Über Rainer

This is in English because I am Blogging both German and Swedish and apparently this text here appears in all of my Blogs when you click my name. My name is Rainer and I have been following women's football or soccer for quite a while now. I watch football games, take pictures when I see matches, because I need them for the blogs. I talk to Players and publish texts about that in my German and Swedish blog. I prefer the term "talk" instead of "interview". It's a dialogue,l notm just Q & A I am interested in.

Brillante Generalprobe für Schweden

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Japans Startelf gestern: Saki Kumagai, Mizuho Sakaguchi, Yuri Kawamura, Rumi Utsugi, Ayaka Yamashita, Yuki Nagasato. Vorne: Tomoko Muramatsu, Rika Masuya, Yu Nakasato, Mayu Sasaki, Saori Ariyoshi. 

Durch Tore von Lotta Schelin, Fridolina Rolfö und Olivia Schough gewann Schweden seine Generalprobe für Olympia mit 3:0 gegen den Weltranglistensiebten und Vizeweltmeister Japan.

Vor etwas mehr als 5.000 Zuschauern, einer guten Kulisse angesichts des Termins mitten in den Sommerferien, hat Pia Sundhage dabei eine Reihe von guten Antworten bekommen.

Die Startformation überraschte etwas mit Schelin, Kosovare Asllani und Sundhage-Liebling Olivia Schough auf der Bank, stattdessen setzte die 56-Jährige auf Linköpings Stürmerinnen Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius. Und während Blackstenius eher blass blieb, nutzte Rolfö die ihr gegebene Chance. 90 Minuten, ein Treffer und ein Assist für die Targetstürmerin, die in Rio einen weiteren Schritt Richtung Weltklasse machen könnte.

In der ersten Halbzeit begann man bei sommerlichen Temperaturen forsch, aber schnell fingen die Japanerinnen an, ihre sehr ansehnlichen Ballstafetten zu spielen. Die „technisch vielleicht beste Mannschaft der Welt“ (Asllani) machte es den Schwedinnen schwer, auch wenn Nadeshiko im letzten Drittel relativ harmlos agierte und nur zu 2-3 wirklichen Chancen kam.

Sundhage hatte vorher angekündigt, sechs Mal wechseln zu wollen und brachte dann auch gleich vier Neue in der 46. Minute. Schelin, Asllani, Emma Berglund und Magdalena Eriksson. 

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Fridolina Rolfö überzeugte

Während Berglund Linda Sembrant gut ersetzte, sorgten die übrigen drei neuen Spielerinnen für eine deutliche Verbesserung. Lotta Schelin ging es dreckig, sie hustete und musste mehrere Minuten mit dem Mannschaftsarzt reden, bevor sie dann weitermachte – und trotzdem zeigte sie ihr bestes Spiel seit langem. Dicke Chance schon Sekunden nach ihrer Einwechslung und schliesslich tolle Ballannahme und platzierter, souveräner Abschlus zum 1:0 nach 76 Minuten, nach dem perfekten Pass von Kosovare Asllani.

Die 26-Jährige Asllani, jetzt bei Manchester City, überragte mit brillanten Pässen aus dem offensiven Mittelfeld. Auch beim 2:0 bediente sie Fridolina Rolfö. Obwohl sicher nicht die Favoritin bei Pia Sundhage, sollten die Beiden einen Pakt schließen, denn mit Asllani kann Schweden Erfolg haben.

Das 3:0 in der Nachspielzeit war dann ein Tupfer, Olivia Schough, frei gespielt von Fridolina Rolfö machte ein ähnliches Tor wie zuvor die Spielerin aus Linköping. Beides Mal platziert ins lange Eck.

Der Sieg fiel etwas zu hoch aus, aber wer ein Japan mit sieben Startspielerinnen vom 3:3 gegen die USA in Colorado Anfang Juni so deutlich schlagen kann, sollte mit Selbstbewusstsein und Erwartungen nach Rio reisen.

Ausrutscher

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Djurgården ist die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte

Lotta Schelins erstes Ligaspiel nach acht Jahren bei Olympique Lyon, der besten Frauenfußballmannschaft der Welt, war sowohl erfolgreich wie auch ein Ausrutscher,. Beim Heimspiel gegen Djurgården gab es ein glückliches 2:2 durch einen Treffer von Schelin in der 90. Minute.

Djurgården kann man getrost als die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte bezeichnen. Kompaktes Abwehrspiel, wenn sie nach vorne gehen , dann glkeich mit mehreren im gegnerischen Strafraum. Katrin Schmidt, die beste Mittelfeldspielerin Europas, die nicht in einer Nationalmannschaft spielt, dominierte für Djurgården – bei Rosengård macht sich das Fehlen von Sara Björk Gunnarsdottir arg bemerkbar.

Immerhin hat Rosengård die Neuverpflichtung des Jahres in seinen Reihen – die Amerikanerin Ella McLeod Masar, die ihren zehnten Saisontreffer erzielte. Hat Linköping jetzt einen entscheidenden Vorteil? Mal sehen, ob sie alle Spielerinnen behalten können und ob es ihnen gelingt, nach der Pause in Göteborg zu gewinnen. Zwei Ja auf diese Frage und Linköping hat Anfang Oktober den Gewinn der Meisterschaft beim Heimspiel gegen Rosengåtd in der Hand. Yuerst aber gibt es Ende August schon mal das Pokalendspiel zwischen beiden Teams in Malmö.

FC Rosengård – Djurgården (0:1) 2:2
Tore: 0:1 Mia Jalkerud (22.), 1:1 Ella McLeod Masar (63.), 1:2 Emilia Appelqvist (67.), 2:2 Lotta Schelin (90.)

1800 Zuschauer waren eine neue Bestmarke für Rosengård, die meisten kamen sicher um L8 zu sehen. Der Schnitt liegt jetzt bei 790 Zuschauern, seit zehn Jahren ein stetes Auf und Ab.

Die Tabelle:

  1. FC Rosengård               42:7 35
  2. Linköpings FC              38:10 34
  3. Eskilstuna                     17:12 19
  4. Piteå IF                           14:19 18
  5. Göteborg                       17:12 17
  6. Djurgården                   18:18 17
  7. Örebro                            14:19 14
  8. Vittsjö                            12:23 12
  9. Kvarnsveden                13:26  9
  10. Mallbacken                  15:29 9
  11. Umeå                              12:27 9
  12. Kristianstad                  9:19  8′

 

Torschützenliste: 1. Pernille Harder 13, 2. Stina Blackstenius 11, 3. Marta, Ella McLeod Masar je 10, 5. Mia Jalkerud 7, 6. Tabitha Chawinga, Natasa Andonova, Kristine Minde, Pauline Hammarlund alle 6, 10. Mimmi Larsson 5.

 

ffschweden im Gespräch mit Sofia Jakobsson

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Selfie mit ffschwedens Stick. Von links Lotta Schelin, Linda Sembrant, Physio Annica Svensson, Nilla Fischer. Hinten verdeckt: Sofia Jakobsson, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist (Foto: Anders Henriksson)

Sofia Jakobsson spielt beim HSC Montpellier, dem Tabellendritten der letzten Saison in Frankreich. Sie hat gerade ihre zweite Saison abgeschlossen, davor war sie vom BV Cloppenburg gekommen. Sie hat bei den Chelsea Ladies gespielt und auch beim Moskauer Vorortclub FC Rossiyanka. Bekannt wurde Sofia, als sie 2009 bei der Europameisterschaft der U19 in Weissrussland im Halbfinale die drohende Niederlage gegen Favorit Frankreich abwendet und sowohl das 2:2 in der regulären Spielzeit wie auch das 3:2 und 5:2 in der Verlängerung markierte.

Sie kommt aus Örnsköldsvik, ein deutliches Stück nördlich von Stockholm an der Ostseeküste gelegen. Dort nennt man das Städtchen einfach Ö-vik. Die drei Jahre Gymnasium hat sie allerdings schon im südlich gelegenen Växjö absolviert und danach dann bei Umeå IK gespielt.

Ich traf Sofia vor eineinhalb Wochen nach dem Training der Legionäre aus Frankreich und Deutschland, zu dem Pia Sundhage und Assistentin Lillie Persson nach Bosön eingeladen hatten. An einem wunderschönen Freitag trainierte das Sextett (ausser Sofia nochj Lotta Schelin, Lisa Dahlkvist, Linda Sembrant, Caroline Seger und Nilla Fischer) unweit der Ostsee (in Sichtweite) in einer idyllisch wirkenden Urlaubsumgebung. Aber Sundhage nahm ihre Spielerinnen ordentlich ran und liess sie zusammen mit 16-Jährigen Jungs des Vereins FC Djursholm spielen und trainieren.

Die Stimmung war fantastisch und aufgeräumt und alle waren bestens gelaunt. „Du, ich glaube, ich muss gleich weg, ich hab nicht so viel Zeit,“ versuchte es Sofia, aber nachdem ich in London schon einmal vergeblich auf die heute 26-Jähriuge gewartet habe, sagte ich freundlich, dass die anderen sicher nicht ohne sie in die Stadt fahren würden. Schliesslich war der Termin auch abgesprochen mit der Pressefrau des schwedischen Teams. Es wurde dann ein richtig nettes, kurzes Gespräch.

Sofia, deine Mannschaft HSC Montpellier, wurde Dritter in Frankreich. Wie schaust du auf die Saison der Mannschaft und auf deine eigene Saison zurück?

„Ich finde, dass beide Spielzeiten sehr gut gelaufen sund. Wir haben wirklich einen großen Schritt nach vorn gemacht. Es scheint so, als ob wir uns wirklich sowohl Paris wie auch Lyon nähern. Wir wurden Dritter und haben gegen beide Topteams gut gespielt. Wir haben zum zweiten Mal in Serie das Pokalfinale gegen Lyon erreicht und dort knapp 1:1 verloren. Das war ein enges Spiel, obwohl die natürlich mehr Ballbesitz hatten und mehr Torchancen. Aber wir haben eine junge Mannschaft mit sehr viel Qualität, ich denke wir haben wirklich zwei gute Spielzeiten absolviert und hoffen, nächstes Jahr um einen Platz in der Champions-League spielen zu können.“

Die französische Liga ist sehr dreigeteilt. Da sind Lyon und PSG in einer Klasse für sich, dann kommt ihr und Juvisy und auch ihr seid wieder in einer Klasse für euch. Dann, weit dahinter kommen die anderen acht Teams. Schon der Tabellenfünfte Rodez Aveyron hatte ein Tiorverhältnis von -14.

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Sofia Jakobsson im Gespräch mit ffschweden (Foto: Anders Henrikson)

Als Sofia Jakobsson zur Antwort ansetzt, wird sie von Nilla Fischer gerufen, die anderen Spielerinnen wollen unbedingt noch ein Selfie zum Abschluss der Trainingswoche machen. Nilla fummelt mit ihrem Telefon herum, Sofia kommt dazu und ich gebe Nilla Fischer meinen Selfie Srick. Dabei kommt es zu dem Bild oben, das der Fotiograf Anders Henrikson gemachr hat.

Sofia kommt zurück, während die anderen langsam ihre Taschen einräumen.

„Wo waren wir noch mal?“, fragt sie. „Ach ja, Paris und Lyon waren natürlich die besten Teams in den vergangenen Jahren. Aber ich denke, dass wir, Juvisy, Guingamp und auch St. Etienne Mannschaften haben, die im Kommen sind. Es werden noch mehr kommen und hoffentlich wird Marseille auch gut sein, die kommen aus einem grossen Männerclub, nein, ich glaube, dass der Fußball in Frankreich jedes Jahr ein Stück besser wird.“

Jakobsson wurde in ihrer Debütsaison 2014/15 gleich zur besten Spielerin der Liga gewählt, ein toller Erfolg, wenn man sich die Kader von PSG und Lyon anschaut. Lyon stelklt nicht weniger als 13 Spielerinnen in der 18er Olympiatruppe Frabnkreichs. Montpellier hat da niemanden dabei, aber immerhin sind drei der vier Reservistinnen aus Sofia Jakobssons Team.

Du hast in sehr vielen Ländern gewohnt. Russland, Deutschland, Großbritannien und jetzt Frankreich. Was hast du aus jedem einzelnen mitgebracht?

„Es ist ja klar, dass man sowohl viel Erfahrung auf dem Spielfeld wie auch außerhalb gesammelt hat. Ich würde aber sagen, dass da nichts Spezifisches aus gerade einem Land ist, aber man hat sich als Mensch und als Spielerin an allen dieser Orte weiterentwickelt und ich habe sowohl in meiner Fußballkarriäre wie auch privat Schritte nach vorn gemacht.“

Ich war nie in Montpellier, aber wenn ich mal auf Google Maps schaue, wo das liegt, so ist das wunderbar gelegen in Südfrankreich. Wie ist es da zu leben?

„Es ist wirklich eine sehr angenehme Stadt und liegt an der französischen Riviera, ein echt toller Ort, um da zu wohnen. Mir geht es ausserhalb des Fussballs sehr gut da, es ist nah an den Strand, da kann man auch abseits vom Fussball das Leben geniessen.“

Wie sieht es denn mit den Sprachen aus? Hast du überall etwas mitgenommen?

„Naja, ich konnte etwas Russisch, aber das meiste habe ich nach ein paar Jahren wieder vergessen. Jetzt spreche ich etwas Französisch und verstehe das Meiste, was gesagt wird. Ich hoffe, dass ich jett noch mehr lernen werden, schliesslich habe ich noch ein drittes Jahr Vertrag. Also denke ich, dass ich schon Französisch mitnehmen werde.“

Wie sind deine Erwartungen für Olympia?

„Ich habe sehr grosse Erwartungen, vor allem ist es klasse, dass wir in Brasilien spielen, solch ein fantastisches Fussballland. Es ist toll, bei einer weiteren Meisterschaft dabei sein zu dürfen. Ich glaube, wir haben eine tolle und interessante Truppe und hoffentlich können wir nach der Enttäuschung des Vorjahres ein gutes Turnier spielen.“

Was habt ihr hier während der Woche gemacht in einer vergleichsweise so kleinen Gruppe?

„Wir waren ja schon eine Zeit vom Fussball weg, deshalb haben wir uns hier getroffen und hatten ein ziemlich hartes Trainingslager mit viel Spiel und etwas physischem Training, es war wirklich sehr hett und wir haben hart trainiert, um uns gut auf Olympia vorzubereiten.“

Hast du denn eigentlich überhaupt Urlaub in diesem Sommer?

„Ich habe mit Umeå IK trainiert und jetzt hier, aber ich hatte zehn Tage frei nach dem Ende der Saison in Frankreich und da war ich zu Hause bei Familie und Freunden. Ich habe auch die Fussballschule in meinem Mutterclub Hägglunds besucht. Da habe ich mit Mädchen trainiert, das hat Spass gemacht.“

Am Donnerstag nächste Woche gibt es ein Wiedersehen mit Sofia und zwar beim Spiel Schweden – Japan in Kalmar.

 

 

Zweisam an der Spitze

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Ella Masar (rechts) schoss zwei Tore für Roisengård

Auch nach zwölf Spieltagen ziehen der FC Rosengård  und Linköpings FC einsam ihre Kreise an der Spitze. Jeweils 34 Punkte haben beide Clubs. Am letzten Spieltag vor der Pause wurden drei Spiele der elften Runde umgedreht, die drei anderen dagegen gemischt., So spielte Rosengård nach dem 6:1 gegen Kvarnsveden zu Hause vor zehn Tagen am vergangenen Samstag wieder gegen den Aufsteiger, dieses Mal auswärts.

 

Mit einem nie gefährdeten 4:0 tat man abermals etwas für das Torverhältnis. Es war mein erster Besuch auf Ljungbergsplanen, zweieinviertel Stunden von Stockholm entfernt, wo man den speziellen Dialekt „dalamål“ spricht.

Nachdem es nach einer Viertelstunde schon 3:0 für Rosengård stand, ging es danach langsamer. Ella Masar schoss nach dem 1:0 auch noch das 4:0 und stellte den Endstand her.

Linköping wurde geschockt voin Piteå. Nach zehn Minuten daheim stand es 0:2 durch zwei Tore von Elin Bragnum, aber LFC bewies, dass man eine Spitzenmannschaft ist. Man drehte das Spiel und gewann mit 3:2.

Die Ergebnisse:

Kvarnsveden -. FC Rosengård 0:4
Linköping – Piteå 3:2
Örebro – Mallbacken 4:0
Vittsjö – Göteborg 2:2
Kristianstad – Djurgården 0:2
Eskilstuna – Umeå 2:0

 

 

ffschweden im Gespräch mit Emilia Appelqvist

millanSeit Anfang des Monats schreibe ich zwei Frauenfußballblogs. Auf Deutsch und nun auch auf Schwedisch. Das Ende von damfotboll.com hat dazu geführt,. dass der Sport seine wichtigste Publikation verloren hat. Ersetzen lässt sich das nicht, aber ich will weiterhin Spielerinnen interviewen und auf diese Weise ein wenig dazu beitragen, dass Frauenfußball gesehen wird – auch in Schweden.

Am Freitag habe ich am Rande des Extrainings für die Legionäre aus Frankreich und Deutschland kurz darüber mit Lotta Schelin gesprochen. Sie fragte mich, ob das endgültig sei mit damfotboll.com und ich antwortete, dass sie selber ja genug Öffentlichkeit bekomme mit vielen Interviews im Fernsehen oder Radio, aber dass viele, viele andere Spielerinnen einfach nur auf damfotboll.com sichtbar gemacht wurden.

Das mag selbst für eine inzwischen som etablierte Nationalspielerin wie Emilia Appelqvist gelten. Die 26-Jährige kommt aus Uppsala, spielte dann für AIK, Tyresö, Piteå und nun seit Anfang der Saison für Djurgården, wo sie auch Kapitänin ist. Emilia war 2009 Kapitänin der schwedischen U19-Nationalelf, die das Finale der EM in Minsk erreichte.

Ich traf mich mit Emilia am Donnerstagnachmittag vor dem Training auf Kristinebergs IP. Gudbjörg Gunnarsdottir versorgte uns mit einem Becher Kaffee und wir gingen auf die Tribüne der früheren Djurgården-Heimarena, in der Djurgården seine großen Zeiten erlebte, die heute nur noch als Trainingsgelände dient. Kristineberg erfüllt lange nicht mehr die Kriterien, die an Spiel in der Damallsvenskan gestellt werden und die von den Vereinen selber formuliert wurden, in der Hoffnung, Städte und Gemeinden würden ihnen dann diese Kriterien erfüllen.

Wir sitzen auf der Tribüne und ich denke daran, dass ich ungefähr an genau derselben Stelle vor sieben Jahren mit Sara Thunebro gesessen habe, bevor sie nach Frankfurt wechselte. „Wie geht es dir?“ habe ich ‚Thunis‘ vor kurzem in Eskilstuna bewusst auf Deutsch gefragt und sie antwortete ‚Mir geht es gut. Wie geht’s dir?“ Damals, 2009, konnte sie noch kein Deutsch.

Emilia Appelqvist spielt im zentralen Mittelfeld und mein Kollege Anders Sännås Lundquist, der gerade nach fünf Wochen Herren-EM aus Frankreich zurückgekehrt ist, schrieb, dass Appelqvist den neuen Spielertypen verkörpere, der sich in den letzten beiden Jahren Platz geschaffen habe.

Appelqvist verletzte sich im Mai in Piteå, ausgerechnet da, wo sie die beiden Spielzeiten vorher gespielt hatte und den Weg in die Nationalelf machte. Sie musste am Knie operiert werden, eine sogenannte Schlüsselloch-OP. Meine erste Frage gilt denn auch ihrem rechten Knie und warum sie zuletzt gegen Linköping nach 73 Minuten ausgewechselt wurde.

„Ich hatte im ersten Spiel 45 Minuten gespielt und dass ich dann nur 75 spielen sollte, war eigentlich eine Vorsichtsmaßnahme. Es ging sehr gut, es tat nicht weh, es ging nur darum, es nicht zu übertreiben und da reichten 75 Minuten völlig aus,“ sagt Emilia Appelqvist.

Als ihr gegen Umeå spieltet, saß Pia Sundhage auf der Tribüne. Das war zwei Tage, bevor sie ihr endgültiges Aufgebot für Rio benennen sollte und ich dachte mit Blick auf die beiden Teams, die ist nur wegen dir hier, sie will sehen, ob du spielen kannst. Dann hast du eine Halbzeit gespielt und warst im Olympia-Team.

„Ich kann soweit gehen und sagen, dass ich einen Plan hatte. Ich wollte zurück kommen und um einen Platz bei Olympia konkurrieren. Als die OP dann sehr gut verlief und auch die Reha, habe ich während zweier Trainingswochen das Tempo stets erhöht und dann war ich in der Lage zu spielen. Natürlich war es schön, dass sie [Sundhage] da war und sich für mich interessiert hat.“

Für Djurgården lief es anfangs sehr gut, 13 Punkte waren schnell gewonnen, dann kamen drei Niederlagen und nun seid ihr wieder da unten mit drin.

„Ich glaube, wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt. Wir begannen mit ziemlich schweren Spielen am Anfang der Saison, wo wir verloren, aber dennoch gut spielten und merkten, dass wir viele Punkte gewinnen können, wenn wir so weitermachen. Wir haben einen schönen Angriffsfußball gespielt, wo wir den Ball laufen lassen wollen und viele Torschüsse erreichen wollen. Jetzt gegen Linköping hat man gesehen, dass es auch defensiv geht. Wir machen sehr gut hinten dicht. Wenn wir das mit in den Herbst nehmen können, wird es eine gute Saison.“

Mit was müsst ihr im Herbst weitermachen, was muss sich ändern?

„Ich würde sagen, wir müssen mit dem weitermachen, mit dem wir angefangen haben: dass wir alle Spielerinnen auf dem Platz einbeziehen, dass wir weiterhin wagen zu spielen, weil wir so viele schöne Kombinationen finden und mit vielen Spielerinnen in den Strafraum des Gegners kommen. Mit jedem Tag, den wir miteinander bekommen, werden wir besser. Wir müssen die Defensive zusammenbekommen, zuletzt war das sehr gut. Vieles wird da entschieden.“

Schweden hat seit dem Achtelfinale der WM in Kanada (1:4 gegen Deutschland) kein Spiel mehr verloren und nur einen Gegentreffer kassiert. Im Mittelfeld hast du sehr viel mit Caroline Seger und Lisa Dahlkvist zusammengespielt. Kannst du uns die Rollenverteilung zwischen euch erklären?

„Es war ja so, dass Dahlkvist diejenige war, die für das Gleichgewicht im Mittelfeld sorgen sollte und Seger war an ihrer Seite. Seger ist ja diejenige, die gerade im letzten Drittel mit dem letzten Pass und so sehr gut ist. Dann kommt es immer ein wenig drauf an, was es für ein Spiel ist. Ich soll bei den Angriffen dabei sein und sehr viel in beide Richtungen laufen. Meine Stärke is ja defensiv, aber ich habe eine etwas offensivere Rolle bekommen, denn ich soll schon hinten an den Stürmerinnen dranhängen, damit die nicht zu isloiert sind.Ich denke mit uns Dreien ist das ein gutes Gleichgewicht und wenn Lisa Dahlkvist nach vorne geht, dann bleiben Seger und ich hinten. Oder andersrum. Wir haben einen guten Mix da und wir sind eingespielt.“

Ist Schweden denn 2016 besser als 2015?

„Schwer zu sagen. Wir hatten eine WM, die nicht so verlief wie wir uns das gewünscht haben. Jetzt sind wir noch nicht bei Olympia, aber alles fühlt sich gut an, seit wir neu angefangen haben. Wir haben gute Ergebnisse, du hast gesagt, dass wir nicht unbedingt gegen die besten Teams gespielt haben, aber es fühlt sich so an, dass wir eine gute Basis haben und einen Glauben, der funktioniert.“

Am 21.07. spielt Schweden in Kalmar gegen den Weltranglistensiebten Japan.

 

 

Portugals zwei Welten

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Claudia Neto und Carolina Mendes am vergangenen Sonntag

Heute Abend spielt die portugiesische Nationalmannschaft der Männer gegen Wales um den Einzug ins EM-Finale. CR7 – Cristiano Ronaldo –lässt dabei niemanden kalt. Abgöttisch geliebt und bodenlos verachtet.

 

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So wie Ronaldo der mit Abstand beste Spieler seines Landes ist, so ist das Claudia Neto bei den Frauen. Die 28-Jährige aus dem idyllischen Ort Portimão an der Algarve hat als Erwachsene in Portugal nie Fußball gespielt, außer in der Nationalmannschaft.

Claudia spielte eine Saison lang Futsal, dann ging sie nach Spanien, zuerst nach Saragossa, fast 1.100 km entfernt von Portimão, da blieb sie fünf Jahre, bis es sie dann nach Barcelona zu Espanyol verschlug.

2014 im Sommer wurde sie von Linköpings FC geholt.

„In Claudia bekommen wir eine Spielerin, die ihre besten Eigenschaften in der Offensive hat mit ihrer feinen Technik und ihrem Gefühl für das Spiel. Sie hat große internationale Erfahrung durch ihre Einsätze für Portugals Nationalmannschaft. Sie wird eine interessante Neuverpflichtung sein für unseren Kader und ihre Eigenschaften passen gut zu unserer Spielweise,“  sagte Trainer Martin Sjögren zu der Verpflichtung.

Er wusste damals wohl nicht, wie Recht er hatte. Denn Claudia Neto schaffte es sofort in die Startformation und sie spielte so gut, dass sie dort auch nicht mehr wegzubekommen war, bis heute. 2015 wurde sie als eine der besten Mittelfeldspielerinnen auf der alljährlich stattfindenden Fußballgala nominiert – neben Malin Diaz Pettersson und Caroline Seger.

Die meisten Spielerinnen der portugiesischen Frauennationalmannschaft spielen in der Heimat bei Traditionsvereinen (der Männer) wie Benfica und Sporting. Im Ausland sind derzeit: Carole Costa, die beim BV Cloppenburg in der zweiten Staffel Nord spielt, Raquel Infante, die beim finnischen Erstligisten Åland United auf den Åland-Inseln spielt, Monica Mendes, die beim FC Neukirch in der Schweiz verteidigt, Suzane Pires in Brasilien bei Santos und Ana Borges bei den Chelsea Ladies. Hinzu kommen die beiden „Schwedinnen“, Caroline Mendes, die gerade erst aus Russland zu Djurgården kam und meist auf der Bank sitzt und eben Claudia Neto, die spielt und spielt und die Fäden zieht bei Linköping.

Am Sonntag nach dem Spiel bei Djurgården, bei dem Carolina Mendes und Claudia Neto wohl zum ersten Mal in ihrer Karriere gegeneinander gespielt haben, habe ich mich mit Claudia kurz unterhalten.

Wie fandest du das Spiel bei Djurgårde, ihr habt 1-0 gewonnen, es war ganz schön hart?

„Ja, es war ganz schön hart, aber das Wichtigste ist, dass wir drei Punkte gewonnen haben.. Wir hatten eine ganze Menge Chancen, haben aber ganz einfach keine Tore daraus gemacht. Das passiert manchmal, so ist das im Fußball.“

Vor zwei Jahren bist du nach Schweden gekommen, den Vertrag mit Linköping hast du vorzeitig verlängert, es läuft richtig gut hier?

„Ich bin sehr zufrieden hier. Ich konnte habe alle Spiele absolviert, was natürlich gut für mich ist. Ich will der Mannschaft in jedem Spiel helfen.“

Die portugiesischen Medien haben ein wenig angefangen, sich für Claudia und damit dem Frauenfußball zu interessieren. Aber es ist noch ein weiter Weg.

„Wir träumen davon, an einer Endrunde teilnehmen zu können,“ hat sie vor ein paar Jahren gesagt, aber auch an der EM 2017 wird Portugal nicht teilnehmen, zu groß bereits der Rückstand auf den großen Nachbarn Spanien und auch auf Finnland. Selbst Irland ist noch vor den Südeuropäerinnen.

Warum seid ihr in Linköping so viel besser als letztes Jahr, wo ihr im Prinzip denselben Kader hattet? Ist die Erklärung, dass ihr jetzt ein klares 4-3-3 spielt mit Pernille (Harder), Stina (Blackstenius) und Fridolina (Rolfö) da vorne?

„Das Spielsystem passt uns besser, ja. Und alle drei Forwards sind wirklich sehr schnell und das führt dazu, dass wir einfach mehr Raum haben, in den wir spielen können.“

Wie siehst du deine eigene Rolle im Spiel?

Ich habe eine sehr technische Rolle. Ich versuche, meine Räume im Mittelfeld abzudecken und ein gutes Gleichgewicht zwischen Abwehr und Angriff herzustellen.“

 

Unnötig eng

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Linköpings Mannschaftskapitänin Magdalena Ericsson schlägt einen Freistoß in den Strafraum von Djurgården

Linköping hätte es leichter haben können am Sonntag im Stockholmer Stadion. In der ersten Halbzeit setzte man Djurgården enorm unter Druck, erspielte sich auch einige Chancen, die man aber entweder nicht konsequent nutzte oder aber man scheiterte an der exzellent aufgelegten Gudbjörg Gunnarsdottir. Auch die Abwehrkette machte ein herausragend gutes Spiel, aber dennoch war unumstritten, wer die bessere Mannschaft war.

 

Fridolina Rolfö gelang mit einem prächtigen Schuss in den Winkel das Siegtor, das war nicht reicht, um Rosengård von der Spitze zu verdrängen, aber beide Teams sind nun mit jeweils 31 Punkten weit, weit vor dem Rest des Feldes.

Unten, zwischen Platz sechs (Djurgården) und zwölf (Kristianstad), da trennen nur noch fünf Punkte. Das verspricht ein Abstiegskampf zu werden, an dem die halbe Liga teilhaben muss. Zumindest ein paar Wochen lang, bevor sich da auch der Spreu vom Weizen trennt.

Djurgården – Linköpings FC (0:1) 0:1
Tor: 0:1 Fridolina Rolfö (27.)

Umeå IK – Kristianstads DFF (0:1) 2:1
Tore: 0:1 Jenny Danielsson (21.), 1:1 Rita Chikwelu (79.), 2:1 Hanna Sandström (82.)

Reichlich Tore

Sieben, sechs, vier. Das war die Torausbeute in den drei Samstagsspielen der Damallsvenskan, die zum elften Spieltag gehören.

Dass Rosengård auch ohne Sara Björk Gunnarsdóttir Aufsteiger Kvarnsveden „plattmachen“ würde, konnte man dabei leider erwarten. Trainer Jack Majgaard Jensen stellte im Mittelfeld neben der routinierten Anita Asante die beiden Youngster Ebba Wieder und Iina Salmi auf. Zur Spielerin des Tages avancierte Natasa Andonova die mit ihrem Hattrick dem Namen meines neuen schwedischsprachigen Blogs gerecht werden wollte. 6:1 hieß es am Ende und was mir nicht gefällt: die Spielplanmacher haben das „Rückspiel“ bereits für nächsten Samstag in Borlänge angesetzt.

Auch Vittsjö hat dann das Vergnügen Göteborg zu empfangen, wo man erst gestern beim 2:2 einen unerwarteten Punkt holte.

Und Spiel Nummer drei, das sich kommendes Wochenende wohl kaum so im Ergebnis wiederholen dürfte ist dann KIF Örebro – Mallbacken. Gestern, im Wald von Värmland, gab es ein 3:3, das vor allem KIF ärgern müsste. denn trotz der schnellen Führung der Gastgeber war die Mannschaft aus der Landschaft Närke meist überlegen, drehte das SPiel zum 3:1, um in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zu kassieren.

Oben kämpfen zwei Teams um die Meisterschaft, Rosengård nun schon 13 Punkte (!!) vor dem Dritten Piteå. Aber unten wird es spannender als je (?) zuvor. Nach der Hinrunde (zwei Spiele noch heute) liegen nicht viele Zähler zwischen Platz 6 und 12. Wie viele es genau sind, erfahrt ihr heute Abend.

Im einzelnen gestern:

FC Rosengård – Kvarnsvedens IK (3:0) 6:1
Tore: 1:0, 2:0 Natasa Andonova (1., 10.), 3:0 Marta (45.), 3:1 Sarah Elnicky (64.), 4:1 Natasa Andonova (70.), 5:1, 6:1 Ella Masar (81., 84.)

Kopparbergs/Götenborg FC – Vittsjö GIK (0:0) 2:2
Tore: 1:0 Rebecca Blomqvist (62.), 2:0 Elin Landström (66.), 2:1 Linda Sällström (84.), 2:2 Anna Hjälmqvist (88.)

Mallbackens IF Sunne – KIF Örebro (1:1) 3:3
Tore: 1:0 Julia Karlenäs (1.), 1:1 Veronica Perez (8.), 1:2 Marie-Eve Nault (48.), 1:3 Veronica Perez (53.), 2:3 Clara Alm (68.), 3:3 Zoe Ness (91.)

 

Wolfsburg kann sich freuen

27789595181_d61d14939f_k (1)Sara Björk Gunnarsdóttir ist schon die dritte Spielerin aus Malmö, die der VfL Wolfsburg verpflichtet hat. Nach Kapitänin Nilla Fischer und Mittelfeldas Ramona Bachmann nun also die 25 Jahre alte Isländerin, die fünfeinhalb Jahre lang in Malmö gespielt hat.

Ihr letztes Spiel absolvierte ‚Björki‘, wie die Mittelfeldspielerin genannt wird, am 23.06. beim Auswärtssieg (1:0) bei Eskilstuna United. Mitte der zweiten Halbzeit gab Sara Björk den entscheidenden Steilpass über gut und gerne 30 Meter zu Marta, die keine Probleme hatte, das Siegtor zu machen.

Nach dem Spiel hatte ich Gelegenheit, mich mit ‚Björki‘ zu unterhalten.

Es ist sicher die blödeste und beliebteste Frage von schwedischen Sportjournalisten, aber heute und hier passt sie: „Hur känns det?“ – Wie fühlst du dich?

„Es ist ein komisches Gefühl zu gehen. Es waren fantastische fünfeinhalb Jahre, in denen ich mich sowohl als Mensch wie auch als Spielerin entwickelt habe. Es ist nicht leicht, zu gehen,“ sagte Gunnarsdottir wie man sie in Deutschland wohl nennen wird.

Dabei ist Island ein Land, in dem die Vornamen mehr Bedeutung als die Nachnamen haben. Sara Björks Vater heisst Gunnar, weshalb sie seinen Namen mitnimmt. Sollte sie Mutter werden, würden ihre Kinder den Vornamen des Kindsvaters tragen. Wer mal in Reykjavik war, als es noch Telefonbücher gab, weiß, dass das nach den Vornamen sortiert war. Das mal nur so als kleinen Exkurs…

Du bist als Jugendliche oder junge Erwachsene nach Schweden gekommen und gehst jetzt irgendwo gereift und endgültig erwachsen. 

„Es war eine sehr wichtige Zeit für mich. Ich war 20 als ich gekommen bin und es war genau die richtige Mannschaft. Ich habe mit fantastischen Spielerinnen zusammengespielt und hatte verdammt gute Trainer. Ich hätte es in diesen Jahren nicht besser haben können.“

94 unglaubliche Länderspiele hat ‚Björki‘ bereits für die isländische Nationalmannschaft gemacht, das erste mit nur sechzehn Jahren. Für die EM in den Niederlanden ist man bereits so gut wie qualifiziert und in der Nationalmannschaft ist sie bereits Kapitänin.

Da kommt eine Charakterspielerin nach Wolfsburg, eine, die durchaus die Rolle schultern kann, die Lücke füllen kann, die Weltfußballerin Nadine Kessler hinterlassen hat.

In Malmö, da sagen alle immer, dass es etwas ganz Besonderes ist, für Rosengård zu spielen, mit nichts vergleichbar. Kannst du das erklären?

„Wir kommen alle sehr gut miteinander aus und das ist nicht nur individuell. Es gibt eine Menge Spielerinnen, die sehr lange miteinander gespielt haben und wenn eine neue kommt, dann wird sie sehr schnell  bei uns integriert. Dann stehen wir uns sehr nahe. Machen viel zusammen nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalkb,. Ich glaube, dass man das letztlich auch unserem Spiel ansehen kann.“

Und jetzt Wolfsburg, du willst die Champions League gewinnen?

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Abschied – Tränen bei Ali Riley nach dem letzten Spiel mit ‚Björki‘

Das wird sehr spannend in Wolfsburg. Nach fünf Jahren ist es wohl der richtige Schritt. Ich sehe dem mit großen Erwartungen entgegen, aber heute Abend habe ich durchaus noch gemischte Gefühle, weil es schon schwer fällt, Abschied zu nehmen. Wie gesagt ging es mir hier sehr gut.“

Noch ist die Truppe des VfL Wolfsburg nicht ganz klar. Trainer Ralf Kellermann sagte in einem zweiteiligen Interview auf der Homepage des Vereins, dass man noch eine Spielerin verpflichten will. Im Mittelfeld kann Kellermann kommende Saison auf zehn aktuelle oder ehemalige Nationalspielerinnen zurückgreifen. Kellermann sagt, dass man große Hoffnungen auf ‚Björki‘ setzt.

Wir werden ihren weiteren Weg aus Schweden verfolgen.

Sara Björk, wenn man in diesen Tagen eine Isländerin trifft, dann muss man doch auch ausnahmsweise über Männerfußball reden, was sagst du zu den Erfolgen des Teams bei der EM?

„Ja, das ist schon fantastisch. Lasse (der schwedische Trainer Lars Lagerbäck) hat gute Arbeit geleistet.“

V or dem Spiel gegen England (das dann 2:1 gewoinnen wurde), hat Island eine Chance?

„Warum soll Island denn keine Chance haben? Man hat immer eine Chance, die müssen weiterhin so gut in der Defensive stehen. Dann werden wir sehen…“ sagte Gunnarsdottir, die dann am Ende Recht behielt und wohl auch für das heutige Spiel gegen Frankreich dieselbe Antwort geben würde. Warum soll Island denn keine Chance haben…

Deutsch gelernt hat sie vier Jahre auf der Schule in Island, aber sie glaubt, dass sie noch einmal von vorn beginnen wird. Die 25-Jährige ist möglicherweise der beste Neuzugang aus dem Ausland in die Bundesliga und dort wird sie sicher ihren Weg genauso machen wie in der Damallsvenskan. Eine reife, kluge und sympathische Sportlerin, die sich extrem einsetzt für ihr Team. Und die auch Führungspersönlichkeit ist. Wolfsburg kann sich freuen.

 

damfotboll.com hört auf

Mit http://www.damfotboll.com hört heute eine der bekanntesten Frauenfußballseiten der Welt auf. Seit 17 Jahren hat Anette Börjesson die Seite betrieben und hatte dabei Thorsten Frennstedt immer an ihrer Seite. Beide haben Unglaubliches für den Frauenfußball geleistet. Börjesson war 1985 Europameisterin mit Schweden und Frennstedt teilte heute Abend lakonisch mit, dass er nach 47,5 Jahren (!!!!) Frauenfußballjournalismus heute für immer auslogge. Das stimmt traurig.

Selber habe ich für die Seite mehr als neun Jahre geschrieben. Spielberichte, Nachrichten und auch immer wieder Interviews. Das fällt nun weg und dem Frauenfußball in Schweden geht die wichtigste mediale Quelle verloren.

Denn zwar hat sich die Berichterstattung über den Frauenfußball in den letzten siebzehn Jahren enorm verbessert. Aber in Schweden heisst das primär, dass über die Nationalelf berichtet wird. Selbst bei einem so entfernten Turnier wie in Kanada vergangenes Jahr schickt inzwischen jede grosse Zeitung mindestens einen Berichterstatter mit auf den Weg, um über das schwedische Team zu berichten.

Dass dem so ist, daran haben Anette und Thorsten großen Anteil.

Aber schon über die Ligaspiele der Damallsvenskan wird kaum berichtet. Natürlich macht der FC Rosengård immer wieder Schlagzeilen in Sydsvenska Dagbladet, dem regionalen Blatt in Südwestskåne. Aber in Stockholm hat es ein Verein wie Djurgården oder AIK oder Hammarby sehr schwer, in die Presse zu kommen.

Als ich zuletzt beim Spiel gegen Umeå im Stockholmer Stadion war, gab es keine schreibenden Journalisten und mein Versuch, Torhüterin Tove Enblom zu einem kurzen Gespräch zu bewegen, scheiterte daran, dass sie lieber mit ihren Verwandten und Freunden reden wollte. Kein Problem, aber schon ziemlich komisch, auch weil man es gar nicht gewohnt ist, dass da jemand was fragen und dann veröffentlichen will.

In Schweden sind wir dieses Jahr meiner Meinung nach in eine mediale Krise hineingeschlittert, auch weil die Fernsehrechte nicht verkauft werden konnten. Zwar hat der Interessenverein der Liga, der EFD, nun selber die Übertragungen organisiert, aber vie meisten Kommentatoren sind schlecht und auch schlecht vorbereitet. Interviews gibt es keine, weil man halt billig produzieren muss und der Reporter wohl meist in einem Stockholmer Studio sitzt. Da wird einfach weniger kommuniziert als je zuvor.

Und ohne damfotboll wird es zappenduster.

Ich wusste schon gut einen Monat von der bevorstehenden Schliessung und habe mir überlegt, nun auch ein schwedischsprachiges Blog zu schreiben, in dem es dann regelmässig Interviews geben soll. Den Anfang macht ein Gespräch mit Wolfsburgs Neuzugang Sara Björk Gunnarsdottir, die ich vergangene Woche in Eskilstuna traf. Moirgen auf Schwedisch und Sonntag auf Deutsch.

Verstärkung aus Australien und Kanada

In Schweden nähern wir uns der Sommerpause, in der dann auch Olympia auf dem Programm stehen wird. Einige Vereine werden den einen oder anderen Wechsel bekanntzugeben haben. Zwei wurden diese Woche bekannt:

Eskilstuna United verstärkt sich mit der 21-Jährigen offensiven Mittelfeldspielerin Chloe Logarzo aus Australien.

Linköpings FC löst sein spät entstandenes Torwartproblem. Kurz vor Saisonbeginn hatte sich Goalie Matilda Hagman einen Kreuzbandriss zugezogen und konnte so schnell nicht mehr ersetzt werden. Nun kommt endlich Abhilfe in Gestalt der Kanadierin Chandra Bednar, die bereits in Schweden bei Drittligist IFK Täby gespielt hat.

Pia Sundhage benennt Olympiakader

Es hat Tradition. Wie seinerzeit Kollege Thomas Dennerby 2012  vor London, so nutzte auch Pia Sundhage die Gelegenheit des Elitentrainingslagers in Halmstad, das allsommerlich veranstaltet wird, um ihren Kader für Rio (und Brasilia) zu benennen.

Kritik gibt es dabei an der fehlenden Öffentlichkeit Nicht einmal eine Live-Übertragung im Netz fand statt.

Überraschungen gab es (fast) keine. Die eine Überraschung ist, dass es KIF Örebros 23-Jährige Abwehrspielerin Hanne Gråhns als Reserve in den Kader geschafft hat.

Im Tor werden Hedvig Lindahl (Chelsea Ladies) und Hilda Carlén (Piteå) stehen.

Sieben Spielerinnen stehen für die Abwehr zur Verfügung: Nilla Fischer (Wolfsburg), Emma Berglund (Rosengård), Linda Sembrant (Montpellier) sowie Magdalena Eriksson, Jessica Samuelsson und Jonna Andersson (alle Linköping).

In Mittelfeld und Angriff stehen: Kosovare Asllani (Manchester City), Lotta Schelin (FC Rosengård), Caroline Seger (PSG), Olivia Schough (Eskilstuna), Stina Blackstenius (Linköping), Emilia Appelqvist (Djurgården), Sofia Jakobsson (Montpellier), Lisa Dahlkvist (KIF Örebro), Fridolina Rolfö (Linköping), Elin Rubensson (Göteborg).

Die drei übrigen Reservistinnen sind Emelie Lundberg (Eskilstuna) im Tor, Abwehrspielerin Amanda Ilestedt (Rosengård) und Stürmerin Pauline Hammarlund (Göteborg).

Malmös Lina Nilsson fiel überraschenderweise in Ungnade.

 

 

 

Meisterstück?

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Die Portugiesin Claudia Neto – Mittelfeldmotor bei Linköpings FC

Nein, ich weiß nicht ob der FC Rosengård oder Linköpings FC schwedischer Meister wird. Aber gestern Abend hat Linköping dennoch ein Meisterstück abgeliefert. Gegen den Tabellendritten Kopparberg/Göteborgs FC, der eine EM-ähnliche Defensivtaktik an den Tag legte und kurz davor war, einen Punkt mitzunehmen aus der Linköping Arena, gewann man durch ein Tor von Stina Blackstenius mit 1:0.

 

Man hatte das Selbstvertrauen und die Geduld, auch noch in den letzten zehn Minuten, nicht in Panik zu verfallen und nur noch lange Bälle zu spielen. Martin Sjögren, der Trainerfuchs, hat es geschafft, dem Team einzuimpfen, dass man einfach immer nur weitermachen muss.

Und so spielten die Portugiesin Claudia Neto und die Niederländerin Renée Slegers im zentralen Mittelfeld ihren Schuh runter, unermüdlich. Und am Ende war es – wer sonst? – Pernille Harder, die den öffnenden Pass spielte, in den Lauf der richtig zum Tor stehenden Blackstenius. In der 86. Minute. Spiel aus. Drei Punkte. Linköping wieder Erster dank der mehr geschossenen Tore.

Linköping und Rosengård führen jetzt mit je 28 Punkten nach zehn Runden zwölf Punkte vor dem Dritten Eskilstuna und dreizehn Punkte vor Göteborg. Im Oktober spielen beide Teams in der Damallsvenskan gegeneinander. Vorher noch im Pokalfinale. Ob sie es schaffen, bis dahin verlustpunktfrei zu bleiben?

Wichtiger Dreier für Umeå

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Große Freude bei Umeå nach dem Schlusspfiff

Umeå IK ist und bleibt Letzter in der Damallsvenskan. In der unteren Etage bewegt sich aber einiges in den letzten Spielen. Die Mannschaften am Tabellenende holen Punkte.

 

Gestern gewann Umeå sein erstes Spiel der Saison. Im zehnten Spiel holte der ehemalige UEFA Women’s Cup Sieger ein extrem wichtiges 3:1 bei Djurgården. Ein kurioses Spiel mit kuriosen Toren bei drückender Überlegenheit der Heimmannschaft.

Das 1:0 erzielte Lina Hurtig mit dem Bauch, das 2:0 nach zehn Minuten war eine direkt verwandelte Ecke von Julia Hellström. Dabei sehen Torhüterinnen gewöhnlich nicht gut aus. Gudbjörg Gunnarsdottir auch nicht – sie verschätzte sich und der Ball sprang vor ihr auf den Boden und war auf einmal hinter ihr im Tor.

Nach einem Sturmlauf, der als beste Chance nur einen Lattentreffer von Mia Jalkerud brachte, fiel dann auch noch das 3:0 für die aufopferungsvoll kämpfenden, aber hoffnungslos unterlegenen Gäste. Einer der seltenen Entlastungsversuche. Eine Flanke von rechts segelt halbhoch in den Strafraum, Gunnarsdottir kommt raus und ihre Innenverteidigerin Sheila van den Bulk kommt ihr entgegen, will den Ball ins Seitenaus dreschen und trifft das Bein von Umeås Stürmerin Hanna Sandström – 0:3.

Auch in der zweiten Halbzeit blieb es dabei. Djurgården griff an, ließ es aber an der notwendigen Effektivität fehlen. Sowohl bei der Passgenauigkeit wie auch im Abschluss. Um Umeå muss es einem weiter bange sein, auch wenn der Sieg natürlich die Aktien etwas steigen lässt und vor allem ein wenig Selbstvertrauen geben dürfte.

Überragend: Umeås 21-Jährige Torfrau Tove Enblom, die bei Gudbjörg Gunnarsdottir 2013 in die Lehre gegangen war, aus Stockholm stammt und ´seit 2014 in Umeå lebt. Enblom stand im Zentrum des Geschehens und als der Schlusspfiff kam, warfen sich glückliche Umeåspielerinnen auf ihre Torhüterin.

Die Spannung im Abstiegskampf wurde zusätzlich erhöht durch einen 1:0 Sieg des ebenfalls schwach gestarteten KIF Örebro bei Aufsteiger Kvarnsveden. Und Vittsjö kriegt immer noch kein Bein auf die Erde, obwohl man Trainer Håkan Martinsson nach dem 0:8-Schock von Linköping unter der Woche entlassen hat.

Im Übrigen scheinen auch die Trainer und Spielerinnen der Damallsvenskan EM zu gucken und lassen sich scheinbar (leider) inspirieren. Vier der fünf bisherigen Spiele des zehnten Spieltags endeten 1:0.

Vittsjö GIK – Piteå IF (0:1) 0:1
Tor: Lena Blomkvist (34.)

Djurgården – Umeå IK (0:3) 1:3
Tore: 0:1 Lina Hurtig (3.), 0:2 Julia Hellström (10.), 0:3 Hanna Sandström (42.), 1:3 Emilia Appelqvist (76.)

Kvarnsvedens IK – KIF Örebro (0:1) 0:1
Tor: 0:1 Melissa Tancredi (23.)

Rosengård gewinnt in Eskilstuna

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Unwiderstehlich: Marta lässt die wesentlich jüngeren schwedischen Nationalspielerinnen Malin Duaz (links) und Nathalie Björn deutlich hinter sich und erzielt das 1:0 für Rosengård

Zehntes Spiel, neunter Sieg. Der FC Rosengård hat es auch in Eskilstuna zu drei Punkten gebracht und kaum jemand glaubt wohl daran, dass man im Heimspiel gegen Kvarnsveden am 02.07. Federn lassen wird. Damit eine fast perfekte Hinrunde.

Das Spiel war jedoch nicht sonderlich sehenswert. Es erinnerte mich fast ein wenig an die wenig begeisternden Vorstellungen der Herren-EM-Vorrunde. Rosengård war das bessere Team, aber sie hatten nur eine Marta. Die war überragend und sorgte immer wieder für gefährliche Aktionen oder schöne Pässe. Aber die anderen offensiven Spielerinnen Natasa Andonova und nicht zuletzt auch Lieke Martens hatten zumindesty heute zu wenig Durchschlagskraft. Eskilstuna hätte durchaus zum Ausgleich kommen können, was nicht ganz verdent gewesen wäre.

Es war das letzte Spiel von Sara Björk Gunnarsdottir, die Isländerin geht bekanntlich zum VfL Wolfsburg. Nach dem Spiel habe ich mit ihr gesprochen, das Interview könnt ihr am Sonntag lesen.

Kristianstads sportliche Krise scheint erst einmal gedämpft, denn mit dem 1:0 über Mallbacken schob sich das Team von Elisabet Gunnarsdottir erst einmal auf Rang 9 und erstmals weg vom Abstiegsplatz. Finanziell allerdings sieht es ganz düster aus, in den nächsten Wochen werden wir sicher mehr erfahren.

Eskilstuna United – FC Rosengård (0:0) 0:1
Tor: 0:1 Marta (62.)

Kristianstads DFF – Mallbackens IF Sunne (1:0) 1:0
Tor: 1:0 Johanna Rasmussen (13.)

In Eskilstuna sahen mit mir weitere 2248 Zuschauer die Begegnung, in der Marta ihr achtes Saisontor erzielte.