Malmö: Sieg im Spitzenspiel

Um das inzwischen auf 23 Punkte vorausgeeilte Tyresö auch nur annähernd gefährden zu können und die am 12.06. angesetzte Spitzenbegegnung wirklich zum Höhepunkt der Vorrunde zu machen, gab es von Beginn an keine andere Alternative für LdB FC Malmö, als gegen Pokalsieger Kopparberg/Göteborgs FC sozusagen volle Kanne zu spielen.

Zumal man am letzten Spieltag beim 1:3 in Linköping eine peinliche Pleite hatte einstecken müssen. Malmös junger Trainer Jonas Eidevall zog eine harte personelle Konsequenz: Sündenbock und Mannschaftskapitänin Malin Levenstad ist nicht nur out im Nationalmannschaftskader von Pia Sundhage, auch Eidevall setzte seine Spielführerin auf die Bank und ließ stattdessen Amanda Ilestedt und Kathleen Radtke in der Innenverteidigung auflaufen.

Auf der Bank auch Therese Sjögran. Die 182fache Nationalspielerin wil nach Kreuzbandriss in ihrem 37. Lebensjahr noch unbedingt zur EM, aber Eidevall entschied sich abermals gegen Sjögran und gab ihr elf Minuten am Ende der Begegnung. Aber beim Expertentalk am Rande der Fernsehübertragung des Spiels gestern war herauszuhören, dass man gemeinhin doch mit einer Nominierung Sjögrans für das Spiel am 19.06. in Stockholm gegen Brasilien rechnet. Merkwürdigerweise muss man sagen, denn dass eine Spielerin, die in der Liga keine 90 Minuten spielen darf, weil andere stärker sind, nun die Personalprobleme der Nationalmannschaft lösen soll erscheint mir bei aller Leistungen Sjögrans in der Vergangenheit doch etwas zweifelhaft. Aber Johanna Almgren fällt aus für die EM und mit einem Mal fällt allen auf, dass man denselben Spielertypen, den Sofia Jakobsson, Antonia Göransson, Kosovare Asllani repräsentieren offenbar in Hülle und Fülle hat, während jemand fehle, die den Ball halten könne. Nicht gut genug für Malmös Startelf mit den acht Ausländerinnen, aber gut genug für Schweden, das Europameister werden will, ist aber trotz allem ein Paradox für mich.

Zwei Ausländerinnen herrschen in Malmös Mittelfeld und sie sorgten gestern auch für den furiosen Auftakt in den ersten 20 Minuten der Partie. Malmö druckvoll, schnell und engagiert wie noch nie in dieser Saison. Man wollte die Scharte von Linköping auswetzen, das war klar. Katrin Schmidt gewann beinahe jeden Zweikampf und zusammen mit Sara Björk Gunnarsdottir leistete sie Kärrnerarbeit. Silvia Neid liest leider nicht dieses Blog, ansonsten sollte sie schnell noch einmal nach Malmö reisen, um sich Schmidt anzusehen, die ist in Topform und eine der besten Mittelfeldspielerinnen der Liga. Und Gunnarsdottir, gestern Abend trotz ihrer erst 21 Jahre Mannschaftskapiänin machte auch das 1:0 in der neunten Minute, nach einem mustergültigen Angriff und einem trockenen Schuss in die rechte Ecke von Nationalkeeperin Kristin Hammarströms Tor.

Aber Göteborg stellte um, von 4-4-2 auf 4-5-1, Fuchs Torbjörn Nilsson holte Olivia Schough zurück ins Mittelfeld und bekam so ein Gegengewicht zu Malmös bis dahin drückender Überlegenheit im zentralen Mittelfeld zustande. Schnelle Bälle auf die flinke Jodie Taylor sorgten immer wieder für Gefahr. Jessica Landström übrigens ist nun auch in Göteborg (ähnlich wie früher in Frankfurt) eine Bankspielerin geworden, sie hat auch nicht mehr (?) die Klasse, die Taylor einbringt, die technisch und läuferisch deutliche Vorteile hat.

Es gab kein zweites Tor in der ersten Halbzeit für Malmö und so bestätigten sich meine Erwartungen, dass Göteborgs Zeit nun gekommen war kurz nach dem Seitenwechsel, als Jodie Taylor wieder einmal geschickt wurde und aus halbrechter Position schoss und lobbte, ein Treffer, bei dem Islands Nationalkeeperin Thora Helgadottir wieder einmal alt aus sah. Wieder einmal, denn auch gegen Linköping hatte die Weltklassefrau nicht so ganz stabil ausgeschaut. Wütend und schuldbewusst kickte Helgadottir das Leder auch Richtung Mittellinie nach dem Ausgleich – sie hatte falsch gestanden.

Im Nachhinein  sagte Torbjörn Nilsson, das seine Mannschaft nach dem Ausgleich etwas überheblich geworden sei, man habe geglaubt, dass man nun die Punkte zwei und drei einsacken würde und sich Leichtsinnsfehler erlaubt. Gleichzeitig weckte der Ausgleich aber auch Malmö auf. Eine gefährliche Kombination, die durch Treffer von Ramona Bachmann und Anja Mittag zum äußerst wichtigen 3:1-Heimsieg führte.

Malmö gewinnt also und in einer Woche um 19.20 Uhr kommt Meister Tyresö nach Malmö. Vor einem Jahr entschied sich in dieser Begegnung die Meisterschaft, das könnte wieder so sein, falls Tyresö in Malmö gewinnen kann. Wir aber können uns wirklich auf diese Begegnung freuen, die alle Chancen hat, zum Classico der schwedischen Frauenliga zu werden.

Noch ein wichtiges Thema, das sich im gestrigen Spiel manifestierte. 645 Zuschauer bei einem Spitzenspiel an einem schönen Vorsommerabend sind zu wenig. Viel zu wenig, obwohl das Spiel live von TV4 Sport übertragen wurde. Linda Wijkström, Generalsekretärin des Elitfföreningen Damfotboll (EFD; der Zusammenschluss aller Erst- und Zweitligavereine zur Entwicklung des Frauenfußballs) sagte dazu vor einigen Wochen, dass das wirklich bedauerlich sei, dass aber auch gleichzeitig Frauenfußball in den sozialen Medien wesentlich häufiger Thema sei als noch vor drei Jahren.

Da werden Äpfel mit Birnen oder eher noch Mandarinen verglichen, denn die Vereine haben letztlich nichts davon, dass die Zahl der Twitter- und Facebook-Nutzer weiter steigt und somit auch die Erwähnung des Sports in diesen Gratisforen. Die Spielerinnen wollen doch vor Publikum spielen und nicht vor Häusern, die in den letzten Jahren immer leerer werden. Bislang jedenfalls hat man wenig davon, dass der Frauenfußballinteressierte 2013 offenbar irgendwo mit einem Smartphone sitzt und Tormeldungen auf Twitter retweetet. Nicht nur Malmö hat Zuschauer verloren. Tyresö, das ja nicht nur den Meistertitel verteidigen will, sondern auch die Champions League 2014 in Lissabon einsacken will, hatte vor der Saison gewohnt lauthals verkündet, dass man den Zuschauerschnitt jetzt Richtung 2.000 entwickeln werde. Hans Löfgren hatte gelegentlich sogar das Gerücht gestreut, man werde zum ersten Saisonspiel in die Friends Arena (Auftragungsort des EM-Finals 2013 mit einem maximalen fassungsvermögen von rund 52.000) ausweichen. Bei drei von fünf Heimspielen gab man die offizielle Zuschauerzahl unter 1.000 an und man hat die 1.500er-Marke noch nicht überschritten. Inoffiziell sind es oft weniger Zuschauer als gemeldet, da muss es Dunkelziffern geben, das sagen alle, die regelmäßig Spiele besuchen, ob in Tyresö oder anderswo.

Das Ganze spielt sich aber eben 35 Tage vor dem ersten Spiel der EURO 2013 ab, Italien trifft in Halmstad auf Finnland. Am selben Tag wird dann Schweden gegen Dänemark in Göteborg spielen, diese Begegnung ist ausverkauft, aber meine Befürchtung ist, dass die Spiele ohne schwedische Beteiligung eher spärlich besucht werden, obwohl man offenbar und angeblich schon jetzt mehr Tickets abgesetzt hat, als ie EURO 2009 in Finnland Zuschauer hatte. Sorgenkind dabei ist die Gruppe in Linköping und Norrköping, in der Frankreich, Englan, Russland und Spanien spielen, Länder, die zumindest bislang noch keine Tradition darin haben, dass Fans ihren Mannschaften nachreisen.

Der Liga jedoch hat das Megaevent noch gar nichts gebracht, beinahe im Gegenteil. Man bleibt zu Hause und facebookt oder twittert. Im Vergleich zu 2005 haben wir mehr als 25% Zuschauer verloren.

Zu viele Ausländerinnen in der Damallsvenskan?

Pia Sundhage hat sich aufgeregt. Das tut sie eigentlich oft und gerne und das macht sie auch sympathisch, das sie Gefühle zeigt und voll bei der Sache ist. Manchmal allerdings frage ich mich inzwischen, ob sie sich nicht ein wenig zurückhalten sollte, zumindest in den Medien.

Denn die schnappen dankbar jede Silbe der angehenden Ehrendoktorin, Gastprofessorin, Frau des Jahres 2012, Welttrainerin des Jahres und was weiß ich nicht noch alles, auf.

Am Donnerstagabend war sie wie ich auf dem Malmö IP und sprach anschließend wie immer frank und frei ins Mikrofon der Reporter von Sydsvenska Dagbladet. Dass sie mal besser nichts gesagt hätte, war ihr dabei aber offenbar schon selber klar, denn: „Das jetzt sollte ich eigentlich nicht sagen,“ begann Sundhage ihre Ausführungen und echauffierte sich darüber, dass sie zu einem Champions-League-Spiel käme und alles, was sie als Nationaltrainerin beobachten könnte, wären drei Spielerinnen bei Malmö und eine Spielerin des Gegners.

In der Tat begann Malmö die Begegnung mit nicht weniger als acht Ausländerinnen: Thora Helgadottir, Ali Riley, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Sara Björk Gunnarsdottir, Manon Melis, Ramona Bachmann, Anja Mittag.

Bei Olympique Lyonnais dagegen standen in der Anfangsformation nicht weniger als neun Französinnen und lediglich Lara Dickenmann und Lotta Schelin haben einen ausländischen Pass.

Eines ist klar. Pia Sundhage hat sich nicht darin einzumischen, wie die Vereine ihre Kader bestücken und welchen Pass die Spielerinnen haben. Und wenn sie in dem oben genannten Interview sagt, dass alles noch vor 5-6 Jahren (bevor sie zuerst nach China und dann in die USA ging) anders gewesen wäre, dann muss sie eigentlich besser als viele andere wissen, dass sich Frauenfußball in 5-6 Jahren enorm entwickelt hat und auch weiter entwickeln wird.

„In Lyon werden ausländische Spielerinnen nur dann verpflichtet, wenn ihre Qualität definitiv besser ist als das, was man auf dem franösischen Markt bekommen kann“, schrieb mir gestern ein Fan aus Frankreich via Twitter.

In Schweden, und da hat Sundhage Recht, ist das augenscheinlich nicht der Fall, auch wohl nicht in Deutschland.

Ich habe mir die aktuellen Kader in der Damallsvenskan angesehen und komme auf folgende Liste ausländischer Spielerinnen. Es sind 66 Spielerinnen. Sie verteilen sich auf: 1. Finnland 9, 2. Island, Nigeria, USA je 7, 5. Dänemark, Holland je 5 und auf zwölf weitere Länder. Bei den Vereinen liegt Malmö klar vorn.

10 LdB FC Malmö: Thora Helgadottir, Ali Riley, Paula Radtke, Katrine Veje, Sara Björk Gunnarsdottir, Katrin Schmidt, Yoreli Rincon, Ramona Bachmann, Manon Melis, Anja Mittag

7 Tyresö FF: Line Röddik Hansen, Meghan Klingenberg, Elaine Moura, Kirsten van de Ven, Vero Boquete, Christen Press, Marta

7 KIF Örebro: Stephanie Labbé, Marie-Eva Nault, Susanna Lehtinen, Irena Martinkova, Lucie Martinkova, Sanna Talonen, Sarah Michael

7 Kristianstads DFF: Brett Maron, Sif Atladottir, Nicole Sykes, Gudny Odinsdottir, Margret Lara Vidarsdottir, Johanna Rasmussen, Lorca van de Putte

6 Vittsjö GIK: Lois Geurts, Kendall Fletcher, Ifeoma Dieke, Mandy van den Berg, Kirsty Yallop, Jane Ross

6 Piteå IF: Lydia Williams, Faith Ikidi, Hallbera Gisladottir, Anna Westerlund, June Pedersen, Francesca Ordega

5 Kopparberg/Göteborgs FC: Camille Levin, Anita Asante, Yael Averbuch, Cathrine Dyngvold, Jodie Taylor

4 Linköpings FC: Marianne Gajhede, Renée Slegers, Pernille Harder, Linda Sällström

4 Umeå IK: Katrin Jonsdottir, Ogonna Chukwudi, Rita Chikwelu, Tuija Hyyrynen

4 Sunnanå SK: Carys Hawkins, Helene Ukaonu, Annika Kukkonen, Perpetua Nkwocha

3 Mallbacken: Kaitlynn Fraine, Maija Saari, Hayley Lauder,

3 Jitex BK: Minna Meriluoto, Annica Sjölund, Leena Puranen

Zugänge und Abgänge (Stand: 05.01.2013)

So allmählich füllen sich die Kader der Vereine in der Damallsvenskan. Es ist Zeit für einen ersten Überblick. Hier kommen die 12 Teams der Saison 2012 plus die beiden Neulinge.

Tyresö FF

Zugänge: Christen Press (Kopparberg/Göteborgs FC), Malin Diaz (AIK)

Abgänge: Helén Eke (Verein steht noch nicht fest)

Kommentar: Erstmals auf seiner Reise von der vierten Liga zum Meistertitel gibt es in Tyresö keine wesentlichen Personalwechsel. Marta, Vero Boquete, Caroline Seger hatten allesamt laufende Verträge auch für 2013, obwohl es um Marta wieder einmal Wechselgerüchte gab und auch noch gibt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Brasilianerin Tyresö in diesem Jahr verlässt. Für die USA ist ihr Marktwert nicht groß genug und keiner der neuen Vereine könnte sie mit den erlaubten Budgets bezahlen. Christen Press wird den Stammplatz von Madelaine Edlund gefährden. Sowohl deren wie Elaines auslaufender Vertrag wurde verlängert. Tyresö ist ein Topteam mit erstklassigen Alternativen auf der Bank. Auch Meghan Klingenberg hat verlängert. Wunschelf (Linda Sembrant in der Reha nach Kreuzbandriss):

Carola Söberg, Meghan Klingenberg, Johanna Frisk, Karin Lissel, Line Röddik Hansen, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete, Marta, Kirsten van de Ven, Christen Press.

Bank: Annica Svensson, Elaine, Malin Diaz, Madelaine Edlund, Jessica Höglander.

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LdB FC Malmö

Zugänge: Yoreli Rincon (XV de Piracicaba), Zecira Musovic (Stattena), Manon Melis (Linköping)

Abgänge: Emma Wilhelmsson (Jitex), Christina Öyangen Örntoft (Bröndby), Hilda Carlén (noch unbekannt)

Kommentar: Nach der finanziellen Rettung durch Milliardär Dan Olofsson nimmt auch Malmö Kurs auf den Meistertitel. Die Liga wird (wenn sich nichts wesentlich ändert) zu einem Zweikampf Malmö – Tyresö werden, in dem Tyresö abermals klarer Favorit ist, trotz der Verpflichtung von Melis. Rincon überrascht, riskant, eine 19-Jährige Kolumbianerin zu integrieren. Die 1,54 m kleine Filigrantechnikerin wurde mit Marta verglichen, muss das aber noch beweisen. Malmö hat aber immer gut eingekauft…

Voraussichtlich:

Thora Helgadottir, Lina Nilsson, Malin Levenstad, Amanda Ilestedt, Ali Riley, Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran, Ramona Bachmann, Elin Rubensson, Anja Mittag, Manon Melis.

Reserve:

Zecira Musovic, Frida Nordin, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Yoreli Rincon, Sofi Anker Kofoed.

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Linköpings FC

Zugänge: Lina Rinshamre (Sundsvalls DFF), Magdalena Ericsson (Djurgården), Stina Blackstenius (Vadstena GoIF), Renée Slegers (Djurgården), Emma Lennartsson (IFK Norrköping)

Abgänge: Manon Melis (LdB FC Malmö), Lisa DeVanna (Perth Glory), Emma Lundh (noch unbekannt, Hammarby?), Karen Bardsley (Lincoln LFC), Louise Fors (Western Sydney Wanderers, ab Frühjahr FC Liverpool Ladies), Nora Holstad Berge (Arna-Björnar), Matilda Agné (Hammarby DFF), Ingrid Schjelderup (Vålerenga), Josefine Alfsson (Kisa BK)

Kommentar: Linköping beendet nach einem Jahr seinen Versuch, mit Tyresö und Malmö zu konkurrieren und hat Sparmaßnahmen eingeführt. Neun Spielerinnen verlassen den Verein und fünf kommen neu hinzu, im Gespräch ist immer noch AIK:s U19-Europameisterin Jennie Nordin. Mit Ringshamre und Ericsson hat man zwei weitere junge Europameisterinnen verpflichtet. Linda Sällström, die gegen Ende der Saison noch gehen wollte (Jitex war eine Option), bleibt nun doch, vermutlich, weil die Konkurrenz in der Offensive nach ihrer Rehazeit nach dem Abgang von DeVanna, Melis und Lundh deutlich entspannter geworden ist. Linköping ist auch immer noch das bessere Team. Wichtig, dass Trainer Martin Sjögren zwei weitere Jahre bleibt.

Voraussichtlich:

Sofia Lundgren, Maja Krantz, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Marianne Gajhede Knudsen, Renée Slegers, Petra Larsson, Pernille Harder, Jonna Andersson, Linda Sällström.

Hier und bei den weiteren Clubs erspare ich mir die potentielle Bankbesetzung, da lediglich Malmö und Tyresö um die Meisterschaft spielen werden.

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Kopparberg/Göteborgs FC

Zugänge: Jessica Landström (Djurgården), Marie Hammarström (KIF Örebro), Cathrine Dyngvold (Klepp),

Abgänge: Christen Press (Tyresö FF), Ingrid Wells (noch unbekannt)

Göteborg wollte eigentlich angreifen. Dann kam der Abgang von Press dazwischen. Tyresös Zampano Hans Löfgren schnappte die Amerikanerin den Göteborgern vor der Nase weg. Landström ist vom Typ her kein Press-Ersatz, aber sie ist eine Kämpfernatur mit einer enormen fysischen Kraft. Dennoch muss sich das Angriffsspiel ändern. Torbjörn Nilsson hat seinen Trainervertrag um 2 Jahre verlängert, weil ihm versichert wurde, dass die Mannschaft sukzessiv verstärkt wird. Mindestens eine Klassespielerin muss noch kommen.

Voraussichtlich: Kristin Hammarström, Catrine Johansson, Anna Ahlstrand, Stina Segerström, Camille Levin, Yael Averbuch, Anita Asante, Johanna Almgren, Olivis Schough, Cathrine Dyngvold, Jessica Landström.

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Kristianstads DFF

Zugänge: Josefine Öqvist (vereinslos), Marija Banusic (IK Sirius), Brett Maron (Valur), Elin Borg (AIK)

Abgänge: Elin Nilsen (Vittsjö), Katrin Ómarsdóttir, Becky Edwards (beide unbekannt), Emelie Johnsson (Borens IK),  Moa Pettersson (Wä IF), Anna Persson (Glimåkra IF), Lisa Petersson, Julia Molin (AIK)

Auf den Plätzen 5-12 und bei den Aufsteigern erspare ich mir die mögliche Aufstellung am ersten Spieltag. Maron wird sicher in den ersten Monaten im Tor stehen, da Hedvig Lindahl in der Reha nach dem Kreuzbandriss ist. Trainerin Beta Gunnarsdottir ist wie immer super ambitioniert und will sicher Meister werden. Mit der Verpflichtung von Banusic ist ihr ein Coup gelungen. Für mich das größte Talent im schwedischen Fußball VOR der allenthalben gepriesenen Lina Hurtig (Umeå). Dass Josefine Öqvist letztlich der Offensive maßgebliches Gewicht verleihen wird, steht außer Frage. Kristianstad hat jetzt den drittbesten Angriff der Liga.

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Vittsjö GIK

Zugänge: Elin Nilsen (Kristianstad), Jane Ross (Glasgow City)

Abgänge: Emma Kullberg (Umeå Södra), Josefine Mårtensson (Glimåkra IF)

Das zweite Jahr ist immer das Schwerste. Das wird auch für Sensationsaufsteiger Vittsjö GIK gelten. Niemand hätte das Team aus Skåne auf Rang 6 erwartet. Die Verpflichtung von Jane Ross deutet eventuell darauf hin, dass Danesha Adams geht. Die Amerikanerin war sehr wichtig. Möglich, dass Vittsjö, wie immer, von Beta Gunnarsdottir geschasste Spielerinnen überimmt. Becky Edwards?

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Umeå IK

Zugänge: Hanna Folkesson (AIK)

Abgänge: Erica Carlén (Morön)

Wenig passierte in Umeå. Keeperin Caroline Jönsson hat ihr Karriereende zur Saisonmitte angekündigt. Da braucht es Ersatz.

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Piteå IF

Zugänge: Clara Markstedt (AIK), Johanna Andersson (Assi)

Abgänge: Camilla Johansson, Jessica Olovsson (unbekannt), Ann-Mari Dovland (Klepp), Jennifer Nobis (Karriereende)

Piteå hat zwar die beste Torschützin Nobis durch Clara Markstedt ersetzt, aber es fehlt an einer weiteren offensiven Spielerin, die dem Angriff mehr Durchschlagskraft verleiht. Faith Ikidi hat ihren Vertrag bis einschließlich 2015 verlängert, eine finanzielle Deckung dafür gibt es noch nicht.

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Jitex BK

Zugänge: Emma Wilhelmsson (LdB FC Malmö)

Abgänge: Katri Nokso-Koivisto (LSK Kvinner), Nanna Jansson (Hovås Billdal), Caroline Lindblad (unbekannt)

Jitex wird weder schwächer noch stärker.

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KIF Örebro

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emelie Lundberg (Eskilstuna United), Hanna Ågren-Åhbom, Nina Fellbrant,  Fanny Persson (hören auf), Edda Garðarsdóttir,  Ólína Viðarsdóttir (beide zurück nach Island, , Linda Fransson (noch nicht klar)

Das sieht wieder nicht gut aus für Örebro, das erhebliche finanzielle Probleme hat.

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Sunnanå SK

Zugänge: Anikka Kukkonen (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF),  Carys Hawkins (Perth Glory

Abänge: Anna Bodén (Morön),  Yanru Zhang (China)

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Mallbacken

Zugänge: Sarah Bergman, Emmie Johansson (beide QBIK), Maija Saari (AIK), Hayley Lauder (Åland United)

Abgänge: Anna Arnfeldt (Karriereende)

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Djurgården

Abgänge: Gudbjörg Gunnarsdottir, Mia Jalkerud, Freja Hellenberg (alle Avaldsnes IL), Jessica Landström (Göteborgs FC), Renée Slegers (Linköping), Anna Lindblom (Hammarby), Katrine Petrous, Natalia Rickne, Annika Kukkonen (Sunnanå), Katrin Jonsdottir, Caroline Frånberg.

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AIK

Zugänge: Lisa Pettersson, Julia Molin (beide Kristianstad)

Abgänge: Maija Saari (Mallbacken), Elin Borg (Kristianstad), Nazanin Vaseghpanah (hört auf), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz (Tyresö), Clara Markstedt (Piteå), Lori Chalupny (unbekannt)

LdB FC Malmö braucht schon wieder Millionen

Zweimal hatte Sportchef Niclas Carlnén in dieser Saison vom möglichen bevorstehenden Konkurs gesprochen, zweimal kam offenbar genügend Geld zusammen, um den Verein von Anja Mittag, Ramona Bachmann und Katrin Schmidt zu retten.

Jetzt macht den Südschwedinnen ein Urteil des Verwaltungsgerichts arg zu schaffen. Das Gericht verdonnerte den Verein, vier Millionen Kronen (= 467.000 €) Steuern nachzuzahlen. Das Finanzamt hatte das Geld eingefordert, weil es der Ansicht war, dass Malmö, weil es bis 2010 das Recht aus Sponsoring und Marketing einer externen Firma überlassen hatte, kein gemeinnütziger Verein gewesen sei. Der Verein hatte behauptet, dass die Einkünfte aus den Rechten am Vereinsnamen nicht besteuert werden müssten, weil man gemeinnützig sei. Malmö hatte gegen die Aufforderung des Finanzamtes aus dem Dezember 2010 geklagt.

Jetzt hat das Gericht sich auf die Seite des Finanzamtes gestellt: „Das Verwaltungsgericht ist deshalb der Meinung, dass die Überlassung der Sponsoren- und Marketingrechte kein anderes Ziel hatten, als den Fußballbetrieb des Vereins zu finanzieren. Er hat somit keine Anknüpfung an das ideelle Ziel.“

Der Vorsitzende des Vereins, Håkan Wifvesson, erklärte dazu der Zeitung Aftonbladet, dass man in Malmö seit 2011 nicht mehr mit der Firma zusammenarbeite und sein Marketing selber betreibe. „Jetzt müssen wir uns mit unseren Anwälten zusammensetzen, ob es Sinn macht, in der Angelegenheit juristisch weiter zu gehen. Wir müssen mit dem früheren Vorstand reden, warum sie so gehandelt haben.“

Auf die Frage, ob sich Malmö leisten könne, 4 Millionen Kronen zu zahlen, sagt Wifvesson: „Wir müssen unseren ganzen Betrieb auf den Prüfstand stellen, vielleicht überlegen, welches Level von Leistungssport wir uns leisten können. Aber ich hoffe darauf, dass das Interesse an einer starken Frauenmannschaft vor allem bei der Wirtschaft in Malmö so groß ist, dass wir das schaffen. Wir haben einen fantastischen Spielbetrieb für junge Mädchen, den wir schützen sollten.“

 

Anja Mittag und Katrin Schmidt bald schwedische Meisterinnen

Es ist eine blöde Überschrift, zugegeben. Und zu lang. Aber nach dem 1:0-Sieg von Meister LdB FC Malmö beim Pokalsieger und -finalisten Kopparberg/Göteborgs FC durch einen Treffer von Ramona Bachmann in der 41. Minute müsste schon sehr viel passieren, damit Malmö die erolgreiche Titelverteidigung noch aus der Hand gibt. Am 3. November kommt es am 22,. und letzten Spieltag zum Duell der Giganten: Malmö gegen Tyresö. Aber gewinnt Malmö seine nächsten beiden Spiele gegen den Tabellenletzten AIK (zu Hause) und auswärts bei Umeå IK, dann sind Anja Mittag und Katrin Schmidt die ersten beiden Deutschen, die schwedische Meisterinnen werden.

Trainer Peter Moberg war sehr zufrieden mit seiner Mannschaft: „Eine richtige Mannschaftsleistung, unsere Taktik ist heute voll aufgegangen. Göteborg ist die Mannschaft mit dem besten Passspiel in der Liga. Unsere Taktik war, kompakt zu spielen und die Räume für Göteborg eng zu machen. Das ist uns sehr gut gelungen,“ so Moberg zur Zeitung Sydsvenska Dagbladet,

Lediglich das eine oder andere Tor mehr hätte sich Moberg gewünscht. Wie seine Torschützin Bachmann geht er jedoch nicht auf die Medien ein, die nun die Meisterschaft bereits an Malmö verschreiben. Man werde jetzt konzentriert arbeiten, um sich optimal auf das nächste Spiel vorzubereiten, hieß es.

Bei Göteborg spielte Anita Asante erstmals in der Innenverteidigung für die verletzte Stina Segerström. „Eine tolle Leistung,“ bescheinigte ihr Trainer Torbjörn Nilsson. Der noch konstatierte, dass man jetzt erst mal Kräfte sammeln müsse, denn am Donnerstag spiel Göteborg zu Hause gegen Tyresö das schwedische Pokalfinale – eine Neuauflage der Begegnung von 2011, die damals Göteborg im Elfmeterschießen gewann.

Favoriten siegen

In beiden Sonntagsspielen setzten sich die Favoriten jeweils mit 3:1 durch. Erst war Malmö an der Reihe, das gezwungen war, Piteå auf dem heimischen Malmö IP zu schlagen, um Tyresö wieder die Tabellenführung abzuknöpfen.

Katrin Schmidt brachte Malmö in Führung in einer ersten Halbzeit, die recht ausgeglichen war. Malmö überzeugt keinesfalls so wie Tyresö das tut, aber während Hans Löfgrens Auswahl jedes Mal die Kür läuft tut Malmö eben seine Pflicht. Entscheidend wird es dann am 3. November in Malmö.

Anna Westerlund erzielte in der zweiten Hälfte den überraschenden Ausgleich und während man vermutlich südlich von Stockholm überlegte, was man wohl den Spielerinnen aus Piteå zu Weihnachten schenken könnte, markierte Sara Björk Gunnarsdottir mit einem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze die abermalige Führung für den Meister, die Anja Mittag noch auf 3:1 erweiterte.

Wermutstropfen gab es zwei und es betrifft die wohl wichtigsten Füße des Teams: Ramona Bachmann wurde in der ersten Halbzeit bereits nach einem Schlag gegen den Fuß ausgewechselt und Anja Mittag verließ kurz nach ihrem Treffer den Platz.

Krankengymnastin Malin Lundgren: „Bei Ramona ist der Fuß nicht verstaucht, keine größere Gefahr. Anjas Fuß ist allerdings verstaucht, aber auch da habe ich keine großen Sorgen.“

Am Mittwoch wartet das nächste Spiel daheim gegen MTK Budapest. Da dürften Bachmann und Mittag wohl pausieren, da man bereits ein 4:0 mit nach Hause gebracht hat.

Auf dem Valhalla IP in Göteborg haben in dieser Saison sowohl Kopparberg/Göteborgs FC wie auch Jitex Heimrecht. Die Mölndaler warten auf den Bau eines neuen Stadions. Das mit Spannung erwartete Derby bot den Fans freien Eintritt und immerhin kamen 1153 und sahen einen Sieg der favorisierten Innenstädter gegen den Vorort. Die englischsprachigen Muttersprachler sind immens wichtig für Göteborg, einem Team, das noch vor zwei Jahren lediglich mit der Norwegerin Ingvild Stensland eine Ausländerin im Team hatte.

Heute sind die Leistungsträgerinnen aus den USA. Yael Averbuch hat Lisa Ek im Mittelfeld mehr als ersetzt. Die Klassespielerin erzielte zwei Tore und den dritten machte die Engländerin Anita Asante, die ihrerseits eine Vergangenheit in der amerikanischen Liga WPS hat. Zwischendurch hatte Kristine Lindblom die  frühe Führung durch Averbuch (2. Minute) ausgleichen können.

Göteborg konsolidierte somit seinen dritten Platz, 16 Punkte hinter Malmö und 14 hinter Tyresö, die damit beide die Champions-League-Qualifikation für die Saison 2013/14 in der Tasche haben.

Torbjörn Nilsson zu Göteborgs Posten über Averbuchs zweiten Treffer, einem Schuiss aus knapp 25-30 Metern Entfernung: „Das war ein toller Schuss. Sie schießt so wie ein Pferd tritt.“

 

 

 

Sonntag ohne Auswärtstor

Normalerweise spielt es im Frauenfußball keine so große Rolle, ob man nun auswärts oder zu Hause spielt. Am Sonntag erzielten alle vier Teams, die zu Besuch waren, jedoch kein einziges Tor, die Gastgeber jedoch insgesamt neun.

0:0 endete Meistertrainer Martin Sjögrens erstes Spiel auf der Bank von Linköpings FC. Dass Jitex sich nicht so leicht schlagen lassen würde nach einer Kette von Niederlagen im Frühjahr, aber zwei Siegen kurz vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs war klar. Zwei ehemalige AIK-Spielerinnen trafen das Gehäuse: Zunächst Frida Höglund (Jitex), dann auch noch Emma Lundh (Linköping). Lundh musste auf die Bank und wurde für Louise Fors eingewechselt. Ansonsten debütierte die Dänin Pernille Harder im zentralen Mittelfeld bei Linköping.

Djurgården kam zu spät. Die Maschine sollte um 12.50 Uhr in Stockholm-Bromma starten, um 16.00 Uhr war der Anpfiff angesetzt. Ohnehin schon sehr knapp geplant. 70 Minuten Verspätung. Verschiebung um 30 Minuten, mehr war nicht drin, da um 19.50 Uhr schon der Rückflug geplant war. Am Flughafen in Malmö-Sturup warteten Taxis, Vorbefeitung auf den Rückbänken, Einlauf. Gudbjörg Gunnarsdottir zwar mit, aber als Reservistin auf der Bank, mehr moralische Unterstützung. Schon nach zwei Minuten hatte die 17-Jährige Tove Engblom wieder ein Ding im Kasten. Sara Björk Gunnarsdottir, Katrin Schmidt und Anja Mittag sorgten nach 19 Minuten für eine schnelle 3:0-Führung und ich befürchtete Schlimmes für Tove, aber Malmö traf danach nur noch einmal durch Katrine Veje. An das 0:11 erinnerte nichts mehr, die zweite Halbzeit lief besser für Djurgården, zumal Malmö seinen Torhunger schon gestillt hatte. Trotzdem Klassenunterschied.

Kristianstad gewann 4:0 gegen den Zehnten Örebro. Ähnlich wie das Malmö-Spiel. Drückende Überlegenheit der Gastgeberinnen. Das war in den letzten Jahren anders, aber jetzt ist Örebro wirklich in der Abstiegszone angekommen. Woran das liegt? Keine Ahnung. Es kann wirklich nicht nur daran liegen, dass Olina Vidarsdottir ein Kind bekommen hat. Denn ansonsten sieht das Team auf dem Papier fast gleich aus. Tore für Kristianstad durch Therese Andersson, Katrin Omarsdottir, Susanne Moberg und Elin Nilsen.

Die vierte Amerikanerin – Yael Averbuch nach Göteborg

Annike Krahn war ein ganz heißes Gerücht, als Abwehrspielerin Jane Törnqvist merkwürdigerweise inmitten der Saison ihre Karriere beendete. Es kam die junge Amerikanerin Camilla Levin nach Göteborg.

Als sich jetzt auch Lisa Ek nach sechseinhalb Jahren aus dem Staub machte, zunächst in Deutschland gewähnt wurde, dann aber gestern als Neuzugang für Meister LdB FC Malmö präsentiert wurde (Konkurrenz für Katrin Schmidt), musste Göteborg reagieren und es ging schnell.

Heute Nachmittag gab der Club auf seiner Webseite bekannt, dass die 25-Jährige Amerikanerin Yael Averbuch einen 1,5-Jahresvertrag in Westschweden unterschrieben hat. Averbuch hatte zuletzt einige Wochen Champions League beim russischen Verein Rossiyanka gespielt.

In ihrem nebenbei bemerkt sehr lesenswerten Blog in der New York Times wird Averbuch schon zitiert: „Ich werde am 6. August nach Schweden fliegen und mein Blog dann mit Abenteuern auf und jenseits des Fußballplatzes anreichern. Falls ihr irgendwelche Empfehlungen habt, was ich in Schweden sehen oder tun sollte dann kommentiert bitte.“

Göteborg hat vor dem Start in die CL im Herbst also nun mit Camilla Levin, Ingrid Wells, Christen Press, Yael Averbuch sowie der Engländerin Anita Asante gleich fünf Spielerinnen mit Englisch als Muttersprache.

Halbzeit (2):LdB FC Malmö

Therese Sjögran fällt für den Rest der Saison aus – wer wird sie ersetzen?

Zweimal habe ich den amtierenden Meister LdB FC Malmö in dieser Saison „live“ gesehen. Einmal am Tyresövallen gegen den großen Herausforderer und einmal auf Skytteholms IP in Solna beim stark abstiegsgefährdeten AIK.

Beide Spiele hat Malmö mit 0:2 verloren, es waren die einzigen Niederlagen, ansonsten hat man nur gewonnen, neun Mal. Konsequenz? Sollte ich Stadionverbot bekommen, wenn Malmö sich irgendwo zeigt? Vielleicht.

Nach zahlreichen Abgängen, vor allem von Torschützenkönigin Manon Melis hatte man sich gefragt, wer die Nachfolge der Holländerin antreten könnte. Kaum Ramona Bachmann, die an guten Tagen zum Besten gehört, was diese Welt in Sachen Frauenfußball zu bieten hat, aber die bislang nicht als Torschützin in Serie von sich reden machte. Peter Moberg, der neue Trainer Malmös, sagte nach den ersten Testspielen, dass er sicher sei, dass die nach einer gefühlten Ewigkeit in Potsdam nach Schweden übergesiedelte Anja Mittag Tore in Serie produzieren würde, wenn erst mal der Knoten platzen würde.

Dass es dann tatsächlich so kam, haben nicht alle erwartet. Ich ehrlich gesagt auch nicht. Die 27-Jährige Chemnitzerin, die 2011 für sie sehr schmerzhaft am Kader der Silvia Neid für die WM in Deutschland vorbeischrammte, ist in der Halbzeitpause der Liga als Spielerin der Saison angekommen. 13 Tore in elf Spielen, dazu immerhin vier Assists, meistens für die frischgebackene U19-Europameisterin Elin Rubensson sprechen eine deutliche Sprache. Kristianstads Trainerin Elisabet Gunnarsdottir brachte es auf Twitter auf den Punkt: „Anja Mittag ist eine der intelligentesten Stürmerinnen der Welt, schon immer ein persönlicher Favorit.“

Ramona Bachmann brauchte etwas länger, wurde am Anfang durch eine Fußverletzung behindert, die sie sich in der Vorbereitung zugezogen hatte. Aber jetzt ist die Schweizerin da und dieses Duo, oder besser Trio Bachmann – Mittag – Rubensson gehört zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Nicht vergleichbar mit Marta – Vero – Seger, vor allem die beiden Erstgenannten sind in Sachen Technik eine Klasse für sich, aber BMR spielen zusammen, füreinander, miteinander, das vermisst man oft schmerzlich bei den Spielerinnen aus Tyresö.

Apropos Verletzungen. Malmö hatte zwei Kreuzbandrisse zu verzeichnen. Zuerst Frida Nordin, das Arbeitstier in Abwehr und Mittelfeld, im Mai 30 Jahre alt geworden und dann die Grand Old Lady Therese Sjögran, 35 Jahre alt, im Training verletzte sich die Nationalspielerin, die nun definitiv nicht mehr an einer Olympiade teilnehmen wird in ihrer langen Karriere. Nordin wurde schnell ersetzt durch die neuseeländische Weltklassespielerin Al Riley, deren Vertrag inzwischen bis Ende 2013 verlängert wurde. Riley spielte zuletzt beim WPS-Meister Western New York Flash. Den Verein gibt es zwar noch, aber die WPS ist nach drei Jahren am Ende und die WPSL-Elite-League lockt nicht, so dass Riley ihren Schwerpunkt nach Europa verlagert hat. Für Sjögran sucht der Verein noch nach Ersatz für diese Saison: Tobin Heath war im Gespräch, ebenso Rossiyankas schnelle Schwedin Sofia Jakobsson, die sich aber inzwischen entschlossen hat, weiterhin gutes Geld in Moskau zu verdienen und außerdem mit brasilianischen Weltklassespielerinnen wie Aline und Cristiane weiterzuspielen. Rossiyanka hat Ambitionen in der Champions League und wird sich vielleicht noch weiter verstärken.

Finanziell gab es Turbulenzen, bevor die Saison begann. Man werde es ökonomisch nicht schaffen, schrieb der Verein in einem offenen Brief der Stadt und bei einem Gespräch mit den Funktionären beider Seiten gab es dann Zusicherungen und auch einige Sponsoren wurden durch die Hilferuf-Aktion neu ins Boot geholt. Sicher scheint der Verein aber den finanziellen Anforderungen der mittleren Zukunft nicht unbedingt gewappnet zu sein. Wir werden sicher noch etwas von dieser Front hören in den kommenden Monaten gegen Ende dieser und vor Beginn der nächsten Saison.

Malmö liegt ein Spiel hinter Tyresö und sollte am 15.08. die Tabellenführung bei Djurgården übernehmen. Vieles spricht im Moment tatsächlich dafür, dass Tyresö und Malmö die Meisterschaft unter sich ausmachen werden. Tyresö als der Verein mit den besten Spielerinnen in der Gesamtheit und Malmö als das in dieser Hinsicht knapp dahinter liegende Team, allerdings mit dem besseren Kollektiv. Am 02.11. könnte es demzufolge zu einem Endspiel um die Meisterschaft kommen auf dem Malmö IP und zum ersten Mal könnten zwei Deutsche schwedische Meisterinnen werden: Anja Mittag und Katrin Schmidt.

Anja Mittag schießt Umeå ab

Anja Mittag - vierfache Torschützin gegen Umeå

Der Wechsel von Turbine Potsdam zu LdB FC Malmö hat Anja Mittag offenbar mehr als gut getan. Mit vier Toren heute Abend beim 7:1 gegen Umeå IK kommt die Chemnitzerin auf nunmehr sieben Saisontore aus vier Spielen und führt die Torschützenliste damit vor Christen Press und Sofie Andersson mit je 5 Treffern an. Umeå hatte nicht den Hauch einer Chance und fing sich weitere Gegentreffer von Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran (jeweils auf Vorlage von Mittag) und Elin Rubensson ein. Die 19-Jährige Rubensson wurde bislang viermal engewechselt und kommt auch schon auf drei Tore für den schwedischen Meister.

Enttäuischend allein, dass lediglich 731 Zuschauer die Galavorstellung von Malmö sahen. „7:1 war vielleicht zu viel,“ sagte Anja gewohnt bescheiden der Lokalzeitung Sydsvenska Dagbladet. Das Spiel wurde dabei im Mittelfeld entschieden: „Wir wussten, dass sie sich übers Mittelfeld langsam nach vorn spielen,“ sagte Ramona Bachmann, die heute ihre bislang stärkste Saisonleistung zeigte. Katrin Schmidt als Ballgewinnerin im Mittelfeld zeigte ebenfalls eine länderspielreife Leistung.

Für Umeå war es nach dem 0:6 bei Älvsjö AIK 1998 die höchste Niederlage seit 14 Jahren.

 

Damallsvenskan 2012

Morgen Mittag mache ich mich auf den Weg nach Tyresö, südöstlich von Stockholm, wo Hans Löfgrens Werk, das er vor gut fünf Jahren begonnen hat, den ersten Schritt seiner Bollendung erleben soll. Von der vierten Liga zum Meistertitel. Damals, so hat er mir einmal erzählt, spielte seine Tochter in einer Jugendmannschaft von Tyresö FF. Er hatte mitbekommen, dass die erste Mannschaft Tyresös gerade abgestiegen war. Und ein Gedanke keimte auf. In den Wochen darauf hat er dann seine legendäre Power-Point-Präsentation geschrieben, ist damit zum Vorstand des Vereins gegangen und hat seinen Plan vorgestellt. Das gerade abgestiegene Team sollte 2012 schwedischer Meister werden und 2014 die Champions League gewinnen.

Wenn man gerade in die vierte Liga abgestiegen ist, hält man solche Pläne und Visionen sicher für Wolkenkuckucksheime. Aber Löfgren kann Leute überzeugen, der Verfein sagte: „Mach mal“ und ernannte den Mittvierziger zum Sportchef. Er besorgte gleich fünf neue Spielerinnen aus der zweiten Liga und die Reise startete. Trainer war damals Tino Katsoulakis, ein Mann der Fußball mit großem Engagement lehrt und der bis heute sehr beliebt bei seinen Spielerinnen ist. Azra Durakovic ist ein großes Stück des Wegs mitgegangen, sie war Mannschaftskapitänin und spielte noch ein Jahr in der erstn Liga, 2010. Dann war sie aber schon nicht mehr gut genug. Und das ist das Traurige an der Erfolgsgeschichte. Von denen, die vor fünf Jahren den rasanten Aufstieg durch das Seriensystem begannen, ist heute keine einzige Spielerin mehr aktiv in der Mannschaft.

Stattdessen Weltklasse und schwedische Spitze: Marta, Vero Boquete, Caroline Seger, Elaine Moura, Kirsten van de Ven, Madelaine Edlund, Lisa Dahlkvist, Line Röddik Hansen, Linda Sembrant, Johanna Frisk, Annika Svensson, Carola Söberg. Das sind schon 12 Namen. Eine aus dieser beeindruckenden Auswahl wird morgen auf der Bank sitzen müssen. Trainer Stefan Fredriksson sagte mir am Dienstag in Göteborg, dass das auch seine Aufgabe sei: „Ich muss vermitteln und erklären, warum einige nicht spielen werden. Aber wir haben auch einen einzigartigen Luxus. Für die Nationalspielerinnen hat eine Saison bis zu 40 Spiele. Es gibt immer Wehwehchen. Wenn mal jemand angeschlagen ist, können wir sie immer fast gleichwertig ersetzen.“

Tyresö ist also der haushohe Favorit auf die Meisterschaft. Und Linköping, das sich so grandios verstärkt hat, wird durch den Kreuzbandriss von Linda Sällström zwar nicht wesentlich schwächer, aber die Alternativen werden geringer für Sportdirektor Jörgen Pettersson. Für Emma Lundh kann die Verletzung Sällströms allerdings den Stammplatz bedeuten. Eine Spielerin, der ich den Durchbruch und eine sensationelle Saison zutraue.

Ich werde jetzt nicht die Vereine der Liga herunterbeten. Malmö und Göteborg heißen die anderen beiden Teams, die es packen könnten, aber wohl eher um Bronze spielen werden. Aber an einem guten Tag können sie fast alle schlagen. Aber da Tyresö nicht nur die beste Spielerin der Welt hat, sondern vielleicht auch die zweit- oder drittbeste in Vero, muss sich schon eine der Beiden verletzen, damit es schief gehen soll. Achillesferse ist die Abwehr, die Vier sind nicht sonderlich schnell, das sind aber eben Manon Melis und Lisa DeVanna. Kriegt die portugiesischstämmige Australierin ihr berüchtigtes Temperament in den Gridd und bildet ein Angriffspaar mit Melis, dann dürfte das eine der besten Sturmreihen der Welt sein. Nicht auszudenken, wie das mit Sällström hätte aussehen können. Tyresös Abwehr wäre schwindlig geworden und hätte hinterhergehechelt.

Wir werden ein großes Mittelfeld haben in dieser Saison. Fünf Vereine: Kristianstad, Umeå, Örebro, Jitex und Piteå. Je nachdem, wer das Puzzle besser hinbekommt, wird vorne landen. Ein bisserl Glück gehört auch dazu und um mit Bernd Schröder zu sprechen: „Fußball ist keine Naturwissenschaft.“

Das Jahr ist wichtig. Nächstes Jahr ist nämlich EURO angesagt in Schweden. Wir müssen alles tun, um eine stabile und gute Zuschauerbasis aufzubauen. Schon wieder macht das Gerede von der besten Liga der Welt die Runde, nachdem Malmö und Göteborg im Viertelfinale der CL Tschüss sagen mussten. Dummes Geschwätt? Mitnichten. Die Saison in Schweden liegt halt so verquer, dass man immer ein Jahr auf die CL-Teilnahme wartet. Jetzt werden wieder Malmö und Göteborg teilnehmen. Beide werden wieder ins Viertelfinale kommen, dann werden wir sehen. Aber die eigentlich aktuellen Topteams Tyresö und Linköping steigen im August 2013 ein, nach der EM. Das ist schon ein verzerrter Wettbewerb. Mal schauen, ob Tyresö dann Lyon Konkurrenz machen kann. Denn die Französinnen holen den Cup i München.

Eine andere Prognose. Die WPS wird nicht mehr zurückkommen, aber trotzdem wird es Profifußball in den USA geben. Fußball ohne Gehirn hat der charismatische Torbjörn Nilsson das genannt. Rauf, runter, rauf, runter, schießenm schießen, schießen. Physisch ist man in den USA auf einem sehr hohen Niveau, Taktisch und vor allem technisch weit hinter Europa zurück, wenn man mal von den privilegierten Spielerinnen des USWNT absieht, der Nationalelf. Aber an Christen Press werden wir unsere Freude haben in Schweden. Habe nie verstannden, warum Pia Sundhage sie nicht auf den vorderen Seiten ihres Notizbuches hatte.

Olympia wird sehr spannend. Es gibt zwei Favoriten. Die USA und Japan. Und in Frankreich einen ernst zu nehmenden Außenseiter. Ich glaube weder an Brasilien noch an Schweden. Obwohl beide den drei Genannten einen Strich durch die Rechnung machen können, wenn diese nicht 100%-ig vorbereitet sind. Leider ist Deutschland nicht dabei, aber man selber seine Chancen auf tölpelhafte Weise versemmelt. Jetzt bomben sich die Deutschen zur EURO und mit jedem Vierer-, Fünfer- und Sechserpack scheinen sie einen Aufschrei auszustoßen, dass man sie nicht vergessen soll. Wird man nicht. Deutschland mit dem neuen Traumduo Anja Mittag und Celia Okoyino da Mbabi ist Topfavorit auf die EURO,

Aber auch nicht bei der U19-EM dabei. Zum ersten Mal. Das Team, das Maren Meinert in Västerås antreten ließ, spielte gef’ällig, überzeugte aber nicht. Schweden ganz anders. Elin Rubensson brachte es auf den Punkt. Wir haben das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht, strahlte die Malmöerin, der Anja Mittag und Katrin Schmidt bei den Deutsch-Hausaufgaben helfen, nach dem Spiel und in freudiger Erwartung einer Reise in die Türkei.

Morgen aber erst einmal geht die Damallsvenskan los, 3.000 werden in Tyresö zur Premiere erwartet.Mehr dazu in etwa 24 Stunden. Ein spannendes Fußballjahr beginnt. Freuen wir uns darauf.

Edwards und Omardottir verstärken Kristianstad

Eigentlich stand ihr Kader ja. Aber seit Ende Januar kamen teilweise bis zu 20 Mails am Tag von Spielerinnen aus der WPS, die gerne in Schweden spielen wollten. Elisabet Gunnarsdottir sagte, dass sie nur ordentliche Verstärkung akzeptieren werde.

Heute Abend gab sie die Verpflichtung von zwei neuen Spielerinnen bekannt. Die eine, die Isländerin Katrin Omarsdottir war schon einmal eine halbe Saison lang da und hatte einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, ging dann aber zum Studium in die USA. Die andere wurd amerikanische Meisterin 2011, war U-20-Weltmeisterin und spielte ein paar Wochen lang beim hoffnungslos unterlegenen Absteiger Hammarby DFF, wohl vor allem, weil mit Katrin Schmidt, Mami Yamaguchi, Kirsten van de Ven und Sanna Talonen ehemalige Mitspielerinnen der Florida State University in Schweden waren. Dennoch war es nicht leicht für Edwards umzustellen von jede Woche gewinnen mit Western New York Flash auf jede Woche verlieren mit Hammarby. Heute Abend wurde sie als Neuzugang von Gunnarsdottir präsentiert, die nach eigener Aussage nun süsse Kopfschmerzen bekommen werde beim Problem jedes Wochenende eione Startformation aufzustellen.

 

Testspiele am Samstag: Linköping und Malmö gewinnen

In Stockholm herrschen Temperaturen um den Gefrierpunkt, es schneit heftig am Abend, dennoch wurde sieben Wochen vor Beginn der Damallsvenskan vielerorts Fußball gespielt, Spiele, an denen Erstligisten beteiligt waren.

Meister LdB FC Malmö traf den norwegischen Vizemeister Stabaek auf der Hälfte des Wegs in Göteborg und gewann mit 3:1. Vor Wochenfrist hatte Stabaek gegen den kommenden Viertelfinalgegner Malmös, den 1.FFC Frankfurt mit 1:2 verloren. „Stabaek verlor vor einer Woche mit 1:2 gegen Frankfurt und ist der Meinung, dass wir klar stärker waren,“ sagte denn auch Malmös neuer Trainer Peter Moberg nach dem Spiel. „Wir müssen an der Ausnutzung unserer Torchancen arbeiten, wir hatten so viele Chancen, dass wir mit 6:1 hätten gewinnen können.“

Alle Tore erzielten Spielerinnen von Malmö, der zwischenzeitliche Ausgleich fiel nach einem Rückpass, bei dem die Torhüterin nicht im Tor stand… „Vorne haben wir alle drei Tore durch Pässe in den Raum gemacht. Das erste Tor erzielte Therese Sjögran nach Pass von Elin Rubensson. Die beiden anderen Tore fielen durch Rückpässe schräg nach hinten.“ Zum zweiten Mal testete Moberg Therese Sjögran eine Halbzeit lang als Stürmerin, eine Alternative für die beiden Champions-League-Spiele im März, in denen Anja Mittag nicht spielberechtigt ist, da sie bereits mit Turbine Potsdam am laufenden Wettbewerb teilgenommen hat.

Die beiden anderen Tore für Malmö schossen die Dänin Katrine Veje und Katrin Schmidt.

Beim zu einer Tradition gewordenen Hallenturnier Växjö Cup nehmen dieses Wochenende gleich drei Topvereine teil: Tyresö FF, Kopparberg/Göteborgs FC und der durch mehrere spektakuläre Neuverpflichtungen zum Meisterschaftsanwärter avancierte Linköpings FC. Zunächst hatte Gastgeber Östers aus Växjö (spielt in der Südgruppe der zweiten Liga) erwartungsgemäß keine Chance gegen Göteborg. Mit 4:0 gewannen die Westschwedinnen. Tore durch Linnéa Liljegärd (2), Ingrid Wells und Sara Lindén. Göteborg testete die 25-Jährige amerikanische Mittelfeldspielerin Kelsey Hood(zuletzt aktiv bei den Vancouver Whitecaps), die eventuell übernommen werden könnte.

Zum Spitzenspiel kam es dann zwischen Tyresö und Linköping. Tyresö in Bestbesetzung, Linköping noch ohne die beiden Neuzugänge Lisa DeVanna und Manon Melis. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, dominierte Tyresö zunächst in der zweiten Hälfte. Zehn Minuten vor dem Ende schoss die dänische Nationalspielerin Line Röddik Hansen an den Pfosten, von wo aus der Ball ins Tor von Sofia Lundgren ging. Als es schon nach einem knappen Tyresö-Sieg aussah, köpfte Neuzugang Nilla Fischer nach einer Ecke den Ausgleich. Verlängerung gibt es nach Reglement nicht. Das Elfmeterschießen gewann dann Linköping mit 6:5. Als Tyresös Karin Lissel ihren Elfmeter verschoss, traf die vom Zweitligisten Kenty ausgeliehene Emma Ekman und brachte Linköping ins morgige Finale gegen Göteborg.

In der Behrns Arena in Örebro trafen KIF Örebro und AIK aus Solna aufeinander und trennten sich 2:2. Ein sehr gutes Ergebnis für den Aufsteiger, der zunächst durch Therese Boström mit 1:0 und dann durch Clara Markstedt mit 2:1 in Führung ging. Dabei war Gastgeber KIF Örebro deutlich überlegen, konnte seine Dominanz aber nicht in Tore umsetzen. Nach Boströms Schuss glich Hanna Ågren nach Pass von Linda Fransson nur drei Minuten später aus. Sanna Talonen erzielte in der 44. Minute den 2:2 Endstand.

Bescheid am 20. Februar

Niemand hat erwartet, dass Malmös Sportdirektor Niclas Carlnén von seinem Gespräch mit der Stadt Malmö mit einem Aluminiumkoffer voller 1000-Kronenscheine zurückkehrt. Die Entscheidung wurde vertagt. Am 20. Februar will die Stadt Bescheid geben, keinen Tag früher, ob sie dem darbenden Meister LdB FC Malmö Geld in die leeren Kassen fliessen lässt.

„Wir hatten ein gutes Gespräch, denke ich,“ sagte Niclas Carlnén. „Wir konnten unsere Standpunkte vortragen und haben das auf der Grundlage des Briefes getan, den wir der Stadt im Vorfeld gechickt hatten.“ Ein Bestandteil des Briefs, so die Zeitung Sydsvenska Dagbladet sei der Hinweis darauf gewesen, dass Tochterunternehmen der Stadt Malmö die Frauen mit rund 10.000 Euro, die Männer aber mit 160.000 Euro unterstützen würden. Ldb FC beruft sich auf das Gleichstellungsgebot, verhandelt gleichzeitig mit alten und neuen Sponsoren.

Um die Frage von gestern Abend vorläufig zu beantworten: Es sieht nicht aus, als ob Ramona Bachmann, Anja Mittag und Katrin Schmidt in vier Wochen auf der Strasse stehen, aber der Verein, den sie gewählt haben, ist beileibe nicht so auf Rosen gebettet, wie sie vielleicht bei ihrer Unterschrift angenommen haben.

 

Bachmann, Mittag, Schmidt – arbeitslos in vier Wochen?

Es ist zum Haare ausraufen. Wenn ich nicht so wenige hätte… Bevor der Kosmetikkonzern LdB vor gut fünf Jahren mit ein paar hunderttausend Euro einstieg, war die Frauenfußballabteilung von Malmö FF Jahr für Jahr vom Konkurs bedroht. Zu Anfang der Saison durfte Malmö seinen Namen ändern, FF verschwand und LdB FC waren der neue Vorname und auf einmal ging es aufwärts. Sikta mot stjärnorna – mit Ziel Richtung Sterne. Der Kader wurde verstärkt und zwei Jahre lang war man Meisterschaftsfavorit, bevor es im dritten Anlauf endlich klappte. Malmö war das neue Topteam, eine rosige Zukunft winkte dem Produkt, das sich geschickt mit der Internetadresse www.itsawomensworld.se versah. Von Marta war die Rede, nachdem man schon Ramona Bachmann, Katrin Schmidt und Anja Mittag geholt hatte. Hochtalentierte Nachwuchsspielerinnen wie die Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir und die Dänin Katrine Veje wurden für mehrere Jahre an den Verein gebunden. Viertelfinale gegen Frankfurt im März, ein Höhepunkt, bei dem man sich trotz des Weggangs der überragenden Manon Melis und Mittelfeldmuskelprotz Nilla Fischer nicht als Außenseiter sehen musste.

Und nun sagt die Präsidentin Cecilia Tholse: „Sieht es in einem Monat noch so aus wie heute, müssen wir LdB abwickeln. Unsere Lage ist so ernst, dass es sehr schwer wird, ein Fußballjahr durchzuführen, wenn die Gemeinde uns nicht hilft. Wenn nichts geschieht, dann glaube ich, dass wir in Konkurs gehen oder zumindest unsere Topmannschaft abwickeln müssen. Man kann nichts betreiben, wenn man kein Geld hat. Gehälter müssen schließlich bezahlt werden.“

Falls die Stadt Malmö im heutigen Gespräch mit dem Verein keine Hilfe zusagt würde das laut Tholse bedeuten: „Dann heißt es Vorhang runter. Dann haben wir es nicht geschafft. Wir haben ein Produkt, bei dem alle unsere Erfolge beklatschen, aber niemand zahlen will. Dann lohnt es sich nicht länger, es zu haben.“

Einem Artikel in der Boulevardzeitung Kvällsposten zu Folge hat sich LdB FC an den früheren Mutterverein Malmö FF gewandt, dessen Vorsitzender Håkan Jeppson jedoch habe erklärt, dass es zu früh sei, die beiden Vereine wieder fusionieren zu lassen.