sagte sie noch „Es ist unglaublich hier zu sein. Als ich anfing, Fußball zu spielen, musste ich mich Pelle (männlicher Vorname) nennen, weil Mädchen nicht spielen durften. Jetzt stehe ich hier als Pia mit dieser tollen Mannschaft vor einem Riesenpublikum.“ Pia Sundhage ist angekommen.

Kungsträdgården morgen Abend

Pia Sundhage und ihre Truppe werden in wenigen Stunden Brasilien verlassen und sich auf den Weg nach Schweden machen.

Gegen 17.00 Uhr soll die Maschine auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda landen und dann wird das Team mit einem Bus in die Innenstadt gebracht, wo die Silbermedaillengewinner im zentral gelegenen Park Kungsträdgården mit fast allen anderen Medaillengewinnern und den Menschen in Stockholm feiern wollen.

ffschweden wird dabei sein und ich werde mich bemühen die eine und vielleicht andere Nationalspielerin vor das Mikrofon zu bekommen. Mehr am späten Sonntagabend.

Stillstand

Deutschland hat es wieder mal geschafft. 2:1 gegen Schweden. Goldmedaille. Alles richtig gemacht. Silvia Neid hat ihr Team zum Gold geführt.

Hat sie?

Wir haben in diesem Turnier die schwächste deustche Mannschaft seit dem vorigen Jahrtausend gesehen. Ins Finale gerumpelt mit einem Late-Minute-Ausgleich gegen Australien und zwei Spielen gegen Kanada, von denen man das am Ende wichtigere gewann und das andere verlor. Noch vor fünf Jahren hat Deutschland Kanada locker an die Wand gespielt. Jetzt ist John Herdmans Truppe ebenbürtig. Weil Kanada sich entwickelt hat und Deutschland eben nicht. Keinen Schritt.

Pia Sundhage hat im Finale völlig anders gespielt als im Viertel- und Halbfinale. Statt ausgeprägter Defensivtaktik, die erfolgsführend war und eine Sicherheit im Team schuf, in der jeder für jeden kämpfte, veränderte sie auf zwei Positionen. Raus mit der überragend im Mittelfeld defensiv arbeitenden Emilia Appelqvist und rein mit Olivia Schough. Raus mit der brandgefährlichen Targetstürmerin Stina Blackstenius und rein mit Sofia Jakobsson. Und Schweden spielte offensiv. Ich habe den ZDF-Stream gesehen und Reporterin Claudia Neumann sprach die ganzen 90 Minuten über von der schwedischen Defensivtaktik. Das hatte sie sicher irgendwo gelesen, aber nicht verstanden, dass Schwedem im Olympiafinale sehr offensiv spielte. Das nervte.

Leider gehört Olivia Schough nicht in die Startformation eines olympischen Finales. Sie verlor Zweikämpfe und sie versemmelte wenigstens zwei hoichkarätige Chancen, die Blackstenius oder Pauline Hammarlund versenkt hätten. Zwar kamen beide Spielerinnen rein, als Schweden alles riskieren musste, aber wenn man gegen Deutschland 0-2 zurückliegt, ist es vorbei. Blackstenius erzielte nach Assist von – Schough (Olivias beste Szene) den Anschlusstreffer, mehr kam nicht.

Und so versiebte Schweden seine größte Chance auf einen großen Titel seit 13 Jahren. Es wird leider wieder 13 Jahre dauern oder länger, bis diese Chance wieder kommt.

Stillstand im Frauenfußball. Schon die WM 2015 war eine Enttäuschung. Bei Olympia hat Frankreich wieder einmal versagt, Japan sich erst gar nicht qualifiziert. Australien spielte schön, scheiterte im Elfmeterschießen an Brasilien. Schweden räumte die USA aus dem Weg, gegen die Deutschland (sorry) nie gewonnen hätte. Der deutsche Frauenfußball ist derzeit nicht gut. Was? Das Gold!!!???? Nein, guten Fußball spielt Deutschland nicht mehr. Schon lange nicht mehr. Ich sehne mich an solchen Abenden, die dann mit dem größtmöglichen Erfolg enden trotzdem nach Spielerinnen wie Renate Lingohr, Birgit Prinz und Inka Grings zurück. Nadine Kessler!!!! Ach je. Es ist schade, dass der Stillstand regiert und dennoch zum Nonplusultra erhoben wird.

Ich gönne es allen Spielerinnen, aber leider wird Steffi Jones Erbe schwer. Ich hatte auf einen Neuanfang gehofft, jetzt wird ihr nahegelegt werden, alles so zu machen wie Silvia Neid, die in den letzten Jahren ihrer Amtszeit ohne erkennbare Spielidee einen kraftvollen Fußball spielen ließ, der dem der deutschen Herren der 1980er Jahre ähnelt. Ich würde mir eine Entwicklung hin zu modernem Fußball wünschen. Technik, Kombinationen, Ballbesitz. Jogi Löw hat das vorgemacht, der Frauenfußball sollte in diese Richtung geführt werden. Wie Frankreich, nur eben, dass man damit gewinnt. Oder aber entnimmt man dem französischen Beispiel, dass man mit diesem Fußball nicht gewinnen kann?

Schweden hat verloren. Silbermedaillen werden Verlierern umgehangen. Natürlich war das im ganzen Turnier eine tolle Leistung. Aber heute Nacht ist man Verlierer. Die Chance, das übermächtige Deutschland zu schlagen, war selten so groß wie heute Abend. Leider hat sich Pia verzockt. Schweden hätte mit derselben Elf wie gegen Brasilien spielen müssen, wesentlich defensiver und nicht so offensiv (schauen Sie sich das noch mal an, Frau Neumann) wie heute.

Jennifer Meier glaubt an Schweden

Schweden war immer ihr Traumland, sie wollte immer schon hierhin, hat sie mal gesagt. 2005 kam Jennifer Meier nach Schweden zum Erstligisten QBIK in Karlstad, ziemlich genau zwischen Stockholm und Oslo gelegen. Sie trug ihr Teil dazu bei, die Mannschaft vor dem Abstieg zu retten, als es dann doch nicht mehr klappte, die Liga zu erhalten, erhielt sie das Angebot zum renommierten Stockholmer Club Djurgården zu wechseln.

Da spielte sie mit Victoria Svensson und den beiden Weltmeisterinnen Ariane Hingst und Nadine Angerer. Jennifer Meier hat nebenbei dann schon an einer Karriere im „zivilen“ Leben gearbeitet, wechselte zum Zweitligisten Bollstanäs SK, wo sie etwas überraschend noch einen Titel gewann, sie wurde schwedische Futsal-Meisterin. Noch eine Goldmedaille in einer doch ansehnlichen Sammlung. Deutsche und amerikanische Meisterin war sie schon, hatte mit Weltstars wie Steffi Jones, Mia Hamm und Abby Wambach zusammen bei Washington Freedom gespielt. Steffi erzählt in ihrem Buch „Ker Kick des Lebens“ davon, dass ihr erstes Jahr in den USA ziemlich langweilig war und schreibt, dass es erst richtig gut auch neben dem Platz wurde, als Jennifer Meier 2003 dazu kam.

Als die Arbeit immer dominierender wurde und sich auch Aussichten auf bessere Jiobs eröffneten, machte Jennifer Schluss. Bis heute lebt und arbeitet sie in Schweden und hat immer noch ihren deutschen, aber auch einen schwedischen Pass. Sie kennt Spielerinnen aus beiden Nationalmannschaften, die heute Abend um Gold spielen und kaum jemand erschien mir deshalb so geeignet für ein „Vor dem Finale“-Gespräch wie Jennifer.

„Ich hoffe irgendwo, dass Deutschland gewinnt,“ sagt sie, „aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass Schweden jetzt dran ist. Pia Sundhage ist schon ein Fuchs, ihre taktischen und strategischen Überlegungen haben mich sehr beeindruckt, aber auch ihre Führungsqualitäten. Sie wurde sehr viel kritisiert, auch du und ich haben das getan, aber ich finde, sie hat auch Teile dieser Kritik angenommen und sich damit auseinandergesetzt und Konsequenzen gezogen. Das ist irgendwo sehr stark.“

Jennifer Meier nennt den Disput mit Mittelfeld- und Angriffsass Kosovare Asllani. Die Beiden sind mindestens zwei Mal auch in der Öffentlichkeit aneinandergeraten.

„Pia hat das irgendwie abgeschaltet und Asllani wieder eine Chance gegeben, weil sie auch verstanden hat, dass sie wichtig ist für die Mannschaft. Dann muss ich schon sagen, dass mich Lisa Dahlkvist jetzt sehr beeindruckt, sie kämpft ungeheuer und opfert sich für das Team auf, von ihren Elfern ganz zu schweigen. Eine weitere Spielerin, die wir früher oft kritisert haben, ist Hedvig Lindahl. Pia hat immer an ihr festgehalten, auch wenn die Kritiker andere Torhüterinnen gefordert haben und heute hat Pia Recht. Nicht nur die gehaltenen Elfmeter zeigen das. Großes Selbstbewusstsein und wie sie den Ball von Carli Lloyd kurz vor Schluss gegen die Amerikanerinnen noch gehalten hat, das war Weltklasse.“

Deutschland nennt Schweden seinen Lieblingsgegner, man hat neun Mal bei Turnieren gegen die Skandinavierinnen gewonnen, in Serie seit 1995.

„Trotzdem glaube ich, dass die Serie jetzt zu Ende geht. Vergiss auch nicht, dass da einige Spielerinnen dabei sind wie etwa Stina Blackstenius, die nicht bei Niederlagen gegen Deutschland dabei waren und für die das nur Statistik ist. Pia wird die Schwedinnen schon gut vorbereiten, mit einer dritten Goldmedaille in Serie wird sie persönlich einen einmaligen Rekord haben.“

In Deutschland gibt es sehr viel Kritik an der deutschen Mannschaft. In den Fanforen ist von Rumpelfußball die Rede, es gäbe keine Spielidee, kein Konzept, Dzsenifer Marozsan hat (wieder) nicht den Sprung zum Weltstar geschafft, die Abwehr wird immer wieder als Achillesferse kritisiert.

„Das ist sicher nicht die deutsche Mannschaft, die wir kennen. Sie hat viele Probleme gehabt gegen Kanada und Australien und auch in den Spielen in Viertel- und Halbfinale keinesfalls großen Fußball gespielt. Wer mir sehr imponiert hat, ist Melanie Behringer. Sie war immer eine solide Spielerin und sehr intelligent, aber in Brasilien scheint sie die Führungsspielerin zu sein. Die Schwachstelle im deutschen Team ist tatsächlich die Abwehr. Einige haben kritisiert, dass Mittelfeld und Angriff nicht überzeugen, aber das Aufbauspiel fängt schon hinten an.“

Nun gibt es bekanntlich große Zweifel an den beiden Innenverteidigerinnen Saskia Bartusiak und Annike Krahn, aber auch Leute, die sagen, Deutschland hat derzeit einfach keine anderen, die diesen Job besser machen könnten?

„Naja, das würde ich so nicht stehen lassen wollen. Im Fußball hat man schon immer Spielerinnen umgeschult. Wir haben in Deutschland sehr viel Talent und wenn es konkret etwa keine Innenverteidigerinnen gibt, die den Ansprüchen genügen, dann muss man eben Spielerinnen identifizieren, die sich zu einer Umschulung eignen. Das kann mir keiner sagen, dass da nicht Potential ist.“

Und dann kommt Kritik an der Mannschaftsaufstellung: „Was ich überhaupt nicht begreifen kann, ist, warum Pauline Bremer nicht dabei ist. Wer kann sich das leisten, dass eine 20-Jährige Spielerin, die in der besten Vereinsmannschaft der Welt im Champions-League-Finale startet und ein tolles Spiel macht, keinen Platz im Kader der deutschen Nationalelf hat?“

Wie glaubst du, wird das Spiel aussehen? Wieder sehr defensive Schwedinnen gegen das Spiel machende Deutsche?

„Ich denke schon, dass Schweden defensiv spielen wird, aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass Pia Sundhage mit ihren schnellen Spitzen Lotta Schelin oder Stina Blackstenius auch gerade die Schwachstellen im deutschen Spiel ausnutzen möchte. Das würde die Begegnung offener machen und auch Deutschland Chancen eröffnen. Es wird in jedem Fall ein sehr spannendes Spiel.“

Schweden kann es packen

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Vor einigen Wochen sprach ich mit Emilia Appelqvist. Heute hat sie mindestens eine Silbermedaille sicher.

Es ist nicht mein Fußball. „Den Bus parken“ wie man hierzulande sagt. Aber nach dem 1:5 gegen Brasilien hat Pia Sundhage die Taktik gewechselt. Gegen stärkere Gegner spielt Schweden seitdem die Taktik, die das Team im Grunde auch schon in der Olympia-Quali im Frühjahr erfolgreich begonnen hat zu entwickeln. Zwei kompakte Viererketten und heute mit Stina Blackstenius eine gefährliche Targetstürmerin vorne. Lotta Schelin spielte überwiegend zweite linke Außenverteidigerin in der zweiten Viererkette.

Brasilien hatte in der ersten Halbzeit 71% Ballbesitz, aber die Schwedinnen kämpften und droschen den Ball weg und waren eine unüberwindliche Wand. Ein doppelter Catenaccio.

Schon 2008 in Peking hatte Pia Sundhage diese Taktik gegen die Brasilianerinnen im olympischen Finale gefahren und mit 1:0 gewonnen. Hope Solo erinnerte vor kurzem daran, stinksauer, dass die Schwedinnen nun dieselbe Taktik anwandten. Sie hätten gespielt wie Feiglinge, sagte Solo. Sundhage erwiderte, darauf angesprochen: „Ich pfeife drauf, was sie sagt. Ich fahre nach Rio und sie fährt nach Hause.“

Nach vier Jahren ist Pia Sundhage doch angekommen. Damit hatte kaum noch jemand gerechnet. Sie kam als Erlöserin nach dem netten und soliden, aber biederen Thomas Dennerby. Sie kam mit Temperament und Charisma. Und änderte dann noch fast gar nichts. Sie hielt an manchen Spielerinnen fest und ließ große neue Talente nicht nachrücken. Oft schrieb ich, dass sie endlich der jungen Generation eine Chance geben müsse. Das schrieben auch andere, sie hörte natürlich nicht auf uns, sie machte ihr Ding und dann kamen auf einmal doch viele junge Spielerinnen nach. Magdalena Eriksson, Fridolina Rolfö, Stina Blackstenius, Jonna Andersson sind da zu nennen.

Sie hielt an Hedvig Lindahl fest, und musste dafür Sofia Lundgren opfern, denn Lindahl will keine unmittelbare Konkurrenz um den Torwartposten. Heute überragte Lindahl, war der sichere Rückhalt und hielt zwei Elfmeter.

Ich habe mit Emilia Appelqvist und Sofia Jakobsson gesprochen, die jetzt die olympische Silbermedaille sicher haben und Gold wollen. Beide sagten mir, dass man Revanche wolle für die WM 2015. Diese Enttäuschung, in Kanada so sang- und klanglos ausgeschieden zu sein, gegen Deutschland mit 1:4, sitzt tief. Aber ich vermute, dass die Mannschaft gerade das jetzt auch nutzt, um sich positiv daraus zu erheben.

Nach dem 3:0 gegen Japan in Kalmar schrieb ich, dass Schweden mit der stärksten Truppe seit 2003 in ein Turnier gehe. Im Turnier dann spielten sie holprig gegen Südafrika (1:0), schwach gegen Brasilien, das entfesselt aufspielte (1:5) und kühl kalkulierend gegen China (0:0), wissend, dass man wenigstens Dritter wird und damit weiterkommt.

Gegen die USA und Brasilien gab es unattraktiven Fußball, aber am Ende Erfolge. Die aus einer sehr starken Mannschaftsleistung resultierten. 240 Minuten lang kämpften die Schwedinnen mit einem Hunger, einem Siegeswillen und hielten sich sklavisch an die ausgegebene Taktik. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Ich bin gespannt, was der Strategin Silvia Neid einfällt, um den schwedischen Catenaccio zu knacken. Überrascht wäre ich nicht, wenn Schweden am Freitag den größten Erfolg seiner Fußballgeschichte feiern sollte. Schaffen sie das mit oder ohne Elfmeter, dann haben sie es auch verdient.

Schweden schlägt Welt- und Olympiasieger USA

Zehn Minuten vor dem Ende des Spiels gegen China sagte Pia Sundhage zu ihrer Kapitänin Caroline Seger, dass sie mit dem 0:0 zufrieden sei. Dementsprechend hielten sich die Schwedinnen zurück und steuerten als Gruppendritter unweigerlich auf das Spiel gegen Weltmeister und Olympiasieger USA zu. Sportlicher Selbstmord, attestierten viele, inklusive auch mir.

Jetzt kann uns Pia Sundhage anstrahlen. Zum ersten Mal seit Frauenfußball olympisch ist, spielt die USA nicht um Medaillen. Ein Geniestreich der Trainerin, die 2008 und 2012 Giold mit gerade dem heutigen Gegner geholt hatte.

Schweden hatte mehr oder weniger erbärmlich gespielt im Turnier und steigerte sich dann doch um mindestens 100%. Stina Blackstenius brachte Schweden in Führung, Alex Morgan glich aus. Carli Lloyd erzielte ein klares Abseitstor, das nicht gegeben wurde. Lotta Schelin markierte ein ganz klares reguläres Tor, das wegen vermeintlichem Abseits nicht gegeben wurde. Schon deshalb haben die Schwedinnen den Sieg verdient gehabt.

Und wieder einmal war es Lisa Dahlkvist, die gegen Hope Solo einen wichtigen Elfmeter verwandelte, den, der das Tor zu den Medaillen, ja sogar bis um Finale für Schweden weit aufstößt. Aber machen wir uns nichts vor, das konnte Sundhage nicht voraussehen, als sie Seger zehn Minuten vor dem Ende der Partie gegen China um Zurückhaltung nach vorne bat. Oder?

Hope Solo hält nicht hinter den Berg: „Wir waren die bessere Mannschaft und die Schwedinnen spielten wie Feiglinge.“ Sie mag recht haben, aber das klingt natürlich ähnlich der Beschwerde Cristiano Ronaldos gegen Island bei der Männer-EM.

Solo glaubt nicht, dass Schweden sehr weit kommen wird, schon im Halbfinale gegen Brasilien oder Australien sieht sie die Endstation für Sundhages Elf.

Zurück vor dem Viertelfinale

Im Blog war es lange ruhig, da ich mir eine Reise nach Italien gegönnt habe und dort vor allem das Land genießen wollte anstatt nachts über VPN-Tunnel Frauenfußball bei Olympia zu gucken.

Aber natürlich habe ich einiges gelesen und die Geschehnisse rund um den Zuckerhut und darüber hinaus verfolgt.

Deutschland wollte also gegen Kanada nicht gewinnen, um sich den starken Gegner Frankreich zu ersparen. Die Niederlage also ein taktischer Geniestreich von Silvia Neid? Wohl kaum. Erstens wäre das eine neue Qualität der Schwäche im deutschen Fußball, wenn wir jetzt schon Gegnern ausweichen müssen, um bessere Turnierchancen zu haben. Willst du ein Turnier gewinnen, musst du alle schlagen können. Zweitens war die halbe Stunde, die ich vom deutschen Team gesehen habe, dermaßen blass und farblos mit kanadischen Ersatzspielerinnen, die weitaus motivierter waren, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die Devise hieß „Bloß nicht gegen Kanada gewinnen!“

Schweden geht zum zweiten Mal in Folge als bester Gruppendritter in einem Turnier weiter. Das Spiel, das gegen Japan in Kalmar noch sehr gut funktioniert hatte, ist spätestens seit dem 1:5 gegen entfesselte Brasilianerinnen wie weggeblasen. Immerhin spielte man zweimal zu 0, aber gegen Südafrika ist das ein Muss. Fridolina Rolfö ist die einzige Stürmerin, die überzeugt. Ansonsten (wieder) ein grottenschlechtes Turnier, das nun im Viertelfinale gegen die USA ein krachendes Ende bringen wird. Die Amerikanerinnen haben das Spiel mit ihrer aggressiven Spielweise bereits nach einer halben Stunde entschieden. Ich frage mich, ob dann Konsequenzen gezogen werden und wir einen neuen Nationaltrainer bekommen, denn Pia Sundhage hat es wieder nicht geschafft, ein schlagkräftiges Team zu formen, das auch in einem Turnier besteht. Die Spielerinnen wollen, dass sie weitermacht, aber können wir das wollen, dass der alte, erfolglose Trott weitergeht?

Brillante Generalprobe für Schweden

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Japans Startelf gestern: Saki Kumagai, Mizuho Sakaguchi, Yuri Kawamura, Rumi Utsugi, Ayaka Yamashita, Yuki Nagasato. Vorne: Tomoko Muramatsu, Rika Masuya, Yu Nakasato, Mayu Sasaki, Saori Ariyoshi. 

Durch Tore von Lotta Schelin, Fridolina Rolfö und Olivia Schough gewann Schweden seine Generalprobe für Olympia mit 3:0 gegen den Weltranglistensiebten und Vizeweltmeister Japan.

Vor etwas mehr als 5.000 Zuschauern, einer guten Kulisse angesichts des Termins mitten in den Sommerferien, hat Pia Sundhage dabei eine Reihe von guten Antworten bekommen.

Die Startformation überraschte etwas mit Schelin, Kosovare Asllani und Sundhage-Liebling Olivia Schough auf der Bank, stattdessen setzte die 56-Jährige auf Linköpings Stürmerinnen Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius. Und während Blackstenius eher blass blieb, nutzte Rolfö die ihr gegebene Chance. 90 Minuten, ein Treffer und ein Assist für die Targetstürmerin, die in Rio einen weiteren Schritt Richtung Weltklasse machen könnte.

In der ersten Halbzeit begann man bei sommerlichen Temperaturen forsch, aber schnell fingen die Japanerinnen an, ihre sehr ansehnlichen Ballstafetten zu spielen. Die „technisch vielleicht beste Mannschaft der Welt“ (Asllani) machte es den Schwedinnen schwer, auch wenn Nadeshiko im letzten Drittel relativ harmlos agierte und nur zu 2-3 wirklichen Chancen kam.

Sundhage hatte vorher angekündigt, sechs Mal wechseln zu wollen und brachte dann auch gleich vier Neue in der 46. Minute. Schelin, Asllani, Emma Berglund und Magdalena Eriksson. 

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Fridolina Rolfö überzeugte

Während Berglund Linda Sembrant gut ersetzte, sorgten die übrigen drei neuen Spielerinnen für eine deutliche Verbesserung. Lotta Schelin ging es dreckig, sie hustete und musste mehrere Minuten mit dem Mannschaftsarzt reden, bevor sie dann weitermachte – und trotzdem zeigte sie ihr bestes Spiel seit langem. Dicke Chance schon Sekunden nach ihrer Einwechslung und schliesslich tolle Ballannahme und platzierter, souveräner Abschlus zum 1:0 nach 76 Minuten, nach dem perfekten Pass von Kosovare Asllani.

Die 26-Jährige Asllani, jetzt bei Manchester City, überragte mit brillanten Pässen aus dem offensiven Mittelfeld. Auch beim 2:0 bediente sie Fridolina Rolfö. Obwohl sicher nicht die Favoritin bei Pia Sundhage, sollten die Beiden einen Pakt schließen, denn mit Asllani kann Schweden Erfolg haben.

Das 3:0 in der Nachspielzeit war dann ein Tupfer, Olivia Schough, frei gespielt von Fridolina Rolfö machte ein ähnliches Tor wie zuvor die Spielerin aus Linköping. Beides Mal platziert ins lange Eck.

Der Sieg fiel etwas zu hoch aus, aber wer ein Japan mit sieben Startspielerinnen vom 3:3 gegen die USA in Colorado Anfang Juni so deutlich schlagen kann, sollte mit Selbstbewusstsein und Erwartungen nach Rio reisen.

Ausrutscher

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Djurgården ist die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte

Lotta Schelins erstes Ligaspiel nach acht Jahren bei Olympique Lyon, der besten Frauenfußballmannschaft der Welt, war sowohl erfolgreich wie auch ein Ausrutscher,. Beim Heimspiel gegen Djurgården gab es ein glückliches 2:2 durch einen Treffer von Schelin in der 90. Minute.

Djurgården kann man getrost als die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte bezeichnen. Kompaktes Abwehrspiel, wenn sie nach vorne gehen , dann glkeich mit mehreren im gegnerischen Strafraum. Katrin Schmidt, die beste Mittelfeldspielerin Europas, die nicht in einer Nationalmannschaft spielt, dominierte für Djurgården – bei Rosengård macht sich das Fehlen von Sara Björk Gunnarsdottir arg bemerkbar.

Immerhin hat Rosengård die Neuverpflichtung des Jahres in seinen Reihen – die Amerikanerin Ella McLeod Masar, die ihren zehnten Saisontreffer erzielte. Hat Linköping jetzt einen entscheidenden Vorteil? Mal sehen, ob sie alle Spielerinnen behalten können und ob es ihnen gelingt, nach der Pause in Göteborg zu gewinnen. Zwei Ja auf diese Frage und Linköping hat Anfang Oktober den Gewinn der Meisterschaft beim Heimspiel gegen Rosengåtd in der Hand. Yuerst aber gibt es Ende August schon mal das Pokalendspiel zwischen beiden Teams in Malmö.

FC Rosengård – Djurgården (0:1) 2:2
Tore: 0:1 Mia Jalkerud (22.), 1:1 Ella McLeod Masar (63.), 1:2 Emilia Appelqvist (67.), 2:2 Lotta Schelin (90.)

1800 Zuschauer waren eine neue Bestmarke für Rosengård, die meisten kamen sicher um L8 zu sehen. Der Schnitt liegt jetzt bei 790 Zuschauern, seit zehn Jahren ein stetes Auf und Ab.

Die Tabelle:

  1. FC Rosengård               42:7 35
  2. Linköpings FC              38:10 34
  3. Eskilstuna                     17:12 19
  4. Piteå IF                           14:19 18
  5. Göteborg                       17:12 17
  6. Djurgården                   18:18 17
  7. Örebro                            14:19 14
  8. Vittsjö                            12:23 12
  9. Kvarnsveden                13:26  9
  10. Mallbacken                  15:29 9
  11. Umeå                              12:27 9
  12. Kristianstad                  9:19  8′

 

Torschützenliste: 1. Pernille Harder 13, 2. Stina Blackstenius 11, 3. Marta, Ella McLeod Masar je 10, 5. Mia Jalkerud 7, 6. Tabitha Chawinga, Natasa Andonova, Kristine Minde, Pauline Hammarlund alle 6, 10. Mimmi Larsson 5.

 

ffschweden im Gespräch mit Sofia Jakobsson

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Selfie mit ffschwedens Stick. Von links Lotta Schelin, Linda Sembrant, Physio Annica Svensson, Nilla Fischer. Hinten verdeckt: Sofia Jakobsson, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist (Foto: Anders Henriksson)

Sofia Jakobsson spielt beim HSC Montpellier, dem Tabellendritten der letzten Saison in Frankreich. Sie hat gerade ihre zweite Saison abgeschlossen, davor war sie vom BV Cloppenburg gekommen. Sie hat bei den Chelsea Ladies gespielt und auch beim Moskauer Vorortclub FC Rossiyanka. Bekannt wurde Sofia, als sie 2009 bei der Europameisterschaft der U19 in Weissrussland im Halbfinale die drohende Niederlage gegen Favorit Frankreich abwendet und sowohl das 2:2 in der regulären Spielzeit wie auch das 3:2 und 5:2 in der Verlängerung markierte.

Sie kommt aus Örnsköldsvik, ein deutliches Stück nördlich von Stockholm an der Ostseeküste gelegen. Dort nennt man das Städtchen einfach Ö-vik. Die drei Jahre Gymnasium hat sie allerdings schon im südlich gelegenen Växjö absolviert und danach dann bei Umeå IK gespielt.

Ich traf Sofia vor eineinhalb Wochen nach dem Training der Legionäre aus Frankreich und Deutschland, zu dem Pia Sundhage und Assistentin Lillie Persson nach Bosön eingeladen hatten. An einem wunderschönen Freitag trainierte das Sextett (ausser Sofia nochj Lotta Schelin, Lisa Dahlkvist, Linda Sembrant, Caroline Seger und Nilla Fischer) unweit der Ostsee (in Sichtweite) in einer idyllisch wirkenden Urlaubsumgebung. Aber Sundhage nahm ihre Spielerinnen ordentlich ran und liess sie zusammen mit 16-Jährigen Jungs des Vereins FC Djursholm spielen und trainieren.

Die Stimmung war fantastisch und aufgeräumt und alle waren bestens gelaunt. „Du, ich glaube, ich muss gleich weg, ich hab nicht so viel Zeit,“ versuchte es Sofia, aber nachdem ich in London schon einmal vergeblich auf die heute 26-Jähriuge gewartet habe, sagte ich freundlich, dass die anderen sicher nicht ohne sie in die Stadt fahren würden. Schliesslich war der Termin auch abgesprochen mit der Pressefrau des schwedischen Teams. Es wurde dann ein richtig nettes, kurzes Gespräch.

Sofia, deine Mannschaft HSC Montpellier, wurde Dritter in Frankreich. Wie schaust du auf die Saison der Mannschaft und auf deine eigene Saison zurück?

„Ich finde, dass beide Spielzeiten sehr gut gelaufen sund. Wir haben wirklich einen großen Schritt nach vorn gemacht. Es scheint so, als ob wir uns wirklich sowohl Paris wie auch Lyon nähern. Wir wurden Dritter und haben gegen beide Topteams gut gespielt. Wir haben zum zweiten Mal in Serie das Pokalfinale gegen Lyon erreicht und dort knapp 1:1 verloren. Das war ein enges Spiel, obwohl die natürlich mehr Ballbesitz hatten und mehr Torchancen. Aber wir haben eine junge Mannschaft mit sehr viel Qualität, ich denke wir haben wirklich zwei gute Spielzeiten absolviert und hoffen, nächstes Jahr um einen Platz in der Champions-League spielen zu können.“

Die französische Liga ist sehr dreigeteilt. Da sind Lyon und PSG in einer Klasse für sich, dann kommt ihr und Juvisy und auch ihr seid wieder in einer Klasse für euch. Dann, weit dahinter kommen die anderen acht Teams. Schon der Tabellenfünfte Rodez Aveyron hatte ein Tiorverhältnis von -14.

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Sofia Jakobsson im Gespräch mit ffschweden (Foto: Anders Henrikson)

Als Sofia Jakobsson zur Antwort ansetzt, wird sie von Nilla Fischer gerufen, die anderen Spielerinnen wollen unbedingt noch ein Selfie zum Abschluss der Trainingswoche machen. Nilla fummelt mit ihrem Telefon herum, Sofia kommt dazu und ich gebe Nilla Fischer meinen Selfie Srick. Dabei kommt es zu dem Bild oben, das der Fotiograf Anders Henrikson gemachr hat.

Sofia kommt zurück, während die anderen langsam ihre Taschen einräumen.

„Wo waren wir noch mal?“, fragt sie. „Ach ja, Paris und Lyon waren natürlich die besten Teams in den vergangenen Jahren. Aber ich denke, dass wir, Juvisy, Guingamp und auch St. Etienne Mannschaften haben, die im Kommen sind. Es werden noch mehr kommen und hoffentlich wird Marseille auch gut sein, die kommen aus einem grossen Männerclub, nein, ich glaube, dass der Fußball in Frankreich jedes Jahr ein Stück besser wird.“

Jakobsson wurde in ihrer Debütsaison 2014/15 gleich zur besten Spielerin der Liga gewählt, ein toller Erfolg, wenn man sich die Kader von PSG und Lyon anschaut. Lyon stelklt nicht weniger als 13 Spielerinnen in der 18er Olympiatruppe Frabnkreichs. Montpellier hat da niemanden dabei, aber immerhin sind drei der vier Reservistinnen aus Sofia Jakobssons Team.

Du hast in sehr vielen Ländern gewohnt. Russland, Deutschland, Großbritannien und jetzt Frankreich. Was hast du aus jedem einzelnen mitgebracht?

„Es ist ja klar, dass man sowohl viel Erfahrung auf dem Spielfeld wie auch außerhalb gesammelt hat. Ich würde aber sagen, dass da nichts Spezifisches aus gerade einem Land ist, aber man hat sich als Mensch und als Spielerin an allen dieser Orte weiterentwickelt und ich habe sowohl in meiner Fußballkarriäre wie auch privat Schritte nach vorn gemacht.“

Ich war nie in Montpellier, aber wenn ich mal auf Google Maps schaue, wo das liegt, so ist das wunderbar gelegen in Südfrankreich. Wie ist es da zu leben?

„Es ist wirklich eine sehr angenehme Stadt und liegt an der französischen Riviera, ein echt toller Ort, um da zu wohnen. Mir geht es ausserhalb des Fussballs sehr gut da, es ist nah an den Strand, da kann man auch abseits vom Fussball das Leben geniessen.“

Wie sieht es denn mit den Sprachen aus? Hast du überall etwas mitgenommen?

„Naja, ich konnte etwas Russisch, aber das meiste habe ich nach ein paar Jahren wieder vergessen. Jetzt spreche ich etwas Französisch und verstehe das Meiste, was gesagt wird. Ich hoffe, dass ich jett noch mehr lernen werden, schliesslich habe ich noch ein drittes Jahr Vertrag. Also denke ich, dass ich schon Französisch mitnehmen werde.“

Wie sind deine Erwartungen für Olympia?

„Ich habe sehr grosse Erwartungen, vor allem ist es klasse, dass wir in Brasilien spielen, solch ein fantastisches Fussballland. Es ist toll, bei einer weiteren Meisterschaft dabei sein zu dürfen. Ich glaube, wir haben eine tolle und interessante Truppe und hoffentlich können wir nach der Enttäuschung des Vorjahres ein gutes Turnier spielen.“

Was habt ihr hier während der Woche gemacht in einer vergleichsweise so kleinen Gruppe?

„Wir waren ja schon eine Zeit vom Fussball weg, deshalb haben wir uns hier getroffen und hatten ein ziemlich hartes Trainingslager mit viel Spiel und etwas physischem Training, es war wirklich sehr hett und wir haben hart trainiert, um uns gut auf Olympia vorzubereiten.“

Hast du denn eigentlich überhaupt Urlaub in diesem Sommer?

„Ich habe mit Umeå IK trainiert und jetzt hier, aber ich hatte zehn Tage frei nach dem Ende der Saison in Frankreich und da war ich zu Hause bei Familie und Freunden. Ich habe auch die Fussballschule in meinem Mutterclub Hägglunds besucht. Da habe ich mit Mädchen trainiert, das hat Spass gemacht.“

Am Donnerstag nächste Woche gibt es ein Wiedersehen mit Sofia und zwar beim Spiel Schweden – Japan in Kalmar.

 

 

Zweisam an der Spitze

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Ella Masar (rechts) schoss zwei Tore für Roisengård

Auch nach zwölf Spieltagen ziehen der FC Rosengård  und Linköpings FC einsam ihre Kreise an der Spitze. Jeweils 34 Punkte haben beide Clubs. Am letzten Spieltag vor der Pause wurden drei Spiele der elften Runde umgedreht, die drei anderen dagegen gemischt., So spielte Rosengård nach dem 6:1 gegen Kvarnsveden zu Hause vor zehn Tagen am vergangenen Samstag wieder gegen den Aufsteiger, dieses Mal auswärts.

 

Mit einem nie gefährdeten 4:0 tat man abermals etwas für das Torverhältnis. Es war mein erster Besuch auf Ljungbergsplanen, zweieinviertel Stunden von Stockholm entfernt, wo man den speziellen Dialekt „dalamål“ spricht.

Nachdem es nach einer Viertelstunde schon 3:0 für Rosengård stand, ging es danach langsamer. Ella Masar schoss nach dem 1:0 auch noch das 4:0 und stellte den Endstand her.

Linköping wurde geschockt voin Piteå. Nach zehn Minuten daheim stand es 0:2 durch zwei Tore von Elin Bragnum, aber LFC bewies, dass man eine Spitzenmannschaft ist. Man drehte das Spiel und gewann mit 3:2.

Die Ergebnisse:

Kvarnsveden -. FC Rosengård 0:4
Linköping – Piteå 3:2
Örebro – Mallbacken 4:0
Vittsjö – Göteborg 2:2
Kristianstad – Djurgården 0:2
Eskilstuna – Umeå 2:0

 

 

ffschweden im Gespräch mit Emilia Appelqvist

millanSeit Anfang des Monats schreibe ich zwei Frauenfußballblogs. Auf Deutsch und nun auch auf Schwedisch. Das Ende von damfotboll.com hat dazu geführt,. dass der Sport seine wichtigste Publikation verloren hat. Ersetzen lässt sich das nicht, aber ich will weiterhin Spielerinnen interviewen und auf diese Weise ein wenig dazu beitragen, dass Frauenfußball gesehen wird – auch in Schweden.

Am Freitag habe ich am Rande des Extrainings für die Legionäre aus Frankreich und Deutschland kurz darüber mit Lotta Schelin gesprochen. Sie fragte mich, ob das endgültig sei mit damfotboll.com und ich antwortete, dass sie selber ja genug Öffentlichkeit bekomme mit vielen Interviews im Fernsehen oder Radio, aber dass viele, viele andere Spielerinnen einfach nur auf damfotboll.com sichtbar gemacht wurden.

Das mag selbst für eine inzwischen som etablierte Nationalspielerin wie Emilia Appelqvist gelten. Die 26-Jährige kommt aus Uppsala, spielte dann für AIK, Tyresö, Piteå und nun seit Anfang der Saison für Djurgården, wo sie auch Kapitänin ist. Emilia war 2009 Kapitänin der schwedischen U19-Nationalelf, die das Finale der EM in Minsk erreichte.

Ich traf mich mit Emilia am Donnerstagnachmittag vor dem Training auf Kristinebergs IP. Gudbjörg Gunnarsdottir versorgte uns mit einem Becher Kaffee und wir gingen auf die Tribüne der früheren Djurgården-Heimarena, in der Djurgården seine großen Zeiten erlebte, die heute nur noch als Trainingsgelände dient. Kristineberg erfüllt lange nicht mehr die Kriterien, die an Spiel in der Damallsvenskan gestellt werden und die von den Vereinen selber formuliert wurden, in der Hoffnung, Städte und Gemeinden würden ihnen dann diese Kriterien erfüllen.

Wir sitzen auf der Tribüne und ich denke daran, dass ich ungefähr an genau derselben Stelle vor sieben Jahren mit Sara Thunebro gesessen habe, bevor sie nach Frankfurt wechselte. „Wie geht es dir?“ habe ich ‚Thunis‘ vor kurzem in Eskilstuna bewusst auf Deutsch gefragt und sie antwortete ‚Mir geht es gut. Wie geht’s dir?“ Damals, 2009, konnte sie noch kein Deutsch.

Emilia Appelqvist spielt im zentralen Mittelfeld und mein Kollege Anders Sännås Lundquist, der gerade nach fünf Wochen Herren-EM aus Frankreich zurückgekehrt ist, schrieb, dass Appelqvist den neuen Spielertypen verkörpere, der sich in den letzten beiden Jahren Platz geschaffen habe.

Appelqvist verletzte sich im Mai in Piteå, ausgerechnet da, wo sie die beiden Spielzeiten vorher gespielt hatte und den Weg in die Nationalelf machte. Sie musste am Knie operiert werden, eine sogenannte Schlüsselloch-OP. Meine erste Frage gilt denn auch ihrem rechten Knie und warum sie zuletzt gegen Linköping nach 73 Minuten ausgewechselt wurde.

„Ich hatte im ersten Spiel 45 Minuten gespielt und dass ich dann nur 75 spielen sollte, war eigentlich eine Vorsichtsmaßnahme. Es ging sehr gut, es tat nicht weh, es ging nur darum, es nicht zu übertreiben und da reichten 75 Minuten völlig aus,“ sagt Emilia Appelqvist.

Als ihr gegen Umeå spieltet, saß Pia Sundhage auf der Tribüne. Das war zwei Tage, bevor sie ihr endgültiges Aufgebot für Rio benennen sollte und ich dachte mit Blick auf die beiden Teams, die ist nur wegen dir hier, sie will sehen, ob du spielen kannst. Dann hast du eine Halbzeit gespielt und warst im Olympia-Team.

„Ich kann soweit gehen und sagen, dass ich einen Plan hatte. Ich wollte zurück kommen und um einen Platz bei Olympia konkurrieren. Als die OP dann sehr gut verlief und auch die Reha, habe ich während zweier Trainingswochen das Tempo stets erhöht und dann war ich in der Lage zu spielen. Natürlich war es schön, dass sie [Sundhage] da war und sich für mich interessiert hat.“

Für Djurgården lief es anfangs sehr gut, 13 Punkte waren schnell gewonnen, dann kamen drei Niederlagen und nun seid ihr wieder da unten mit drin.

„Ich glaube, wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt. Wir begannen mit ziemlich schweren Spielen am Anfang der Saison, wo wir verloren, aber dennoch gut spielten und merkten, dass wir viele Punkte gewinnen können, wenn wir so weitermachen. Wir haben einen schönen Angriffsfußball gespielt, wo wir den Ball laufen lassen wollen und viele Torschüsse erreichen wollen. Jetzt gegen Linköping hat man gesehen, dass es auch defensiv geht. Wir machen sehr gut hinten dicht. Wenn wir das mit in den Herbst nehmen können, wird es eine gute Saison.“

Mit was müsst ihr im Herbst weitermachen, was muss sich ändern?

„Ich würde sagen, wir müssen mit dem weitermachen, mit dem wir angefangen haben: dass wir alle Spielerinnen auf dem Platz einbeziehen, dass wir weiterhin wagen zu spielen, weil wir so viele schöne Kombinationen finden und mit vielen Spielerinnen in den Strafraum des Gegners kommen. Mit jedem Tag, den wir miteinander bekommen, werden wir besser. Wir müssen die Defensive zusammenbekommen, zuletzt war das sehr gut. Vieles wird da entschieden.“

Schweden hat seit dem Achtelfinale der WM in Kanada (1:4 gegen Deutschland) kein Spiel mehr verloren und nur einen Gegentreffer kassiert. Im Mittelfeld hast du sehr viel mit Caroline Seger und Lisa Dahlkvist zusammengespielt. Kannst du uns die Rollenverteilung zwischen euch erklären?

„Es war ja so, dass Dahlkvist diejenige war, die für das Gleichgewicht im Mittelfeld sorgen sollte und Seger war an ihrer Seite. Seger ist ja diejenige, die gerade im letzten Drittel mit dem letzten Pass und so sehr gut ist. Dann kommt es immer ein wenig drauf an, was es für ein Spiel ist. Ich soll bei den Angriffen dabei sein und sehr viel in beide Richtungen laufen. Meine Stärke is ja defensiv, aber ich habe eine etwas offensivere Rolle bekommen, denn ich soll schon hinten an den Stürmerinnen dranhängen, damit die nicht zu isloiert sind.Ich denke mit uns Dreien ist das ein gutes Gleichgewicht und wenn Lisa Dahlkvist nach vorne geht, dann bleiben Seger und ich hinten. Oder andersrum. Wir haben einen guten Mix da und wir sind eingespielt.“

Ist Schweden denn 2016 besser als 2015?

„Schwer zu sagen. Wir hatten eine WM, die nicht so verlief wie wir uns das gewünscht haben. Jetzt sind wir noch nicht bei Olympia, aber alles fühlt sich gut an, seit wir neu angefangen haben. Wir haben gute Ergebnisse, du hast gesagt, dass wir nicht unbedingt gegen die besten Teams gespielt haben, aber es fühlt sich so an, dass wir eine gute Basis haben und einen Glauben, der funktioniert.“

Am 21.07. spielt Schweden in Kalmar gegen den Weltranglistensiebten Japan.

 

 

Portugals zwei Welten

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Claudia Neto und Carolina Mendes am vergangenen Sonntag

Heute Abend spielt die portugiesische Nationalmannschaft der Männer gegen Wales um den Einzug ins EM-Finale. CR7 – Cristiano Ronaldo –lässt dabei niemanden kalt. Abgöttisch geliebt und bodenlos verachtet.

 

CN12?

So wie Ronaldo der mit Abstand beste Spieler seines Landes ist, so ist das Claudia Neto bei den Frauen. Die 28-Jährige aus dem idyllischen Ort Portimão an der Algarve hat als Erwachsene in Portugal nie Fußball gespielt, außer in der Nationalmannschaft.

Claudia spielte eine Saison lang Futsal, dann ging sie nach Spanien, zuerst nach Saragossa, fast 1.100 km entfernt von Portimão, da blieb sie fünf Jahre, bis es sie dann nach Barcelona zu Espanyol verschlug.

2014 im Sommer wurde sie von Linköpings FC geholt.

„In Claudia bekommen wir eine Spielerin, die ihre besten Eigenschaften in der Offensive hat mit ihrer feinen Technik und ihrem Gefühl für das Spiel. Sie hat große internationale Erfahrung durch ihre Einsätze für Portugals Nationalmannschaft. Sie wird eine interessante Neuverpflichtung sein für unseren Kader und ihre Eigenschaften passen gut zu unserer Spielweise,“  sagte Trainer Martin Sjögren zu der Verpflichtung.

Er wusste damals wohl nicht, wie Recht er hatte. Denn Claudia Neto schaffte es sofort in die Startformation und sie spielte so gut, dass sie dort auch nicht mehr wegzubekommen war, bis heute. 2015 wurde sie als eine der besten Mittelfeldspielerinnen auf der alljährlich stattfindenden Fußballgala nominiert – neben Malin Diaz Pettersson und Caroline Seger.

Die meisten Spielerinnen der portugiesischen Frauennationalmannschaft spielen in der Heimat bei Traditionsvereinen (der Männer) wie Benfica und Sporting. Im Ausland sind derzeit: Carole Costa, die beim BV Cloppenburg in der zweiten Staffel Nord spielt, Raquel Infante, die beim finnischen Erstligisten Åland United auf den Åland-Inseln spielt, Monica Mendes, die beim FC Neukirch in der Schweiz verteidigt, Suzane Pires in Brasilien bei Santos und Ana Borges bei den Chelsea Ladies. Hinzu kommen die beiden „Schwedinnen“, Caroline Mendes, die gerade erst aus Russland zu Djurgården kam und meist auf der Bank sitzt und eben Claudia Neto, die spielt und spielt und die Fäden zieht bei Linköping.

Am Sonntag nach dem Spiel bei Djurgården, bei dem Carolina Mendes und Claudia Neto wohl zum ersten Mal in ihrer Karriere gegeneinander gespielt haben, habe ich mich mit Claudia kurz unterhalten.

Wie fandest du das Spiel bei Djurgårde, ihr habt 1-0 gewonnen, es war ganz schön hart?

„Ja, es war ganz schön hart, aber das Wichtigste ist, dass wir drei Punkte gewonnen haben.. Wir hatten eine ganze Menge Chancen, haben aber ganz einfach keine Tore daraus gemacht. Das passiert manchmal, so ist das im Fußball.“

Vor zwei Jahren bist du nach Schweden gekommen, den Vertrag mit Linköping hast du vorzeitig verlängert, es läuft richtig gut hier?

„Ich bin sehr zufrieden hier. Ich konnte habe alle Spiele absolviert, was natürlich gut für mich ist. Ich will der Mannschaft in jedem Spiel helfen.“

Die portugiesischen Medien haben ein wenig angefangen, sich für Claudia und damit dem Frauenfußball zu interessieren. Aber es ist noch ein weiter Weg.

„Wir träumen davon, an einer Endrunde teilnehmen zu können,“ hat sie vor ein paar Jahren gesagt, aber auch an der EM 2017 wird Portugal nicht teilnehmen, zu groß bereits der Rückstand auf den großen Nachbarn Spanien und auch auf Finnland. Selbst Irland ist noch vor den Südeuropäerinnen.

Warum seid ihr in Linköping so viel besser als letztes Jahr, wo ihr im Prinzip denselben Kader hattet? Ist die Erklärung, dass ihr jetzt ein klares 4-3-3 spielt mit Pernille (Harder), Stina (Blackstenius) und Fridolina (Rolfö) da vorne?

„Das Spielsystem passt uns besser, ja. Und alle drei Forwards sind wirklich sehr schnell und das führt dazu, dass wir einfach mehr Raum haben, in den wir spielen können.“

Wie siehst du deine eigene Rolle im Spiel?

Ich habe eine sehr technische Rolle. Ich versuche, meine Räume im Mittelfeld abzudecken und ein gutes Gleichgewicht zwischen Abwehr und Angriff herzustellen.“

 

Unnötig eng

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Linköpings Mannschaftskapitänin Magdalena Ericsson schlägt einen Freistoß in den Strafraum von Djurgården

Linköping hätte es leichter haben können am Sonntag im Stockholmer Stadion. In der ersten Halbzeit setzte man Djurgården enorm unter Druck, erspielte sich auch einige Chancen, die man aber entweder nicht konsequent nutzte oder aber man scheiterte an der exzellent aufgelegten Gudbjörg Gunnarsdottir. Auch die Abwehrkette machte ein herausragend gutes Spiel, aber dennoch war unumstritten, wer die bessere Mannschaft war.

 

Fridolina Rolfö gelang mit einem prächtigen Schuss in den Winkel das Siegtor, das war nicht reicht, um Rosengård von der Spitze zu verdrängen, aber beide Teams sind nun mit jeweils 31 Punkten weit, weit vor dem Rest des Feldes.

Unten, zwischen Platz sechs (Djurgården) und zwölf (Kristianstad), da trennen nur noch fünf Punkte. Das verspricht ein Abstiegskampf zu werden, an dem die halbe Liga teilhaben muss. Zumindest ein paar Wochen lang, bevor sich da auch der Spreu vom Weizen trennt.

Djurgården – Linköpings FC (0:1) 0:1
Tor: 0:1 Fridolina Rolfö (27.)

Umeå IK – Kristianstads DFF (0:1) 2:1
Tore: 0:1 Jenny Danielsson (21.), 1:1 Rita Chikwelu (79.), 2:1 Hanna Sandström (82.)

Reichlich Tore

Sieben, sechs, vier. Das war die Torausbeute in den drei Samstagsspielen der Damallsvenskan, die zum elften Spieltag gehören.

Dass Rosengård auch ohne Sara Björk Gunnarsdóttir Aufsteiger Kvarnsveden „plattmachen“ würde, konnte man dabei leider erwarten. Trainer Jack Majgaard Jensen stellte im Mittelfeld neben der routinierten Anita Asante die beiden Youngster Ebba Wieder und Iina Salmi auf. Zur Spielerin des Tages avancierte Natasa Andonova die mit ihrem Hattrick dem Namen meines neuen schwedischsprachigen Blogs gerecht werden wollte. 6:1 hieß es am Ende und was mir nicht gefällt: die Spielplanmacher haben das „Rückspiel“ bereits für nächsten Samstag in Borlänge angesetzt.

Auch Vittsjö hat dann das Vergnügen Göteborg zu empfangen, wo man erst gestern beim 2:2 einen unerwarteten Punkt holte.

Und Spiel Nummer drei, das sich kommendes Wochenende wohl kaum so im Ergebnis wiederholen dürfte ist dann KIF Örebro – Mallbacken. Gestern, im Wald von Värmland, gab es ein 3:3, das vor allem KIF ärgern müsste. denn trotz der schnellen Führung der Gastgeber war die Mannschaft aus der Landschaft Närke meist überlegen, drehte das SPiel zum 3:1, um in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zu kassieren.

Oben kämpfen zwei Teams um die Meisterschaft, Rosengård nun schon 13 Punkte (!!) vor dem Dritten Piteå. Aber unten wird es spannender als je (?) zuvor. Nach der Hinrunde (zwei Spiele noch heute) liegen nicht viele Zähler zwischen Platz 6 und 12. Wie viele es genau sind, erfahrt ihr heute Abend.

Im einzelnen gestern:

FC Rosengård – Kvarnsvedens IK (3:0) 6:1
Tore: 1:0, 2:0 Natasa Andonova (1., 10.), 3:0 Marta (45.), 3:1 Sarah Elnicky (64.), 4:1 Natasa Andonova (70.), 5:1, 6:1 Ella Masar (81., 84.)

Kopparbergs/Götenborg FC – Vittsjö GIK (0:0) 2:2
Tore: 1:0 Rebecca Blomqvist (62.), 2:0 Elin Landström (66.), 2:1 Linda Sällström (84.), 2:2 Anna Hjälmqvist (88.)

Mallbackens IF Sunne – KIF Örebro (1:1) 3:3
Tore: 1:0 Julia Karlenäs (1.), 1:1 Veronica Perez (8.), 1:2 Marie-Eve Nault (48.), 1:3 Veronica Perez (53.), 2:3 Clara Alm (68.), 3:3 Zoe Ness (91.)