Sanna Talonen schießt KIF Örebro in die UWCL 2015/16

Die Damallsvenskan 2014 ist zu Ende. Die letzte Entscheidung um Platz 2 war dann am Ende doch nicht so spannend, denn KIF Örebro ließ daheim gegen Eskilstuna United nichts anbrennen. Ein Eigentor von Louise Quinn und eine direkte Abnahme von Sanna Talonen sorgten dafür, dass der Verein, dessen Behrn Arena gut zwei Zugstunden von Stockholm entfernt ist, seinen größten Erfolg feierte: Vizemeister und Champions League 2015/16!

Eskilstuna hatte eine einzige Torchance kurz vor Schluss, konnte aber dem starken physischen Druck nicht standhalten, der Örebro von jeher auszeichnet. Trainer Rickard Olsson wurde vor laufenden Fernsehkameras von seinen Spielerinnen mit Wasser aus den Trinkflaschen übergossen, zum Alkohol in der Öffentlichkeit hat man ein anderes Verhältnis als in Deutschland. Olsson weiß noch nicht, ob er weitermacht, Verhandlungen stehen an.

Hätte KIF Örebro sein Heimspiel verloren, dann hätte Kopparberg/Göteborgs FC es geschafft. Die Göteborgerinnen taten das ihre und schlugen Vittsjö mit 3:1. Linköping drehte einen 0:1 Rückstand gegen Piteå noch in einen 3:1 Sieg und die Nachricht des Tages ist, dass die inzwischen 26-Jährige Finnin Linda Sällström in der 80. Minute das dritte Tor schoss.

Sällström macht bereits ihr drittes Comeback nach drei Kreuzbandrissen innerhalb von zwei Jahren.

Jitex spielte die schlechteste Saison aller Teams in der Geschichte der Damallsvenskan.Im zwanzigsten Spiel bezog man die zwanzigste Niederlage. 0:6 in Umeå, wobei die Finnin Emmi Alanen am Ende in nur dreizehn Minuten einen lupenreinen Hattrick machte.

Meister Rosengård begnügte sich am Ende mit einem 4:0 gegen AIK und damit ist die Saison für neun der elf Teams beendet. Rosengård und Linköping müssen in der Champions League noch ran und außerdem gibt es noch einige Länderspiele der A-Mannschaft sowie der Jugendauswahlen.

Am zehnten November findet in Stockholm die “Fotbollsgalan” statt, auf der dann Torhüterin, Abwehrspielerin, Mittelfeldspielerin, Stürmerin des Jahres ebenso ausgezeichnet werden wie die wichtigste Spielerin (MVP), die Torschützenkönigin Anja Mittag, Trainer der Saison sowie die Newcomerin des Jahres.

 

Emma geht und Elin darf nicht gehen

Elin Rubensson möchte den FC Rosengård verlassen, darf aber wohl nicht gehen

Elin Rubensson möchte den FC Rosengård verlassen, darf aber wohl nicht gehen

Heute finden die letzten vier Spiele der Saison 2014 in der Damallsvenskan statt.

Für KIF Örebro geht es darum, seinen zweiten Platz und die damit verbundene Qualifikation für die Champions-League-Saison 2015/16 zu verteidigen.

Aber die Silly Season hat schon begonnen.

Umeås Nationalverteidigerin Emma Berglund etwa hat verkündet, dass sie ihren Verein nach acht Jahren verlassen wird. Der Vertrag der 25-Jährigen läuft aus und sie hat sich entschlossen, woanders neu anzufangen. Angeblich sei noch keine Entscheidung gefallen, so Berglund, und es gäbe Angebote mehrerer Clubs, aber hartnäckige Gerüchte besagen, dass Berglund zum schwedischen Meister FC Rosengård wechseln wird.

Bei dem möchte gerne Elin Rubensson weg, denn die hochtalentierte 21-Jährige Stürmerin und Außenverteidigerin, die sogar wieder im Aufgebot Pia Sundhages für das Länderspiel gegen Deutschland steht, hat bei Rosengård keinen Stammplatz. Um aber bei der WM 2015 in Kanada dabei sein zu können, glaubt Rubensson, dass die Rolle als Edel-Joker nicht genügen wird. Sie möchte weg. Aber Rosengårds starker Mann Erling Nilsen bleibt hart und pocht auf die Erfüllung des Vertrages, der sich noch über die nächste Saison erstreckt. Schade, denn einer über viele Jahre so loyalen Spielerin wie Elin Rubensson sollte man keine Steine in den Weg legen, um sich weiter zu entwickeln. Bei Rosengård ist kein Platz für sie in der Startformation, da Trainer Marcus Tilly sich auf der rechten Abwehrseite für die (meiner Meinung nach mit geringerem Potential ausgestattete Lina Nilsson entschieden hat). So macht Rosengård einen FC Bayern, in dem es seiner Konkurrenz eine außergewöhnliche Spielerin vorenthält, nur um sie auf die Bank zu platzieren und von Fall zu Fall zu bringen.

Frauen- und Männerfußball kommen sich näher.

 

Schwedens Deutschlandaufgebot

Marija Banusic zum zweiten Mal hintereinander in Pia Sundhages Kader

Marija Banusic zum zweiten Mal hintereinander in Pia Sundhages Kader

Am Donnerstagabend erzielt Fridolina Rolfö vor den Augen von Nationaltrainerin Pia Sundhage alle drei Tore ihres Vereins Linköpings FC gegen den frischgebackenen englischen Meister Liverpool Ladies und schoss damit die Schwedinnen ins Achtelfinale der Champions League

Tags darauf verkündete Sundhage in Örebro ihren Kader für das Testspiel gegen Deutschland am 29.10. in derselben Stadt Wir wollen Pia mal glauben, dass sie Rolfö schon vor ihrem Hattrick auf dem Zettel der zu nomionierenden Spielerinnen hatte. Denn das berichtete sie der angereisten Presse am Freitag.

“Rolfö hat etwas, das wir in der Nationalmannschaft vermisst haben, sie ist groß, technisch und linksfüßig. Darüberhinaus hat sie einen guten Schuss. Abefr – ich bin sehr froh darüber, dass ich gesehen habe, dass sie drei verschiedene Tore gemacht hat,” so die Trainerin.

Man wird sehen, ob die Trainerin nun auch den Mut hat, die Spielerin am 29.10. einmal einzusetzen, oder ob sie nicht doch wieder in ihr bewährtes Muster verfällt, in dem es eigentlich keine nennenswerten Änderungen gibt.

Da die alte und neue Nummer 1 im Tor, Hedvig Lindahl, nach einer Knieoperation ausfällt, spricht alles für einen Einsatz der routinierten, für den norwegischen Verein Avaldsnes IL spielenden Carola Söberg. Neben ihr wurde Umeås Malin Reuterwall nominiert.

In der Abwehr nichts Neues, wiederum erhielt Örebros starke Innenverteidigerin Marina Pettersson Engström den Vorzug vor Linköpings Mannschaftskapitänin Charlotte Rohlin. Die Tage der bald 34-Jährigen Lotta Rohlin scheinen bei Pia Sundhage gezählt zu sein, obwohl sie mit der 35-Jährigen Sara Thunebro und der 37-Jährigen Therese Sjögran wie auch schon früher in den USA weiterhin gern auf erprobte Kräfte setzt. Zumindest im Fall Thunebro könnte man längst auf stärkere und jüngere Alternativen zurückgreifen.

Kristianstads Antonia Göransson ist aus dem Kader gestrichen wordn, womöglich wurde gerade sie durch Fridolina Rolfö ersetzt. Wieder dabei ist erfreulicherweise Megatalent Marija Banusic, ebenfalls aus Kristianstad. In Schweden fällt es den jeweiligen Mannschaftsführungen sehr schwer, Spielerinnen mit Migrationshintergrund in die Nationalmannschaft zu integrieren. Banusic gegenüber gab es schon letzten Sommer Gemurre der alten arrivierten “blonden” Schwedinnen. Sie passe mit ihrer Art nicht zur Truppe, war angelegentlich zu hören. Schön, dass Pia Sundhage versucht, Banusic nun im Kader zu halten.

Mit Emma Lundh vom Tabellenzehnten AIK und Olivia Schough vom russischen Erstligisten Rossiyanka sind abermals zwei Spielerinnen dabei, die von vielen Beobachtern nicht für nationalmannschaftstauglich angesehen werden. Emma Lundh hat keine überragende Saison gespielt, sie war anfangs verletzt und konnte bei AIK, einem Verein, der ohne den Konkurs Tyresös sicher abgestiegen wäre, auch nicht sonderlich glänzen. Aber ihre Spielintelligenz und außerordentliche Intutition war in diesem Jahr weitgehend unsichtbar. Dennoch hält Pia Sundhage ebenso an ihr fest wie an Olivia Schough, die sogar kurz vor der Startformation steht und in den Qualispielen sogar zweimal von Anfang an spielen durfte. Möglicherweise aber ist es tatsächlich so, dass es zu wenig Alternativen gibt. Bei mir wäre allerdings entweder Lundh oder Schough zugunsten der stärkeren Antonia Göransson gestrichen worden.

Zeitgleich zu Schweden- Deutschland am 29.10 um 18.00 Uhr spielt die schwedische U23 gegen Norwegen in Linköping. Zumindest Außenverteidigerin Magdalena Ericsson (Linköping) hätte ich gerne in der A-Auswahl gesehen.

Aufgebot für das Länderspiel gegen Deutschland am 29.10. in Örebro:

Tor: Malin Reuterwall (Umeå IK; 23 Jahre/ 0 Länderspiele / 0 Tore), Carola Söberg (Avaldsnes IL; 32/4/0)

Abwehr: Emma Berglund (Umeå IK; 25/27/0), Nilla Fischer (VfL Wolfsburg; 30/121/18), Lina Nilsson (FC Rosengård; 27/55/3), Marina Pettersson Engström (KIF Örebro; 27/3/0), Elin Rubensson (FC Rosengård; 21/11/0), Linda Sembrant (Montpellier Hérault SC; 27/48/3), Sara Thunebro (Eskilstuna United; 35/125/5)

Mittelfeld und Angriff: Kosovare Asllani (Paris Saint-Germains; 25/67/18), Marija Banusic (Kristianstads DFF; 19/0/0), Lisa Dahlkvist (Avaldsnes IL; 27/86/9), Malin Diaz Pettersson (Eskilstuna United; 20/6/0), Hanna Folkesson (Umeå IK; 26/16/0), Jenny Hjohlman (Umeå IK; 24/7/1), Sofia Jakobsson (Montpellier Hérault SC; 24/46/5), Emma Lundh (25/9/2), Fridolina Rolfö (Linköpings FC; 20/0/0), Lotta Schelin (Olympique Lyonnais; 30/142/72), Olivia Schough (FC Rossiyanka; 23/16/1), Caroline Seger (Paris Saint-Germains; 29/127/18), Therese Sjögran (FC Rosengård; 37/199/21)

 

 

Elitettan, letzter Spieltag

In einem in weiten Teilen recht herbstlich, grauen Schweden mit Tempreaturen um rund 10 Grad in der Hauptstadt, fand heute der letzte Spieltag der Elitettan statt.

Dabei konnte Tabellenführer Mallbacken seinen Vorsprung auf das ebenfalls aufsteigende Hammarby von zwei auf fünf Punkte ausbauen. Hammarby leistete sich eine 0:1 Niederlage bei Hovås Billdal während Mallbacken sein letztes Heimspiel mit 2:1 gegen Sirius gewann

Da auch die Absteiger in die unterschiedlichen dritten Ligen bereits feststanden, war die letzte Runde nur von statistischer Bedeutung. Der ehemalige Erstligist Umeå Södra FF tritt dabei ebenso den Weg in die Drittklassigkeit an wie auch das aus dem nordwestlihen Stockholm kommende IF Brommapojkarna und Halmia aus dem westschwedischen Halmstad. Umeå Södra fehlten als Drittletzten am Ende neun Punkte und 30 Tore, um mit den Stockholmer Teams Älta oder Bollstanäs, die oberhalb der gestrichelten Linie landeten, zu konkurrieren.

Da es mehrere dritte Ligen gibt, die regional eingeteilt sind, wurden die vier Aufsteiger unter den Seriensiegern ermittelt. Auch sie stehen fest.

Vier sind es übrigens,,weil Tyresö FF nicht in die zweite Liga absteigt, sondern eben noch tiefer im Seriensystem rutscht. Der diesjährige Champions-League-Finalist war Anfang Juni nicht mehr in der finanziellen Lage, den Spielbetrieb in der ersten Liga fortzusetzen, weil das völlig verantwortungslose finanzielle Gebaren einiger Personen dazu geführt hatte, dass die Spielerinnen keine Gehälter mehr bekommen konnten

Aufsteiger in die Elitettan sind Kungsbacka DFF, Östersunds DFF, IFK Kalmar und Lidköping. Lidköping profitierte dabei vom Ausschluss Tyresös, da es sein direktes Duell gegen Kungsbacka zwar 0:3 und 4:1 verlor, dabei aber immerhin ein Spiel gewann. Die beiden anderen Teams Örebro SK und Assi IF erreichten in ihren K.O.-Spielen nur ein Unentschieden bei einer Niederlage.

Hier ist die Abschlusstabelle der Elitettan 2014 (Quelle: Svensk fotboll):

elitettan_slut

Linköping im Achtelfinale

FridolinaDer englische Meister Liverpool Ladies ist in der ersten Rundew der Champions League am letztjährigen Tabelendritten der Damallsvenskan gescheitert. Nach dem 1:2 in Liverpool gewann Linköpings FC deutlicher als erwartet mit 3:0. Alle Tore erzielte die 20-Jährige Fridolina Rolfö (Bild)

Liverpool hatte in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz, aber Fridolina Rolfö sorgte mit einem 25-Meterschuss in den Winkel für die Führung der Gastgeber. Trainer Martin Sjögren strahlte in der Mixed Zone und sagte, dass seine Mannschaft nach ein paar schwächeren Auftritten in der Liga nun das beste Spiel der Saison (zusammen mit dem Sieg bei Meister Rosengård) gezeigt hätte,

“Wir haben extrem viele Torchancen erarbeitet und hätten noch das vierte, fünfte oder sechste Tor machen können,” so Sjögren zu der Zeitung Östgöta Correspondenten

In Linköping ist man nun gespannt, ob sich Fridolina Rolfö durch ihre Klasseleistung möglicherweise in Pia Sundhages Kader für das Länderspiel gegen Deutschland gespielt bhat.

 

 

In letzter Minute

Ist das die Vorentscheidung um CL-Platz Nummer zwei in Schweden? Tatsächlich gestaltete sich das Auswärtsspiel von Kopparberg/Göteborgs FC als alles andere als leicht, aber nach zwei Treffern von Manon Melis sah es so aus, als ob man mit der 2:1 Führung nach Hause fahren könnte. Aber da war zunächst die aus den USA ausgeliehene Becky Edwards die in der 75. Minute den Ausgleich erzielte und damit wieder KIF Örebro auf den zweiten Platz brachte. Und als sei das alles nicht genug hämmerte Therese Björck, die Spielerin mit der Nummer 400 (!!; weil Kristianstad dieses Jahr 400 wurde…) den Ball in der 90. Minute (!) unter die Querlatte des Tores von Loes Geurts. Sieg für Kristianstad und vor dem letzten Spieltag wieder drei Punkte Vorsprung für Örebro.

Die beiden anderen Spiele verblassten daneben. Rosengård siegt weiter und ist in dieser Liga schon längst eine Klasse für sich. Schaulaufen über 20 Spieltage. 4:1 bei Vittsjö und damit weiterhin satte 12 Punkte Vorsprung. Kein Tor vion Anja Mittag dieses Mal, damit konnte Melis (s.o.) den Abstand etwas verkürzen, wird aber dennoch keine Chance mehr haben, die notwendigen acht Tore im letzten Spiel zu machen.

Und Piteå spielte ebenfalls in letzter Minute 1:1 im “Lokalderby” gegen das 200 km südlich gelegene Umeå. Beide Teams legen nächste Woche eine mehr oder minder verkorkste Saison zu den Akten.

Linköping aus dem Rennen

Nach dem 1:1 beim Tabellenzehnten AIK am Samstagnachmittag steht fest, dass Linköpings FC die Saison als Tabellenvierter beenden wird und damit 2015/16 nur dann an der Champions-League teilnehmen wird, wenn man die diesjährige Auflage des Turniers gewinnt.

Denn ebenfalls gestern siegte KIF Örebro knapp mit 2:1 beim Schlusslicht Jitex BK Mölndal. Nachdem der noch punktlose Absteiger sensationell in Führung gegangen war, sorgte die Tschechin Lucie Martinkova mit einem Doppelschlag Mitte der zweiten Halbzeit für die Wende.

Heute spielt Kopparberg/Göteborgs FC bei Kristianstads DFF und muss gewinnen, um Örebro auf Abstand zu halten.

Rosengård weiter, Linköping kann nachziehen

Rosengård hat mit seinem ungefährdeten 3:1 bei Ryazan bereits die Grundlage für den Einzug ins Achtelfinale der UEFA Women’s Champions League gelegt. Wohl kaum jemand setzt auch nur eine Krone darauf, dass  den Russinnen ein 3:0 in Schweden gelingen könnte.

Linköpings FC hat seinen Auftritt beim englischen Meister FC Liverpool zwar mit 1:2 verloren, aber da ist in der Linköping Arena am Donnerstag noch alles drin.

Wie lustig das Fussballerinnenleben ist, wenn man in Rosengård spielt, das zeigt Louv Brattgard in ihrer (?) Reportage über die Reise des alten und neuen schwedischen Meisters nach Moskau und weiter nah Rjazan. Wenn man die nicht enden wollenden Streiche summiert, die sich alle von der jungen Sarah Mellouk bis zur reifen Therese Sjögran untereinander spielen, liest, dann ahnt man, warum es so schwer ist, mit dem Sport aufzuhören. Weil danach nämlich das Erwachsensein lauert. So verstecken die Spielerinnen sich selber und stinkenden Fisch im Zimmer zweier junger Spielerinnen. Marta spricht von ihrem neuen Verein als vin einer Familie, da wird brasilainisch, niederländisch und Deutsch (Katrin Schmidt) gekocht.

Linköpings Trainer Martin Sjögren findet, dass die Ausgangskage nach dem 1:2 in Liverpool gut ist, vor allem dank des vorübergehenden Ausgleichstors von Kristine Minde.

“Die erste Halbzeit war ok und wir hatten mehrere Chancen, einen weiteren Treffer zu erzielen,” sagte die Norwegerin Minde nach dem Spiel. In der zweiten Halbzeit ging es ein bisschen hin und her, viele Unterbrechungen, eine komische Halbzeit. Ich bin schon jetzt heiss auf die Revanche und glaube, dass wir die schlagen werden. Wir haben iele positive Dinge gezeigt, an denen wir weiter arbeiten können,” so Kristine Minde yur Lokalzeitung Östgöta Correspondenten (‘Corren’) aus Linköping.

Bei den anderen Ergebnissen überrascht ein wenig, dass eine hochkarätige Truppe wie der 1.FFC Frankfurt nur ein 2:2 in Kasachstan erreicht, allerdings muss man hier bedenken, dass mit Sicherheit die Reise dorthin sehr strapaziös war. Apoolon Limasssols 1:0 über Dänemarks Bröndby ist nur ein weiterer Fingerzeig dafür, dass es um den dänischen Frauenfussball derzeit nicht gut bestellt ist.

Der 2:0 Sieg der Polinnen aus Konin gegen Glasgow City ist nicht unerwartet, zumal die Polinnen bereits in ihrer Qualifikationsgruppe “Kleinholz” aus dem finnischen Meister Åland United gemacht hatten.

Ansonsen keine Überraschungen, auch nicht die deutliche Niederlage der Isländerinnen Stjärnan gegen Zvezda (2:5). Ich freue mich schon auf die Rückspiele.

Vorteil Göteborg

Göteborgs Torfrau Lois Geurts schnappt sich den Ball nach einer Ecke von KIF Örebro

Göteborgs Torfrau Lois Geurts schnappt sich den Ball nach einer Ecke von KIF Örebro

Die Aufsteiger stehen fest, die Absteiger schon seit längerem. Tyresö wird im Seriensystem durchgereicht und Jitex kann in der Elitettan einen neuen Anlauf starten. Rosengård ist souverän Meister und ebenso souverän gewinnt Anja Mittag die Torschützenkrone. All das wusste man in etwa vor der Saison.

Zwei Spieltage vor Schluss steht aber noch immer nicht fest, wer den zweiten Platz belegt und damit in der Saison 2015/16 in der Champions League spielen darf.

Am Samstag verschaffte sich Favorit Kopparberg/Göteborgs FC mit einem glücklichen 1:0 Sieg beim bisherigen Zweiten KIF Örebro die beste Ausgangsposition. Punktgleich mit Örebro geht man nun aber mit 13 Toren Vorsprung in die letzten beiden Begegnungen

Ich bin eigens nach Örebro gefahren, um mir die Partie anzuschauen und auch schon mal das Stadion zu inspizieren, in dem Schweden am 29.10. Deutschland erwarten wird.

Es war ein sehr intensives Spiel, in dem beide Teams wussten, worin der jeweils andere gut ist (Göteborg: schnelle Konter, Örebro: Standards) und in dem sich beide Seiten jeweils neutralisierten. Zwei dicke Chancen nur in der ersten Halbzeit: Sarah Michael ballerte knapp neben den Kasten von Lois Geurts in der 28 Minute und zehn Minuten später hämmerte Andrine Hegerberg das Leder an die Querlatte. Insgesamt schien mir KIF Örebro harmonischer zu sein in der Koordination zwischen den Mannschaftsteilen, aber nachdem dann ein einziger Konter funktionierte und Manon Melis in der 73. Minute das Tor des Tages für die Gäste erzielte, war die Heimmannschaft doch geschockt.

Ich sprach nach dem Spiel mit Örebros Mannschaftskapitänin Elin Magnusson, die den Blick schon auf die letzten beiden Aufgaben der Saison richtete: “Noch ist nichts entschieden. Klar hätte ich heute lieber gewonnen oder wenigstens einen Punkt geholt. Aber es ist noch alles drin. Alle haben noch zwei Spiele und die Liga ist so ausgeglichen, dass du keinen Sieg im Voraus abholen kannst. Ich bin mit dem Spiel meiner Mannschaft zufrieden, natürlich nicht mit dem Ergebnis.”

KIF Örebro muss nun noch beim punktlosen Schlusslicht Jitex antreten und empfängt Eskilstuna United.

Der Aufsteiger Eskilstuna stelte heute dem Vierten Linköping ein Bein Man hatte erwartet, dass Linköping mit einem Sieg auch an Örebro vorbeiziehen würde, aber Eskilstuna holte ein 0:0. Dabei verletzte sich Linköpings Torhüterin Katie Fraine am Schienbein und musste ausgewechselt werden. Es ist fraglich, ob sie unter der Woche in der Champions League gegen den englischen Meister Liverpool Ladies eingesetzt werden kann.

Vittsjö gewann bei Jitex 2:0, AIK siegte überraschend 2:1 in Piteå und Umeå bezwang Kristianstad mit 1:0.

Die Aufsteiger stehen fest

Die Startformation von Hammarby gegen Sunnanåvor ein paar Wochen. Es fehlt Kapitänin Olga Ekblom

Die Startformation von Hammarby gegen Sunnanåvor ein paar Wochen. Es fehlt Kapitänin Olga Ekblom

Mallbacken und Hammarby heißen die Aufsteiger in die Damallsvenskan 2015. Das steht nun zwei Spieltage vor Ende der Saison in der Elitettan fest. Da Djurgården Kvarnsveden mit 4:0 schlug und auch Sunnanå unter der Woche im Nachholspiel gegen Hovås Billdal 0:1 verlor, können die beiden Teams an der Tabellenspitze auch theoretisch nicht mehr eingeholt werden.

Hammarby gewann mit 1:0 bei Brommapojkarna und Mallbacken reichte ein 1:1 gegen Sirius. Die Freude in Stockholm ist groß. Drei Jahre nach dem Abstieg und nach einem herben Spielerinnenweggang (geblieben ist nur Ersatztorhüterin Emelie Ekman und zurückgekommen Anna Lindblom) hat man nun mit einem jungen Trainer Pär Lagerström und einem großen Kader das Ziel erreicht.

Das Stadion Kanalplan, man sollte wohl eher Sportplatz sagen, genügt in keinster Weise den Anforderungen der ersten Liga, die seit 2014 gelten Man darf gespannt sein, ob Hammarby hier eine Ausnahmegenehmigung bekommt und ob die Stadt Stockholm endlich in den Frauenfußball investiert. Politisch hat es hier einen Mactwechsel gegeben bei den Wahlen im September, der die Situation eventuell begünstigt.

Und beide Teams müssen sich natürlich für die kommende Saison erheblich verstärken, um eine Chance zu haben, in der Damallsvenskan mitzuspielen und nicht nur Punktelieferant zu sein. Man darf gespannt sein, was sich auf Södermalm beim Traditionsclub Hammarby tut.

 

ffschweden im Gespräch: Annika Kukkonen

15371573452_a7bcfa613b_kAls ich zuletzt mit Annika Kukkonen gesprochen hatte, war sie gerade aus Malmö nach Stockholm umgezogen. In Malmö war es ihr nicht gelungen, sich in eine mit Stars gespickte Mannschaft zu spielen, die zudem noch Anja Mittgag und Ramona Bachmann verpflichtet hatte. Bei Djurgården konnte Annika wesentlich mehr Spielzeit sammeln, aber auch sie konnte den Abstieg des ehemaligen Meisters nicht verhindern. Im Jahr darauf spielte sie im nordschwedischen Skellefteå für Sunnanå SK und auch dort hieß es nach einer Saison Abschied nehmen, weil das Team abgestiegen war. Ich erinnere mich noch daran, das ich ihr geraten habe, sich als vierten Verein in Schweden nicht wieder einen potentiellen Absteiger auszusuchen.

Als wir am Mittwochabend ein paar Sätze ausgetauscht haben, stelle ich fest, dass Annika Kukkonen etwas aus Skellefteå mitgenommen hat: eine deutliche dialektale nordschwedische Färbung, Sie lacht, offenbar und natürlich ist das auch anderen aufgefallen. Sie habe auch noch Freunde da, sagte sie mir und bedauerte, dass Sunnanå am Abend ein Nachholspiel gegen Hovås Billdal mit 01 verloren hat und damit wohl endgültig nichts mehr mit dem Aufstieg in die Damallsvenskan zu tun hat.

“Ich habe mich de facto auch in Stockholm und Skellefteå weiterentwickelt,” sagt Annika auf die Frage, ob sie denn jetzt fußballerisch nach Hause gekommen wäre. “Ich habe sehr viel im Bereich des defensiven Spiels gelernt und gerade da war ich vorher nicht sonderlich gut.”

Es war leicht, sich bei KIF Örebro zu integrieren “Ich bin ja ein ziemlich sozialer Typ und dann ist das auch eine nette Truppe. Vor allem muss ich mich bei der “finnischen Mafia”, Lehtinen und Talonen bedanken, die mir da sehr geholfen haben.”

Auch wenn die Spielerinnen schon vor der Saison wussten, dass sie in einer guten Mannschaft spielen würden, hat wohl kaum jemand von ihnen damit gerechnet, dass sie drei Spiele vor Saisonende mit drei Punkten Vorsprung auf die großen Konkurrenten Kopparberg/Göteborgs FC und Linköpings FC auf dem zweiten Champions-League-Platz stehen.

“Wir haben sehr gute Spielerinnen und es gibt eine gesunde Konkurrenz im Team, was sehr wichtig ist Dann haben ja viele aus der Mannschaft schon mehrere Jahre zusammengespielt, was auch nicht schlecht ist und unser Trainer Richard Nilsson hat das alles sehr klug und geschickt aufgebaut,” sagt Annika.

Wo die Konkurrenten Stars wie Anja Mittag, Manon Melis oder Pernille Harder haben, die Tore schießen, hat Örebro die immer noch unterschätzte und sehr ruhige Nigerianerin Sarah Michael.

“Als wir unsere tolle Serie hatten und neun Mal hintereinander gewonnen haben, da haben wir unter anderem 2:0 in Göteborg und 4:0 in Linköping gewonnen, das war totaler Wahnsinn,” sagt Annika Kukkonen und der Stolz schwingt in ihrer Stimme mit.

Am Samstagnachmittag nun steht das kleine “Finale” an, KIF Örebro empfängt den Dritten aus Göteborg. Sollte Örebro es tatsächlich schaffen zu gewinnen, dann steht das Tor zur Champions League sperrangelweit offen, denn in den letzten beiden Spielen trifft man noch auf Eskilstuna und Absteiger Jitex.

“Naja, Eskilstuna hat schon eine tolle Mannschaft,” versucht es Annika Kukkonen, selbst wenn wir gegen Göteborg gewinnen sollten, dann ist da noch Eskilstuna,” sagt sie routiniert um dann zu enden: “Naja, aber gegen Jitex sollten wir dann doch gewinnen, selbst wenn wir schlechter spielen.”

“In den letzten beiden Tagen haben wir doch immer wieder über das Samstagspiel geredet,” sagt Annika Kukkonen “Ich finde, wenn man bedenkt, dass wir da völlig überraschend stehen, dann liegt der Druck doch eindeutig auf Göteborg.”

Auch das ist natürlich bewusst eingesetzt, um selber möglichst frei aufspielen zu können. Sicher ist der Göteborger Kader namhafter, aber Örebro hat wirklich diese kluge Mischung. Da sind die tschechischen Zwillingsschwestern Irene und Lucie Martinkova, nach der ehemaligen Weltklassestürmerin Pavlina Scasna die Importe zwei und drei aus Prag in Örebro, die besser einchlagen haben, als alle das erwartet haben.

Annikas Vertrag endet mit dieser Saison. Einen Wechsel nach Deutschland schließt sie aus. Obwohl sie damals in der Schule Deutsch als erste Fremdsprache gelernt hat. “Nein, danke!” sagt sie mir auf Deutsch. Sie fühle sich in Schweden so wohl und könne sich nicht vorstellen, anderso zu spielen. KIF Örebros wirtschaftliche Saison ist nicht die beste und Annika Kukkonen möchte gerne wissen, wer denn alles bleibt. Im Moment spielt sie nur Fußball, aber sie sagt mir, dass sie schon noch etwas anderes brauche. Da ist zwarf das Fernstudium in Finnland, aber Annika Kukkonen möchte gerne neben dem Fußballspielen auch etwas arbeiten, sie habe doch zu viel Freizeit und außerdem sei es gut auch etwas zu haben, dass nicht viel oder gar nichts mit Fußball zu tun hat.

Wir sprechen kurz über das Ausscheiden der Finninnen aus der WM-Qualifikation “Das schmerzt noch immer und ist traurig,” sagt sie, “gegen Frankreich haben wir am Ende eine tolle Halbzeit gespielt, in der wir bis zur 40.Minute mit 1:0 führten, das war sicher die beste Halbzeit Finnlands, seitdem ich in der A-Nationalmannschaft spiele.”

In Örebro ist Annika Kukkonen Stammspielerin geworden trotz harter Konkurrenz. Sie startete in 13 von 17 Begegnungen und wurde vier Mal eingewechselt. Das macht sic im Mittelfeld zu einem wichtigen Rädchen in einem Getriebe, das alle Gegnerinnen in der Liga stets als unbequem bezeichnen. Örebro ist ein physischer und aggressiver Gegner heißt es oft.

Morgen könnte ein wesentlicher Schritt getan werden, um die jahrelang betriebene Aufbauarbeit mit der Vizemeisterschaft zu krönen.

 

 

Ohne Lindahl gegen Deutschland

Am 29.10. spielt Schweden in Örebro gegen Deutschland. Die Begegnung wird ohne Stammtorhüterin Hedvig Lindahl stattfinden. Die 32-Jährige in Diensten von Kristianstads DFF unterzog sich am Dienstag einer Hüftoperation, bei der Knochenablagerungen entfernt wurden.

“Wenn man mit Schmerzen rumlaufen muss, dann sollte man das nicht tun. Ich glaube, dass ich eine noch bessere Torhüterin werden kann, wenn das Problem gelöst wird und habe vor, ab Januar wieder Fußball zu spielen. Ich mache das jetzt, um während der WM im nächsten Jahr in Topform zu sein,” so Lindahl auf der Homepage des schwedischen Fußballverbands.

Die Tabelle

Es soll gehen, die jeweils aktuelle Tabelle der Damallsvenskan in eine andere Seite zu integrieren, aber leider funktioniert dieses nette Angebot des schwedischen Fußballverbands nicht bei WordPress. Deshalb vom schwedischen Verband hier die aktuelle Tabelle der Liga mal als Bild:

tabelle

 

Jitex steigt ab

Sarah Michael holt aus und trifft zum 3:0 für KIF Örebro

Sarah Michael holt aus und trifft zum 3:0 für KIF Örebro

Dass Jitex Mölndal BK absteigen würde, darüber waren sich die Experten schon vor der Saison einig. Und sie haben Recht behalten. 17 Spiele, 17 Niederlagen, seit Sonntag gibt es keine Chance mehr auf den Klassenerhalt in den letzten drei Begegnungen. Kristianstad gewann locker mit 3:0 gegen die zu unerfahrene Truppe aus Göteborg.

Wenn es den Fall Tyresö nicht gegeben hätte, dann wäre wohl auch AIK wieder dran gewesen. Schon vor deren Rückzug sagte mir eine Spielerin AIK:s, dass sie auf den Konkurs hoffe, denn dann würde sich ihr Club in der Liga halten können. Auch sie hatte Recht, das änderte aber nichts am 0:3 daheim gegen KIF Örebro. Die mit acht Ausländerinnen antretenden Gäste hatten anfangs Probleme, aber die Nigerianerin Sarah Michael ist eine der besten Stürmerinnen der Liga und sie ist wieder da nach einer Verletzungspause und schoss das erste und dritte Tor. Zwischendurch köpfte Irena Martinkova das 2:0. Belohnung: Am Samstag wird KIF Örebro daheim in der Behrns Arena gegen Kopparberg/Göteborgs FC eine Art Finale um Platz 2 (= Champions League) spielen dürfen. Derzeit liegt KIF überraschend auf dem CL-Platz, drei Punkte vor Göteborg und Linköping.

Da es da noch einmal richtig spannend wird, werde ich mich auf den Weg nach Öfrebro machen, um das Spiel am Samstag live vor Ort zu sehen.

 

ffschweden im Gespräch mit Weltmeisterin Manjou Wilde

Manjou Wilde (Foto: Nora Kruse)

Manjou Wilde (Foto: Nora Kruse)

Deutschland fährt seit dem letzten Jahr auf einer großen Erfolgsspur. Die deutschen Frauen gewannen die Europameisterschaft in Schweden, die deutschen Männer wurden Weltmeister in Brasilien, die U19-Männer gewannen die EM in Budapest und auch die deutschen U20-Frauen kehrten kürzlich aus Kanada als Weltmeisterinnen zurück.

Für die schwedische Seite damfotboll.com habe ich mich vor ein paar Wochen mit der frisch gebackenen Weltmeisterin Manjou Wilde unterhalten. Da das sicher auch für deutschsprachige Leser interessant ist, kommt das Interview hier ungekürzt.

“Es dauert wirklich etwas, bis man sich an den Gedanken gewöhnt hat, dass wir Weltmeister geworden sind,” sagt Manjou, als ich sie in ihrer neuen Heimatstadt Freiburg in Süddeutschland erreiche.

Die 19-Jährige hat in allen sechs Spielen der deutschen Mannschaft jeweils von Anstoß bis zum Schlusspfiff auf dem Platz gestanden und somit einen deutlichen Beitrag zum WM-Titel geleistet. Zur vor kurzem begonnenen neuen Saison in Deutschland wechselte sie von Werder Bremen in der zweiten Liga nach Süddeutschland und zum SC Freiburg in die Bundesliga.

Warst du eigentlich vor dem Finale besonders angespannt?

“Ich war wirklich sehr nervös. Beim Aufwärmen war das noch so, aber als wir dann auf dem Platz standen und das Spiel losging, war das weg. Da hieß es nur noch durchatmen und spielen. Das Spiel gegen Nigeria war dann eigentlich genauso schwer wie wir das auch erwartet haben. Die Nigerianerinnen sind sehr athletisch und es gab im Turnier keine vergleichbare Mannschaft.”

Deutschland hat in letzter Zeit so viele Titel gewonnen, sowohl bei den Männern wie bei den Frauen. Ist das etwas, das euch beflügelt hat?

“Wir sind sicher alle sehr stolz, dass Deutschland so erfolgreich ist und natürlich hat auch unsere Mannschaft darüber gesprochen, aber wir haben unser eigenes Turnier in Kanada gespielt.”

Trainerin Maren Meinert hat mir einmal gegenüber den Erfolg der deutschen Teams gerade auch damit erklärt, dass die Mannschaften sich gegenseitig stimulieren und wenn eine Auswahl gewinnt, dann will die andere in nichts nachstehen. Erfolg generiert sozusagen Erfolg

Gegen Frankreich im Halbfinale (2:1) und gegen Nigeria im Endspiel (1:0 n.V.) war es dann ja auch sehr eng. Maren Meinert hat besonders auch die Französinnen nach dem Spiel sehr gelobt, war aber auch ungemein stolz auf euch. Warum gewinnt ihr diese engen Spiele am Ende doch?

“Naja, man muss sagen, dass wir in diesen knappen Partien sicher das nötige Quentchen Glück gehabt haben, um am Ende zu gewinnen. Aber da gehört siche auch viel mehr dazu und ich glaube, es ist unter anderem der Teamgeist, dass wir einfach niemals aufgeben und dass wir bereit sind, für jede andere Spielerin um jeden Meter auf dem Platz zu kämpfen, dass wir uns gegenseitig immer helfen.”

Wenn man den Namen Manjou Wilde googelt, findet man ziemlich schnell zu ihrer Facebook-Seite, die unglaubliche 10 003 “likes” hat, mehr als doppelt so viel wie Europameisterin Anja Mittags Seite (4892). Dem Gästebuch kann man entnehmen, dass Manjou Wilde auch schon lange vor der WM in Kanada viele Fans in allen Erdteilen hatte. Wie erklärst du dir das?

“Ich kann das wirklich nicht erklären,” antwortet sie. “Natürlich freue ich mich darüber, das auf meiner Seite zu lesen Ich bin glücklich und stolz, dass ich so viele Fans habe, aber warum das so ist, ich weiß es nicht.”

In der Ukraine gibt es einen Manjou-Wilde-Fanclub mit mehr als 400 Mitgliedern. Sollte die 19-Jährige auch den Sprung in die A-Nationalmannschaft schaffen und sich in der Bundesiga etablieren, hat sie das Potential eines der neuen Gesichter des deutschen Frauenfußballs zu werden.

Was machst du außer Fußball, wie sieht so ein normaler Tag in Freiburg in deinem Leben aus?

“Ich denke darüber nach, zu studieren, aber im Moment ist es nur Fußball. Aber ich bin auch dabei meine Wohnung hier in Freiburg einzurichten, bin noch dabei Möbel auszupacken und aufzubauen. Wir trainieren hier 6-7 mal die Woche.”

Und warum der Wechsel nach Freiburg?

“Ich musste jetzt einfach von der zweiten in die erste Liga wechseln, um mich weiterzuentwickeln. Mein Ziel ist jetzt erst einmal, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen und mich dort auch zu etablieren. Die Konkurrenz auch in Freiburg ist groß. Aber ich habe mich für die Stadt Freiburg und für den SC entschieden, weil mir die Stadt sehr gefällt, sie passt zu mir und ich fühle mich hier wohl. Außerdem hat Freiburg eine sehr junge Mannschaft und hat immer wieder gut mit jungen Spielerinnen gearbeitet. Das hat man ja mit Melanie Leupolz gesehen, die jetzt nach vier Jahren in Freiburg nach München gegangen ist oder auch mit Sara Däbritz, die noch immer hier ist.”

An große, entfernte Ziele die die Olympischen Spiele in Brasilien 2016 oder die EM 2017 und die A-Nationalmannschaft denkt Manjou Wilde noch nicht. Sie sagt, dass sie jetzt erst einmal einen großen Traum verwirklicht hat und dass sie so weit noch nicht gedacht hat.

Was macht sie gerne in der Freizeit?

“Ich bin schon etwas modeverrückt und interessiere mich für schöne Klamotten, gehe gern mit Freunden aus, bin aber sicher kein Feiertyp. Als Profifußballerin muss man sich da sowieso etwas einschränken,” stimmt sie mir auf meine Frage zu, ob die notwendige Disziplin nicht manchmal schwierig ist. “Man denkt vielleicht ab und zu daran, dass man eben nicht alles machen kann und dass das schade ist, aber bei mir überwiegt der Spaß am Fußball so sehr, dass ich damit überhaupt kein Problem habe.”