Rosengård gewinnt in Eskilstuna

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Unwiderstehlich: Marta lässt die wesentlich jüngeren schwedischen Nationalspielerinnen Malin Duaz (links) und Nathalie Björn deutlich hinter sich und erzielt das 1:0 für Rosengård

Zehntes Spiel, neunter Sieg. Der FC Rosengård hat es auch in Eskilstuna zu drei Punkten gebracht und kaum jemand glaubt wohl daran, dass man im Heimspiel gegen Kvarnsveden am 02.07. Federn lassen wird. Damit eine fast perfekte Hinrunde.

Das Spiel war jedoch nicht sonderlich sehenswert. Es erinnerte mich fast ein wenig an die wenig begeisternden Vorstellungen der Herren-EM-Vorrunde. Rosengård war das bessere Team, aber sie hatten nur eine Marta. Die war überragend und sorgte immer wieder für gefährliche Aktionen oder schöne Pässe. Aber die anderen offensiven Spielerinnen Natasa Andonova und nicht zuletzt auch Lieke Martens hatten zumindesty heute zu wenig Durchschlagskraft. Eskilstuna hätte durchaus zum Ausgleich kommen können, was nicht ganz verdent gewesen wäre.

Es war das letzte Spiel von Sara Björk Gunnarsdottir, die Isländerin geht bekanntlich zum VfL Wolfsburg. Nach dem Spiel habe ich mit ihr gesprochen, das Interview könnt ihr am Sonntag lesen.

Kristianstads sportliche Krise scheint erst einmal gedämpft, denn mit dem 1:0 über Mallbacken schob sich das Team von Elisabet Gunnarsdottir erst einmal auf Rang 9 und erstmals weg vom Abstiegsplatz. Finanziell allerdings sieht es ganz düster aus, in den nächsten Wochen werden wir sicher mehr erfahren.

Eskilstuna United – FC Rosengård (0:0) 0:1
Tor: 0:1 Marta (62.)

Kristianstads DFF – Mallbackens IF Sunne (1:0) 1:0
Tor: 1:0 Johanna Rasmussen (13.)

In Eskilstuna sahen mit mir weitere 2248 Zuschauer die Begegnung, in der Marta ihr achtes Saisontor erzielte.

ffschweden im Gespräch mit: Anita Asante

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Anita Asante hat im Vereinsfußball alles gewonnen, was es gibt. Sie ist mehrfache englische und schwedische Meisterin und gewann mit Arsenal London als letzte nicht-deutsche oder nicht-französische Mannschaft den Europapokal, der damals (2007) noch UEFA Women’s Cup hieß.

Seit fünf Jahren lebt die 31-Jährige Abwehr- und Mittelfeldspielerin in Schweden. Zuerst war es Göteborg und schließlich wurde es Malmö, wo sie im All-Star-Ensemble des FC Rosengård inzwischen zwei Meisterschaften gewann. 65 Mal spielte sie für England und absolvierte auch vier Länderspiele für Großbritannien, das erstmals (und letztmals?) bei der Olympiade mit einem gesamtbritischen Team antreten durfte.

Dass sie 2015 bei der WM in Kanada nicht die Bronzemedaille mit ihren Mannschaftskameradinnen gewinnen konnte, ist vielen Beobachtern nach wie vor unverständlich. Denn „Neetz“, wie sie von ihren Freunden genannt wird, ist schon allein aufgrund ihrer Vielseitigkeit ein Gewinn. Aber als Mark Sampson von  Hope Powell übernahm, hatte der vor allem Spielerinnen im Auge, die in der heimischen FA WSL spielten.

Heute Abend spielt Asante mit dem FC Rosengård bei Eskilstuna United, der Zweite beim Dritten, und gleichzeitig stimmt Großbritannien über den Verbleib in der EU ab.

Am Dienstagabend habe ich mich mit Anita nach dem Männer-EM Spiel Deutschland -ö Nordirland und vor Spanien – Kroatien unterhalten.

„Ich muss sagen, dass ich von der großen taktischen Disziplin der ‚kleineren‘ Mannschaften bei der EM sehr beeindruckt bin. Obwohl die Favoriten meist sehr viel mehr Ballbesitz haben, fällt es ihnen äußerst schwer, die Spiele zu entscheiden. Das liegt daran, dass sich das defensive Spiel enorm entwickelt hat,“ sagt Anita, als wir ein wenig über die Männer-EM sprechen.

Und England? „Ich finde, die spielen toll, es macht Spaß, der Mannschaft zuzusehen. Ich freue mich darüber, dass sie sich mehr auf ein Spiel mit viel Ballbesitz hin entwickeln.“

„Ich freue mich aber natürlich auch, wenn ein scheinbarer Außenseiter wie Wales so weit kommt. Und auch Nordirland, ist ja klar, dass man als Britin an deren Erfolgen Freude hat. Wenn dann aber England gegen Wales spielt, dann bin ich natürlich für England.“

Für den FC Rosengård läuft es bestens: Neun Spiele, acht Siege und ein Unentschieden. Wie siehst du eure Rolle im Vergleich zu den letzten beiden Jahren?

„Naja, das sieht sehr gut aus, da hast du Recht. Aber man muss auch sagen, dass wir sehr, sehr hart dafür arbeiten. Es kommt nicht von ungefähr. Wir versuchen auch die ganze Zeit noch bessert zu werden und immer wieder neue Lösungen zu finden.“

In diesem Jahr gibt es einen großen Konkurrenten, Linköpings FC. Dahinter kommt dann erst einmal gar nichts.

„Es ist doch nur gut, dass da zwei Teams so eng an der Spitze liegen. Das erhält die Spannung. Ich finde, dass wir das Spiel gegen Linköping vor ein paar Wochen selber aus der Hand gegeben haben. Das hätten wir gewinnen müssen. Es zeigt aber auch, dass Linköping ein sehr gutes Team ist, wenn du denen eine Chance gibst, sind sie auf einmal wieder im Spiel.“

Auf das Spiel am Abend in Eskilstuna (ffschweden wird dabei sein) freut sie sich, nicht zuletzt, weil es mit Sicherheit ein großes Publikum geben wird. Kein Team hat einen auch nur annähernd so hohen Zuschauerzuspruch wie Eskilstuna.

Inwieweit hat euer Trainer Jack Majgaard Jensen denn in dem gut einen jahr, in dem er bei euch war, das Spiel verändert?

„Ich finde, dass er sehr viel verändert hat. Es ist einmal die Sache, dass wir ständig an neuen Lösungen und Varianten arbeiten. Und dann ist es so, dass er sehr gut daran ist, dass Potential in den einzelnen Spielerinnen zu erkennen und uns auch herauszufordern.“

Sprachlich wird im Moment mehr Englisch gesprochen in Malmö, sagt Anita, aber das wird sicher bald wieder anders werden. Denn der Verein bringt seinen Spielerinnen schnell Schwedisch bei. Als ich vergangenes Jahr Ali Riley nach einem Spiel in Stockholm sprach stellte ich alle Fragen auf Englisch und sie antwortete jeweils auf Schwedisch. Auch Anita kann sich mittlerweile durch den schwedischen Alltag in der landessprache durchschlagen, wenn es aber darum geht, sich präzise und variiert auszudrücken, spricht sie dann doch lieber Englisch.

Selber habe ich Anita Asante wieder viel stärker gesehen in den letzten Monaten als etwa in der vergangenen Saison. Die Natio müsste eigentlich ein Thema sein, aber da Mark Sampson offenbar eine Grundsatzentscheidung getroffen hat, berühren wir das Thema gar nicht.

„Danke, freut mich zu hören,“ sagt sie zu meiner Auffassung, dass sie derzeit eine sehr starke Rolle im zentralen Mittelfeld spielt. „Aber das habe ich natürlich auch dem tollen Team zu verdanken, dass es mir ermöglicht, sicher aufzutreten.“

Am Tag des Spiels entscheidet Großbritannien über den Brexit, den verbleib oder Austritt aus der EU. Ich weiß, dass du ein Mensch bist, der sich sehr für gesellschaftliche und politische Fragen interessiert. Wie stehst du, obwohl ich die Antwort wohl schon weiß…

„Ich bin dafür dass Großbritannien in der EU bleibt. Die Möglichkeiten und Chancen, die auch die einzelnen Mitbürger haben auf dem Arbeitsmarkt und beim Studieren sind doch riesengroß. Warum will man das aufgeben? Ich finde es sehr schlimm, dass die Nein-Seite in Großbritannien die Diskussion so sehr auf das Thema Migration begrenzt hat. Aber auch hier müssen wir uns doch solidarisch zeigen und wie die meisten anderen europäischen Länder auch können wir doch nicht so inhuman sein und Flüchtlinge abweisen. Ich hoffe, wir bleiben drin.“

Donnerstag die Abstimmung. Freitag Mittsommer in Schweden. Du bist jetzt drei oder vier Jahre hier, wie sehr hat sich Schweden verändert oder hat es das überhaupt?

„Nein, ich bin schon fast fünf Jahre hier, die Zeit vergeht. Aber ja, natürlich verändert man sich. In Göteborg schon ein bisschen, aber seit ich in Malmö bin, bekomme ich noch viel mehr mit, wie die schwedische Gesellschaft funktioniert. Ich habe Freunde, die Lehrer sind und nimm nur, dass wir in Großbritannien immer noch Schuluniformen haben und hier nicht. Ich habe auch einen gewissen Einblick darin bekommen, wie politische Prozesse auf lokaler Ebene funktionieren. Und Mittsommer habe ich schon früher gefeiert,“ sagt Anita. „Das Lied „smågrodorna“ singen und um den Maibaum tanzen, das kenne ich schon und hab ich auch schon gemacht.“

 

 

 

 

 

 

Tabelle 6/22

Eskilstuna und Kristianstad spielen erst am Montag, aber dennoch hier die noch nicht ganz vollständige Tabelle der Liga:

  1. FC Rosengård 21:3 18
  2. Linköpings FC 20:6 18
  3. Eskilstuna 8:6 9
  4. Djurgården 9:9 9
  5. Göteborg 9:7 8
  6. Piteå 7:11 8
  7. KIF Örebro 5:9 6
  8. Vittsjö 5:9 6
  9. Kvarnsveden 7:10 5
  10. Mallbacken 9:16 4
  11. Umeå 6:14 3
  12. Kristianstad 5:11 2

Beste Torschützin ist die Favoritin Pernille Harder mit 8 Toren. Dahinter Stina Blackstenius mit 6 und Marta mit 5 Treffern.

Rosengård auf eins

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Nach langer Verletzungspause meldete sich Amanda Ilestedt zurück und erzielte das 2:0 gegen Piteå

Im letzten Spiel des dritten Spieltags der Damallsvenskan ließ der FC Rosengård gegen ein in allen Belangen enttäuschendes Piteå keinen Zweifel daran, wer die Nummer eins in Schweden ist. Das 4:0 gegen den Vorjahresdritten reichte sogar, um von Linköping die Tabellenführung zu übernehmen. Im Grunde genommen spielte nur eine Mannschaft au8f dem mit 860 Zuschauern gut gefüllten Malmö IP. Überragend die zweifache Torschützin Lieke Martens, aber auch die Außenverteidigerinnen Ali Riley und Lina Nilsson wirkten mehr wie zusätzliche Flügelstürmerinnen, hatten nur wenig in der Abwehr zu tun, in der Anita Asante und Amanda Ilestedt stets die Übersicht behielten und den Spielaufbau betreiben konnten.

Wer kann Rosengård stoppen? Selbst die Verletzung von Gaelle Engamanouit schadet dem Team in der einheimischen Liga kaum. Und auch der in diesen Tagen verkündete Abgang von Sara Björk Gunnarsdottir zum zahlungskräftigen VfL Wolfsburg Anfang Juli wird mit Sicherheit durch eine Neuverpflichtung auf Augenhöhe ausgeglichen werden können. Schließlich hat man in Malmö vor Beginn der Saison ein Netzwerk aus einem guten Dutzend lokaler und regionaler Sponsoren bekanntgegeben, das dem Verein auch in den kommenden Jahren in Schweden genügend Finanzen garantiert. Ob Caroline Seger tatsächlich nach Hause kommt oder vielleicht doch zu Lyon geht, wie es diese Woche hieß, bleibt abzuwarten. Die bald 31-Jährige Seger wäre ohnehin keine Zukunftsspielerin. Das ist auch die 30-Jährige Ella Masar McLeod nicht, aber Masar McLeod hat auch gestern wieder bewiesen, dass sie in puncto Vielseitigkeit kaum zu toppen ist. Nachdem sie schon als Außenverteidigerin, linke Mittelfelspielerin und Stürmerin bei Rosengård eingesetzt wurde, war es gestern das zentrale Mittelfeld. Und jedes Mal überzeugt sie.

Im Übrigen zeigen die Wechsel von Sara Björk Gunnarsdottir zu Wolfsburg und von Dzsenifer Marozsan von Frankfurt nach Lyon und heute die Meldung, dass Simone Laudehr zum FC Bayern geht, dass es in Europa auch im Frauenfußball  inwischen gegenwärtig nur noch 2-3 Clubs gibt, die wirklich das (vergleichsweise) große Geld in die Hand nehmen können. Und dazu gehören augenscneinlich weder der FC Rosengård noch der 1.FFC Frankfurt. Dass die beiden souveränen Finalisten der Champions League 2015/16 jetzt das weitere Aufrüsten begonnen haben, unterstreicht dies nur. Gespannt sein darf man, was aus PSG wird, nachdem es von Lyon sowohl in der Meisterschaft wie in der UWCL gedemütigt wurde. Wird Nasser Al-Khelaifi nun noch einmal in seine prall gefüllte Brieftasche greifen oder gibt er den Kampf um die Topposition im Frauenfußball auf?

FC Rosengård – Piteå IF (2:0) 4:0
Tore: 1:0 Lieke Martens (4.), 2:0 Amanda Ilestedt (24.), 3:0 Lieke Martens (48.), 4:0 Iina Salmi (66.)

 

Eskilstuna – Linköping 1:3

16716719020_167b818c97_kDer Östgöta-Express rollt weiter. Vor etwas mehr als 1.000 Zuschauern gewann Linköpings FC auch das dritte Spiel der Saison, dieses Mal bei Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer (2016/17) Eskilstuna United mit 3:1.

Ein völlig ungefährdeter, überzeugender Sieg mit einer überragenden Pernille Harder, die im Regen ihre Saisontreffer 3 und 4 markierte. Und weil Stina Blackstenius an der Spitze der Torjägerliste bleiben wollte, erhöhte dio 20-Jährige noch auf 3:0 (Treffer # 5), ehe Marija Banusic in der 92. Minute der Ehrentreffer gelang.

Die neue Truppe von Eskilstuna hat Schwierigkeiten, klare Torchancen zu erarbeiten. Das war schon am letzten Wochenende in Vittsjö (0:1) so und setzte sich heute fort. Linköping dagegen übereugt mit seinem 4-3-3 System, obwohl dort immer noch Fridolina Rolfö und die seit langem verletzte Ukrainerin Vera Dyatel fehlen.

Djurgården – Rosengård 0:3

In einem vorgezogenen Spiel des zweiten Spieltags der Damallsvenskan gewann der FC Rosengård am Mittwochabend locker mit 3:0 in Stockholm bei Djurgården. Die Tore schossen Ella Masar McLeod, Ebba Wieder und Marta. 

Djurgården hielt in der ersten Halbzeit bis zu den beiden Toren gut mit, konnte aber aber das Tor von Sofia Lundgren nicht ernsthaft gefährden. Djurgårdens Gudbjörg Gunnarsdottir verhinderte einige Chancen, sah aber bei Tor zwei und drei sehr unglücklich aus.

Nach 18 Minuten wurde Rosengårds Kapitänin Emma Berglund ausgewechselt, sie hatte sich in einer sehr unbedrängten Situation vertreten und dann sofort signalisiert, dass sie ausgewechselt werden musste. Für die Abwehrspielerin kam die 18-Jährige Emma Pennsäter ins Spiel und sie machte ihre Sache richtig gut.

Die am Samstag verletzte Natasa Andonova sass auf der Bank und wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

 

Kreuzbandriss bei Gaelle Engamanouit

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Gaelle Engamanouit (hier noch im Trikot von Eskilstuna gegen Hammarby 2015)

 

 

Ihre Saison dauerte vermutlich nur knapp fünfzehn Minuten. Die Stürmerin Gaelle Engamanouit zog sich am Samstagnachmittag beim Spiel gegen Kristianstads DFF einen Kreuzbandriss oder Kreuzbandanriss zu.

Die 23-Jährige war Ende letzter Saison vom Ligakonkurrenten Eskilstuna United als Nachfolgerin von Anja Mittag verpflichtet worden.

Am Dienstag wird sich die kamerunische Nationalspielerin einer Schlüssellochuntersuchung unterziehen, wo man dann den exakten Befund bekommen wird.

Nach dem Kreuzbandriss von Torhüterin Erin McLeod ist dies schon die zweite Langzeitverletzte im Kader des schwedischen Meisters.

Natasa Andonova, die am Samstag ebenfalls vom Platz getragen wurde, wurde nichts weiter bekannt.

Engamanouits Ausfall stellt Rosengård schon nach dem ersten Spieltag vor Probleme, da der Kader in der Spitze sehr dünn besetzt ist. Vermutlich wird Trainer Jack Majgaard Jensen nun auf Andonova als Sturmspitze setzen. Am Mittwoch könnte Marta diese Rolle übernehmen, falls auch Andonova noch nicht spielbereit sein sollte.

Linköping erster Tabellenführer

Eine Tabellenführung nach dem ersten Spieltag hat natürlich eher statistischen Wert. Linköping, für die meisten Experten auf dem Auftakttreffen am vergangenen Dienstag Topfavorit auf den Meistertitel, übernahm gleich Platz 1 der Liga durch sein 4:2 gegen Mallbacken. Stina Blackstenius ist auch die erste zweifache Torschützin, eine gute Stunde später folgte ihr Eskilstunas Neuzugang Mimmi Larsson nach.

Die bei weitem beste Zuschauerzahl gab es, ebenfalls nicht unerwartet, in Eskilstuna mit imponierenden 2980 Gästen, die das 2:1 gegen Djurgården bejubelten.

Linköpings FC – Mallbackens IF Sunne (3:0) 4:2
Tore: 1:0 Stina Blackstenius (11.), 2:0 Kristine Minde (34.), 3:0 Mariann Gajhede Knudsen (41.), 3:1 Tameka Butt (58.), 4:1 Stina Blackstenius (74.), 4:2 Clara Alm (92.)

Eskilstuna United – Djurgården (0:0) 2:1
Tore: 1:0, 2:0 Mimmi Larsson 50., 51.), 2:1 Johanna Rytting Kaneryd (94.)

In der Elitettan spielten am Sonntag:

IFK Kalmar – Östersunds DFF 3:2
QBIK – Hammarby 0:1
Växjö DFF – Hovås Billdal 1:1
Sunnanå SK – Sirius 0:1

 

 

Damallsvenskan 2016 – der Tipp

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Zwei Spielerinnen, die auch 2016 von sich reden machen dürften: Natalie Björn (hier noch AIK, jetzt Eskilstuna United) und Natasa Andonova (FC Rosengård)

Der FC Rosengård ist auch 2016 Topfavorit auf den Meistertitel in Schweden. Während der Saison 2015 gingen Anja Mittag und Ramona Bachmann, aber der übrig gebliebene Stamm plus die neu geholten Gaelle Engamanouit, Natasa Andonova und Lieke Martens geben der Mannschaft dennoch ausreichend Spitzenkompetenz, um mehr oder minder einsam an der Spitze zu kreisen. Zu rechnen ist überdies damit, dass Star Caroline Seger nach dem Ende der Saison in Frankreich zum FC Rosengård hinustösst, wo nicht nur die besten Rahmenbedingungen herrschen, sondern mit Therese Sjögran auch Segers BFF als Sportchefin tätig ist. Ausserdem lebt die Familie der 30-Jährigen unweit von Malmö.

Ich sehe nur ein Team, das Rosengård herausfordern kann und das ist der Vorjahresvierte Linköpings FC. Dort ist zwar die legendäre Charlotte Rohlin in Fussballerinnenrente gegangen, sie wird aber problemlos ersetzt durch Magdalena Ericsson. Die 22-Jährige, die in der Nationalmannschaft Linksverteidigerin spielt, wird von Coach Martin Sjögren (bester Trainer der Liga?) in die Mitte neben der routinierten Dänin Janni Arnth eingesetzt. Sjögren hat sich entschieden, auf 4-3-3 als Spielsystem zu setzen. Im Angriff haben die jungen Pernille Harder, Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius bereits in den Testspielen ordentlich hingelangt und selbst als Rolfö wegen Verletzung ausfiel, sorgte die Norwegerin Kristine Minde für Torjubel. Im Mittelfeld hat man mit der filigranen Technikerin Claudia Neto und Renée Slegers zwei exquisite Spielerinnen. Linköping wird Zweiter und erreicht sein Saisonziel Champions League.

Platz drei geht an den Viemeister von 2015. Eskilstuna United hat etliche Schlüsselspielerinnen durch Karriereende (Petra Larsson und Sofie Persson) verloren und die Kamerunerin Gaelle Engamanouit an den schärfsten Konkurrenten Rosengård. Aber Coach Victor Ericsson hat interessante Neuverpflichtungen geholt. Vor allem Marija Banusic könnte bei ihm den Durchbruch schaffen. Er hat bereits Olivia Schough zu neuen Karrierehöhen verholfen. Ausserdem holte Ericsson zwei AIK-Talente mit Petra Andersson und Natalie Björn. Björn habe ihm am meisten imponiert, sie sei schon jetzt eine Führungsspielerin, sagte Ericsson am Rande des Medienauftaktes der Damallsvenskan. Dennoch reicht das „nur“ zu Platz 3.

Dahinter wird es schwierig. Der Vorjahresdritte Piteå IF hat Pauline Hammarlund an Göteborg abgeben müssen, Hanna Pettersson og sich bei einem der ersten Trainings einen neuerlichen Kreuzbandriss zu. Aber mit Felicia Karlsson könnte Piteå einen Glücksgriff getan haben. Die vielleicht schnellste Stürmerin der Liga (Linda Sällström?) hat einen Durchbruch längst verdient und könnte ihn bei Stellan Carlsson schaffen, der schon Hammarlund und Emilia Appelqvist veredelt hat. Ich sehe Piteå knapp auf Platz vier vor Kopparberg/Göteborgs FC, das immer um den Titel mitspielen will, sich dann aber doch nicht entsprechend verstärkt. Die Niederländerinnen Manon Melis, Lieke Martens und Danielle van de Donk haben den Club verlassen, mit Pauline Hammarlund und Elin Landström hat man zwei grosse Talente geholt. Das Team ist jünger und wieder wird es nicht für die Champions League reichen. Platz 5. Sollte Lotta Schelin zurückkehren, wie Gerüchte besagen, dann könnte sie Göteborg doch noch ein wenig weiter nach oben bringen, aber wohl kaum in die Champions League.

Vittsjö GIK hat sich nach zwei mittelmässigen Spielzeiten enorm verstärkt. Mit Katie Fraine holte man die beste Torhüterin der Liga aus Linköping und die Nigerianerin Ngozi Okobi wirbelte bei der WM in Kanada 2015 die schwedische Abwehr nach Belieben durcheinander. Schaun mer mal, ob sie das auch in der Liga schaffen wird. Hinzu kamen eine weitere Nigerianerin, die Finnin Emmi Alanen und die physisch starke Clara Markstedt. Platz sechs sollte keine Utopie sein, wenn das Trainerduo unter der Führung von Thomas Mårtensson das Team zügig einspielen kann.

Für KIF Örebro bleibt dann nur Rang 7 übrig. Hanna Folkesson absolvierte 2015 kein einziges Spiel für den ehemaligen Vizemeister und Lisa Dahlkvist verliess ihren Mutterclub, um mit Caroline Seger wesentlich lukrativer das PSG-Mittelfeld zu bespielen. Ende des Jahres hagelte es Rücktritte. Elin Magnusson, Sanna Talonen und Susanna Lehtinen hingen die Fussballschuhe an den Nagel und werden enorm fehlen. Das Gefüge im Team verändert sich. Hinzu kommt, dass die Nigerianerin Sarah Michael einen Kreuzbandriss erlitt und man deshalb schnell die 34-Jährige Melissa Tancredi aus Kanada holte. Interessant zu sehen wird, inwieweit Mittelfelddiamanttalent (ein neues Wort…) Michelle De Jongh weiter von sich reden machen wird. Ein Interview mit ihr kommt in der nächsten Woche.

Achter in der Liga ist dann die einstige Fussballgrossmacht Umeå IK, die längst auf dem Boden der finanziellen Realitäten angekommen ist. Immerhin konnte man Nationalspielerin Jenny Hjohlman behalten und auch Supertalent Lina Hurtig. Letztere ist allerdings noch verletzt, aber zu mehr als Platz acht reicht das nicht. Zu unbeständig war das Team 2015, was der mangelnden Routine und auch der fehlenden Breite im Kader geschuldet ist.

Elisabet Gunnarsdottir ist schon im achten Jahr Trainerin von Kristianstads DFF und gestern hat ihr Team ganz gut ausgeschaut bei Meister Rosengård, was allerdings an einer eher indiskutablen Leistung der Gastgeber in Malmö lag. Die finanziellen Probleme haben Gunnarsdottir zu einer erheblichen Verjüngung des Kaders gezwunfen, mehr als Platz neun ist damit leider nicht drin.

Aufsteiger Djurgården schafft es trotz interessanter Neuverpflichtungen nur knapp, in der Liga zu bleiben. Gegen Linköping erlitt man eine knallende 1:6-Niederlage, es hätte auch zweistellig ausgehen können und ich sah nur wenig Erstklassiges. Die Paraden von Gudbjörg Gunnarsdottir, die wieder dabei ist. Die Innenverteidigerinnen Sheila van den Bulk und Petronella Ekroth sind solide, aber nicht erstklassig. Das ist dafür das zentrale Mittelfeld mit Emilia Appelqvist und Katrin Schmidt. Vorne sollen Mia Jalkerud, Alexandra Höglund und Madeleine Stegius alles richten, verstärkt durch die Portugiesin Carolina Mendes. 

Mallbacken schaffte es letztes Jahr um Haaresbreite, ein Tor besser als Hammarby, die Klasse zu erhalten. In diesem Jahr hat man Mimmi Larsson an Eskilstuna abgeben müssen. Die Neuverpflichtungen, u.a. mit Kirsty Yallop aus Vittsjö sind solide, aber es reicht leider nicht aus. Möglich wird es, wenn man es schafft, zu Hause den Heimvorteil mehrfach zu nutzen. Ein Spiel in Mallbacken ist etwas Besonderes, das haben mir schon viele Spielerinnen anderer Clubs erzählt.

Kvarnsveden hatte kein Geld, nach dem Aufstieg etablierte Spielerinnen aus der ersten Liga zu holen. Stattdessen gab es nur vier Neue aus der Elitettan. Superstar Tabitha Chawinga, die das Team mit ihren 42 Toren in 26 Spielen fast im Alleingang nach oben schoss, alleine kann es auch nicht richten. Chawinga wird sowieso heiss begehrt von allen anderen Clubs sein. Die 20-Jährige Malawierin hat sich dennoch 25 Tore zum Ziel gesetzt. Schafft sie das, dann hat Kvarnsveden eine Chance. Aber woher sollen die Bälle kommen?

Also, noch einmal zusammengefasst:

  1. FC Rosengård
  2. Linköpings FC
  3. Eskilstuna United
  4. Piteå IF
  5. Kopparbergs/Göteborg FC
  6. Vittsjö GIK
  7. KIF Örebro
  8. Umeå IK
  9. Kristianstads DFF
  10. Djurgården
  11. Mallbacken
  12. Kvarnsveden

Sorgen in Malmö

Gaelle Engamanouit begann heute in Malmö auf der Bank und für sie stürmte Natasa Andonova. Nach 90 Minuten waren beide verletzt. Engamanouit kam in der zweiten Halbzeit für Lina Nilsson, musste dann aber nach 20 Minuten humpelnd den Platz verlassen. Dieses Mal war es nicht der Oberschenkel, der in dieser Woche das volle Training unmöglich gemacht hatte, es war das Knie und nach Aussage von Trainer Jack Majgaard Jensen sah das gar nicht gut aus für den Neuzugang aus Eskilstuna.

Andonova blieb nach einem Schlag in den Nacken liegen und musste mit einer Bahre vom Platz getragen werden, Mitspielerin Marta glaubt allerdings, dass die Ex-Potsdamerin nächsten Mittwoch schon wieder auflaufen kann, während sie sich Sorgen um Enagamanouit macht. Anfang nächster Woche weiß man mehr.

FC Rosengård – Kristianstads DFF 2:1

Die Saison ist eröffnet. Im einzigen Samstagsspiel gewann Meister FC Rosengård gegen die in dieser Saison wohl eher in der unteren Hälfte einzusortienden „Lokalrivalen“ aus dem nicht weit entfernten Kristianstad mit 2:1.

Das erste Tor der neuen Saison schoss eine gewisse Marta Vieira da SilvaJohanna Rasmussen glich beinahe im Gegenzug überraschend aus, bevor dann die Niederländerin Lieke Martens mit einem möglicherweise von Marta abgefälschten Schuss das Siegtor in der ersten Halbzeit markierte. Dass Martens Schuss abgefälscht wurde, daran besteht kein Zweifel, auf den Livebildern des neuen Dienstes http://www.damallsvenskan.tv jedoch war nicht zu erkennen, wer exakt den Ball abgefälscht hat. Sollte es, wie mir schien, Marta gewesen sein, wäre der Treffer wegen Abseits irregulär. Die Rosengårdspielerinnen reagierten auch zweifelnd und jubelten erst, als ganz klar wurde, dass die Unparteiische das Spiel mit Anstoß für Kristianstad fortsetzen würde.

Überzeugend war das 4-1-4-1 System, das der dänische Trainer Jack Majgaard Jensen spielen ließ, noch keineswegs. Und Glück hatte man, dass Kristianstads Amanda Edgren in der Nachspielzeit den Ball nicht im leeren Tor unterbringen konnte.

Dort stand ansonsten die 33-Jährige Sofia Lundgren, die ihren Vertrag wohl auf ie komplette Saison 2016 ausdehnen wird. Denn Neueinkauf Erin McLeod zog sich bekanntermaßen im ersten Spiel für den neuen Arbeitgeber nach nur zehn Minuten einen neuerlichen Kreuzbandanriss zu und wird 1-2 Jahre (!!!) ausfallen. Rückkehr möglicherweise erst mit 35. Da Ehefrau Ella Masar auch einen Vertrag in Malmö bekam, wird McLeod nach Vernehmen ihre Reha in Schweden absolvieren. Olympia 2016 in Brasilien ist eh gelaufen für die Kanadierin. Wie man hört, wird bald Zecira Musovic ieder fit sein und dann beginnt ein interessanter Konkurrenzkampf zwischen Jung und Älter.

Auch in der zweiten Liga (Elitettan) wurden die ersten Begegnungen absolviert. Favorit Limhamn Bunkeflo lag mit 0:2 in Alingsås gegen Holmalund zurück, drehte das Spiel aber noch und gewann ,it 3:2. Absteiger AIK,. dem 14 Spielerinnen abhanden gingen con 2015 zu 2016, siegte 3:1 gegen Aufsteiger Sundsvall und das von der Brasilianerin Elaine Moura trainierte Älta (Außenbezirk von Stockholm) verlor gegen Kungsbacka DFF (aus der Nähe von Göteborg) mit 0:1. Morgen greift Damallsvenskanabsteiger und Wiederaufstiegstopfavorit Hammarby ins Geschehen ein. Man spielt auswärts bei QBIK in Karlstad.

Schwerer Start für Djurgården

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Emilia Appelqvist beim Presseauftakt der Damallsvenskan am 12.04.2016 (Foto: Anders Henrikson)

 

Ein Spielplaner, der einen Aufsteiger am ersten Spieltag auswärts beim Vorjahreszweiten und dann zu Hause gegen den amtierenden Meister ansetzt, meint es möglicherweise nicht gut mit dem Neuling. Oder aber er/sie will dem neuen Team eine Herausforderung ersten Ranges präsentieren.

Djurgården trifft es genauso. Morgen Nachmittag bei Eskilstuna United vor wohl großer Kulisse und am Mittwoch daheim im Olympiastadion von 1912 gegen Meister FC Rosengård.

Am vergangenen Dienstag befragte ich dazu Neuzugang Emilia Appelqvist, die nach zwei Jahren in Piteå und dem Sprung in die Nationalmannschaft nicht zuletzt aus privaten Gründen (ihr Freund spielt in Stockholm Eishockey) in die Hauptstadt zurückgekehrt ist, wo sie früher sowohl bei AIK wie auch bei Tyresö FF tätig war.

„Das Programm ist nicht nur schwer, es liegen auch wenige Tage dazwischen,“ sagte Emilia Appelqvist. „Aber gerade jetzt am Anfang werden wir sehr viel Energie haben und es wird toll sein, gegen so gute Gegner spielen zu können. Ich sehe das vor allem positiv.“

Ein guter Start jedoch kann einen recht lange tragen, ein schlechter Start kann eine negative Spirale einleiten, versuchte ich es.

„Natürlich ist das so,“ antwortete Emilia. „Es ist immer gut, wenn man einen positiven Start hat, aber gleichzeitig gilt, dass wir uns als Mannschaft während der Vorsaison eine Sicherheit erarbeitet haben. Je nachdem, wie es in den beiden Spielen laufen wird, wird es darauf ankommen, zu dieser Sicherheit zurückzufinden oder aber, wenn es gut läuft einfach so weiterzumachen.Wir haben etwas Gutes aufgebaut und jetzt geht es darum, gegen Eskilstuna und Rosengård so gut wie möglich zu spielen,“ so Emilia Appelqvist.

Rosengård oder Linköping

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Obere Reihe von links nach rechts: Lina Hurtig (Umeå IK), Denise Sundberg (Kvarnsvedens IK), Carola Söberg (KIF Örebro), Emma Berglund (FC Rosengård), Clara Markstedt (Vittsjö GIK), Julia Karlenäs (Mallbackens IF Sunne). Untere Reihe von links nach rechts: Alice Nilsson (Kristianstads DFF), Irma Helin (Piteå IF), Elin Rubensson (Kopparbergs/Göteborg FC), Olivia Schough (Eskilstuna United), Emilia Appelquist (Djurgården), Magdalena Ericsson (Linköpings FC). Foto: Anders Henrikson

Zurück vom Medienauftakt der Damallsvenskan 2016. Wenn es nach den versammelten Trainern, Spielerinnen und Journalisten und sonstigen Teilnehmern geht, dann wird der schwedische Meistertitel in dieser Saison zwischen dem FC Rosengård (vier von fünf Titeln in den letzten Jahren) und Linköpings FC ausgespielt.

Bis auf die wegen Krankheit fehlende Maria Bergkvist (Umeå IK) waren alle Trainer anwesend und wie immer hatten diese auch Spielerinnen mitgebracht (auf dem Foto zu sehen und dort auch aufgelistet).

Da aber TV4 nicht mehr der Medienpartner ist, wurde die Veranstaltung vom Elitföreningen Damfotboll (EFD) und seinen Partnern selber moderiert und produziert und auch live auf http://www.damallsvenskan.tv gesendet.

Moderiert wurde das Ganze von der ehemaligen Spielerin Emelie Ölander und Expertin Hanna Marklund. Wie üblich mussten alle auf die Bühne und über Erwartungen und Aussichten sprechen, dazu kam natürlich Pia Sundhage, die über die Vorbereitungen auf Rio berichtete. Anna Oscarsson und Michelle De Jongh und ihr Trainer Calle Barrling freuen sich auf die U20-WM in Papua Neu Guinea im November und Oscarssons Mannschaft Hammarby gilt als Favorit für den Wiederaufstieg in die erste Liga.

Man ist sich allenthalben einig, dass es an der Spitze den oben genannten Zweikampf geben wird, dass Eskilstuna knapp dahinter kommen dürfte und dann Göteborg ein großes Mittelfeld anführen könnte. Unten rangiert das Quartett Kristianstad, Djurgården, Mallbacken und Kvarnsveden.

Göteborgs Trainer Stefan Rehn antwortete auf die Frage Ölanders, was denn dran sei an Gerüchten, dass Lotta Schelin eventuell zurück in die schwedische Liga kommen könnte: „Sie ist eine interessante Spielerin.“

Ein paar kürzere Interviews folgen in den nächsten Tagen.