ffschweden im Gespräch mit: Anita Asante

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Anita Asante hat im Vereinsfußball alles gewonnen, was es gibt. Sie ist mehrfache englische und schwedische Meisterin und gewann mit Arsenal London als letzte nicht-deutsche oder nicht-französische Mannschaft den Europapokal, der damals (2007) noch UEFA Women’s Cup hieß.

Seit fünf Jahren lebt die 31-Jährige Abwehr- und Mittelfeldspielerin in Schweden. Zuerst war es Göteborg und schließlich wurde es Malmö, wo sie im All-Star-Ensemble des FC Rosengård inzwischen zwei Meisterschaften gewann. 65 Mal spielte sie für England und absolvierte auch vier Länderspiele für Großbritannien, das erstmals (und letztmals?) bei der Olympiade mit einem gesamtbritischen Team antreten durfte.

Dass sie 2015 bei der WM in Kanada nicht die Bronzemedaille mit ihren Mannschaftskameradinnen gewinnen konnte, ist vielen Beobachtern nach wie vor unverständlich. Denn „Neetz“, wie sie von ihren Freunden genannt wird, ist schon allein aufgrund ihrer Vielseitigkeit ein Gewinn. Aber als Mark Sampson von  Hope Powell übernahm, hatte der vor allem Spielerinnen im Auge, die in der heimischen FA WSL spielten.

Heute Abend spielt Asante mit dem FC Rosengård bei Eskilstuna United, der Zweite beim Dritten, und gleichzeitig stimmt Großbritannien über den Verbleib in der EU ab.

Am Dienstagabend habe ich mich mit Anita nach dem Männer-EM Spiel Deutschland -ö Nordirland und vor Spanien – Kroatien unterhalten.

„Ich muss sagen, dass ich von der großen taktischen Disziplin der ‚kleineren‘ Mannschaften bei der EM sehr beeindruckt bin. Obwohl die Favoriten meist sehr viel mehr Ballbesitz haben, fällt es ihnen äußerst schwer, die Spiele zu entscheiden. Das liegt daran, dass sich das defensive Spiel enorm entwickelt hat,“ sagt Anita, als wir ein wenig über die Männer-EM sprechen.

Und England? „Ich finde, die spielen toll, es macht Spaß, der Mannschaft zuzusehen. Ich freue mich darüber, dass sie sich mehr auf ein Spiel mit viel Ballbesitz hin entwickeln.“

„Ich freue mich aber natürlich auch, wenn ein scheinbarer Außenseiter wie Wales so weit kommt. Und auch Nordirland, ist ja klar, dass man als Britin an deren Erfolgen Freude hat. Wenn dann aber England gegen Wales spielt, dann bin ich natürlich für England.“

Für den FC Rosengård läuft es bestens: Neun Spiele, acht Siege und ein Unentschieden. Wie siehst du eure Rolle im Vergleich zu den letzten beiden Jahren?

„Naja, das sieht sehr gut aus, da hast du Recht. Aber man muss auch sagen, dass wir sehr, sehr hart dafür arbeiten. Es kommt nicht von ungefähr. Wir versuchen auch die ganze Zeit noch bessert zu werden und immer wieder neue Lösungen zu finden.“

In diesem Jahr gibt es einen großen Konkurrenten, Linköpings FC. Dahinter kommt dann erst einmal gar nichts.

„Es ist doch nur gut, dass da zwei Teams so eng an der Spitze liegen. Das erhält die Spannung. Ich finde, dass wir das Spiel gegen Linköping vor ein paar Wochen selber aus der Hand gegeben haben. Das hätten wir gewinnen müssen. Es zeigt aber auch, dass Linköping ein sehr gutes Team ist, wenn du denen eine Chance gibst, sind sie auf einmal wieder im Spiel.“

Auf das Spiel am Abend in Eskilstuna (ffschweden wird dabei sein) freut sie sich, nicht zuletzt, weil es mit Sicherheit ein großes Publikum geben wird. Kein Team hat einen auch nur annähernd so hohen Zuschauerzuspruch wie Eskilstuna.

Inwieweit hat euer Trainer Jack Majgaard Jensen denn in dem gut einen jahr, in dem er bei euch war, das Spiel verändert?

„Ich finde, dass er sehr viel verändert hat. Es ist einmal die Sache, dass wir ständig an neuen Lösungen und Varianten arbeiten. Und dann ist es so, dass er sehr gut daran ist, dass Potential in den einzelnen Spielerinnen zu erkennen und uns auch herauszufordern.“

Sprachlich wird im Moment mehr Englisch gesprochen in Malmö, sagt Anita, aber das wird sicher bald wieder anders werden. Denn der Verein bringt seinen Spielerinnen schnell Schwedisch bei. Als ich vergangenes Jahr Ali Riley nach einem Spiel in Stockholm sprach stellte ich alle Fragen auf Englisch und sie antwortete jeweils auf Schwedisch. Auch Anita kann sich mittlerweile durch den schwedischen Alltag in der landessprache durchschlagen, wenn es aber darum geht, sich präzise und variiert auszudrücken, spricht sie dann doch lieber Englisch.

Selber habe ich Anita Asante wieder viel stärker gesehen in den letzten Monaten als etwa in der vergangenen Saison. Die Natio müsste eigentlich ein Thema sein, aber da Mark Sampson offenbar eine Grundsatzentscheidung getroffen hat, berühren wir das Thema gar nicht.

„Danke, freut mich zu hören,“ sagt sie zu meiner Auffassung, dass sie derzeit eine sehr starke Rolle im zentralen Mittelfeld spielt. „Aber das habe ich natürlich auch dem tollen Team zu verdanken, dass es mir ermöglicht, sicher aufzutreten.“

Am Tag des Spiels entscheidet Großbritannien über den Brexit, den verbleib oder Austritt aus der EU. Ich weiß, dass du ein Mensch bist, der sich sehr für gesellschaftliche und politische Fragen interessiert. Wie stehst du, obwohl ich die Antwort wohl schon weiß…

„Ich bin dafür dass Großbritannien in der EU bleibt. Die Möglichkeiten und Chancen, die auch die einzelnen Mitbürger haben auf dem Arbeitsmarkt und beim Studieren sind doch riesengroß. Warum will man das aufgeben? Ich finde es sehr schlimm, dass die Nein-Seite in Großbritannien die Diskussion so sehr auf das Thema Migration begrenzt hat. Aber auch hier müssen wir uns doch solidarisch zeigen und wie die meisten anderen europäischen Länder auch können wir doch nicht so inhuman sein und Flüchtlinge abweisen. Ich hoffe, wir bleiben drin.“

Donnerstag die Abstimmung. Freitag Mittsommer in Schweden. Du bist jetzt drei oder vier Jahre hier, wie sehr hat sich Schweden verändert oder hat es das überhaupt?

„Nein, ich bin schon fast fünf Jahre hier, die Zeit vergeht. Aber ja, natürlich verändert man sich. In Göteborg schon ein bisschen, aber seit ich in Malmö bin, bekomme ich noch viel mehr mit, wie die schwedische Gesellschaft funktioniert. Ich habe Freunde, die Lehrer sind und nimm nur, dass wir in Großbritannien immer noch Schuluniformen haben und hier nicht. Ich habe auch einen gewissen Einblick darin bekommen, wie politische Prozesse auf lokaler Ebene funktionieren. Und Mittsommer habe ich schon früher gefeiert,“ sagt Anita. „Das Lied „smågrodorna“ singen und um den Maibaum tanzen, das kenne ich schon und hab ich auch schon gemacht.“

 

 

 

 

 

 

Kristianstads erster Sieg – Rosengård im Finale

Am Samstag wurde der neunte Spieltag der Damallsvenskan komplettiert und nach dem durchaus akzeptablen Spiel bei Djurgården (0:2) von Kristianstad letzten Sonntag, wo man noch versäumt hatte, die Chancen auch reinzumachen, gab es jetzt auf dem heimischen Vilans IP den ersten, dringend notwendigen Sieg in dieser Saison. Aufsteiger Kvarnsveden verlor mit 0:2.

Das zweite Spiel der Liga endete mit einem 1:0 für Göteborg gegen Djurgården. Mia Jalkerud, normalerweise die Sicherheit selbst, wenn es um Abschlüsse geht, ereilte dabei noch vor Cristiano Ronaldo dasselbe Schicksal, das der 31-Jährige Portugiese am Abend hatte: sie schoss einen Elfmeter an den Pfosten. Nicht auszudenken, wie das Spiel bei einer Führung gelaufen wäre. So entschied eine Stockholmerin, Pauline Hammarlund, die Begegnung für Göteborg.

Im hohen schwedischen Norden derweil kampierte Meister Rosengård schon seit Dienstag. Erst das Spiel in Umeå am Mittwoch und gestern dann der Pokalfight (?) gegen Piteå. Und natürlich wieder ein Sieg. 2:1 hört sich dabei enger an als es war. Rosengård kam nie in wirkliche Gefahr. Damit steht der Meister abermals als Finalist fest. Sollte nun Linköping sein Halbfinale gegen Eskilstuna gewinnen, käme es zu einer Neuauflage des Finals von 2015 (das Linköping 2:0 gewann) und zu einem weiteren Aufeinandertreffen der beiden besten Teams des Landes.

Kristianstads DFF – Kvarnsvedens IK (2:0) 2:0
Tore: 1:0 Nellie Karlsson (14.), 2:0 Ida Rebecca Guehai (30.)

Kopparberg/Göteborgs FC – Djurgården (0:0) 1:0)
Tor: 1:0 Pauline Hammarlund (79.)

 

In der Tabelle führen Linköping und Rosengård mit jeweils 25 Punkten und getrennt nur durch die mehr geschossenen Tore. Linköping kommt auf 33:8 und Rosengård auf 29:4.

Neun (!) Punkte dahinter nach neun Spielen rangiert Eskilstuna mit 16 und dahinter Göteborg mit 15 Punkten.

Platz 5 hat jetzt Djurgården (einen runter) mit 12 und Sechster ist Piteå mit 12 Punkten.

Die drei letzten Plätze haben im Momnt KIF Örebro mit sieben, Kristianstad mit fünf und schliesslich Umeå mit drei Punkten.

Die Torschützenliste: Klare Führung für Pernille Harder, die zwölf Tore aus neun Spielen aufweist. Dahinter Mannschaftskameradin Stina Blackstenius mit zehn Treffern. Plat drei dann für Marta mit sieben Toren. Und das Quartett Tabitha Chawinga (Kvarnsveden), Pauline Hammarlund, Lieke Martens (Rosengård) und Kristine Minde (Linköping) kommt auf je ein halbes Dutzend Treffer.

54 Spiele. 41 567 Zuschauer. Der Schnitt ist weiter gesunken und liegt jetzt bei 770 Zuschauern. Dass parallel zu Live-Fußball im Land eine Männer-EM im TV stattfindet, trägt sicher nicht dazu bei, das Interesse hochzuhalten. Aber das ist nur eine Vermutung.

 

Linköping überrollt Vittsjö

Vier der sechs Begegnungen des neunten Spieltags wurden bereits gestern Abend gespielt. Am Wochenende ist auch das Halbfinale des schwedischen Pokals angesetzt, weshalb einige Teams eine sogenannte englische Woche erleben.

Natürlich stehen die Topteams Rosengård und Linköping im Pokalhalbfinale und natürlich gewannen beide gestern zum jeweils achten Mal in dieser Saison. Dabei gelang Linköpings FC mit seinem 8:0-Kantersieg über Vittsjö sogar das Kunststück die vier Tore vor ihnen gelegenen Malmöerinnen des FC Rosengård einzuholen und dank der mehr geschossenen Tore auch zu üebrholen.

Auch Rosengård ließ beim 4:0 in Umeå nichts anbrennen. Unten wird es allmählich sehr eng für Umeå und Kristianstad (das am Samstag spielt), da nur etwas überraschend Mallbacken gegen den Dritten Eskilstuna knapp gewann.

Die Ergebnisse:

Linköpings FC – Vittsjö GIK (3:0) 8:0
Tore: 1:0 Pernille Harder (3.), 2:0 Kristine Minde (11.), 3:0 Magdalena Eriksson (44.), 4:0 Stina Blackstenius (49.), 5:0 Kristine Minde (54.), 6:0 Stina Blackstenius (63.), 7:0 Pernille Harder (75.), 8:0 Stina Blackstenius (87.)

Umeå IK – FC Rosengård (0:2) 0:4
Tore: 0:1 Ella Masar McLeod (35.), 0:2 Lieke Martens (40.), 0:3 Marta (52.), 0:4 Lieke Martens (57.)

KIF Örebro -Piteå IF 0:0

Mallbackens IF Sunne – Eskilstuna United (0:0) 2:1
Tore: 1:0 Zoe Ness (Elfmeter, 51.), 2:0 Julia Karlenäs (84.), 2:1 Vaila Barsley (89.)

Achter Spieltag

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Katrin Schmidt (links) und Sif Atladottir im Spiel Djurgården – Kristianstad

Selber war ich am achten Spieltag wieder einmal im Stockholmer Stadion und habe mir den dritten Heimsieg in Folge für Djurgården angesehen. Durch Tore von Mia Jalkerud und Hanna Lundqvist gab es einen 2:0 Sieg über den Tabellenletzten Kristianstad. Damit hat Djurgården und damit auch die deutsche Mittelfeldspielerin Katrin Schmidt die Schäfchen beinahe schon im Trockenen, denn mit 10 Punkten Vorsprung auf den Elften Umeå und 11 Punkten auf den Letzten kann da wohl kaum noch etwas schiefgehen. Ich jedenfalls kann mir nicht vorstellen, dass die Schlusslichter so viele Punkte in den erbleibenden 14 Begegnungen gutmachen, obwohl rechnerisch natürlich alles möglich ist.

 

Auch der von allen (inkl. mir) als krasser Absteiger eingestufte Neuling Kvarnsveden hält sich weiterhin erstaunlich gut. Zwei Tore schoss die Malawierin Tabitha Chawinga selber, vor dem dritten durch Freistoß wurde sie gefoult. Am Ende gab es ein 3:1 gegen den dominierenden schwedischen Verein der 00er Jahre, Umeå IK, bei dem allmählich die Lichter immer blasser werden.

Und vorne? Wie gehabt. Siege für Linköping und Rosengård während sich die schon etwas abgehängten Verfolger Eskilstuna und Göteborg gegenseitig die Punkte abnahmen.

Im einzelnen:

Piteå IF – Linköpings FC (1:1) 1:4
Tore: 1:0 Tempest-Marie Norlin (10.), 1:1 Renée Slegers (11.), 1:2 Stina Blackstenius (67.), 1:3 Pernille Harder (82.), 1:4 Kristine Minde (84.)

Kvarnsvedens IK – Umeå IK (2:1) 3:1
Tore: 1:0, 2:0 Tabitha Chawinga (5., 16.), 2:1 Lotta Öqvist (45.), 3:1 Marie Salander (91.)

Vittsjö GIK – Mallbackens IF Sunne (1:1) 1:1
Tore: 0:1 Zoe Ness (5.), 1:1 Josephine Chukwononye (44.)

FC Rosengård – KIF – Örebro (1:0) 3:0
Tore: 1:0 Emma Berglund (35.), 2:0 Sara Björk Gunnarsdottir (Elfmeter, 65.), 3:0 Eigentor (72.)

Djurgården – Kristianstads DFF (10) 2:0
Tore: 1:0 Mia Jalkerud (32.), 2:0 Hanna Lundqvist (86.)

Eskilstuna United – Kopparbergs/Göteborg FC 0:0

In der Torjägerliste:

  1. Pernille Harder 10, 2. Stina Blackstenius 7, 3. Marta, Tabitha Chawinga beide 6, 5. Pauline Hammarlund, Mia Jalkerud beide 5

 

Zuschauer: Die 48 Spiele bislang hatten 38 596 Zuschauer, im Schnitt 804 Zuschauer. Da wir aber mit Eskilstuna einen Klassenprimus haben, der 10 589 Zuschauer (Schnitt: 2118) aufweisen kann, ist die Zahl leicht verzerrt. Ohne Eskilstuna kommen wir nämlich auf 651 Zuschauer pro Spiel, wobei Kristianstad auch hier mit 426 Zuschauern an letzter Stelle steht.

Schelin bleibt bis November 2018 in Malmö

Der Vertrag, den Lotta Schelin erwartungsgemäß heute in Malmö unterzeichnet hat, erstreckt sich bis November 2018, also über zweieinhalb Jahre.

Alle Seiten zeigten sich auf der vor wenigen Minuten zu Ende gegangenen Pressekonferenz begeistert.

„Ich habe die Möglichkeit, zu einem Fußball zurückzukehren, der sehr hohes Niveau hat. Es geht nicht darum, einen Schritt zurückzutun, in dem ich nach Schweden komme. Im Gegenteil. Das Wichtigste bei meiner Entscheidung waren fußballerische Gründe.“

Damit hat sich Rosengård natürlich enorm verstärkt. Abzuwarten bleibt, ob auch der Weggang von Sara Björk Gunnarsdottir im zentralen Mittelfeld kompensiert wird. Gleichzeitig gibt es Gerüchte, dass der einzig ernstzunehmende Konkurrent um die schwedische Meisterschaft, Linköpings FC, in der bevorstehenden Sommerpause eine Leistungsträgerin verlieren wird, was den Abstand zwischen beiden Clubs wieder enorm anwachsen lassen würde.

Lotta Schelin verstärkt Rosengård

Dass sie nicht um den vierten oder fünften Platz mit ihrem alten Verein Kopparberg/Göteborgs FC spielen wollte, hätte einem klar sein müssen. Lotta Schelin will auch 2016/17 wieder Champions League spielen, aber zu Hause in Schweden sein.

Und so wechselt die 32-Jährige dann doch zum FC Rosengård. Das melden übereinstimmend alle großen schwedischen Tageszeitungen. Auch für Sydsvenskan in Malmö ist der Fall sonnenklar und Max Wiman erklärt auch, warum der FC Rosengård die einzige Alternative für die erfolgreichste schwedische Torschützin aller Zeiten (83 Tore in 163 Länderspielen) ist.

Sollte jetzt noch Caroline Seger die Mittelfeldleldlücke hinter der nach Wolfsburg gehenden Sara Björk Gunnarsdottir schließen? Zuletzt hat Seger dementiert, nach Lyon zu gehen, aber gesagt, sie werde in jedem Fall im Ausland bleiben.

Schweden in Kalmar gegen Japan

Ihr letztes Vorbereitungsspiel vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro wird die schwedische Nationalmannschaft am 21.07. in der Guldfågeln-Arena in Kalmar gegen Vizeweltmeister Japan austragen.

Die Japanerinnen sind bei der Olympiade leider nicht dabei, was zuletzt auch Hope Solo auf Twitter bedauerte. Die Japanerinnen haben letzte Woche ein höchst beachtliches 3:3 in den USA geholt.

Schweden auf dem Weg

Am Donnerstagabend gewann die schwedische Nationalmannschaft durch Tore von Amanda Ilestedt, Lotta Schelin, Kosovare Asllani und Fridolina Rolfö mit 4:0 in Lodz gegen Polen. In der Höhe vielleicht unerwartet, aber letzten Endes doch verdient, denn den Polinnen ging vor allem in der zweiten Hälfte sichtbar due Luft aus.

Dabei spielten die Schwedinnen vor allem in den ersten 45 Minuten alles andere als meiusterlich. Viele Fehlpässe und kaum zwingende, sehenswerte Aktionen.

Am Ende aber setzt sich dann in solchen Spielen doch die Klasse durch und man stellt fest, dass die europäische Spitze im Frauenfußball sehr dünn ist.

Das 2:2 der Österreicherinnen in Norwegen kann schon als große Überraschung gewertet werden. In Gruppe 8 führen die Norwegerinnen punktgleich vor Österreich, das jedoch ein Spiel mehr absolviert hat.

Dass Frankreich daheim nur 1:0 gegen Griechenland gewonnen hat durch das Tor von Lyons Eugenie Le Somer sieht zunächst auch nach Überraschung aus, aber das Spiel war dann doch sehr einseitig, denn die Französinnen schossen immerhin 16 x auf das Tor von Eleni Pelitidou, während auf der anderen Seite Sarah Bouhaddi kein einziges Mal eingreifen musste.

In Falkirk gewann Island mit 4:0 bei den Schottinnen, die in diesem Jahr Federn lassen müssen. Schon das 6:0 der Schwedinnen gegen Schottland Anfang des Jahres war mehr als deutlich. Island war die klar bessere Mannschaft und wird wohl nächstes Jahr in den Niederlanden dabei sein.

Finnland siegte deutlich mit 4:1 daheim gegen Irland im kleinen Valkeakoski, 35 km südlich von Tampere. Finnland mit einem Spiel weniger sechs Punkte hinter den verlustpunktfreien Spanierinnen hat ebenfalls gute Chancen, die EURO zu erreichen.

 

Elitettan, Runde 7

Nach sieben (bzw acht) Spielen sind nur noch zwei Teams der zweiten Liga unbesiegt: Topfavorit IF Limhamn Bunkeflo hat dabei mit einem 3:1 Sieg bei Mitkonkurrent Sirius einen kleinen Sprung an der Spitze gemacht und bewegt sich derzeit klar auf Damallsvenskan-Kurs.

Denn Mitfavorit Hammarby verlor gestern sein Auswärtsspiel auf dem schönen Gröndals IP in Kalmar mit 2:3. Für Kalmar extrem wichtig, da man den Anschluss an die Spitze nach gutem Start verloren hatte.

Die Ergebnisse:

Kungsbacka – Sundsvall 3-1
Älta – QBIK 0-1
IFK Kalmar – Hammarby 3-2
IK Sirius – Limhamn Bunkeflo 1-3
Hovås/Billdal – Östersund 2-2
Växjö – Holmalund 2-3
Sunnanå – AIK 1-0

Tabelle:

  1. Limhamn Bunkeflo 19, 2. Hammarby 17, 3. Hovås/Billdal 15, 4. Sirius 13, 5. Östersund 13

 

Erste Punktverluste für Topteams

Am siebten Spieltag gab es in Schweden die ersten Punktverluste für die Spitzenteams in der Damallsvenskan. Allerdings nur im Spiel gegeneinander war das möglich.

Vor enttäuschenden 1463 Zuschauern trafen in Malmö die beiden Favoriten auf die Meisterschaft aufeinander. Der FC Rosengård und Linköpings FC. Die beiden besten Torschützinnen der jeweiligen Teams trafen beim 1:1.

Die Anfangsphase dominierte Rosengård total und Linköpings ließ sich in der eigenen Hälfte einschnüren. Natasa Andonova fiel gekonnt über die (in dieser Szene) ungeschickten Beine von Renée Slegers. Ein leichter Elfmeter, den Marta zu ihrem sechsten Saisontreffer verwandelte. Eigentlich hätte die Heikmmannschaft den berühmtem Sack umachen müssen, aber in der zweiten Halbzeit wandelte sich das Bild und Linköping kombinierte sich nun aus der eigenen Hälfte heraus. Saisontor Nummer 9 von Pernille Harder bedeutete dann den Ausgleich und dabei blieb es denn auch. Statistik: 8:0 Ecken für Rosengård, Schüsse 10:6. Mal sehen wer nach der Sommerpause Sara Björk Gunnarsdottir ersetzen soll. Das wird doch eine empfindliche Schwächung, obwohl Anita Asante ihre derzeitige Rolle im zentralen Mittelfeld sehr gut spielt.

Dank des Unentschiedens konnte der Tabellendritte Eskilstuna United sich nun bis auf vier Punkte an das Duo heranpirschen. Ansonsten keine Überraschungen und unten wird es wie schon vermutet immer enger für Umeå und Kristianstad nach Heimniederlagen gegen Vittsjö und Piteå.

Spannend werden die Sommerwochen sein, denn das Transferfenster nach Europa öffnet sich wieder und die Spitzenteams in Frankreich und Deutschland sind hungrig und haben im Vergleich zu Schweden prall gefüllte Brieftaschen. Pernille Harder und Lieke Martens etwa könnten nachgefragte Spielerinnen sein.

Im einzelnen:

Kvarnsvedens IK – Djurgården (1:1) 2:2
Tore: 1:0 Tabitha Chawinga (15.), 1:1 Mia Jalkerud (38.), 2:1 Tabitha Chawinga (63.), 2:2 Mia Jalkerud (86.)

Mallbackens IF Sunne – Kopparbergs/Göteborg FC (0:1) 0:3
Tore: 0:1 Pauline Hammarlund (3.), 0:2 Andrine Stolsmo Hegerberg (70.), 0:3 Rebecca Blomqvist (91.)

Umeå IK – Vittsjö GIK (0:2) 0:2
Tore: 0:1 Linda Sällström (26.), 0:2 Ngozi Okobi (42.)

Kristianstads DFF – Piteå IF (0:1) 0:1
Tor: 0:1 Felicia Karlsson (28.)

FC Rosengård – Linköpings FC (1:0) 1:1
Tore: 1:0 Marta (14.), 1:1 Pernille Harder (62.)

KIF Örebro – Eskilstuna United ((0:2) 1:4
Tore: 0:1 Annica Svensson (12.), 0:2 Louise Quinn (28.), 0:3, 0:4 Olivia Schough (48., 63.), 1:4 Hanne Gråhns (71.)

Torschützenliste:

  1. Pernille Harder (Linköping) 9, 2. Marta (Rosengård) und Stina Blackstenius (Linköping) je 6, 4. Pauline Hammarlund (Göteborg) 5, 5. Tabitha Chawinga (Kvarnsveden), Mia Jalkerud (Djurgården), Mimmi Larsson (Eskilstuna), Liebe Martens, Ella Masar (beide Rosengård) je 4 Tore.

34013 Zuschauer sahen die bisherigen 42 Spiele. Ein Schnitt von 810 pro Begegnung.

Jetzt ist etst einmal Länderspielpause in der Liga.

 

La reine – die Königin verabschiedet sich

Lotta Schelin spielte am Abend ihr letztes Spiel für Olympique Lyon. Wegen einer leichten Verletzung am Oberschenkel wurde sie erst in der 77. Minute eingewechselt und die Lyon-Fans riefen „Lotta, Lotta, Lotta“ als sie an der Seitenlinie wartete.

Zu dem Zeitpunkt führte Olympique hochverdient mit 1:0 durch ein frühes Tor, das Pauline Bremer für Ada Hegerberg aufgelegt hatte. Das französische Team war in allen Belangen überlegen, versäumte es aber, den berühmten Sack zu schließen.

Und dann kam Alexandra Popps Ausgleichsköpfer. Ein Tor wie es außer ihr nur von Abby Wambach im Frauenfußball kommen konnte. Das war die 88. Minute. Unverdient, aber das ist Fußball., Verlängerung. Elfmeterschießen.

Ada Hegerberg schießt mutig den ersten Elfer und war dafür vielleicht doch noch zu jung. Almuth Schult kann problemlos halten.

Dann ist Schelin an der Reihe und ihre letzte Aktion für Olympique nach acht Jahren in Frankreich bringt den ersten Treffer im Elferschießen. Souverän ins Eck.

Am Ende verschießen Nilla Fischer und Elise Bussaglia und die Japanerin Saki Kumagai trifft zum zweiten Mal in ihrer Karriere entscheidend: 2011 im Alter von 20 gegen die USA im WM-Finale in Frankfurt und fünf Jahre später wieder entscheidend im UWCL-Finale gegen Wolfsburg.

Kumagai und Bremer die besten Spielerinnen auf dem Platz. Lotta Schelin weint hemmungslos, vor Freude, aber sicher auch, dass es so ein gutes Ende für sie gefunden hat. Und auch weil sie weiss, dass acht Jahre Lyon vorbei sind. Und dass sie nun noch mal nach Hause fährt, um die Koffer zu packen.

ERGÄNZUNG: Schelins vermeintlicher USA-Trip ist eine kleine UEFA-Ente. Frauenfußball ist oft nicht der Journalisten Herzangelegenheit. Der UEFA-Kollege schrieb, dass Schelin in die USA gehen würde, während man weder von Necib noch von Henry wisse, was aus ihnen wird. Schlecht nachgelesen hat der Kollege. Amandine Henry geht nach Portland zu Nadine Angerers Thorns und Louisa Necib heiratet bald und wird ihre Karriere nach den Olympischen Spielen in Rio beenden. Wir setzen (wieder) weiter auf Lotta in Göteborg.

Und die UEFA nährt das Gerücht, dass es vielleicht doch noch nicht nach Schweden gehen könnte. Im Live-Kommentar auf der Webseite liest man am Abend, dass es in diue USA gehen könnte. Wohin nicht. Aber wenn, dann wohl nur nach Seattle, vermute ich. Denn da spielt ihre gute Freundin Hope Solo, mit der Lotta in Göteborg zusammen gespielt hat. Und da ist auch die Ex-Lyonerin Megan Rapinoe. Vielleicht also doch noch eine Saison in den USA, bevor es nach Hause geht. Bei Freundinnen in der Hipsterstadt am Pazifik? Wir werden sehen.

Was Schelin groß macht. Ihre Persönlichkeit. Nach dem Spiel geht sie auf die andere Spielhälfte zu ihrer langjährigen Mannschaftskameradin Elise Bussaglia, die den alles entscheidenden Elfer für Wolfsburg versemmelt hat. Sagt ein paar Worte, nimmt sie in den Arm und drückt sie ganz fest. Dann eine schwedische Flagge um die Schultern geht es zu Nilla Fischer, die den ersten Wolfsburger Elfer verschossen hat. Sie schlingt die Flagge um sich und Fischer und es gibt eine wortlose Umarmung. Erst dann geht es zurück zu ihrer Mannschaft zum Feiern. Auch Louisa Necib tröstet Bussaglia.

Dass Lyon nach 120 Minuten und Elfmeterschioeßen hochverdient gewonnen hat, daran gibt es keinen Zweifel.

 

 

 

Tot ziens, Kirsten!

26960826710_191c8d2f72_bUnd noch mal ein bisschen persönlich. Kirsten van de Ven hört auf mit dem Fußball. Die 31-Jährige Niederländerin wird ihre Karriere nicht nach der Heim-EM im nächsten Jahr beenden, sondern mit sofortiger Wirkung. Und das ist auch gut so. Und ich werde sie vermissen.

Kirsten traf ich zum ersten Mal vor etwas mehr als sechs Jahren, als es mit Tyresö so richtig los ging. Ich saß mit ihr und der Dänin Line Röddik Hansen in einem Nebenraum der Geschäftsstelle von Tyresö FF und interviewte die beiden Neuzugänge. Es wurden dann fünf Spielzeiten für die Holländerin und wir sind uns oft begegnet auf anderen Fußballplätzen oder eben auf dem Tyresövallen, wenn sie spielte. Zusammen mit einigen der besten Spielerinnen der Welt: Marta, Veronica Boquete, Caroline Seger, Elaine Moura, Christen Press, Ali Krieger, Meghan Klingenberg, Whitney Engen, Ashlyn Harris. Kirsten hat sich auch in diesem grandiosen Team behauptet, saß manchmal auf der Bank, spielte aber auch sehr oft von Anfang an. Sie spielte mit einem überragenden Ehrgeiz, der aus großer Freude am Spiel herrührte.

Unvergesslich bleibt mit das dramatische Spiel zwischen LdB FC Malmö und Tyresö, als Tyresö im letzten Spiel mit einem 1:0 Auswärtssieg durch ein Tor von Madde Edlund schwedischer Meister wurde und den Südschwedinnen den Titel noch aus dem eigenen Stadion entführte.

Als Kirsten Meisterin wurde, feierte sie nicht sofort mit ihren Mannschaftskameradinnen, sondern tröstete erst einmal Malmös Katrin Schmidt, mit der van de Ven in Florida studiert und gespielt hat. Als ich ihr sagte, dass ich das toll fand, sagte Kirsten mit ihrer bekannt heiseren Stimme „Sie ist doch meine Schwester!“ zu mir. Das war schön und ehrlich und ein Grund, warum ich diesen Randsport so sehr mag.

Noch in Tyresö hatte sie in einem Spiel einen Zusammenstoß mit einer Gegnerin. Kopf gegen Kopf. Es ist diese Verletzung, die nun auch zum Ende ihrer Karriere führte. Denn manchmal sind Kopfverletzungen zwar physisch nicht lokalisierbar, nicht nachweisbar, führen aber zu langwierigen Folgen wie auch im Fall der ehemaligen isländischen Nationalspielerin Gudrun Gunnarsdottir, die nach der EM 2009 aufhören musste. Bei Kirsten van de Ven hat ihre Kopfverletzung bisweilen zu Orientierungsproblemen geführt. Als sie nach dem Zusammenbruch Tyresös nach Malmö wechselte, konnte sie auch nicht direkt spielen, später dann mit einem speziellen Stirnband.

Dass sie jetzt aufhört, bedauern alle Fans und es ist schade. Aber es ist auch gut zu wissen, dass sie sich der potentiellen Gefahr eines weiteren Zusammenstoßes nicht mehr aussetzt.Tot ziens, Kirsten! Auf ein Wiedersehen am Rande des Fußballfeldes.

 

 

Lotta Schelin verhandelt mit Göteborg

In ihrem Kopf sei alles klar, hat Schwedens wohl derzeit größte Fußballspielerin, Lotta Schelin, gestern einer Zeitung gegenüber gesagt. Göteborgs Posten vermeldete, dass die 32-Jährige über ihre Agentin Anna Pohjanen (die keine offizielle Agentin ist und deshalb Beraterin genannt werden müsste) mit Kopparberg/Göteborgs FC verhandeln würde. Therese Sjögran, Sportchefin beim schwedischen Meister FC Rosengård sagte, dass Schelin sicher eine unteressante Spielerin sei, man aber mit ihr zur Zeit  nicht verhandele.

Für mich ist der Fall damit relativ klar. Lotta wird nach Hause kommen. Ich hatte im Laufe ihrer Karriere drei Mal die Gelegenheit Interviews mit Lotta Schelin zu machen, zwei Mal haben wir uns persönlich getroffen. Von daher aus erster Hand meine Einschätzung: Lotta Schelin ist eine großartige Fußballspielerin (das wissen alle) und sie ist ein sehr intelligenter Mensch. Darüberhinaus ist sie äußerst bodenständig und hängt sehr an ihrer Heimat und an der Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Ich halte sie auch für weitsichtig und vernünftig.

All das spricht für Göteborg. Sie weiß, dass sie sich in der letzten Phase ihrer aktiven Karriere befindet. Sie hat acht Jahre bei der wohl besten Frauenfußballmannschaft Europas (der Welt?) gespielt und ihren Auslandsaufenthalt in Lyon genossen und sie will am Donnerstag (morgen) auch das Finale der UWCL gegen den VfL Wolfsburg genießen.

Danach ist dann die Zeit reif, nach Hause zu kommen. Das Sportliche tritt in den Hintergrund bei dieser Entscheidung. Die großen Titel im Vereinsfußball. hat sie alle bereits gewonnen.

Es würde mich sehr wundern, wenn es nicht so kommt.

The Mighty Quinn

Louise Quinn aus Irland in ihrem dritten Jahr in Eskilstuna erzielte in der 13. Minute den einzigen Treffer der Begegnung zwischen United und Kristianstad. Damit festigte Eskilstuna den dritten Platz und Kristianstad bleibt an letzter Stelle.

Tabelle 6/22

Eskilstuna und Kristianstad spielen erst am Montag, aber dennoch hier die noch nicht ganz vollständige Tabelle der Liga:

  1. FC Rosengård 21:3 18
  2. Linköpings FC 20:6 18
  3. Eskilstuna 8:6 9
  4. Djurgården 9:9 9
  5. Göteborg 9:7 8
  6. Piteå 7:11 8
  7. KIF Örebro 5:9 6
  8. Vittsjö 5:9 6
  9. Kvarnsveden 7:10 5
  10. Mallbacken 9:16 4
  11. Umeå 6:14 3
  12. Kristianstad 5:11 2

Beste Torschützin ist die Favoritin Pernille Harder mit 8 Toren. Dahinter Stina Blackstenius mit 6 und Marta mit 5 Treffern.