Über Rainer

This is in English because I am Blogging both German and Swedish and apparently this text here appears in all of my Blogs when you click my name. My name is Rainer and I have been following women's football or soccer for quite a while now. I watch football games, take pictures when I see matches, because I need them for the blogs. I talk to Players and publish texts about that in my German and Swedish blog. I prefer the term "talk" instead of "interview". It's a dialogue,l notm just Q & A I am interested in.

Viermal Banusic und Martens ist die neue Harder

 

34161500265_7298faba9d_k

Lieke Martens überragend

Marija Banusic scheint endlich ihren Verein gefunden zu haben. Am zweiten Spieltag erzielte sie Saisontore 3 und 4 bei Aufsteiger Hammarby und führt die Torjägerinnenliste nun alleine an vor Rosengårds Amerikanerin Ella Masar McLeod mit drei Treffern.

 

Ob Banusics Torhunger reicht, sie ins nächste und letzte Aufgebot vor der WM zu schießen? Wohl kaum. Pia Sundhage hat ihren Kader im Kopf, auch wenn da Sofia Jakobsson und derzeit auch Fridolina Rolfö nicht nominierbar sind. Aber Sundhage zeichnet sich vor allem auch durch Treue ihren Favoritinnen gegenüber aus. Dazu zählt auf alle Fälle Eskilstunas Stürmerin Olivia Schough, die bislang in 136 Spielen in der ersten schwedischen Liga auf 17 Tore kommt, ein Schnitt von 0,125 Toren pro Spiel oder anders herum: in jedem achten Spiel erzielte sie ein Tor. Die 21-Jährige Banusic kommt bislang auf gleichfalls 17 Torem benötigte dafür allerdings nur 51 Spiele, ein Schnitt von 0,3 Toren pro Spiel und in jedem dritten Spiel ein Tor. Vermutlich wird sich dieses Verhältnis statistisch sehr zugunsten Banusics verändern, aber ebenso vermutlich werden wir auf Sundhages Nachfolger Peter Gerhardsson (57) warten müssen, bevor wir einen anderen Kader erleben werden.

Banusic imponiert also.

Das tut auch Lieke Martens. die 24-Jährige Niederländerin, mit der ich nach dem Spiel gegen Djurgården (3:1) vor Wochenfrist sprach, ist von Trainer Jack Majgaard Jensen in dieser Saison in die 10er-Rolle gepackt worden und dort blüht sie auf und lieferte zwei Klassespiele ab. In Malmö soll im Sommer auch Caroline Seger wieder spielen, wenn man einem Interview mit der 32-Jährigen Nationalspielerin glauben darf. Seger will nach Hause und Rosengårds Sportchefin ist nebenbei auch Segers allerbeste Freundin, was soll dem Wechsel also entgegenstehen? Immerhin wird sie dort auch wieder sicher von Beginn an spielen dürfen und wahrscheinlich Rosengårds 18-Jähriges Talent Ebba Wieder, die bisher starten durfte, auf die Bank verdrängen. Mit Lotta Schelin, Anja Mittag und Caroline Seger hätte Rosengård dann schon drei Heimkehrerinnen, die perspektivisch in ihrem europäischen Topvereinen eher auf der Bank landeten bzw. gelandet wären.

Marta hat Schweden verlassen und wurde in den USA aufgenommen wie ein Hollywood-Star. Und in Orlando hätte die 31-Jährige auch beinahe einen Top-Einstand gehabt, als sie beim Stand von 1:1 einen Ball ganz knapp neben den rechten Pfosten setzte. Orlando Pride kann sich freuen.

Das bislang (aus Publikumsperspektive) sehenswerteste Spiel war etwas überraschend Kvarnsveden – Göteborg. Es endete nach zweimaliger Führung der Gäste (2:0 und 3:1) 3:3, nachdem Kvarnsveden einen furiosen Schlussspurt hingelegt hatte. Und merkt euch bitte den Namen Tabitha Chawinga. Die 20-Jährige aus Malawi, die bereits seit 2014 in Schweden ist, halte ich für die beste Stürmerin der Damallsvenskan: Sie hat Schnelligkeit, Physis und Technik und einen nahezu unbändigen Drang zum Tor. Ihre Spielweise wird von anderen Spielerinnen (wir nennen keine Namen) als „männlich“ bezeichnet. Nicht auszudenken, wie viele Tore Chawinga in einem Topverein in Schweden oder Europa erzielen könnte. Sie könnte vemutlich auch ein Vielfaches verdienen. Wenn Chawinga am Dienstagabend in Kvarnsveden an den Ball kam spürte man förmlich die Angst der Göteborger Abwehr und ein ums andere Mal zog sie unwiderstehlich vorbei. Ich freue mich schon auf den 06.05., wenn ich die Malawierin zum zweiten Mal live (hoffentlich ohne strömenden Regen wie vergangenes Jahr in Kvarnsveden) erleben werde.

Die Ergebnisse:

Djurgården – FC Rosengård 1-3
Hammarby – Linköping 1-3
Örebro – Kristianstad 1-0
LB 07 – Piteå 1-1
Vittsjö – Eskilstuna 1-1
Kvarnsveden – Göteborg 3-3

Ich mache jetzt mehr und mehr Interviews als Video. Zwei nach den letzten beiden Spielen. Wer Schwedisch kann, kann hier mein kurzes Gespräch mit Lieke Martens sehen:

und hier mein Gespräch mit Linköpings Mannschaftskapitänin Janni Arnth (weil Magdalena Eriksson verletzt war) nach dem Spiel bei Hammarby.

Viermal 1:0

Fiona4

Fiona Brown (rechts) ist ein vielversprechender Neuzugang

Die Damallsvenskan 2017 hat ihren ersten Spieltag absolviert. Und die beiden Favoriten FC Rosengård und Linköpings FC waren die einzigen Teams, die nicht mit 1:0 gewannen, vielleicht ein kleines Zeichen?

Rosengård fegte erwartungsgemäss mit 7:2 weg, fing sich dabei aber zwei Gegentore ein und Kvarnsveden hatte auch noch mehr Chancen. Anja Mittag traf gleich in ihrem schwedischen Comeback. Zweimal traf das Trio Lieke Martens, Ella Masar McLeod und Sanne Troelsgaard. 

Linköping mit (fast) völlig neuer Offensive siegte solide 3:0 gegen Aufsteiger Limhamn Bunkeflo aus Malmö. Marija Banusic zeigte, dass sie in dieser Saison möglicherweise den grossen Durchbruch schaffen könnte, den ich ihr seit Jahren prophezeie. Zwei Tore, ein Pfostenschuss und eine Glanzparade der Torfrau nach einem Kopfball von ihr. Den dritten Treffer markierte Kristine Minde. 

Und dann also viermal 1:0. Überraschend dabei der Sieg Djurgårdens in der „Festung“ von Piteå IF durch einen Sonntagsschuss von Hanna Lundquist. Überraschend auch ein wenig, dass Vittsjö 1:0 in Kristianstad gewann, Linda Sällström schoss das Tor schon nach fünf Minuten. Für die sympathische Finnin eine Genugtuung nach dem Albtraum des 0:4 mit Luft nach oben (für Gegner Dänemark) in der vergangenen Woche.

Göteborgs 1:0 gegen Örebro war hochverdient, Pauline Hammarlund machte das Tor gegen die Mannschaft, in der nur Schwedinnen spielen.

Nur Schwedinnen hat auch Aufsteiger #2 Hammarby. Das nutzte auch ihnen nichts, denn die in der Damallsvenskan debütierende Schottin Fiona Brown schoss heute Nachmittag das Siegestor für Gastgeber Eskilstuna, ein schlimmer Torwartschnitzer von Emma Holmgren, die Browns Schuss durch die Arme gleiten liess.

Ansonsten Chaos, da der Übertragungsdienst von damallsvenskan.tv (alle Spiele live) nicht funktionierte. Weder am Sonntag noch am Montag. Die Server waren überlastet, die Spiele liefen am Ende auf Facebook und auch der zweite Spieltag wird nun gratis zu sehen sein. Am Mittwoch schon geht es weiter, dann kommt Rosengård nach Stockholm, denn der Termin wurde unter der Prämisse gemacht, dass die Schwedinnen eventuell das UWCL-Halbfinale hätten erreichen können. Dann wäre am Samstag ein Spiel, aber das bestreitet nun der FC Barcelona gegen PSG während Manchester City auf Lyon treffen wird.

Marta (mit Hut) verabschiedete sich gestern vom Publikum in Malmö. Die Schwedin wird aber sicher irgendwann wieder zurückkehren.

Wieder alle Spiele live im Internet

dtvAuch in diesem Jahr werden wieder alle 132 Spiele der Damallsvenskan live im Internet gezeigt. Wieder hat kein TV-Kanal die kompletten Rechte erworben, weshalb sich der Interessenverein der zwölf Erstliga- und sechzehn Zweitligaclubs dazu entschlossen hat, zum zweiten Mal selber mit einem Medienpartner die Übertragungen durchzuführen.

Man verspricht uns neue Funktionen, u.a. leichtere Einbettung von Ausschnitten in soziale Medien und das auch noch zu einem günstigeren Preis als letztes Jahr. Das Paket kostet im Monat 99 SEK (= 10,33 €) und die Sendungen sind NICHT geoblocked, können als auch in Deutschland gesehen werden.

Mehr auf: www.damallsvenskan.tv 

Damallsvenskan – die große Vorschau

26099007272_9eac4c06be_k

In Pernille Harder hat die Damallsvenskan einen seiner größten Stars verloren

Am Sonntag geht es los! Frohe Ostern! Die Damallsvenskan startet in ihre Saison 2017. Ich gebe euch hier die wichtigsten Infos und wage mich wie immer an eine Prognose.

Die schwedische Liga verliert an Attraktivität

Nach vielen Jahren, in denen die Damallsvenskan zu den besten Ligen der Welt gehört hat, muss man konstatieren, dass für internationake Topspielerinnen nun endgültig andere Ligen interessanter sind. Der Trend geht zu England, Frankreich ist derzeit vorn, Deutschland verliert (nicht zufällig sind keine deutschen Clubs mehr in der UWCL vertreten und haben das deutsch-französische Duell mit 0-2 verloren) und Schweden rutscht noch ein wenig weiter ab, da es mit den finanzstarken VfL Wolfsburg und Bayern München auch nicht mithalten kann. In Spanien bildet man eigene Spielerinnen aus nach den bewährten Männermodellen (siehe FC Barcelona). Für mich gehören die Spanierinnen in der EURO 2017 zu den Medaillenanwärtern.

Am deutlichsten zeigt sich das daran, dass mit Pernille Harder (Wolfsburg), Marta (Orlando Pride), Stina Blackstenius (Montpellier HSC) und Fridolina Rolfö (Bayern München) vier der schillerndsten Stars die Liga verlassen habe. Meistens hängen Geld und Erfolg auch im Frauenfußball zusammen, ist es einmal nicht unbedingt so, spielt einmal eine Mannschaft ein junges Team ein und zum Meistertitel wie letztes Jahr in Schweden, dann antworten die finanzstarken Clubs damit, dass sie die besten Spielerinnen wegkaufen.

Rosengård ist nach dem Jahr von Linköping nun wieder klarer Favorit auf den Meistertitel. Denn der LFC musste seine Offensive (mit Ausnahme der starken Notwegerin Kristine Minde) komplett neu aufbauen und selbst wenn man mit den Verpflichtungen von Marija Banusic und Lina Hurtig zwei der größten Talente des schwedischen Fußballs aus Eskilstuna bzw. Umeå geholt hat, so kann man nicht von den Beiden verlangen, dass sie ab Sonntag in die Fußstapfen von Harder treten, die für mich zu den weltbesten Spielerinnen zählt.

Rosengård kommt in die Jahre, aber die Routine reicht (noch) für den Titel

fba84d95-2649-45c8-b437-36d01702c238

Die 33-Jährige Lotta Schelin soll in dieser Saison die Tore machen

In Rosengård gibt es mehr Routine als sonstwo in Schweden. Das Team ist im Kern seit Jahren zusammen, es altert allerdings auch bedenklich. Die neue Sportchefin Therese Sjögran und Mr. Rosengård Erling Nilsson gelingt es zwar immer schnell, entstandene oder entstehende Löcher zu stopfen, allerdings findet man auf dem heutigen Markt eben nicht mehr junge „Rohdiamanten“ wie Sara Björk Gunnarsdottir oder Manon Melis. Und so kommen Lotta Schelin (33), Anja Mittag (32 in vier Wochen), Anita Asante (32 in zwei Wochen), Ella Masar McLeod (31), Erin McLeod (34), Lina Nilsson (30 am 17.06.), Ali Riley (30 am 30.10.) langsam, aber auch unaufhaltsam in die Jahre. Auf der „jungen“ Seite stehen da lediglich Zecira Musovic (21 am 26.05.), Amanda Ilestedt (24) und Lieke Martens (25 am 16.12.) gegenüber. Die 18-Jährige Ebba Wieder ist die einzige der jungen Schwedinnen im Kader, die regelmässig zu Einsatzminuten kommt, wir dürfen sehen, ob das auch in der Saison so sein wird. Nein, Rosengård braucht unbedingt einen Generationswechsel, einen fließenden, gesunden Übergang zur nächsten Generation. das heißt nicht, dass man viele der Leistungsträgerinnen ausmustern muss, das geht auch gar nicht. aber hier ist sukzessive, konsequente Kaderplanung vonnöten, die ich in Malmö nicht sehe.

Linköping ist hier weiterhin vorn, obwohl man viele Leistungsträgerinnen abgeben musste, für die guten Leistungen sozusagen „bestraft“ wurde. Aber die Abwehr besteht weiterhin aus drei schwedischen Nationalspielerinnen (Jonna Andersson, Jessica Samuelsson und Kapitänin Magdalena Eriksson), hinzu kommen gar zwei dänische Auswahlspielerinnen mit Janni Arnth und Maja Kildemoe. Das Alter der Leistungsträger ist wesentlich niedriger, die Perspektive über 2017 hinaus damit besser.

Klug arbeitet auch die Mannschaft mit dem besten Publikumsschnitt, Eskilstuna United. Nachdem vergangene Saison Gaelle Engamanouit ging (die Kamerunerin war 2015 Torschützenkönigin der Liga, verletzte sich schwer am Knie in einem ihrer ersten Spiele für Rosengård und ging, noch nicht 100% wieder fit zu Beginn des Jahres nach China), verlor man den Anschluss an die beiden Topteams, da Olivia Schough nun mal sehr wenig Tore schiesst und Marija Banusic nicht zurechtkam. Aber man hatte bereits die ausgezeichnete Mimmi Larsson, die aus welchen Gründen auch immer bei Pia Sundhage bestenfalls zweite Wahl ist. In diesem Jahr bekommen Schough und Larsson Hilfe von der ausgezeichneten schottischen Aussenspielerin Fiona Brown. Und nach einem Jahr Pause hat Mittelfeldschwerstarbeiterin Petra Larsson den Nachnamen gewechselt zu Johansson und wird ebenfalls für Akzente sorgen. Am Ostermontag bin ich in Eskilstuna beim ersten Heimspiel gegen Aufsteiger Hammarby.

Die Aufsteiger enttäuschten mit nur wenigen Neuverpflichtungen. Durch die Einführung der eingleisigen zweiten Liga ist zwar der sportliche Abstand zwischen Unter- und Oberhaus geringer geworden, aber man braucht dennoch weiterhin einige Spielerinnen mit Erfahrung. Kvarnsveden hatte das sicher 2016 auch nicht, aber wir alle haben die Klasse der Malawierin Tabitha Chawinga unterschätzt, die mit ihren Toren den Verein in der Liga hielt. Aber weder Hammarby noch Limhamn Bunkeflo haben ein Ausnahmetalent wie Chawinga in ihren Reihen. Es wird interessant sein, zu sehen, wo Tabitha Chawinga landet nach diesem Jahr: Rosengård, Linköping oder gar Lyon, PSG, Wolfsburg? So viel rohe Kraft und Schnelligkeit hat man selten im Frauenfußball gesehen. „Die spielt wie ein Kerl,“ sagten mir vergangenes Jahr mehrere Spielerinnen in einer Mischung aus Neid und Respekt.

2017 – Der Tipp

Wie geht die Saison 2017 also aus? Hier kommt die Abschlusstabelle, wie ich sie voraussage:

  1. FC Rosengård
  2. Linköpings FC
  3. Eskilstuna United
  4. Piteå IF
  5. Kopparbergs/Göteborg FC
  6. Djurgården
  7. KIF Örebro
  8. Kristianstads DFF
  9. Vittsjö GIK
  10. Kvarnsvedens IK
  11. Limhamn Bunkeflo
  12. Hammarby

Interessant noch, dass mit KIF Örebro und Hammarby zwei Teams am Start sind, die völlig ohne Ausländerinnen spielen. Bei einer schnellen Recherche stellte ich neulich auch fest, dass es in Schweden „nur“ noch 53 ausländische Spielerinnen gibt, die meisten in Vittsjö (9).

In Deutschland sind deutlich über 80 Ausländerinnen dabei, wobei der VfL Wolfsburg, Bayern München und der SC Sand mit jeweils 13 Ausländerinnen im Kader beinahe die Hälfte stellen.

 

 

Anja Mittag zurück nach Schweden

MAK_3769

Anja Mittag in ihrem vielleicht letzten Bundesligaspiel gegen den MSV Duisburg am vergangenen Sonntag (Foto: Mirko Kappes)

Die Malmöer Zeitung Sydsvenska Dagbladet meldet heute am frühen Nachmittag, dass Anja Mittag am letzten Tag des schwedischen Transferfensters den VfL Wolfsburg verlässt und zurück nach Schweden zum FC Rosengård wechselt.

 

Anja Mittag hatte in den letzten Wochen oft auf der Bank bei Ralf Kellermann gesessen. Gleichzeitig gibt es ernstzunehmende Gerüchte, dass Marta den FC Rosengård verlassen will, um beim NWSL-Club Orlando Pride noch einmal gutes Geld zu verdienen. Die 31-Jährige Brasilianerin hatte erst vor kurzem auch die schwedische Staatsbürgerschaft bekommen. Sydsvenskan hatte am Donnerstag bereits berichtet, dass Marta möglicherweise schon vor dem ersten Spiel am 16.04. gegen Kvarnsveden weg sein könnte.

Der Vertrag mit Anja Mittag erstreckt sich allerdings nur bis zum 30.06.2017, also exakt drei Monate ab morgen. Am 29.06. spielt Rosengård am elften Spieltag auswärts bei Piteå IF. Danach geht es in die Sommerpause und Mitte Juli beginnt die EM in den Niederlanden, deren Finale am 06.08.2017 in Enschede stattfindet. An der EM würde sie bereits als vereinslose Spielerin teilnehmen, die aber immerhin mit recht viel Einsatzminuten nach Holland reisen könnte.

 

 

Farewell, Kelly Smith!

 

32615504050_7233d4783c_zEs gibt wohl keinen Zweifel daran, dass Kelly Smith die bislang beste und wichtigste Fußballspielerin Englands war. Die 38-Jährige hat zwar keine WM, EM oder Olympia gewonnen, aber sie hat zahlreiche englische Meisterschaften mit den Arsenal Ladies gewonnen und immerhin einmal den Women’s Cup.

Im Anschluss an eine Dienstreise in der vorvergangenen Woche hing ich daher noch den Sonntag dran und begab mich mit mehrmaligem Umsteigen verbunden, nach Elstree & Borehamwood, rund 45 Minuten von den zentralen Teilen Londons entfernt, um Kelly Smith’s Abschiedsspiel im Meadows Park zu erleben.

Anfang Februar hatte Smith via Twitter mitgeteilt, dass sie nicht spielen werde am 19.02., dass sie aber ihre AllStar-11 coachen würde. Kelly Smith ist im dritten Monat schwanger. Sie kam dann aber doch und griff akriv ins Geschehen ein…

32842187702_bb95449dd3_zBesonders erfreulich aus meiner Sicht: eiun fantastisches Publikum, bestehend aus fast 2400 Fans, die Kelly einen würdigen Abschied bereiteten. Da war unglaublich viel Wärme und Zuneigung und großer Respekt unter den Fans zu spüren.

Die Arsenal Ladies spielen wie alle FA WSL Teams im Frühjahr 2017 „nur“ den Pokalwettbewerb und bereiten sich ansonsten auf die Umstellung der Saison auf Herbst/Sommer hin, die mit der Saison 2017/18 beginnen wird.

32182618523_fec5432189_z

Heather O’Reilly (links), eine von mehreren US-Stars in der FA WSL 2017

Und Arsenal begann feurig und erstmals mit ihrem Neuzugang Heather O’Reilly, frisch aus den USA importiert. Besonders O’Reilly, aber auch Kapitänin Alex Scott und Neuzugang Kim Little waren immer wieder in Aktion. In Kelly Smith’s Team stand immerhin Englands Nationalmannschaftskapitänin Stephanie Houghton, aber auch Smiths ehemalige Trainerin Hope Powell, , die mit iohren 50 Jahren natürlich nicht mehr ganz Schritt halten kann. Abef darauf kam es an diesem Tag auch nicht an.

 

Arsenal führte in der zweiten Halbzeit mit 2:1, bis sich dann Alex Scott eine Variante einfallen ließ, um Kelly Smith doch noch mal auf das Spielfeld zu locken. Sie sprang einfach im eigenen Strafraum einer Gegnerin vorsichtig, aber deutlich sichtbar in den Rücken und ging zusammen mit ihr zu Boden.

Klarer geht es nicht: Elfmeter!

32616518360_8c18500c68_zDie 2400 im Meadows Park schrien nun: „Kelly! Kelly! Kelly!“ und der Schiedsrichter drückte natürlich beide Augen zu und ließ die Trainerin auf den Platz kommen. Durch ein Spalier, das beide Mannschaften für sie bildeeten, schritt sie zum Punkt und verwandelte zum umjubelten Ausgleich. Später erzählte sie, dass sie sehr nervös gewesen sei, aber Schiedsrichter Howard Webb habe ihr gesagt, falls er nicht reinginge, würde er den Elfmeter wiederholen lassen.

32182331423_0c92dae839_z

Kim Little kaum zu stoppen

Am Ende gewann Arsenal dann doch 4:2 und Kelly Smith hielt mit belegter Stimme eine bewegende Ansprache zuerst an die beiden Teams und dann ans Publikum in Boreham Wood. Als ich schon längst wieder im Zug nach London saß, schrieb Kelly Smith immer noch Autogramme und ließe sich mit den Fans fotografieren. Später hörte ich, dass Smith selber überrascht und überwältigt war von der Anteilnahme des Publikums.

 

32182963503_613e8527bf_z-1

Ein großer Nachmittag für eine Große des Frauenfußballs.

Nach dem Spiel hatte ich Gelegenheit mit einer Spielerin aus Kelly SMiths Team zu sprechen, die aber aus Vorsichtsgründen nicht spielen durfte. Anita Asanre vom FC Rosengård hat mit Kelly Smith lange bei Arsenal gespielt und ebenfalls viele Jahre in der englischen Nationalmannschaft. Das Gespräch (auf Englisch) liegt auf YouTube:

 

 

ffschweden im Gespräch mit: Lisa Dahlkvist

32199203980_2ac6072fd0_k

Lisa Dahlkvist beim Empfang der schwedischen Nationalmannschaft im Kungsträdgården (Stockholm), unmittelbar nach der Rückkehr aus Brasilien

Lisa Dahlkvist hat im Sommer 2016 nichts weniger als schwedische Sportgeschichte geschrieben. Kurz nach 16 Uhr lokaler Zeit in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia schoss sie den alles entscheidenden Elfmeter für Schwedens Einzug ins Halbfinale.

 

Die Schwedinnen räumten damit den größten Brocken aus dem Weg, den Deutschland auf dem Weg zur Goldmedaille zu fürchten hatte. Hope Solo spielte die zweite Hauptrolle in einem kurzen, beeindruckenden Krimi. Wir kommen darauf zurück.

Mitte letzter Woche kamen die Schwedinnen aus La Manga zurück, wo sie zwei Testspiele gegen Norwegen (1:2) und England (0:0) bestritten haben. Mein Gespräch mit Lisa Dahlkvist, das ich am vergangenen Samstagmorgen führte, begann dort.

Wie hast du die beiden Spiele in Spanien empfunden?

„Wir hatten richtig gute Gegner, sowohl Norwegen wie auch England, das sind fysisch starke Mannschaften. Es war echt schön einen solchen Start des neuen Jahres zu bekommen und der neuen Saison. Im Norwegenspiel sind wir anfangs nicht so richtig dabei, wir schwedische Spielerinnen, die in Schweden spielen und jetzt gerade angefangen haben, für die neue Saison zu trainieren. Aber wir spielen eine bessere zweite Halbzeit und dann ein sehr gutes Spiel gegen England. Ich denke, wir hatten eine gute Entwicklung während der Tage, die wir dort waren.“

Gegen England hattet ihr auch die besseren Torchancen.

„Ja, genau, wir hatten ein gutes Offensivspiel und auch gute Kombinationen. Es war schon sehr schön, dass wir richtig klare Chancen hatten.“

In beiden Spielen habt ihr ein 4-4-2 gespielt und es scheint, als ob die Nationalmannschaft damit schon wieder das System gewechselt hat?

„Ja, wir haben etwas geänder, es war ein 4-4-2 in der Defensive und mehr ein 4-3-3 im Offensivspiel.“

Ist es nicht besser, an dem System festzuhalten, das am besten funktioniert?

„Ich finde, es macht Spaß. Man muss mit dem Kopf dabei sein und umdenken, um neue Wege zu finden, von diesem System her gesehen. Man ist konzentierter, genauer in den Abständen und wo man auf dem Feld sein soll und so weiter. Ich finde das gut.“

Nun ja, ihr habt so viel Routine in der Nationalmannschaft mit einigen Spielerinnen, die 100 und mehr Länderspiele haben, so dass ihr Umstellungen iohne größere Probleme machen könnt.

„Genau so ist es. Denk mal, wie wir bei Oympia gespielt haben, wo wir zurückgegangen sind und sehr tief in der Defensive standen, das ist doch einfach unheimlich gut. Es wist wichtig, dass man sich anpassen kann und auch Spiele gewinnen kann auf diese Weise, in dem man das System wechselt.”

dala

Lisa Dahlkvist bei einem Lehrgang der schwedischen Nationalmannschaft (Foto: Anders Henrikson)

Apropos Olympia. Deine Elfmeter und besonders der gegen die USA ist meiner Meinung nach ein Teil schwedischer Sportgeschichte geworden. Und alle fragen sich bis heute, wie du das gemacht hast, ruhig zu bleiben, die Konzentration zu behalten wenn du einen entscheidenden Elfer gegen die vielleicht beste Torhüterin der Welt schießen musst, die dann auch noch vor deinem Schuss die Handschuhe wechselt?

 

„Ich habe wohl einen Weg gefunden, der mich wie in einer Blase agieren lässt. Es geht darum, nur positive Gedanken zu haben und negative Gedanken einfach abzulehnen. Man ist sehr konzentriert auf sich selbst und die Gedanken. Darum geht es. Es geht nur darum, den Ball ins Tor zu schießen, es geht darum, die Gedanken am richtigen Platz zu haben. Ich denke daran, dass ich schon viele Elfmeter geschossen habe, ich kann das, ich weiß es, ich finde es schön, dass es toll ist, dass ich diese Chance bekomme, ich denke an alles Positive, dass ich finden kann.“

Aber Hope Solo trickste, sie versuchte Dahlkvist in ihrer Konentration zu stören und auch wenn man nicht so cool ist wie Lisa, dann muss man wohl den Ball reinschießen wollen, um weiterzukommen. Wie hat sie die Sekunden überstanden, die Solo einfach herausschindete?

„Naja, es geht wirklich nur darum, die positiven Gedanken zu behalten. Ich denke zum Beispiel, wie komisch, dass sie die Handschuhe jetzt wechselt, sie muss sehr nervös sein und sie macht alles, um zu gewinnen und ich finde es nur lustig, dass sie dieses Spiel spielen will, wirklich alles versucht. Ich denke nicht daran, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, diesen Elfmeter zu verschießen, sondern daran, dass ich ihn reinmache.“

Wie viel bedeutet die Silbermedaille für dich, du hast ja zB auch Bronze bei der WM in Deutschland gewonnen, Champions League FInale gespielt?

„Es ist wohl klar, dass das viel bedeutet. Es ist eine Medaille in einer internationalen Meisterschaft. Aber ich denke, dass eine olympische Medaille besonders ist, weil man sie gewinnt, wenn die ganze Sportwelt dabei ist. Das ist eine andere Art von Medaille, alle sind dabei, schauen zu, halten zu dir, nicht nur die, die an Fußball interessiert sind. Bei der WM gibt’s ja eben nur Fußball.“

Du hast ein Jahr bei PSG gespielt und sowohl vorher wie nachher hast du für KIF Örebro gespielt.

„Ja, es war schon toll, die Chance zu bekommen, nach Paris zu gehen. Es war toll, mit so guten Spielerinnen zu trainieren und zu spielen und ich habe mich da enorm entwickelt. Dann gab es einen Wandel in Paris, sie bekamen einen neuen Trainer und da waren einige Spielerinnen, die weggingen und da wollte auch ich nicht mehr in Paris bleiben. Und vor den Olympischen Spielen, dachte ich, dass ich in einer Umgebung sein will, in der ich mich wohl fühle, in der ich die Batterien laden kann, mich geborgen fühle und da habe ich mich entschieden, nach Örebro zu gehen. Das war eine gute Entscheidung. Vor dieser neuen Saison haben wir eine Reihe voin Veränderungen gemacht, Umorganisation im Verein und neue Spielerinnen geholt, haben ein neues Spielkonzept und auch für den Verein und ich finde das spannend, weil ich insgesamt ein paar Jahre in Örebro gespielt habe und ich ein Herz für die Stadt habe. Es ist inspirierend, in Örebro zu bleiben.“

 

 

Ich habe daran gedacht, dass du dieses Jahr nicht Champions League spielen will, einen Wettbewerb, den du mit Umeå gewonnen hast und in dem du mit Tyresö im Finale warst.

„Das ist etwas schade, das sind ja sehr gute Spiele. Aber das kommt vielleicht wieder, dass ich Champions League spiele. Ich habe einen Einjahresvertrag mit KIF Örebro und ich werde nicht weniger trainieren und meine Karriere so lange fortsetzen, wie ich kann und so lange wie mein Körper es aushält. Es gibt also nach wie vor eine Zukunft für die Champions League.“

Wenn man sich die Truppe von KIF anschaut in diesem Jahr, dann fällt auf, dass ihr nur noch schwedische Spielerinnen mehr habt, keine einzige Ausländerin. Ist das eine bewusste Wahl?

„Ehrlich gesagt weiß ich das nicht, aber sie haben nun mal viele junge Spielerinnen geholt, die einen guten Charakter haben und dann ist es vielleicht so gekommen, dass es nur Schwedinnen sind, dieses Jahr, zufällig. Wir hatten ja vergangenes Jahr recht viele ausländische Spielerinnen.”J

Wenn man die Truppe anschaut, versteht man dann aufgrund der Altersstruktur auch, dass Lisa Dahlkvist eine Führungsrolle haben wird.

”Das ergibt sich eben, wenn man schon lange dabei ist und viele Spiele absolviert hat. Im Kader gibt es viele junge Spielerinnen, insofern ist es ganz natürlich, dass ich diese Rolle habe und versuchen werde, das Team in die richtige Richtung zu lenken.“

Wo wird KIF Örebro 2017 landen, mir scheint, die Damallsvenskan wird wieder ein großes Mittelfeld haben, in dem zwischen dem vierten und neunten Platz alles möglich ist.

„Wir haben ein Ziel, nämlich in den Top 4 zu landen und wollen so weit wie möglich nach oben kommen. Wir werden sehen, ob das geht und ob wir die Mannschaft, die viele neue Spielerinnen hat, entsprechend einspielen können.“

ffschweden im Gespräch mit Johanna Rytting Kaneryd

32090600590_5eb0be2740_kIn der letzten Saison gewann sie den Titel „Årets genombrott“, was so viel heißt wie „Der Durchbruch des Jahres“, „Newcomer“ wäre vielleicht die bessere, aber freie Übersetzung.

Es geht um die 19-Jähriuge Johanna Rytting Kaneryd aus dem kleinen Dorf Kolsva in Västmanland, zwei Stunden entfernt von der Hauptstadt Stockholm. 15 km von Kolsva entfernt ist das Städtchen Köping mit 17.000 Einwohnern. Kolsva liegt nördlich der Europastraße 18, die die beiden Städte Västerås und Örebro miteinander verbindet. Hier kommt eigentlich nicht unbedingt jemand vorbei. Aber in Kolsva hat Johanna mit dem Fußballspielen begonnen. Im letzten Jahr hat sie das rund 13.000 km weg nach Port Moresby geführt, der Hauptstadt von Papua Neu Guinea, einem Land, von dem Johanna, wie sie mir sagte vorher noch nicht gehört hatte.

Djurgården dam hat wie alle schwedischen Erstligavereine mit dem Training für die neue Saison begonnen. Der Traditionsverein kam nach Abwesenheit aus dem Oberhaus Damallsvenskan vergangenes Jahr wieder zurück ub die erste Liga und es lief besser, viel besser als erwartet. Am Ende sprang im Zwölferfeld ein sehr beachtlicher sechster Platz heraus, für einen Aufsteiger mehr als Mission erfüllt. Und genauso wie Djurgården überraschte, überarschte auch Johanna Rytting Kaneryd. Sie spielte alle 22 Begegnungen von Beginn an und einige Journalisten forderten bereits ihre Nominierung für die A-Natonalmannschaft. Aber die schwedischen Mühlen mahlen sehr langsam, Pia Sundhage gilt als sehr konservativ und nominiert nicht so schnell einen Teenager in ihren Kader. Da muss man sich hochdienen und nach der U19 stünde erst einmal die D23 im Pflichtenbuch.

Am Mittwoch letzter Woche habe ich Johanna getroffen. Djurgården trainiert in diesen kalten und dunklen Wochen in einem Fußballzelt, das im Winter über den Kunstrasenplatz Hjorthagens IP in der Nähe der U-Bahnstation Ropsten aufgespannt ist. Ein großes, schweres, unbeheiztes Zelt, das Anfang November, gottlob nachts, einstürzte, als wir sehr viel Neuschnee hatten.

Erst als ich mich auf das Gespräch mit dir vorbereitet habe, las ich, dass du nicht aus Stockholm bist. Du bist sehr jung von zu Hause weggezogen, wie lief das?

„Alles fing damit an, dass ich an regionalen Trainingslagern teilnahm. Damals spielte ich in Kolsva, dem kleinen Ort, aus dem ich komme. Irgendwann sah mich ein Mann spielen und er fand mich interessant und half mir dann weiter. Er nahm Kontakt mit verschiedenen Mannschaften auf und ich durfte ein Probetrainiung bei Tyresö FF machen und die haben mir dann einen Vierjahresvertrag angeboten, 2+2. Und da habe ich nicht gezögert.“

32240459802_c76434a188_zJohanna bekam die Erlaubnis ihrer Eltern, ihren Traum weiter zu leben. Zunächst wohnte sie bei einer Familie in Stockholm, die sie wie ihr eigenes Kind aufnahmen, wie sie mir erzählt. Sie ging noch in die neunte Klasse, wechselte auf eine Schule in Tyresö und dann später ins benachbarte Haninge auf das Fredrika Bremer Gymnasium. Die Schule hat sie nicht beendet, es wurde zu viel mit bisweilen zwei Trainingseinheiten am Tag. Da muss Johanna noch nacharbeiten, in Schweden ist das relativ einfach. Im Moment arbeitet sie nebenbei und ist Fußballprofi.

Dass junge Mädchen von zu Hause wegziehen, ist selten in Schweden. Mir fällt nur Ramona Bachmann ein, die mit 15 aus der Schweiz nach Schweden kam und Profi bei Umeå IK wurde.

Als Johanna Rytting Kaneryd nach Tyresö kam, spielten da Marta, Caroline Seger, Christen Press, Meghan Klingenberg, Vero Boquete und andere. Es war eine der besten Mannschaften Europas und viel Einsatzzeit konnte sie sich kaum ausrechnen, auch wenn sie schon in den schwedischen Jugendauswahlen spielte.

„Auch wenn ich mir im Klaren darüber war, dass ich nicht viel Spielmiunuten bekommen würde, wusste ich auch, dass das Training mit diesen tollen Spielerinnen mich weiterbringen würde.“

Lampenfieber vor dem ersten Training mit Marta, Seger & Co.?

„Ich hab nicht so viel nachgedacht. Bin einfach hingegangen und habe versucht, mich von meiner besten Seite zu zeigen. Dann sah man ja, mit welchen Spielerinnen es zu tun hatte. Mein Selbstvertrauen war nicht so gut und es war teils etwas hart, zum Training zu gehen, weil man doch einen enormen Druck spürte. Es ist ja nicht so, dass die Rücksicht auf dich nehmen, nur weil du jung bist, das mache ich heute auch nicht.“

Nachdem Tyresös A-Mannschaft in Konkurs ging und den Spielbetrieb aufgab, landete Johanna in Älta, einem Team in Stockholm, das schon immer gute Beziehungen nach Tyresö gehabt hatte. Elin Ekblom Bak spielte dort und auch diue Vizeweltmeisterin von 2007, Elaine Moura. Das Jahr in Älta sei nicht so gut gewesen, sie sei auch verletzt gewesen, berichtet sie. Aber dann kam Djurgården.

Yvonne Ekroth [Djurgårdens Trainerin 2016] hatte mich in der Juniorinnennationalmannschaft gesehen uns holte mich u Djurgården.“

Dort spielte sie in der letzten Saison wie schon erwähnt stets von Beginn an.

„Meine Erwartungen vor dieser Saison waren ja, dass ich dieses Jahr für meine Entwicklung brauchen würde, ich wollte verletzungsfrei bleiben. Natürlich war mein iel, so viel wie möglich zu spielen und so kam es dann ja auch,“ sagt sie selbstbewusst.

31657344223_f3407d45f0_kAcht der elf Heimspiele von Djurgården habe ich 2016 gesehen und fotografiert und auf den Bildern, die ich von Johanna Rytting Kaneryd finde, ist sie meistens in einen intensiven Zweikampf verstrickt.

Sie lacht und sagt: „Vielleicht lege ich es ja darauf an. Es war wohl so, dass ich immer ziemlich schnell jemanden auf der Pelle hatte, besonders, wenn ich nach außen ging.“

Djurgården legte einen famosen Start hin. Der Aufsteiger war bisweilen Vierter, fiel dann aber im letzten Drittel der Saison etwas ab und wurde am Ende Sechster. Woran das lag?

„Ich weiß nicht, vielleicht wurden wir etwas zu bequem. Aber eigentlich glaube ich, dass unsere Gegner uns gelesen haben. Die wussten, dass wir sehr ballbesitzorientiert spielen wollen und haben das dann gut gestört. Vielleicht lag es daran, am Anfang konnten wir mehr überraschen.“

Ihre größte Reise hat Johanna im November gemacht, es ging zur U20-WM nach Papua Neu-Guinea. Schweden trat mit einigen der Spielerinnen an, die 2015 Europameister geworden waren, nicht zuletzt der in Israel 2015 überragenden Stina Blackstenius. Aberf einer Auftaktniederlage gegen den späteren Weltmeister Nordkorea (0:2) folgte ein 6:0 gegen den Gastgeber und ein 1:1 gegen Brasilien, das dank des besseren Tirverhältnisses weiter kam.

Das muss eine unglaubliche Reise gewesen sein.

„Ehrlich gesagt hatte ich von dem Land noch nie vorher gehört. Es war eine sehr besondere Reise und ein Erlebnis, das man wohl sein ganzes Leben lang mit sich tragen wird. Wir mussten dreimal umsteigen und flogen 30 Stunden. Wir brauchten auchviel eit für die Umstellung auf das Klima, die Zeitzone.“

Der schwedische Fußballverband hatte geraten, nicht alleine dorthin zu reisen. Wie war es mit der Sicherheit, was habt ihr vom Land mitbekommen?

„Wir durften nicht einmal das Hotel verlassen, zum Training und zu den Spielen sind wir jeweils mit Polizeieskorte gefahren. Wir haben also nicht sonderlich viel gesehen, außer auf der Busfahrt vom Flughafen zum Hotel. Die Leure im Stadion waren sehr nett und fröhlich, allein die Tatsache, dass sehr viele Leute zu den Spielen kamen, war toll.“

Nordkorea hat euch geschlagen, sie haben nicht nur U20-Gold geholt, sondern vorher 2016 schon die U17-WM in Jordanien gewonnen. Was zeichnet sie aus, du hast immerhin 25 Minuten gegen sie spielen dürfen?

„Sie sind sehr geschickte Spielerinnen. Alle sind individuell sehr gut, vor allem technisch. Sie finden sich fast blind auf dem Platz und dann geht es einfach sehr schnell und ich glaube, das haben wir nicht verkraftet und sie haben durch uns hindurch gespielt, oft mit einem Touch.“

Viele Leute zu Hause wunderten sich, dass du so wenig Spielzeit bekommen hast und wir fragten uns, ob du krank warst oder verletzt?

„Nein, verletzt war ich nicht. Ich war etwas krank, aber zu den Spielen war ich 100% fit und ich fand auch, dass ich in guter Form war. Aber man muss natürlich den Trainer und seine Entscheidungen akzeptieren. Schade, dass wir dann nach Hause mussten, zumal uns lediglich eiun Tor fehlte.“

Wie willst du dich in der kommenden Saison weiterentwickeln?

„Ich suche mich immer gerne in die Mitte, spiele gerne als Ballverteilerin und manchmal gehe ich gerne selber los. Das will ich in dieser Saison häufiger machen und auch mehr Kälte in meinen Abschlüssen bekommen, was letzte Saison gefehlt hat. Damit werde ich sicher arbeiten. Gleichzeitig verstehe ich auch, dass ich mehr von meiner Schnelligkeit profitiere, wenn ich außen spiele.“

Die Saison beginnt im April, im Februar spielt Djurgården in der großen Tele2Arena gegen Eskilstuna nachdem Djurgårdens Herren das norwegische Team Vålerenga empfangen haben, ein Double Feature, bei dem ich versuchen werde, dabei zu sein. Johanna wird am Tag des Spiels 20 Jahre alt, ein großes Talent, das viele internationale Vereine sicher schon in ihren Notizbüchern haben und weiter beobachten werden.

 

 

Zum Blog

27152724645_94cdfdd78e_k

Seit es die schwedische Seite http://www.damfotboll.com nicht mehr gibt, habe ich auch angefangen, auf Schwedisch zu bloggen. Wir sind zu dritt. Es gibt drei schwedischsprachige Blogs. Johan Rydén, Zeitungsjournalist bei der Borås Tidning, der seit mehr als fünf Jahren nebenbei über Frauenfußball bloggt und David Lundell, der sein Blog Spieler12, also spelare12 nennt und unglaublich detailliert über ALLE (?) Ligen schreibt, so dass man sich manchmal fragt, ob David noch was anderes macht, als Frauenfußball schauen.

Johan habe ich ein paar Mal getroffen, David noch nicht. Zusammen, aber getrennt, bemühen wir uns dem Frauenfußball in Schweden mediales Gehör zu verschaffen. Die Lokalzeitungen berichten regelmäßig über „ihr“ Team, haben aber selten die Gesamtheit im Blick. Das Fernsehen und die Boulevardzeitungen Aftonbladet und Expressen sind vor allem an der Nationalmannschaft „dran“, bestenfalls noch an den Spitzenteams und vor allem an „Skandalen“ intertessiert, an Auffälligem. Das bringt Quote und Schlagzeilen.

Als damfotboll.com aufhörte am 01.07. und dann schließlich ganz abgeschaltet wurde mit all den tausenden Artikeln und auch den vielen hundert, die ich geschrieben habe, mti all den Interviews, die nun einfach WEG sind, weil niemand das Archiv übernehmen wollte, als die Seite aufhörte, verschwand eigentlich die flächendeckende Berichterstattung über Frauenfußball in Schweden. Niemand macht das mehr, niemand schafft das mehr, niemand will das mehr lesen? Ich weiß es nicht.

Leider sind meine deutschsprachigen Artikel weniger geworden. Das bedauere ich, denn ich weiß, dass es eine überschaubare, aber dennoch treue Leserschaft im dreistelligen Bereich gegeben hat und auch noch gibt, wenn hier etwas erscheint. Dennoch sind die Artikel, die ich über „Deutsches“ geschrieben habe, die populärsten. Mein Telefoninterview mit Melanie Leupolz etwa oder vor allem auch mein deutschsprachiges Gespräch mit Ali Krieger in Tyresö for ein paar Jahren.

Überhaupt sind es die Interviews, die Begegnungen mit Spielerinnen, manchmal auch Trainerinnen und Trainern, die ich am liebsten mache. Auch das Gespräch mit Pia Sundhage nach der Rückkehr aus Brasilien war interessant, am spannendsten das relativ spontane und lange Interview, das ich einmal mit Marta machen konnte, nachdem ich ihr einfach eine SMS geschickt hatte, ob man sie treffen könne. 24 Stunden später saßen wir eine Stunde lang im selben Café in Tyresö, in dem ich zuvor auch schon Vero Boquete getroffen hatte.

Deshalb habe ich auch beschlossen, wenigstens eine Saison dranzuhängen. Eigentlich sogar mindestens drei, denn die WM in Frankreich wäre schon ein Ziel. Dann schaun mer mal.

Und das deutschsprachige Blog? Morgen mache ich das erste Interview im neuen Jahr, ich treffe mich mit Djurgårdens U19-Nationalspielerin Johanna Rytting Kaneryd, die im November die Auszeichnung „Newcomer des Jahres“ bekam. Johanna schickte ihre Trainerin Yvonne Ekroth, die Trophäe abzuholen, denn sie selber spielte die U20-EM in Papua Neu Guinea. Darüber und mehr werde ich morgen miot Johanna sprechen und die Interviews auf Schwedisch und Deutsch veröffentlichen. Danach schaun mer mal, wer als nächstes dran ist. Die schwedische Nationalmannschaft spielt in la Manga gegen Norfwegen und England und auf meiner Wunschliste steht Lisa Dahlkvist, aber das geht wohl erst, wenn sie zurückkommt. Also, klickt mal wieder rein, lieber Leserinnen und Leser. Auf Deutsch wird ein bisschen mehr dosiert, auf Schwedisch gibt es mehr, weil das Interesse unmittelbarer ist. Ich will auch versuchen, in diesem Jahr wieder mehr für das amerikanische Our Game Magazine zu machen. Denen habe ich ein sehr langes Interview mit Lotta Schelin zu verdanken, wirklich eine meiner Lieblingsgesprächspartnerinnen im FF, eine kluge, sympathische Sportlerin ohne jede Allüren.

Die EM steht auf meiner Wunschliste, eine Woche sollte es werden im Sommer, mehr schaffe ich nicht, es steht noch nicht fest, wann. Vielleicht sieht man sich da.

Linköping verpflichtet Irma Helin

Nachdem Fridolina Rolfö (Bayern), Pernilla Herder (Wolfsburg) und Stina Blackstenius (Montpellier) den Verein verließen, ebenso Mariann Gajhede (hört auf) und Renée Slegers (Kreuzbandriss und Vertragsende), nachdem mein Favorit auf die Nachfolge Pia Sundhages, Martin Sjögren einen Vertrag als norwegischer Nationaltrainer unterschrieb, musste man sich Sorgen darum machen, wie der neugebackene schwedische Meister in die nächste Saison gehen würde und wie er dann im Herbst die Champions League 2017/18 bestreiten sollte.

Aber: die komplette Abwehr steht weiterhin unter Vertrag und die beiden oft unterschätzten Claudia Neto, die Portugal fast im Alleingang zur EM schoss, und Kristine Minde sind ebenfalls noch in Diensten des LFC.

Hinzu kommen die Verpflichtungen von Maja Kildemoe aus Odense für die Abwehr, Lina Hurtig und Marija Banusic für die Offensive, die Dänin Johanna Rasmussen, die ebenfalls als Mittelfeldspielerin oder Angreiferin eingesetzt werden kann und nun Irma Helin aus Piteå. Helin gilt seit mehreren Jahren schon als eines der größten Mittelfeldtalente Schwedens im offensiven Bereich und hat, nachdem sie das heimische Stockholm verlassen hatte und nach Piteå gegangen war, dort bereits einen guten Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Linköping bringt nun die Probe, ob es noch weiter gehen kann. Mit Helin, Banusic und Hurtig sind jetzt drei Riesentalente versammelt, wenn nur eine oder gar zwei tatsächlich den Durchbruch schaffen, dann ist mit Linköping auch wieder zu rechnen.

In Schweden ist immer entscheidend, ob es viele Verletzungen gibt in einer Saison. Denn anders als zB die wohlhabenden Clubs der BuLi wie Bayern München oder der VfL Wolfsburg, die sich Kader mit 25 mehr oder minder gleichwertigen Spielerinnen leisten können, ist die Spielerdecke in Schweden selbst bei den Spitzenclubs deutlich geringer. Hier arbeitet man mit 17-18 Spielern, Linköping gewann die Meisterschaft mit einer Truppe von 17 Spielerinnen, in der nur Fridolina Rolfö zwischenzeitlich immer mal ausgefallen war. Rosengård verlor möglicherweise die Meisterschaft aufgrund der Verletzungen von Erin McLeod, Lotta Schelin und Gaelle Engamanouit.

Der Kader von Rosengård zeigt auch Alterserscheinungen. Sportchefin Therese Sjögran täte gut daran, ihn jetzt allmählich zu verjüngen. Denn die Leistungsträgerinnen Marta (31 im Februar), Lotta Schelin (33 im Februar), Anita Asante (32 im April), Erin McLeod (34 im Februar), Ella Masar McLeod (31 im April) Ali Riley (30 im Oktober), Emma Berglund (29 im Dezember) und Lina Nilsson (30 im Juni) kommen allmählich in die Jahre.

Linköpings FC wird weiter gerupft

31842823261_6ae6749ae5_k

Ungeschlagen und mit zehn Punkten Vorsprung wurden sie schwedischer Meister: Linköpings FC. Keine drei Monate später verlassen einige der wichtigsten Leistungsträger den Verein.

Zuerst wurde Fridolina Rolfö überraschend vom FC Bayern München verpflichtet.

Dann ging Pernille Harder erwartungsgemäß zum VfL Wolfsburg.

Sensationell der Abgang von Erfolgstrainer Martin Sjögren, der ab Januar die Nationalmannschaft Norwegens trainieren wird.

Dass der U19-Star von 2015, Stina Blackstenius, deren Vertrag auslief, gehen würde war vielen klar.

Heute meldet das schwedische Fernsehen SVT, dass Blackstenius für den französischen Tabellendritten Montpellier HSC unterschreiben wird, bei dem mit Linda Sembrant und Sofia Jakobsson bereits zwei weitere schwedische Nstionalspielerinnen unter Vertrag stehen.

Andonova wird ausgemustert

22097780245_a3de16deea_k

Natasa Andonova (rechts) hat keinen Platz mehr in Malmö

Im Mai 2015 unterschrieb Mazedoniens beste Fußballerin Natasa Andonova einen 2-Jahresvertrag in Malmö für den FC Rosengård. Bald schon dürfte sie eiuem neuen Verein angehören.

In einem Interview mit der Lokalzeitung Sydsvenskan sagte Rosengårds ehemalige Spielerin und nunmehrige Sportchefin Therese Sjögran, dass Andonovas Vertrag im Sommer auslaufe und man nicht daran denke ihn zu verlängern.

„Sie ist nicht priorisiert auf ihrer Position und deshalb versuchen sie wohl, im Januar einen neuen Club zu finden. Sie hat jetzt eine bessere Lage auf dem Markt, als wenn sie das ganze Frühjahr auf der Bank sitzt,“ so Sjögran.

Dabei hatte Andonova 2015 noch wesentlich zum Titelgewinn Rosengårds beigetragen. Mit 12 Toren war sie in dem Jahr die beste Torschützin des Vereins. 2016 schoss Andonova immerhin acht Tore, aber durch den Wechsel von Lotta Schelin nach Schweden und die Genesung Gaelle Engamanouits ist die Konkurrenz in der Offensive groß. Und im Zweifel ist Lotta Schelin wesentlich besser zu vermarkten.

Die 39-Jährige sagte ebenfalls, dass man sich bemühe, die Finnin Iina Salmi auszuleihen. Sofia Lundgren wird wohl ebenfalls ihr Engagement in Malmö abbrechen, da der Verein sich nach Aussage Sjögrans keine drei Torhüterinnen leisten könne. Ikone Erin McLeod soll nach der langen Reha eine Chance bekommen: „Vielleicht geht es nicht, aber fine, dann hat sie es wenigstens versucht,“ sagte Sjögran.

Auf der Seite der Neuverpflichtungen findet man derzeit lediglich Hanna Folkesson. Die defensive Mittelfeldspielerin war vergangenes Jahr zu KIF Örebro gewechselt und hatte sich gleich zu Beginn der Saison 2015 das Kreuzband gerissen. Dieses Jahr ein Wechsel zu Umeå IK, wo die 28-Jährige insgesamt neun Mal zum Einsatz kam.

Folkesson soll die im Sommer zum VfL Wolfsburg gewechselte und schmerzlich vermisste Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir ersetzen. Nach „Björkis“m Wechsel war es für Rosengård in der Meisterschaft bergab gegangen und am Ende der Saison landete man trotz des teuersten Kaders mit zehn Punkten Rückstand auf den neuen Meister Linköpings FC auf dem zweiten Platz.

Im Interview sagte Therese Sjögran auch, dass ein Zusammengehen mit dem früheren Dachverein Malmö FF auf Sicht die beste Lösung sei. Das wurde inzwischen vom Direktor des Männervereins Malmö FF, Niclas Carlnén, genauso abgelehnt wie auch vom künftigen Vorsitzenden des FC Rosengård, Amir Poursamad.

Pournasamad: „Persönlich sehe ich das nicht. Ich sehe lieber, dass wir weiter an der Marke FC Rosengård arbeiten. Die Frage ist heute nicht aktuell. Am Ende ist das Aber eine Vorstandsfrage.“

 

Katrin Schmidt wird schwedische Nationalspielerin

26659952152_a97b80b6f5_kLange Zeit habe ich Katrin Schmidt (und Anita Asante) als die besten Mittelfeldspielerinnen Europas bezeichnet, die nicht in einer Nationalmannschaft spielen.

Was Katrin Schmidt angeht, so ist das im Januar vorbei. Vor wenigen Wochen erhielt die inzwischen 30-Jährige Katrin Schmidt zusätzlich zur deutschen auch die schwedische Staatsbürgerschaft und als heute Pia Sundhage ihren 25-köpfigen Kader für Spiele gegen England und Norwegen im Januar (in La Manga) bekanntgab, tauchte erstmals der Name Schmidts auf.

Die Belohnung für eine der besten Mittelfeldspielerinnen der Liga seit mehr als fünf Jahren. Schmidt hat mit dem FC Rosengård zwei Meisterschaften geholt nachdem sie ihre schwedische Karriere in der zweiten Liga beim aufstrebenden Tyresö FF gestartet hatte. Aus persönlichen Gründen kehrte sie letztes Jahr nach Stockholm und zunächst zu Hammarby zurück und ging dieses Jahr zum Aufsteiger Djurgården.

Sollte sich Schmidt für den EM-Kader qualifizieren, hieße ihr erster Gegner in einem EM-Spiel – Deutschland.

 

Harder und Lindahl Gewinnerinnen

30340558774_5e7595ef7e_kDie Dänin Pernille Harder und Torhüterin Hedvig Lindahl gewannen jeweils zwei Preise bei der „Fotbollsgalan“ in Stockholm am Montagabend.

Harder wurde als beste Stürmerin und wertvollste Spielerin der Damallsvenskan ausgezeichnet. Die bei Chelsea spielende Lindahl wurde beste Torhüterin und gewann den Diamantball, de facto ist sie damit Fußballerin des Jahres und das zum zweiten Mal in Folge.

Beste Abwehrspielerin wurde die für Montpellier HSC spielende Linda Sembrant. Mittelfeldspielerin Nummer eins wurde die Brasilianerin Marta Vieira da Silva. Newcomer des Jahres Djurgårdens linke Mittelfeldspielerin Johanna Rytting Kaneryd und Trainer des Jahres der Mann von Piteå IF: Stellan Carlsson. 

Auch als Torschützenkönigin konnte sich Harder einen Preis abholen und war damit Abräumerin des Abends. Die 24-Jährige verlässt nach fünf Jahren Linköping und geht ins Ausland. Wohin, das wollte oder konnte sie mir noch nicht sagen. Aber sie lachte zweimal als ich sie auf Deutschland ansprach. Ja, sie möge Deutschland und nein, sie spreche kein Deutsch. Aussereuropäische Engagements schloss sie unlängst aus.

Den Erfolg mit Linköping schrieb sie mir gegenüber einerseit dem Wechsel des Spielsystems hin zum 4-3-3 zu, aber der Meistertitel sei mehrere Jahre in Arbeit gewesen. Martin (Sjögren) sei ein unheimlich guter Trainer. Feiern wolle sie vor allem mit der Mannschaft, wahrscheinlich ein letztes Mal, denn bald heisst es Abschied nehmen. Die potentiellen neuen Vereine stehen Schlange bei der Dänin, die ich seit 2-3 Jahren für eine der besten Fußballerinnen der Welt halte. Völlig unbegreiflich, warum die FIFA sie nicht unter die zehn besten Spielerinnen nominiert hat.