Lotta Schelin verhandelt mit Göteborg

In ihrem Kopf sei alles klar, hat Schwedens wohl derzeit größte Fußballspielerin, Lotta Schelin, gestern einer Zeitung gegenüber gesagt. Göteborgs Posten vermeldete, dass die 32-Jährige über ihre Agentin Anna Pohjanen (die keine offizielle Agentin ist und deshalb Beraterin genannt werden müsste) mit Kopparberg/Göteborgs FC verhandeln würde. Therese Sjögran, Sportchefin beim schwedischen Meister FC Rosengård sagte, dass Schelin sicher eine unteressante Spielerin sei, man aber mit ihr zur Zeit  nicht verhandele.

Für mich ist der Fall damit relativ klar. Lotta wird nach Hause kommen. Ich hatte im Laufe ihrer Karriere drei Mal die Gelegenheit Interviews mit Lotta Schelin zu machen, zwei Mal haben wir uns persönlich getroffen. Von daher aus erster Hand meine Einschätzung: Lotta Schelin ist eine großartige Fußballspielerin (das wissen alle) und sie ist ein sehr intelligenter Mensch. Darüberhinaus ist sie äußerst bodenständig und hängt sehr an ihrer Heimat und an der Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Ich halte sie auch für weitsichtig und vernünftig.

All das spricht für Göteborg. Sie weiß, dass sie sich in der letzten Phase ihrer aktiven Karriere befindet. Sie hat acht Jahre bei der wohl besten Frauenfußballmannschaft Europas (der Welt?) gespielt und ihren Auslandsaufenthalt in Lyon genossen und sie will am Donnerstag (morgen) auch das Finale der UWCL gegen den VfL Wolfsburg genießen.

Danach ist dann die Zeit reif, nach Hause zu kommen. Das Sportliche tritt in den Hintergrund bei dieser Entscheidung. Die großen Titel im Vereinsfußball. hat sie alle bereits gewonnen.

Es würde mich sehr wundern, wenn es nicht so kommt.

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Damallsvenskan 2016 – der Tipp

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Zwei Spielerinnen, die auch 2016 von sich reden machen dürften: Natalie Björn (hier noch AIK, jetzt Eskilstuna United) und Natasa Andonova (FC Rosengård)

Der FC Rosengård ist auch 2016 Topfavorit auf den Meistertitel in Schweden. Während der Saison 2015 gingen Anja Mittag und Ramona Bachmann, aber der übrig gebliebene Stamm plus die neu geholten Gaelle Engamanouit, Natasa Andonova und Lieke Martens geben der Mannschaft dennoch ausreichend Spitzenkompetenz, um mehr oder minder einsam an der Spitze zu kreisen. Zu rechnen ist überdies damit, dass Star Caroline Seger nach dem Ende der Saison in Frankreich zum FC Rosengård hinustösst, wo nicht nur die besten Rahmenbedingungen herrschen, sondern mit Therese Sjögran auch Segers BFF als Sportchefin tätig ist. Ausserdem lebt die Familie der 30-Jährigen unweit von Malmö.

Ich sehe nur ein Team, das Rosengård herausfordern kann und das ist der Vorjahresvierte Linköpings FC. Dort ist zwar die legendäre Charlotte Rohlin in Fussballerinnenrente gegangen, sie wird aber problemlos ersetzt durch Magdalena Ericsson. Die 22-Jährige, die in der Nationalmannschaft Linksverteidigerin spielt, wird von Coach Martin Sjögren (bester Trainer der Liga?) in die Mitte neben der routinierten Dänin Janni Arnth eingesetzt. Sjögren hat sich entschieden, auf 4-3-3 als Spielsystem zu setzen. Im Angriff haben die jungen Pernille Harder, Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius bereits in den Testspielen ordentlich hingelangt und selbst als Rolfö wegen Verletzung ausfiel, sorgte die Norwegerin Kristine Minde für Torjubel. Im Mittelfeld hat man mit der filigranen Technikerin Claudia Neto und Renée Slegers zwei exquisite Spielerinnen. Linköping wird Zweiter und erreicht sein Saisonziel Champions League.

Platz drei geht an den Viemeister von 2015. Eskilstuna United hat etliche Schlüsselspielerinnen durch Karriereende (Petra Larsson und Sofie Persson) verloren und die Kamerunerin Gaelle Engamanouit an den schärfsten Konkurrenten Rosengård. Aber Coach Victor Ericsson hat interessante Neuverpflichtungen geholt. Vor allem Marija Banusic könnte bei ihm den Durchbruch schaffen. Er hat bereits Olivia Schough zu neuen Karrierehöhen verholfen. Ausserdem holte Ericsson zwei AIK-Talente mit Petra Andersson und Natalie Björn. Björn habe ihm am meisten imponiert, sie sei schon jetzt eine Führungsspielerin, sagte Ericsson am Rande des Medienauftaktes der Damallsvenskan. Dennoch reicht das „nur“ zu Platz 3.

Dahinter wird es schwierig. Der Vorjahresdritte Piteå IF hat Pauline Hammarlund an Göteborg abgeben müssen, Hanna Pettersson og sich bei einem der ersten Trainings einen neuerlichen Kreuzbandriss zu. Aber mit Felicia Karlsson könnte Piteå einen Glücksgriff getan haben. Die vielleicht schnellste Stürmerin der Liga (Linda Sällström?) hat einen Durchbruch längst verdient und könnte ihn bei Stellan Carlsson schaffen, der schon Hammarlund und Emilia Appelqvist veredelt hat. Ich sehe Piteå knapp auf Platz vier vor Kopparberg/Göteborgs FC, das immer um den Titel mitspielen will, sich dann aber doch nicht entsprechend verstärkt. Die Niederländerinnen Manon Melis, Lieke Martens und Danielle van de Donk haben den Club verlassen, mit Pauline Hammarlund und Elin Landström hat man zwei grosse Talente geholt. Das Team ist jünger und wieder wird es nicht für die Champions League reichen. Platz 5. Sollte Lotta Schelin zurückkehren, wie Gerüchte besagen, dann könnte sie Göteborg doch noch ein wenig weiter nach oben bringen, aber wohl kaum in die Champions League.

Vittsjö GIK hat sich nach zwei mittelmässigen Spielzeiten enorm verstärkt. Mit Katie Fraine holte man die beste Torhüterin der Liga aus Linköping und die Nigerianerin Ngozi Okobi wirbelte bei der WM in Kanada 2015 die schwedische Abwehr nach Belieben durcheinander. Schaun mer mal, ob sie das auch in der Liga schaffen wird. Hinzu kamen eine weitere Nigerianerin, die Finnin Emmi Alanen und die physisch starke Clara Markstedt. Platz sechs sollte keine Utopie sein, wenn das Trainerduo unter der Führung von Thomas Mårtensson das Team zügig einspielen kann.

Für KIF Örebro bleibt dann nur Rang 7 übrig. Hanna Folkesson absolvierte 2015 kein einziges Spiel für den ehemaligen Vizemeister und Lisa Dahlkvist verliess ihren Mutterclub, um mit Caroline Seger wesentlich lukrativer das PSG-Mittelfeld zu bespielen. Ende des Jahres hagelte es Rücktritte. Elin Magnusson, Sanna Talonen und Susanna Lehtinen hingen die Fussballschuhe an den Nagel und werden enorm fehlen. Das Gefüge im Team verändert sich. Hinzu kommt, dass die Nigerianerin Sarah Michael einen Kreuzbandriss erlitt und man deshalb schnell die 34-Jährige Melissa Tancredi aus Kanada holte. Interessant zu sehen wird, inwieweit Mittelfelddiamanttalent (ein neues Wort…) Michelle De Jongh weiter von sich reden machen wird. Ein Interview mit ihr kommt in der nächsten Woche.

Achter in der Liga ist dann die einstige Fussballgrossmacht Umeå IK, die längst auf dem Boden der finanziellen Realitäten angekommen ist. Immerhin konnte man Nationalspielerin Jenny Hjohlman behalten und auch Supertalent Lina Hurtig. Letztere ist allerdings noch verletzt, aber zu mehr als Platz acht reicht das nicht. Zu unbeständig war das Team 2015, was der mangelnden Routine und auch der fehlenden Breite im Kader geschuldet ist.

Elisabet Gunnarsdottir ist schon im achten Jahr Trainerin von Kristianstads DFF und gestern hat ihr Team ganz gut ausgeschaut bei Meister Rosengård, was allerdings an einer eher indiskutablen Leistung der Gastgeber in Malmö lag. Die finanziellen Probleme haben Gunnarsdottir zu einer erheblichen Verjüngung des Kaders gezwunfen, mehr als Platz neun ist damit leider nicht drin.

Aufsteiger Djurgården schafft es trotz interessanter Neuverpflichtungen nur knapp, in der Liga zu bleiben. Gegen Linköping erlitt man eine knallende 1:6-Niederlage, es hätte auch zweistellig ausgehen können und ich sah nur wenig Erstklassiges. Die Paraden von Gudbjörg Gunnarsdottir, die wieder dabei ist. Die Innenverteidigerinnen Sheila van den Bulk und Petronella Ekroth sind solide, aber nicht erstklassig. Das ist dafür das zentrale Mittelfeld mit Emilia Appelqvist und Katrin Schmidt. Vorne sollen Mia Jalkerud, Alexandra Höglund und Madeleine Stegius alles richten, verstärkt durch die Portugiesin Carolina Mendes. 

Mallbacken schaffte es letztes Jahr um Haaresbreite, ein Tor besser als Hammarby, die Klasse zu erhalten. In diesem Jahr hat man Mimmi Larsson an Eskilstuna abgeben müssen. Die Neuverpflichtungen, u.a. mit Kirsty Yallop aus Vittsjö sind solide, aber es reicht leider nicht aus. Möglich wird es, wenn man es schafft, zu Hause den Heimvorteil mehrfach zu nutzen. Ein Spiel in Mallbacken ist etwas Besonderes, das haben mir schon viele Spielerinnen anderer Clubs erzählt.

Kvarnsveden hatte kein Geld, nach dem Aufstieg etablierte Spielerinnen aus der ersten Liga zu holen. Stattdessen gab es nur vier Neue aus der Elitettan. Superstar Tabitha Chawinga, die das Team mit ihren 42 Toren in 26 Spielen fast im Alleingang nach oben schoss, alleine kann es auch nicht richten. Chawinga wird sowieso heiss begehrt von allen anderen Clubs sein. Die 20-Jährige Malawierin hat sich dennoch 25 Tore zum Ziel gesetzt. Schafft sie das, dann hat Kvarnsveden eine Chance. Aber woher sollen die Bälle kommen?

Also, noch einmal zusammengefasst:

  1. FC Rosengård
  2. Linköpings FC
  3. Eskilstuna United
  4. Piteå IF
  5. Kopparbergs/Göteborg FC
  6. Vittsjö GIK
  7. KIF Örebro
  8. Umeå IK
  9. Kristianstads DFF
  10. Djurgården
  11. Mallbacken
  12. Kvarnsveden

Therese Sjögran kritisiert UWCL-Modus

Nach dem Gesamtergebnis von 13:0 zwischen dem deutschen Vertreter 1.FFC Frankfurt und dem dänischen Tabellenführer Brøndby IF kritisiert die schwedische Rekordnatioalspielerin Therese Sjögran das Verfahren. Sie meint, das solche Ergebnisse nicht gut für den Frauenfußball sind.

In der Abendzeitung Kvällsposten sagte die 38-Jährige: „Ich finde, man sollte von Beginn an setzen. Jetzt spielten PSG und Lyon im Achtelfinale gegeneinander und Lyon schied aus. Und dann erreicht eine Mannschaft wie Brøndby das Halbfinale. Da kommen die Mannschaften weiter, die eigentlich nicht gut sind. Ich hoffe, dass sie sich das gesamte Auslosungssystem anschauen und stattdessen Mannschaften setzen.“ Sjögran plädiert dafür, dass die Mannschaft mit dem höchsten Koeffizienten im Achtelfinale auf die mit dem niedrigsten trifft usw.

Natürlich muss das System überarbeitet werden. PSG gegen Lyon in dieser Saison, Lyon gegen Potsdam in der Saison zuvor oder auch PSG gegen Tyresö sind Ansetzungen in einem Achtelfinale, die nicht vorkommen sollten.

Natürlich spricht aus Sjögrans Kritik auch die eigene Enttäuschung, dass man abermals selber gescheitert ist. Denn zu behaupten, dass Brøndby nicht in ein Halbfinale gehört, ist auch ungerecht. Linköping ist mit 0:1 und 1:1 an den Däninnen gescheitert. Dasselbe Linköping, das in der letzten Saison beide Ligaspiele gegen den FC Rosengård, für den Therese Sjögran spielt, gewonnen hat. Taktisch gut aufgestellt, gewannen die Kopenhagenerinnen gegen Linköpings FC, das auf nahezu jeder Position zumindest auf dem Papier besser besetzt ist. Das muss man anerkennen. Ich habe selber vorausgesagt, dass Brøndby Kanonenfutter für den 1.FFC Frankfurt werden wird und bin dafür von dänischen Fans kritisiert worden. Nach dem 0:13 haben sie sich nicht mehr gemeldet.

Was muss denn passieren, damit die Champions League interessanter wird? Ja, in der Tat muss man Begegungen wie Lyon – PSG im Achtelfinale durch ein intelligenteres Setzungssystem vermeiden. Um es gerecht zu machen, muss man Mathematik zu Hilfe nehmen. Bezieht man sich dabei nur auf internationale Spiele, können schnell zusammengestellte Spitzenteams wie Tyresö und PSG durch das Sieb fallen und gegen Rosengård oder Wolfsburg gelost werden. Um das zu vermeiden, müssten die Ligen noch stärker gewichtet werden und auch Ligapiele in die Wertung einfließen.

Schaut man sich die Koeffizientenrangliste der UEFA für die Saison 2014/15 an, ist Frankfurt 12. und Brøndby 14. in Europa, dazwischen befindet sich lediglich der NOSV Neulengbach. Das 13:0 in zwei Spielen hätte durch den Koeffizienten nicht vermieden werden können.

Würde Therese Sjögrans Vorschlag, dass das Team mit dem besten Koeffizienten jeweils gegen den Vertreter mit dem schwächsten Koeffizinten spielen müsste, angenommen, das Achtelfinale in dieser Saison hätte so ausgesehen:

Olympique Lyon – Gintra (Litauen)
VfL Wolfsburg – Bristol City
ASD Torres – FC Zürich
FC Rosengård – FC Barcelona
Fortuna Hjørring – Glasgow City
1.FFC Frankfurt – Zvezda 2005
Neulengbach – Paris Saint-Germains
Brøndby – Linköpings FC

Dabei muss erwähnt werden, dass unter den 16 Vertretern der italienische Club ASD Torres noch vor Rosengård und Frankfurt auf der Rangliste der UEFA residiert. Und Fortuna Hjørring ist der fünftbeste Club unter den 16 Teilnehmern.

Meiner Meinung nach gehört das gesamte System reformiert. Wir brauchen: Deutlich mehr Startgeld für die 32 besten Clubs. Statt wie bislang 20.000 € pro Runde bis zum Halbfinale sollte die UEFA 100.000 € zahlen. verglichen mit den Herren ist das immer noch nicht einmal Taschengeld, aber immerhin ein Anfang.

Wir brauchen auch mehr als zwei Vertreter aus den besten Ligen Europas. Die besten drei Ligen in Europa sind nach dem aktuellen UEFA-Koeffizienten Deutschland (30,249 Pkt.), Frankreich (25,905) und Schweden (20,295). Dass knapp hinter Schweden mit 19,305 Punkten England rangiert, liegt am guten Abschneiden der Arsenal Ladies, aber auch an der Halbfinalteilnahme der Birmingham Ladies von 2013/14. Birmingham ist in der UEFA-Rangliste übrigens zwei Plätze besser als PSG!!! Lasst aus den drei besten Ligen Europas jeweils vier Teams an der UWCL teilnehmen. Dann aus den Ligen auf den Plätzen 4-6 je drei Teams. Bei gegenwärtig England, Russland und Italien würde das sicher auch zu schwachen Teilnehmern führen, aber man muss eine Lösung auch sportpolitisch durchsetzen können. Aus den Ligen auf den Rängen 7-9 kommen je zwei Vertreter. Das sind Spanien, Dänemark und Tschechien. Die verbleibenden fünf Plätze in einem 32er Startfeld werden durch eine Qualifikation vergeben. So bekommen wir 32 Teilnehmer aus 14 Ländern. Der Rest hat sich nicht qualifiziert.

Dann gibt es acht Gruppen à vier Teams. In jeder Gruppe wird ein Team gesetzt. Die beiden besten Teams kommen weiter ins Achtelfinale. Die acht Gruppensieger werden im Achtelfinale den acht Gruppenzweiten zugelost und können lediglich nicht gegen ihren Gruppenpartner spielen.

Der Wettbewerb sollte vom Modus her weitgehend dem der Männer angeglichen werden mit einer etwas anderen Zusammensetzung.

Champions League ohne schwedische Clubs

"Und da machte es popp, popp..." schrieb ein schwedischer Kollege heute. (Foto: Rainer Fußgänger)

„Und da machte es popp, popp…“ schrieb ein schwedischer Kollege heute. (Foto: Rainer Fußgänger)

Beide schwedischen Vertreter sind aus der Champions League ausgeschieden. Bloggerkollege Johan Rydén schrieb, dass in den letzten fünf Jahren nur ein schwedisches Team das Halbfinale dieses wohl bedeutendsten Wettbewerbs für Frauenfußballvereine erreicht hätte und dass man das eigentlich nicht zählen dürfe: Tyresö FF erreichte 2014 gar das Finale in Lissabon und unterlag dort knapp dem VfL WOlfsburg mit 3:4.

Tyresö hatte nur das Finale erreicht, weil es sich um ein finanziell gedoptes Team handelte, dass der Verein bzw. die Aktiengesellschaft, der der Verein das Team übergeben hatte, nicht mehr leisten konnte. Von Februar bis zum Zerplatzen der Seifenblase Ende Mai erhielten die Spielerinnen keine Gehälter.

Schweden ist wieder draußen und woran liegt es? An der Unzulänglichkeit im Kopfballspiel, sagt ein Kolege. Dem widersprach Rosengårds Trainer Marcus Tilly entschieden. Er sagte, dass es im Falle Rosengårds die Spitzenqualitäten von Alexandra Popp gewesen wären, die den Unterschied ausgemacht hätten. Popp sei der Unterschied gewesen, das sagte er auch mir in der nicht vorhandenen Mixed Zone, durch die die meisten Spielerinnen schnell verschwunden waren nach dem 3:3.

Nicht verloren und dennoch ausgeschieden, das ging nicht in die Köpfe der Spielerinnen rein. Tut es nie. Das sagte mir vor ein paar Jahren schon Linda Sällström, als sie noch bei Linköping spielte und man nach einem 2:2 daheim „nur“ ein 1:1 in London geholt hatte. Das sagte mir gestern auch Anja Mittag nach dem Spiel, als ich ihr noch kurz begegnete.

Marta macht das 1:1. Weltklasse seit 12 Jahren.

Marta macht das 1:1. Weltklasse seit 12 Jahren.

Marta soll lange auf dem Platz gesessen haben, niedergeschlagen. Als ich sie nach dem Spiel auf dem Weg aus der Kabine kommen sehe, tröstet sie einen Fan auf Englisch und sagt, dass man es doch nächstes Jahr wieder versuchen könne. Sie (das Mädchen) solle doch nicht weinen und Marta lacht ihr aufmunternd zu. Ich gebe Marta einen leichten Klaps auf den Oberarm und sage, dass es mir leid tut um das Team, gehe weiter. Marta schaut auf, lächelt kurz und nickt und widmet sich dann wieder ihrer Gesprächspartnerin.

Am Abend ärgere ich mich dann über das deutsche Fernsehen. Das ZDF, namentlich die Reporterin Claudia Neumann, berichtet kurz über das Spiel im Aktuellen Sportstudio. In der Anmoderation sagt Katrin Müller-Hohenstein, die bei der Männer-WM noch lasziv mit den Füßen plantschend mit Lukas Podolski im gleichnamigen Becken in Brasilien gesessen hatte und damit ein Musterbeispiel für neutralen Sportjournalismus geliefert hatte, dass der VfL Wolfsburg gegen „so eine Mannschaft aus Schweden“ gespielt hätte.geht’s noch? Als ob man bei den Männern ein vergleichbares Kaliber wie sagen wir Juventus Turin „so ne Mannschaft aus Italien“ nennen dürfte. Wenn Frauen Frauenfußball marginalisieren…

Dann setzt Neumann einen drauf. In ihren 3-4 Minuten zeigt sie uns die Tore und macht Stimmung gegen Marta. Sie habe eine klare Tätlichkeit gegen Martina Müller begangen, sagt nicht, was man normalerweise für Tätichkeiten bekommt, denn das soll sich der aufgebrachte Zuschauer selber denken und stellt dann nach dem Spiel gezielt gerichtete Fragen an Müller, die sich über die böse Marta auslassen soll. Müller tut Neumann den Gefallen und demonstriert Schadenfreude. Unterverstanden wird vermittelt, dass Marta indiskutabel sei und dass Müller & Co. aber glücklich seien, dass man sie jetzt zwei Jahre lang hintereinander in die Schranken gewiesen hätte. Als ob es primär darum gehen würde.

Da tut einem die Spielerin Müller leid, die benutzt wird, den Bericht tendenziös zu machen.

Trainer Ralf Kellermann, Stürmerin Alexandra Popp und auch Martina Müller selber haben übrigens nicht von Tätlichkeit gesprochen. Der VfL sollte sich beim ZDF beschweren für diese unprofessionelle Berichterstattung. Die Pfiffe und Buhrufe gegen Marta in Deutschland werden, das wurde mir gestern Abend leider klar, von den Medien unterstützt und sogar provoziert. Es gibt ja eine gute Geschichte und gute Geschichten geben Quoten. Traurig.

Warum hat Wolfsburg „gewonnen“? Gewonnen haben sie ja nicht, aber warum sind sie verdient weitergekommen?

Popp sagte, dass es den Wolfsburgerinnen klar gewesen wäre, dass den Schwedinnen (naja, so viele Schwedinnen spielen nicht in Rosengård…) so nach 60 Minuten die Luft ausgehen würde und so sei es gekommen. Sowohl im Hinspiel wie im Rückspiel.

Das wiederum liege daran, dass Rosengård eben eigentlich noch in der Vorsaison wäre und erst vier Wettbewerbsspiele inklusive dieses gestrigen, absolviert hätte. Sagt mir Rosengårds Trainer Marcus Tilly.

Sollte man dann nicht ernsthaft über eine Änderung der Saisontermine nachdenken, frage ich Tilly. Er gibt sich hoffnungslos. Naja, darüber rede man ja schon lange und immer wieder, aber leider ohne Resultat.

Ob alles an den unterschiedlichen Fitnessständen, weil einmal Vorsaison und zum anderen mitten drin?

Nein. Es ist mehr. Auch eine Einstellungsfrage. Wolfsburg arbeitet mit einem unerhört aggressiven Pressing, gibt dem Gegner keine Luft zu Atmen und versucht dann (ebenso wie Rosengård) bei Balleroberung schnell nach vorn zu kommen. Während die Wölfinnen aber entschlossen marschieren und JEDEM Ball nachrennen, fiel mir in der Abwehr von Rosengård gestern mehrfach auf, dass gezögert wurde. Kommt die noch an den Ball? Nö, dann muss ich ja vielleicht nicht hinlaufen. Oh Mist, sie kommt dran, sie setzt alles dran und kommt dran, ich muss loslaufen. Und schon ist man zwei Zehntelsekunden zu spät in den Sprint gegangen. Das summierte sich. Es führte nicht zu den Toren. Aber es trägt zur Dramaturgie des Spiels bei. Zum psychologischen Übergewicht.

Pia Sundhage saß gestern in Publikum. Sie soll begeistert gewesen sein von Malmös neuer Stammtorfrau Zecira Musovic. 18 Jahre alt und wohl die kommende Dominatorin im schwedischen Tir. Unglaublich ihre Ausstrahlung und auch ihr Reflex bei einem Schuss von Yuki Ogimi. Weniger begeistert dürfte Sundhage von ihrer derzeitigen Startspielerin Emma Berglund gewesen sein. Fehlpässe im Aufbauspiel, gleich mehrere und sogar unbedrängt.

Alex Popp köpft das 3:2 für Wolfsburg gegen taumelnde Schwedinnen

Alex Popp köpft das 3:2 für Wolfsburg gegen taumelnde Schwedinnen

Auch Lina Nilsson wurde gestern gezeigt, dass internationale Klassespielerinnen wie Popp oder Verena Faißt sie ins Schliddern bringen. Als Popp das 3:2 köpft und neben ihr auch noch Zsanett Jakabfi herangesprungen kommt, sehen sowohl die in der Natio bereits ausgemusterte Amanda Ilestedt wie auch Nilsson aus wie Spielerinnen einer Jugendauswahl gegen einen Champion-League-Sieger.

Anja Mittag hat abgezogen, noch weiß keine, ob das Ding auch reingeht

Anja Mittag hat abgezogen, noch weiß keine, ob das Ding auch reingeht

Vorne stimmte es, da zeigten besonders Anja Mittag und Marta ihre Klasse. Von der angeschlagenen Ramona Bachmann war ich etwas enttäuscht, aber sie ist eben nicht voll fit. Therese Sjögran hat auch schon bessere Spiele abgeliefert. Neben Mittag und Marta sind Rosengårds Pluspunkte Sara Björk Gunnarsdottir, Anita Asante und Musovic. Hätte man die sprungstarke Asante konkret auf Popp ansetzen können?

Wieso kann Popp, die europäische Antwort auf Abby Wambach, zweimal mehr oder minder ungehindert einköpfen, obwohl man darüber intensiv gesprochen hat?

Kopfballspiel ist in Schweden stark vernachlässigt bei den Frauen. In Kopenhagen verlor Linköpings FC gegen eine auf allen Positionen schlechter besetzte Mannschaft, weil man derzeit unter einer akuten Ladehemmung leidet, sich aber auch zweimal bei Flanken in den Strafraum Tore einhandelte. Emma Madsen köpfte gestern das 1:0 für Brøndby, Mariann Gajhede glich aus und in der zweiten Halbzeit spielten die Däninnen mit einer Neunerkette vor dem eigenen Tor. Für den 1.FFC Frankfurt wird Brøndby Kanonenfutter. Es wird zwar kein 12:0 addiert geben wie gegen Bristol City, aber 6:0 addiert sollte drin sein.

Und im Finale in Berlin holt Wolfsburg den Hattrick. Bis dahin ist Lena Goeßling wieder dabei. Denn das sollte man auch erwähnen: Wolfsburg kam weiter, obwohl es auf Schlüsselspielerinnen verzichten musste. Der kader ist breit und ausgeglichen besetzt. Als Popp gestern ihren zweiten Treffer machte, fragte man sich, wen Marcus Tilly nun einwechseln könnte, der das Matchbild verändern könnte. Da saßen überwiegend talentierte Teenager, die in der Liga durchaus im Rahmen dieses Teams eingebaut werden können, auf dem höchsten europäischen Niveau aber nicht mithalten können. Und so blieb es dann auch bei der Einwechslung von Kirsten van de Ven. Wohl auch weil Tilly wusste, dass er nichts mehr hatte außer die Hoffnung auf Marta oder Mittag oder Bachmann. Bachmann bekam tatsächlich in der 94. Minute noch den Ball nach einer Ecke vor die Füße. Vergab kläglich. Hätte sie das Ding reingemacht, wir wären Zeuge eines Fußballwunders geworden – und das vor einer Rekordkulisse von fantastischen 5.700 Zuschauern.

Ohne Schelin, aber mit Samuelsson

Aufgrund eines Zusammenpralls im Ligaspiel gegen Guingamp letzte Woche, muss Schweden gegen Deutschland heute auf seinen Superstar Lotta Schelin verzichten. Die 31-Jährige sitzt aus Sicherheitsgründen auf der Bank und wird wohl auch nicht eingewechselt.

Die Aufstellung gab Pia Sundhage gemäß alter schwedischer Tradition am Abend vorher bekannt:

Hedvig Lindahl, Elin Rubensson, Nilla Fischer, Linda Sembrant, Jessica Samuelsson, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Therese Sjögran, Kosovare Asllani, Sofia Jakobsson.

Personalien

Erling Nilsson, der 72 Jahre alte Sportchef vom FC Rosengård (früher Ldb, früher Malmö FF) hat seinen Rücktritt erklärt. Er wollte eigentlich das ganze Jahr noch arbeiten, aber er habe aufgrund seiner kritischen  Äußerungen im Kontext der Fußballgala sehr viele Anfeindungen bekommen. Nilsson hatte kritisiert, dass die Frauen auf der Veranstaltung diskriminiert würden und das Herausschneiden eines Filmbeitrags anlässlich des 200. Länderspiels von Therese Sjögran als Beispiel genannt. Er würde aber noch weitermachen, bis ein Nachfolger gefunden sei, so Nilsson.

Nazanin Vaseghpanah, früher AIK und Hammarby, die in einem Interview mit ffschweden vor eineinhalb Jahren ihren Rücktritt vom aktiven Sport bekanntgegeben hatte, ist wieder da. Sie wird in der Saison 2015 eine von zwei Assistenztrainerinnen von AIK sein. Vaseghpanah ist 27 Jahre alt und hat 2 A-Länderspiele absolviert.

Emma Wilhelmsson, immerhin zwei Mal Meisterin mit LdB FC Malmö, hat ihren Rücktritt vom Fußball erklärt. Die 28-Jährige spielte zuletzt bei den Chelsea Ladies in London. Ihr fehle es einfach an der Motivation, sagte sie zu Sydsvenska Dagbladet.

TV4 hat netterweise die Tore des Spiels Schweden – Norwegen (3:2) ins Internet gestellt. So kann man nun auch sehen, wie Kosovare Asllani das Spiel am letzten Dienstag gedreht hat.

Anja Mittag freut sich auf Wembley

Anja Mittag (rechts) im Duell mit Nilla Fischer (Schweden) am 29.10.2014 in Örebro

Anja Mittag (rechts) im Duell mit Nilla Fischer (Schweden) am 29.10.2014 in Örebro

Die Saison 2014 war individuell sicher eine der erfolgreichsten in der Karriere von Anja Mittag. 21 Tore und elf Assists sprechen eine überdeutliche Sprache und wenn man sieht, dass ihr FC Rosengård den Meistertitel in der Damallsvenskan mit 62 erzielten Toren gewonnen hat, dann war Anja also an rund 52% (!!) aller Tore direkt beteiligt.

Am Sonntag spielt sie zum ersten Mal im Londoner Wembley-Stadion, das mit 55.000 Zuschauern restlos „ausverkauft“ ist. (Wegen Arbeiten an der Jubilee und der Metropolitan Line bei Wembley hat man aus verkehrstechnischen Gründen die Zahl der Tickets auf 55.000 festgesetzt, statt möglicher 88.000, um die An- und Abfahrt der Fans bewältigen zu können.)

Eine Woche vor dem Spiel habe ich mich mit der 113-fachen Nationalspielerin unterhalten.

Warst du überhaupt vorher schon mal im Wembley-Stadion?

„Nein, ich war noch nie im Wembley-Stadion. Toll, dass da 55.000 Leute kommen, aber es wär ja wirklich fantastisch gewesen, wenn die noch mehr Karten verkauft hätten.“

Die Werbung für das Spiel in London war wirklich vorbildlich. Anfang Oktober war ich dienstlich in London und abends auch im Wembley-Stadion zum Männer-Qualifikationsspiel England – San Marino und konnte feststellen, dass man auf LED-Schirmen, aber auch durch wiederholte Stadionansagen deutlich Werbung für das Spiel machte.

Was weißt du über das gegenwärtige englische Team?

„Die Mannschaft hat sich positiv entwickelt und sie haben auch einen neuen Trainer {Mark Sampson],“ sagt Anja Mittag, versteht aber ebensowenig wie ich, warum Anjas englische Mannschaftskameradin Anita Asante nicht mehr im englischen Kader auftaucht. Dabei ist Asante Mitglied des All-Star-Team der Damallsvenskan geworden, eine der drei anerkannt besten Ligen Europas. Vielleicht hat Anita schlechte Karten, weil sie aus dem Kreis der Nationalspielerinnen die einzige ist, die nicht in England und der FAWSL spielt, spekuliere ich?

„Wenn es daran liegt, dann ist das wirklich komisch, denn gerade im Ausland entwickelt man sich doch als Spielerin,“ berichtet Anja. “

„Vor der WM 2011 wollte die deutsche Mannschaftsführung nicht, dass wir im Ausland spielen, weil es unsere Heim-WM war. Aber heute spielen einige in Frakreich und ich in Schweden. Es kommt doch darauf an, dass du in einer sehr guten Liga spielst und da sind Deutschland, Frankreich und Schweden wohl die besten in Europa. In den USA lohnt es sich nicht, zu spielen, weil die Saison einfach zu kurz ist. England ist sicher im Aufwind mit seiner Liga, aber noch nicht so gut wie die besten Drei.“

Weißt du denn noch, wann du zuletzt gegen England gespielt hast, frage ich, und rechne damit, dass sie es nicht weiß. Fußballspielerinnen sind weniger an Statistik interessiert als Journalisten und Fans und kramen so etwas auch nicht vor einem Länderspiel hervor. Nein, Anja Mittag weiß es nicht, aber als ich ihr das Stichwort „Unterhaching 2008“ gebe, da erinnert sie sich dann doch.

„Ja, an das Spiel kann ich mich noch gut erinnern. Das war kurz vor der Olympiade {in China] und danach wurden die Nominierungen durch Silvia Neid bekanntgegeben. Wir hatten nach dem Spiel einen sehr netten Abend, Lira Bajramaj und Celia Okoyino da Mbabi und ich, wir waren damals ja noch ganz junge Spielerinnen.“

Deutschland gewann 3:0 und auch das letzte Spiel etwas mehr als ein Jahr später zwischen den beiden Teams gewann Deutschland, dieses Mal 6:2. Es war das EM-Finale 2009 und Anja saß 90 Minuten lang auf der Bank als auf dem Rasen noch die große Generation der Birgit Prinz, Inka Grings und andere ihre Gala-Abschiedsvorstellung gaben. Es war nicht das letzte Spiel der Birgit Prinz, aber es war vielleicht der letzte große Höhepunkt im Nationaldress.

„Da waren wir durchgehend die bessere Mannschaft und haben das Spiel schon deutlich dominiert, auch wenn es bis zum 3:2 noch spannend war,“ erinnert sich Mittag an das Spiel im Olympiastadion von Helsinki.

In der Damallsvenskan gab es einen großen Durchmarsch. 20 Spiele, 18 Siege und zwei Niederlagen gegen Linköping. Ich fand es irgendwo auch langweilig, dass man vorher schon wusste, wer Meister werden würde und wer absteigt. Lediglich KIF Örebro vermochte zu überraschen. Aber Anja Mittag ist anderer Meinung. Ganz so einfach sei das wirklich nicht, die Damallsvenskan für Rosengård zu gewinnen.

„Ich sehe das nicht so, dass es keine Konkurrenz für uns gibt. Die Spiele gegen Teams wie Örebro, Eskilstuna oder Göteborg, da musst du schon 100% geben und die sind zum Teil auch sehr eng und wie du sagst, gegen Linköping haben wir 2 x verloren.“

Ja, das hatte ich mir als Extrafrage aufgehoben. Nur gegen Linköping setzte es 2014 Niederlagen. Wie konnte das passieren?

„In Linköping haben wir wirklich schlecht gespielt und wer weiß, vielleicht war das beim Rückspiel noch irgendwie in den Hinterköpfen drin. Wir bekamen auch ein frühes Gegentor und dann muss man auch sagen, dass Martin Sjögren Linköping immer sehr gut auf uns einstellt. Unsere Chancenauswertung ist dann auch zu gering gewesen und dafür wird man dann bestraft.“

Selber lief diese Saison wie am Schnürchen für dich. Ich weiß, dass du eine Mannschaftsspielerin par excellence bist und nie einen Erfolg für dich allein reklamieren würdest, aber wenn man an fast 52% der immerhin 62 Tore seines Teams beteiligt ist, dann sagt das doch viel aus über deine Saison. Und möglicherweise auch, dass es dem Team sehr schwer fallen müsste, dich mal zu ersetzen, wenn du verletzt sein solltest?

„Das hatte ich mir noch gar nicht so angeschaut, dass ich in der Liga bei mehr als 50% der Tore direkt beteiligt war. Ja, das ist wohl sicher eine gute Zahl, aber ich finde nicht, dass das Team von mir abhängig ist. Jede Spielerin ist wichtig und wir haben mit Marta, Ramona Bachmann oder Therese Sjögran und anderen viele Spielerinnen, die Tore machen können. Wir sind unberechenbar.“

Vor eineinhalb Wochen gab es in Schweden wieder einen großen Aufschrei, als auf der Fotbollsgalan, die live vom Fernsehen übertragen wird, ausgerechnet der Beitrag rausfiel, der die 200 Länderspiele von Therese Sjögran ehren sollte. In den Medien wurde wild darüber diskutiert, wie hast du das gesehen?

„Ich möchte eigentlich nur sagen, dass ich trotz allem positiv überrascht war, wie viele Männer danach in Zeitungen, aber auch im Internet unsere Seite ergriffen haben und sich für den Frauenfußball eingesetzt haben. Das wäre wohl in Deutschland nicht ganz so gewesen.“

In der Champions League gab es das große Aufeinandertreffen von Lyon und PSG, wo Lyon eigentlich die klar bessere Mannschaft war, aber dennoch verloren hat. LdB FC Malmö hat vor zwei Jahren im Viertelfinale gegen Lyon mit 0:5 und 0:3 verloren. Das muss doch eine Erleichterung sein, dass die nicht mehr dabei sind?

„Von den Mannschaften, die noch dabei waren im Achtelfinale, war Lyon sicher eine, die man nicht unbedingt treffen wollte. Die haben immer einen sehr hohen Spielanteil und sind sehr dominant. Dass sie nicht mehr dabei sind, ist schon eine Erleichterung für uns. Aber im Großen und Ganzen können alle Mannschaften die Champions League gewinnen, Glasgow und Bristol sind vielleicht eher Außenseiter.“

Kann es denn Rosengård mit Wolfsburg aufnehmen oder fehlt da noch Personal oder irgend etwas anderes?

„Ich denke, dass wir es mit Wolfsburg aufnehmen können. Natürlich ist das eine tolle Mannschaft, aber wir sind ein Gegner, den man nicht unterschätzen sollte. Ich würde sehr gerne ein Champions-League-Finale in Berlin spielen.“

Und das wäre dann sehr nah an der alten Heimat Potsdam, eine Stadt, in der du noch dann und wann zu Besuch bist?

„Ich bin immer wieder mal in Potsdam, hab da noch viele Freunde. Und jedes Wochenende schaue ich immer, wie Turbine gespielt hat.“

Rosengård noch nicht im Ziel

Beide Spiele der schwedischen Clubs Linköpings FC und FC Rosengård wurden gestern nicht im Fernsehen übertragen. Während Linköpings 5:0-Sieg gegen Zvezda 2005 dabei völlig ohne Filmkameras stattfand, hatte sich der schwedische Meister eine einfachere Methode in den USA bei der NWSL abgeguckt: das Spiel wurde in Regie des FC Rosengård komplett auf der Videoplattform YouTube live übertragen, wo letzten Endes rund 3.000 Zuschauer zusätzlich die Begegnung verfolgten. Inzwischen hat das Video mehr als 11.000 Zuschauer und zeigt, dass es ein beachtliches Interesse gibt.

Anja Mittag brachte ihre Mannschaft mit 1:0 in Führung. Marta hatte die dänische Torhüterin Michelle Betos derart unter Druck gesetzt, dass sie einen Ball zu Therese Sjögran spielte, den Mittag schließlich bekam und zur Führung verwertete. Aber auch wenn alle nun glaubten, dass die Schwedinnen (naja, immerhin standen drei in der Anfangsformation) nun davonziehen würden und ähnlich wie das implodierte Tyresö FF vergangenes Jahr locker mit 4:0 gegen die durch vier Amerikanerinnen und eine Rumänin verstärkten Däninnen gewinnen würden, sah sich schwer getäuscht

Hohes Tempo, gutes Kombinationsspiel, aber wenig eindeutige Torchancen waren das Fazit einer ersten Halbzeit, die durch eine langsamere zweite Hälfte abgelöst wurde, in der Hjørrings Kapitänin Sofie Pedersen auch noch den Ausgleich erzielte (56.)

Nach einem Flankenlauf von Anja Mittag und einer Kopfballvorlage von Kapitänin Sara Björk Gunnarsdottir markierte dann Katrin Schmidt doch noch den Siegtreffer für Rosengård in ihrem letzten Heimspiel.

Die 28-Jährige Deutsche wird ab 2015 für Aufsteiger Hammarby spielen und nach drei Spielzeiten in Malmö zurück in die Hauptstadt ziehen, aus der sie 2012 gekommen war.

Wie vorauszusehen, war Nationalspielerin Emma Berglund (noch Umeå IK) bereits in Malmö, um sich umzuschauen. Noch sei nichts unterschrieben und sie würde auch noch andere Optionen prüfen, sagte sie der Zeitung Sydsvenska Dagbladet, aber wer bitte sehr lässt sich denn beim Erkundungsbesuch bei einem möglichen neuen Verein gleich in dessen Stadion ablichten, liebe Emma? Nein, der Wechsel wird kommen und dann wird Anita Asante ihren Platz in der Abwehr verlassen und einen Schritt nach vorne auf die Position der wechselnden Katrin Schmidt rücken.

Ob Marta nächstes Jahr bei Rosengård spielt, ist dagegen noch nicht entschieden. Die 28-Jährige Brasilianerin will mehr Geld und pokert mit dem Verein. Sie ernährt schließlich eine ganze Familie in Brasilien und kann nicht ewig Fußball spielen. Marta hat erklärt, dass sie gerne die Champions League weiterspielen möchte, aber noch ist auch dieses Ziel nicht erreicht, wenngleich ein Sieg der Däninnen nächste Woche schon eine riesengroße Überraschung wäre.

 

Schwedische Stimmen

Lotta Schelin macht das 1:0 für Schweden - ihr 73. Länderspieltor (Foto: Anders Henrikson)

Lotta Schelin macht das 1:0 für Schweden – ihr 73. Länderspieltor (Foto: Anders Henrikson)

Die Medienberichterstattung über das gestrige Spiel gegen Deutschland wird in Schweden überschattet vom unerwarteten Tod des ehemaligen Nationalspielers Klas Ingesson. Seine Krebserkrankung war seit Jahren bekannt, dass es aber aktuell so schlecht um ihn stand, wussten nur wenige aus dem Kreis der Familie und engsten Freunde. So widmet heute die Zeitung Aftonbladet dem Helden der WM 1994 eine 16-seitige Beilage. Und auch in der Pressekonferenz und den Gesprächen nach dem Spiel dominierte das Thema. Pia Sundhage, Lotta Schelin und Therese Sjögran, die für Schweden erschienen waren, wurden alle Ingesson befragt. Es sei für sie wie ein Schlag ins Gesicht gewesen, sagte Pia Sundhage, als die die Nachricht bekommen habe, da sie nicht gewusst habe, dass es Ingesson so schlecht gehe. Und Lotta Schelin sagte, dass sie natürlich als Kind die WM 1994 verfolgt habe und dass Klas Ingesson damals eines ihrer Idole gewesen sei.

„Ich könnte nicht stolzer sein,“ sagte die 30-Jährige dann über ihr Führungstor. „Mir war aufgefallen, dass sie mehrfach zu Angerer zurückspielten und hatte das Gefühl, dass sie mich nicht richtig sah. Ich habe die Situation richtig gelesen und es geschafft, da zu sein,“ sagte Schelin zu Aftonbladet.

Und weiter: „Es sind wechselhafte Gefühle. In dem Augenblick, in dem ich das Tor machte, fühlte sich das fantastisch an. Wir führten 1:0 gegen Deutschland und ich konnte den Rekord in einem Heimspiel machen. Aber ich verliere nicht gerne. In ein paar Tagen sehe ich das wahrscheinlich positiver.“

Pia Sundhage: „Ich war dabei als Abby Wambach ihr 100. Tor schoss, aber das hier war noch toller. Als Lotta das Tor machte, waren wir alle so gut drauf. Es fühlte sich so an, als ob wir das Spiel gewinnen würden. Aber wir taten es nicht. Zur WM muss es da eine Änderung geben, da werden wir Deutschland schlagen.“

„Wir haben wirklich gut gespielt,“ so Sundhage auf der Homepage des schwedischen Fußballverbands. „Die Zuspiele waren streckenweise sehr gut, wir hatten ein aggressives Defensivspiel und als Lotta das 1-0 machte, schienen wir auf der Siegerstraße zu sein. Aber dann kommt eine schlechtere Periode und wir lassen zwei Tore zu.“

 

 

Kader gegen Polen

Es bleibt dabei, ich kann mich mit Pia Sundhages und Lillie Perssons Personalpolitik nicht anfreunden und ich verstehe sie auch nicht. Oder, ich beginne sie zu verstehen, halte sie aber teilweise für falsch.

Gestern Nachmittag um 14.00 Uhr gab Sundhage auf einer Pressekonferenz des schwedischen Fußballverbands in Solna den Kader für das am 21.08. in Gdansk stattfindende WM-Qualifikationsspiel gegen Polen bekannt.

Nominiert sind:

Tor: Hedvig Lindahl (Kristianstads DFF), Carola Söberg (Avaldsnes IL/N), Stephanie Öhrström (Bardolino Verona)
Abwehr: Emma Berglund (Umeå IK), Amanda Ilestedt (FC Rosengård), Lina Nilsson (FC Rosengård), Marina Pettersson Engström (KIF Örebro), Linda Sembrant (Montpellier), Sara Thunebro (Eskilstuna)
Mittelfeld und Angriff: Emilia Appelquist (Piteå IF), Kosovare Asllani (PSG), Marija Banusic (Kristianstad), Lisa Dahlkvist (Avaldsnes IL), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz Pettersson (Eskilstuna), Antonia Göransson (Vittsjö), Sofia Jakobsson (Montpellier), Emma Lundh (AIK), Lotta Schelin (Lyon), Olivia Schough (Rossiyanka), Caroline Seger (PSG), Therese Sjögran (Rosengård)

Der Kader umfasst 23 Spielerinnen, gegen England zuletzt waren Öhrström, Pettersson Engström, Banusic und Schough nicht dabei. Rausgeflogen aus dem Englandkader sind Magdalena Ericsson, Nilla Fischer (Gesperrt), Fridolina Rolfö, Jenny Hjohlman und Elin Wahlström.

Sundhages und Perssons Ärger nach dem 0:4 gegen England, als die dem Team mangelnden Kampgeist vorwarfen, nach dem Spiel aber „ein sehr gutes Gespräch“ hatten, hat sich also vor allem auf diejenigen ausgewirkt, die gegen England gar nicht gespielt haben. Rolfö und Wahlström durften erstmals schnuppern und sind erst gar nicht wieder dabei. Nun dürfen Banusic und Pettersson Engström wiederkommen, aber es ist mehr als zweifelhaft, ob etwa Marija Banusic nur eine einzige Spielminute bekommen wird. Denn Pia Sundhages Personalpolitik beinhaltet, dass sie junge Spielerinnen mal dazukommen lässt, dann aber wieder mit Arbeitsaufträgen zurückschickt. Sowohl im Fall Rolfö wie auch schon jetzt wieder vorab bei Banusic hat sich die Trainerin kritisch über die Physis der Nachwuchstalente geäußert.

Sonderlich viel Mut zu Neubesetzungen hat Pia Sundhage auch schon nicht als Trainerin der USA gehabt. Christen Press etwa, die ich für eine der weltbesten Stürmerinnen halte, bekam unter Sundhage keine einzige Spielminute und kam dann erst unter dem bereits geschassten Nachfolger Tom Sermanni zum Spiel und erzielte gleich in ihrem ersten Länderspiel zwei Tore. Seitdem ist sie in der Truppe neben Abby Wambach, Sydney Leroux und Alex Morgan nicht mehr wegzudenken.

Pia Sundhage hatte in den Trainingslagern vor der EM jeweils weibliche Persönlichkeiten aus anderen Bereichen dabei, etwa Schauspielerin Inger Nilsson (Pippi Langstrumpf), Skiolympiasiegerin Anja Pärson oder Sängerin Louise Hoffsten oder Hochspringerin Kaisa Bergquist. Sie ist bekanntermaßen immer wieder für einen alten Klassiker auf ihrer abgewetzten akustischen Gitarre gut, aber was Personalentscheidungen angeht, zeigt sie ähnlich viel Loyalität wie ihr Vorgänger Thomas Dennerby zu seinen Favoritinnen.

Sara Thunebros defensive Qualitäten werden mit den Jahren nicht besser, mit Magdalena Ericsson gibt es hier eine 14 Jahre jüngere, interessante Alternative, die man aufbauen sollte, anstatt sie durch Nominierungen und Streichungen, rein und raus, zu verunsichern. Bei der WM in Kanada wird Thunebro nicht unbedingt schneller sein als heute.

Die ständigen Nominierungen von Sofia Jakobsson, Antonia Göransson und Olivia Schough zuungunsten von hochtalentierten Akteuren wie Lina Hurtig, Fridolina Rolfö, Marija Banusic, Jenny Hjohlman sind ebenfalls kaum nachzuvollziehen. Schough, so wird in Spielerkreisen gemunkelt, wird vorwiegend als Spaßmacherin, analog zu Lukas Podolski in der deutschen Männermannschaft, nominiert. Als Stürmerin hatte sie bei ihren letzten beiden Vereinen Bayern München und Kopparberg/Göteborgs FC keinen Stammplatz.

Auch Sofia Jakobssons Karriere ist sichtlich abgebremst. Aus der Überfliegerin der U19-EM 2009, die Schweden damals mit drei Toren im Halbfinale gegen Frankreich ins Finale schoss ist ein Dauertalent geworden, das im Wesentlichen von den nun fünf Jahre alten Meriten lebt. Dennoch kassiert sie Nominierung nach Nominierung.

Antonia Göransson kam in Potsdam kaum aufs Feld in der letzten Saison, weshalb sie auch letztlich nach Vittsjö gegangen ist. Auch ihr ist der Durchbruch in der Natio noch nicht gelungen.

Und so muss Sundhage weiterhin auf die 37-Jährige Therese Sjögran setzen, die jedwede Konkurrenz von Jakobsson, Schough oder Göransson mit der linken Hand lässig abwinken kann, weil sie einfach besser als die Drei ist und inzwischen neben Lotta Schelin zweite Spitze spielt.

Würde es gelingen, Marija Banusic zu entwickeln und zu integrieren, würde Sjögran ins Schwitzen kommen. Denn die weniger als halb so alte Banusic ist eine unglaublich treffsichere Stürmerin mit einem Klasseschuss – rechts wie links. Natürlich muss sie noch dazu lernen, aber die Gelegenheit dazu gibt man ihr bislang nicht. Vielleicht nach der WM.

Und so redet man sich das 0:4 dann doch schön. Man wisse, dass man viel besser sei. Ein schlechtes Spiel mache eine gute Mannschaft nicht vom einen auf den anderen Tag zu einer schlechten. man habe gute Gespräche gehabt. Dabei wurde Schweden dieses Jahr schon vier Mal besiegt, sehr klar durch Frankreich und England und knapp von Japan und Island (!). Und auch die Niederlagen gegen Frankreich und Island waren diskutabel. Frankreich in der Vorsaison und ohne einige Stammspielerinnen, aber man kann sich fragen, warum Sundhage und Persson einen Termin gegen Frankreich akzeptieren, an dem die eigene Mannschaft also quasi mit Ansage durcheinandergewirbelt und abgeschossen wird. Warum das eigene Selbstvertrauen schwächen und das der Französinnen für 2015 aufbauen?

Die WM-Quali wird kein Problem. Bei der WM aber wird es, auch mit Pia Sundhage, wohl kaum eine Medaille geben, wenn den Arrivierten nicht mehr Druck gemacht wird. Vergessen wir nicht, dass es die Leistungsträgerinnen waren, der Kern der Mannschaft, der am Sonntag in Hartlepool untergegangen ist und keine Führungsspielerin hat in irgendeiner Weise das Blatt wenden können. Das ist kein gutes Zeichen.

 

 

 

 

Anja Mittags Hattrick am achten Spieltag

Fünf Begegnungen standen am achten Spieltag auf dem Programm. Das „Fernsehspiel“ war die Begegnung zwischen dem FC Rosengård und Kopparberg/Göteborgs FC, das am Ende eine unerwartet klare Angelegenheit für den Meister wurde. Nach der Niederlage in Tyresö vor Wochenfrist präsentierte sich Jonas Eidevalls Mannschaft wesentlich entschlossener und gewann mit 5:0 gegen den Gast aus Westschweden. Wobei also Anja Mittag die Treffer 2, 3 und 5 erzielte. Therese Sjögran per Elfmeter und Kapitänin Sara Björk Gunnarsdottir erzielten die übrigen Treffer für den alten und neuen Tabellenführer, der die Liga mit drei Punkten anführt.

Rang zwei belegt überraschend KIF Örebro, das die Schwächeperioden von Linköping und Göteborg ausgenutzt hat. Lucie Martinkova erzielte den einzigen Treffer beim eigentlich mageren 1:0 gegen AIK in der hemischen Behrns Arena, aber drei Punkte sind nun mal drei Punkte.

Umeå verpasste dem Sensationsaufsteiger Eskiltuna mit dem 6:1 den ersten richtig derben Rückschlag. Zweimal trafen die Finnin Emmi Alanen und die schwedische Nationalspielerin Jenny Hjohlman.

Ein weiteres 1:0 gab es für Kristianstad bei Abstiegskandidat Jitex, den Treffer erzielte Marija Banusic in der 15. Minute.

Auch Piteå gewann mit 1:0 gegen das krisengeschüttelte Vittsjö, das mit dem elften Platz deutlich unter Wert in der Tabelle steht. Bei beiden Teams bestätigt sich wie wichtig ein guter bzw. wie verheerend ein schlechter Saisonauftakt sein kann, denn béi beiden Mannschaften hält die Tendenz aus dem ersten Spiel an.

Eskilstuna an der Spitze

Eine Entdeckung - Eskilstunas kamerunische Stürmerin Gaelle Engamanouit

Eine Entdeckung – Eskilstunas kamerunische Stürmerin Gaelle Engamanouit

Nach dem vierten Spieltag der Damallsvenskan übernimmt Aufsteiger Eskilstuna United überraschend die Tabellenführung in Schweden. Nach drei Spielen, die man jeweils mit 2:0 gewonnen hatte, gab es zwar gestern Nachmittag das erste Gegentor durch die Nigerianerin Francesca Ordega in Piteå, aber man nahm aus der in Spielerinnenkreisen durchaus gefürchteten LF-Arena im hohen Norden immerhin einen Punkt mit. Die Kamerunerin Gaelle Engamanouit hatte Eskilstuna mit dem Halbzeitpfiff in Führung gebracht. Statistisch gesehen hat Eskilstuna das Auswärtsspiel durchaus dominiert und kam auf 19:5 Abschlüsse. Piteå kommt nun auf acht, Eskilstuna auf zehn Punkte in der laufenden Saison. Beide Teams wurden nicht so weit oben erwartet.

Hätte der amtierende Meister FC Rosengård gegen ein Linköping in Bestbesetzung antreten müssen, wäre eine Niederlage nicht überraschend gewesen. Aber nun fehlen einmal Ex-Malmö-Trainer Martin Sjögren sowohl Magdalena Ericsson und Charlotte Rohlin in der Abwehr, Pernille Harder im Mittelfeld und Linda Sällström im Angriff, während Rosengård weitgehend in Bestbesetzung antreten konnte. Am Ende gewann der Gastgaber Linköping vor 1.024 Zuschauern durch Tore von Jennie Nordin und Stina Blackstenius mit 2:0. Schon 2013 war es Linköping gelungen, den späteren Meister mit 3:1 zu schlagen. Martin Sjögren ist für seine taktischen Finessen bekannt und gestern blieb ihm nichts anderes übrig als die offensive Mittelfeldspielerin Christine Minde aus Norwegen auf die Position neben Jennie Nordin in der Innenverteidigung zu stellen – ein offenbar genialer Schachzug. Nordin zeigte eine fehlerfreie Leistung und handelte sich ein Sonderlob Sjögrens ein: „Macht sie so weiter, glaube ich, dass sie einen weiteren Schritt Richtung Nationalmannschaft tut,“ so Sjögren über die U19-Europameisterin von 2012. Dass ihre Europameisterkollegin Fridolina Rolfö eine der besten Neuerwerbungen innerhalb der Liga war, konnte man annehmen. Gestern sorgten Rolfö und die noch jüngere Blackstenius ständig für Gefahr. Die 18-Jährige hat 23 Spiele in der Liga absolviert und 14 Tore geschossen, ein sensationelles Resultat. Linköpings kluge EInkaufspolitik der vergangenen zwei Jahre kann man wohl Sjögren zuschreiben, der sich mit der Amerikanerin Katie Fraine auch die meiner Meinung nach beste Torhüterin der Liga (trotz der Nationaltorfrauen Lindahl, Helgadottir) geholt hat. „Sie standen hoch und zwangen uns, weite Bälle zu schlagen. Wir haben unser Niveau heute nicht erreicht,“ so Rekordnationalspielerin Therese Sjögran nach dem Spiel.

 

Rosengård und Göteborg

Paula Radtke im Gespräch mit ffschweden (Foto: Anders Henrikson)

Paula Radtke im Gespräch mit ffschweden (Foto: Anders Henrikson)

Wenn man nach nur einem Spieltag eine Tendenz erkennen kann, was natürlich NICHT der Fall ist, aber wenn, nur mal angenommen, dann hießen die Favoriten der Saison 2014 eindeutig FC Rosengård und Kopparberg/Göteborgs FC.

Rosengård (zum letzten Mal: früher LdB FC Malmö) ging als Erster ins Rennen, auswärts bei Aufsteiger AIK und für schwedische Verhältnisse zur ungewöhnlich frühen Stunde: 12.30 Uhr Anstoß. Grund: AIKs Männermannschaft war um 15.00 Uhr in der gut einen Kilometer entfernten Friends Arena angesetzt gegen Örebro und man wollte sich nicht im Wege stehen bzw. hoffte, dass ganz Fußballverrückte zuerst zu den Frauen und dann zu den Männern gehen würden. Naja, so ganz haute das dann doch nicht hin: 466 sahen die Frauen 0:4 gegen Rosengård verlieren und 15 873 (34 mal so viel) sahen das 1:1 der Männer gegen Örebro.

Anja Mittag, Sarah Mellouk, Ramona Bachmann und Paula (Kathleen) Radtke schossen die Tore für den Meister, der sich noch besser einspielen muss, da war vieles noch nicht überzeugend, nicht ineinander verzahnt, aber die überragenden Einzelpielerinnen kriegen es dann doch irgendwie hin und zwar so, dass man sich nie fragte, ob hier etwas anderes als die gesetzte Auswärts-2 herauskommen könnte.

Später hatte es das umgekrempelte Göteborg auswärts mit Vittsjö zu tun, schon schwieriger die Aufgabe und die von Malmö nach Göteborg gewechselte Manon Melis schickt mit ihrem Hattrick zu Beginn eine Ansichtskarte nach Malmö. Natürlich ist der Wechsel von der einen (Melis) zur anderen (van de Ven) in Malmö nicht einfach nur ein Wechsel, sondern eine Schwächung. Nicht weil van de Ven keine gute Fußballerin wäre oder es an Ehrgeiz mangeln ließe. Aber Melis ist halt Weltklasse, wenn sie gut drauf ist und bei Kirsten van de Ven weiß man momentan nicht einmal, wann sie spielen kann. Statt einer Klassebank mit Spielerinnen wie Katrine Veje oder Yoreli Rincon setzt man jetzt auf eigene Talente und das mag richtig sein. Sarah Mellouk, gerade erst 15 Jahre und acht Monate alt, deutete das an. Spielte von Beginn und machte ein Kopfballtor und hatte ein paar gute Szenen. Auch Anja Mittag, Therese Sjögran und Paula Radtke gefielen, Thora Helgadottir gab bei den wenigen Bällen Rückhalt und Anita Asantes Zweikampfstärke wird Rosengård noch viel Freude machen, auch wenn AIK:s talentierte Ex-Malmöerin Sarah Storck ihr wenigstens einmal ganz schön auf der Nase herumtanzte, also bildlich gesprochen.

Neunationalspielerin Emma Lundh sah das alles von der Tribüne aus. Knieprobleme. „Ich bin magnetgeröngt worden, kriege das Ergebnis morgen. Irgendwas knackt im Meniskus,“ sagte mir die Stürmerin nach dem Spiel. Auch die Routine von Maija Saari, der Mannschaftskapitänin der finnischen Nationalmannschaft wird AIK neben Malin Levenstad gut tun. Aber eben erst in einem Monat.

„Teilweise waren wir nur zu zehnt beim Training und haben mit ein paar Jungs aufgefüllt,“ erzählte mir Paula Radtke nach dem Spiel. „Jetzt sind endlich alle wieder von ihren Nationalmannschaften zurück, das merkte man heute schon, dass die Abstimmung noch nicht da ist.“

Dass 79,5% der Experten Rosengård als Meister sehen, belastet Radtke nicht: „Das war ja schon letztes Jahr bei Tyresö so. Göteborg und Linköping ist das natürlich schon Recht, dass wir die Favoriten sind und sie so den Druck von sich nehmen können.“

Ob man sich denn bei vier Spielerinnen mit Muttersprache Deutsch auch mal auf Deutsch unterhalte, will ich noch wissen.

„Hast du was gehört vom Spielfeld?“ fragt Paula zurück. „Manchmal rufen wir uns tatsächlich auch auf dem Platz was auf Deutsch zu, das ist ja dann schon fast Geheimsprache. Aber bei uns wird meist Schwedisch gesprochen. Ab und an erklärt der Trainer auch mal was auf Englisch.“

Sie hat ihren Platz gefunden, die Deutsche, die vom USV Jena kam. Anfangs waren viele, auch ich skeptisch, ob Paula Radtke sich beim schwedischen Topclub würde durchsetzen können, aber sie zeichnet sich durch hohe Professionalität aus und ist sehr flexibel einsetzbar, was natürlich ein großes Plus für Trainer Eidevall ist.

Göteborg und Rosengård führen die Tabelle an nach den ersten fünf Spielen. Mehr zu den anderen drei Begegnungen in einem späteren Post heute.

 

 

Rosengård haushoher Favorit

Fanny Edström (Älta IF) mit einer schönen musikalischen Einlage

Fanny Edström (Älta IF) mit einer schönen musikalischen Einlage

Fast 80% der Teilnehmer am traditionellen „Anstoß“-Treffen der Damallsvenskan, dem medialen Kick-Off, tippten am Dienstagvormittag den FC Rosengård (ehemals LdB FC Malmö, ehemals Malmö FF) als alten und neuen schwedischen Meister. Linköping wird Zweiter und Tresö Dritter, wenn man den Experten glauben schenken darf.

Der schwedische Fußballverband und der Elitföreningen Damfotboll (Interessenvereinigung der ersten und zweiten Liga) hatten zum dritten Mal nacheinander in die prächtigen Berns Salonger in Stockholm eingeladen. Am Vormittag parlierten eine Moderatorin von TV4 und die ehemalige Weltklassespielerin und jetzige Expertin Hanna Marklund mit Trainerpaaren und dann sechs Spielerinnen über die kommende Saison.

Ein Höhepunkt hätte die Begegnung zwischen Jitex‘ ehemaligem Sportchef und neuen Trainer Anders Holmvén und Jitex‘ ehemaligem Trainer und nun Göteborgs Trainer Stefan Rehn werden können. Rehn hatte den Lokalrivalen Jitex verlassen und darüber hinaus auch noch gleich eine Handvoll Spielerinnen mitgenommen. Aber die Beiden beließen es dabei, sich mehr oder weniger zu ignorieren.

Umeås Emma Berglund (links) erleichtert, dass es Piteås Hanna Pettersson wieder besser geht

Umeås Emma Berglund (links) erleichtert, dass es Piteås Hanna Pettersson wieder besser geht

Als dann die ersten sechs Spielerinnen die Bühne betraten und befragt wurden, sah man auf einmal wie Rosengårds Therese Sjögran (die heute ihren 37. Geburtstag feierte) Piteås Stürmerin Hanna Pettersson von der Bühne führen wollte. Pettersson sackte dann schon fast zusammen, es ging ihr offenbar nicht gut, und begleitet von Sjögran und einem Funktionär wurde sie in den Nebenraum geführt. Nur zwei Minuten später war die 26-Jährige wieder da. Von der Moderatorin befragt, ob denn wirklich alles wieder in Ordnung sei, sagte Pettersson: „Ja, danke. Man tut halt alles, um Aufmerksamkeit zu erregen.“

Und das war auch schon der Witz des Tages. Als dann die zweite Liga ihren 20-minütigen Auftritt hatte, kam die 19-Jährige Torhüterin Fanny Edström mit Gitarre und Mikrofon auf die Bühne und wenn man sich in die Nationalmannschaft singen könnte, dann wäre Edström wohl im nächsten Aufgebot, denn die nicht gerade unmusikalische Pia Sundhage wiegte sich begeistert im Takt.

Wie immer gab es eine Menge interessanter und weniger interessanter Umfragen, die wir Anwesenden mit unseren Abstimmungsgeräten klären sollten. Und da ergaben sich nicht weniger als 79,5%, die auf Rosengård als Meister tippen. Stefan Edberg, nein, nicht der Tennisspieler, sondern sein Namensvetter von der staatlichen Lotteriegesellschaft Svenska Spel, die sich zum wichtigsten Sponsor entwickelt hat, gab die Langzeitquoten bekannt. Rosengård bringt lediglich 1,7 als Meister, man ist bei der Lotterie aber optimistisch, was Tyresö angeht, denn die sollen Zweiter werden. Glaubt man Edberg, dann wird Anja Mittag zum zweiten Mal nach 2012 Torschützenkönigin.

Und obwohl Tyresö am Vormittag nicht auf die Bühne musste, dominierte es doch an der Nachrichtenfront. Auf Facebook gab Präsident Hans Lindberg bekannt, dass man in der jetzigen Situation nicht imstande sei, die im Sommer auslaufenden Verträge von Marta und Caroline Seger zu verlängern. Man könne sich vorstellen, die Spielerinnen schon Ende Mai freizugeben, damit sie z.B. in die USA wechseln könnten.

Marta wird schon seit einigen Tagen in der norwegischen Presse mit Tyresö-Nachahmer Avaldsnes IL in Verbindung gebracht. Arne Utvik, der Löfgren aus Norwegen, bestätigte gegenüber dem norwegischen Fernsehen auch, dass er mal eine Anfrage von Martas Agent bekommen habe, aber es sei daraufhin nichts weiter geschehen. Viel Rauch um fast gar nichts in dieser Norwegen-Spur, scheint mir.

Caroline Seger wurde dann gleich mal vom schwedischen Fernsehen angerufen und zeigte sich gelinde gesagt, empört. Sie hatte um die Mittagszeit, vor oder nach der Facebooknachricht des Clubs, eine E-Mail bekommen, in der ihr mitgeteilt wurde, dass sie sich wohl einen neuen Verein suchen müsse. „Ich weiß nicht so recht, was passiert. Enttäuscht ist zu wenig gesagt. All das ist in sehr kurzer Zeit geschehen und mit dem Gedanken an die Champions League ist das sicher nicht optimal,“ so Seger.

Sie wolle weg, sagte sie denn auch erstmals so deutlich wie nie zuvor. „Das einzige, was ich weiß, ist, dass mein nächster Verein nicht solche Probleme haben wird. Es wird ein professioneller Club sein und eine Organisation, die das erledigt, was erledigt werden muss, damit ich mich auf den Fußball konzentrieren kann. Das ist das einzige, was ich über meine Zukunft weiß.“

Auch Carola Söbergs Vertrag läuft aus und auch ihr legt man keine Steine in den Weg, um Gehaltskosten zu sparen.

Interessierte deutsche Vereine können sich also umgehend bei Caroline Seger oder Marta melden… Tyresö würde sie ab dem 31.05. freistellen, was mit dem Gedanken an die Saison in Deutschland oder Frankreich sicher nicht optimal ist.

Trainer Tony Gustavsson sprach dann später von der weißen Linie, innerhalb derer sich die Mannschaft bewege. Man sei noch enger zusammengewachsen und es klingt fast als sei das Team und die Trainer auf der einen Seite und die Welt auf der anderen. Freundschaftlich scheint da niemand mehr dem Vorstand mit Hans Lindberg verbunden zu sein. Lindberg saß denn auch alleine beim Mittagessen. Über das Afrika-Projekt, das den Verein angeblich in der ersten Liga halten kann, konnte er noch immer nichts bekanntgeben. Man arbeite daran.

Als die junge Malin Diaz auf der Bühne stand, Trainer Gustavsson hatte sie vorher noch als eine der besten Kunstrasenspielerinnen Schwedens bezeichnet, da sprachen die Blicke der Konkurrentinnen Bände, dabei kann die kleine, junge Malin natürlich nichts für die Misere, in die gierige und unkundige Funktionäre den Verein reingewirtschaftet haben.

Zuviel Tyresö.

Was gab es sonst noch? Interessant, dass sich Kristianstads Trainerin Elisabet Gunnarsdottir sehr selbstkritisch gab und vor allem für 2014 weniger „Mädchenprobleme“ wünschte. Ein zarter Hinweis darauf, dass es in der Mannschaft 2013 betriebsklimatische Probleme gab, die zum schlechten Abschneiden beitrugen.

Man fragt sich ja immer, warum es in der ersten und zweiten Liga jeweils nur eine Trainerin unter lauter Männern gibt. Vielleicht haben Gunnarsdottir und die Zweitligatrainerin und Ex-Nationalspielerin Linda Fagerström (Trainerin bei Jennifer Meiers letztem Verein Bollstanäs SK) darauf eine Antwort gegeben, denn auch Fagerström sagte, dass es „verdammt schwer“ sei, „eine Truppe Mädels zu bändigen“.

Über das Publikumsproblem wurde diskutiert und Victoria Sandell Svensson meinte, darüber würdn wir jedes Jahr reden und dabei sei es einfach so, dass viele Schweden im Sommer zu ihren Hütten fahren und den Fußball sein ließen. Ihr Ex-Clubchef und jetzige Präsident des EFD Per Darnell sagte, man habe eigentlich schon alles probiert und wisse auch nicht so genau, woran es liegt, man habe tolle Stadien… Hallo?

Ich habe keine Probleme mit den Sportplätzen und Stadien, aber vom Wohlfühlfaktor der bei der EM letztes Jahr benutzen Männerstadien sind die Frauenarenen doch noch weit entfernt. Aber vielleicht ist es Murphy’s Gesetz. Da sagte einer, er ginge nicht hin, weil da so wenig Zuschauer seien und auf die Frage, ob er denn selber hingehe, sagte er nein.

Pia Sundhage skizzierte den Weg nach Kanada 2015

Pia Sundhage skizzierte den Weg nach Kanada 2015

Pia Sundhage hatte einen Auftritt und beschrieb den Weg der Nationalelf nach Kanada. Sie wolle enger mit den Vereinen zusammenarbeiten und will alle Clubs besuchen und auch das Training anschauen. Eigentlich wünscht sie sich, dass Blöcke der Nationalelf in schwedischen Vereinen spielen, aber sie ahnt wohl, dass das nicht mehr geht.

Und so endete der Tag dann mit der Gelegenheit, Interviews zu machen und die streue ich in den nächsten Tagen hier ein.

Am Sonntag spielt dann Meister Rosengård in Solna bei Aufsteiger AIK und die Liga startet in die neue Saison.

Sundhages Kader

Pia Sundhage bat zur Pressekonferenz nach Solna und gab den Kader für das WM-Qualifikationsspiel am 5. April im Shamrock Park zu Portadown (knapp 40 km südwestlich von Belfast) bekannt. Nominiert sind:

Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Nilla Fischer, Lina Nilsson, Charlotte Rohlin, Elin Rubensson, Jessica Samuelsson, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Emilia Appelqvist, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Sofia Jakobsson, Emma Lundh, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger, Therese Sjögran.

Rosengårds Elin Rubensson erhielt ein Sonderlob Sundhages für ihr tolles Spiel gegen die USA beim Algvarve-Cup, wo sie Heather O’Reilly einen schweren Stand bereitete.

„Elin war ein sehr angenehmes und nettes Ausrufezeichen an der Algarve,“ so Sundhage auf der Homepage des SvFF. Wir finden, dass sie sowohl links wie rechts spielen kann. Dann werden wir mal sehen, wo sie im Verein landet. Aber sie kann unglaublich gut werden,“ so Sundhage voller Anerkennung.

Elin Rubensson hat auch schon im Verein von ihrer angestammten Stürmerposition kommend als Außenverteidigerin spielen dürfen (müssen). In der Nationalmannschaft startete Schweden zuletzt mit Elin Rubensson und Jessica Samuelsson auf den Außenverteidigerpositionen. Möglicherweise wird die Luft für Lina Nilsson und die bald 35-Jährige Sara Thunebro dünner.

Am 8. Mai findet dann das Rückspiel gegen die Nordirinnen in Växjö statt. Alles andere als sechs Punkte ohne Gegentor wäre eine große Überraschung.

Pia Sundhage fasste auch das Turnier an der Algarve kurz zusammen: „Es gab gleihermaßen Wein wie Wasser an der Algarve. Man kann sagen, dass ein Eindruck war, dass Motivation gegen Klasse gewinnt. Das sage ich und denke dabei sowohl an unseren Sieg über die USA wie auch den Sieg Islands über uns.“