Pia Sundhage im Gespräch

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Pia Sundhage (rechts) und Assistenztrainerin Lillie Persson

Mehrere tausend Menschen bereiteten den schwedischen Medaillengewinnern der Olympischen Spiele gestern Abend in Stockholm einen tollen Empfang. Trotz grauem Himmel und anhaltendem Regen. Sarah Sjöström hieß die schwedische Olympiakönigin, die Schwimmerin hatte je eine Gold-, Silber- und Bronzemedaille gewonnen.

Im Mittelpunkt stand dennoch die schwedische Nationalmannschaft, die den größten Erfolg nach dem Erreichen des WM-Finales von 2003 feierte. Pia Sundhage sang eine Strophe des Bob Dylan Klassikers „The Times They Are A-Changin'“ a cappella und begeisterte das Publikum, Lisa Dahlkvist berichtete über ihre beiden jeweils entscheidenden Elfmeter gegen die USA und Brasilien.

Anschließend gab es eine kleine Mixed Zone und Gelegenheit, mit Pia Sundhage ein paar Worte zu wechseln:

Pia, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Silbermedaille! Es war ein Turnier, in dem ihr mit sehr unterschiedlichen Spielweisen agiert habt. Kannst du uns ein wenig durch den Verlauf der Olympiade führen?

„Ich denke, dass wir aus den Fehlern der WM gelernt haben. Am Anfang spielten wir gegen eine afrikanische Mannschaft und wir holten diese drei Punkte. Das war sehr wichtig, wie wir das hantiert haben. Das Spiel war so lala, denke ich, aber es war nicht so, dass wir in Gefahr gerieten. Dann spielten wir gegen Brasilien und ich bin am meisten stol darauf, wie die Spielerinnen mit der Niederlage umgegangen sind. Die (Brasilianerinnen) bekamen zwei schnelle Tore in der 21. und 24. Minute glaube ich. Es gab eine hohe Niederlage und wir machten in der Halbzeit eine Veränderung, die sehr wichtig war. Diese Veränderung haben wir dann im China-Spiel übernommen. und weil wir bei Unentschieden weiterkommen spielen wir so wie wir spielen.
Dabei meine ich natürlich das Abwehrverhalten. China ist eine technische Mannschaft, dass von Raum zu Raum spielt und wir ließen praktisch keine Torchancen zu. Dann machten wir auf dieselbe Weise weiter, aber gegen eine völlig andere Mannschaft, die USA. Sie landeten nicht ganz unerwartet in einer sehr stressigen Situation, kontrollierten das Angriffsspiel, hatten aber wenig Torchancen. Dass wir dann anch Elfmetern gewonnen haben, beweist die mentale Stärke, die dieses Team hat. Das baut auf zwei Dingen auf: Wir haben einerseits gute Ergebnisse gehabt. Ob wir nun gegen gute oder weniger gute Mannschaften gespielt haben, wir haben gewonnen. Das nimmt man mit und es baut sich einfach weiter auf. Darüber hinaus haben wir lange und oft zu Null gespielt. Wenn man dann schließlich in einer Situation landet, in der es darauf ankommt, am besten zu sein, wenn es darauf ankommt, dann zeigen unsere Spielerinnen, dass sie dann am besten sind, wenn es darauf ankommt. So war das am Ende gegen die USA. Und das nahmen wir mit ins Brasilien-Spiel . Ich finde, dass wir im Finale unser vielleicht bestes Spiel im Turnier gemacht haben. Auf dem ganzen Weg dahin hat es immer Änderungen gegeben.“

Dann wart ihr im Finale gegen Deutschland und wir glaubten alle, dass wir dieselbe Defensivtaktik sehen würden wie gegen die USA und gegen Brasilien. Aber schon die Aufstellung eine Stunde vorher mit Jakobsson und Schough anstatt von Appelqvist und Blackstenius deutete auf etwas anderes hin?

„Nein, der Gedanke war schon, dass wir ein enges Defensivspiel spielen wollten von relativ weit hinten. Wir haben über entlastende Räume gesprochen und dass wir mit mehreren Spielerinnen in Offensivsituationen kommen wollten. Wir wussten, dass wir Konterchancen bekommen und wir hatten Chancen. Leider laufen wir ins Abseits und darüber hinaus wird der Ball manchmal zu spät gespielt. Zusammengefasst glaube ich, dass wir kraftvoll und klug gespielt haben. Ich finde, in der Offensive gibt es einiges. Aber ein Finale zu erreichen mit einer Truppe, die letztes Jahr noch ausgezählt war, ich denke das kann sich sehen lassen.

Ich habe vor dem Turnier mit Emilia Appelquist und Sofia Jakobsson gesprochen und beide haben von sich aus den Gedanken an Revanche für das schlechte Abschneiden 2015 angesprochen. Wurde das kultiviert?

„Naja, erst mal hatten wir hier gesunde Spielerinnen, bis sich Fridolina Rolfö verletzte, was mir für sie sehr leid tat. Aber ich finde, dass die Verletztenliste voriges Jahr wesentlich schlimmer war.“

Heute ist zu lesen, dass Pia Sundhage noch nicht gefragt wurde, ob sie weitermachen würde. Der Fußballverband kündigte aber Gespräche mit Pia an. Vieles deutet nun auf eine Fortsetzung hin. Man wird kaum jemanden finden, der mehr Begeisterung für den Fußball hat und eine Mannschaft ähnlich motivieren kann. Dem Publikum gestern sagte sie noch „Es ist unglaublich hier zu sein. Als ich anfing, Fußball zu spielen, musste ich mich Pelle (männlicher Vorname) nennen, weil Mädchen nicht spielen durften. Jetzt stehe ich hier als Pia mit dieser tollen Mannschaft vor einem Riesenpublikum.“ Pia Sundhage ist angekommen.

Schweden kann es packen

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Vor einigen Wochen sprach ich mit Emilia Appelqvist. Heute hat sie mindestens eine Silbermedaille sicher.

Es ist nicht mein Fußball. „Den Bus parken“ wie man hierzulande sagt. Aber nach dem 1:5 gegen Brasilien hat Pia Sundhage die Taktik gewechselt. Gegen stärkere Gegner spielt Schweden seitdem die Taktik, die das Team im Grunde auch schon in der Olympia-Quali im Frühjahr erfolgreich begonnen hat zu entwickeln. Zwei kompakte Viererketten und heute mit Stina Blackstenius eine gefährliche Targetstürmerin vorne. Lotta Schelin spielte überwiegend zweite linke Außenverteidigerin in der zweiten Viererkette.

Brasilien hatte in der ersten Halbzeit 71% Ballbesitz, aber die Schwedinnen kämpften und droschen den Ball weg und waren eine unüberwindliche Wand. Ein doppelter Catenaccio.

Schon 2008 in Peking hatte Pia Sundhage diese Taktik gegen die Brasilianerinnen im olympischen Finale gefahren und mit 1:0 gewonnen. Hope Solo erinnerte vor kurzem daran, stinksauer, dass die Schwedinnen nun dieselbe Taktik anwandten. Sie hätten gespielt wie Feiglinge, sagte Solo. Sundhage erwiderte, darauf angesprochen: „Ich pfeife drauf, was sie sagt. Ich fahre nach Rio und sie fährt nach Hause.“

Nach vier Jahren ist Pia Sundhage doch angekommen. Damit hatte kaum noch jemand gerechnet. Sie kam als Erlöserin nach dem netten und soliden, aber biederen Thomas Dennerby. Sie kam mit Temperament und Charisma. Und änderte dann noch fast gar nichts. Sie hielt an manchen Spielerinnen fest und ließ große neue Talente nicht nachrücken. Oft schrieb ich, dass sie endlich der jungen Generation eine Chance geben müsse. Das schrieben auch andere, sie hörte natürlich nicht auf uns, sie machte ihr Ding und dann kamen auf einmal doch viele junge Spielerinnen nach. Magdalena Eriksson, Fridolina Rolfö, Stina Blackstenius, Jonna Andersson sind da zu nennen.

Sie hielt an Hedvig Lindahl fest, und musste dafür Sofia Lundgren opfern, denn Lindahl will keine unmittelbare Konkurrenz um den Torwartposten. Heute überragte Lindahl, war der sichere Rückhalt und hielt zwei Elfmeter.

Ich habe mit Emilia Appelqvist und Sofia Jakobsson gesprochen, die jetzt die olympische Silbermedaille sicher haben und Gold wollen. Beide sagten mir, dass man Revanche wolle für die WM 2015. Diese Enttäuschung, in Kanada so sang- und klanglos ausgeschieden zu sein, gegen Deutschland mit 1:4, sitzt tief. Aber ich vermute, dass die Mannschaft gerade das jetzt auch nutzt, um sich positiv daraus zu erheben.

Nach dem 3:0 gegen Japan in Kalmar schrieb ich, dass Schweden mit der stärksten Truppe seit 2003 in ein Turnier gehe. Im Turnier dann spielten sie holprig gegen Südafrika (1:0), schwach gegen Brasilien, das entfesselt aufspielte (1:5) und kühl kalkulierend gegen China (0:0), wissend, dass man wenigstens Dritter wird und damit weiterkommt.

Gegen die USA und Brasilien gab es unattraktiven Fußball, aber am Ende Erfolge. Die aus einer sehr starken Mannschaftsleistung resultierten. 240 Minuten lang kämpften die Schwedinnen mit einem Hunger, einem Siegeswillen und hielten sich sklavisch an die ausgegebene Taktik. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Ich bin gespannt, was der Strategin Silvia Neid einfällt, um den schwedischen Catenaccio zu knacken. Überrascht wäre ich nicht, wenn Schweden am Freitag den größten Erfolg seiner Fußballgeschichte feiern sollte. Schaffen sie das mit oder ohne Elfmeter, dann haben sie es auch verdient.

Brillante Generalprobe für Schweden

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Japans Startelf gestern: Saki Kumagai, Mizuho Sakaguchi, Yuri Kawamura, Rumi Utsugi, Ayaka Yamashita, Yuki Nagasato. Vorne: Tomoko Muramatsu, Rika Masuya, Yu Nakasato, Mayu Sasaki, Saori Ariyoshi. 

Durch Tore von Lotta Schelin, Fridolina Rolfö und Olivia Schough gewann Schweden seine Generalprobe für Olympia mit 3:0 gegen den Weltranglistensiebten und Vizeweltmeister Japan.

Vor etwas mehr als 5.000 Zuschauern, einer guten Kulisse angesichts des Termins mitten in den Sommerferien, hat Pia Sundhage dabei eine Reihe von guten Antworten bekommen.

Die Startformation überraschte etwas mit Schelin, Kosovare Asllani und Sundhage-Liebling Olivia Schough auf der Bank, stattdessen setzte die 56-Jährige auf Linköpings Stürmerinnen Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius. Und während Blackstenius eher blass blieb, nutzte Rolfö die ihr gegebene Chance. 90 Minuten, ein Treffer und ein Assist für die Targetstürmerin, die in Rio einen weiteren Schritt Richtung Weltklasse machen könnte.

In der ersten Halbzeit begann man bei sommerlichen Temperaturen forsch, aber schnell fingen die Japanerinnen an, ihre sehr ansehnlichen Ballstafetten zu spielen. Die „technisch vielleicht beste Mannschaft der Welt“ (Asllani) machte es den Schwedinnen schwer, auch wenn Nadeshiko im letzten Drittel relativ harmlos agierte und nur zu 2-3 wirklichen Chancen kam.

Sundhage hatte vorher angekündigt, sechs Mal wechseln zu wollen und brachte dann auch gleich vier Neue in der 46. Minute. Schelin, Asllani, Emma Berglund und Magdalena Eriksson. 

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Fridolina Rolfö überzeugte

Während Berglund Linda Sembrant gut ersetzte, sorgten die übrigen drei neuen Spielerinnen für eine deutliche Verbesserung. Lotta Schelin ging es dreckig, sie hustete und musste mehrere Minuten mit dem Mannschaftsarzt reden, bevor sie dann weitermachte – und trotzdem zeigte sie ihr bestes Spiel seit langem. Dicke Chance schon Sekunden nach ihrer Einwechslung und schliesslich tolle Ballannahme und platzierter, souveräner Abschlus zum 1:0 nach 76 Minuten, nach dem perfekten Pass von Kosovare Asllani.

Die 26-Jährige Asllani, jetzt bei Manchester City, überragte mit brillanten Pässen aus dem offensiven Mittelfeld. Auch beim 2:0 bediente sie Fridolina Rolfö. Obwohl sicher nicht die Favoritin bei Pia Sundhage, sollten die Beiden einen Pakt schließen, denn mit Asllani kann Schweden Erfolg haben.

Das 3:0 in der Nachspielzeit war dann ein Tupfer, Olivia Schough, frei gespielt von Fridolina Rolfö machte ein ähnliches Tor wie zuvor die Spielerin aus Linköping. Beides Mal platziert ins lange Eck.

Der Sieg fiel etwas zu hoch aus, aber wer ein Japan mit sieben Startspielerinnen vom 3:3 gegen die USA in Colorado Anfang Juni so deutlich schlagen kann, sollte mit Selbstbewusstsein und Erwartungen nach Rio reisen.

Portugals zwei Welten

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Claudia Neto und Carolina Mendes am vergangenen Sonntag

Heute Abend spielt die portugiesische Nationalmannschaft der Männer gegen Wales um den Einzug ins EM-Finale. CR7 – Cristiano Ronaldo –lässt dabei niemanden kalt. Abgöttisch geliebt und bodenlos verachtet.

 

CN12?

So wie Ronaldo der mit Abstand beste Spieler seines Landes ist, so ist das Claudia Neto bei den Frauen. Die 28-Jährige aus dem idyllischen Ort Portimão an der Algarve hat als Erwachsene in Portugal nie Fußball gespielt, außer in der Nationalmannschaft.

Claudia spielte eine Saison lang Futsal, dann ging sie nach Spanien, zuerst nach Saragossa, fast 1.100 km entfernt von Portimão, da blieb sie fünf Jahre, bis es sie dann nach Barcelona zu Espanyol verschlug.

2014 im Sommer wurde sie von Linköpings FC geholt.

„In Claudia bekommen wir eine Spielerin, die ihre besten Eigenschaften in der Offensive hat mit ihrer feinen Technik und ihrem Gefühl für das Spiel. Sie hat große internationale Erfahrung durch ihre Einsätze für Portugals Nationalmannschaft. Sie wird eine interessante Neuverpflichtung sein für unseren Kader und ihre Eigenschaften passen gut zu unserer Spielweise,“  sagte Trainer Martin Sjögren zu der Verpflichtung.

Er wusste damals wohl nicht, wie Recht er hatte. Denn Claudia Neto schaffte es sofort in die Startformation und sie spielte so gut, dass sie dort auch nicht mehr wegzubekommen war, bis heute. 2015 wurde sie als eine der besten Mittelfeldspielerinnen auf der alljährlich stattfindenden Fußballgala nominiert – neben Malin Diaz Pettersson und Caroline Seger.

Die meisten Spielerinnen der portugiesischen Frauennationalmannschaft spielen in der Heimat bei Traditionsvereinen (der Männer) wie Benfica und Sporting. Im Ausland sind derzeit: Carole Costa, die beim BV Cloppenburg in der zweiten Staffel Nord spielt, Raquel Infante, die beim finnischen Erstligisten Åland United auf den Åland-Inseln spielt, Monica Mendes, die beim FC Neukirch in der Schweiz verteidigt, Suzane Pires in Brasilien bei Santos und Ana Borges bei den Chelsea Ladies. Hinzu kommen die beiden „Schwedinnen“, Caroline Mendes, die gerade erst aus Russland zu Djurgården kam und meist auf der Bank sitzt und eben Claudia Neto, die spielt und spielt und die Fäden zieht bei Linköping.

Am Sonntag nach dem Spiel bei Djurgården, bei dem Carolina Mendes und Claudia Neto wohl zum ersten Mal in ihrer Karriere gegeneinander gespielt haben, habe ich mich mit Claudia kurz unterhalten.

Wie fandest du das Spiel bei Djurgårde, ihr habt 1-0 gewonnen, es war ganz schön hart?

„Ja, es war ganz schön hart, aber das Wichtigste ist, dass wir drei Punkte gewonnen haben.. Wir hatten eine ganze Menge Chancen, haben aber ganz einfach keine Tore daraus gemacht. Das passiert manchmal, so ist das im Fußball.“

Vor zwei Jahren bist du nach Schweden gekommen, den Vertrag mit Linköping hast du vorzeitig verlängert, es läuft richtig gut hier?

„Ich bin sehr zufrieden hier. Ich konnte habe alle Spiele absolviert, was natürlich gut für mich ist. Ich will der Mannschaft in jedem Spiel helfen.“

Die portugiesischen Medien haben ein wenig angefangen, sich für Claudia und damit dem Frauenfußball zu interessieren. Aber es ist noch ein weiter Weg.

„Wir träumen davon, an einer Endrunde teilnehmen zu können,“ hat sie vor ein paar Jahren gesagt, aber auch an der EM 2017 wird Portugal nicht teilnehmen, zu groß bereits der Rückstand auf den großen Nachbarn Spanien und auch auf Finnland. Selbst Irland ist noch vor den Südeuropäerinnen.

Warum seid ihr in Linköping so viel besser als letztes Jahr, wo ihr im Prinzip denselben Kader hattet? Ist die Erklärung, dass ihr jetzt ein klares 4-3-3 spielt mit Pernille (Harder), Stina (Blackstenius) und Fridolina (Rolfö) da vorne?

„Das Spielsystem passt uns besser, ja. Und alle drei Forwards sind wirklich sehr schnell und das führt dazu, dass wir einfach mehr Raum haben, in den wir spielen können.“

Wie siehst du deine eigene Rolle im Spiel?

Ich habe eine sehr technische Rolle. Ich versuche, meine Räume im Mittelfeld abzudecken und ein gutes Gleichgewicht zwischen Abwehr und Angriff herzustellen.“

 

Pia Sundhage benennt Olympiakader

Es hat Tradition. Wie seinerzeit Kollege Thomas Dennerby 2012  vor London, so nutzte auch Pia Sundhage die Gelegenheit des Elitentrainingslagers in Halmstad, das allsommerlich veranstaltet wird, um ihren Kader für Rio (und Brasilia) zu benennen.

Kritik gibt es dabei an der fehlenden Öffentlichkeit Nicht einmal eine Live-Übertragung im Netz fand statt.

Überraschungen gab es (fast) keine. Die eine Überraschung ist, dass es KIF Örebros 23-Jährige Abwehrspielerin Hanne Gråhns als Reserve in den Kader geschafft hat.

Im Tor werden Hedvig Lindahl (Chelsea Ladies) und Hilda Carlén (Piteå) stehen.

Sieben Spielerinnen stehen für die Abwehr zur Verfügung: Nilla Fischer (Wolfsburg), Emma Berglund (Rosengård), Linda Sembrant (Montpellier) sowie Magdalena Eriksson, Jessica Samuelsson und Jonna Andersson (alle Linköping).

In Mittelfeld und Angriff stehen: Kosovare Asllani (Manchester City), Lotta Schelin (FC Rosengård), Caroline Seger (PSG), Olivia Schough (Eskilstuna), Stina Blackstenius (Linköping), Emilia Appelqvist (Djurgården), Sofia Jakobsson (Montpellier), Lisa Dahlkvist (KIF Örebro), Fridolina Rolfö (Linköping), Elin Rubensson (Göteborg).

Die drei übrigen Reservistinnen sind Emelie Lundberg (Eskilstuna) im Tor, Abwehrspielerin Amanda Ilestedt (Rosengård) und Stürmerin Pauline Hammarlund (Göteborg).

Malmös Lina Nilsson fiel überraschenderweise in Ungnade.

 

 

 

Mit bekannten Gesichtern gegen Polen und Moldawien

Kosovare Asllani ist zurück und Nilla Fischer macht aus privaten Gründen Pause, wenn Schweden am 02. und 06. Juni auf Polen (in Lodz) uind Moldawien (in der Nationalarena für Frauenfußball in Göteborg) trifft.

Dass Asllani eher früher als später zurückkehren würde, daran hat wohl seit dem Wechsel der 26-Jährigen nach Manchester niemand gezweifelt. Trainerin Pia Sundhage geht es immer darum, dass ihre Nationalspielerinnen gute Vereine und regelmässiges Training haben. Wer keinen Verein hat, der wird schon mal aussen vor gelassen, das hat es bereits früher so ähnlich auch bei Sofia Jakobsson gegeben.

Ansonsten sieht das Aufgebot sehr vertraut aus. Niemand ist zum ersten Mal dabei.Neben Fischer fehlt verletzungsbedingt auch Emilia Appelqvist (Djurgården).

Tor: Hilda Carlén (Piteå IF), Hedvig Lindahl (Chelsea Ladies), Emelie Lundberg (Eskilstuna United)

Abwehr: Jonna Andersson, Magdalena Eriksson, Jessica Samuelsson (alle Linköpings FC), Emma Berglund, Amanda Ilestedt, Lina Nilsson (alle FC Rosengård), Freja Hellenberg (Kopparbergs/Göteborg FC), Linda Sembrant (Montpellier HSC)

Mittelfeld und Angriff: Stina Blackstenius, Fridolina Rolfö (beide Linköpings FC), Malin Diaz, Olivia Schough (beide Eskilstuna United), Lisa Dahlkvist, Caroline Seger (beide Paris Saint-Germains), Kosovare Asllani (Manchester City), Pauline Hammarlund, Elin Rubensson  (beide Kopparberg/Göteborgs FC), Sofia Jakobsson (Montpellier HSC), Josefine Johansson (Piteå IF), Lotta Schelin (Olympique Lyon)

 

Eskilstuna – Linköping 1:3

16716719020_167b818c97_kDer Östgöta-Express rollt weiter. Vor etwas mehr als 1.000 Zuschauern gewann Linköpings FC auch das dritte Spiel der Saison, dieses Mal bei Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer (2016/17) Eskilstuna United mit 3:1.

Ein völlig ungefährdeter, überzeugender Sieg mit einer überragenden Pernille Harder, die im Regen ihre Saisontreffer 3 und 4 markierte. Und weil Stina Blackstenius an der Spitze der Torjägerliste bleiben wollte, erhöhte dio 20-Jährige noch auf 3:0 (Treffer # 5), ehe Marija Banusic in der 92. Minute der Ehrentreffer gelang.

Die neue Truppe von Eskilstuna hat Schwierigkeiten, klare Torchancen zu erarbeiten. Das war schon am letzten Wochenende in Vittsjö (0:1) so und setzte sich heute fort. Linköping dagegen übereugt mit seinem 4-3-3 System, obwohl dort immer noch Fridolina Rolfö und die seit langem verletzte Ukrainerin Vera Dyatel fehlen.

Damallsvenskan 2016 – der Tipp

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Zwei Spielerinnen, die auch 2016 von sich reden machen dürften: Natalie Björn (hier noch AIK, jetzt Eskilstuna United) und Natasa Andonova (FC Rosengård)

Der FC Rosengård ist auch 2016 Topfavorit auf den Meistertitel in Schweden. Während der Saison 2015 gingen Anja Mittag und Ramona Bachmann, aber der übrig gebliebene Stamm plus die neu geholten Gaelle Engamanouit, Natasa Andonova und Lieke Martens geben der Mannschaft dennoch ausreichend Spitzenkompetenz, um mehr oder minder einsam an der Spitze zu kreisen. Zu rechnen ist überdies damit, dass Star Caroline Seger nach dem Ende der Saison in Frankreich zum FC Rosengård hinustösst, wo nicht nur die besten Rahmenbedingungen herrschen, sondern mit Therese Sjögran auch Segers BFF als Sportchefin tätig ist. Ausserdem lebt die Familie der 30-Jährigen unweit von Malmö.

Ich sehe nur ein Team, das Rosengård herausfordern kann und das ist der Vorjahresvierte Linköpings FC. Dort ist zwar die legendäre Charlotte Rohlin in Fussballerinnenrente gegangen, sie wird aber problemlos ersetzt durch Magdalena Ericsson. Die 22-Jährige, die in der Nationalmannschaft Linksverteidigerin spielt, wird von Coach Martin Sjögren (bester Trainer der Liga?) in die Mitte neben der routinierten Dänin Janni Arnth eingesetzt. Sjögren hat sich entschieden, auf 4-3-3 als Spielsystem zu setzen. Im Angriff haben die jungen Pernille Harder, Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius bereits in den Testspielen ordentlich hingelangt und selbst als Rolfö wegen Verletzung ausfiel, sorgte die Norwegerin Kristine Minde für Torjubel. Im Mittelfeld hat man mit der filigranen Technikerin Claudia Neto und Renée Slegers zwei exquisite Spielerinnen. Linköping wird Zweiter und erreicht sein Saisonziel Champions League.

Platz drei geht an den Viemeister von 2015. Eskilstuna United hat etliche Schlüsselspielerinnen durch Karriereende (Petra Larsson und Sofie Persson) verloren und die Kamerunerin Gaelle Engamanouit an den schärfsten Konkurrenten Rosengård. Aber Coach Victor Ericsson hat interessante Neuverpflichtungen geholt. Vor allem Marija Banusic könnte bei ihm den Durchbruch schaffen. Er hat bereits Olivia Schough zu neuen Karrierehöhen verholfen. Ausserdem holte Ericsson zwei AIK-Talente mit Petra Andersson und Natalie Björn. Björn habe ihm am meisten imponiert, sie sei schon jetzt eine Führungsspielerin, sagte Ericsson am Rande des Medienauftaktes der Damallsvenskan. Dennoch reicht das „nur“ zu Platz 3.

Dahinter wird es schwierig. Der Vorjahresdritte Piteå IF hat Pauline Hammarlund an Göteborg abgeben müssen, Hanna Pettersson og sich bei einem der ersten Trainings einen neuerlichen Kreuzbandriss zu. Aber mit Felicia Karlsson könnte Piteå einen Glücksgriff getan haben. Die vielleicht schnellste Stürmerin der Liga (Linda Sällström?) hat einen Durchbruch längst verdient und könnte ihn bei Stellan Carlsson schaffen, der schon Hammarlund und Emilia Appelqvist veredelt hat. Ich sehe Piteå knapp auf Platz vier vor Kopparberg/Göteborgs FC, das immer um den Titel mitspielen will, sich dann aber doch nicht entsprechend verstärkt. Die Niederländerinnen Manon Melis, Lieke Martens und Danielle van de Donk haben den Club verlassen, mit Pauline Hammarlund und Elin Landström hat man zwei grosse Talente geholt. Das Team ist jünger und wieder wird es nicht für die Champions League reichen. Platz 5. Sollte Lotta Schelin zurückkehren, wie Gerüchte besagen, dann könnte sie Göteborg doch noch ein wenig weiter nach oben bringen, aber wohl kaum in die Champions League.

Vittsjö GIK hat sich nach zwei mittelmässigen Spielzeiten enorm verstärkt. Mit Katie Fraine holte man die beste Torhüterin der Liga aus Linköping und die Nigerianerin Ngozi Okobi wirbelte bei der WM in Kanada 2015 die schwedische Abwehr nach Belieben durcheinander. Schaun mer mal, ob sie das auch in der Liga schaffen wird. Hinzu kamen eine weitere Nigerianerin, die Finnin Emmi Alanen und die physisch starke Clara Markstedt. Platz sechs sollte keine Utopie sein, wenn das Trainerduo unter der Führung von Thomas Mårtensson das Team zügig einspielen kann.

Für KIF Örebro bleibt dann nur Rang 7 übrig. Hanna Folkesson absolvierte 2015 kein einziges Spiel für den ehemaligen Vizemeister und Lisa Dahlkvist verliess ihren Mutterclub, um mit Caroline Seger wesentlich lukrativer das PSG-Mittelfeld zu bespielen. Ende des Jahres hagelte es Rücktritte. Elin Magnusson, Sanna Talonen und Susanna Lehtinen hingen die Fussballschuhe an den Nagel und werden enorm fehlen. Das Gefüge im Team verändert sich. Hinzu kommt, dass die Nigerianerin Sarah Michael einen Kreuzbandriss erlitt und man deshalb schnell die 34-Jährige Melissa Tancredi aus Kanada holte. Interessant zu sehen wird, inwieweit Mittelfelddiamanttalent (ein neues Wort…) Michelle De Jongh weiter von sich reden machen wird. Ein Interview mit ihr kommt in der nächsten Woche.

Achter in der Liga ist dann die einstige Fussballgrossmacht Umeå IK, die längst auf dem Boden der finanziellen Realitäten angekommen ist. Immerhin konnte man Nationalspielerin Jenny Hjohlman behalten und auch Supertalent Lina Hurtig. Letztere ist allerdings noch verletzt, aber zu mehr als Platz acht reicht das nicht. Zu unbeständig war das Team 2015, was der mangelnden Routine und auch der fehlenden Breite im Kader geschuldet ist.

Elisabet Gunnarsdottir ist schon im achten Jahr Trainerin von Kristianstads DFF und gestern hat ihr Team ganz gut ausgeschaut bei Meister Rosengård, was allerdings an einer eher indiskutablen Leistung der Gastgeber in Malmö lag. Die finanziellen Probleme haben Gunnarsdottir zu einer erheblichen Verjüngung des Kaders gezwunfen, mehr als Platz neun ist damit leider nicht drin.

Aufsteiger Djurgården schafft es trotz interessanter Neuverpflichtungen nur knapp, in der Liga zu bleiben. Gegen Linköping erlitt man eine knallende 1:6-Niederlage, es hätte auch zweistellig ausgehen können und ich sah nur wenig Erstklassiges. Die Paraden von Gudbjörg Gunnarsdottir, die wieder dabei ist. Die Innenverteidigerinnen Sheila van den Bulk und Petronella Ekroth sind solide, aber nicht erstklassig. Das ist dafür das zentrale Mittelfeld mit Emilia Appelqvist und Katrin Schmidt. Vorne sollen Mia Jalkerud, Alexandra Höglund und Madeleine Stegius alles richten, verstärkt durch die Portugiesin Carolina Mendes. 

Mallbacken schaffte es letztes Jahr um Haaresbreite, ein Tor besser als Hammarby, die Klasse zu erhalten. In diesem Jahr hat man Mimmi Larsson an Eskilstuna abgeben müssen. Die Neuverpflichtungen, u.a. mit Kirsty Yallop aus Vittsjö sind solide, aber es reicht leider nicht aus. Möglich wird es, wenn man es schafft, zu Hause den Heimvorteil mehrfach zu nutzen. Ein Spiel in Mallbacken ist etwas Besonderes, das haben mir schon viele Spielerinnen anderer Clubs erzählt.

Kvarnsveden hatte kein Geld, nach dem Aufstieg etablierte Spielerinnen aus der ersten Liga zu holen. Stattdessen gab es nur vier Neue aus der Elitettan. Superstar Tabitha Chawinga, die das Team mit ihren 42 Toren in 26 Spielen fast im Alleingang nach oben schoss, alleine kann es auch nicht richten. Chawinga wird sowieso heiss begehrt von allen anderen Clubs sein. Die 20-Jährige Malawierin hat sich dennoch 25 Tore zum Ziel gesetzt. Schafft sie das, dann hat Kvarnsveden eine Chance. Aber woher sollen die Bälle kommen?

Also, noch einmal zusammengefasst:

  1. FC Rosengård
  2. Linköpings FC
  3. Eskilstuna United
  4. Piteå IF
  5. Kopparbergs/Göteborg FC
  6. Vittsjö GIK
  7. KIF Örebro
  8. Umeå IK
  9. Kristianstads DFF
  10. Djurgården
  11. Mallbacken
  12. Kvarnsveden

Noch nicht aller Tage Abend

Pia Sundhage fehlte gestern bei der Präsentation des Kaders für die Länderspiele gegen die Schweiz und Dänemark, sie hatte Fieber. Aber Assistentin Lillie Persson gab eine Reihe von aufschlussreichen Kommentaren.

Zwei Spielerinnen vermisste man in der Liste. Fridolina Rolfö und Antonia Göransson.

Lillie Persson sagte, dass beide noch eine Chance hätten: „Sie müssen gesund sein und gute Leistungen in der Damallsvenskan zeigen. Zu Rolfö: „Was ich sehen will, ist regelmäßiges Training, es kann nicht sein, dass sie 1-2 Trainingseinheiten absolviert und dann aufhört. Sie muss auch anfangen, regelmäßig zu spielen.“ Da möchte man Persson zurufen, dass man doch nur spielen kann, wenn man auch aufgestellt wird bzw. eingewechselt, was Schwedens versammelte Frauenfußballjournalisten seit Monaten fordern.

Zu Göransson: „Antonia bringt keine Leistungen auf dem Niveau, das wir von ihr erwarten. Sie muss in Vittsjö weiterarbeiten. Sie ist absolut nicht aus dem Blickfeld, sie hat ja eine Eigenschaft die wir ‚explosiv‘ nennen, aber genau dieses ‚explosiv‘ haben wir vermisst, als sie dabei war. Gleichzeitig war sie eine Zeitlang nicht dabei und das kann eine Frage des Selbstvertrauens sein.“

Kennt man Sundhage/Persson und ihren Hang zu Vertrautem und ihre Abneigung gegen spontane Entscheidungen klingt das weder für Rolfö noch für Göransson, als ob sie eine reale Chance haben. Aber wir werden sehen.

Die deutschen Fans, die Interesse am schwedischen Team haben und im Sommer nach Kanada fahren, sollten sich in Toronto aufhalten. Denn dort wird das schwedische Team Quartier machen, um dann erst zum Spiel gegen Nigeria nach Winnipeg zu reisen. Das gab Nationalmannschaftschefin Marika Domanski Lyfors gestern bekannt.

„Viele Teams werden von und nach Toronto reisen,“ sagte Domanski Lyfors gestern. „Nach der Auslosung haben wir mit anderen Teams diskutiert und viele dachten daran, etwas in Toronto zu machen, bevor sie innerhalb Kanadas weiterreisen. In der Nähe kann man Natur erleben und die Mädels mögen ja Städte. Die gehen gerne shoppen und genießen ihre Freizeit und wer tut das nicht.“

Ohne Musovic und Rolfö – Schwedens letzter Kader vor der WM

Pia Sundhage ist keine Freundin von schnellen oder mutigen Entscheidungen. Nachdem sich Zecira Musovic wohl einen Stammplatz in Schwedens bester Vereinsmannschaft erspielt hat und zuletzt gegen Spitzenteams wie Linköpings FC und auch den VfL Wolfsburg glänzende Leistungen zeigte, hatte die Presse ihren Namen ins Spiel gebracht, aber wer Sundhage kennt, weiß, dass sie nichts von spontanen Entscheidungen hält, nicht einmal, wenn es nur um den dritten Platz als Torhüterin geht. Hedvig Lindahl, Carola Söberg und Hilda Carlén sind bei den Spielen gegen die Schweiz und Dänemark dabei.

Auch die zuletzt verletzte Fridolina Rolfö, die das Potential zu einem der besten WM-Joker des Turniers hätte, wird nicht dabei sein, obwohl sie jetzt wieder bei Linköping im Kader ist und am Sonntag gegen Brøndby die letzten 20 Minuten spielte. Damit ist die WM-Teilnahme für Schwedens vielleicht talentierteste Angreiferin durchaus fraglich.

Lediglich Emilia Appelqvist aus Piteå nimmt anstelle von Antonia Göransson aus Vittsjö an dem Lehrgang teil. Einen Monat nach den beiden Spielen Anfang April steht dann die Bekanntgabe des Kaders auf dem Programm.

Schweden dreht 0:2 gegen Norwegen

Für das erste Länderspiel in der WM-Saison 2015 hatte Pia Sundhage vor, vor allem junge Spielerinnen einzusetzen, aber schon vorher hagelte es Absagen und dann vor Ort mussten auch noch Fridolina Rolfö und Caroline Seger ihre Einsätze wegen Verletzungen bzw. Verletzungsgefahr absagen.

Schweden begann als die dominierende, ballführende Mannschaft, ohne jedoch zu deutlichen Torchancen zu kommen. Stattdessen nutzten wachsame Norwegerinnen die zu Beginn teils eklatanten Schwächen der schwedischen Abwehr gnadenlos aus. Da funktionierte die Abstimmung zwischen Außen- und Innenverteidigung ebensowenig, wie die zwischen Torfrau und Viererkette. das 0:1 durch isabell Herlovsen ging auf Schlussfrau Carola Söbergs Kappe, die im Strafraum herumirrte und durch einen leichten Heber der in Mönchengladbach geborenen Stürmerin von Lillestrøm ausgetrickst wurde. Wenig später dann das 0:2 als Nilla Fischer in selten zu beobachtender Fehleinschätzung einen Ball hinter die zentrale Verteidigung völlig falsch beurteilte und abermals Herlovsen das 0:2 markieren konnte.

Nach vorne ging nur wenig, Kosovare Asllani war unsichtbar mit einer Ausnahme, als sie halbrechts vorm Tor zu einer Schussposition kam und Zeit hatte, aber nur einen kläglichen Abschluss direkt in die Arme von Routinier Ingrid Hjelmseth zustande brachte.

In der Halbzeitpause dann der Beginn der Wende von La Manga: „Als wir 0:2 zurücklagen, haben wir darüber gesprochen, dass wir dieses Spiel absolut drehen wolten,“ so Asllani auf der Homepage des schwedischen Fußballverbands. Und die in der ersten Halbzeit noch so blasse Spielerin von Paris SG glänzte in den zweiten 45 Minuten. Zunächst erzielte sie nach ebenfalls einfachen Fehlern nun der Norwegerinnen beide Tore zum 2:2-Ausgleich und dann legte sie auch noch Lotta Schelin zu ihrem 74. Länderspieltor und Siegtreffer auf. Da nützte es auch nichts mehr, dass die Norwegerinnen in den letzten zehn Minuten, u.a. mit der nun eingewechselten Ada Hegerberg gewaltig anrannten.

Lotta Schelin: „Toll gegen Norwegen nach so einer Wende zu gewinnen. Das ist gut fürs Selbstvertrauen.“ Recht hat die 30-Jährige Stürmerin von Olympique Lyon. Nilla Fischer nahm die Schuld für das 0:2 sportlich auf sich: „Da übernehme ich die Verantwortung, ich habe nicht schnell genug reagiert, glaubte, ich käme noch an den Ball ran, der aber dann über mich ging. Deshalb war es besonders schön, dass wir in der zweiten Halbzeit zurückkamen und gewonnen haben.“

Beste Schwedin an diesem Abend: KIF Örebros Neuzugang Hanna Folkesson, die unermüdlich rackerte.

„Wir gingen mit der Hoffnung auf ein gutes Resultat in die Pause,“ sagte Trainer Evan Pellerud auf der Homepage des norwegischen Verbands. Das haben wir nicht bekommen und das ist sehr irritierend, wenn man so eine sichere Führung aufgibt. Es war ein ausgeglichenes Spiel, aber die Schwedinnen zeigten Willen und waren gut. Ein gutes Spiel, das auch unentschieden hätte enden können.“

„Es ist bnlöd, Spiele zu verlieren, über die man in der ersten Halbzeit noch gute Kontrolle hatte,“ sagte Goalgetterin Isabell Herlovsen.

Linköping deklassiert Zvezda

LKPGZVEZ03Linköping war klarer Favorit gegen Zvezda, das hatte Linda Sällström schon im Interview diese Woche gesagt, aber wohl der größte Optimist hätte sich kaum träumen lassen, dass das Achtelfinale gegen den frisch gebackenen russischen Meister zu einem Spaziergang werden könnte.

Wie gut, dass Linköping eine Halbzeit lang zu zehnt spielen musste: Die amerikanische Torhüterin Katie Fraine hatte kurz vor der Halbzeitpause beim Stand von 4:0 Zvezdas Stürmerin von der Elfenbeinküste, José Nahi, mehr als unsanft von den Beinen geholt und völlig zu recht die rote Karte bekommen. Den fälligen Elfmeter hielt die schnell eingewechselte norwegische Ersatztorhüterin Hilde Gunn Olsen mit der rechten Hand.

LKPGZVEZ05Nicht auszudenken, wie das Ergebnis hätte ausfallen können, wenn die Schwedinnen auch die zweiten 45 Minuten zu elft bestritten hätten. Zwar zeigten die Gäste gerade zu Beginn einige durchaus gefällige Aktionen, aber mit Ausnahme eines Schusses knapp neben das Tor und einem Freistoß den Fraine zur Ecke lenkte, war auch Nahi immer glänzend bei Maja Krantz oder Charlotte Rohlin aufgehoben, außer in der 43. Minute eben.

Fridolina Rolfö zeigte eine starke erste Halbzeit, wurde dann aber von Coach Martin Sjögren gegen die Ersatztorhüterin ausgewechelt, wohl vor allem, um sie zu schonen.

Am Montagmorgen starten 16 Spielerinnen nach Moskau und weiter nach Perm, wo am Mittwoch bei voraussichtlich leichten Minustemperaturen nur noch eine Pflichtaufgabe wartet. Das Linköping im März 2015 das Viertelfinale bestreiten wird, daran zweifelt niemand mehr. Zvezda 2005 hätte in Schweden sicherlich Probleme, die Klasse zu erhalten, vor allem wegen einer völlig desolaten Defensive.

Linköpings FC: 1 Katie Fraine (Rote Karte 45+4.), 21 Maja Krantz, 7 Charlotte Rohlin, 3 Janni Arnth, 20 Magdalena Ericsson,-, 6 Marianne Gajhede Knudsen, 12 Claudia Neto, 14 Fridolina Rolfö (ab 45+5 Hilde Gunn Olsen), 19 Christine Minde, 16 Pernille Harder (ab 78 Emma Lennartsson), 25 Jonna Andersson (ab 69. Linda Sällström).

Tore: 1:0 Charlotte Rohlin (11.), 2:0 Pernille Harder (26.), 3:0 Fridolina Rolfö (37.), 4:0 Magdalena Ericsson (39.), 5:0 Marianne Gajhede Knudsen (75.)

Linköping im Achtelfinale

FridolinaDer englische Meister Liverpool Ladies ist in der ersten Rundew der Champions League am letztjährigen Tabelendritten der Damallsvenskan gescheitert. Nach dem 1:2 in Liverpool gewann Linköpings FC deutlicher als erwartet mit 3:0. Alle Tore erzielte die 20-Jährige Fridolina Rolfö (Bild)

Liverpool hatte in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz, aber Fridolina Rolfö sorgte mit einem 25-Meterschuss in den Winkel für die Führung der Gastgeber. Trainer Martin Sjögren strahlte in der Mixed Zone und sagte, dass seine Mannschaft nach ein paar schwächeren Auftritten in der Liga nun das beste Spiel der Saison (zusammen mit dem Sieg bei Meister Rosengård) gezeigt hätte,

„Wir haben extrem viele Torchancen erarbeitet und hätten noch das vierte, fünfte oder sechste Tor machen können,“ so Sjögren zu der Zeitung Östgöta Correspondenten

In Linköping ist man nun gespannt, ob sich Fridolina Rolfö durch ihre Klasseleistung möglicherweise in Pia Sundhages Kader für das Länderspiel gegen Deutschland gespielt bhat.

 

 

Linköping und Rosengård siegen vor großem Publikum

Dass in Malmö mit über 2000 Zuschauern ein neuer Saisonrekord aufgestellt wurde, kann man wohl mit fünf Buchstaben erklären: Marta machte ihr erstes Heimspiel im Trikot des schwedischen Meisters und brauchte lediglich 13 Minuten gegen Tabellenschlusslicht Jitex, um ihren ersten Treffer für den neuen Club abzuliefern.

Am Ende hieß es dann 3:0 gegen den punktlosen Jumbo, nachdem auch noch Anja Mittag und Amanda Ilestedt (nach Ecke von Marta) in die Torerubrik Eingang fanden

Die Brasilianerin wurde nach etwas mehr als einer Stunde ausgewechselt und für sie kam die Niederländerin Kirsten van de Ven, die ihre ersten Heimminuten für den Club absolvierte, dem sie schon das ganze Jahr angehört. Van de Ven hat nach mindestens zwei Gehirnerschütterungen in den letzten Jahren immer wieder mal Probleme mit dem Kopf gehabt und scheint nun endlich wieder fit zu sein Hoffentlich ist sie auch gesund.

Da Ali Riley und Lina Nilsson auf den Außenverteidigerpositionen starteten, musste auch Dänemarks Nationalmannschaftskapitänin Line Røddik Hansen auf der Bank Platz nehmen und bekam nur 14 Minuten am Ende Neben van de Ven und Røddik saß auch Elin Rubensson unter Plexiglas. Durch die Personalverstärkungen wird Rosengårds Bank inzwischen immer hochkarätiger.

Wo man die 2.000 plus von Malmö recht leicht erklären kann, schienen mir die 5.200 von Linköping zunächst sehr rätselhaft. Warum wollten so viele den frisch gebackenen Pokalsieger (vielleicht deswegen?) sehen?

Freier Eintritt alleine war es nicht, was so viele Menschen wie seit der Europameisterschaft nicht mehr in die Linköping Arena lockte Ein offenbar rundum gelungenes Wochenende unter dem alten EM-Motto „Winning Ground“ (Raum für den Frauenfußball gewinnen) fand in Linköping am Samstag und Sonntag statt und viele Akteure machen mit: die Stadt, die Region, Hotels, lokale Unternehmer machten das Wochende speziell. Zwei Tage, angefüllt mit Fußball-Aktivitäten, bei denen das Spiel von Linköping gegen Umeå dann der Höhepunkt war.

Und die Spielerinnen dankten es mit einem Sieg. Pernille Harder und Fridolina Rolfö schossen die Tore zum 2:0-Sieg und die Damallsvenskan scheint einen neuen Star zu bekommen. Abermals wird die neue Portugiesin Claudia Neto gefeiert und alle noch kommenden Gegner von Linköping werden vor der Kombination Neto/Harder gewarnt. Dazu kommt auch Rolfö in immer bessere Verfassung.

Aber der Rückstand von Linköping auf KIF Örebro beträgt dennoch satte sechs Punkte mit einem Spiel mehr als der Tabellenzweite.

 

 

Linköpings FC gewinnt den schwedischen Pokal

Vor 1.200 Zuschauern in der heimischen Linköping Arena gewann der LFC am Donnerstagabend das Finale um den schwedischen Pokal mit 2:1 gegen Kristianstads DFF.

Ein hochverdienter Sieg, an dem es nichts zu deuteln gibt. Allerdings ist auch der Kader Linköpings wesentlich besser als der des wirtschaftlich arg gebeutelten Gastes. Mit der Dänin Janni Arnth Jensen und der Portugiesin Claudia Neto von Beginn an bot Trainer Martin Sjögren gleich zwei der vier Neuverpflichtungen aus der Sommerpause auf. Beide boten eine gute Partie und besonders Neto wusste durch brillante Technik und gute Spielübersicht zu gefallen.

Dennoch begann das Spiel denkbar schlecht. Charlotte Rohlin gab ihr Comeback in der Innenverteidigung und nach drei Minuten war klar, warum Pia Sundhage sie (noch?) nicht in den Nationalmannschaftskader berufen hat. Rohlin vertändelte den Ballin der Mitte der eigenen Hälfte gegen Susanne Moberg, die mit einem Ball in die Tiefe Marija Banusic bediente. Die 18-Jährige, die gerade wieder mal in den Nationalmannschaftskader berufen wurde, lief ein paar Schritte und spielte dann der herauseilenden amerikanischen Torhüterin Katie Fraine den Ball überlegt und eiskalt durch die Beine ins Tor.

Das hätte ein sehr schweres Spiel für den Gastgeber werden können, wenn es Kristianstad gelungen wäre, die eigenen Reihen zu schließen. Aber keine drei Minuten später leistete sich Nationaltorhüterin Hedvig Lindahl einen kapitalen Fehler. Pernille Harder hatte die 20-Jährige Fridolina Rolfö in Szene gesetzt und im Nachsetzen gelang Rolfö der Ausgleich als Lindahl sträflich ihr kurzes Eck vernachlässigte.

Überhaupt war Rolfö eine der stärksten Akteure in der ersten Halbzeit und verschwand dann zunehmend in der Wärme des Abends. Mir selber hatte sie vor eineinhalb Wochen noch genau das gesagt, dass sie physisch arbeiten müsse, um ein anfangs sehr hohes Tempo auch über 90 Minuten durchhalten zu können. Junge Talente müssen kontinuierlich an die Nationalmannschaft beim nächsten Mal wieder nicht berücksichtigt werden, sagte TV-Expertin und Ex-Nationalspielerin Frida Östberg (früher Umeå IK und Linköpings FC) in der Pause und übte damit für schwedische Verhältnisse recht offene Kritik an der Nominierungspraxis von Pia Sundhage; ganz in dem Sinn, in dem ich mich hier auch schon vor wenigen Tagen geäußert habe.

Rolfö war gegen England dabei, bekam keine Minute Spielzeit. Jetzt ist Banusic gegen Polen dabei und vermutlich wird es ihr ebenso ergehen wie Rolfö zuletzt. Schön, dass beide Youngster am Donnerstagabend das Spiel mit ihren Toren eröffneten.

Mit zunehmender Spieldauer erarbeitete sich der Gastgeber viele Chancen, die Lindahl teils mit großartigen Reflexen auf der Linie verhinderte. Da machte sie ihren Fehler aus der sechsten Minute mehrfach wieder gut.

In der zweiten Hälfte, als Linköping dann noch einen Gang höher schaltete, dann wieder ein Lindahl-Fehler und die Entscheidung. Pernille Harder, die allmählich wieder zu ihrer Großform zurückfindet (Vertrag läuft Ende 2014 aus für alle, die an einer der wohl besten Spielerinnen ihres Alters in Europa interessiert sind...), spielte sich auf der linken Seite durch und schoss aus spitzem Winkel aufs Tor und Hedvig Lindahl boxte den Ball fast genau vor die Füße der schräg vor ihr auftauchenden zweiten von drei Däninnen in der Startelf Linköpings, Marianne Gajhede Knudsen, die das Spiel dann entschied.

Kristianstad wechselte nur einmal aus, Trainerin Elisabet Gunnarsdottir wusste sicher auch, dass sie auf der Bank niemanden mehr hatte, der dem Spiel eine entscheidende Wendung hätte geben können. Linköping hatte alles im Griff und gewann hochverdient den Pokal zum vierten Mal. Abermals lieferte Innenverteidigerin Mia Carlsson eine tolle Partie ab.

In einem Spiel der Damallsvenskan am Donnerstagabend schlug Kopparberg/Göteborgs FC Piteå mit 1:0. Den einzigen Treffer erzielte Lisa Ek in ihrem Comeback für Göteborg bereits nach drei Minuten. Piteås Torfrau Hilda Carlén soll die beste Spielerin auf dem Platz gewesen sein und weitere Treffer Göteborgs, in der auch Maren Mjelde ihren Pflichtspieleinstand im defensiven Mittelfeld gab, verhindert haben.

Die Tabelle: