Eskilstuna – Linköping 1:3

16716719020_167b818c97_kDer Östgöta-Express rollt weiter. Vor etwas mehr als 1.000 Zuschauern gewann Linköpings FC auch das dritte Spiel der Saison, dieses Mal bei Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer (2016/17) Eskilstuna United mit 3:1.

Ein völlig ungefährdeter, überzeugender Sieg mit einer überragenden Pernille Harder, die im Regen ihre Saisontreffer 3 und 4 markierte. Und weil Stina Blackstenius an der Spitze der Torjägerliste bleiben wollte, erhöhte dio 20-Jährige noch auf 3:0 (Treffer # 5), ehe Marija Banusic in der 92. Minute der Ehrentreffer gelang.

Die neue Truppe von Eskilstuna hat Schwierigkeiten, klare Torchancen zu erarbeiten. Das war schon am letzten Wochenende in Vittsjö (0:1) so und setzte sich heute fort. Linköping dagegen übereugt mit seinem 4-3-3 System, obwohl dort immer noch Fridolina Rolfö und die seit langem verletzte Ukrainerin Vera Dyatel fehlen.

Djurgården – Rosengård 0:3

In einem vorgezogenen Spiel des zweiten Spieltags der Damallsvenskan gewann der FC Rosengård am Mittwochabend locker mit 3:0 in Stockholm bei Djurgården. Die Tore schossen Ella Masar McLeod, Ebba Wieder und Marta. 

Djurgården hielt in der ersten Halbzeit bis zu den beiden Toren gut mit, konnte aber aber das Tor von Sofia Lundgren nicht ernsthaft gefährden. Djurgårdens Gudbjörg Gunnarsdottir verhinderte einige Chancen, sah aber bei Tor zwei und drei sehr unglücklich aus.

Nach 18 Minuten wurde Rosengårds Kapitänin Emma Berglund ausgewechselt, sie hatte sich in einer sehr unbedrängten Situation vertreten und dann sofort signalisiert, dass sie ausgewechselt werden musste. Für die Abwehrspielerin kam die 18-Jährige Emma Pennsäter ins Spiel und sie machte ihre Sache richtig gut.

Die am Samstag verletzte Natasa Andonova sass auf der Bank und wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

 

Kreuzbandriss bei Gaelle Engamanouit

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Gaelle Engamanouit (hier noch im Trikot von Eskilstuna gegen Hammarby 2015)

 

 

Ihre Saison dauerte vermutlich nur knapp fünfzehn Minuten. Die Stürmerin Gaelle Engamanouit zog sich am Samstagnachmittag beim Spiel gegen Kristianstads DFF einen Kreuzbandriss oder Kreuzbandanriss zu.

Die 23-Jährige war Ende letzter Saison vom Ligakonkurrenten Eskilstuna United als Nachfolgerin von Anja Mittag verpflichtet worden.

Am Dienstag wird sich die kamerunische Nationalspielerin einer Schlüssellochuntersuchung unterziehen, wo man dann den exakten Befund bekommen wird.

Nach dem Kreuzbandriss von Torhüterin Erin McLeod ist dies schon die zweite Langzeitverletzte im Kader des schwedischen Meisters.

Natasa Andonova, die am Samstag ebenfalls vom Platz getragen wurde, wurde nichts weiter bekannt.

Engamanouits Ausfall stellt Rosengård schon nach dem ersten Spieltag vor Probleme, da der Kader in der Spitze sehr dünn besetzt ist. Vermutlich wird Trainer Jack Majgaard Jensen nun auf Andonova als Sturmspitze setzen. Am Mittwoch könnte Marta diese Rolle übernehmen, falls auch Andonova noch nicht spielbereit sein sollte.

Linköping erster Tabellenführer

Eine Tabellenführung nach dem ersten Spieltag hat natürlich eher statistischen Wert. Linköping, für die meisten Experten auf dem Auftakttreffen am vergangenen Dienstag Topfavorit auf den Meistertitel, übernahm gleich Platz 1 der Liga durch sein 4:2 gegen Mallbacken. Stina Blackstenius ist auch die erste zweifache Torschützin, eine gute Stunde später folgte ihr Eskilstunas Neuzugang Mimmi Larsson nach.

Die bei weitem beste Zuschauerzahl gab es, ebenfalls nicht unerwartet, in Eskilstuna mit imponierenden 2980 Gästen, die das 2:1 gegen Djurgården bejubelten.

Linköpings FC – Mallbackens IF Sunne (3:0) 4:2
Tore: 1:0 Stina Blackstenius (11.), 2:0 Kristine Minde (34.), 3:0 Mariann Gajhede Knudsen (41.), 3:1 Tameka Butt (58.), 4:1 Stina Blackstenius (74.), 4:2 Clara Alm (92.)

Eskilstuna United – Djurgården (0:0) 2:1
Tore: 1:0, 2:0 Mimmi Larsson 50., 51.), 2:1 Johanna Rytting Kaneryd (94.)

In der Elitettan spielten am Sonntag:

IFK Kalmar – Östersunds DFF 3:2
QBIK – Hammarby 0:1
Växjö DFF – Hovås Billdal 1:1
Sunnanå SK – Sirius 0:1

 

 

Damallsvenskan 2016 – der Tipp

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Zwei Spielerinnen, die auch 2016 von sich reden machen dürften: Natalie Björn (hier noch AIK, jetzt Eskilstuna United) und Natasa Andonova (FC Rosengård)

Der FC Rosengård ist auch 2016 Topfavorit auf den Meistertitel in Schweden. Während der Saison 2015 gingen Anja Mittag und Ramona Bachmann, aber der übrig gebliebene Stamm plus die neu geholten Gaelle Engamanouit, Natasa Andonova und Lieke Martens geben der Mannschaft dennoch ausreichend Spitzenkompetenz, um mehr oder minder einsam an der Spitze zu kreisen. Zu rechnen ist überdies damit, dass Star Caroline Seger nach dem Ende der Saison in Frankreich zum FC Rosengård hinustösst, wo nicht nur die besten Rahmenbedingungen herrschen, sondern mit Therese Sjögran auch Segers BFF als Sportchefin tätig ist. Ausserdem lebt die Familie der 30-Jährigen unweit von Malmö.

Ich sehe nur ein Team, das Rosengård herausfordern kann und das ist der Vorjahresvierte Linköpings FC. Dort ist zwar die legendäre Charlotte Rohlin in Fussballerinnenrente gegangen, sie wird aber problemlos ersetzt durch Magdalena Ericsson. Die 22-Jährige, die in der Nationalmannschaft Linksverteidigerin spielt, wird von Coach Martin Sjögren (bester Trainer der Liga?) in die Mitte neben der routinierten Dänin Janni Arnth eingesetzt. Sjögren hat sich entschieden, auf 4-3-3 als Spielsystem zu setzen. Im Angriff haben die jungen Pernille Harder, Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius bereits in den Testspielen ordentlich hingelangt und selbst als Rolfö wegen Verletzung ausfiel, sorgte die Norwegerin Kristine Minde für Torjubel. Im Mittelfeld hat man mit der filigranen Technikerin Claudia Neto und Renée Slegers zwei exquisite Spielerinnen. Linköping wird Zweiter und erreicht sein Saisonziel Champions League.

Platz drei geht an den Viemeister von 2015. Eskilstuna United hat etliche Schlüsselspielerinnen durch Karriereende (Petra Larsson und Sofie Persson) verloren und die Kamerunerin Gaelle Engamanouit an den schärfsten Konkurrenten Rosengård. Aber Coach Victor Ericsson hat interessante Neuverpflichtungen geholt. Vor allem Marija Banusic könnte bei ihm den Durchbruch schaffen. Er hat bereits Olivia Schough zu neuen Karrierehöhen verholfen. Ausserdem holte Ericsson zwei AIK-Talente mit Petra Andersson und Natalie Björn. Björn habe ihm am meisten imponiert, sie sei schon jetzt eine Führungsspielerin, sagte Ericsson am Rande des Medienauftaktes der Damallsvenskan. Dennoch reicht das „nur“ zu Platz 3.

Dahinter wird es schwierig. Der Vorjahresdritte Piteå IF hat Pauline Hammarlund an Göteborg abgeben müssen, Hanna Pettersson og sich bei einem der ersten Trainings einen neuerlichen Kreuzbandriss zu. Aber mit Felicia Karlsson könnte Piteå einen Glücksgriff getan haben. Die vielleicht schnellste Stürmerin der Liga (Linda Sällström?) hat einen Durchbruch längst verdient und könnte ihn bei Stellan Carlsson schaffen, der schon Hammarlund und Emilia Appelqvist veredelt hat. Ich sehe Piteå knapp auf Platz vier vor Kopparberg/Göteborgs FC, das immer um den Titel mitspielen will, sich dann aber doch nicht entsprechend verstärkt. Die Niederländerinnen Manon Melis, Lieke Martens und Danielle van de Donk haben den Club verlassen, mit Pauline Hammarlund und Elin Landström hat man zwei grosse Talente geholt. Das Team ist jünger und wieder wird es nicht für die Champions League reichen. Platz 5. Sollte Lotta Schelin zurückkehren, wie Gerüchte besagen, dann könnte sie Göteborg doch noch ein wenig weiter nach oben bringen, aber wohl kaum in die Champions League.

Vittsjö GIK hat sich nach zwei mittelmässigen Spielzeiten enorm verstärkt. Mit Katie Fraine holte man die beste Torhüterin der Liga aus Linköping und die Nigerianerin Ngozi Okobi wirbelte bei der WM in Kanada 2015 die schwedische Abwehr nach Belieben durcheinander. Schaun mer mal, ob sie das auch in der Liga schaffen wird. Hinzu kamen eine weitere Nigerianerin, die Finnin Emmi Alanen und die physisch starke Clara Markstedt. Platz sechs sollte keine Utopie sein, wenn das Trainerduo unter der Führung von Thomas Mårtensson das Team zügig einspielen kann.

Für KIF Örebro bleibt dann nur Rang 7 übrig. Hanna Folkesson absolvierte 2015 kein einziges Spiel für den ehemaligen Vizemeister und Lisa Dahlkvist verliess ihren Mutterclub, um mit Caroline Seger wesentlich lukrativer das PSG-Mittelfeld zu bespielen. Ende des Jahres hagelte es Rücktritte. Elin Magnusson, Sanna Talonen und Susanna Lehtinen hingen die Fussballschuhe an den Nagel und werden enorm fehlen. Das Gefüge im Team verändert sich. Hinzu kommt, dass die Nigerianerin Sarah Michael einen Kreuzbandriss erlitt und man deshalb schnell die 34-Jährige Melissa Tancredi aus Kanada holte. Interessant zu sehen wird, inwieweit Mittelfelddiamanttalent (ein neues Wort…) Michelle De Jongh weiter von sich reden machen wird. Ein Interview mit ihr kommt in der nächsten Woche.

Achter in der Liga ist dann die einstige Fussballgrossmacht Umeå IK, die längst auf dem Boden der finanziellen Realitäten angekommen ist. Immerhin konnte man Nationalspielerin Jenny Hjohlman behalten und auch Supertalent Lina Hurtig. Letztere ist allerdings noch verletzt, aber zu mehr als Platz acht reicht das nicht. Zu unbeständig war das Team 2015, was der mangelnden Routine und auch der fehlenden Breite im Kader geschuldet ist.

Elisabet Gunnarsdottir ist schon im achten Jahr Trainerin von Kristianstads DFF und gestern hat ihr Team ganz gut ausgeschaut bei Meister Rosengård, was allerdings an einer eher indiskutablen Leistung der Gastgeber in Malmö lag. Die finanziellen Probleme haben Gunnarsdottir zu einer erheblichen Verjüngung des Kaders gezwunfen, mehr als Platz neun ist damit leider nicht drin.

Aufsteiger Djurgården schafft es trotz interessanter Neuverpflichtungen nur knapp, in der Liga zu bleiben. Gegen Linköping erlitt man eine knallende 1:6-Niederlage, es hätte auch zweistellig ausgehen können und ich sah nur wenig Erstklassiges. Die Paraden von Gudbjörg Gunnarsdottir, die wieder dabei ist. Die Innenverteidigerinnen Sheila van den Bulk und Petronella Ekroth sind solide, aber nicht erstklassig. Das ist dafür das zentrale Mittelfeld mit Emilia Appelqvist und Katrin Schmidt. Vorne sollen Mia Jalkerud, Alexandra Höglund und Madeleine Stegius alles richten, verstärkt durch die Portugiesin Carolina Mendes. 

Mallbacken schaffte es letztes Jahr um Haaresbreite, ein Tor besser als Hammarby, die Klasse zu erhalten. In diesem Jahr hat man Mimmi Larsson an Eskilstuna abgeben müssen. Die Neuverpflichtungen, u.a. mit Kirsty Yallop aus Vittsjö sind solide, aber es reicht leider nicht aus. Möglich wird es, wenn man es schafft, zu Hause den Heimvorteil mehrfach zu nutzen. Ein Spiel in Mallbacken ist etwas Besonderes, das haben mir schon viele Spielerinnen anderer Clubs erzählt.

Kvarnsveden hatte kein Geld, nach dem Aufstieg etablierte Spielerinnen aus der ersten Liga zu holen. Stattdessen gab es nur vier Neue aus der Elitettan. Superstar Tabitha Chawinga, die das Team mit ihren 42 Toren in 26 Spielen fast im Alleingang nach oben schoss, alleine kann es auch nicht richten. Chawinga wird sowieso heiss begehrt von allen anderen Clubs sein. Die 20-Jährige Malawierin hat sich dennoch 25 Tore zum Ziel gesetzt. Schafft sie das, dann hat Kvarnsveden eine Chance. Aber woher sollen die Bälle kommen?

Also, noch einmal zusammengefasst:

  1. FC Rosengård
  2. Linköpings FC
  3. Eskilstuna United
  4. Piteå IF
  5. Kopparbergs/Göteborg FC
  6. Vittsjö GIK
  7. KIF Örebro
  8. Umeå IK
  9. Kristianstads DFF
  10. Djurgården
  11. Mallbacken
  12. Kvarnsveden

Sorgen in Malmö

Gaelle Engamanouit begann heute in Malmö auf der Bank und für sie stürmte Natasa Andonova. Nach 90 Minuten waren beide verletzt. Engamanouit kam in der zweiten Halbzeit für Lina Nilsson, musste dann aber nach 20 Minuten humpelnd den Platz verlassen. Dieses Mal war es nicht der Oberschenkel, der in dieser Woche das volle Training unmöglich gemacht hatte, es war das Knie und nach Aussage von Trainer Jack Majgaard Jensen sah das gar nicht gut aus für den Neuzugang aus Eskilstuna.

Andonova blieb nach einem Schlag in den Nacken liegen und musste mit einer Bahre vom Platz getragen werden, Mitspielerin Marta glaubt allerdings, dass die Ex-Potsdamerin nächsten Mittwoch schon wieder auflaufen kann, während sie sich Sorgen um Enagamanouit macht. Anfang nächster Woche weiß man mehr.

FC Rosengård – Kristianstads DFF 2:1

Die Saison ist eröffnet. Im einzigen Samstagsspiel gewann Meister FC Rosengård gegen die in dieser Saison wohl eher in der unteren Hälfte einzusortienden „Lokalrivalen“ aus dem nicht weit entfernten Kristianstad mit 2:1.

Das erste Tor der neuen Saison schoss eine gewisse Marta Vieira da SilvaJohanna Rasmussen glich beinahe im Gegenzug überraschend aus, bevor dann die Niederländerin Lieke Martens mit einem möglicherweise von Marta abgefälschten Schuss das Siegtor in der ersten Halbzeit markierte. Dass Martens Schuss abgefälscht wurde, daran besteht kein Zweifel, auf den Livebildern des neuen Dienstes http://www.damallsvenskan.tv jedoch war nicht zu erkennen, wer exakt den Ball abgefälscht hat. Sollte es, wie mir schien, Marta gewesen sein, wäre der Treffer wegen Abseits irregulär. Die Rosengårdspielerinnen reagierten auch zweifelnd und jubelten erst, als ganz klar wurde, dass die Unparteiische das Spiel mit Anstoß für Kristianstad fortsetzen würde.

Überzeugend war das 4-1-4-1 System, das der dänische Trainer Jack Majgaard Jensen spielen ließ, noch keineswegs. Und Glück hatte man, dass Kristianstads Amanda Edgren in der Nachspielzeit den Ball nicht im leeren Tor unterbringen konnte.

Dort stand ansonsten die 33-Jährige Sofia Lundgren, die ihren Vertrag wohl auf ie komplette Saison 2016 ausdehnen wird. Denn Neueinkauf Erin McLeod zog sich bekanntermaßen im ersten Spiel für den neuen Arbeitgeber nach nur zehn Minuten einen neuerlichen Kreuzbandanriss zu und wird 1-2 Jahre (!!!) ausfallen. Rückkehr möglicherweise erst mit 35. Da Ehefrau Ella Masar auch einen Vertrag in Malmö bekam, wird McLeod nach Vernehmen ihre Reha in Schweden absolvieren. Olympia 2016 in Brasilien ist eh gelaufen für die Kanadierin. Wie man hört, wird bald Zecira Musovic ieder fit sein und dann beginnt ein interessanter Konkurrenzkampf zwischen Jung und Älter.

Auch in der zweiten Liga (Elitettan) wurden die ersten Begegnungen absolviert. Favorit Limhamn Bunkeflo lag mit 0:2 in Alingsås gegen Holmalund zurück, drehte das Spiel aber noch und gewann ,it 3:2. Absteiger AIK,. dem 14 Spielerinnen abhanden gingen con 2015 zu 2016, siegte 3:1 gegen Aufsteiger Sundsvall und das von der Brasilianerin Elaine Moura trainierte Älta (Außenbezirk von Stockholm) verlor gegen Kungsbacka DFF (aus der Nähe von Göteborg) mit 0:1. Morgen greift Damallsvenskanabsteiger und Wiederaufstiegstopfavorit Hammarby ins Geschehen ein. Man spielt auswärts bei QBIK in Karlstad.

Schwerer Start für Djurgården

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Emilia Appelqvist beim Presseauftakt der Damallsvenskan am 12.04.2016 (Foto: Anders Henrikson)

 

Ein Spielplaner, der einen Aufsteiger am ersten Spieltag auswärts beim Vorjahreszweiten und dann zu Hause gegen den amtierenden Meister ansetzt, meint es möglicherweise nicht gut mit dem Neuling. Oder aber er/sie will dem neuen Team eine Herausforderung ersten Ranges präsentieren.

Djurgården trifft es genauso. Morgen Nachmittag bei Eskilstuna United vor wohl großer Kulisse und am Mittwoch daheim im Olympiastadion von 1912 gegen Meister FC Rosengård.

Am vergangenen Dienstag befragte ich dazu Neuzugang Emilia Appelqvist, die nach zwei Jahren in Piteå und dem Sprung in die Nationalmannschaft nicht zuletzt aus privaten Gründen (ihr Freund spielt in Stockholm Eishockey) in die Hauptstadt zurückgekehrt ist, wo sie früher sowohl bei AIK wie auch bei Tyresö FF tätig war.

„Das Programm ist nicht nur schwer, es liegen auch wenige Tage dazwischen,“ sagte Emilia Appelqvist. „Aber gerade jetzt am Anfang werden wir sehr viel Energie haben und es wird toll sein, gegen so gute Gegner spielen zu können. Ich sehe das vor allem positiv.“

Ein guter Start jedoch kann einen recht lange tragen, ein schlechter Start kann eine negative Spirale einleiten, versuchte ich es.

„Natürlich ist das so,“ antwortete Emilia. „Es ist immer gut, wenn man einen positiven Start hat, aber gleichzeitig gilt, dass wir uns als Mannschaft während der Vorsaison eine Sicherheit erarbeitet haben. Je nachdem, wie es in den beiden Spielen laufen wird, wird es darauf ankommen, zu dieser Sicherheit zurückzufinden oder aber, wenn es gut läuft einfach so weiterzumachen.Wir haben etwas Gutes aufgebaut und jetzt geht es darum, gegen Eskilstuna und Rosengård so gut wie möglich zu spielen,“ so Emilia Appelqvist.

Rosengård oder Linköping

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Obere Reihe von links nach rechts: Lina Hurtig (Umeå IK), Denise Sundberg (Kvarnsvedens IK), Carola Söberg (KIF Örebro), Emma Berglund (FC Rosengård), Clara Markstedt (Vittsjö GIK), Julia Karlenäs (Mallbackens IF Sunne). Untere Reihe von links nach rechts: Alice Nilsson (Kristianstads DFF), Irma Helin (Piteå IF), Elin Rubensson (Kopparbergs/Göteborg FC), Olivia Schough (Eskilstuna United), Emilia Appelquist (Djurgården), Magdalena Ericsson (Linköpings FC). Foto: Anders Henrikson

Zurück vom Medienauftakt der Damallsvenskan 2016. Wenn es nach den versammelten Trainern, Spielerinnen und Journalisten und sonstigen Teilnehmern geht, dann wird der schwedische Meistertitel in dieser Saison zwischen dem FC Rosengård (vier von fünf Titeln in den letzten Jahren) und Linköpings FC ausgespielt.

Bis auf die wegen Krankheit fehlende Maria Bergkvist (Umeå IK) waren alle Trainer anwesend und wie immer hatten diese auch Spielerinnen mitgebracht (auf dem Foto zu sehen und dort auch aufgelistet).

Da aber TV4 nicht mehr der Medienpartner ist, wurde die Veranstaltung vom Elitföreningen Damfotboll (EFD) und seinen Partnern selber moderiert und produziert und auch live auf http://www.damallsvenskan.tv gesendet.

Moderiert wurde das Ganze von der ehemaligen Spielerin Emelie Ölander und Expertin Hanna Marklund. Wie üblich mussten alle auf die Bühne und über Erwartungen und Aussichten sprechen, dazu kam natürlich Pia Sundhage, die über die Vorbereitungen auf Rio berichtete. Anna Oscarsson und Michelle De Jongh und ihr Trainer Calle Barrling freuen sich auf die U20-WM in Papua Neu Guinea im November und Oscarssons Mannschaft Hammarby gilt als Favorit für den Wiederaufstieg in die erste Liga.

Man ist sich allenthalben einig, dass es an der Spitze den oben genannten Zweikampf geben wird, dass Eskilstuna knapp dahinter kommen dürfte und dann Göteborg ein großes Mittelfeld anführen könnte. Unten rangiert das Quartett Kristianstad, Djurgården, Mallbacken und Kvarnsveden.

Göteborgs Trainer Stefan Rehn antwortete auf die Frage Ölanders, was denn dran sei an Gerüchten, dass Lotta Schelin eventuell zurück in die schwedische Liga kommen könnte: „Sie ist eine interessante Spielerin.“

Ein paar kürzere Interviews folgen in den nächsten Tagen.

Eskilstuna das neue Tyresö?

Der schwedische Frauenfußball hat einen neuen Aufsteiger. Vergangenes Jahr war Eskilstuna United in die Damallsvenskan aufgestiegen und sorgte bereits im ersten Jahr für eine ordentliche Leistung, die mit einem am Ende guten siebten Platz belohnt wurde.Man war nicht unbedingt geplant aufgestiegen, hatte dann aber zielstrebig gute Verstärkungen geholt. Sara Thunebro und Annica Svensson wurden schon als Tyresö noch als Spitzenclub existierte dort nicht mehr gebraucht, als man die zukünftigen Weltmeisterinnen Meghan Klingenberg und Ali Krieger geholt hatte. Svensson landete mit einem Exkurs nach Vittsjö in Eskilstuna. Thunebro zog dorthin, weil sie ihren Eltern und ihrer Zwillingsschwester näher sein wollte. Malin Diaz kam ebenfalls aus der Konkursmasse des gescheiterten Stockholmer Vorortclubs und in der Kamerunerin Gaelle Engamanouit landete man einen Glücksgriff. Spätestens seit ihrem Hattrick gegen ein dennoch desolat schwaches Equador bei der WM ist die athletische Stürmerin aus Kamerun auch international ein Begriff. Mit Vaila Barsley und Louise Quinn hatte man bereits in der zweiten Liga ein äußerst kopfballstarkes Innenverteidigerpaar. Zur neuen Saison holte man das ewige Talent Olivia Schough, auch diese Verpflichtung entgegen allen Unkenrufen bislang ein Erfolg. Schough erzielte gestern ein äußerst wichtiges Tor gegen ihren ehemaligen Club Kopparberg/Göteborgs FC.

Ach ja, Eskilstuna gewann 3:1 in Göteborg und steht damit neben Linköping wohl als ernstzunehmender Konkurrent um den Champions-League-Platz für 2016/17 da. Mit 4-2-3 hat sich Göteborg, das wieder einmal ums Gold mitspielen wollte, wohl auch von Rang 2 verabschiedet. Drei Niederlagen und zwei Unentschieden sind eben 13 nicht eingefahrene Punkte, zu viel in einer so kurzen Saison.

KIF Örebro ist trotz des gestrigen Sieges die Enttäuschung der Saison. Der zweite schwedische Champions-League-Teilnehmer der kommenden Saison hatte fast eine komplette Mannschaft abgegeben und viele neue Spielerinnen geholt. Mit Hanna Folkessons Kreuzbandriss verschwand noch vor dem ersten Spiel der wichtigste Neuzugang und auch eine von Pia Sundhages Schlüsselspielerinnen, aber das alleine darf nicht der Grund sein, dass Örebro nun gerade mal zehn Pünktchen aus neun Spielen aufweist. In Umeå, das nach einem kurzzeitigen spielerischen Hoch wieder mal einen neuen Tiefpunkt lieferte, gewann Örebro dank zweier einfacher Torwartfehler von Malin Reuterwall.

Umeå IK – KIF Örebro (0:0) 0:2
Tore: 0:1 Sarah Michael (55.), 0:2 Lisa Dahlkvist (71.)
Zuschauer: 612

Kopparberg/Göteborgs FC – Eskilstuna United (1:3) 1:3
Tore: 1:0 Lieke Martens (10.), 1:1 Olivia Schough (12.), 1:2 Louise Quinn (30.), 1:3 Vaila Barsley (44.)

Linköping auf 2

Linköpings FC – KIF Örebro (1:1) 2:1
Tore: 1:0 Kristine Minde (10.), 1:1 Sanna Talonen (21.), 2:1 Magdalena Ericsson (75.)
Es war statistisch gesehen ein ausgeglichenes Spiel, aber Linköping hatte wesentlich mehr Ball und schlug Vizemeister Örebro verdient mit 2:1. Damit steht die Mannschaft von Trainer Martin Sjögren auf dem zweiten Platz, deutlich hinter Rosengård, aber dort wird Linköping bleiben. Die von Pia Sundhage zugunsten der großen alten Dame Sara Thunebro daheim gelassene Magdalena Ericsson entschied das Spiel und die wegen Verletzungen ebenfalls verschmähte Fridolina Rolfö zeigte in der letzten Phase, dass sie auf dem Weg zurück ist. In einem Interview mit der Lokalzeitung Corren sagte Martin Sjögren übrigens dieser Tage, dass er es für einen Fehler halte, Magda Ericsson nicht zur WM mitzunehmen. Die Kommunikation zwischen Pia Sundhage und der Liga sei verbesserungsfähig, so Sjögren weiter und sagte, das gelte für Sundhage, aber auch für die Trainer der Liga.
Unterdessen hat heute Natasa Andonova einen 2-Jahresvertrag in Malmö unterschrieben. Etwas Aufregung brachte ihre Äußerung, dass es in Potsdam kalt sei, während sie gehört habe, dass es in Malmö viel familiärer zugehe. Ich vermute, dass es hier Übersetzungsprobleme bei Sydsvenskan gab.

Die Tabelle nach dem 6. Spieltag:

6

In der Torschützinnenliste sind vier (!!) Spielerinnen von Rosengård vorne: Ramona Bachmann mit sechs Treffern vor Marta und Anja Mittag mit je 5, dann kommt Sara Björk Gunnarsdottir mit vier Toren und immerhin muss sie sich den Platz mit der bislang erfolgreichsten Schwedin Pauline Hammarlund (Piteå) teilen.

Göteborg verabschiedet sich aus dem Titelrennen

Kopparberg/Göteborgs FC – Umeå IK (1:0) 1:3
Tore: 1:0 Manon Melis (37.), 1:1 Lina Hurtig (53.), 1:2 Rita Chikwelu (55.), 1:3 Jenny Hjohlman (89.)

Dass der FC Rosengård Meister wird, daran gab es vor der Saison keine Zweifel. Ich glaube sogar, dass man den Titel auch ohne Anja Mittag problemlos  holen wird, denn das Potential von Marta und Ramona Bachmann ist für sich scho sehr groß. Außerdem bestätigte Sydsvenskan-Journalist Max Wiman mir gestern nochmals auf Twitter, dass die Suche nach dem Ersatz von Anja und Therese Sjögran auf Hochtouren läuft. Den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Wechsels zu PSG wolle eben PSG offiziell bestimmen. Sollten sie mal langsam tun, denn nun stehen lediglich zwei Heimspiele gegen Eskilstuna (morgen) und Kristianstad (Donnerstag) an. Die deutsche Mannschaft beginnt ab Montag das WM-Vorbereitungslager in der Schweiz.

Nein, Rosengård wird Meister und wenn die wenigen Konkurrenten sich auch noch ständig Punkte wegnehmen lassen, dann wird es umso einfacher.

Göteborg kann am Sonntagabend schon acht Punkte zurück liegen, ein unaufholbarer Vorsprung in der Welt der Damallsvenskan. Gestern Abend überraschte Umeå viele mit dem souveränen 3:1 in Göteborg, aber für mich war das sehr erwartet, denn schon daheim gegen Rosengård (0:2) war Umeå mindestens gleichwertig gewesen und hatte die steil ansteigende Form angedeutet. Unter der Woche gewann Umeå schon ein Spiel in Göteborg, nämlich das Pokalviertelfinale 2014/15 in Mölndal gegen Zweitligist Jitex (2:0). Die Mannschaft hielt sich von Mittwoch bis Freitag dann in Göteborg auf.

Sehenswerter Treffer zum 3:1 von Nationalspielerin Jenny Hjohlman, die damit ihren Kritikern eine schöne Antwort gab (auch mir:) ).

Fotbollsgalan – Teil 1

Anja Mittag und Malin Diaz

Anja Mittag und Malin Diaz

In acht Minuten beginnt die Livesendúng von den Fußballpreisen 2014 aus dem Stockholmer Ericsson Globe und schon vorher wurden fünf Frauenfußballpreise vergeben, die ich (leider!) allesamt richtig getippt habe: Trainer des Jahres wurde hochverdient Rickard Nilsson (KIF Örebro), der einen Verein mit bescheidenen finanziellen Mitteln in die Champions League geführt hat und das nicht durch Glück, sondern mit Methode.

Rickard Nilsson

Rickard Nilsson

Nicht meine Wahl, aber natürlich die der Jury war Malin Diaz Pettersson als Newcomerin des Jahres. Sie hat sowohl in der Nationalmannschaft wie auch in Eskilstuna keine tieferen Abdrücke hinterlassen, ganz im Gegensatz zu der ebenfalls nominierten Fridolina Rolfö (Linköping). Aber da die Jury zur Hälfte aus Mitarbeiterinnen des schwedischen Fußballverbands besteht, konnte die Wahl nicht anders ausfallen

Anja Mittag hat sich erst einmal die Trophäe der Torjägerin des Jahres abgeholt (21 Treffer) und wurde dann vor Sendebeginn auch als wertvollste Spielerin der Liga ausgezeichnet. Dass man diesen wichtigsten Preis quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit verleiht und die wichtigen Männerpreise dann live im TV sagt einiges aus über die Stellung des Frauenfußballs 2014 in Schweden.

Mia Jalkerud (Djurgården) erhielt als Torschützenkönigin der zweiten Liga Elitettan (26 Tore) ebenfalls den goldenen adidas(?)-Schuh.