Gegen Kanada ohne Zuschauer

Am 24. und 26. November wird die schwedische Nationalmannschaft das Jahr 2014 mit Spielen gegen WM-Gastgeber Kanada beenden.

Auf neutralem Ort in Los Angeles werden jedoch beide Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. “Behind closed doors”, teilte der kanadische Verband auf seiner Homepage mit.

Letzte Woche traf Kanada zweimal auf Japan und verlor beide Auseinandersetzungen. Hier die Tore aus dem Spiel im WM-Finalstadion in Vancouver, im Tor KIF Örebros Stephanie Labbé.

Comebackgerüchte

Manche Spielerinnen hören auf und stellen dann fest, dass sie die Fußballszene doch nicht so ganz verlassen können. So könnte es im Fall von Kristin Hammarström sein. Die 32-Jährige, die während der EURO 2013 Schwedens Nummer 1 im Tor war, trat nach Ende der letzten Saison zurück, hörte auch bei ihrem letzten Verein Kopparberg/Göteborgs FC auf und zog zu ihrem Freund nach Örebro zurück. Mittlerweile ist aus dem Paar eine Familie geworden und dann hat auch noch Pia Sundhage angerufen und sich nach dem Befinden erkundigt, nicht ganz ohne Hintergedanken, denn nach der Hüftoperation von Hedvig Lindahl und einer noch ungewissen Reha steht die Trainerin ohne eine Torhüterin von Weltklasse da. Carola Söberg, die am Mittwoch das Tor gegen Donnerstag hütete, ist zwar solide, aber eben nicht internationale Klasse. Da rächt sich dann auch ein bisschen, dass Sundhage und ihre Assistentin Lillie Persson vorwiegend auf erprobte Spielerinnen setzen statt jungen Nachwuchs an die Nationalmannschaft heranzuführen. Man nominierte stets Hammarström, Sofia Lundgren und Hedvig Lindahl, die allesamt die 30 überschritten hatten, anstatt einen der drei Plätze für eine junge Torhüterin freizuhalten, die man aufbauen kann. Als sowohl Lundgren wie Hammarström nicht mehr zur Verfügung standen, holte Sundhage die ebenfalls schon 32-Jährige Söberg

Statt jetzt vielleicht der 24-Jährigen Malin Reuterwall eine Chance zu geben, die immerhin, der mangelnden Auswahl sei Dank,zum Kader gehört, will man lieber Kristin Hammarström reaktivieren. Die fühlt sich offenbar sowohl geschmeichelt wie auch in Versuchung geführt. Wir werden bald erfahren, ob Hammarström zurückkehrt. Sie müsste dann auch einen Verein finden und da wäre möglicherweise in ihrer Heimatstadt Örebro ein Platz frei. Denn noch steht nicht fest, ob die Kanadierin Stephanie Labbé in der nächsten Saison für KIF Örebro zwischen den Pfosten steht Labbé ist wieder in den Kreis der Nationalmannschaft Kanadas gerückt und würde natürlich liebend gerne an der Heim-WM teilnehmen. Dann aber würde sie wohl zu etlichen Lehrgängen eingeladen werden und ihrem Verein fehlen Während einige Zeitungen bereits das Ende des Engagements Labbés verkündeten, sagte mir gestern Nachmittag KIF Örebros Vereinspräsidentin Charlotta Nordenlund, dass nicht ausgeschlossen sei, dass Stephanie auch 2015 wieder für KIF spiele.

Therese Sjögran kann sich was aussuchen

Therese Sjögran (rechts) und Lotta Schelin nach dem Deutschlandspiel am Mittwochabend

Therese Sjögran (rechts) und Lotta Schelin nach dem Deutschlandspiel am Mittwochabend

Als Anders Svensson neuer schwedischer Rekordnationalspieler wurde, erhielt er vom Fußballverband einen Neuwagen aus schwedischer Produktion. Das führte zum sogenannten “Autogate”, einem kollektiven Aufschrei in der Frauenfußballszene, denn als Therese Sjögran 2011 an der Algarve Rekordnationalspielerin wurde, erhielt sie einen Blumenstrauß im Wert von ca. 30 €.

Nach einem Sturm der Kritik griff der in Schweden götterähnlichen Status genießende Zlatan Ibrahimovic höchstpersönlich ein und sagte, diese “Spielerin”, deren Name ihm zu dem Zeitpunkt nicht einzufallen schien, könne mit einem von ihm signierten Fahrrad mehr als zufrieden sein.

Der Sturm wurde noch größer und Macho Zlatan, dem normalerweise jedweder Testosteronausbruch als “Charme” verziehen wird, musste einen Rückzieher machen und bat sogar um Entschuldigung. Er sei falsch verstanden worden, habe lediglich einen Scherz gemacht und alles nicht so gemeint.

Nun darf sich Therese Sjögran etwas aussuchen, das denselben Wert hat wie Svenssons Auto. Ihr schwebt eine Reise nach Südamerika vor, aber das werde sie erst nach ihrem Karriereende machen.

Das scheint die 37-Jährige nun aber doch terminiert zu haben. In einem lesenswerten Interview mit der Zeitung EXPRESSEN sagt sie: “Ich hoffe wirklich, nächstes Jahr die WM spielen zu können. Und ich werde im Winter wie verrückt trainieren, um das zu erreichen. Aber danach, da ist es vorbei.”

Malin Moström sei die beste Spielerin, mit der Sjögran in der Nationalmannschaft zusammengespielt habe, von den heutigen Spielerinnen nennt sie an erster Stelle  Caroline Seger. Auf Vereinsbasis wäre das Ramona Bachmann.

Therese Sjögran sagt weiter, dass sie nach dem Ende ihrer Karriere ihren erlernten Beruf als persönliche Trainerin ausüben will, aber auch im Fußballgeschäft bleiben will, vielleicht in einer Rolle beim FC Rosengård. Die Trainerausbildung des schwedischen Verbands wolle sie machen, allerdings geht das derzeit nicht, da die Lehrgänge hierfür mit den Terminen für die Champions League zusammenfallen.

Und eventuell will sie Kinder haben. Vor einigen Jahren, sei das noch kein Thema gewesen, aber jetzt, wo sie sehe, dass ihre Brüder Kinder haben, beschäftigt sie sich mehr und mehr mit dem Gedanken.

Kein Zuschuss

Kurzmitteilung

 

Linköpings FC trifft nach dem Sieg über den alten und neuen englischen Meister Liverpool Ladies FC nun auf den russischen Vertreter Zvezda aus der Stadt Perm im Uralgebirge. Die knapp 3000 km lange Reise zum Rückspiel in Perm kostet nach Angaben des Vereins umgerechnet rund 43.000 €. Der Beitrag der UEFA deckt ungefähr ein Drittel. Nun hatte der Verein die Stadt Linköping um einen Beitrag von 300.000 Kronen in die Reisekasse gebeten. Abgelehnt! Es sei unangemessen, dass die Stadt aus Steuergelden internationalen sportlichen Austausch fördere, so hieß es aus dem Rathaus. Ganz anders bestückt dagegen der Achtelfinalist Paris Saint-Germains PSG flog gestern Abend seine Nationalspielerinnen Lira Alushi, Kosovare Asllani, Josephine Henning, Annike Krahn und Caroline Seger mal eben mit der Privatmaschine von Örebro nach Paris, damit sie am Samstag fit sind, um gegen Olympique Lyonnais zu bestehen

ffschweden hat mal nachgerechnet. Der Hin- und Rückflug ist für rund 500 € pro Kopf mit einer guten Verbindung zu bekommen. Die Ankunft in Perm mit allen Linienflügen ist mitten in der Nacht. Wenn 25 Personen reisen, bekommt man den Flug also für 12.500 €. Bleiben also nach der Angabe des Clubs 30.500 € für Übernachtungen und Verpflegung sowie lokale Transporte.

Im teuersten Hotel der Stadt, dem Expeditsja, kosten 13 Doppelzimmer (je 45 Quadratmeter groß und jeweils mit offenem Kamin) für drei Nächte umgerechnet 7.850 €.

Demnach blieben dann immer noch 21.650 € für die Verpflegung an drei Tagen. Mir scheint, die Reise müsste günstiger zu organisieren sein.

 

 

Schwedische Stimmen

Lotta Schelin macht das 1:0 für Schweden - ihr 73. Länderspieltor (Foto: Anders Henrikson)

Lotta Schelin macht das 1:0 für Schweden – ihr 73. Länderspieltor (Foto: Anders Henrikson)

Die Medienberichterstattung über das gestrige Spiel gegen Deutschland wird in Schweden überschattet vom unerwarteten Tod des ehemaligen Nationalspielers Klas Ingesson. Seine Krebserkrankung war seit Jahren bekannt, dass es aber aktuell so schlecht um ihn stand, wussten nur wenige aus dem Kreis der Familie und engsten Freunde. So widmet heute die Zeitung Aftonbladet dem Helden der WM 1994 eine 16-seitige Beilage. Und auch in der Pressekonferenz und den Gesprächen nach dem Spiel dominierte das Thema. Pia Sundhage, Lotta Schelin und Therese Sjögran, die für Schweden erschienen waren, wurden alle Ingesson befragt. Es sei für sie wie ein Schlag ins Gesicht gewesen, sagte Pia Sundhage, als die die Nachricht bekommen habe, da sie nicht gewusst habe, dass es Ingesson so schlecht gehe. Und Lotta Schelin sagte, dass sie natürlich als Kind die WM 1994 verfolgt habe und dass Klas Ingesson damals eines ihrer Idole gewesen sei.

“Ich könnte nicht stolzer sein,” sagte die 30-Jährige dann über ihr Führungstor. “Mir war aufgefallen, dass sie mehrfach zu Angerer zurückspielten und hatte das Gefühl, dass sie mich nicht richtig sah. Ich habe die Situation richtig gelesen und es geschafft, da zu sein,” sagte Schelin zu Aftonbladet.

Und weiter: “Es sind wechselhafte Gefühle. In dem Augenblick, in dem ich das Tor machte, fühlte sich das fantastisch an. Wir führten 1:0 gegen Deutschland und ich konnte den Rekord in einem Heimspiel machen. Aber ich verliere nicht gerne. In ein paar Tagen sehe ich das wahrscheinlich positiver.”

Pia Sundhage: “Ich war dabei als Abby Wambach ihr 100. Tor schoss, aber das hier war noch toller. Als Lotta das Tor machte, waren wir alle so gut drauf. Es fühlte sich so an, als ob wir das Spiel gewinnen würden. Aber wir taten es nicht. Zur WM muss es da eine Änderung geben, da werden wir Deutschland schlagen.”

“Wir haben wirklich gut gespielt,” so Sundhage auf der Homepage des schwedischen Fußballverbands. “Die Zuspiele waren streckenweise sehr gut, wir hatten ein aggressives Defensivspiel und als Lotta das 1-0 machte, schienen wir auf der Siegerstraße zu sein. Aber dann kommt eine schlechtere Periode und wir lassen zwei Tore zu.”

 

 

Deutschland gewinnt in Örebro

SWEGER16Dass Deutschland nicht zweimal hintereinander ein Spiel vergeigt und sichgegen Schweden in Örebro für die schwache Vorstellung am Samstag in Offenbach gegen Frankfurt revanchiert – damit haben wohl die meisten Fans und Beobachter in Deutschland gerechnet. Und es kam denn auch so, obwohl hinter die Vermutung in der 68. Spielminute ein dickes Fragezeichen gesetzt wurde, als ein Rückpass von Jennifer Cramer auf Nadine Angerer von der wieselflinken Lotta Schelin abgefangen wurde und die 30-Jährige Starstürmerin von Olympique Lyonnais ihr 73.. Länderspieltor erzielen konnte, mit dem sie sich an die Spitze der “ewigen” Torschützinnenliste im gelbblauen Dress setzen konnte.

Ein historischer Abend, fußballhistorisch für Schweden. Schelins 73. Länderspieltor war das eine große Gesprächsthema, Therese Sjögrans 200. Länderspiel das zweite. 100 erreichen immer mehr Spielerinnen, aber 200 wird wohl für lange Zeit eine Rekordmarke bleiben. Und mehr sollen es werden Dem schwedischen fernsehen sagte Sjögran nach dem Spiel, es könnten ca. 230 werden, das würde voraussetzen, dass die 37-Jährige nicht nur 2015 sondern auch 2016 weiterspielen wird und sich gegen mögliche jüngere Konkurrenz behauptet.

Schweden spielte sehr gut mit in der gesamten ersten Halbzeit, hatte phasenweise deutlich mehr Ballbesitz, aber die Deutschen fuhren die gefährlicheren Konter, kamen dem 1:0 am nächsten, als Jennifer Cramer aus 20 m abzog und ihr Schuss die Querlatte streifte.

Im Strafraum herrschte weitgehend Nilla Fischer und oft auch Linda Sembrant, die wieder viele Kopfballduelle gewann. Die stärkste Spielerin aber hatte Schweden auf der rechten Seite. Da ihre Dopplmannschaftskameradin Lina Nilsson sich im Training verletzte, durfte Elin Rubensson von Anfang an ran und zeigte über 90 Minuten eine ausgezeichnete Leistung und bewies wieder einmal, dass sie zju Recht zumindest meine erste Wahl sowohl beim FC Rosengård wie auch in der Natio wäre.

Im deutschen Mittelfeld überzeugten vor allem Dzsenifer Marozsan und Melanie Leupolz, heute auf der Rolle der Doppel-6. Silvia Neid sagte mir nach dem Spiel, dass sie mit beiden Spielerinnen sehr zufrieden gewesen sei. Abwehr und Mittelfeld hätten eine solide Grundordnung gezeigt, so Neid.

Ganz vorne hatten es Anja Mittag und Celia Sasic nicht leicht gegen die starken Sembrant und Fischer.

In der zweiten Hälfte wurde dann wie gewohnt in Freundschaftsspielen munter gewechselt. Und Pia Sundhage brachte ihre Lieblinge: Malin Diaz Pettersson, Olivia Schough und Emma Lundh. Und wo ist Fridolina Rolfö fragte niht nur ich mich. Der Shootingstar dieser Saison in der Damallsvenskan, der von Sundhage zuletzt nach dem 3:0 Sieg über den FC Liverpool, bei dem sie alle drei Tore schoss, als eine “Spielerin mit Qualitäten, die wir sonst nicht haben” gerühmt wurde, blieb auf der Bank sitzen, aber in der 86 Minute durfte sie dann doch ran.

Zu dem Zeitpunkt hatte Deutschland das Spiel gedreht. Dzsenifer Marozsan hatte einen Freistoß aus ca. 18 Metern direkt verwandelt und die ebenfalls (für Lira Alushi) eingewechselte Alex(andra) Popp schoss das Siegtor nach einem schnellen Angriff über rechts mit einem maßgenauen Pass von Luisa Wensing.

Leider fiel das gewünschte Interview mit Lira Alushi ins Wasser (es hat nicht geregnet), weil die fünf Spielerinnen von Paris SG (Alushi, Henning, Krahn, Seger und Asllani) mit einem,Prvatflugzeug ihres Vereins nach Spielende direkt nach Paris geflogen wurden. Und nochmal leider wusste das Pressetermin des Veranstalters das offenbar nicht.. Wir werden es wohl nachholen müssen.

Am Anfang gab es eine Schweigeminute für den heute Morgen verstorbenen ehemaligen Nationalspieler und Trainer Klas Ingesson, der nach mehreren Jahren Kampf gegen den Krebs verloren hatte Ingesson wurde nur 46 Jahre alt und gehörte der “goldenen” Generation an, die 1994 in den USA die Bronzemedaille bei der WM holte. Zwei weitere prominente Vertreter des Teams waren der Ex-Gladbacher Martin Dahlin und Mittelfeldas Thomas Brolin

Silvia Neid sagte zur Freude der einheimischen Journalisten, dass Schweden einer von insgesamt neun Favoriten auf den WM-Titel sei. Neun Favoriten hätte sie, so Neid, ohne die Mannschaften allerdings aufzuzählen. Kollegin Alva Nilsson fragte Neid, wie man denn die deutsche Mannschaft aus schwedischer Perspektive schlagen könnte und wo die Schwächen seien. Neid erwiderte, dass ihr da schon ein paar Dinge einfallen würden, dass sie aber um Verständnis bitte, wenn sie darüber nicht spreche.

Mehr schwedische Stimmen morgen im Verlaufe des Tages.

Schwedens Aufstellung

 

Wie gewohnt, gab Trainerin Pia Sundhage einen Abend vor dem Spiel gegen Deutschland in Örebro (sprich: ‘Örebruh’ und nicht ‘Örebrö’ wie Claudia Neumann am Samstag glaubte) ihre Mannschaftsaufstellung bekannt:

21 Carola Söberg – 23 Elin Rubensson, 5 Nilla Fischer, 3 Linda Sembrant, 2 Emma Berglund – 17 Caroline Seger – 9 Kosovare Asllani, 7 Lisa Dahlkvist, 15 Therese Sjögran– 10 Sofia Jakobsson, 8 Lotta Schelin.

Therese Sjögran wird somit ihr 200. Länderspiel machen und sagte vorab, dass dieses Jubiläum zu Hause gegen Deutschland absolvieren zu dürfen kaum noch zu toppen sei.

Gespannt darf man sein, ob Pia Sundhage über ihren Schatten springen kann und endlich einmal den jungen Nachwuchstalenten Fridolina Rolfö und Marija Banusic wenigstens eine Spielminute gönnt.

Bemerkenswert, dass acht (!) Spielerinnen der schwedischen Startformation ihr Geld im Ausland verdienen.

 

Nigerias neuer Star: Asisat Oshoala

Asisat Oshoala im U20-WM-Finale (Foto: Nora Kruse)

Asisat Oshoala im U20-WM-Finale (Foto: Nora Kruse)

In ihrer Heimat Nigeria wird sie bereits mit Perpetua Nkwocha verglichen, der 38-Jährigen legendären Mittelfeldspielerin, die schon seit Jahren beim schwedischen Zweitligisten Sunnanå SK spielt und vorher in der Damallvenskan war.

Vor zwei Wochen ist Asisat Oshoala zwanzig Jahre alt geworden und Clubs in Europa reißen sich um die athletische und technisch starke Afrikanerin. Sie schoss die U20-Auswahl ihres Landes ins WM-Finale gegen Deutschland vor einigen Wochen, in dem die Deutschen aufgrund ihrer besseren Organisation und auch mit einem ordentlichen Quentchen Glück mit 1:0 gewannen.

Mit dem Golden Boot für die beste Torschützin des Turniers und dem Preis für die beste Spielerin fuhr sie heim und gewann gestern mit der A-Nationalmannschaft Nigerias in Namibia auch die afrikanische Meisterschaft. Für Nigeria der siebte Triumpf im neunten Turnier. Asisat hatte am Donnerstag mit ihren beiden Treffern gegen Südafrika wieder einmal die Tür weit aufgestoßen und gestern schoss sie im Finale den zweiten Treffer, den ersten markierte die Torschützenkönigin der Afrika-Meisterschaft Desire Oparanozie. Der Preis der wertvollsten Spielerin aber ging an Asisat Oshoala.

Kurz nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der U20-WM in Kanada hatte ich Gelegenheit, mich mit Asisat zu unterhalten.

Wie würdest du die WM in Kanada für Nigeria und für dich persönlich zusammenfassen?

“Es war natürlich ein tolles Ergebnis für uns und auch für mich als Individuum war das eine erfolgreiche WM.”

Was bedeutet die Silbermedaille für den Frauenfußball in Nigeria?

“Das Finale dieses Turniers zu erreichen war eine große Sache für den nigerianischen Frauenfußball. Obwohl die nigerianischen Frauen auch früher schon nah an den Medaillen waren und die Silbermedaille für Nigeria keine neue Sache ist. Aber es dient doch als Beispiel für die Verbesserungen, die der Frauenfußball in unserer Nation erfahren hat. Denn die letzte Auflage der U20-Mannschaft aus Nigeria wurde Vierter.”

Wie gefiel dir Kanada als Gastgeber, möchtest du nächstes Jahr wiederkommen?

“Kanada ist wirklich schön und ich hatte gute Erlebnisse während meines Aufenthalts. Es ist ein sehr gut organisiertes Land und natürlich würde ich gerne nächstes Jahr wiederkommen.”

Bei allen Preisen, die du schon gewonnen hast, gibt es immer noch viele, die dich nicht kennen. Wie würdest du dich als Spielerin beschreiben?

“Vielen Dank, aber der ganze Ruhm gebührt genauso meinen Mannschaftskameradinnen, die mir doch erst ermöglichen, dass ich auf dem Platz eine gute Leistung zeigen kann. Als Spielerin glaube ich an Teamplay. Ich weiß, dass ich schnell bin, aber ich muss wohl noch an meinem Abschluss arbeiten.”

Wie sieht denn so ein normaler Tag in deinem Leben aus?

“Ich mag es, schon früh am Morgen zu trainieren. Mein Tag fängt meist so um sechs Uhr an, dann wache ich auf und spreche meine morgendlichen Gebete und eine halbe Stunde später geht’s dann zum Training. Ich habe das Gymnasium abgeschlossen und im Augenblick will ich mich ganz auf meine Karriere konzentrieren, ein bisschen Geld zu verdienen, das ich dann für die Universätausbildung brauchen werde. In meiner Freizeit höre ich gern Musik und schau mir Spielfilme oder Fußballspiele an.”

Wie oft habt ihr Lehrgänge mit der Nationalmannschaft?

“Wir treffen uns eigentlich nur vor Wettkämpfen oder Turnieren und das ist meist ziemlich kurz.”

Ich habe über dich gelesen, dass du dafür bekannt bist, im Prinzip immer gute Laune zu haben. Wie schaffst du das, so glücklich zu sein?

“Naja, es ist wohl die Art, wie ich das Leben sehe. Wenn du traurig bist, kann das meistens nur noch schlimmer werden und es wird nicht die Lösung sein, egal für welches Problem.”

Wie sehen deine Zukunftspläne aus, es müsste doch Interesse geben, dich in Europa zu verpflichten?

“Ich möchte gerne in eine der großen europäischen Ligen spielen, wer weiß, vielleicht Schweden, Frankreich oder Deutschland.”

Seitdem sich Asisat Oshoala nun auch Afrikameisterin nennen darf, dürfte das Interesse an ihr weiter gewachsen sein.

 

Die zehn Besten der Welt?

Die FIFA hat gestern die zehn Spielerinnen bekanntgegeben, aus deren Kreis im Januar 2015 die beste Spielerin der Welt des noch laufenden Jahres gekürt werden wird.

Nominiert sind: Aya Myama, Naomi Kawasumi, Abby Wambach, Louisa Necib, Nadine Angerer, Nadine Keßler, Lotta Schelin, Nilla Fischer, Marta und Vero Boquete.

Und wie immer bietet die Liste allerhand Gesprächsstoff. Denn warum Myama, Wambach, Angerer und Marta hier nominiert sind, erschließt sich mir als jemand, der den Frauenfußball doch regelmäßig verfolgt und begleitet, nur sehr schwer. Die Frage ist natürlich grundsätzlich, was man prämiert, wenn man nominiert.

Geht es um das erkennbare spielerische Vermögen, dann sind sicher alle Namen gerechtfertigt. Dann müsste aber auch (ich weiß, in Deutschland werden viele heftig den Kopf schütteln) Marta jedes Jahr den Pokal abholen, denn sie ist und bleibt die Spielerin mit dem größten Register. Aber darum kann es doch nicht gehen? Nadine Angerer ist neben der durch Skandale abseits des Fußballplatzes arg gebeutelten Hope Solo die beste Torhüterin der Welt, aber hat sie es dieses Jahr auch wiederholt gezeigt? Hat sie die Portland Thorns zum Titel in der NWSL geführt? Mitnichten.

Und auch Martas Jahr war leider wieder alles andere als glorreich. Mit Tyresö erreichte sie das Finale der Champions League, zeigte immer wieder ansatzweise durch Assists oder Tore, dass sie wirklich absolute Weltklasse sein kann, aber in FRosengård hat sie meiner Meinung nach nicht zurückgefunden zu ihrer Normalform. Natürlich legt man an sie besonders hohe Maßstäbe an . Rosengård hätte auch ohne Marta die Meisterschaft souverän gewonnen und auch ohne Marta die beiden Spiele gegen Ryazan in der Champions League gewonnen.

Und Abby Wambach hat nirgends überragt oder sonderlich von sich reden gemacht. Das Auffälligste war das interessante Interview, das sie in der vergangenen Woche im Fall Hope Solo gegeben hat.

Besonders aufgefallen in diesem Kalenderjahr ist mit Sicherheit Nadine Keßler, die ihren Verein zu zwei wichtigen Titeln führte, der Assist für Martina Müller im Finale der CL in Lissabon gegen Tyresö brachte das entscheidende Tor und darüber hinaus war es grandios gespielt. Von der nominierten Japanerin Kawasumi habe ich im Internet mehrere Glanzstücke für ihren Verein Seattle Reign in der amerikanischen Liga NWSL gesehen.

Aber wo, liebe FIFA, ist die Schottin Kim Little? Die mit Abstand überragende Spielerin der abgelaufenen NWSL-Saison ist nicht unter den besteh zehn. Das ist nicht nur skandalös, sondern geradezu lächerlich, wie inkompetent sich der Weltverband gibt. Aber hat der nicht auch die Männer-WM 2022 nach Qatar vergeben?

Wo ist Anja Mittag? Mit 21 Toren und 11 Assists in der schwedischen Liga und mit bislang acht Länderspieltoren aus zehn Einsätzen ist sie nahezu konkurrenzlos und klar die beste Spielerin der schwedischen Liga. Die in Malmö lebende Chemnitzerin zu übersehen, ist ein Fauxpas.

Und der afrikanische Kontinent ist wieder der vergessene Kontinent. Die 20-Jährige Nigerianerin Asisat Oshoala hat nicht nur ihr Team ins Finale der U20-WM in Kanada geschossen, Asisat hat auch Nigeria ins Finale der Afrikameisterschaft und damit auch zur WM geballert mit ihren beiden Toren im Halbfinale.

 

Hammarbys Kanalplan wird aufgerüstet

Megan Mischler (rechts), im Hintergrund die Hoztribüne am Kanalplan (Archivbild 2012)

Megan Mischler (rechts), im Hintergrund die Holztribüne am Kanalplan (Archivbild 2012)

Kanalplan heißt die Heimarena von Hammarby DFF, das nach drei Jahren Abstinenz 2015 nun wieder in Oberhaus des schwedischen Fußballs zurückkehren wird. Da, wo der traditionsreiche Club nach Meinung vieler seiner landesweiten Fans auch stetig hingehört.

Aber seit diesem Jahr gelten die sogenannten “arenakrav”, Mindestanforderungen an die Stadien, die sich die Liga selber 2011 gegeben hat und über die ffschweden schon Anfang 2012 berichtet hatte

Die meisten Spiegelstriche müsste man am Kanalplan mit einem dicken Minus markieren. Es gibt kein Dach über keiner Tribüne und die einzige Tribüne der Anlage besteht aus alten zusammengezimmerten Holzplanken. Auf der anderen Längsseite sind fünf oder sechs Stufen Stehplatzränge gebaut worden – vor ein paar Jahrzehnten. Die Spielerinnenkabinen lassen extrem zu wünschen übrig und auch das Flutlicht taugt nicht viel Immerhin hat man seit dem Sommer 2013 einen neuen Kunstrasenbelag.

Nun wird sich das wohl bald ändern. Denn die seit den Wahlen im September neuen Mehrheiten im Stockholmer Stadtrat haben zur großen Freude der Frauenfußballfans und des Vereins beschlossen, dass man in die der Stadt gehörenden Anlage des Aufsteigers rund 3,2 Millionen € investieren wird, um dort auch den würdigen Rahmen für Erstligafußball zu bieten.

Für die in der Nähe von der Mehrzweckhalle Ericsson Globe entstandene Tele 2 Arena, die letzten Sommer fertig wurde und die den Herren von Hammarby und Djurgården dient, hatten die konservativen Politiker der früheren Stadtregierung noch mehrere Hundert Millionen Schwedenkronen gepumpt, waren aber nicht bereit, den Frauenfußball auch nur annähernd zu fördern. Das wird nun anders. Und das ist mal eine sehr gute Nachricht aus Schweden.

 

And the nominees are… Die Nominierungen 2014

Am 10 November findet im Stockholmer Globen die alljährliche Fotbollsgalan statt, bei der Zlatan Ibrahimovic wohl seinen achten goldenen Ball bekommen wird, auch wenn daheim der nach Jahren in der Bundesliga zurückgekehrte Marcus Rosenberg wesentlichen Anteil am Meistertitel seines Malmö FF hat und den Verein dazu noch in die Champions League und den dort für die Männer hagelnden Geldregen gebracht hat.

Bei den Frauen gab es in der Vergangenheit mit Lotta Schelin eine Dauersiegerin, die immerhin vier Mal den diamantenen Ball in Empfang nahm, in diesem Jahr aber wohl qua Vereinserfolgen mit Nilla Fischer eine starke Konkurrentin haben dürfte.

Aber in diesen Kategorien gibt es keine Nominierungen. Dafür aber in einer Menge anderer. Hier sind die Nominierten.

Tor: Hilda Carlén (Piteå IF), Stephanie Labbé (KIF Örebro), Hedvig Lindahl (Kristianstads DFF)

Abwehr: Nilla Fischer (VfL Wolfsburg), Lina Nilsson (FC Rosengård), Linda Sembrant (Tyresö FF/Montpellier Herault SC)

Mittelfeld: Ramona Bachmann (FC Rosengård), Mariann Gajhede (Linköpings FC), Caroline Seger (Tyresö FF/Paris Saint-Germains)

Angriff: Manon Melis (Kopparberg/Göteborgs FC), Anja Mittag (FC Rosengård), Lotta Schelin (Olympique Lyonnais)
Newcomerin des Jahres: : Malin Diaz Pettersson (Tyresö FF/Eskilstuna United), Magdalena Ericsson (Linköpings FC), Fridolina Rolfö (Linköpings FC)
Wertvollste Spielerin derLiga: Ramona Bachmann, Hedvig Lindahl, Anja Mittag.
Trainer des Jahres: Viktor Eriksson (Eskilstuna United), Rickard Nilsson (KIF Örebro), Martin Sjögren (Linköpings FC)

Sanna Talonen schießt KIF Örebro in die UWCL 2015/16

Die Damallsvenskan 2014 ist zu Ende. Die letzte Entscheidung um Platz 2 war dann am Ende doch nicht so spannend, denn KIF Örebro ließ daheim gegen Eskilstuna United nichts anbrennen. Ein Eigentor von Louise Quinn und eine direkte Abnahme von Sanna Talonen sorgten dafür, dass der Verein, dessen Behrn Arena gut zwei Zugstunden von Stockholm entfernt ist, seinen größten Erfolg feierte: Vizemeister und Champions League 2015/16!

Eskilstuna hatte eine einzige Torchance kurz vor Schluss, konnte aber dem starken physischen Druck nicht standhalten, der Örebro von jeher auszeichnet. Trainer Rickard Olsson wurde vor laufenden Fernsehkameras von seinen Spielerinnen mit Wasser aus den Trinkflaschen übergossen, zum Alkohol in der Öffentlichkeit hat man ein anderes Verhältnis als in Deutschland. Olsson weiß noch nicht, ob er weitermacht, Verhandlungen stehen an.

Hätte KIF Örebro sein Heimspiel verloren, dann hätte Kopparberg/Göteborgs FC es geschafft. Die Göteborgerinnen taten das ihre und schlugen Vittsjö mit 3:1. Linköping drehte einen 0:1 Rückstand gegen Piteå noch in einen 3:1 Sieg und die Nachricht des Tages ist, dass die inzwischen 26-Jährige Finnin Linda Sällström in der 80. Minute das dritte Tor schoss.

Sällström macht bereits ihr drittes Comeback nach drei Kreuzbandrissen innerhalb von zwei Jahren.

Jitex spielte die schlechteste Saison aller Teams in der Geschichte der Damallsvenskan.Im zwanzigsten Spiel bezog man die zwanzigste Niederlage. 0:6 in Umeå, wobei die Finnin Emmi Alanen am Ende in nur dreizehn Minuten einen lupenreinen Hattrick machte.

Meister Rosengård begnügte sich am Ende mit einem 4:0 gegen AIK und damit ist die Saison für neun der elf Teams beendet. Rosengård und Linköping müssen in der Champions League noch ran und außerdem gibt es noch einige Länderspiele der A-Mannschaft sowie der Jugendauswahlen.

Am zehnten November findet in Stockholm die “Fotbollsgalan” statt, auf der dann Torhüterin, Abwehrspielerin, Mittelfeldspielerin, Stürmerin des Jahres ebenso ausgezeichnet werden wie die wichtigste Spielerin (MVP), die Torschützenkönigin Anja Mittag, Trainer der Saison sowie die Newcomerin des Jahres.

 

Emma geht und Elin darf nicht gehen

Elin Rubensson möchte den FC Rosengård verlassen, darf aber wohl nicht gehen

Elin Rubensson möchte den FC Rosengård verlassen, darf aber wohl nicht gehen

Heute finden die letzten vier Spiele der Saison 2014 in der Damallsvenskan statt.

Für KIF Örebro geht es darum, seinen zweiten Platz und die damit verbundene Qualifikation für die Champions-League-Saison 2015/16 zu verteidigen.

Aber die Silly Season hat schon begonnen.

Umeås Nationalverteidigerin Emma Berglund etwa hat verkündet, dass sie ihren Verein nach acht Jahren verlassen wird. Der Vertrag der 25-Jährigen läuft aus und sie hat sich entschlossen, woanders neu anzufangen. Angeblich sei noch keine Entscheidung gefallen, so Berglund, und es gäbe Angebote mehrerer Clubs, aber hartnäckige Gerüchte besagen, dass Berglund zum schwedischen Meister FC Rosengård wechseln wird.

Bei dem möchte gerne Elin Rubensson weg, denn die hochtalentierte 21-Jährige Stürmerin und Außenverteidigerin, die sogar wieder im Aufgebot Pia Sundhages für das Länderspiel gegen Deutschland steht, hat bei Rosengård keinen Stammplatz. Um aber bei der WM 2015 in Kanada dabei sein zu können, glaubt Rubensson, dass die Rolle als Edel-Joker nicht genügen wird. Sie möchte weg. Aber Rosengårds starker Mann Erling Nilsen bleibt hart und pocht auf die Erfüllung des Vertrages, der sich noch über die nächste Saison erstreckt. Schade, denn einer über viele Jahre so loyalen Spielerin wie Elin Rubensson sollte man keine Steine in den Weg legen, um sich weiter zu entwickeln. Bei Rosengård ist kein Platz für sie in der Startformation, da Trainer Marcus Tilly sich auf der rechten Abwehrseite für die (meiner Meinung nach mit geringerem Potential ausgestattete Lina Nilsson entschieden hat). So macht Rosengård einen FC Bayern, in dem es seiner Konkurrenz eine außergewöhnliche Spielerin vorenthält, nur um sie auf die Bank zu platzieren und von Fall zu Fall zu bringen.

Frauen- und Männerfußball kommen sich näher.

 

Schwedens Deutschlandaufgebot

Marija Banusic zum zweiten Mal hintereinander in Pia Sundhages Kader

Marija Banusic zum zweiten Mal hintereinander in Pia Sundhages Kader

Am Donnerstagabend erzielt Fridolina Rolfö vor den Augen von Nationaltrainerin Pia Sundhage alle drei Tore ihres Vereins Linköpings FC gegen den frischgebackenen englischen Meister Liverpool Ladies und schoss damit die Schwedinnen ins Achtelfinale der Champions League

Tags darauf verkündete Sundhage in Örebro ihren Kader für das Testspiel gegen Deutschland am 29.10. in derselben Stadt Wir wollen Pia mal glauben, dass sie Rolfö schon vor ihrem Hattrick auf dem Zettel der zu nomionierenden Spielerinnen hatte. Denn das berichtete sie der angereisten Presse am Freitag.

“Rolfö hat etwas, das wir in der Nationalmannschaft vermisst haben, sie ist groß, technisch und linksfüßig. Darüberhinaus hat sie einen guten Schuss. Abefr – ich bin sehr froh darüber, dass ich gesehen habe, dass sie drei verschiedene Tore gemacht hat,” so die Trainerin.

Man wird sehen, ob die Trainerin nun auch den Mut hat, die Spielerin am 29.10. einmal einzusetzen, oder ob sie nicht doch wieder in ihr bewährtes Muster verfällt, in dem es eigentlich keine nennenswerten Änderungen gibt.

Da die alte und neue Nummer 1 im Tor, Hedvig Lindahl, nach einer Knieoperation ausfällt, spricht alles für einen Einsatz der routinierten, für den norwegischen Verein Avaldsnes IL spielenden Carola Söberg. Neben ihr wurde Umeås Malin Reuterwall nominiert.

In der Abwehr nichts Neues, wiederum erhielt Örebros starke Innenverteidigerin Marina Pettersson Engström den Vorzug vor Linköpings Mannschaftskapitänin Charlotte Rohlin. Die Tage der bald 34-Jährigen Lotta Rohlin scheinen bei Pia Sundhage gezählt zu sein, obwohl sie mit der 35-Jährigen Sara Thunebro und der 37-Jährigen Therese Sjögran wie auch schon früher in den USA weiterhin gern auf erprobte Kräfte setzt. Zumindest im Fall Thunebro könnte man längst auf stärkere und jüngere Alternativen zurückgreifen.

Kristianstads Antonia Göransson ist aus dem Kader gestrichen wordn, womöglich wurde gerade sie durch Fridolina Rolfö ersetzt. Wieder dabei ist erfreulicherweise Megatalent Marija Banusic, ebenfalls aus Kristianstad. In Schweden fällt es den jeweiligen Mannschaftsführungen sehr schwer, Spielerinnen mit Migrationshintergrund in die Nationalmannschaft zu integrieren. Banusic gegenüber gab es schon letzten Sommer Gemurre der alten arrivierten “blonden” Schwedinnen. Sie passe mit ihrer Art nicht zur Truppe, war angelegentlich zu hören. Schön, dass Pia Sundhage versucht, Banusic nun im Kader zu halten.

Mit Emma Lundh vom Tabellenzehnten AIK und Olivia Schough vom russischen Erstligisten Rossiyanka sind abermals zwei Spielerinnen dabei, die von vielen Beobachtern nicht für nationalmannschaftstauglich angesehen werden. Emma Lundh hat keine überragende Saison gespielt, sie war anfangs verletzt und konnte bei AIK, einem Verein, der ohne den Konkurs Tyresös sicher abgestiegen wäre, auch nicht sonderlich glänzen. Aber ihre Spielintelligenz und außerordentliche Intutition war in diesem Jahr weitgehend unsichtbar. Dennoch hält Pia Sundhage ebenso an ihr fest wie an Olivia Schough, die sogar kurz vor der Startformation steht und in den Qualispielen sogar zweimal von Anfang an spielen durfte. Möglicherweise aber ist es tatsächlich so, dass es zu wenig Alternativen gibt. Bei mir wäre allerdings entweder Lundh oder Schough zugunsten der stärkeren Antonia Göransson gestrichen worden.

Zeitgleich zu Schweden- Deutschland am 29.10 um 18.00 Uhr spielt die schwedische U23 gegen Norwegen in Linköping. Zumindest Außenverteidigerin Magdalena Ericsson (Linköping) hätte ich gerne in der A-Auswahl gesehen.

Aufgebot für das Länderspiel gegen Deutschland am 29.10. in Örebro:

Tor: Malin Reuterwall (Umeå IK; 23 Jahre/ 0 Länderspiele / 0 Tore), Carola Söberg (Avaldsnes IL; 32/4/0)

Abwehr: Emma Berglund (Umeå IK; 25/27/0), Nilla Fischer (VfL Wolfsburg; 30/121/18), Lina Nilsson (FC Rosengård; 27/55/3), Marina Pettersson Engström (KIF Örebro; 27/3/0), Elin Rubensson (FC Rosengård; 21/11/0), Linda Sembrant (Montpellier Hérault SC; 27/48/3), Sara Thunebro (Eskilstuna United; 35/125/5)

Mittelfeld und Angriff: Kosovare Asllani (Paris Saint-Germains; 25/67/18), Marija Banusic (Kristianstads DFF; 19/0/0), Lisa Dahlkvist (Avaldsnes IL; 27/86/9), Malin Diaz Pettersson (Eskilstuna United; 20/6/0), Hanna Folkesson (Umeå IK; 26/16/0), Jenny Hjohlman (Umeå IK; 24/7/1), Sofia Jakobsson (Montpellier Hérault SC; 24/46/5), Emma Lundh (25/9/2), Fridolina Rolfö (Linköpings FC; 20/0/0), Lotta Schelin (Olympique Lyonnais; 30/142/72), Olivia Schough (FC Rossiyanka; 23/16/1), Caroline Seger (Paris Saint-Germains; 29/127/18), Therese Sjögran (FC Rosengård; 37/199/21)