Verlässt Anja Mittag Schweden – und geht zu PSG?

Nach einem Artikel in der heutigen Ausgabe der Zeitung Sydsvenska Dagbladet wird Anja Mittag nur noch zweimal im Trikot des FC Rosengård spielen und dann nach der Fussball-WM in Kanada für den französischen Champions-League-Finalisten Paris Saint-Germains stürmen.

Der FC Rosengård dementiert durch seinen Vorsitzenden Klas Tjebbe und auch durch Sportchef Erling Nilsson, aber die Zeitung beruft sich auf mehrere Quellen, die unabhängig voneinander sein sollen. Angeblich ist der Verein bereits intensiv suf der Suche nach einer Nachfolgerin. Anja Mittag hat sich noch nicht geäußert. Sydsvenska Dagladet und sein Frauenfußballexperte Max Wiman sind jedoch für gewöhnlich sehr gut informiert.

PSG will die Verpflichtung demnach in der kommenden Woche im Zusammenhang mit dem UWCL-Finale in Berlin bekanntgeben.

Anja Mittag hat 3,5 Jahre in Malmö gespielt und war zweimal Torschützenkönigin der schwedischen Liga. Ihr Vertrag läuft im Sommer 2016 aus, enthält aber nach Angaben von Sydsvenska Dagbladet eine Klausel, die es möglich macht, sie aus dem Vertrag herauszukaufen.

Pia Sundhage: Entscheidung am Montag

Schwedens Nationaltrainerin Pia Sundhage ist in diesen Tagen viel unterwegs in Schweden, gestern Abend schaute sie sich das Spiel Umeå – Rosengård an. Nach dem Spiel hatte ich kurz Gelegenheit, ihr ein paar Fragen zu stellen.

Ihr habt derzeit viele Verletzungssorgen und müsst hin- und herüberlegen. Der Kader für Kanada wird Montag um 17.00 Uhr bekanntgegeben. Könnte man das nicht aus gegebenem Anlass verschieben? Deutschland veröffentlicht Seine Truppe erst am 24.05.

“Ich verstehe, was du meinst, aber wir haben diesen Termin seit Monaten festgelegt und er ist auch sehr wichtig für die Spielerinnen, die sich darauf eingestellt haben. Das zu verschieben, wäre kein gutes Zeichen. Ich finde es wichtig, dass wir am Montag sagen, mit welchen 23 Spielerinnen wir planen und diese dann Bescheid wissen “Jaaaa, wir sind dabei, wir können uns jetzt voll engagieren”. Nein, verschieben geht nicht und das ist auch gut so.”

Wann werden Assistenztrainerin Lillie Persson und du die endgültige Entscheidung treffen, Sonntagabend 23.00 Uhr?

“So spät vielleicht nicht, aber wir haben vereinbart, dass wir uns Sonntag treffen, alles noch einmal durchgehen und dann am Abend die Liste fertig haben. Dann können wir aber immer noch einmal drüber schlafen und uns Montagmorgen noch einmal kurz darüber austauschen, ob alles so bleiben soll.”

Marta trifft in Umeå

Hammarby DFF – KIF Örebro 0:0

Umeå IK – FC Rosengård (0:0) 0:2
Tore: 0:1 Sara Björk Gunnarsdottir (59.), 0:2 Marta (90.)

Es war Umeås mit Abstand bestes Saisonspiel gestern Abend am Gammliavallen in Umeå und Rosengård ist mit einem blauen Auge davongekommen. Denn überzeugend war es nicht, was der Meister da präsentierte. Da hat sich doch ein Schlendrian eingeschlichen, dass man ja sowieso irgendwie gewinnen wird in der Liga und alle elf Akteure (einzige Ausnahme: Torhüterin Kathrin Längert) spielten deutlich unter ihrem Niveau. Fehlpässe und Stockfehler, halbherzige Schussversuche von Weltstars wie Anja Mittag, Marta und Ramona Bachmann sind normalerweise nicht an der Tagesordnung und sie sollten Trainer Marcus Tilly auch ärgern. Der wurde aber erst in der zweiten Halbzeit lauter. Und da hatte Umeå teilweise mehr Ball und auch Chancen wie etwa Rita Chikwelus Kopfball, den Kirsten van de Ven von der Linie putzte. Marta leitete mit einem Freistoss dann doch den Sieg ein und irgendwie muss Sara Björk Gunnarsdottir den Ball reingestochert haben. Und beim zweiten Treffer war sie dann Wieder unnachahmlich Marta. Nachdem sie offensiv weniger geleistet hatte als defensiv bekam sie am Ende des Spiels den Ball, schaltete zum ersten Mall auf Turbo, liess Eine Gegenspielerin aussteigen und jagte den Ball dann bekannt und gekonnt platziert in den Winkel. Nach dem Spiel habe ich mich mit der 5fachen Weltfussballerin kurz unterhalten, das Gespräch kommt nächste Woche hier ins Blog.

Comeback in Umeå

Umeå IK – Vittsjö GIK (0:2) 0:2
Tore: 0:1 Alexandra Benediktsson (37.), 0:2 Michelle Pao (44.)

Stabiler Sieg von Vittsjö in Umeå. Auch wenn Umeå phasenweise auf einen Anschlusstreffer drängte, das Fazit des Spiels ist wohl wirklich, dass Umeå sich im unteren Drittel der Tabelle orientieren wird diese Saison. Die Abgänge von Emma Berglund (Rosengård), Hanna Folkesson (KIF Örebro, Kreuzbandriss) und Emmelie Konradsson wiegen zu schwer. Erfreulich: Linda Sällström feierte ihr Comeback und spielte erstmals knapp 20 Minuten für Vittsjö.

Kopparberg/Göteborgs FC – Hammarby DFF (3:0) 3:0
Tore: 1:0 Lieke Martens (15.), 2:0 Kathlene Fernström (28.), 3:0 Elin Rubensson (30.)

Klar Sache für den Meisterschaftsmitanwärter. In der ersten halben Stunde hätte es ganz böse kommen können. Nationalspielerin Elin Rubensson schoss das dritte Tor selber und hatte zwei Assists in ihrem ersten Spiel von Beginn an seit einigen Wochen.

FC Rosengård – Piteå IF (4:0) 5:2
Tore: 1:0 Ramona Bachmann (3.), 2:0 Anja Mittag (27.), 3:0 Marta (35.), 4:0 Anja Mittag (45.), 5:0 Sara Björk Gunnarsdottir (55.), 5:1 Pauline Hammarlund (62.), 5:2  Linda Öqvist (72.)

Immerhin hat Piteå eine Halbzeit gegen den Meister gewonnen. Mehr ist derzeit wohl für keine schwedische Mannschaft drin.

Ohne Gegentor

Kristianstads DFF – Eskilstuna United (0:0) 0:2
Tore: 0:1 Malin Diaz Pettersson (62.), 0:2 Petra Larsson (69.)

Vier Spiele, vier Siege, 7:0 Tore und zwölf Punkte. Das ist nicht die Ausbeute vom FC Rosengård sondern von seinem derzeit einzigen Konkurrenten (?) Eskilstuna United. Das Spiel bei Kristianstads DFF, auf Vilans IP, einem von drei Sportplätzen in der Liga, die noch Naturgras haben, war keine größere Herausforderung für die Truppe von Viktor Eriksson.

Leider aber bin ich ziemlich sicher, dass Eskilstuna auch keine größere Herausforderung für den FC Rosengård sein wird. Das Spitzenspiel steigt am 17.Mai in Eskilstuna.

Noch eine Randnotiz: Die ersten 20 Spiele der Damallsvenskan 2015 hatten etwas weniger Zuschauer als das gestrige deutsche Pokalfinale zwischen Turbine Potsdam und dem VfL Wolfsburg.

Erster Dreier für KIF

KIF Örebro – Mallbacken IF Sunne (0:1) 2:1
Tore: 0:1 Mimmi Larsson (24.), 1:1 Elin Magnusson (70.), 2:1 Sanna Talonen (Foulelfmeter 77.)

Schreibts an alle Wände: Schiedsrichter sollten nicht primär ihres Geschlechts wegen ausgewählt werden. Leider ist das im Frauenfußball so. Zumindest hier in Schweden.

Annika Andric ist mir im Laufe der Jahre immer wieder durch spektakuläre Fehlentscheidungen aufgefallen, am Samstag verschaffte sie KIF Örebro den ersten Dreier der Saison. Beim Stand von 1:1 zog Sarah Bergman etwa drei Metr vor dem Strafraum unübersehbar an der Schulter von Namensvetterin Sarah Michael und die bullige Nigerianerin schaffte es bis in den Strafraum und sank dann wie ein waidwund geschossener Schwan in sich zusammen. Andric entschied auf Strafstoß und Sanna Talonen sicherte den Dreier.

Richard Nilsson und seine KIFerinnen freuten sich wie die Schneeköniginnen über den ersten Saisonsieg, aber das Team ist mit dem von 2014 nicht nur personell nicht vergleichbar. Der moderne, kontrollierte Offensivfußball, mit dem sich Örebro im letzten Drittel der vergangenen Saison viele neue Freunde machte, ist nur noch eine blasse Erinnerung.

Damit nicht gesagt, dass KIF in der zweiten Halbzeit nicht deutlich überlegen war und Mallbacken sich darauf beschränken musste, Bälle einfach aus der eignen Hälfte zu dreschen. Aber KIF Örebro hat keine Methode, keine Variation im Spiel. Das mag kommen, wenn endlich Lisa Dahlkvist wieder unbeschränkt einsetzbar ist.

Therese Sjögran hört auf und macht was Neues

Die Pressekonferenz in Malmö heute um 14.00 Uhr hätten sie sich wirklich sparen können, denn alle wussten, worum es ging. Therese Sjögran wird nach der WM ihre Karriere als Fußballspielerin beenden und die Position des Sportchefs vom FC Rosengård übernehmen. Zunächst und wohl einige Monate lang mit dem heutigen Stelleninhaber Erling Nilsson als Mentor.

Das letzte Spiel Schwedens bei der WM wird demnach wohl auch Sjögrans letztes Spiel sein. In der Damallsvenskan wird ihre letzte Begegnung dann am 21.05. das Skånederby gegen Kristianstad sein.

Damit geht eine der längsten Karrieren im schwedischen Frauenfußball zu Ende. Mit weit mehr als 200 Länderspielen und fünfzehn (!) Spielzeiten für Malmö FF, LdB FC Malmö bzw. FC Rosengård.

Schön, dass die 38-Jährige (“Der Körper macht nicht mehr mit.”) dem Topfußball in Schweden erhalten bleibt.

3. Spieltag fast fertig

Piteå IF – KIF Örebro (0:1) 1:1
Tore: 0:1 Lisa Dahlkvist (16.), 1:1 Hanna Pettersson (86.)

Vizemeister Örebro startet also mit zwei Unentschieden und einer Niederlage in die neue Saison. Sollte auch Linköping am Mittwoch nicht bei Hammarby gewinnen können, dann sind Rosengård und Eskilstuna erst mal weg. Noch schlimmer: Lisa Dahlkvist konnte nur eine Halbzeit spielen, die Hüftverletzung machte sich wieder bemerkbar und heute streute die 28-Jährige ihre Sorgen um die WM in die Öffentlichkeit. Pia Sundhage und Örebro-Trainer Richard Nilsson werdens nicht gerne hören, nachdem auch schon Örebro-Neuzugang Hanna Folkesson die Saison 2015 abschreiben musste.

Jetzt gibts auch die erste Tabelle mit ein wenig Aussagekraft:

 

da

In der Torjägerinnenliste führt Ramona Bachmann (Rosengård) mit fünf Treffern. Anja Mittag liegt mit drei Toren auf dem zweiten Rang.

Therese Sjögran kritisiert UWCL-Modus

Nach dem Gesamtergebnis von 13:0 zwischen dem deutschen Vertreter 1.FFC Frankfurt und dem dänischen Tabellenführer Brøndby IF kritisiert die schwedische Rekordnatioalspielerin Therese Sjögran das Verfahren. Sie meint, das solche Ergebnisse nicht gut für den Frauenfußball sind.

In der Abendzeitung Kvällsposten sagte die 38-Jährige: “Ich finde, man sollte von Beginn an setzen. Jetzt spielten PSG und Lyon im Achtelfinale gegeneinander und Lyon schied aus. Und dann erreicht eine Mannschaft wie Brøndby das Halbfinale. Da kommen die Mannschaften weiter, die eigentlich nicht gut sind. Ich hoffe, dass sie sich das gesamte Auslosungssystem anschauen und stattdessen Mannschaften setzen.” Sjögran plädiert dafür, dass die Mannschaft mit dem höchsten Koeffizienten im Achtelfinale auf die mit dem niedrigsten trifft usw.

Natürlich muss das System überarbeitet werden. PSG gegen Lyon in dieser Saison, Lyon gegen Potsdam in der Saison zuvor oder auch PSG gegen Tyresö sind Ansetzungen in einem Achtelfinale, die nicht vorkommen sollten.

Natürlich spricht aus Sjögrans Kritik auch die eigene Enttäuschung, dass man abermals selber gescheitert ist. Denn zu behaupten, dass Brøndby nicht in ein Halbfinale gehört, ist auch ungerecht. Linköping ist mit 0:1 und 1:1 an den Däninnen gescheitert. Dasselbe Linköping, das in der letzten Saison beide Ligaspiele gegen den FC Rosengård, für den Therese Sjögran spielt, gewonnen hat. Taktisch gut aufgestellt, gewannen die Kopenhagenerinnen gegen Linköpings FC, das auf nahezu jeder Position zumindest auf dem Papier besser besetzt ist. Das muss man anerkennen. Ich habe selber vorausgesagt, dass Brøndby Kanonenfutter für den 1.FFC Frankfurt werden wird und bin dafür von dänischen Fans kritisiert worden. Nach dem 0:13 haben sie sich nicht mehr gemeldet.

Was muss denn passieren, damit die Champions League interessanter wird? Ja, in der Tat muss man Begegungen wie Lyon – PSG im Achtelfinale durch ein intelligenteres Setzungssystem vermeiden. Um es gerecht zu machen, muss man Mathematik zu Hilfe nehmen. Bezieht man sich dabei nur auf internationale Spiele, können schnell zusammengestellte Spitzenteams wie Tyresö und PSG durch das Sieb fallen und gegen Rosengård oder Wolfsburg gelost werden. Um das zu vermeiden, müssten die Ligen noch stärker gewichtet werden und auch Ligapiele in die Wertung einfließen.

Schaut man sich die Koeffizientenrangliste der UEFA für die Saison 2014/15 an, ist Frankfurt 12. und Brøndby 14. in Europa, dazwischen befindet sich lediglich der NOSV Neulengbach. Das 13:0 in zwei Spielen hätte durch den Koeffizienten nicht vermieden werden können.

Würde Therese Sjögrans Vorschlag, dass das Team mit dem besten Koeffizienten jeweils gegen den Vertreter mit dem schwächsten Koeffizinten spielen müsste, angenommen, das Achtelfinale in dieser Saison hätte so ausgesehen:

Olympique Lyon – Gintra (Litauen)
VfL Wolfsburg – Bristol City
ASD Torres – FC Zürich
FC Rosengård – FC Barcelona
Fortuna Hjørring – Glasgow City
1.FFC Frankfurt – Zvezda 2005
Neulengbach – Paris Saint-Germains
Brøndby – Linköpings FC

Dabei muss erwähnt werden, dass unter den 16 Vertretern der italienische Club ASD Torres noch vor Rosengård und Frankfurt auf der Rangliste der UEFA residiert. Und Fortuna Hjørring ist der fünftbeste Club unter den 16 Teilnehmern.

Meiner Meinung nach gehört das gesamte System reformiert. Wir brauchen: Deutlich mehr Startgeld für die 32 besten Clubs. Statt wie bislang 20.000 € pro Runde bis zum Halbfinale sollte die UEFA 100.000 € zahlen. verglichen mit den Herren ist das immer noch nicht einmal Taschengeld, aber immerhin ein Anfang.

Wir brauchen auch mehr als zwei Vertreter aus den besten Ligen Europas. Die besten drei Ligen in Europa sind nach dem aktuellen UEFA-Koeffizienten Deutschland (30,249 Pkt.), Frankreich (25,905) und Schweden (20,295). Dass knapp hinter Schweden mit 19,305 Punkten England rangiert, liegt am guten Abschneiden der Arsenal Ladies, aber auch an der Halbfinalteilnahme der Birmingham Ladies von 2013/14. Birmingham ist in der UEFA-Rangliste übrigens zwei Plätze besser als PSG!!! Lasst aus den drei besten Ligen Europas jeweils vier Teams an der UWCL teilnehmen. Dann aus den Ligen auf den Plätzen 4-6 je drei Teams. Bei gegenwärtig England, Russland und Italien würde das sicher auch zu schwachen Teilnehmern führen, aber man muss eine Lösung auch sportpolitisch durchsetzen können. Aus den Ligen auf den Rängen 7-9 kommen je zwei Vertreter. Das sind Spanien, Dänemark und Tschechien. Die verbleibenden fünf Plätze in einem 32er Startfeld werden durch eine Qualifikation vergeben. So bekommen wir 32 Teilnehmer aus 14 Ländern. Der Rest hat sich nicht qualifiziert.

Dann gibt es acht Gruppen à vier Teams. In jeder Gruppe wird ein Team gesetzt. Die beiden besten Teams kommen weiter ins Achtelfinale. Die acht Gruppensieger werden im Achtelfinale den acht Gruppenzweiten zugelost und können lediglich nicht gegen ihren Gruppenpartner spielen.

Der Wettbewerb sollte vom Modus her weitgehend dem der Männer angeglichen werden mit einer etwas anderen Zusammensetzung.

Durchmarsch

Vittsjö GIK – FC Rosengård (0:0) 0:4
Tore: 0:1 Ramona Bachmann (51.), 0:2 Ramona Bachmann (54.), 0:3 Anja Mittag (60.), 0:4 Sara Björk Gunnarsdottir (62.)

Gewohntes Bild. Rosengård kieg in der ersten Halbzeit das Spiel nicht in den Griff, dominiert dann aber total in der zweiten. Aufregendste Szene: Als Schiedsrichterin Annika Andric nach einem Foul von Kirsty Yallop der Neuseeländerin die rote Karte zeigt. Irrtümlich. Alle sind entsetzt. Dann fummelt Andric in ihrer Hose herum und holt die gelbe Karte raus und zeigt die Yallop. Fasst die entsetzte Neuseeländerin an beiden Oberarmen an und erklärt ihr, dass sie doch weiterspielen darf. Farbenblind?
Rosengård jetzt mit 13:1 Toren aus drei Spielen und die wichtigsten Konkurrenten haben schon Punkte abgegeben. Durchmarsch. Immer noch nicht einmal auf der Bank von Vittsjö: Linda Sällström.

AIK – Mallbacken (0:1) 0:1
Tor: 0:1 Sarah Bergman (32.)

Der Aufsteiger siegt im Sechspunktespiel der Abstiegskandidaten. Nur 132 (!!) Zuschauer auf dem Ausweichplatz im Stockholmer Vorort Vällingby. Sarah Bergmans Tor war eine schöne Einzelaktion mit einer Heberflanke vom rechten Flügel nach toller Ballannahme.

Ergebnisse

Schwedischer Pokal, Viertelfinale (22.04.)

KIF Örebro – Piteå IF (5:0) 5:1
Tore: 1:0 Julia Spetsmark(10.), 2:0 Sarah Michael (11.), 3:0 Linda Hallin (20.), 4:0 Sanna Talonen (30.), 5:0 Sanna Talonen (33.), 5:1 Pauline Hammarlund (94.)

Piteå spielte fast mit einem B-Team. Lisa Dahlkvist absolvierte ihr erstes Pflichtspiel für den neuen Club Örebro. Am Sonntag treffen beide Teams in der Damallsvenskan in Piteå aufeinander.

Hovås Billdal – Linköpings FC (0:0) 0:2
Tore: 0:1 Fridolina Rolfö (61.), 0:2 Pernille Harder (77.)

Ausgeglichen in der ersten Hälfte, dann brachte die eingewechselte Rolfö die Entscheidung. Hovås Billdal wird von vielen als Kandidat für den zweiten Aufstiegsplatz gesehen. Spielertrainerin des Zweitligisten ist die 36-Jährige Finnin Jessica Julin.

Damallsvenskan

Do, 23.04.

Eskilstuna United – Umeå IK (1:0) 2:0
Tore: 1:0 Olivia Schough (18.), 2:0 Annica Svensson (59.)

Dritter Sieg im dritten Spiel für den Aufsteiger von 2014 und Tabellenführung bis mindestens Samstagnachmittag. Über 1.000 Zuschauer. Bei Umeå spielten Lina Hurtig und Jenny Hjohlman wieder nach Verletzungen.

Fr, 24.04.

Kristianstads DFF – Kopparberg/Göteborgs FC (2:0) 3:1
Tore: 1:0 Nellie Karlsson (6.), 2:0 Nellie Karlsson (31.), 3:0 Johanna Rasmussen (50.), 3:1 Rebecca Blomqvist (90.)

Nach drei Runden ist der Meisterschaftstraum wohl bereits ausgeträumt für Göteborg, nachdem man schon fünf Punkte gegen Piteå und nun Kristianstad hat liegen lassen. Göteborgs Abwehr wird als Achillesferse gesehen, ebenso das Fehlen von Klasse im defensiven Mittelfeld.

Leichtes Spiel

Nicht mehr als eine Pflichtaufgabe war das Viertelfinale im schwedischen Pokal für Meister FC Rosengård. Mit 4:0 war der Sieg beim Tabellenführer der zweiten Liga Djurgården eher im Bereich Unterkante. Hätten die Gäste ernst gemacht, es hätte auch zweistellig enden können. Tore: 0:1 Kirsten van de Ven, 0:2 Therese Sjögran, 0:3 Eigentor, 0:4 Therese Sjögran.

Goalkeeperin Zecira Musovic musste zweimal einen Ball nach einer Hereingabe fangen, das wars.

Will man kritisch sein, dann hätte Rosengård mehr Tore machen müssen, mindestens vier weitere. Da würde ich Trainer Tilly raten, sein Team etwas mehr anzustacheln, denn es ist extrem wichtig, das Momentum zu entwickeln, das man dann in den großen Matches braucht. Es wird u.a. auch in solch scheinbar unwichtigen Begegnungen aufgebaut. Mich beeindruckte, dass Colin Bell am Sonntag bein Stand von 4 oder 5:0 seine Frankfurterinnen immer noch anraunzte, weil sie zu leichtfertig Chancen vergaben. Ich glaube, dass die Mannschaft letztlich davon profitiert.

Wolfsburg vor dem Aus

PSG vor dem Sechzehntelfinalspiel bei Tyresö FF im Herbst 2013.

PSG vor dem Sechzehntelfinalspiel bei Tyresö FF im Herbst 2013.

Das 0:2 des VfL Wolfsburg gestern Abend gegen die aufstrebende Mannschaft von Paris Saint Germains kam in mehrerer Hinsicht unerwartet. Erstens hatten viele das Viertelfinalspiel gegen den schwedischen Meister FC Rosengård zum vorweggenommenen Finale hochstilisiert und danach vom rein deutschen Finale in Berlin geredet und zweitens war die Art, wie der Sieg der Mannschaft von Farid Benstiti zustande kam bemerkenswert: Wolfsburg hatte nur eine einzige Torchance, Paris war die klar bessere Mannschaft und das Mittelfeld war eindeutig in Gästehand.

Die Ausfälle von Nadine Keßler (kommt sie noch mal zurück nach der achten Knieoperation?) und Lena Goeßling waren dieses Mal nicht zu kompensieren. In Malmö gelang das noch, da spielte vor allem Vanessa Bernauer glänzend. Und vorne war Alexandra Popp eine wuchtige, eiskalt verwandelnde Targetstürmerin.

Popp ins Mittelfeld zu stecken sollte ein genialer Schachzug von Ralf Kellermann werden, erwies sich aber als Flop. Zwar war die Nationalsspielerin gewohnt bemüht, bekam aber gegen die wesentlich stärker agierenden Caroline Seger und vor allem Shirley Cruz Traña keine Deutungshoheit über das zentrale Mittelfeld. Vorne zeigte die von mir sehr geschätzte Japanerin Yuki Ogimi einmal mehr, dass sie in Wolfsburg ein Fehleinkauf ist. Denn Ogimi kann wesentlich mehr. Die Norwegerin Caroline Graham Hansen spielte, wie schon früher in Tyresö, gewohnt eigensinnig und vertändelte des öfteren.

Nilla Fischer bekam ihre Abwehr nicht in den Griff und der früh gegebene Elfmeter (zweifelhaft) durch die schwache schwedische Schiedsrichterin Pernilla Larsson, die leider bei der WM pfeifen darf, tat sein Übriges.

Aber: Alle Serien reißen und alle Imperien fallen früher oder später. So wie der VfL Wolfsburg selber mit einer großartigen taktischen Leistung seinerzeit den französischen Meister Olympique Lyonnais an der Londoner Stamford Bridge vom Europathron gestoßen hatte, so gelang dies gestern dem französssischen Vizemeister in der AOK Arena in Wolfsburg. Dem europäischen Fußball dürfte das letztlich gut tun, wenn in Deutschland am 14. Mai nicht zwei deutsche Mannschaften den UWCL-Titel unter sich ausmachen.

Farid Benstiti, so sagte seine Spielerin Shirley Cruz Traña nach der Partie, trüge großen Anteil an diesem Sieg, da er das Spiel Wolfsburgs bestens analysiert habe und somit die Grundlage für sein Team geliefert habe. Im Rückspiel, so sagten sowohl Benstiti wie auch Cruz Trañna, werde man aber vorsichtig sein. Der Respekt vor Wolfsburg ist nach wie vor groß, aber wenn Kellermanns medizinische Abteilung nicht wenigstens Lena Goeßling aus dem Hut zaubern kann, dann wird die Vorherrschaft um das Mittelfeld tendenziell wieder bei PSG landen. Oder?

Übrigens fehlten auch bei den Französinnen Leistungsträgerinnen: Die Abwehrspielerinnen Laura Georges und Josephine Henning etwa und natürlich Lira Alushi.

Eskilstuna auf zwei

Vittsjö GIK – KIF Örebro 0:0

Mallbacken IF Sunne – Eskilstuna United (0:1) 0:2
Tore: 0:1 Louise Quinn (32.), 0:2 Gaelle Engamanouit (65.)

Nach zwei Spieltagen liegt der letztjährige Aufsteiger Eskilstuna United auf dem zweiten Platz der Damallsvenskan. Das muss noch nichts besagen, zwei Spieltage sind zwar knapp 10% der gesamten Saison, aber dennoch nicht langfristig aussagekräftig.

Dennoch konnte man auch gestern wieder sehen, dass sich die Mannschaft von Trainer Viktor Eriksson gezielt verstärkt hat. Die Isländerin Gloris Vigosdottir in der Abwehr und vor allem Petra Larsson im zentralen Mittelfeld heben das Niveau deutlich und ebenfalls positiv, dass nun Olivia Schough endlich zeigen kann, was in ihr steckt, im Zusammenspiel mit der physisch sehr starken Kamerunerin Gaelle Engamanouit.

Eskilstuna spielt in diesem Jahr ein ausgeprägtes 3-5-2 System, in dem gestern besonders Ex-Nationalspielerin Annica Svensson stets weit in der gegnerischen Hälfte stand und von der rechten Seite den Aufsteiger Mallbacken unter Druck setzte. Mallbacken hatte durchaus ein paar Chancen, wird aber wahrlich weit unten spielen und sich mit AIK schon in der nächsten Runde den Kampf um Platz 12 liefern.

Vittsjö bleibt ungeschlagen nach dem 0:0 gegen Vizemeister KIF Örebro. Linda Sällström immer noch nicht einsatzfähig aufgrund neuerlicher Knieprobleme(die Finnin hat zuvor mehr oder weniger zwei Jahre aufgrund dreier Kreuzbandrisse aussetzen müssen). Bei Örebro bestätigt sich, was ich befürchtet hatte: Nachdem die Mannschaft letztes Jahr aufgrund ihrer Eingespieltheit seit mehreren Jahren weit oben mitspielen konnte, haben die vielen Personalveränderungen (warum?) ein Team generiert, das sich nun erst finden muss. Die beiden Tschechinnen Irene und Lucie Martinkova vermisst man ebenso schmerzlich wie Annika Kukkonen. Neuzugang Hanna Folkesson fällt die gesamte Saison wegen ihres Kreuzbandrisses gegen Dänemark aus und Lisa Dahlkvist könnte nächste Woche wieder einsatzbereit sein, heißt es.

In der Torschützenliste nach zwei Runden führt Ramona Bachmann mit drei Toren vor Anja Mittag und Marta mit je zwei Treffern. Alle spielen für den FC Rosengård.

Verlorene Punkte

Kopparberg/Göteborgs FC – Piteå IF 0:0

Zwei Punkte hat Meisterschaftsmitbewerber Kopparberg/Göteborgs FC gestern Abend am heimischen Valhalla IP verloren. Und Piteå hat ordentlich mitgespielt, obwohl das Spiel an sich primär statistischen Wert hat. Eine Begegnung arm an Torraumszenen und Höhepunkten.

Ich habe schon früher berichtet, dass alle 132 Spiele der Saison live im TV oder Internet gezeigt werden und das gestrige Spiel habe ich ebenso über weite Strecken gesehen wie die ersten drei Begegnungen des zweiten Spieltags.

TV4 liefert einfache Produktionen. Es gibt einen Reporter, der im Prinzip überall in Schweden (oder anderswo) sitzen könnte, meistens aber wird aus dem Studio in Stockholm kommentiert. Vor Ort ist eine Hauptkamera, mit der man das ganze Spielgeschehen einfangen kann. Es gibt keine Aufnahmen von der Seitenlinie,keine Hintertorkameras etc. Aber, wir können eben nun alle Spiele, alle Tore sehen und in einer Stunde geht es schon wieder los mit der Begegnung Vittsjö GIK – KIF Örebro.

Zurück zum Göteborger Spiel. Trainer Stefan Rehn (Göteborg): “Wir haben wie in Zeitlupe gespielt. Alles, was wir taten war langsam und verkrampft. Es ist lange her, dass wir in einem Spiel so wenig Chancen hatten. Keine hat ihr Normalform erreicht, ich weiß nicht, woran das lag, vielleicht Lampenfieber vor dm ersten Heimspiel”, summierte Rehn.