Rosengård und Göteborg

Paula Radtke im Gespräch mit ffschweden (Foto: Anders Henrikson)

Paula Radtke im Gespräch mit ffschweden (Foto: Anders Henrikson)

Wenn man nach nur einem Spieltag eine Tendenz erkennen kann, was natürlich NICHT der Fall ist, aber wenn, nur mal angenommen, dann hießen die Favoriten der Saison 2014 eindeutig FC Rosengård und Kopparberg/Göteborgs FC.

Rosengård (zum letzten Mal: früher LdB FC Malmö) ging als Erster ins Rennen, auswärts bei Aufsteiger AIK und für schwedische Verhältnisse zur ungewöhnlich frühen Stunde: 12.30 Uhr Anstoß. Grund: AIKs Männermannschaft war um 15.00 Uhr in der gut einen Kilometer entfernten Friends Arena angesetzt gegen Örebro und man wollte sich nicht im Wege stehen bzw. hoffte, dass ganz Fußballverrückte zuerst zu den Frauen und dann zu den Männern gehen würden. Naja, so ganz haute das dann doch nicht hin: 466 sahen die Frauen 0:4 gegen Rosengård verlieren und 15 873 (34 mal so viel) sahen das 1:1 der Männer gegen Örebro.

Anja Mittag, Sarah Mellouk, Ramona Bachmann und Paula (Kathleen) Radtke schossen die Tore für den Meister, der sich noch besser einspielen muss, da war vieles noch nicht überzeugend, nicht ineinander verzahnt, aber die überragenden Einzelpielerinnen kriegen es dann doch irgendwie hin und zwar so, dass man sich nie fragte, ob hier etwas anderes als die gesetzte Auswärts-2 herauskommen könnte.

Später hatte es das umgekrempelte Göteborg auswärts mit Vittsjö zu tun, schon schwieriger die Aufgabe und die von Malmö nach Göteborg gewechselte Manon Melis schickt mit ihrem Hattrick zu Beginn eine Ansichtskarte nach Malmö. Natürlich ist der Wechsel von der einen (Melis) zur anderen (van de Ven) in Malmö nicht einfach nur ein Wechsel, sondern eine Schwächung. Nicht weil van de Ven keine gute Fußballerin wäre oder es an Ehrgeiz mangeln ließe. Aber Melis ist halt Weltklasse, wenn sie gut drauf ist und bei Kirsten van de Ven weiß man momentan nicht einmal, wann sie spielen kann. Statt einer Klassebank mit Spielerinnen wie Katrine Veje oder Yoreli Rincon setzt man jetzt auf eigene Talente und das mag richtig sein. Sarah Mellouk, gerade erst 15 Jahre und acht Monate alt, deutete das an. Spielte von Beginn und machte ein Kopfballtor und hatte ein paar gute Szenen. Auch Anja Mittag, Therese Sjögran und Paula Radtke gefielen, Thora Helgadottir gab bei den wenigen Bällen Rückhalt und Anita Asantes Zweikampfstärke wird Rosengård noch viel Freude machen, auch wenn AIK:s talentierte Ex-Malmöerin Sarah Storck ihr wenigstens einmal ganz schön auf der Nase herumtanzte, also bildlich gesprochen.

Neunationalspielerin Emma Lundh sah das alles von der Tribüne aus. Knieprobleme. „Ich bin magnetgeröngt worden, kriege das Ergebnis morgen. Irgendwas knackt im Meniskus,“ sagte mir die Stürmerin nach dem Spiel. Auch die Routine von Maija Saari, der Mannschaftskapitänin der finnischen Nationalmannschaft wird AIK neben Malin Levenstad gut tun. Aber eben erst in einem Monat.

„Teilweise waren wir nur zu zehnt beim Training und haben mit ein paar Jungs aufgefüllt,“ erzählte mir Paula Radtke nach dem Spiel. „Jetzt sind endlich alle wieder von ihren Nationalmannschaften zurück, das merkte man heute schon, dass die Abstimmung noch nicht da ist.“

Dass 79,5% der Experten Rosengård als Meister sehen, belastet Radtke nicht: „Das war ja schon letztes Jahr bei Tyresö so. Göteborg und Linköping ist das natürlich schon Recht, dass wir die Favoriten sind und sie so den Druck von sich nehmen können.“

Ob man sich denn bei vier Spielerinnen mit Muttersprache Deutsch auch mal auf Deutsch unterhalte, will ich noch wissen.

„Hast du was gehört vom Spielfeld?“ fragt Paula zurück. „Manchmal rufen wir uns tatsächlich auch auf dem Platz was auf Deutsch zu, das ist ja dann schon fast Geheimsprache. Aber bei uns wird meist Schwedisch gesprochen. Ab und an erklärt der Trainer auch mal was auf Englisch.“

Sie hat ihren Platz gefunden, die Deutsche, die vom USV Jena kam. Anfangs waren viele, auch ich skeptisch, ob Paula Radtke sich beim schwedischen Topclub würde durchsetzen können, aber sie zeichnet sich durch hohe Professionalität aus und ist sehr flexibel einsetzbar, was natürlich ein großes Plus für Trainer Eidevall ist.

Göteborg und Rosengård führen die Tabelle an nach den ersten fünf Spielen. Mehr zu den anderen drei Begegnungen in einem späteren Post heute.

 

 

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Pflicht für Malmö

LdB FC Malmö tat gestern Abend seine Pflicht und besiegte den Tabellenletzten Sunnanå SK standesgemäß mit 4:0. Tyresö hatte sein Heimspiel gegen denselben Gegner mit 10:2 gewonnen und ordentlich etwas für sein Torverhältnis getan.

Die Tore in der live vom Fernsehen übertragenen Begegnung erzielten Katrine Veje, Kathleen Radtke, Therese Sjögran und Ali Riley. 

Am Samstag kommt es zu der möglicherweise vorentscheidenden Begegnung zwischen Meister Tyresö und Ex-Meister Malmö. Sollte Tyresö gewinnen, hätte man neun Spieltage vor Ende der Serie sechs Punkte Vorsprung und ein um mindestens neun Pluspunkte besseres Torverhältnis.

Malmö und Tyresö im direkten Vergleich

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben vergleicht vor großen und wichtigen Fußballspielen gerne die Startformationen im direkten Vergleich gegeneinander. Das ist mehr Unterhaltung als seriöse Berichterstattung oder Analyse, aber weil’s so schön ist, will ich das auch mal machen vor dem heutigen Knaller LdB FC Malmö – Tyresö FF (19.20 Uhr live im schwedischen Fernsehen).

Der direkte Vergleich endet mit einem klaren Sieg für Tyresö, das zudem noch die bessere Ersatzbank hat. Aber: Das ist ja nur ein Spiel und entscheidend ist bei allen individuellen Fähigkeiten, wie man zusammen spielt und agiert. Und wer das Quentchen Glück auf seiner Seite hat. Gewinnt Malmö, ist die Meisterschaft wieder offen. Gewinnt Tyresö, sind sie nach der Hinrunde sechs Punkte und mehr als elf Tore weg.

 

Thora Helgadottir vs Carola Söberg

Carola Söberg

Carola Söberg

Noch vor zwei Monaten hätte ich hier 1:0 für Malmö gesagt, denn Helgadottir gehört(e?) in Bestform zu den besseren Torhüterinnen der Welt. Aber gerade in den letzten beiden Spielen zeigte die Isländerin doch ungewohnte Unsicherheiten, die zu Gegentoren führten, die vermeidbar waren. Söberg wird selten geprüft, hat aber dieses Jahr noch nicht daneben gegriffen. Möglicherweise hat tatsächlich die fehlende Pause bei Helgadottir eine gewisse Müdigkeit verursacht, sie hat den ganzen Winter in der australischen Liga gespielt. Unentschieden: 0,5:0,5.

Lina Nilsson vs Meghan Klingenberg

Am Sonntag konnte Klingenberg gegen Kristianstad nicht spielen und wurde von Annica Svensson ersetzt. Wir gehen aber davon aus, dass die kleine Amerikanerin heute Abend spielt. Nilsson kämpft um einen Platz in der Startformation der schwedischen Nationalmannschaft gegen Linköpings Jessica Samuelsson. Heute Abend wird sie öfters auf Marta treffen, ein wichtiges Duell. Offensiv gewisse Stärken, defensiv wird sie von schnellen Gegenspielerinnen oft ausgetrickst. Meghan Klingenberg ist defensiv besser, nicht nur, weil sie den dritten schwarzenTaekwondo-Gürtel ihr eigen nennen kann. Auch nach vorne besticht Klingenberg durch brillante Flanken. Klarer Punkt für Tyresö: 0,5:1,5.

 

Amanda Ilestedt vs Johanna Frisk

Amanda Ilestedt

Amanda Ilestedt

Ilestedt ist schneller und kopfballstärker als Tyresös Mannschaftskapitänin, die zwar grundsolide, aber nicht unüberwindbar ist. Frisk wäre die erste, die ich bei einer Verstärkung des Kaders in der Abwehr aussortieren würde. Punkt für Malmö: 1,5:1,5.

 

Malin Levenstad vs Line Röddik Hansen

Malmös Mannschaftskapitänin kommt heute Abend nach guten Trainingsleistungen wieder in die Startelf, aus der sie zuletzt von Kathleen Radtke verdrängt worden war. Trainer Jonas Eidevall sagte auch, dass Levenstad wichtig bei der Kommunikation auf dem Platz sei. Das reicht aber trotzdem alles nicht, um die brillante Dänin auszustechen, die selbst auf der angestammten Innenverteidigerposition besser ist, im Spiel nach vorn, aber auch kompromisslos und souverän in der Defensive. Klarer Punkt für Tyresö: 1,5:2,5.

 

Ali Riley vs Sara Thunebro

Kein Zweifel, Sara Thunebro kommt mit 34 Jahren dem Karriereende näher. Ihre Flankenläufe sind längst nicht mehr so spektakulär und häufig wie vor Jahren, bevor sie nach Frankfurt wechselte, wo sie am Ende keine Spielzeit mehr bekam. Die Neuseeländerin Riley aber wird auch häufig überschätzt. Als sie nach Schweden kam, las ich, dass sie eine der besten Außenverteidigerinnen der Welt sei. Weltklasseleistungen aber hat man kaum gesehen. Beide Spielerinnen sind solide, aber verwundbar. Es wird interessant zu sehen, ob Ramona Bachmann Thunebro ab und an einen Knoten in die Beine spielt. Aber auch Riley wird mit Kirsten van de Ven ihre Müh und Not haben. Unentschieden: 2:3.

 

Katrin Schmidt vs Lisa Dahlkvist

Katrin bekam in Tyresö keinen Vertrag mehr. Zu erklären ist das nur damit, dass die Deutsche schlechter Sponsoren gegenüber zu vermarkten war als schwedische Nationalspielerinnen wie Lisa Dahlkvist, die aber auch nicht gerade charismatisch ist. Darum geht es aber nicht. Dahlkvist ist bei Pia Sundhage wohl fast gesetzt, Katrin Schmidt wieder nicht von Silvia Neid gesehen worden. Spricht das für die enorme Breite des deutschen Frauenfußballs oder einfach eine ignorante Einstellung gegenüber Spielerinnen, die im Ausland herangereift sind? Beide Spielerinnen gewinnen ungeheuer viel Bälle und können gefährlich nach vorn sein. Unentschieden: 2,5:3,5

 

Sara Björk Gunnarsdottir vs Caroline Seger

(Sara) Björk Gunnarsdottir

(Sara) Björk Gunnarsdottir

Die junge Isländerin ist nicht mehr wegzudenken aus Malmös Mittelfeld. Enormer Einsatzwille, sechsfache Torschützin in dieser Saison. Seger tauchte vergangene Saison und zu Beginn der neuen allzu oft unter und machte zuletzt Schlagzeilen wegen ihres Coming Out. Knapper Punkt für Malmö: 3,5:3,5

 

Ramona Bachmann vs Veronica Boquete

Ojojoj, was für ein Vergleich. Zwei Weltklassespielerinnen, die wertvollste Spielerin der Liga 2011 gegen die beste Mittelfeldspielerin 2012. Beide können ein Spiel alleine entscheiden mit überragender Technik und erstklassiger Schusstechnik. Dennoch: der Punkt geht an die Spanierin, die als einzige auf dem berühmten Kanaldeckel Kunststücke vollführen kann, auf engstem Raum brilliert und auch insgesamt mannschaftsdienlicher ist. 3,5:4,5

 

Manon Melis vs Kirsten van de Ven

Zwei Holländerinnen im direkten Vergleich auf der rechten Angriffsseite. Jahrelang hätte Melis hier immer souverän gesiegt. Aber seit dem Weggang von Malmö nach Linköping 2011 und dem gescheiterten Engagement in der kollabierenden WPS ist die mehrfache Torschützenkönigin der schwedischen Liga von der Weltklassestürmerin die sie einmal war, weit entfernt. Ich hätte sie schon längst auf die Bank gesetzt und Talent Elin Rubensson in die Angriffskette geschickt. Van de Ven wird immer stärker, auch sie saß lange auf der Bank (!) und war hinter dem spanischen Neuzugang Jennifer Hermoso Fuentes einsortiert, aber seitdem sie wieder spielen darf, tut sie das mit Verve, viel Schwung und bislang sieben Toren. Punkt für Tyresö: 3,5:5,5.

 

Anja Mittag vs Christen Press

Ojojoj, noch so ein extrem harter Vergleich wie bei Bachmann vs Boquete. Anja hatte eine Supersaison 2012, die kaum zu toppen war. 21 Tore, drei Preise auf der Fußballgala in Schweden. Press schoss 17 für Göteborg und wechselte nach Tyresö und hier spielt sie so wie Anja in der vorigen Saison in Malmö: jeder Schuss ein Treffer. Bislang 12 in neun Spielen gegen Anjas sechs Tore. Deshalb auch hier schweren Herzens. Punkt für Tyresö: 3,5:6,5.

 

Katrine Veje vs Marta Vieira da Silva

Marta Vieira da Silva

Marta Vieira da Silva

Die Brasilianerin war früher stärker, glaube ich, als sie noch bei Umeå spielte. Oder die Gegnerinnen waren weniger in der Lage, ihr Probleme zu bereiten und sind besser geworden. Aber wer Marta sieht, weiß, dass sie immer noch in der Lage ist, einzigartige Dinge zu tun. Klarer Punkt für Tyresö: 3,5:7.5.

 

Örebro und Malmö gleichauf

Ja, den Tipp, dass KIF Örebro gegen den Abstieg spielt und sogar in die Elitettan absteigt, den können wir hiermit einstampfen. Nach dem dritten Spieltag hat das Team nämlich schon sieben Punkte und liegt damit gleichauf mit LdB FC Malmö an der Spitze der Liga. Besser gesagt, knapp dahinter.

Vittsjö gastierte in der Behrns Arena in Örebro und nach sechs Minuten lag man durch zwei Tore durch die von Tyresö gekommene Helén Eke mit 0:2 hinten. Zur Halbzeit stand es 1:3, dabei blieb es dann.

Dass Aufsteiger Mallbacken in Malmö keine Chance haben dürfte, das sahen die Spielgesellschaften alle so mit entsprechend extrem niedrigen Quoten auf einen Sieg Malmös. Es wurde kein Kantersieg, den manche erwartet hatten, aber beim 3:0 durch Treffer von Sara Björk Gunnarsdottir, Anja Mittag und Katrine Veje ließ Malmö nichts anbrennen.

 

Zu viele Ausländerinnen in der Damallsvenskan?

Pia Sundhage hat sich aufgeregt. Das tut sie eigentlich oft und gerne und das macht sie auch sympathisch, das sie Gefühle zeigt und voll bei der Sache ist. Manchmal allerdings frage ich mich inzwischen, ob sie sich nicht ein wenig zurückhalten sollte, zumindest in den Medien.

Denn die schnappen dankbar jede Silbe der angehenden Ehrendoktorin, Gastprofessorin, Frau des Jahres 2012, Welttrainerin des Jahres und was weiß ich nicht noch alles, auf.

Am Donnerstagabend war sie wie ich auf dem Malmö IP und sprach anschließend wie immer frank und frei ins Mikrofon der Reporter von Sydsvenska Dagbladet. Dass sie mal besser nichts gesagt hätte, war ihr dabei aber offenbar schon selber klar, denn: „Das jetzt sollte ich eigentlich nicht sagen,“ begann Sundhage ihre Ausführungen und echauffierte sich darüber, dass sie zu einem Champions-League-Spiel käme und alles, was sie als Nationaltrainerin beobachten könnte, wären drei Spielerinnen bei Malmö und eine Spielerin des Gegners.

In der Tat begann Malmö die Begegnung mit nicht weniger als acht Ausländerinnen: Thora Helgadottir, Ali Riley, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Sara Björk Gunnarsdottir, Manon Melis, Ramona Bachmann, Anja Mittag.

Bei Olympique Lyonnais dagegen standen in der Anfangsformation nicht weniger als neun Französinnen und lediglich Lara Dickenmann und Lotta Schelin haben einen ausländischen Pass.

Eines ist klar. Pia Sundhage hat sich nicht darin einzumischen, wie die Vereine ihre Kader bestücken und welchen Pass die Spielerinnen haben. Und wenn sie in dem oben genannten Interview sagt, dass alles noch vor 5-6 Jahren (bevor sie zuerst nach China und dann in die USA ging) anders gewesen wäre, dann muss sie eigentlich besser als viele andere wissen, dass sich Frauenfußball in 5-6 Jahren enorm entwickelt hat und auch weiter entwickeln wird.

„In Lyon werden ausländische Spielerinnen nur dann verpflichtet, wenn ihre Qualität definitiv besser ist als das, was man auf dem franösischen Markt bekommen kann“, schrieb mir gestern ein Fan aus Frankreich via Twitter.

In Schweden, und da hat Sundhage Recht, ist das augenscheinlich nicht der Fall, auch wohl nicht in Deutschland.

Ich habe mir die aktuellen Kader in der Damallsvenskan angesehen und komme auf folgende Liste ausländischer Spielerinnen. Es sind 66 Spielerinnen. Sie verteilen sich auf: 1. Finnland 9, 2. Island, Nigeria, USA je 7, 5. Dänemark, Holland je 5 und auf zwölf weitere Länder. Bei den Vereinen liegt Malmö klar vorn.

10 LdB FC Malmö: Thora Helgadottir, Ali Riley, Paula Radtke, Katrine Veje, Sara Björk Gunnarsdottir, Katrin Schmidt, Yoreli Rincon, Ramona Bachmann, Manon Melis, Anja Mittag

7 Tyresö FF: Line Röddik Hansen, Meghan Klingenberg, Elaine Moura, Kirsten van de Ven, Vero Boquete, Christen Press, Marta

7 KIF Örebro: Stephanie Labbé, Marie-Eva Nault, Susanna Lehtinen, Irena Martinkova, Lucie Martinkova, Sanna Talonen, Sarah Michael

7 Kristianstads DFF: Brett Maron, Sif Atladottir, Nicole Sykes, Gudny Odinsdottir, Margret Lara Vidarsdottir, Johanna Rasmussen, Lorca van de Putte

6 Vittsjö GIK: Lois Geurts, Kendall Fletcher, Ifeoma Dieke, Mandy van den Berg, Kirsty Yallop, Jane Ross

6 Piteå IF: Lydia Williams, Faith Ikidi, Hallbera Gisladottir, Anna Westerlund, June Pedersen, Francesca Ordega

5 Kopparberg/Göteborgs FC: Camille Levin, Anita Asante, Yael Averbuch, Cathrine Dyngvold, Jodie Taylor

4 Linköpings FC: Marianne Gajhede, Renée Slegers, Pernille Harder, Linda Sällström

4 Umeå IK: Katrin Jonsdottir, Ogonna Chukwudi, Rita Chikwelu, Tuija Hyyrynen

4 Sunnanå SK: Carys Hawkins, Helene Ukaonu, Annika Kukkonen, Perpetua Nkwocha

3 Mallbacken: Kaitlynn Fraine, Maija Saari, Hayley Lauder,

3 Jitex BK: Minna Meriluoto, Annica Sjölund, Leena Puranen

Frankreich – Schweden 12:1

DSC05586Zählt man die beiden Begegnungen des Champions-League-Viertelfinals zusammen, dann haben die fanzösischen Mannschaften vier Siege und 12:1 Tore gegen die beiden schwedischen Teams LdB FC Malmö und Kopparberg/Göteborgs FC eingefahren.

Auch das letzte Aufeinandertreffen dieser Viertelfinalsuite gestern Abend auf dem Malmö IP endete mit einem letztlich souveränen 3:0-Sieg von Oympique Lyonnais. Dabei hatte sich der schwedische Vizemeister etwas vorgenommen. Wollte sich rehabilitieren für das 0:5 aus Frankreich. Trainer Jonas Eidevall hatte sein Team auf lediglich zwei Positionen umgestellt: Katrine Veje kam für Elin Rubensson und Amanda Ilestedt für Paula Radtke. Beide Veränderungen verbesserten die Qualität. Lyon begann verhalten, sah den Ausflug ins bitterkalte Schweden (Temperatur um den Gefrierpunkt, aber eisiger Wind) wohl vor allem als notwendiges Trainingsspiel. Lotta Schelin äußerte sich auch nach dem Spiel dahingehend, dass man die erste Halbzeit zu passiv gespielt habe. Malmö hatte Chancen. Meist war Katrine Veje daran beteiligt. Aber das Tor und den Beweis seiner Klasse – den lieferte der Titelverteidiger. Camille Abily spielte einen tödlichen Pass zwischen Ilestedt und Kapitänin Malin Levenstad und Lotta Schelin schaltete auf Turbo, zog den beiden Landsfrauen spielend davon und plazierte den Ball fast schon lässig arrogant, aber vor allem eiskalt an der herauseilenden Thora Helgadottir vorbei zur Führung.

In der zweiten Halbzeit steigerte sich Lyon dann und übernahm immer mehr die volle Kontrolle über das Geschehen. Megan Rapinoe wurde wieder eingewechselt (wie im Hinspiel) und schoss den Ball an die Querlatte. Die Fernsehaufnahmen zeigen mehr als deutlich, dass das Leder NICHT hinter der Linie war, aber es stand dennoch 2:0, weil es keine Torkameras gibt und die Linienrichterin sich sicher war. Aber es gab auch schon keine großen Proteste mehr. Malmö ergab sich jetzt seinem Schicksal. Das 3:0 lag am Ende in der Luft und es kam auch nach einem Kopfball von Wendie Renard.

Die Interviews waren leider nicht möglich, weil die UEFA jegliche Medienaktivitäten (außer Fernsehen) auf dem Platz verbietet und weil Malmö auch über keine Mixed Zone verfügt. Die Spielerinnen beeilten sich, in den Bus zu kommen. Pflicht erfüllt. Das Interesse an diesem Spiel war aber auch enttäuschend gering: Nur 1.256 Zuschauer wollten die beste Mannschaft Europas, vielleicht der Welt sehen. Und auch von den Medien war zwar das schwedische Fernsehen mit Live-Übertragung da, aber außer der Pflichtbesetzung von Sydsvenska Dagbladet waren nur wenige Journalisten und noch weniger Fotografen gekommen, zwei davon Fans aus Deutschland, die den weiten Weg nach Schweden in dieser unwirtlichen Jahreszeit gemacht hatten, um sowohl Göteborg wie auch Malmö zu sehen und zwischendurch noch ein Spiel in Kopenhagen zwischen Bröndby und Hjörring.

Zugänge und Abgänge (Stand: 05.01.2013)

So allmählich füllen sich die Kader der Vereine in der Damallsvenskan. Es ist Zeit für einen ersten Überblick. Hier kommen die 12 Teams der Saison 2012 plus die beiden Neulinge.

Tyresö FF

Zugänge: Christen Press (Kopparberg/Göteborgs FC), Malin Diaz (AIK)

Abgänge: Helén Eke (Verein steht noch nicht fest)

Kommentar: Erstmals auf seiner Reise von der vierten Liga zum Meistertitel gibt es in Tyresö keine wesentlichen Personalwechsel. Marta, Vero Boquete, Caroline Seger hatten allesamt laufende Verträge auch für 2013, obwohl es um Marta wieder einmal Wechselgerüchte gab und auch noch gibt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Brasilianerin Tyresö in diesem Jahr verlässt. Für die USA ist ihr Marktwert nicht groß genug und keiner der neuen Vereine könnte sie mit den erlaubten Budgets bezahlen. Christen Press wird den Stammplatz von Madelaine Edlund gefährden. Sowohl deren wie Elaines auslaufender Vertrag wurde verlängert. Tyresö ist ein Topteam mit erstklassigen Alternativen auf der Bank. Auch Meghan Klingenberg hat verlängert. Wunschelf (Linda Sembrant in der Reha nach Kreuzbandriss):

Carola Söberg, Meghan Klingenberg, Johanna Frisk, Karin Lissel, Line Röddik Hansen, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete, Marta, Kirsten van de Ven, Christen Press.

Bank: Annica Svensson, Elaine, Malin Diaz, Madelaine Edlund, Jessica Höglander.

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LdB FC Malmö

Zugänge: Yoreli Rincon (XV de Piracicaba), Zecira Musovic (Stattena), Manon Melis (Linköping)

Abgänge: Emma Wilhelmsson (Jitex), Christina Öyangen Örntoft (Bröndby), Hilda Carlén (noch unbekannt)

Kommentar: Nach der finanziellen Rettung durch Milliardär Dan Olofsson nimmt auch Malmö Kurs auf den Meistertitel. Die Liga wird (wenn sich nichts wesentlich ändert) zu einem Zweikampf Malmö – Tyresö werden, in dem Tyresö abermals klarer Favorit ist, trotz der Verpflichtung von Melis. Rincon überrascht, riskant, eine 19-Jährige Kolumbianerin zu integrieren. Die 1,54 m kleine Filigrantechnikerin wurde mit Marta verglichen, muss das aber noch beweisen. Malmö hat aber immer gut eingekauft…

Voraussichtlich:

Thora Helgadottir, Lina Nilsson, Malin Levenstad, Amanda Ilestedt, Ali Riley, Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran, Ramona Bachmann, Elin Rubensson, Anja Mittag, Manon Melis.

Reserve:

Zecira Musovic, Frida Nordin, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Yoreli Rincon, Sofi Anker Kofoed.

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Linköpings FC

Zugänge: Lina Rinshamre (Sundsvalls DFF), Magdalena Ericsson (Djurgården), Stina Blackstenius (Vadstena GoIF), Renée Slegers (Djurgården), Emma Lennartsson (IFK Norrköping)

Abgänge: Manon Melis (LdB FC Malmö), Lisa DeVanna (Perth Glory), Emma Lundh (noch unbekannt, Hammarby?), Karen Bardsley (Lincoln LFC), Louise Fors (Western Sydney Wanderers, ab Frühjahr FC Liverpool Ladies), Nora Holstad Berge (Arna-Björnar), Matilda Agné (Hammarby DFF), Ingrid Schjelderup (Vålerenga), Josefine Alfsson (Kisa BK)

Kommentar: Linköping beendet nach einem Jahr seinen Versuch, mit Tyresö und Malmö zu konkurrieren und hat Sparmaßnahmen eingeführt. Neun Spielerinnen verlassen den Verein und fünf kommen neu hinzu, im Gespräch ist immer noch AIK:s U19-Europameisterin Jennie Nordin. Mit Ringshamre und Ericsson hat man zwei weitere junge Europameisterinnen verpflichtet. Linda Sällström, die gegen Ende der Saison noch gehen wollte (Jitex war eine Option), bleibt nun doch, vermutlich, weil die Konkurrenz in der Offensive nach ihrer Rehazeit nach dem Abgang von DeVanna, Melis und Lundh deutlich entspannter geworden ist. Linköping ist auch immer noch das bessere Team. Wichtig, dass Trainer Martin Sjögren zwei weitere Jahre bleibt.

Voraussichtlich:

Sofia Lundgren, Maja Krantz, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Marianne Gajhede Knudsen, Renée Slegers, Petra Larsson, Pernille Harder, Jonna Andersson, Linda Sällström.

Hier und bei den weiteren Clubs erspare ich mir die potentielle Bankbesetzung, da lediglich Malmö und Tyresö um die Meisterschaft spielen werden.

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Kopparberg/Göteborgs FC

Zugänge: Jessica Landström (Djurgården), Marie Hammarström (KIF Örebro), Cathrine Dyngvold (Klepp),

Abgänge: Christen Press (Tyresö FF), Ingrid Wells (noch unbekannt)

Göteborg wollte eigentlich angreifen. Dann kam der Abgang von Press dazwischen. Tyresös Zampano Hans Löfgren schnappte die Amerikanerin den Göteborgern vor der Nase weg. Landström ist vom Typ her kein Press-Ersatz, aber sie ist eine Kämpfernatur mit einer enormen fysischen Kraft. Dennoch muss sich das Angriffsspiel ändern. Torbjörn Nilsson hat seinen Trainervertrag um 2 Jahre verlängert, weil ihm versichert wurde, dass die Mannschaft sukzessiv verstärkt wird. Mindestens eine Klassespielerin muss noch kommen.

Voraussichtlich: Kristin Hammarström, Catrine Johansson, Anna Ahlstrand, Stina Segerström, Camille Levin, Yael Averbuch, Anita Asante, Johanna Almgren, Olivis Schough, Cathrine Dyngvold, Jessica Landström.

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Kristianstads DFF

Zugänge: Josefine Öqvist (vereinslos), Marija Banusic (IK Sirius), Brett Maron (Valur), Elin Borg (AIK)

Abgänge: Elin Nilsen (Vittsjö), Katrin Ómarsdóttir, Becky Edwards (beide unbekannt), Emelie Johnsson (Borens IK),  Moa Pettersson (Wä IF), Anna Persson (Glimåkra IF), Lisa Petersson, Julia Molin (AIK)

Auf den Plätzen 5-12 und bei den Aufsteigern erspare ich mir die mögliche Aufstellung am ersten Spieltag. Maron wird sicher in den ersten Monaten im Tor stehen, da Hedvig Lindahl in der Reha nach dem Kreuzbandriss ist. Trainerin Beta Gunnarsdottir ist wie immer super ambitioniert und will sicher Meister werden. Mit der Verpflichtung von Banusic ist ihr ein Coup gelungen. Für mich das größte Talent im schwedischen Fußball VOR der allenthalben gepriesenen Lina Hurtig (Umeå). Dass Josefine Öqvist letztlich der Offensive maßgebliches Gewicht verleihen wird, steht außer Frage. Kristianstad hat jetzt den drittbesten Angriff der Liga.

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Vittsjö GIK

Zugänge: Elin Nilsen (Kristianstad), Jane Ross (Glasgow City)

Abgänge: Emma Kullberg (Umeå Södra), Josefine Mårtensson (Glimåkra IF)

Das zweite Jahr ist immer das Schwerste. Das wird auch für Sensationsaufsteiger Vittsjö GIK gelten. Niemand hätte das Team aus Skåne auf Rang 6 erwartet. Die Verpflichtung von Jane Ross deutet eventuell darauf hin, dass Danesha Adams geht. Die Amerikanerin war sehr wichtig. Möglich, dass Vittsjö, wie immer, von Beta Gunnarsdottir geschasste Spielerinnen überimmt. Becky Edwards?

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Umeå IK

Zugänge: Hanna Folkesson (AIK)

Abgänge: Erica Carlén (Morön)

Wenig passierte in Umeå. Keeperin Caroline Jönsson hat ihr Karriereende zur Saisonmitte angekündigt. Da braucht es Ersatz.

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Piteå IF

Zugänge: Clara Markstedt (AIK), Johanna Andersson (Assi)

Abgänge: Camilla Johansson, Jessica Olovsson (unbekannt), Ann-Mari Dovland (Klepp), Jennifer Nobis (Karriereende)

Piteå hat zwar die beste Torschützin Nobis durch Clara Markstedt ersetzt, aber es fehlt an einer weiteren offensiven Spielerin, die dem Angriff mehr Durchschlagskraft verleiht. Faith Ikidi hat ihren Vertrag bis einschließlich 2015 verlängert, eine finanzielle Deckung dafür gibt es noch nicht.

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Jitex BK

Zugänge: Emma Wilhelmsson (LdB FC Malmö)

Abgänge: Katri Nokso-Koivisto (LSK Kvinner), Nanna Jansson (Hovås Billdal), Caroline Lindblad (unbekannt)

Jitex wird weder schwächer noch stärker.

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KIF Örebro

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emelie Lundberg (Eskilstuna United), Hanna Ågren-Åhbom, Nina Fellbrant,  Fanny Persson (hören auf), Edda Garðarsdóttir,  Ólína Viðarsdóttir (beide zurück nach Island, , Linda Fransson (noch nicht klar)

Das sieht wieder nicht gut aus für Örebro, das erhebliche finanzielle Probleme hat.

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Sunnanå SK

Zugänge: Anikka Kukkonen (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF),  Carys Hawkins (Perth Glory

Abänge: Anna Bodén (Morön),  Yanru Zhang (China)

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Mallbacken

Zugänge: Sarah Bergman, Emmie Johansson (beide QBIK), Maija Saari (AIK), Hayley Lauder (Åland United)

Abgänge: Anna Arnfeldt (Karriereende)

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Djurgården

Abgänge: Gudbjörg Gunnarsdottir, Mia Jalkerud, Freja Hellenberg (alle Avaldsnes IL), Jessica Landström (Göteborgs FC), Renée Slegers (Linköping), Anna Lindblom (Hammarby), Katrine Petrous, Natalia Rickne, Annika Kukkonen (Sunnanå), Katrin Jonsdottir, Caroline Frånberg.

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AIK

Zugänge: Lisa Pettersson, Julia Molin (beide Kristianstad)

Abgänge: Maija Saari (Mallbacken), Elin Borg (Kristianstad), Nazanin Vaseghpanah (hört auf), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz (Tyresö), Clara Markstedt (Piteå), Lori Chalupny (unbekannt)

Malmö und Göteborg mühelos weiter

Beide schwedische Clubs haben problemlos in der Champions League das Achtelfinale erreicht. Göteborg besiegte den serbischen Meister Spartak Subotica durch zwei Treffer von Olivia Schough und einen von Christen Press mit 3:0. (Hinspiel 1:0)

Ausschnitte dieser Partie und kurze (schwedischsprachige Interviews mit Olivia Schough und Marlene Sjöberg):

Ohne Thora Helgadottir, Al Riley, Ramona Bachmann, Sara Björk Gunnarsdottir und Anja Mittag gewann Meister Malmö dennoch souverän mit 6:1 gegen den ungarischen Titelträger MTK Budapest (Hinspiel: 4:0).

Elin Rubensson und Sofie Anker-Kofoed trafen je zweimal, Katrine Veje und Christine Örntoft steuerten je einen Treffer bei. Wichtig, dass Malmö seine Kräfte schont, denn am Sonntag geht es in das vermutlich wesentlich schwerere Auswärtsspiel beim CL-Kollegen Kopparberg/Göteborgs FC.

Von den nordeuropäischen Teams erreichten auch Stabaek und Fortuna Hjörring die nächste Runde.

Alle Ergebnisse vom Mittwoch im Überblick:

Turbine Potsdam – Standard Lüttich= 5:0 (Hinspiel 3:1) GESAMT: 8:1
Bröndby IF – Stabaek= 3:3 (Hinspiel: 0:2) GESAMT: 3:5
Lyon – PK 35= 5:0 (Hinspiel: 7:0) GESAMT: 12:0
WFC Malmö – MTK Budapest= 6:1 (Hinspiel: 4:0) GESAMT 10:1
Göteborg – Spartak Subotica= 3:0 (Hinspiel: 1:0) GESAMT: 4:0
Neulengbach – Olimpia Cluj= 2:2 (Hinspiel: 1:1) GESAMT: 3:3
Torres – Apollon= 3:1 (Hinspiel: 3:2) GESAMT: 6:3
Fortuna Hjörring – Glasgow City= 0:0 (Hinspiel: 2:1) GESAMT: 2:1
Verona – Birmingham= 3:0 n.V. (Hinspiel: 0:2) GESAMT: 3:2

Sechs Begegnungen finden morgen statt, eine erst am 11.10. Erwähnenswert sicher, dass drei Begegnungen richtig spannend waren, insbesondere Neulengbach gegen Cluj sowie Veronas Sieg nach Verlängerung gegen die Birmingham Ladies. Bei den Italienerinnen steht mit Stephanie Örnström übrigens eine Schwedin im Tor.

Vier Auswärtssiege

Wir hatten schon gestern konstatiert, dass die Kräfteverhältnisse sehr unterschiedlich sind in der Women’s Champions League. Am Donnerstag wurden die Hinspiele des 1/16-Finales mit vier Begegnungen komplettiert, bei denen jeweils die Auswärtsmannschaften gewannen und insgesamt 16:2 Tore schossen.

Für dieses Blog natürlich das wichtigste Resultat ist der 4:0-Sieg von LdB FC Malmö (das in Europa wegen des dort verbotenen Markennamens nur WFC {Women’s Football Club} Malmö heißen darf. Katrine Veje schoss die ersten beiden Tore gegen MTK Budapest und Anja Mittag die letzteren beiden. Das Rückspiel ist so Formsache.

Die Ergebnisse im Überblick:

MTK Budapest – LdB FC Malmö 0:4
Unia Raciborz (PL) – VfL Wolfsburg 1:5
Sarajevo – Sparta Prag 0:3
ADO Den Haag – Rossiyanka 1:4

Anja Mittag macht den Unterschied

Alle Achtung, Vittsjö! Auch wenn der Aufsteiger nun zweimal hintereinander mit 2:3 daheim verloren hat, so zeigte man auch gestern gegen Tabellenführer LdB FC Malmö wieder, dass man auch den Großen ein Bein stellen kann. Katrine Veje und Ramona Bachmann brachten den Gästen eine 2:0-Pausenführung und kaum jemand hätte eine Krone darauf gesetzt, dass die Gastgeber zurück kommen könnten. 

Aber in der 87. Minute stand es auf einmal 2:2, nachdem Emma Sjödahl und Mandy van den Berg für die Gastgeber getroffen hatten. 

In der Schlussminute jedoch markierte Anja Mittag ihren 19. Saisontreffer im sechzehnten Spiel. Für Malmö damit der zehnte Sieg in Folge. Zuletzt hatte man am 20. Mai 0:2 bei Schlusslicht AIK verloren, auf Skytteholms IP in Solna, wo morgen Abend Hauptkonkurrent Tyresö FF antreten muss.

„Wir trafen auf einen sehr, sehr guten Aufsteiger, der uns ein schweres Spiel bereitet hat. Trotzdem meine ich, dass wir die bessere Mannschaft waren und verdient gewonnen haben,“ so Malmös Trainer Peter Moberg nach dem Spiel. „Am Ende war es etwas zu dramatisch.“

„Einen Punkt hätten wir holen müssen,“ meinte dagegen Vittsjös Coach Thomas Mårtensson, der unter der Woche seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat. „Ich bin trotzdem sehr mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir wirklich knapp hinter der Spitze der Liga hingehören. Malmö hat jeden unserer Fehler eiskalt ausgenutzt, dafür wurden wir bestraft.“

Sonntag ohne Auswärtstor

Normalerweise spielt es im Frauenfußball keine so große Rolle, ob man nun auswärts oder zu Hause spielt. Am Sonntag erzielten alle vier Teams, die zu Besuch waren, jedoch kein einziges Tor, die Gastgeber jedoch insgesamt neun.

0:0 endete Meistertrainer Martin Sjögrens erstes Spiel auf der Bank von Linköpings FC. Dass Jitex sich nicht so leicht schlagen lassen würde nach einer Kette von Niederlagen im Frühjahr, aber zwei Siegen kurz vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs war klar. Zwei ehemalige AIK-Spielerinnen trafen das Gehäuse: Zunächst Frida Höglund (Jitex), dann auch noch Emma Lundh (Linköping). Lundh musste auf die Bank und wurde für Louise Fors eingewechselt. Ansonsten debütierte die Dänin Pernille Harder im zentralen Mittelfeld bei Linköping.

Djurgården kam zu spät. Die Maschine sollte um 12.50 Uhr in Stockholm-Bromma starten, um 16.00 Uhr war der Anpfiff angesetzt. Ohnehin schon sehr knapp geplant. 70 Minuten Verspätung. Verschiebung um 30 Minuten, mehr war nicht drin, da um 19.50 Uhr schon der Rückflug geplant war. Am Flughafen in Malmö-Sturup warteten Taxis, Vorbefeitung auf den Rückbänken, Einlauf. Gudbjörg Gunnarsdottir zwar mit, aber als Reservistin auf der Bank, mehr moralische Unterstützung. Schon nach zwei Minuten hatte die 17-Jährige Tove Engblom wieder ein Ding im Kasten. Sara Björk Gunnarsdottir, Katrin Schmidt und Anja Mittag sorgten nach 19 Minuten für eine schnelle 3:0-Führung und ich befürchtete Schlimmes für Tove, aber Malmö traf danach nur noch einmal durch Katrine Veje. An das 0:11 erinnerte nichts mehr, die zweite Halbzeit lief besser für Djurgården, zumal Malmö seinen Torhunger schon gestillt hatte. Trotzdem Klassenunterschied.

Kristianstad gewann 4:0 gegen den Zehnten Örebro. Ähnlich wie das Malmö-Spiel. Drückende Überlegenheit der Gastgeberinnen. Das war in den letzten Jahren anders, aber jetzt ist Örebro wirklich in der Abstiegszone angekommen. Woran das liegt? Keine Ahnung. Es kann wirklich nicht nur daran liegen, dass Olina Vidarsdottir ein Kind bekommen hat. Denn ansonsten sieht das Team auf dem Papier fast gleich aus. Tore für Kristianstad durch Therese Andersson, Katrin Omarsdottir, Susanne Moberg und Elin Nilsen.

Anja Mittag macht das Dutzend voll

Mit einem Traumtor gegen Kopparberg/Göteborgs FC hat Anja Mittag nach acht Spielen in der Damallsvénskan nun ein Dutzend Tore auf dem Konto. Sie und Göteborgs Amerikanerin Christen Press, die nach einem kapitalen Abwehrschnitzer von Emma Wilhelmsson den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte, liegen in der Torjägerliste einsam auf weiter Flur. Für Press war es der zehnte Treffer im siebten Spiel.

Am Ende gesellte sich Malmö aber zu Tyresö und Vittsjö, die jeweils 18 Punkte haben. Ramona Bachmann sorgte mit ihrem ersten Saisontreffer für den Sieg Malmös.

Es war nicht gerade eine hochklassige Begegnung zwischen zwei der besten Mannschaften der Liga. Aber so ist das eben manchmal in Spitzenspielen. Göteborg hatte streckenweise Oberwasser, genau schon wie im Finale des Supercups zu Anfang der Saison. Allerdings kann man dem Meister zu Gute halten, dass er derzeit an ein Lazarett erinnert. Frida Nordin und Therese Sjögran fallen mit ihren Kreuzbandrissen den Rest der Saison aus. Zwar ist für Nordin Alexandra Riley gekommen, deren Vertrag erst vorgestern bis Ende der Saison 2013 verlängert wurde. Aber es fehlte auch Kapitänin Malin Levenstad und in der Abwehr durfte sich deshalb die erst 17-Jährige Saga Fredriksson von Anfang an ebenso beweisen wie Sarah Storck und Elin Rubensson. Rubensson wird wohl Sjögrans Platz mit leicht modifizierten Arbeitsaufgaben bekommen, während Katrine Veje nächste Woche wieder dabei sein soll, ebenso auch die heute fehlende U19-Nationalspielerin Amanda Ilestedt, die eigentlich „nur“ Ersatz ist für die ebenfalls langzeitverletzte Dänin Christina Örntoft.

 

AIK schlägt Malmö

Am Ende musste Ramona Bachmann Sarah Fredriksson hinterherlaufen, war AIK physisch stärker?

Während der ersten Halbzeit dachte ich des öfteren an das Champions-League-Finale der Männer vom Samstagabend und meine Achtung vor Chelsea London wuchs etwas. Denn wie erwartet begann der schwedische Meister Malmö beim Tabellenletzten AIK druckvoll und offensiv und suchte die schnelle Entscheidung. AIK, im Vergleich mit dem Team aus Südschweden mit lauter Nationalspielerinnen, zumindest auf dem Papier deutlich unterlegen, setzte gegen die Angriffswellen Malmös kämpferische Entschlossenheit, mannschaftliche Geschlossenheit und zunächst sehr defensives Spiel.

Ein ums andere Mal stieß Ramona Bachmann auf der linken Seite mit Sarah Fredriksson zusammen. Ein symptomatisches Duell für dieses Spiel. Denn Bachmann zauberte zunächst wie sie wollte, dribbelte, traf Pfosten und Latte, aber mit zunehmender Spieldauer setzte sich Fredriksson immer häufiger durch. Anja Mittag war immer eine Gefahr, fiel durch intelligentes Spielverständnis auf, aber sobald sie in den Strafraum eindrang, beherrschten Jennie Nordin und Maija Saari das Geschehen, bis hier und nicht weiter.

0:0 zur Halbzeit und mich beschlich das seltene Gefühl, das hier eine Überraschung, eine Sensation möglich sein könnte. Mit Jennie Nordin wollte ich schon letzte Woche ein Interview machen. Die 19-Jährige Innenverteidigerin spielt in der schwedischen U19-Nationalmannschaft, die sich gegen Deutschland durchsetzte in Västerås und im Juli in die Türkei zur Endrunde reisen darf. In der 60. Minute wurder der Gesprächsbedarf deutlicher. Denn da stieg Nordin bei einem Freistoß auf der anderen Seite am höchsten und köpfte den Ball an Thora Helgadottir vorbei an den Innenpfosten, wovon er ins Malmöer Tor prallte. 1:0 für den noch sieglosen Tabellenletzten.

30 Minuten verblieben Malmö, das nun noch mehr nach vorne warf. Aber die Zeit verrann, AIK warf sich in jeden Schuss, gewann immer mehr Zweikämpfe in der Abwehr gegen ein inzwischen ratloses Malmö. Und wie so oft im Fußball. In der Nachspielzeit ein schneller Konter und die gerade eingewechselte U19-Nationalspielerin Elin Bragnum bekommt das Leder vor die Füße und vollendet zum 2:0 Endstand für den Außenseiter.

Sie hatten nicht die Champions League verloren, die Malmöerinnen, aber ähnlich niedergeschlagen saßen einige auf dem Kunstrasen in Solna und hätte nicht Tyresö zur leicht verschobenen Zeit mit 1:2 verloren, es hätte ein kapitaler Verlust sein können. So rückt die Liga nur etwas enger zusammen. Und AIK dürfte erheblich an Selbstvertrauen zugelegt haben.

Jennie Nordin:“Wir haben schon letzte Woche gegen Tyresö ein gutes Spiel gemacht und nur durch ein Eigentor verloren. Das ist sehr wichtig für uns. Heute haben wir endlich einmal für unsere harte Arbeit in den letzten Wochen den Lohn eingefahren.“

Nach einer halben Stunde schied Malmös Außenbahnspielerin Katrine Veje aus, es könnte das Kreuzband sein. Hanna Folkesson, Madeleine Tegström und Nazanin Vaseghpanah liefen etliche Kilometer im Mittelfeld und trugen wesentlich zum Erfolg bei. Eine geschlossene mannschaftsleistung und in beiden Spielen, gegen Tyresö letyte Woche (0:1) und Malmö nun (2:0) fällt auf, dass AIK mehr mit dem Herzen bei der Sache war als die Favoriten.

Testspiele am Samstag: Linköping und Malmö gewinnen

In Stockholm herrschen Temperaturen um den Gefrierpunkt, es schneit heftig am Abend, dennoch wurde sieben Wochen vor Beginn der Damallsvenskan vielerorts Fußball gespielt, Spiele, an denen Erstligisten beteiligt waren.

Meister LdB FC Malmö traf den norwegischen Vizemeister Stabaek auf der Hälfte des Wegs in Göteborg und gewann mit 3:1. Vor Wochenfrist hatte Stabaek gegen den kommenden Viertelfinalgegner Malmös, den 1.FFC Frankfurt mit 1:2 verloren. „Stabaek verlor vor einer Woche mit 1:2 gegen Frankfurt und ist der Meinung, dass wir klar stärker waren,“ sagte denn auch Malmös neuer Trainer Peter Moberg nach dem Spiel. „Wir müssen an der Ausnutzung unserer Torchancen arbeiten, wir hatten so viele Chancen, dass wir mit 6:1 hätten gewinnen können.“

Alle Tore erzielten Spielerinnen von Malmö, der zwischenzeitliche Ausgleich fiel nach einem Rückpass, bei dem die Torhüterin nicht im Tor stand… „Vorne haben wir alle drei Tore durch Pässe in den Raum gemacht. Das erste Tor erzielte Therese Sjögran nach Pass von Elin Rubensson. Die beiden anderen Tore fielen durch Rückpässe schräg nach hinten.“ Zum zweiten Mal testete Moberg Therese Sjögran eine Halbzeit lang als Stürmerin, eine Alternative für die beiden Champions-League-Spiele im März, in denen Anja Mittag nicht spielberechtigt ist, da sie bereits mit Turbine Potsdam am laufenden Wettbewerb teilgenommen hat.

Die beiden anderen Tore für Malmö schossen die Dänin Katrine Veje und Katrin Schmidt.

Beim zu einer Tradition gewordenen Hallenturnier Växjö Cup nehmen dieses Wochenende gleich drei Topvereine teil: Tyresö FF, Kopparberg/Göteborgs FC und der durch mehrere spektakuläre Neuverpflichtungen zum Meisterschaftsanwärter avancierte Linköpings FC. Zunächst hatte Gastgeber Östers aus Växjö (spielt in der Südgruppe der zweiten Liga) erwartungsgemäß keine Chance gegen Göteborg. Mit 4:0 gewannen die Westschwedinnen. Tore durch Linnéa Liljegärd (2), Ingrid Wells und Sara Lindén. Göteborg testete die 25-Jährige amerikanische Mittelfeldspielerin Kelsey Hood(zuletzt aktiv bei den Vancouver Whitecaps), die eventuell übernommen werden könnte.

Zum Spitzenspiel kam es dann zwischen Tyresö und Linköping. Tyresö in Bestbesetzung, Linköping noch ohne die beiden Neuzugänge Lisa DeVanna und Manon Melis. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, dominierte Tyresö zunächst in der zweiten Hälfte. Zehn Minuten vor dem Ende schoss die dänische Nationalspielerin Line Röddik Hansen an den Pfosten, von wo aus der Ball ins Tor von Sofia Lundgren ging. Als es schon nach einem knappen Tyresö-Sieg aussah, köpfte Neuzugang Nilla Fischer nach einer Ecke den Ausgleich. Verlängerung gibt es nach Reglement nicht. Das Elfmeterschießen gewann dann Linköping mit 6:5. Als Tyresös Karin Lissel ihren Elfmeter verschoss, traf die vom Zweitligisten Kenty ausgeliehene Emma Ekman und brachte Linköping ins morgige Finale gegen Göteborg.

In der Behrns Arena in Örebro trafen KIF Örebro und AIK aus Solna aufeinander und trennten sich 2:2. Ein sehr gutes Ergebnis für den Aufsteiger, der zunächst durch Therese Boström mit 1:0 und dann durch Clara Markstedt mit 2:1 in Führung ging. Dabei war Gastgeber KIF Örebro deutlich überlegen, konnte seine Dominanz aber nicht in Tore umsetzen. Nach Boströms Schuss glich Hanna Ågren nach Pass von Linda Fransson nur drei Minuten später aus. Sanna Talonen erzielte in der 44. Minute den 2:2 Endstand.

Bachmann, Mittag, Schmidt – arbeitslos in vier Wochen?

Es ist zum Haare ausraufen. Wenn ich nicht so wenige hätte… Bevor der Kosmetikkonzern LdB vor gut fünf Jahren mit ein paar hunderttausend Euro einstieg, war die Frauenfußballabteilung von Malmö FF Jahr für Jahr vom Konkurs bedroht. Zu Anfang der Saison durfte Malmö seinen Namen ändern, FF verschwand und LdB FC waren der neue Vorname und auf einmal ging es aufwärts. Sikta mot stjärnorna – mit Ziel Richtung Sterne. Der Kader wurde verstärkt und zwei Jahre lang war man Meisterschaftsfavorit, bevor es im dritten Anlauf endlich klappte. Malmö war das neue Topteam, eine rosige Zukunft winkte dem Produkt, das sich geschickt mit der Internetadresse www.itsawomensworld.se versah. Von Marta war die Rede, nachdem man schon Ramona Bachmann, Katrin Schmidt und Anja Mittag geholt hatte. Hochtalentierte Nachwuchsspielerinnen wie die Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir und die Dänin Katrine Veje wurden für mehrere Jahre an den Verein gebunden. Viertelfinale gegen Frankfurt im März, ein Höhepunkt, bei dem man sich trotz des Weggangs der überragenden Manon Melis und Mittelfeldmuskelprotz Nilla Fischer nicht als Außenseiter sehen musste.

Und nun sagt die Präsidentin Cecilia Tholse: „Sieht es in einem Monat noch so aus wie heute, müssen wir LdB abwickeln. Unsere Lage ist so ernst, dass es sehr schwer wird, ein Fußballjahr durchzuführen, wenn die Gemeinde uns nicht hilft. Wenn nichts geschieht, dann glaube ich, dass wir in Konkurs gehen oder zumindest unsere Topmannschaft abwickeln müssen. Man kann nichts betreiben, wenn man kein Geld hat. Gehälter müssen schließlich bezahlt werden.“

Falls die Stadt Malmö im heutigen Gespräch mit dem Verein keine Hilfe zusagt würde das laut Tholse bedeuten: „Dann heißt es Vorhang runter. Dann haben wir es nicht geschafft. Wir haben ein Produkt, bei dem alle unsere Erfolge beklatschen, aber niemand zahlen will. Dann lohnt es sich nicht länger, es zu haben.“

Einem Artikel in der Boulevardzeitung Kvällsposten zu Folge hat sich LdB FC an den früheren Mutterverein Malmö FF gewandt, dessen Vorsitzender Håkan Jeppson jedoch habe erklärt, dass es zu früh sei, die beiden Vereine wieder fusionieren zu lassen.