Katrin Schmidt für Schweden?

Bald könnte es dann doch noch Realität werden. Wie aus mehreren Tweets auf der Plattform Twitter hervorgeht, hat Hammarbys zentrale Mittelfeldspielerin Katrin Schmidt die schwedische Staatsbürgerschaft beantragt. Da die 29-Jährige lediglich für die deutsche U19 gespielt hat, wäre eine Nominierung in Schweden sofort möglich, sobald Schmidt einen schwedischen Pass hätte.

Seit mehreren Jahren gehört Katrin zu den besten Mittelfeldspielerinnen der Damallsvenskan, was vonseiten des DFB geflissentlich ignoriert wurde, wohl weil man prinzipiell keine Spielerinnen nominiert, die nicht durch alle DFB-Instanzen gegangen und entsprechend geschult worden sind. Das Potential und die Leistung sind da erst einmal zweitrangig. Schmidt war mit 19 in die USA gegangen und hatte an der Florida State University gespiel. Danach ging es weiter in Tyresö, zuletzt gewann sie mit LdB FC Malmö / FC Rosengård zweimal hintereinander die schwedische Meisterschaft und spielt nun für Aufsteiger Hammarby. Wir dürfen gespannt sein…

Ramona Bachmann auf dem Sprung

Ramona Bachmann im  CL-Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Spielt sie bald für den einstigen Gegner?

Ramona Bachmann im CL-Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Spielt sie bald für den einstigen Gegner?

Am Mittwochabend hat sie sich verletzt und wird möglicherweise nicht am Sonntag im Pokalfinale in Linköping spielen können. Ramona Bachmann, die fast ihr ganzes junges Erwachsenenleben in Schweden verbracht hat, ist wohl auf dem Sprung nach Deutschland.

Gestern gab es Gerüchte auf Twitter, dass sie den FC Rosengård schon dieser Tage verlassen könnte. Die werden heute in der Zeitung Sydsvenska Dagbladet von der neuen Spielersportchefin Therese Sjögran sowie dem Vereinsboss Klas Tjebbe heftig dementiert. Bachmann habe einen Vertrag bis zum Ende der Saison und werde diesen erfüllen.

Für den VfL Wolfsburg, der im Gespräch ist, würde ein Wechsel natürlich jetzt besser passen, da die Saison bald beginnt und da Bachmann, hinter der man schon länger her ist, bei Spielen in der Champions League für Rosengård und einem Wechsel nach dem Ende der Damallsvenskan nicht für einen weiteren Verein Champions League spielen dürfte.

Für den FC Rosengård wäre es nach dem Weggang von Anja Mittag ein zweiter, herber Verlust, der ebensowenig wie die Deutsche noch adäquat zu ersetzen ist in einer Zeit, in der die grossen Vereine mit dicken Geldbörsen allmählich auch den Frauenfussball dominieren werden. Es geht um Ressourcen und die Champions League kann realistisch jetzt und in den kommenden Jahren nur von vier Vereinen gewonnen werden. Zumindest in dieser Hinsicht hat sich der Frauenfussball dem Männerfussball nun doch in rasanter Fahrt angeglichen.

Tabitha Chawinga schiesst Kvarnsveden in die Damallsvenskan

Noch ist es lange nicht sicher, aber es sieht wirklich so aus, als sollte die 19-Jährige Tabitha Chawinga aus Malawi ihren Verein Kvarnsvedens KIK in die Damallsvenskan schiessen. Nach 16 Spieltagen hat die Afrikanerin unglaubliche 24 Tore erzielt und Kvarnsveden führt die Tabelle der zweiten Liga Elitettan mir fünf Punkten Vorsprung vor Topfavorit Djurgården aus Stockholm an.

Chawinga wurde durch einen puren Zufall entdeckt. 2013 waren Nachwuchsspielerinnen des Drittligisten Krokom IF im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts in Malawi. Sie sahen die damals 17-Jährige und waren dermassen beeindruckt, dass sie dem Verein nahelegten, zu versuchen Tabitha nach Schweden zu holen. Es klappte und 2014 spielte Chawinga in der dritten Liga und schoss in 22 Spielen 38 Tore. Kvarnsveden wurde auf die Stürmerin aufmerksam und nun ist sie auf dem Weg in die Damallsvenskan, wo sicher auch schon viele Clubs ein Auge auf die 19-Jährige Malawierin geworfen haben.

Hinter Djurgården (36 Punkte) haben auch Limhamn Bunkeflo (35) und Hovås Billdal (34) noch Aufstiegschancen. Weiter zurück liegen Aufsteiger IFK Kalmar (31) und Sirius aus Uppsala (30). Hinter Sirius tut sich zwischen dem sechsten und siebten Rang mit zehn Punkten Differenz (!!!) ein kleiner Graben auf.

Natasa Andonova entscheidet Spitzenspiel

Trotz Live-Übertragung im TV kamen am Mittwochabend 5.583 Zuschauer zum Spitzenspiel der Damallsvenskan in Eskilstuna, wo die Gastgeberinnen auf den amtierenden Meister und Tabellenführer FC Rosengård trafen.

Beflügelt von der Rekordkulisse war die Heimmannschaft am Anfang am Drücker und erzielte die vielumjubelte Führung durch die Engländerin Vaila Barsley. Schon gegen Ende der ersten Halbzeit jedoch kam Rosengård besser ins Spiel und in der zweiten Hälfte sorgte dann die aus Potsdam gekommene Natasa Andonova mit zwei Toren innerhalb von nur vier Minuten für die Wende.

“Am Anfang haben wir es nicht geschafft, hinter deren Abwehrkette zu kommen, also haben wir den Spielerinnen gesagt, sie sollen mehr von draussen schiessen. Früher oder später geht einer rein,” so Assistenztrainer Daniel Nilsson.

Mit dem wichtigen Sieg hat Rosengård jetzt doch wieder alles in der Hand, um den dritten Meistertitel in Serie nach Malmö zu holen.

Eskilstuna United – FC Rosengård (1:0) 1:2
Tore: 1:0 Vaila Barsley (15.), 1:1, 1:2 Natasa Andonova (54., 58.)
Zuschauer: 5.583

Pia Sundhages altes Lied: Zu viele Ausländerinnen

Nach der völlig verkorksten WM sagte Pia Sundhage zunächst, dass sie die Nationalspielerinnen viel zu spät von den Vereinen bekommen habe. Die Vorbereitung sei viel zu kurz gewesen. Damit hatte sie sich selber von jeder Verantwortung an der desaströsen Leistung ihres Teams freigesprochen. Dann versprach sie eine Schwedenrundreise, um ein besseres Verhältnis zu den zwölf Clubs der Damallsvenskan aufzubauen.

Gestern nun schlägt die 55-Jährige wieder mal drauf. Es gäbe viel zu viele Ausländerinnen in den Topvereinen der Liga, weshalb sich schwedische Talente nicht entwickeln könnten. Es ist das alte Lied der Nationaltrainerin, die schon mal dann und wann gerne Oldies aus den 60ern und 70ern zum Besten gibt.

Und dann wird es sehr peinlich – sie verweist auf die U19-Europameisterinnen von 2012:

“Diejenigen, die 2012 herausragend waren, zum Beispiel Malin Diaz, haben noch nicht die Spitze der Damallsvenskan erreicht, leider. Bis 19 erzielen wir sehr gute Ergebnisse, aber wir sind sehr schlecht darin, die Spielerinnen in die Damallsvenskan zu holen. Da müssen wir eindeutig viel besser werden, wenn wir mit den anderen Ländern konkurrieren wollen.”

Mein schwedischer Bloggerkollege Johan Rydén hat gestern Abend die Mannschaftsaufstellung des Finals aus der Türkei von 2012 herausgesucht: Jessica HöglanderHanna Glas, Amanda IlestedtJennie Nordin, Magdalena Ericsson – Therése Boström (Jonna Andersson, 34), Petra Andersson, Lina Hurtig(Julia Wahlberg, 113), Malin DiazPauline Hammarlund (Fridolina Rolfö, 104) und Elin Rubensson.

Jessica Höglander spielte zuletzt 2013 bei AIK und hat kürlich ein Baby bekommen. Hanna Glas spielt bei Umeå IK und ist in elf von elf Spielen in der Startelf gewesen. Amanda Ilestedt spielt beim FC Rosengård und ist dort Stammspielerin und spielt in der schwedischen A-Nationalmannschaft. Jennie Nordin spielt bei AIK und steht dort in der Startformation. Neun Einsätze, zwei Mal nicht dabei wegen Sperre nach gelbroter Karte. Magdalena Ericsson ist Stammspielerin bei Linköpings FC. Therése Boström spielt in der dritten Liga bei Umeå Södra FF, da sie in Umeå an der Universiotät studiert und ihre Ausbildung prioritiert. Jonna Andersson spielt bei Linköping. Petra Andersson ist Mannschaftskapitänin von AIK. Lina Hurtig spielt bei Umeå IK, laborierte zuletzt an kleineren Verletzungen, ist aber wieder dabei. Julia Wahlberg spielt bei Kopparberg/Göteborgs FC und in der U23-Nationalmannschaft. Malin Diaz spielt bei Eskilstuna United und ist dort Stammspielerin. Pauline Hammarlund spielt bei Piteå IF und ist gegenwärtig Torschützenkönigin der Damallsvenskan zusammen mit Ramona Bachmann. Fridolina Rolfö wäre vielleicht mit zur WM in Kanada gekommen, wenn sie nicht verletzt gewesen wäre. Sie ist eine wichtige Offensivspielerin für Linköpings FC. Elin Rubensson war bei der WM dabei und spielt bei Kopparberg/Göteborgs FC, allerdings nicht auf der Position, die Pia Sundhage bevorzugen würde.

Lediglich zwei Spielerinnen aus der Finaltruppe gegen Spanien von 2012 spielen also nicht in der Damallsvenskan. Pia Sundhage sollte ihre Hausaufgaben machen, bevor sie sich mit solch unqualifizierten Äusserungen in die Öffentlichkeit begibt. Aber die Aussage Sundhages ist im Gegenteil dann wirklich ein Beispiel dafür, dass sie sich um junge Nachwuchsspielerinnen nur sehr unzureichend kümmert.

Weiter beklagte die Fusballlehrerin in dem Interview mit der Zeitung Aftonbladet, dass es in den Topvereinen zu wenig zentrale Mittelfeldspielerinnen mit schwedischem Pass geben würde. Blogger Rydén weist nach, das sehr wohl 13 Schwedinnen auf zentralen Mittelfeldpositionen in dieser Saison bei den sechs Topclubs aktiv waren. Möglicherweise seien die ihr aber nicht gut genug, so Rydén.

Zum Schluss sagt sie, sie möchte es so haben wie zu ihrer Zeit in den USA. Da hätten sich die Vereine der Profiliga auch freiwillig darayuf verpflichtet, nicht mehr als vier Ausländerinnen zu verpflichten. Auf diese Weise würde man die “Dutzendspielerinnen” aus dem Ausland loswerden, die ihr schon immer ein Dorn im Auge waren.

Rosengård hat kein Problem mit AIK

AIK wird seinen Ruf als Fahrstuhlmannschaft wohl beibehalten, trotz des eifrigen Einsatzes der neuen Trainerin Nazanin Vaseghpanah. Am Sonntagnachmittag setzte es mit dem 0:4 in Malmö gegen den FC Rosengård die zehnte Niederlage im elften Spiel. Das Torverhältnis liegt nun bei 4:30. Piteå dagegen siegt weiter und auch der Vorletzte Mallbacken wird wohl in elf Spielen den Gang in die Elitettan antreten dürfen, weil der Schritt zwischen zweiter und erster Liga in Schweden nach wie vor ein Schritt mit Siebenmeilenstiefeln. Wenn man sich nicht mit zwei erfahrenen Qualitätsspieleinnen in JEDEM Mannschaftsteil verstärkt, dann geht es nicht.

Piteå IF – Mallbackens IF Sunne (1:0) 2:1
Tore: 1:0 Pauline Hammarlund (41.), 2:0 Hanna Pettersson (54.), 2:1 Zoe Ness (58.)
Zuschauer: 1692

FC Rosengård – AIK (1:0) 4:0
Tore: 1:0 Ramona Bachmann (12.), 2:0 Kirsten van de Ven (48.), 3:0 Ramona Bachmann (54.), 4:0 Therese Sjögran (60.)
Zuschauer: 880

Die Tabelle nach elf von 22 Spieltagen:

11

In der Torschützenliste liegen Ramona Bachmann (Rosengård) und Pauline Hammarlund (Piteå) mit je neun Treffern gleichauf. Dahinter mit sieben Toren die Kamerunerin Gaelle Engamanouit (Eskilstuna). Anja Mittag hält mit sechs Toren noch einen guten vierten Platz.

Zusammen mit ihrer ehemaligen Mannschaftskameradin Ali Riley führt Anja sogar immer noch die Assisttabelle mit fünf Punkten an.

Diem 66 Spiele der Hinrunde wurden von insgesamt 46 915 Zuschauern gesehen, das ergibt einen Schnitt von 711 Zuschauern. Damit sind wir auf dem Weg zum schwächsten Ergebnis seit 2010, als lediglich 653 pro Spiel kamen. Ob die Live-Übertragung aller Spiele da eine Rolle spielt? Die Zuschauerzahlenb pro Spiel auf TV4 Play hat der Fernsehsender bislang nicht veröffentlicht.

Mit Jennie Nordin (AIK) und Anna Lindblom (Hammarby) wurden lediglich zwei Spielerinnen aufgrund zweier gelber Karten mit gelbrot in die Dusche geschickt.

Und schon am Mittwoch beginnt die Rückrunde mit dem Knaller zwischen Eskilstuna (2) und Rosengård (1). Da ist durchaus mit einem signifikanten Anstieg der Zuschauerzahlen zu rechnen.

Jack Majgaard Jensen neuer Trainer des FC Rosengård

Therese Sjögran wird heute vorerst zum letzten Mal auf der Bank des FC Rosengård sitzen. Ab morgen übernimmt der 42-Jährige Däne Jack Majgaard Jensen die sportliche Verantwortung für den schwedischen Meister. Majgaard Jensen hat früher schon die U20 von Malmö FF sowie die Herren von Lund SK in Schweden trainiert. Zuletzt war er Trainer des dänischen Zweitligisten Lyngby BK, wurde dort aber im Mai zusammen mit seinem schwedischen Assistenten Jonas Eidevall entlassen. Eidevall war der Vorgänger von Markus Tilly, der jetzt wegen Krankschreibung ersetzt werden musste.

Majgaard Jensen hat keinerlei Erfahrung mit Frauenteams, dennoch ist sich der Verein sicher, den richtigen Trainer gefunden zu haben.

“Wir haben das bekommen , was wir wollten, eine erfahrene und starke Stimme, die direkt ihren Stempel aufsetzen kann ohne eine lange Startzeit zu benötigen,” sagte Roesngårds Vorsitzender Klas Tjebbe. “Was die Mannschaft jetzt braucht, ist Ruhe und einen Trainer mit Erfahrung auf hohem Niveau. Jack Majgaard Jensens Vertrag geht bis um letzten November mit einer Option auf Verlängerung. Über alles andere kümmern wir uns später. Markus (Tilly) hat eine Krankheit, von der selbst die Ärzte nicht wissen, wie lange der Heilungsprozess dauert. Das Wichtigste für uns ist, dass es ihm gut geht, es dauert so lange es dauert.”

Alle lassen Federn

Lange Zeit sah es am Freitagabend so aus, als sollte sich Eskilstuna zumindest vorübergehend auf vier Punkte absetzen können, aber dann traf Vittsjö doch noch hochverdient um Ausgleich. Am Donnerstag war Linköping ein zweites Mal auswärts wie gelähmt und die frischgebackene, eingewechselte Europameisterin Stina Blackstenius ärgerte sich masslos darüber, dass sie eine Chance zum Ausgleich nicht nutzte. Hammarby kann zu Hause einfach nicht gewinnen und die Enttäuschungsmannschaft der Hinrunde, KIF Örebro, bewegt sich jetzt doch noch Richtung obere Tabellenhälfte. Im einzelnen:

Kopparberg/Göteborgs FC – Linköpings FC (1:0) 1:0
Tor: 1:0 Manon Melis (18.)
Zuschauer: 420

Vittsjö GIK – Eskilstuna United (0:1) 1:1
Tore: 0:1 Gaelle Engamanouit (22.), 1:1 Jane Ross (82.)
Zuschauer 454

Hammarby DFF – Umeå IK (0:1) 1:1
Tore: 0:1 Jenny Hjohlman (24.), 1:1 Elina Johansson (50.)
Zuschauer: 425

KIF Örebro – Kristianstads DFF (1:1) 4:2
Tore: 1:0 Ogonna Chukwudi (27.), 1:1 Johanna Rasmussen (38.), 2:1 Lisa Dahlkvist (47.), 2:2 Therese Ivarsson (50.), 3:2 Marina Pettersson Engström (54., Elfmeter), 4:2 Sarah Michael (88.)
Zuschauer: 503

ffschweden im Gespräch mit Elisabet Gunnarsdottir

Die Isländerin Elisabet Gunnarsdottir ist mit ihren gerade mal 39 Jahren nicht nur die dienstälteste Trainerin der Damallsvenskan, sie hat auch schon vorher bereits vier Meistertitel mit Valúr auf Island gewonnen. In ihrer siebten Saison trainiert sie nun den Ers19244974684_4b5db9279e_kDer schwedische Fussballverband hat eine Tradition daraus gemacht, die Trainer der Damallsvenskan zu einem Lehrgang einzuladen, der jeweils während der Fussball-W stattfindet. Zusammen mit ihren elf Kolleginnen und Kollegen war Elisabet Gunnarsdottir diesen Sommer insgesamt elf Tage in Winnipeg und Edmonton und hat sich die WM teilweise vor Ort angeschaut.

Anlässlich des Auswärtsspiels bei Hammarby DFF vor gut zwei Wochen habe ich mich mit Elisabet im traditonellen Stockholmer Hotel des Teams getroffen, um die WM noch einmal mit einer Expertin Revue passieren zu lassen.

“Das war die beste Konferenz seit ich Trainerin in der Damallsvenskan bin,” berichtet Elisabet Gunnarsdottir und sagt, dass sie sehr viel dazu gelernt hat. Auch die gemeinschaftliche Matchanalyse nach den Spielen der Schwedinnen und den anderen Begegnungen, die man gemeinsam am TV verfolgt hat, bringt nach Meinung der Isländerin sehr viel.

Wie hast du die Stimmung vor Ort empfunden, ich habe gehört, dass es nicht so toll war, auch weil die Spielorte weit auseinander klagen, aber eben auch, weil viele Städte kaum Werbung für das Turnier gemacht haben,

“Wir hatten Glück, weil wir diue Gruppe der USA verfolgt haben und um deren Team war ja eine grossartige Stimmung. Auch bei den Spielen Chinas waren ziemlich viele Fans.”

 

Schon nach dem 10:0 Deutschlands gegen die Elfenbeinküste kam die erste Kritik an der Ausweitung des Teilnehmerfelds von 16 auf 24 Nationen. Was sagst du dazu?

“Nein, ich denke, das ist nur fantastisch,” sagt Elisabet Gunnarsdottir. “Es ist doch gerade das, was den Fussball in der ganzen Welt weiterbringt. Am Anfang hat man ein wenig darüber gesprochen, aber wenn man sich die Spiele angeschaut hat, gab es doch nicht so viele Mannschaften, die schlecht waren, wenn man das so sagen darf. Wenn man bedenkt, dass dies die erste WM mit so vielen Teams war, finde ich es toll, dass sich eigentlich statistisch nichts verändert hat, wenn man sich die Zahlen von geschossenen und kassierten Toren anschaut. Wir dachten in der Zeit, in der wir da waren und wirklich jedes Soiuel gesehen haben, dass es da unheimlich viele Teams gab, die taktisch sehr geschickt aufgetreten sind und dass es bedeutend mehr Einzelzpielerinnen gab, die richtig gut waren.”

Die Schlussfolgerungen sind also positiv und natürlich hat Gunnarsdottir Recht, wenn sie die Entwicklung des Fussballs anspricht,. Die Teilnahme an grossen Turnieren ist wichtiger als viele glauben für die fussballerische Entwicklung eines Landes. Sie inspiriert und entwickelt die Spielerinnen, die dabei sind, aber hinterlässt Spuren auch in grösseren Kreisen in den Teilnehmerländern.

Aber die Elfenbeinküste und Equador waren wohl nicht so gut? Elisabet stimmt mir zu, sagt aber auch: “Gleichzeitig hat man vielleicht eher nicht erwartet, dass Costa Rica und Kolumbien so gut soielen würden.”

Ich habe selber sehr viel Potential in den afrikanischen Teams gesehen und man fragt sich doch, was Nigeria hätte erreichen können, wenn es zum Beispiel die Spielerinnen aus der Damallsvenskan dabei gehabt hätte, mit Abwehrgigantin Faith Ikidi an der Spitze?

“Vielleicht hätte dieser spontane Fussball dann gar nicht so funktioniert,” überlegt Gunnarsdottir. “Nigeria war eine Supermannschaft und hat extrem viele Individuen,m die sehr gut sind. Starke Einzelspielerinnen, aber keine ausreichend gute Struktur.”

Speziell hier bei uns in Europa hörte man Spielerinnen sagen, dass Europa mehr Plätze haben sollte, z.B,. wenn Dänemark und Schottland dabein gewesen wären, hätte es doch diese Ausfälle von Ecuador und der Elfenbeinküste nicht gegeben?

“Das ist doch bei den Männern genauso. Es ist schon, diese Länder zu sehen, die spielen einen anderen Fussball, du weisst nie, was du erwarten kannst. Ich finde nicht, dass Europa mehr Plätze haben sollte und denke, dass dieses Modell hier den Fussball auf breiter Front entwickelt.”

Auch wenn du sagst, dass sich der Fussball seit 2011 auf breiter Front weiterentwickelt hat, Elisabet, gewann am Ende verdient die USA, die im Wesentlichen ihre altbekannten Tugenden verwendete: starke Physis, Schnelligkeit und eine einzigartige Einstellung. Da hat sich wenig verändert.

“Was die USA betrifft, muss man auch immer über die Ressourcen reden. Die haben sicher alles vom meisten Geld, der längsten Zeit mit ihren Spielerinnen. Sie haben 260 Millionen Einwohner und können unter einer Menge Spielerinnen wählen. Dennoch finde ich, dass der Rest der Welt den USA näher auf den Pelz gerückt ist. Auch wenn die USA seit 1999 nicht mehr gewonnen hatten, waren sie doch immer eines der überragenden Länder.
Früher war es so, dass du auf dem Spielerinnenmarkt leicht amerikanische Spielerinnen finden konntest, die in praktisch jeder Mannschaft sofort in die Startelf gekommen wären. Das ist deutlich schwieriger heute. Die Ligen sind stärker geworden, es ist schwer die amerikanische Spielerin zu finden, die nicht in der Nationalmannschaft spielt, aber sofort einen Platz in unseren Ligen kriegen könnte. Das sieht man überall in Finnland, Norwegen, Island, Dänemark und Schweden. Da merkt man, dass sich in der Entwicklung etwas getan hat.”

Welche Mannschaften haben dich enttäuscht in diesem Turnier?

“Schweden!” sagt Elisabet nach zwei Sekunden Pause. Ohne weiteren Kommentar.

“Ich war auch nicht sonderlich beeindruckt von Deutschland, nicht nur was die Platzierung anging. Das dachte ich schon während des ganzen Turniers. Wir haben Deutschland gegen Thailand im Stadion gesehen. In so einem Spiel ist es wichtig, dass du eine gute Leistung bringst und Tore machst, aber die Deutschen waren sehr ineffektiv und wirkten auch desinteressiert. Es gab nicht die Stars im deutschen Team, die man sonst immer gehabt hat. Dann war ich enttäuscht, dass Frankreich so früh ausgeschieden ist. Die Französinnen spielten instabil. Die spielen immer 50-60 Minuten lang einen fantastischen Fuissball, halten aber keine 90 Minuten durch. Das war eine Riesenenttäuschung und das kann man der französischen Liga anhängen. Da hast du vielleicht acht Spiele im Jahr, die richtige Fussballspiele sind mit einem guten Tempo und engem Spielverlauf. Ich glaube, dass die Liga Frankreich nicht dabei hilft, Erfolge mit der Nationalmannschaft einzufahren. Die waren in der ersten Halbzeit immer gut, unglaublich überlegen gegen Deutschland und dann hält man das nicht über das ganze Spiel durch.”

Die Überraschung im positiven Sinn war dann wohl dich England?

“Der Trainer der Engländerinnen, Mark Sampson, hat einfach Sachen riuskiert und England hat überrascht. Dann sind sie natürlich in der Hälfte des Turniers gewesen, die einfach leichter aussah. Ich finde aber auch, dass Australien überrascht hat. Die waren richtig, richtig gut, aber dasselbe da, es reichte für 60 Minuten und danach nicht mehr. Aber sie haben guten Fussball gespielt. China hat auch überrascht.”

“Aber weisst du, welches Team am meisten überrascht hat? Japan. Die sind als Weltmeisterinnen und trotzdem Aussenseiterinnen gekommen, was ich total komisch fand. Niemand hat doch vor derm Turnier ernsthaft gesagt, dass Japan das Finale erreichen würde. Erst während des Turniers hat man dann hier und da von ihnen gesprochen. Insofern haben sie praktisch ständig bis zum Finale überrascht. Und du musst erst mal sechs Spiele nacheinander gewinnen.”

Nachdem Schweden gegen Deutschland nach einer indiskutabel schlechten Leistung mit 1:4 im Achtelfinale verloren hatte, gaben Pia Sundhage und Lillie Persson den Clubs der Damallsvenskan die Schuld. Ihr hättet die Spielerinnen nicht oft genug freigestellt. Das muss doch mindestens zu erhobenen Augenbrauen bei euch geführt haben?

“Diese Diskussion war von Anfang bis Ende falsch,” sagt Elisabet Gunnarsdottir.

“Ich habe mit Pia erst vor ein paar Tagen zusammengesessen und wir haben darüber geredet. Schon in Kanada haben wir mit Teilen der Mannschaftsführung zusammengesessen und sie meinten, dass sie die Spielerinnen nicht oft genug bekommen hätten. Es ist doch nicht in Ordnung, dass wir da mit 12 Trainern sitzen und das Gefühl vermittelt bekommen, wir hätten das schlechte Ergebnis verursacht. Sicher haben wir beim einen oder anderen Lehrgang Probleme gemacht, aber ich finde das alles sehr unglücklich. Die Nationalmannschaft ist nach der WM natürlich unter Druck und sie geben Interviews, in denen sie die falschen Dinge sagen und dann wird man deshalb angeklagt. Das geht sehr schnell. Ich glaube, dass sie selber wissen, dass es nicht daran lag. Natürlich ist eine bessere Zusammenarbeit wichtig, da sind wir uns alle einig. Und füyr uns gilt es, die Nationalmannschaft und die Nationaltrainerin zu unterstützen. Ich finde es gut, dass Pia ihre angekündigte Schwedenreise begonnen hat und wir sind alle der Meinung, dass wir das Markenzeichen des schwedischen Frauenfussballs fördern müssen.”

Grundlage für eine gute Nationalmannschaft ist auch eine gute Liga. In letzter Zeit höre ich zum Beispiel aus Norwegen, dass die Liga dort eigentlich gleich gut sei, dass man sehr aufgeholt habe. Ist die Damallsvenskan noch einbe der weltbesten Ligen?

“Also ich schaue mir so viele Spiele wie möglich auch in anderen Ligen an. Erst mal muss man natürlich überlegen, welche Kriterien man anlegt? Meiner Meinung nach ist eiun gleichmässiges Tempo von Woche zu Woche wichtig. Da ist die Damallsvenskan vielleicht am besten. Schau dir die deutsche, die französische, die norwegische und die englische Liga. Spielt keine Rolle, welches Beispiel du nimmst, dort wirst du nicht so gleichmässig gute Spiele sehen von Woche zu Woche. Als Topteam in Frankreich oder Deutschland kommst du nicht jede Woche zu einem Spiel, in dem du selbst gegen Teams aus den unteren Tabellenregionen Punkte lassen kannst. Hier ist. das so. Rosengård war total überlegen. Dann kamen sie zum Tabellenvorletzten und haben da zwei Punkte gelassen. Letztes Jahr hat Jitex jedes einzelne Spiel in der Damallsvenskan verloren,m aber wie viele Spiele waren dabei, wo es mit einem Tor Unterschied war? So gesehen finde ich, dass die Damallsvenskan die spannendste Liga ist.”

Trotzdem gewinnen deutsche oder französische Teams die Champions League und sind, nicht zuletzt aufgrund der Breite ihrer Kader an der Spitze überlegen. Der deutsche Meister FC Bayern München etwa geht in die Saison 2015/16 mit sage und schreibe 27 Spielerinnen.

“Der Unterschied besteht natürlich in den Ressourcen. Die besten Teams in der Damallsvenskan sind nicht so gut wie die besten Teams in Deutschland oder Frankreich. Ich glaube trotzdem, dass man alle Möglichkeiten hier hat, die beste Liga der Welt zu sein., Solange es in Deutschland nicht 12 Clubs gibt, die dieselben Ressourcen haben, wird es schwer, die beste Liga der Welt zu sein. Schau dir die Zuschauerzahlen an, da hat der deutsche Meister einen Schnitt von 870. Vergleichst du das mit Schweden, haben die schwedischen Meister einen höheren Schnitt. In Deutschland wohnen 80 Millionen und in Schweden nur 9 Millionen. Auch das muss man berücksichtigen, eine gute Liga muss auch Zuschauer haben. Da glaube ich übrigens, dass England einen grossen Schritt machen kann.”

Barrling nach Sundhage?

Am Dienstag feierte U19-Europameistertrainer Calle Barrling mit seiner Mannschaft nicht nur zum zweiten Mal eine erfolgreiche Rückkehr nach Schweden mit Gold im Gepäck, sondern auch seinen 62. Geburtstag.

Was mir bei dem Empfang und den Interviews in den Medien auffiel: Offenbar ist es jetzt allen klar, dass Pia Sundhage ihren bis 2016 laufenden Vertrag nicht verlängern wird. Denn offen wird über ihre Nachfolge geredet. In einem Interview mit der New York Times hatte Sundhage vor einigen Monaten gesagt, dass sie nirgends lange bleiben wolle oder könne.

Und so wurde der 55-Jährigen auch die Frage gestellt, ob sie sich denn Barrling als Nachfolger vorstellen könne. Ja, erwiderte Pia. Natürlich, Calle sei ein Kerl, der das notwendige Wissen und die nötige Erfahrung mitbringen würde und selbstverständlich wäre er ein Kandidat für die A-Nationalmannschaft.

Der Abschied scheint beschlossene Sache zu sein. Und hinter den Kulissen wird spekuliert, wer den fälligen Generationswechsel am besten bewerkstelligen könnte. Aber wer weiss, vielleicht gibt es da ja doch noch ein kleines Türchen für die Doppelolympiasiegerin. Ein Angebot aus Nigeria jedenfalls hat Sundhage abgelehnt.

ffschweden im Gespräch mit Stina Blackstenius

stinaIm Verlauf der gesamten U19-EM hat Stina Blackstenius nicht weniger als 20 Tiore geschossen und damit einen neuen Rekord aufgestellt. In der Endrunde in Israel traf sie sechs Mal und trug damit im wahrsten Sinne des Wortes entscheidend zum EM-Titel er Schwedinnen bei. Schon im Frühjahr sagte mir ihr Clubtrainer Martin Sjögren, dass sie wohl die nächste Nationalspielerin aus Linköping sei.

Am Dienstagabend stand sie natürlich im Mittelpunkt des Medieninteresses und wie immer haben alle TV-Medien den ersten Zugriff auf Spielerinnen, da man sich auf diesem Weg das grösste Publikum verspricht.

Da ist manchmal viel Geduld angesagt, manchmal geht man dann doch seines Wegs, aber dieses Mal wollte ich wenigstens kurz mit dem Star der EM sprechen, der, nicht ganz unerwartet, nicht als Star dargestellt werden will.

Stina, für viele Beobachter hast du dieses Turnier absolut dominiert. Die deutsche Trainerin Maren Meinert beklagte, dass es ihrem Team nie gelungen sei, diese schwedische “Nummer 9” in den Griff zu bekommen und der spanische Coach meinte gar nach dem Finale, dass es sich so angefühlt hätte, als habe man gegen ein in etwa gleich gutes Team gespielt, das aber Hilfe von Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo bekommen hätte.

“Das ist natürlich sehr schön zu hören, aber wie ich schon vorher gesagt habe, so ist das hier etwas, dass wir zusammen erreicht haben und jede Spielerin und jeder im Team um uns herum hat einen grossen Anteil. Die haben es auch mir letztlich ermöglicht, Tore zu schiessen. Ich will mich nicht in den Vordergrund stellen.”

Du kommst selber aus Vadstena, das ist gerade mal 50 km von Linköping entfernt, wo du jetzt spielst. Insofern bist du quasi auch noch die Verkörperung der Philosophie deines Clubs, Talente aus der eigenen Region zu entdecken und auszubilden. Wie fühlst du dich in Linköping?

“Ich fühle mich ungeheuer wohl in Linköping und ich finde, dass ich mich da sehr gut entwickeln kann. Mein Vertrag läuft auch noch nächstes Jahr da.”

Für mich wurde die Fussball-WM in Kanada vion Carli Lloyd dominiert und die EM von dir. Carli hat erzählt, dass sie während des Trainings schon letztes Jahr geträumt hätte, dass sie im WM-Finale vier Tore schiesst und dass sie sich das konkret vorgestellt hat. War das bei dir auch so?

“Nein, überhaupt nicht. Natürlich erhofft man sich viel von einem grossen Turnier, aber nein, ich habe keine Tore geträumt.”

ffschweden im Gespräch mit Tove Almqvist

19910383239_ebe5ab8684_kIm Finale am Montagabend schlug sie von der linken Seite eine massgenaue Flanke auf den Kopf ihrer ebenfalls für Linköping spielenden Mannschaftskameradin Stina Blackstenius. Die dynamisch zum Ball ging und das vorentscheidende 2:0 köpfte.

Gestern abend landete Tove Almqvist mit den anderen Europameisterinnen auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda, wo ich am Rande des Empfangs im Hotel Clarion Gelegenheit hatte, mich mit der 19-Jährigen zu unterhalten.

“Es ist wunderbar, einfach fantastisch, dass wir das zusammen gewonnen haben,” sagte Almqvist an einem Abend, an dem man allenthalben nur strahlende Gesichter sah.

Nachdem ihr das Halbfinale gewonnen hattet, war ich mir sehr sicher, dass ihr auch das Finale gewinnen würdet. Hat der Sieg über Deutschland euch noch einmal extra Kraft gegeben?

“Es fühlte sich so an, als ob das Halbfinale ein Finale war. Weil es so eng war. Wir waren aber keinesfalls überlegen, wenn man sich den ganzen Weg anschaut. Im Finale fühlte es sich aber dann so an, dass wir irgendwie alles geben und umsetzen konnten und unser Spiel spielen konnten.”

Ich fand das sehr beeindruckend, dass ihr überhaupt kein Lampenfieber hattet.

“Natürlich hatten wir Respekt vor der Situation, aber wir haben dann doch alles auf die Seite schieben können und einfach genossen, dass wir im Finale waren.”

Ein Wort von dir zu deiner Mannschaftskameradin Stina Blackstenius, die eine unglaubliche EM gespielt hat. Der spanische Trainer sagte nach dem Spiel, es sei so gewesen als wäre man gegen eine etwa gleichstarke Mannschaft gespielt hätte, die aber durch einen Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo verstärkt wurde.

“Auch wenn man weiss, was sie tun wird, so ist es ungeheuer schwer, sie aufzuhalten und zu stoppen. Es ist klasse, so eine Spielerin in seinem Team zu haben. Man weiss immer, dass sie da vorne ist. Das ist eine grosse Sicherheit und es ist sehr gut, sie dabei zu haben.”

Vielleicht kannst du auch etwas über den Trainer Calle Barrling sagen, der gerade von euch mit einem Ständchen zu seinem 62. Geburtstag gefeiert wurde.

“Calle Barrling hat einen sehr grossen Anteil an diesem Erfolg, wirklich. Er hat diese Mannschaft zusammengebaut und man spürt eine grosse Sicherheit, ihn als Trainer zu haben. Ich kann mich noch gut an das Halbfinale gegen Deutschland erinnern, wo er uns nach dem Rückstand sagte, dass das Spiel noch nicht zu Ende sei, habt einfach Spass, Mädels, sagte er.”

Diese Wende, als ihr die bessere Mannschaft wart und 2:1 geführt habt und dann die Deutschen auf einmal auf 2:3 drehen, das war sehr stark, dass ihr da wieder zurückgekommen seid.

“Ja, wir haben das in der Qualifikation schon gegen Italien gemacht. Da führten diue Italienerinnen mit 1:0 und wären so in die Endrunde gekommen, aber wir haben das auf 2:1 gedreht. Ich glaube, wenn einem das schon mal gelungen ist, dann weiss man, dass es geht. Irgendwo wussten wir, dass wir es schaffen würden. Natürlich war das erst mal ein Schock als wir auf einmal 2:3 zurücklagen, aber als das 3:3 fiel, war ich mir sicher, dass wir gewinnen würden. Auch weil unsere Torhüterin Emma einfach unglaublich gut bei Elfern ist.”

Zu guter Letzt, Tove, man hat in den letzten Tagen immer wieder darüber gesprochen, dass ihr euch “frech bescheiden” nennt. Kannst du bitte malk erklären, was dahintersteckt?

“Naja, Ende letzten Jahres sollten wir unser Markenzeichen definieren und da kam halt von einigen der Vorschlag ‘frech und bescheiden’. Das bedeutet ganz einfach für frech, dass wir wissen, was wir können und wie gut wir sind und bescheiden, dass wir mit grossem Respekt jedem Gegner begegnen. Ich glaube, das hat uns ein sehr schönes Gleichgewicht gegeben.”

Europameisterinnen landeten am Dienstagabend in Stockholm

AnkunftAm Dienstagabend gegen 18 Uhr landete die Sondermaschine aus Israel auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda. Rund 300 Fans, Verwandte und Freunde sowie Medienvertreter und Verbandsmitarbeiter, an der Spitze Pia Sundhage und Lillie Persson warteten auf die frischgebackenen Europameisterinnen, für die es nach der allgemeinen Begrüssung noch einen Empfang im Hotel Clarion gab.

Verbandspräsident Karl Erik Nilsson strahlte mit den Spielerinnen um die Wette und sagte, dass Europa jetzt nach Schweden schauen würde, da man es als erstes Land geschafft habe, in einem Jahr sowohl die U21-EM der Männer wie die U19-Em der Frauen zu gewinnen.

Arbeitsmarktministerin Ylva Johansson, eine erklärte Anhängerin des Frauenfussballs und besonders von Hammarby DFF, übermittelte in einer spontanen Rede die Grüsse von Ministerpräsident Stefan Löfvén und Lillie Persson und Pia Sundhage bekundeten ihre grosse Freude über den EM-Titel und Sundhage, die eine immer inspirierende Rednerin ist, rief den Spielerinnen zu: “Willkommen in der A-Nationalmannschaft!” Wir sind gespannt.

Eskilstuna top

Wie erwartet nutzte Eskilstuna United die Ausrutscher von Rosengård und Linköping und setzte sich am Montagabend mit einem 3:1 über Hammarby an die Spitze der Damallsvenskan nach zehn Runden. Überragend: Die Kamerunerin Gaelle Engamanouit, die alle drei Tore erzielte. In Abwesenheit seiner drei frisch gebackenen U19-Europameisterinnen Nathalie Björn, Filippa Angeldahl und Julia Zigiotti-Olme verlor AIK abermals, wenn auch nur knapp.

Eskilstuna United -. Hammarby DFF(2:0) 3:1
Tore: 1:0, 2:0 Gaelle Engamanouit (16.,34.), 2:1 Moa Hedell (46.), 3:1 Gaelle Engamanouit (52.)
Zuschauer: 2303

KIF Örebro -AIK (0:0) 1:0
Tor: 1:0 Lisa Dahlkvist (52.)
Zuschauer: 466

Stina Blackstenius rockt Israel

Die 19-Jährige Stina Blackstenius ist der Superstar der U19-Europameisterschaft geworden und sie führte ihr Team ebenso zum Titel wie das Carli Lloyd mit den USA zuletzt in Kanada gemacht hat.

Nachdem schon Deutschland im Halbfinale die “Nummer 9” nicht in den Griff bekommen hatte, wie Maren Meinert nach dem Spiel erklärt hatte, gelang es den Spanierinnen im Endspiel am Montagabend noch weniger. Die ersten beiden Treffer zum hochverdienten 3:1 schoss Blackstenius selber, beim 3:1 durch Filippa Angeldahl legte sie der AIK-Spielerin von links den Ball perfekt auf.

In Schweden überschlägt man sich jetzt natürliuch mit Begeisterung und nun hat sogar Pia Sundhage Notiz davon genommen, dass da in Linköping eine 19-Jährige spielt, die schon sehr bald die A-Nationalmannschaft bereichern könnte. Ihr habe Blackstenius sehr viel Freude bereitet, sagte Pia und versicherte, dass sie sich Stürmerin des Tabellendritten der schwedischen Liga demnächst mal genauer ansehen werde. Anderen Fussballexperten ist Stina allerdings schon seit mindestens zwei Jahren ein fester Begriff, ihr Talent war nicht unbekannt und bereits 2013 schoss die damals 17-Jährige in der Damallsvenskan immerhin nicht weniger als acht Tore.

Der Triumpf von Israel ist der zweite nach 2012 und viele der Spielerinnen im Team des ruhig und besonnen arbeitenden Fussballkenners Calle Barrling sind bereits feste Grössen in ihren Teams, viele von ihnen versprechen für den schwedischen Fussball eine gute Zukunft auch in den kommenden Jahren.

Stina Blackstenius kann eine ganz Grosse werden.