Schwedens Aufgebot für Kroatien

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Lina Hurtig im Pokalfinale gegen Rosengård am Sonntag

Mit Spannung wurde das erste Aufgebot des neuen Nationaltrainers Peter Gerhardsson erwartet. Er hatte das Amt unmittelbar nach der EURO 2017 übernommen, die für Pia Sundhage den Schlusspunkt einer nach außen hin erfolgreichen, spielerisch aber sehr durchwachsenen Zeit gebildet hatte.

Große Hoffnungen auf ein Signal des Wandels wurden mit dem gestrigen Datum verbunden und die Hoffnungen wurden nicht enttäuscht.

Im Vergleich zu Pia Sundhages Aufgebot für Holland gab es gleich neun Änderungen, der Altersdurchschnitt der Truppe wurde von 26,9 auf 25,0 gesenkt.

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Olivia Schough ist nicht mehr im Aufgebot des schwedischen Teams

Nicht mehr mit dabei sind Lisa Dahlkvist und Olivia Schough. Dahlkvist zeigte sich in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen auch sehr enttäuscht und sagte, das habe sie unvorbereitet getroffen. Der neue Trainer habe sie am Vormittag angerufen und mitgeteilt, dass sie nicht dabei sei. Olivia Schough war unter Sundhage ebenfalls Stammspielerin und ist nun ganz aus dem Kader gerutscht.

Nicht dabei ist auch Lotta Schelin. Bei ihr allerdings sagte Gerhardsson gestern, dass sie immer noch an Nackenproblemen leide und ikhm gesagt habe, dass sie wohl bis Mitte September nicht 100% fit werden würde. „Da habe ich entschieden, dass sie nicht dabei sein soll.“ Gerhardsson sagte, dass Schelin sich zu Hause in Malmö erholen soll und hoffte, dass sie im Oktober, wenn es gegen Dänemark geht, wieder nominierbar sei. Diese Entscheidung geht ebenfalls quer zu Pia Sundhages Praxis, die Schelin sicherlich dennoch mitgenommen hätte. Während der gesamten EURO spielte die 33-Jährige Stürmerin mit schmerzstillenden Mitteln und fällt nun für ihren Verein FC Rosengård wochenlang aus.

Dabei ist nach langer Zeit wieder Marija Banusic. Die 21-Jährige war bei Sundhage/Persson in Ungnade gefallen, weil sie „sich nicht unterordnen wollte“ und weil sie nicht bereit gewesen sei, auf einer Außenposition im Mittelfeld zu spielen (Persson). Banusic ist Mittelstürmerin. Gerhardsson stellte Banusic mit den Worten vor, dass sie mit beiden Füßen Freistöße verwandeln könne. „So etwas kann man sehr lange suchen“, so Gerhardsson, der auch die Neu-Potsdamerin Amanda Ilestedt nach mehr als einem Dreivierteljahr ohne Nominierung wieder zurückholte.

Zecira Musovic wurde trotz ihrer derzeitigen Reservistenrolle hinter Erin McLeod nominiert. Alks ich am Sonntag noch kurz mit „Zesse“ sprach, wie die 21-Jährige genannt wird, war sie nicht gerade guter Laune vor dem Pokalfinale. Gestern sagte sie mir, sie hätte nichts gewusst, das sei eine Riesenüberraschung und sie war begeistert, dass die neue Leitung unter Peter Gerhardsson und Magnus Wikman ihre Trainingssituation in Malmö sieht. Neue Zeiten scheinen anzubrechen.

Das gesamt Aufgebot:

Hilda Carlén, Hedvig Lindahl, Zecira Musovic

Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Linda Sembrant, Magdalena Eriksson, Jessica Samuelsson, Jonna Andersson, Mia Carlsson, Natalie Björn

Caroline Seger, Petra Andersson, Hanna Folkesson, Kosovare Asllani, Stina Blackstenius, Mimmi Larsson, Julia Spetsmark, Lina Hurtig, Marija Banusic, Fridolina Rolfö, Tove Almqvist, Johanna Rytting Kaneryd

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Zurück aus Holland

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Österreichs Jubel nach dem entscheidenden Elfer von Sarah Puntigam gegen Spanien

Acht Tage habe ich in Rotterdam verbracht und von dort aus Spiele der EURO 2017 in Breda, Tilburg und Utrecht besucht. Und auch das „historische“ Viertelfinale der deutschen Mannschaft gegen Dänemark in Rotterdam.

Dominik Thalhammer hat am Tag nach dem Sieg seiner Österreicherinnen über Spanien gesagt: „Es ist der 31. Juli, Deutschland, Frankreich und Spanien packen die Koffer und wir bleiben hier.“

Ich würde noch Schweden ergänzen.

Drei Frauenfußballdinosaurier fuhren nach Hause und auch die mit viel Vorschusslorbeeren angereisten Spanierinnen konnten nur gegen Portugal zwei Tore in der ersten Halbzeit machen. Danach kam nichts mehr.

Wachablösung im Frauenfußball?

Schweden kam mit einer Trainerin, die in ihrem Berufsleben unheimlich viel für den Frauenfußball getan hat. Als Spielerin, als Trainerin und nicht zuletzt auch als Persönlichkeit. Pia Sundhage verkörpert heute noch für viele die Ideale des Frauenfußballs. Sie musste sich noch als Junge ausgeben, um Fußball spielen zu dürfen, sie gab nie auf, sie wurde Europameisterin 1984 (schoss den entscheidenden Elfmeter gegen England) und sie sagte vor gar nicht so langer Zeit, dass Frauen es niemals als selbstverständlich ansehen sollten, dass sie Fußball spielen. Denn wenn man sich zurücklehnen würde, käme jemand daher und würde die Errungenschaften wieder streichen. Das ist im Grunde nicht ganz abwegig, aber es verkennt dennoch die Weiterentwicklung des Sports und vieler Gesellschaften.

Frauenfußball ist nicht mehr abzuschaffen. Es gibt in den Internetforen in Deutschland, in Schweden und anderswo immer noch ewig Gestrige, die wollen, dass man den Frauenfußball abschafft. Aber leider wird es rechtsgerichtete und frauenfeindliche Dumpfbacken immer geben. In der breiten Gesellschaft ist der Sport jedoch längst angekommen und er enwtickelt sich weiter. Was nicht heißt, dass er zumindest zu unseren Lebzeiten niemals so groß sein wird wie der übermächtige Männerfußball in dem heute davon die Rede ist, dass PSG bis zu 500 Millionen € Ablöse für Neymar hinzublättern bereit ist.

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Lisa Dahlkvist (30) – macht Schweden jetzt den Generationswechsel?

Pia Sundhage hat große Verdienste, als Trainerin hat sie Schweden nicht weitergebracht und wenn wir ehrlich sind, auch die USA nicht. Die beiden Olympiasiege mit den Amerikanerinnen 2008 und 2012 sind natürlich großartig für den Lebenslauf, aber mit der US-Mannschaft konnte nicht viel schiefgehen und auch dort bereits hat Sundhage vor allem die alteingesessenen,. arrivierten Spielerinnen gefördert und immer spielen lassen. Christen Press kam erst nach dem Abgang Sundhages beim glücklosen Tom Sermanni zum Zuge und hat seitdem in 88 Spielen 43 Tore geschossen. Keine schlechte Quote.

Pia Sundhage hat in Schweden den notwenigen Generationswechsel nicht einmal begonnen. Die zentrale Linie mit Hedvig Lindahl (34), Nilla Fischer (33), Caroline Seger (32) und Lotta Schelin (33) ist in die Jahre gekommen und macht dennoch das Führungszentrum im schwedischen Fußball aus. An den Alten, zu denen sicher auch Lisa Dahlkvist (30) und Linda Sembrant (30) gehören, muss man vorbeikommen, wenn man einen dauerhaften Platz im Kader erreichen will.

Pausenclown Olivia Schough hat bis zum Ende der Gruppenphase spielen dürfen, obwohl sie sportlich nun wirklich nicht ins Team gehört. Nicht nur ihre missglückten Ecken gegen Deutschland sondern auch ihre fehlende Technik bei der Ballannahme und ihre zahlreichen Fehlpässe  dokumentieren, dass die wohl vor allem mitgenommen wurde und zur Lieblingsspielerin Pia Sundhages avancierte, weil sie durch ihre gute Laune und ihre wirklich sehr sympathische Art weite Teile des Teams bei Laune hielt.

Aber so kann man keine Mannschaft bauen, die um einen Titel spielen soll.

Erst im letzten Spiel gegen die Niederlande liess Sundhage das Stürmerduo Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius auflaufen, dass sich schon aus den Zeiten in Linköping kennt. Nun ist die eine in München und die andere in Montpellier (wo sie angeblich weg möchte), aber sie ergänzen sich nach wie vor gut. Gegen Holland musste „L8“ wie Schelin von ihren Fans geschrieben wird, dann zurück ins Mittelfeld und da gelang ihr nicht viel.

Überhaupt das Mittelfeld. Da war Kosovare Asllani noch die Beste, obwohl sie sich nachher wie ein kleines Kind über Schiedsrichterin Bibiane Steinhaus beschwerte, sogar noch am Tag nach dem Spiel. Steinhaus habe dem Druck des Publikums nicht standgehalten.

Wahr jedoch ist, dass der schwedischen Mannschaft durch ein jüngeres, technisch versierteres und schnelleres Team die Grenzen aufgezeigt wurden.

Schwedens neuer Coach Peter Gerhardsson hat keine leichte Aufgabe. Er muss das neue Schweden bauen, denn Sundhage hat wohlwissend, dass ihr Vertrag ausläuft wenig für die nähere Zukunft der schwedischen Nationalmannschaft getan. Gerhardsson muss aufräumen, muss Spielerinnen allmählich ersetzen. Bereits Ende Oktober wartet Dänemark in der WM-Qualifikation. Diese Gruppe wird man nicht so selbstverständlich gewinnen wie in all den Jahren zuvor Qualifikationen Spaziergänge waren.

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Theresa Nielsen hat in der 83. Minute das 2:1 für Dänemark geköpft und das Spiel gegen den haushohen Favoriten Deutschland gedreht

Deutschland. Soll Steffi Jones zurücktreten, gefeuert werden?

Ich habe auf Twitter Ariane Hingst geantwortet, dass es vielleicht gut sei, dass Deutschland verloren hat. Sie fragte zurück, wie das denn bitte schön gut sein könne und da sie nah dran ist und selber mal drin war im Team, verstehe ich das gut.

Aber ich bleibe dabei, dass es gut war. Gut für den Frauenfußball international, wo alle anderen Nationen aufatmen und sich freuen, dass endlich mal jemand anderes gewinnen wird. Gut aber auch für Deutschland.

Silvia Neid hat großartige Erfolge eingefahren und ihre Fußstapfen sind groß, der Erwartungsdruck war enorm.

Dabei hat Neid nach 2009 eigentlich schon einer Mannschaft vorgestanden, die sich spielerisch nicht mehr weiterentwickelte. 2009 besiegte man England in einem fulminanten EM-Finale mit 6:2. Irgendwann ging Kelly Smith, Eni Aluko und all den anderen die Puste aus und Inka Grings und Birgit Prinz powerten einfach weiter. Die Zeiten änderten sich.

2011 gab es eine eher klägliche WM nach extremen Erwartungen. Der dritte WM-Titel war selbstverständlich, sowieso im eigenen Land. Dritte Plätze waren nur etwas für Männer. Und man wollte 2011 von seiner schönsten Seite zeigen. Alles furchtbare Aussagen, die den  Verantwortlichen im Halse steckenblieben, als Karina Maruyama in der 108. Minute den Ball an Nadine Angerer vorbeispitzelte. Aus und vorbei das zweite Sommermärchen. Silvia Neid hatte grosse Fehler gemacht und ihr Team verunsichert, nicht zuletzt als sie ihrer Kapitänin Birgit Prinz das Vertrauen entzog und sie auf die Bank setzte.

2013 war dann alles wieder gut. War es? In Schweden holte sich Deutschland den sechsten EM-Titel in Folge. Am Ende zählen in der Geschichte nur die Titel und niemand fragt, wie sie zustande gekommen sind. Irgendwann sind dann auch die Zeitzeugen nicht mehr da oder erinnern sich nur noch dunkel und dann steht da eine Goldmedaille in der Liste.

Deutschland spielte Unentschieden (0:0) gegen die Niederland, schlug Island mit 3:0 und verlor gegen Norwegen mit 0:1. In allen drei darauffolgenden Spielen gab es 1:0-Siege nach eher mäßigem Spiel, im Finale waren die Norwegerinnen nicht in der Lage auch nur einen von zwei Elfmetern zu verwandeln. Trine Rønning und Solveig Gulbrandsen scheiterten nicht nur an Nadine Angerer, sie machten es der Keeperin mit sehr schlecht geschossenen Strafstößen auch leicht. Aber beim Fußball gibt es keine B-Note. Nur das Ergebnis zählt. Ende gut, alles gut.

Weiter nach Kanada 2015. Endstation Halbfinale als die USA einfach zu stark war und zum ersten Mal Niederlage gegen eine englische Mannschaft, die auch deutlich besser war als Deutschland. Dennoch war selbst der vierte Platz wieder akzeptabel und es gab erneut keinen Grund für Änderungen.

In Rio dann setzte Silvia Neid den Schlusspunkt einer unglaublichgen Erfolgsserie als Trainerin. Der erste Olympiassieg und der Aufstieg in den Olymp. Gottlob gibt es die schon erwähnte B-Note nicht und du musst gegen die Teams gewinnen, gegen die du spielen musst. Und wenn dir jemand anders die USA, Frankreich und Brasilien aus dem Weg räumt, was willst du machen? Die Leistung der deutschen Mannschaft war nicht überragend, man rumpelte gegen Australien (2:2) gerade noch zu einem Unentschieden, verlor gegen Kanada. Da spielten die deutschen Männer (den Vergleich hat der DFB-Frauenfußball vorher ins Spiel gebracht „Dritte Plätze sind nur was für Männer“) beim 7:1 gegen Gastgeber Brasilien zwei Jahre vorher schon anders auf. Gold gegen Lieblingsgegner Schweden am Ende. Glänzend.

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Dänemarks Coach Niels Nielsen: „Wir sind erst in 3-4 Jahren da, wo wir spielerisch hinwollen.“

Und dann kam Steffi Jones. Und Steffi ist nicht Silv. Wo vorher einige Spielerinnen fehlende Nestwärme beklagten gab es jetzt eine soziale Revolution mit einer Trainerin, die noch nie eine Mannschaft veranwortlich trainiert hatte, die aber als Persönlichkeit herausragend im internationalen Frauenfußball war und ist.

Man musste nicht mehr sitzenbleiben bis die Letzte fertig gegessen hatte, man durfte jetzt auch zu einer Pressekonferenz mit offenen Haaren kommen. Und nach schlechten Spielen gab die Trainerin nicht mehr die Enttäuschung über die Leistung ihrer Mannschaft kund, sondern übernahm selber Verantwortung.

Vielleicht ist Steffi zu nett für den Trainerjob? Vielleicht hat sie ihr nicht junges Team überschätzt? Sie billigte den Spielerinnen sehr viel Eigenverantwortung zu, ging von erwachsenen, selbstbewussten Individuen aus. Aber in den vier Spielen in den Niederlanden ging wenig zusammen. Fünf Tore. Drei Elfmeter und zwei eklatante Torwartfehler. Ansonsten versiebten Anja Mittag, Mandy Islacker und Co.

Die vielen Wechsel sahen auf dem Papier demokratisch aus. Denn alle 20 Feldspielerinnen kamen zum Einsatz. Aber sie schafften Unsicherheit. Ein so kompliziertes Gebilde wie eine Abwehr darf man nicht ständigen Umstellungen aussetzen.

Und mir gefiel auch nicht Steffi Jones‘ Körpersprache an der Seitenlinie. Da war zu viel Mitleiden, zu viel Mitfreuen und ein bisschen zu wenig Distanz. Ich glaube, dass man am Spielfeldrand (wo ich ja noch nie gestanden habe, also wer bin ich schon, das zu sagen…) eine Rolle zu spielen hat. Stärke und Sicherheit dann ausstrahlen muss, wenn man sieht, dass die Mannschaft das nicht empfindet. Und man muss vermutlich auch zumindest einmal so tun, als ob man sauer ist, wenn etwas weniger gut läuft.

Der dänische Trainer Niels Nielsen sagte nach dem Spiel zu mir, dass man vor dem Spiel darüber gesprochen hatte, dass die Deutschen eventuell in Führung gegen. Die sind sehr gut nach vorne, also das kann passieren, sagte er seinem Team. Leider sei es schnell passiert, danach aber gar nicht gut gelaufen. Er hätte vom Team erwartet, dass dann seine Führungsspielerinnen das schlechte Spiel stoppen und umdrehen. Und genau das hätten Pernille Harder und Simone Boye gemacht, weshalb er sehr stolz auf sie sei.

Wo waren die deutschen Führungsspielerinnen nach dem 1:1? Nach dem 1:2? Als das Spiel kippte.

Ich bin unsagbar enttäuscht von Dzsenifer Marozsan. Jahrelang wurde mir eingeredet, dass sie die beste Spielerin der Welt sei, worauf ich immer entgegnete, dass sie zwar hochtalentiert sei, aber noch nie gezeigt hätte, dass sie die Beste ist. Am Ende nach einem tollen Olympiafinale und einer guten Saison in Lyon begann ich zu glauben, dass die EURO 2017 das Turnier Marozsans wird. Nichts da. Sie versteckte sich, sie tauchte unter, ansatzweise schlug sie ein paar gute Bälle, aber die EURO wird nicht als ihr Turnier in die Fußballgeschichte eingehen. Wieder einmal nicht.

Das Turnier bislang ist das Turnier von Jackie Groenen, Lieke Martens, Jodie Taylor und, ja – Sarah Puntigam. 

Steffi Jones hat jetzt die schwere Bürde zu tragen, aber man muss ihr die Chance geben. Wie gesagt, seit 2009 befand sich Deutschland in einer Abwärtsbewegung spielerisch gesehen, die durch fleißig erarbeitete, aber nicht zuletzt auch glückliche Erfolge nicht so öffentlich wahrgenommen wurde.

Jones muss umbauen, sie will das Klima verändern (was richtig war und ist), sie will die Spielweise verändern (was richtig war und ist) und sie will Titel gewinnen (wovon das Team weit entfernt ist). Aber bis 2019 ist Zeit.

Spieltechnisch werden mindestens drei Spielerinnen dringend gesucht: schnelle, moderne Innenverteidigerinnen und jemand, der in die Fußstapfen von Birgit Prinz, Inka Grings und Celia Sasic treten kann.

Und, ach ja, eine Führungspersönlichkeit auch auf dem Spielfeld. Jemand, der das Ruder herumreissen kann, wenn es mal nicht läuft. Da war in NL niemand in der Lage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rückblick

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Marta hat eine Torchance im Spiel bei Linköping

Die Saison 2016 ist nun vorbei. Zeit für eine kurze Bilanz.

Linköping ist der souveräne neue schwedische Meister. Vor der Saison hätte man sicher viel Geld verdienen können, wenn man vorausgesagt hätte, dass die Mannschaft um den wohl kommenden Nationaltrainer Martin Sjögren am Ende mit zehn (!!!) Punkten vor der Startruppe vom FC Rosengård landen würde.

Lange marschierten beide Teams im Gleichtakt, aber am Ende zog Linköping unwiderstehlich davon. Entscheidend einerseits der 1:0 Sieg für Linköping im, ja, alles entscheidenden Spiel gegen Rosengård.

Kristine Mindes Kopfball in der 81. Minute im strömenden Regen von Linköping stieß das Tor weit auf, danach implodierte Rosengård.

Linköping hatte bis auf Fridolina Rolfö, die etliche Wochen ausfiel und verletzungsanfällig bleibt, kaum Verletzungen zu beklagen. Das Trio Pernille Harder Stina Blackstenius und Kristine Minde erzielte 53 von 73 Toren, das SPielsystem 4-3-3 war optimal für den vorhandenen Kader. Im Mittelfeld zog eine überragende Claudia Neto die Fäden und in der Abwehr konnte der Rücktritt von Ikone Charlotte Rohlin durch due Beförderung von Magdalena Ericsson zur Kapitänin ohne Reivungsverluste aufgefangen werden. Die Dänin Janni Arnth war ein ebenso gelungener Einkauf, wie die beiden Aussenverteidigerinnen aus der Region, Jonna Andersson und Jessica Samuelsson Garanten für Sicherheit hinten wie Offensivkraft vorne waren.

Dass Martin Sjögren nach dem Weggang der starken Amerikanerin Katie Fraine im Tor der jungen Cajsa Andersson das Vertrauen aussprach, erwies sich nach 22 Spieltagen als ein weiterer hervorragender Schachzug des Trainers. Andersson wuchs an der Aufgabe und gehört nunmehr zu den besseren Torhüterinnen der Liga.

Linköping profitierte aber auch davon, dass Rosengård mit etlichen Verletzungen zu kämpfen hatte. Zu Anfang der Saison fiel gleich die neue Stammtorhüterin Erin McLeod für mehr als ein Jahr aus. Auch Zecira Musovic verletzte sich, weshalb man mit der vereinslosen Ex-Nationaltorhüterin Sofia Lundgren eine etablierte Torfrau nach Malmö holte.

Gaelle Engamanouit, die als Torjägerin geholte Kamerunerin aus Eskilstuna, verletzte sich ebenfalls fast direkt und in der zweiten Saisonhälfte fielen auch die neu geholte Lotta Schelin und Lieke Martens zeitweise aus. Dass man mitten in der Spielzeit auch noch die neben Marta wichtigste Spielerin, Sara Björk Gunnarsdottir, an den zahlungskräftigen VfL Wolfsburg verlor, machte die Aufgabe von Trainer Jack Majgaard Jensen nicht gerade einfacher.

Das soll und kann allerdings den Erfolg vonm Linköping nicht schmälern. Aber keine zwei Wochen nach dem Gewinn des Meistertitels verliert Linköping bereits seine überragende Spielerin: Pernille Harder geht ins Ausland, wohin sollen wir nächste Woche erfahren. Zwar kommt mit Lina Hurtig eines der grössten Talente der letzten Jahre, aber der Verlust von Harder ist erst einmal nicht zu ersetzen, wenn die Brieftasche Begrenzungen hat. Fraglich ist auch noch, ob Stina Blackstenius bleibt. Auch die 20-Jährige, deren Nationalteam (U20) morgen möglicherweise bereits aus der WM in PNG fliegt, hat mehrere Angebot aus dem In- und Ausland, hat aber gesagt, dass sie nur ins Ausland gehen würde oder aber in Linköping bleibt. Ich fürchte, dass auch sie gehen wird.

Dahinter dann?

Eskilstuna hatte eine zu grosse Spielerfluktuation vor der Saison, kam dennoch auf den dritten Platz. Hervorragender Vierter abermals im Topwuartett: Piteå IF, dass aber nun mit Irma Helin schon wieder eine Schlüsselspielerin ersetzen muss., Helin trainierte diese Woche zweimal beim 1.FFC Frankfurt. Vom schwedischen Vierten zum deutschen Sechsten?

Die Aufsteiger haben beide sehr positiv ¨überrascht. Vor der Saison sass ich noch mit der rückkehrenden Isländerin Gudbjörg Gunnarsdottir in einem Café am Karlaplan in Stockholm und Gugga sagte mir, dass sie unsicher sei, wo ihr Team stehen würde. Am Ende kam ein sehr respektabler sechster Platz heraus mit Luft nach oben, denn am Ende ging der Traditionsmannschaft aus Stockholm die Luft aus. Bitterer Beugeschmack aber: Mit nur 376 Zuschauern hatte man trotz ansprechenden Spiels den schlechtesten Schnitt der Liga und das in der bevölkerungsreichsten Stadt oder gerade deshalb?

Die Portugiesin Carolina Mendes muss Stockholm verlassen nach nur einer Saison. Vielleicht bekommt sie ein Angebot vom Lokalrivalen Hammarby, der aufgestiegen ist und Verstärkung braucht.

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Tabitha Chawinga

Kvarnsveden, der Sieger der Elitettan 2015, war bespöttelt worden. Das Wort „dålig“ (schlecht) hatte der Trainer verboten, der Verein sich nur mit vier Spielerinnen aus der zweiten Liga verstärkt. Das wird nicht reichen, sagten ALLE Experten, inklusive meiner Wenigkeit und machten Daumen runter beim Presseauftakt im April. Es sah nicht so gut aus, aber besser als erwartet, als die Olympiapause begann, dann holte jemand die Ghanaerin Elisabeth Addo und die Amerikanerin Tiffany Weimer und mit den Beiden lief es prächtig, nicht zuletzt für die von allen Vereinen begehrte Malawierin Tabitha Chawinga, die innerhalb von zwei Jahren von der dritten in der ersten Liga aufgestiegen war und selbst dort angekommen nun immerhin noch beeindruckende 15 Tote schoss. Nicht auszudenken, wie viel Mal sie für einen Topclub getroffen hätte. Chawinga spielt mit grosser physischer Stärke, Schnelligkeit mit einem unbändigen Zug um Tor. Als ich sie in Kvarnsveden im Sommer erstmals live spielen sah beschäftige sie trotz der 0:4 Niederlage gegen Rosengård immer wieder Nationalspielerinnen wie Emma Berglund und Amanda Ilestedt aufs Äusserste.

Kristianstad hatte am Ende Glück und rettete sich mit 1,5 blauen Augen vor dem Abstieg. Das Geld fehlt in der kleinen Stadt.

Runter dagegen muss der einst so glorreiche Umeå IK nach skandalösen Turbulenzen. Der Vereinsvorsitzende entliess das komplette Trainerteam gegen den Willen der Spielerinnenm wurde deshalb enorm kritisiert und trat deshalb wenig später selber zurück. Selbst ohne diese Differenzen hatte Umeå zu wenig Ressourcen, um eins schlagkräftiges Team auf den Plat zu stellen. Und mit Hanna Folkesson uynd Jenny Hjohlman waren zwei der gedachten Leistungsträgerinnen fast die ganze Saison verletzt. Bitter.

Am Montag steigt die Gala des Fussballs im Stockholmer Ericsson Globe und da bietet sich die Gelegenheit, mit den Preisträgerinnenzu sprechen. Haushohe Favoritin auf den „Diamantenball“ als Fussballerin des Jahres dürfte Chelsea Ladies Torfrau Hedvig Lindahl sein. Zum zweiten Mal in Folge, aber nach den geretteten Elfern bei der Olympiade wohl kaum zu übergehen. Es sei denn, man entscheidet sich für die zweifache Elfersiegerschützin Lisa Dahlkvist. 

Mitten in der Saison entschied sich Anette Börjesson nach 20 (!!!) Jahren die Seite http://www.damfotboll.com nicht länger zu betreiben.  Für den frauenfussball in Schweden ein grosser Verlust, denn nach wie vor berichten die Mainstreammediuen in erster Linie über die Nationalmannschaft, die Champions League und den Kampf um die Meisterschaft. Ansonsten bin ich ziemlich allein auf weiter Flur, wenn ich etwa Spiele in Stockholm besuche. Deshalb blogge ich seit dem 1. Juli auch auf Schwedisch und versuche, mit Spielerinneninterviews ein wenig dazu beizutragen, dass die Lücke gefüllt wird.

Seit dem 1. Juli gab es längere Interviews mit Marianne Gajhede KnudsenKristine MindeOlga Ekblom, Magdalena Ericsson, Mimmi Larsson, Irma Helin, Denise Sundberg, Zecira Musovic, Sofia Jakobsson, Emilia Appelqvist, Claudia Neto, Sara Björk Gunnarsdottir und Nora Holstad BergeLeider habe  ich es wegen hoher Arbeitsbelastung nicht geschafft, die Gespräche auch auf Deutsch zu veröffentlichen.

 

 

 

 

Linköpings FC ist schwedischer Meister 2016

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Jessica Samuelsson, Claudia Neto, Renée Slegers, Stina Blackstenius

Sie haben es früher geschafft als sie wohl selber geglaubt haben. Trotzdem hatte jemand goldene Hüte und Sekt eingepackt, als die Mannschaft am Sonntag zum Auswärtsspiel ins kleine Vittsjö fuhr.

Kristine Minde macht (wieder) ein Kopfballtor und besorgte die Führung und Stina Blackstenius entschied das Spiel als sie schneller als zwei Gegnerinnen war und dann auch noch Torfrau Katie Fraine umkurvte und den Ball ins leere Tor schob. Linköping hatte somit seinen Pflichtanteil geleistet. Den achtzehnten Sieg im zwanzigsten Spiel. Zwei Unentschieden gegen Rosengård und Örebro auswärts kamen dazu.

Rosengård, der Meister von 2010, 2011, 2013, 2014 und 2015, musste eine Stunde nach dem Anpfiff in Vittsjö daheim gegen den zweiten CL-Teilnehmer Eskilstuna United ran. Und erlebte sein blaues Wunder. Lotta Schelin und Lieke Martens verletzt und nicht einsatzfähig. Marta musste in der zweiten Halbzeit dann raus, als sie vom Ellenbogen Nathalie Björns getroffen wurde. Und nachzusetzen hatte man nichts mehr. 0:1 durch Mimmi Larsson und 0:2 durch Marija Banusics Freistoss. Beim 5-Punktevorsprung mit zwei Spielen ausstehend, war das die Meisterschaft. Am Ende schoss Natasa Andonova zwar noch den Anschlusstreffer, aber nur ein Sieg hätte die Meisterschaft für Linköping noch einmal aufgeschoben. Und davon waren die Rosengårdspielerinnen weit entfernt. Zu wenig motiviert, zu ausgelaugt, die Luft war wohl schon nach dem 0:1 in Linköping vergangenen Sonntag raus.

Linköping hat verdient den Titel geholt. Trainer Martin Sjögren, der meiner Meinung nach Nachfolger von Pia Sundhage werden wird 2018, hat in den letzten drei Jahren eine fantastische Arbeit geleistet. Ein Team, gemischt aus lokalen und regionalen Talenten, dau schwedischen Jungnationalspielerinnen und einigen ausländischen Ergänzungen, keine Stars sondern Spielerinnen wie die großartige Claudia Neto aus Portugal, die in Linköping ihren Weg machte -eine pure Freude, der 28-Jährigen zuzuschauen, wenn sie im zentralen Mittelfeld die Bälle verteilt und das Tempo bestimmt.

Jetzt muss man sehen, ob man es schaffen kann, Pernille Harder und Blackstenius zu halten, an denen die ausländischen Agenten und Topclubs interessiert sind. Linköping könnte aber auch mit dem Pfund wuchern, dass man hier etwas aufgebaut hat, das auch in Europa weit kommen könnte, wenn das Team zusammenbleibt und sich vielleicht sogar noch auf 2-3 Positionen klug verstärkt.

Linköping nah am Ziel

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Glück für Linköpings Torfrau Cajsa Andersson, dass Martas Schuss vorbeigeht

Es war ein fantastisches Fußballspiel, das sich gestern Nachmittag die beiden besten schwedischen Fußballmannschaften lieferten. Linköpings FC kam mit 16-2-0 in die Partie, der Serienmeister FC Rosengård (früher LdB FC Malmö) kam mit 15-3-0 und zwei Pluspunkten weniger nach Linköping.

Das Wetter spielte nicht mit, es waren aber schon am Samstag über 4.000 Tickets verkauft und am Sonntag kamen dann 6.220 in die Arena, neuer Zuschauerrekord für das zur EM 2013 gebaute Stadion, das noch immer eine Baustelle ist, weil nun Bürogebäude an der einen Längsseite errichtet werden.

Ich hatte lange auf dieses Spiel gewartet und in Vorabinterviews verriet mir Linköpings Mannschaftskapitänin Magdalena Ericsson, das auch sie immer wieder mal an dieses Spiel gedacht hatte. Ihr Pendant auf Rosengårds Seite, Emma Berglund, wollte dagegen behaupten, das sie sich auf dieses Spiel wie auf jedes andere vorbereitet hätte.

Vielleicht machte das am Ende den Unterschied aus. Vielleicht war es der Hunger. Dass dieses Spiel größer war für Linköping als für das erfolgsverwöhnte Rosengård.

30188117036_0aa668700f_kAm Ende riss Magda Ericsson die Arme hoch und streckte sie in den mit dunklen Wolken verhangenen Himmel von Östergötland. Am Ende hatte der Gastgeber mit 1:0 gewonnen, durch ein Kopfballtor der Norwegerin Kristine Minde auf Flanke von Pernille Harder. 

„Normalerweise mache ich solche Tore nicht,“ lachte Minde nachher in der Mixed Zone. „Es war eine perfekte Flanke von Pernille und ich kam zwischen zwei Gegenspielerinnen hoch und es war eine Riesenfreude zu sehen, wie der Ball reinging.“

Dass man nun, mit fünf Punkten Vorsprung und drei Spiele vor Schluss den Meistertitel sicher habe, das wollte Kristine aber nicht eingestehen: „Heute und morgen werden wir uns freuen, aber dann geht es weiter. Wir haben jetzt zwei schwere Auswärtsspiele und dann im letzten Heimspiel noch einmal einen starken Gegner.“

Naja. Vittsjö und Mallbacken auswärts. So wie diese beiden Teams bisher gespielt haben, müsste die Meisterschaft am 30. Oktober um ca. 16.50 Uhr nach 2009 zum zweiten Mal in Linköping sein.

Das Spiel gestern war sehr ausgeglichen. Linköping hatte in den bisherigen drei Begegnungen der Saison gegen Rosengård immer schlechter ausgesehen. Aber: alle drei Spiele waren in Malmö. Gestern eine tolle Abwehrleistung auf beiden Seiten. Die Niederländerin Renée Slegers machte ein großes Spiel gegen Marta in der ersten Halbzeit, überragend bei Linköping wie so oft in diesem Jahr die Portugiesin Claudia Neto. Sie ist die große Ballverteilerin und die dominierende Spielerin im Mittelfeld. Rosengård sicher geschwächt durch den Ausfall von Lieke Martens am Mittwoch und dadurch, dass Lotta Schelin nach 51 Minuten gehen musste weil sie Schmerzen in der Wade hatte. Aber was soll’s. Linköping spielt mit wesentlich weniger Geld in der Liga. Hier hat der Verein mit Trainerfuchs Martin Sjögren ein Team aufgebaut, das hauptsächlich aus Talenten aus der Region Östergötland (Blackstenius, J Andersson, Almqvist, Samuelsson) und schwedischen Talenten besteht (Ericsson, Rolfö), die mit ausländischen Talenten (Harder, Gajhede Knudsen, Neto, Minde) veredelt wurden. Hier gibt es keine großen Stars, die man geholt hat, Sjögren hat einige seiner Spielerinnen zu Stars gemacht.

Nicht zuletzt deshalb wird es wohl am Ende er sein, der 2017 Pia Sundhage als Nationaltrainer ablösen wird. Der 39-Jährige ist ein Meistermacher. 2010 hatte er nach vielen Jahren als Mitfavorit ohne Gold schon einmal ein Team zum Meister trainiert: LdB FC Malmö. Nun ist sein Linköping ganz nahe am großen Triumph.

Marta hätte beinahe zumindest den Ausgleich erzielt, aber ihre Anstrengungen am Ende des Spiels (Minde köpfte das Siegtor in der 81. Minute) endeten an der Querlatte und ganz knapp neben dem linken Pfosten.

Ich sprach auch mit Ella Masar McLeod, die ich dummerweise als Anhängsel von Torhüterin Erin McLeod gesehen hatte. Aber nachdem sich Masars Frau verletzte war es Ella, die durchspielte und mit größtem Einsatz bislang zehn Tore für Rosengård erzielte. Jetzt sagte ich ihr, dass ich sie für die beste Neuverpflichtung in der Liga in diesem Jahr halte und fragte, ob sie sehr enttäuscht sei. Ihr Antwort war überraschend: „Ich hoffe, dass viele Sponsoren dieses Spiel gesehen haben und gesehen haben, was für einen tollen Fußball die [Linköping] spielen. Dann hoffe ich, dass sie auch zu investieren bereit sind, damit diese guten Spielerinnen gehalten werden können. Denn für uns sind solche Spiele sehr wichtig, sie sind auch wichtig für die Liga, damit sie, aber auch wir uns weiterentwickeln können.“

Sprach’s und meinte, dass es nun aber gleich mal gelte, umzuschalten, weil man am Mittwoch wieder Champions League spielen müsse.

Auf beiden Seiten dominierten die Abwehrketten, es gab wenig Torchancen, aber die ausgeprägte Taktik und das kluge defensive Verhalten beider Mannschaften war ein Genuss zu sehen. Hoher Einsatz auf beiden Seiten, viel Respekt und sehr viel Fairness, nicht ein böses Foul, obwohl viel auf dem Spiel stand. Das einzige, was störte, war der verdammte Regen.

Linköping spielt jetzt noch: Vittsjö (A), Mallbacken (A), Eskilstuna (H).

Rosengård: Eskilstuna (H), Piteå (A), Mallbacken (H).

Schweden verliert in Dänemark

Die Niederlage gegen Dänemark am Dienstag war ein Tiefpunkt in der schwedischen Länderspielgeschichte der letzten Jahre. Auch wenn die Däninnen motiviert und aggressiv ans Werk gingen und in allen Belangen besser waren: Von einem Silbermedaillengewinner Olympischer Spiele kann und muss man mehr erwarten.

Pia Sundhage hatte nach etlichen Absagen und einigen Verletzungen noch einmal nachnominiert und der Zeitung Expressen gesagt, das dies die Gelegenheit böte, viele neue Spielerinnen zu testen.

Am Ende blieb es beim Lippenbekenntnis. Sundhage bot die netten, engagierten, aber international definitiv eher zweitklassigen Sofia Jakobsson (Jakobsson war letztes Jahr wesentlich entschlossener im Abschluss) und Olivia Schough auf. Schough hatte im Finale gegen Deutschland zuletzt zwei dicke Chancen versemmelt. Statt die jüngeren und hungrigeren Pauline Hammarlund und Stina Blackstenius aufzubieten also wieder die Zugeständnisse an die Treuen. Pia Sundhage ist leider niemand, der erneuert. Sie ist der fortgesetzte Status Quo. Die ständige Erstarrung. Schon als US-Trainerin hat sie es versäumt, neuen Spielerinnen eine Chance zu geben, hielt immer an ihren Lieblingen fest. Dabei ist Sundhage eine sehr sympathische Persönlichkeit des Frauenfußballs. Niemand hat so wie sie in den letzten Jahren den Sport in breitere Gesellschaftskreise des Landes getragen. Aber als Trainerin hat sie leider ausgedient. Sie ist definitiv nicht die Person, die den notwendigen Neuaufbau denkt und durchführt, wenn Hedvig Lindahl, Nilla Fischer, Caroline Seger und Lotta Schelin in wenigen Jahren in die Fußballrente gehen. Bei der EM kann es trotzdem wieder weit gehen, wenn man die Defensivtaktik wieder auspackt, mit der man schon die USA und Brasilien ins Elfmeterschießen kämpfte. Bringt das den schwedischen Fußball weiter? Wohl kaum.

Vorteil Linköping

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Katrin Schmidt (Djurgården) lässt Filippa Curmark (Göteborg) stehen

Rosengård kam am Sonntag bei Vittsjö GIK nicht über ein 0:0 hinaus. Lotta Schelin war verletzt, dafür wurde in den letzten 20 Minuten die monatelang abwesende Gaelle Engamanouit eingewechselt. Aufregung bei Malmö, weil Vittsjös Goalie Katie Frayne die Niederländerin Lieke Martens rüde im Strafraum von den Beinen holte, aber die Schidsrichtern die Pfeife nicht ertönen ließ. 90% aller Schiris hätten hier Strafstoß entschieden, Fraine berührte den Ball aber vor allem die Gegnerin.

Linköping siegte munter weiter, jetzt gegen den Zehnten Kristianstad und wieder einmal hießen die Torschützinnen Pernille Harder und Stina Blackstenius beim 2:0. Damit hat Linköping nicht nur das bessere Torverhältnis, sondern bei einem Spiel weniger als Rosengård auch schon einen Punkt mehr. Vorteil also, obwohl das nächste Heimspiel gegen Djurgården alles andere als einfach werden wird.

Djurgården profitierte von einer umstrittenen Linienrichterentscheidung (war der Ball wirklich im Tor?) gegen Göteborg und liess den Gegner das 2:0 per Eigentor machen. Aber spielerisch überzeugten die Hauptstädterinnen und gewannen verdient. Der Aufsteiger könnte tatsächlich einen Platz unter den Top 5 schaffen, selbst der dritte Rang ist nicht unmöglich. Tolle Leistung des Gesamtteams, aus dem ich Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir und das zentrale Mittelfeld mit Katrin Schmidt und Emilia Appelquist hervorheben würde. Immens wichtig auch Torjägerin Mia Jalkerud. Alle andern spielen hervorragend mit, was notwendig ist für die Gesamtleistung und Neuzugang Michelle Wörner aus Deutschland (kam jetzt von Sunnanå SK) überraschend stark im linken Mittelfeld trotz Sprung von zweiter Liga in die erste.

Lotta über Menstruation, Siegtor in der 91.

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Lotta Schelin (Foto: Anders Henrikson)

Lotta Schelin ist eine der großen Persönlichkeiten des internationalen Frauenfußballs. Wer sie schon einmal getroffen hat, wird mir zustimmen, dass sie die wesentlichen Charaktereigenschaften eines Vorbilds auf beste Weise vereint: Sie ist eine herausragende Sportlerin, sympathisch, offen für Anliegen von Fans und Journalisten und sie steht für Werte ein: für Gleichberechtigung und gegen Rassismus um nur zwei Dinge zu nennen.

Jetzt versucht sie, ein bislang tabuisiertes Thema ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Lotta Schelin will, dass man endlich offen darüber spricht, wie die Menstruation Sportlerinnen beeinflusst, will, dass endlich eine ernstzunehmende Forschung in Gang gesetzt wird, die analysiert, ob etwa das Verletzungsrisiko steigt, wenn Frauen während ihrer Menstruation gleichermaßen hart trainieren und spielen wie außerhalb dieser Tage.

„Man glaubt immer, dass das privat ist, dass man sich selber darum kümmern muss, aber Tatsache ist, dass es uns extrem beeinflusst,“ sagt die 32-Jährige Weltklassestürmerin in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen SVT.

„Man forscht über alle möglichen Dinge bei Spitzensportlern, man will alles wissen und macht Herzuntersuchungen, Blutproben usw. Aber kein einziges Mal hat man meine Menstruation untersucht und festgestellt, wie sie mich beeinflusst. Wenn mal jemand nicht zum Training kommt, heisst es oft, sie hat Bauchschmerzen.“

Schelin findet, dass etwa die Nationalmannschaft auf Reisen alles dabei hat, Kaugummi, Nasentropfen, Verbandszeug, das einzige, was nicht im Mannschaftsgepäck ist, sind Binden und Tampons.

Hätten Männer Menstruation, da ist Lotta sich sicher, wäre dieser physiologische Zustand bereits bis ins Kleinste erforscht worden. Insofern sieht die gebürtige Stockholmerin, die in Göteborg aufgewachsen ist, das Thema auch als Gleichberechtigungsfrage und möchte eine Diskussion anstoßen. Es ist ihr gelungen, da alle großen Zeitungen das Interview aufgreifen und andere Sportlerinnen, etwa die Boxerin Klara Svensson sich ebenfalls dazu äußern und Schelin loben und sich bei ihr bedanken, dass sie dieses Tabuthema aus der Schamgefühlecke holt, aus einer Ecke, in die es nicht hingehört.

Lotta sagt, dass ihre eigene Menstruation nicht sonderlich stark sei, aber dennoch würde sie an ein, zwei Tagen im Monat davon ganz klar beeinflusst.

Wir bleiben bei Lotta Schelin, kommen aber zum Geschehen in der Liga zurück. In der 91. Minute erzielte Lotta Schelin am Mittwoch das Siegtor für ihren FC Rosengård gegen Kopparberg/Göteborgs FC. Nochmal Glück gehabt kann man da sagen, andernfalls wäre Linköping potentiell vier Punkte davon gezogen, denn die Frauschaft aus Östergötland gab sich beim 4:0 gegen das wohl dem Abstieg geweihten Umeå keine Blöße. Dabei hatte Rosengård großes Glück, dass Schiedsrichterin Pernilla Larsson Elfmeter für Rosengård gab, als Marta in der 40. Minute Beata Kollmats in deren Strafraum (!) anrempelte und dabei selber aus dem Gleichgewicht geriet. Eine krasse Fehlentscheidung, die auf den TV-Bildern überdeutlich zu erkennen ist. Am Ende gewann Rosengård mit 2:1 durch einen unberechtigten Elfer und ein Tor in der Nachspielzeit. Das Glück des Tüchtigen?!

Ansonsten setzt sich die obere Hälfte der Tabelle immer weiter von der unteren ab. Jetzt sind es fünf Punkte, die den Sechsten Göteborg vom Siebten Vittsjö trennen. Am Sonntag geht es schon weiter, bevor die Schwedinnen dann in die Länderspielpause gehen.

En detail mal wieder vom Mittwochabend:

Kristianstads DFF – KIF Örebro (2:1) 2:2
Tore: 1:0 Jenny Danielsson (21.), 2:0 Johanna Rasmussen (27.), 2:1 Julia Spetsmark (39.), 2:2 Melissa Tancredi (46.)

Umeå IK – Linköpings FC (0:2) 0:4
Tore: 0:1 Stina Blackstenius (15.), 0:2 Renée Slegers (25.), 0:3, 0:4 Pernille Harder (52., 75.)

Kvarnsvedens IK – Eskilstuna United (1:0) 1:1
Tore: 1:0 Meghan Toohey (26.), 1:1 Mimmi Larsson (50.)

FC Rosengård .- Kopparberg/Göteborgs FC (1:0) 2:1
Tore: 1:0 Marta (Foulelfmeter, 40.), 1:1 Elin Landström (80.), 2:1 Lotta Schelin (91.)

Piteå IF – Vittsjö GIK (0:0) 2:1
Tore: 1:0 Elin Bragnum (48.), 2:0 Felicia Karlsson (58.), 2:1 Anna Hjälmkvist (94.)

Mallbackens IF Sunne – Djurgården (0:1) 0:3
Tore: 0:1 Hanna Lundqvist (32.), 0:2 Johanna Rytting Kaneryd (64.), 0:3 Madeleine Stegius (85.)

Die Tabelle:

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In der Torschützenliste sieht es derweil so aus: Pernille Harder 17, Stina Blackstenius (beide Linköping) 15, Marta 11, Ella Masar 10, Lieke Martens (alle Rosengård) 8, Tabitha Chawinga (Kvarnsveden), Pauline Hammarlund (Göteborg), Mia Jalkerud (Djurgården), Mimmi Larsson (Eskilstuna) alle je 7 Tore.

Der Zuschauerschnitt beträgt nach 15 Runden (bei einem Nachholspiel) 814 Zuschauer. Die Tendenz ist leicht steigend. Das liegt meiner Einschätzung nach weniger an der olympischen Silbermedaille, sondern vielmehr daran, dass zB Linköping jetzt die 100e0er-Marke im Schnitt passiert hat, weil das Publikum in der Stadt allmählich mitbekommt, dass da eine Meisterschaft möglich ist.

 

 

Marta ist die beste Spielerin der Welt

28669538453_e51fe4f5a3_o27920367010_6c9c3200be_kSchreibts an alle Wände. Die beste Fußballspielerin der Welt heißt immer noch Marta Vieira da Silva. Gebt Preise an Ada Hegerberg, Amandine Henry, Dzsenifer Marozsan, Carli Lloyd und an wen auch immer, das sind tolle Vertreterinnen ihres Sports.

Aber an Marta kommen sie nicht ran.

Das schwedische Pokalfinale heute zwischen Rosengård und Linköping lieferte den Beweis für die exzeptionelle Klasse der 30-Jährigen Brasilianerin. Rosengård gewann nach einer überzeugenden Mannschaftsleistung hochverdient mit 3:1 und ich frage mich ernsthaft, wie Linköping den FC Rosengård davon abhalten will, abermals schwedischer Meister zu werden. Trotz eines potentiellen 2-Punktevorsprungs, wenn Linköping sein Nachhoslspiel gegen Göteborg auswärts gewinnt. Denn am 9. Oktober geht es in Linköping um die Wurst und in der Form von heute wird Rosengård nicht zu stoppen sein.

Überragend im defensiven Mittelfeld: Anita Asante. Die 31-Jährige Engländerin ist neben Katrin Schmidt die beste Mittelfeldspielerin Europas, die aus unerfindlichen Gründen nicht in einer Nationalelf spielt. Ich hoffe, dass Mark Sampson eine DVD des heutigen Spiels bekommt. Asante räumte alles ab im Mittelfeld, hielt den Ball, wenn es nötig war und spielte wunderbare Pässe nach vorn.

Lotta Schelin zeigte eine sehr starke erste Halbzeit und als Marta einen schwachen Pass von Magdalena Ericsson attackierte und die 32-Jährige mit einem perfekten Ball bediente, zog sie etwas nach links, um dann den Ball mit dem linken Fuß im rechten unteren Eck zu versenken.

Kurz nach Wiederanpfiff das 2:0. Marta auf der rechten Seite, alle erwarten eine scharfe Flanke oder einen Schuss, aber die Frau aus Diois Riachos hebt den Ball aus dem Stand etwa 15 Meter maßgerecht auf die neben dem linken Pfosten platzierte Lieke Martens die den Ball unhaltbar ins Tor drischt.

Nur sehr kurz kam Spannung auf, als Stina Blackstenius mit einem Kopfball den vermeintlichen Anschlusstreffer erzielte.

Fast im Gegenzug bekam Marta den Ball, im Zweikampf mit Jonna Andersson, immerhin Silvermedaillengewinnerin bei Olympia, drehte sich Marta fast zweimal um die eigene Achse und hatte so Andersson ausgetanzt. Zog mit links ab und erzielte das 3:1.

Es gab noch mehr Marta an diesem denkwürdigen Nachmittag, an dem die Brasilianerin zeigte, dass sie einfach immer noch ein Register hat, mit dem sie Spiele entscheidend verändern kann. „Als ich heute aufwachte, dachte ich sofort daran, dass wir diesen Titel gewinnen müssen. Auch weil ich unbedingt die Ereignisse der letzten Wochen etwas verdrängen wollte. Ich bin ganz zufrieden dem Spiel der Mannschaft und mit mir auch.“ Sagte sie zum schwedischen Fernsehen.

Brillante Generalprobe für Schweden

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Japans Startelf gestern: Saki Kumagai, Mizuho Sakaguchi, Yuri Kawamura, Rumi Utsugi, Ayaka Yamashita, Yuki Nagasato. Vorne: Tomoko Muramatsu, Rika Masuya, Yu Nakasato, Mayu Sasaki, Saori Ariyoshi. 

Durch Tore von Lotta Schelin, Fridolina Rolfö und Olivia Schough gewann Schweden seine Generalprobe für Olympia mit 3:0 gegen den Weltranglistensiebten und Vizeweltmeister Japan.

Vor etwas mehr als 5.000 Zuschauern, einer guten Kulisse angesichts des Termins mitten in den Sommerferien, hat Pia Sundhage dabei eine Reihe von guten Antworten bekommen.

Die Startformation überraschte etwas mit Schelin, Kosovare Asllani und Sundhage-Liebling Olivia Schough auf der Bank, stattdessen setzte die 56-Jährige auf Linköpings Stürmerinnen Fridolina Rolfö und Stina Blackstenius. Und während Blackstenius eher blass blieb, nutzte Rolfö die ihr gegebene Chance. 90 Minuten, ein Treffer und ein Assist für die Targetstürmerin, die in Rio einen weiteren Schritt Richtung Weltklasse machen könnte.

In der ersten Halbzeit begann man bei sommerlichen Temperaturen forsch, aber schnell fingen die Japanerinnen an, ihre sehr ansehnlichen Ballstafetten zu spielen. Die „technisch vielleicht beste Mannschaft der Welt“ (Asllani) machte es den Schwedinnen schwer, auch wenn Nadeshiko im letzten Drittel relativ harmlos agierte und nur zu 2-3 wirklichen Chancen kam.

Sundhage hatte vorher angekündigt, sechs Mal wechseln zu wollen und brachte dann auch gleich vier Neue in der 46. Minute. Schelin, Asllani, Emma Berglund und Magdalena Eriksson. 

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Fridolina Rolfö überzeugte

Während Berglund Linda Sembrant gut ersetzte, sorgten die übrigen drei neuen Spielerinnen für eine deutliche Verbesserung. Lotta Schelin ging es dreckig, sie hustete und musste mehrere Minuten mit dem Mannschaftsarzt reden, bevor sie dann weitermachte – und trotzdem zeigte sie ihr bestes Spiel seit langem. Dicke Chance schon Sekunden nach ihrer Einwechslung und schliesslich tolle Ballannahme und platzierter, souveräner Abschlus zum 1:0 nach 76 Minuten, nach dem perfekten Pass von Kosovare Asllani.

Die 26-Jährige Asllani, jetzt bei Manchester City, überragte mit brillanten Pässen aus dem offensiven Mittelfeld. Auch beim 2:0 bediente sie Fridolina Rolfö. Obwohl sicher nicht die Favoritin bei Pia Sundhage, sollten die Beiden einen Pakt schließen, denn mit Asllani kann Schweden Erfolg haben.

Das 3:0 in der Nachspielzeit war dann ein Tupfer, Olivia Schough, frei gespielt von Fridolina Rolfö machte ein ähnliches Tor wie zuvor die Spielerin aus Linköping. Beides Mal platziert ins lange Eck.

Der Sieg fiel etwas zu hoch aus, aber wer ein Japan mit sieben Startspielerinnen vom 3:3 gegen die USA in Colorado Anfang Juni so deutlich schlagen kann, sollte mit Selbstbewusstsein und Erwartungen nach Rio reisen.

Ausrutscher

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Djurgården ist die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte

Lotta Schelins erstes Ligaspiel nach acht Jahren bei Olympique Lyon, der besten Frauenfußballmannschaft der Welt, war sowohl erfolgreich wie auch ein Ausrutscher,. Beim Heimspiel gegen Djurgården gab es ein glückliches 2:2 durch einen Treffer von Schelin in der 90. Minute.

Djurgården kann man getrost als die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte bezeichnen. Kompaktes Abwehrspiel, wenn sie nach vorne gehen , dann glkeich mit mehreren im gegnerischen Strafraum. Katrin Schmidt, die beste Mittelfeldspielerin Europas, die nicht in einer Nationalmannschaft spielt, dominierte für Djurgården – bei Rosengård macht sich das Fehlen von Sara Björk Gunnarsdottir arg bemerkbar.

Immerhin hat Rosengård die Neuverpflichtung des Jahres in seinen Reihen – die Amerikanerin Ella McLeod Masar, die ihren zehnten Saisontreffer erzielte. Hat Linköping jetzt einen entscheidenden Vorteil? Mal sehen, ob sie alle Spielerinnen behalten können und ob es ihnen gelingt, nach der Pause in Göteborg zu gewinnen. Zwei Ja auf diese Frage und Linköping hat Anfang Oktober den Gewinn der Meisterschaft beim Heimspiel gegen Rosengåtd in der Hand. Yuerst aber gibt es Ende August schon mal das Pokalendspiel zwischen beiden Teams in Malmö.

FC Rosengård – Djurgården (0:1) 2:2
Tore: 0:1 Mia Jalkerud (22.), 1:1 Ella McLeod Masar (63.), 1:2 Emilia Appelqvist (67.), 2:2 Lotta Schelin (90.)

1800 Zuschauer waren eine neue Bestmarke für Rosengård, die meisten kamen sicher um L8 zu sehen. Der Schnitt liegt jetzt bei 790 Zuschauern, seit zehn Jahren ein stetes Auf und Ab.

Die Tabelle:

  1. FC Rosengård               42:7 35
  2. Linköpings FC              38:10 34
  3. Eskilstuna                     17:12 19
  4. Piteå IF                           14:19 18
  5. Göteborg                       17:12 17
  6. Djurgården                   18:18 17
  7. Örebro                            14:19 14
  8. Vittsjö                            12:23 12
  9. Kvarnsveden                13:26  9
  10. Mallbacken                  15:29 9
  11. Umeå                              12:27 9
  12. Kristianstad                  9:19  8′

 

Torschützenliste: 1. Pernille Harder 13, 2. Stina Blackstenius 11, 3. Marta, Ella McLeod Masar je 10, 5. Mia Jalkerud 7, 6. Tabitha Chawinga, Natasa Andonova, Kristine Minde, Pauline Hammarlund alle 6, 10. Mimmi Larsson 5.

 

ffschweden im Gespräch mit Sofia Jakobsson

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Selfie mit ffschwedens Stick. Von links Lotta Schelin, Linda Sembrant, Physio Annica Svensson, Nilla Fischer. Hinten verdeckt: Sofia Jakobsson, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist (Foto: Anders Henriksson)

Sofia Jakobsson spielt beim HSC Montpellier, dem Tabellendritten der letzten Saison in Frankreich. Sie hat gerade ihre zweite Saison abgeschlossen, davor war sie vom BV Cloppenburg gekommen. Sie hat bei den Chelsea Ladies gespielt und auch beim Moskauer Vorortclub FC Rossiyanka. Bekannt wurde Sofia, als sie 2009 bei der Europameisterschaft der U19 in Weissrussland im Halbfinale die drohende Niederlage gegen Favorit Frankreich abwendet und sowohl das 2:2 in der regulären Spielzeit wie auch das 3:2 und 5:2 in der Verlängerung markierte.

Sie kommt aus Örnsköldsvik, ein deutliches Stück nördlich von Stockholm an der Ostseeküste gelegen. Dort nennt man das Städtchen einfach Ö-vik. Die drei Jahre Gymnasium hat sie allerdings schon im südlich gelegenen Växjö absolviert und danach dann bei Umeå IK gespielt.

Ich traf Sofia vor eineinhalb Wochen nach dem Training der Legionäre aus Frankreich und Deutschland, zu dem Pia Sundhage und Assistentin Lillie Persson nach Bosön eingeladen hatten. An einem wunderschönen Freitag trainierte das Sextett (ausser Sofia nochj Lotta Schelin, Lisa Dahlkvist, Linda Sembrant, Caroline Seger und Nilla Fischer) unweit der Ostsee (in Sichtweite) in einer idyllisch wirkenden Urlaubsumgebung. Aber Sundhage nahm ihre Spielerinnen ordentlich ran und liess sie zusammen mit 16-Jährigen Jungs des Vereins FC Djursholm spielen und trainieren.

Die Stimmung war fantastisch und aufgeräumt und alle waren bestens gelaunt. „Du, ich glaube, ich muss gleich weg, ich hab nicht so viel Zeit,“ versuchte es Sofia, aber nachdem ich in London schon einmal vergeblich auf die heute 26-Jähriuge gewartet habe, sagte ich freundlich, dass die anderen sicher nicht ohne sie in die Stadt fahren würden. Schliesslich war der Termin auch abgesprochen mit der Pressefrau des schwedischen Teams. Es wurde dann ein richtig nettes, kurzes Gespräch.

Sofia, deine Mannschaft HSC Montpellier, wurde Dritter in Frankreich. Wie schaust du auf die Saison der Mannschaft und auf deine eigene Saison zurück?

„Ich finde, dass beide Spielzeiten sehr gut gelaufen sund. Wir haben wirklich einen großen Schritt nach vorn gemacht. Es scheint so, als ob wir uns wirklich sowohl Paris wie auch Lyon nähern. Wir wurden Dritter und haben gegen beide Topteams gut gespielt. Wir haben zum zweiten Mal in Serie das Pokalfinale gegen Lyon erreicht und dort knapp 1:1 verloren. Das war ein enges Spiel, obwohl die natürlich mehr Ballbesitz hatten und mehr Torchancen. Aber wir haben eine junge Mannschaft mit sehr viel Qualität, ich denke wir haben wirklich zwei gute Spielzeiten absolviert und hoffen, nächstes Jahr um einen Platz in der Champions-League spielen zu können.“

Die französische Liga ist sehr dreigeteilt. Da sind Lyon und PSG in einer Klasse für sich, dann kommt ihr und Juvisy und auch ihr seid wieder in einer Klasse für euch. Dann, weit dahinter kommen die anderen acht Teams. Schon der Tabellenfünfte Rodez Aveyron hatte ein Tiorverhältnis von -14.

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Sofia Jakobsson im Gespräch mit ffschweden (Foto: Anders Henrikson)

Als Sofia Jakobsson zur Antwort ansetzt, wird sie von Nilla Fischer gerufen, die anderen Spielerinnen wollen unbedingt noch ein Selfie zum Abschluss der Trainingswoche machen. Nilla fummelt mit ihrem Telefon herum, Sofia kommt dazu und ich gebe Nilla Fischer meinen Selfie Srick. Dabei kommt es zu dem Bild oben, das der Fotiograf Anders Henrikson gemachr hat.

Sofia kommt zurück, während die anderen langsam ihre Taschen einräumen.

„Wo waren wir noch mal?“, fragt sie. „Ach ja, Paris und Lyon waren natürlich die besten Teams in den vergangenen Jahren. Aber ich denke, dass wir, Juvisy, Guingamp und auch St. Etienne Mannschaften haben, die im Kommen sind. Es werden noch mehr kommen und hoffentlich wird Marseille auch gut sein, die kommen aus einem grossen Männerclub, nein, ich glaube, dass der Fußball in Frankreich jedes Jahr ein Stück besser wird.“

Jakobsson wurde in ihrer Debütsaison 2014/15 gleich zur besten Spielerin der Liga gewählt, ein toller Erfolg, wenn man sich die Kader von PSG und Lyon anschaut. Lyon stelklt nicht weniger als 13 Spielerinnen in der 18er Olympiatruppe Frabnkreichs. Montpellier hat da niemanden dabei, aber immerhin sind drei der vier Reservistinnen aus Sofia Jakobssons Team.

Du hast in sehr vielen Ländern gewohnt. Russland, Deutschland, Großbritannien und jetzt Frankreich. Was hast du aus jedem einzelnen mitgebracht?

„Es ist ja klar, dass man sowohl viel Erfahrung auf dem Spielfeld wie auch außerhalb gesammelt hat. Ich würde aber sagen, dass da nichts Spezifisches aus gerade einem Land ist, aber man hat sich als Mensch und als Spielerin an allen dieser Orte weiterentwickelt und ich habe sowohl in meiner Fußballkarriäre wie auch privat Schritte nach vorn gemacht.“

Ich war nie in Montpellier, aber wenn ich mal auf Google Maps schaue, wo das liegt, so ist das wunderbar gelegen in Südfrankreich. Wie ist es da zu leben?

„Es ist wirklich eine sehr angenehme Stadt und liegt an der französischen Riviera, ein echt toller Ort, um da zu wohnen. Mir geht es ausserhalb des Fussballs sehr gut da, es ist nah an den Strand, da kann man auch abseits vom Fussball das Leben geniessen.“

Wie sieht es denn mit den Sprachen aus? Hast du überall etwas mitgenommen?

„Naja, ich konnte etwas Russisch, aber das meiste habe ich nach ein paar Jahren wieder vergessen. Jetzt spreche ich etwas Französisch und verstehe das Meiste, was gesagt wird. Ich hoffe, dass ich jett noch mehr lernen werden, schliesslich habe ich noch ein drittes Jahr Vertrag. Also denke ich, dass ich schon Französisch mitnehmen werde.“

Wie sind deine Erwartungen für Olympia?

„Ich habe sehr grosse Erwartungen, vor allem ist es klasse, dass wir in Brasilien spielen, solch ein fantastisches Fussballland. Es ist toll, bei einer weiteren Meisterschaft dabei sein zu dürfen. Ich glaube, wir haben eine tolle und interessante Truppe und hoffentlich können wir nach der Enttäuschung des Vorjahres ein gutes Turnier spielen.“

Was habt ihr hier während der Woche gemacht in einer vergleichsweise so kleinen Gruppe?

„Wir waren ja schon eine Zeit vom Fussball weg, deshalb haben wir uns hier getroffen und hatten ein ziemlich hartes Trainingslager mit viel Spiel und etwas physischem Training, es war wirklich sehr hett und wir haben hart trainiert, um uns gut auf Olympia vorzubereiten.“

Hast du denn eigentlich überhaupt Urlaub in diesem Sommer?

„Ich habe mit Umeå IK trainiert und jetzt hier, aber ich hatte zehn Tage frei nach dem Ende der Saison in Frankreich und da war ich zu Hause bei Familie und Freunden. Ich habe auch die Fussballschule in meinem Mutterclub Hägglunds besucht. Da habe ich mit Mädchen trainiert, das hat Spass gemacht.“

Am Donnerstag nächste Woche gibt es ein Wiedersehen mit Sofia und zwar beim Spiel Schweden – Japan in Kalmar.

 

 

ffschweden im Gespräch mit Emilia Appelqvist

millanSeit Anfang des Monats schreibe ich zwei Frauenfußballblogs. Auf Deutsch und nun auch auf Schwedisch. Das Ende von damfotboll.com hat dazu geführt,. dass der Sport seine wichtigste Publikation verloren hat. Ersetzen lässt sich das nicht, aber ich will weiterhin Spielerinnen interviewen und auf diese Weise ein wenig dazu beitragen, dass Frauenfußball gesehen wird – auch in Schweden.

Am Freitag habe ich am Rande des Extrainings für die Legionäre aus Frankreich und Deutschland kurz darüber mit Lotta Schelin gesprochen. Sie fragte mich, ob das endgültig sei mit damfotboll.com und ich antwortete, dass sie selber ja genug Öffentlichkeit bekomme mit vielen Interviews im Fernsehen oder Radio, aber dass viele, viele andere Spielerinnen einfach nur auf damfotboll.com sichtbar gemacht wurden.

Das mag selbst für eine inzwischen som etablierte Nationalspielerin wie Emilia Appelqvist gelten. Die 26-Jährige kommt aus Uppsala, spielte dann für AIK, Tyresö, Piteå und nun seit Anfang der Saison für Djurgården, wo sie auch Kapitänin ist. Emilia war 2009 Kapitänin der schwedischen U19-Nationalelf, die das Finale der EM in Minsk erreichte.

Ich traf mich mit Emilia am Donnerstagnachmittag vor dem Training auf Kristinebergs IP. Gudbjörg Gunnarsdottir versorgte uns mit einem Becher Kaffee und wir gingen auf die Tribüne der früheren Djurgården-Heimarena, in der Djurgården seine großen Zeiten erlebte, die heute nur noch als Trainingsgelände dient. Kristineberg erfüllt lange nicht mehr die Kriterien, die an Spiel in der Damallsvenskan gestellt werden und die von den Vereinen selber formuliert wurden, in der Hoffnung, Städte und Gemeinden würden ihnen dann diese Kriterien erfüllen.

Wir sitzen auf der Tribüne und ich denke daran, dass ich ungefähr an genau derselben Stelle vor sieben Jahren mit Sara Thunebro gesessen habe, bevor sie nach Frankfurt wechselte. „Wie geht es dir?“ habe ich ‚Thunis‘ vor kurzem in Eskilstuna bewusst auf Deutsch gefragt und sie antwortete ‚Mir geht es gut. Wie geht’s dir?“ Damals, 2009, konnte sie noch kein Deutsch.

Emilia Appelqvist spielt im zentralen Mittelfeld und mein Kollege Anders Sännås Lundquist, der gerade nach fünf Wochen Herren-EM aus Frankreich zurückgekehrt ist, schrieb, dass Appelqvist den neuen Spielertypen verkörpere, der sich in den letzten beiden Jahren Platz geschaffen habe.

Appelqvist verletzte sich im Mai in Piteå, ausgerechnet da, wo sie die beiden Spielzeiten vorher gespielt hatte und den Weg in die Nationalelf machte. Sie musste am Knie operiert werden, eine sogenannte Schlüsselloch-OP. Meine erste Frage gilt denn auch ihrem rechten Knie und warum sie zuletzt gegen Linköping nach 73 Minuten ausgewechselt wurde.

„Ich hatte im ersten Spiel 45 Minuten gespielt und dass ich dann nur 75 spielen sollte, war eigentlich eine Vorsichtsmaßnahme. Es ging sehr gut, es tat nicht weh, es ging nur darum, es nicht zu übertreiben und da reichten 75 Minuten völlig aus,“ sagt Emilia Appelqvist.

Als ihr gegen Umeå spieltet, saß Pia Sundhage auf der Tribüne. Das war zwei Tage, bevor sie ihr endgültiges Aufgebot für Rio benennen sollte und ich dachte mit Blick auf die beiden Teams, die ist nur wegen dir hier, sie will sehen, ob du spielen kannst. Dann hast du eine Halbzeit gespielt und warst im Olympia-Team.

„Ich kann soweit gehen und sagen, dass ich einen Plan hatte. Ich wollte zurück kommen und um einen Platz bei Olympia konkurrieren. Als die OP dann sehr gut verlief und auch die Reha, habe ich während zweier Trainingswochen das Tempo stets erhöht und dann war ich in der Lage zu spielen. Natürlich war es schön, dass sie [Sundhage] da war und sich für mich interessiert hat.“

Für Djurgården lief es anfangs sehr gut, 13 Punkte waren schnell gewonnen, dann kamen drei Niederlagen und nun seid ihr wieder da unten mit drin.

„Ich glaube, wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt. Wir begannen mit ziemlich schweren Spielen am Anfang der Saison, wo wir verloren, aber dennoch gut spielten und merkten, dass wir viele Punkte gewinnen können, wenn wir so weitermachen. Wir haben einen schönen Angriffsfußball gespielt, wo wir den Ball laufen lassen wollen und viele Torschüsse erreichen wollen. Jetzt gegen Linköping hat man gesehen, dass es auch defensiv geht. Wir machen sehr gut hinten dicht. Wenn wir das mit in den Herbst nehmen können, wird es eine gute Saison.“

Mit was müsst ihr im Herbst weitermachen, was muss sich ändern?

„Ich würde sagen, wir müssen mit dem weitermachen, mit dem wir angefangen haben: dass wir alle Spielerinnen auf dem Platz einbeziehen, dass wir weiterhin wagen zu spielen, weil wir so viele schöne Kombinationen finden und mit vielen Spielerinnen in den Strafraum des Gegners kommen. Mit jedem Tag, den wir miteinander bekommen, werden wir besser. Wir müssen die Defensive zusammenbekommen, zuletzt war das sehr gut. Vieles wird da entschieden.“

Schweden hat seit dem Achtelfinale der WM in Kanada (1:4 gegen Deutschland) kein Spiel mehr verloren und nur einen Gegentreffer kassiert. Im Mittelfeld hast du sehr viel mit Caroline Seger und Lisa Dahlkvist zusammengespielt. Kannst du uns die Rollenverteilung zwischen euch erklären?

„Es war ja so, dass Dahlkvist diejenige war, die für das Gleichgewicht im Mittelfeld sorgen sollte und Seger war an ihrer Seite. Seger ist ja diejenige, die gerade im letzten Drittel mit dem letzten Pass und so sehr gut ist. Dann kommt es immer ein wenig drauf an, was es für ein Spiel ist. Ich soll bei den Angriffen dabei sein und sehr viel in beide Richtungen laufen. Meine Stärke is ja defensiv, aber ich habe eine etwas offensivere Rolle bekommen, denn ich soll schon hinten an den Stürmerinnen dranhängen, damit die nicht zu isloiert sind.Ich denke mit uns Dreien ist das ein gutes Gleichgewicht und wenn Lisa Dahlkvist nach vorne geht, dann bleiben Seger und ich hinten. Oder andersrum. Wir haben einen guten Mix da und wir sind eingespielt.“

Ist Schweden denn 2016 besser als 2015?

„Schwer zu sagen. Wir hatten eine WM, die nicht so verlief wie wir uns das gewünscht haben. Jetzt sind wir noch nicht bei Olympia, aber alles fühlt sich gut an, seit wir neu angefangen haben. Wir haben gute Ergebnisse, du hast gesagt, dass wir nicht unbedingt gegen die besten Teams gespielt haben, aber es fühlt sich so an, dass wir eine gute Basis haben und einen Glauben, der funktioniert.“

Am 21.07. spielt Schweden in Kalmar gegen den Weltranglistensiebten Japan.

 

 

Pia Sundhage benennt Olympiakader

Es hat Tradition. Wie seinerzeit Kollege Thomas Dennerby 2012  vor London, so nutzte auch Pia Sundhage die Gelegenheit des Elitentrainingslagers in Halmstad, das allsommerlich veranstaltet wird, um ihren Kader für Rio (und Brasilia) zu benennen.

Kritik gibt es dabei an der fehlenden Öffentlichkeit Nicht einmal eine Live-Übertragung im Netz fand statt.

Überraschungen gab es (fast) keine. Die eine Überraschung ist, dass es KIF Örebros 23-Jährige Abwehrspielerin Hanne Gråhns als Reserve in den Kader geschafft hat.

Im Tor werden Hedvig Lindahl (Chelsea Ladies) und Hilda Carlén (Piteå) stehen.

Sieben Spielerinnen stehen für die Abwehr zur Verfügung: Nilla Fischer (Wolfsburg), Emma Berglund (Rosengård), Linda Sembrant (Montpellier) sowie Magdalena Eriksson, Jessica Samuelsson und Jonna Andersson (alle Linköping).

In Mittelfeld und Angriff stehen: Kosovare Asllani (Manchester City), Lotta Schelin (FC Rosengård), Caroline Seger (PSG), Olivia Schough (Eskilstuna), Stina Blackstenius (Linköping), Emilia Appelqvist (Djurgården), Sofia Jakobsson (Montpellier), Lisa Dahlkvist (KIF Örebro), Fridolina Rolfö (Linköping), Elin Rubensson (Göteborg).

Die drei übrigen Reservistinnen sind Emelie Lundberg (Eskilstuna) im Tor, Abwehrspielerin Amanda Ilestedt (Rosengård) und Stürmerin Pauline Hammarlund (Göteborg).

Malmös Lina Nilsson fiel überraschenderweise in Ungnade.

 

 

 

Lotta Schelin verstärkt Rosengård

Dass sie nicht um den vierten oder fünften Platz mit ihrem alten Verein Kopparberg/Göteborgs FC spielen wollte, hätte einem klar sein müssen. Lotta Schelin will auch 2016/17 wieder Champions League spielen, aber zu Hause in Schweden sein.

Und so wechselt die 32-Jährige dann doch zum FC Rosengård. Das melden übereinstimmend alle großen schwedischen Tageszeitungen. Auch für Sydsvenskan in Malmö ist der Fall sonnenklar und Max Wiman erklärt auch, warum der FC Rosengård die einzige Alternative für die erfolgreichste schwedische Torschützin aller Zeiten (83 Tore in 163 Länderspielen) ist.

Sollte jetzt noch Caroline Seger die Mittelfeldleldlücke hinter der nach Wolfsburg gehenden Sara Björk Gunnarsdottir schließen? Zuletzt hat Seger dementiert, nach Lyon zu gehen, aber gesagt, sie werde in jedem Fall im Ausland bleiben.