Pokal: Die letzten Acht

Pernille Harder

Pernille Harder

Endlich steht das Viertelfinale des nunmehr überjährig stattfindenden schwedischen Pokals. Gestern Abend beendete Linköpings FC seine zweiwöchgie Ladehemmung und schickte Vittsjö GIK im Achtelfinale gleich mit 5:0 nach Hause. Vierfache Torschützin: Die Dänin Pernille Harder. Nur 89 Zuschauer verloren sich in der Linköping Arena.

Bereits am Sonntag hatte Piteå IF mit 4:3 nach Elfmeterschießen bei Eskilstuna United gewonnen.

Das Viertfelfinale sieht wie folgt aus:

Djurgården – FC Rosengård (21.04.)
KIF Örebro – Piteå IF (22.04.)
Jitex Mölndal – Umeå IK
Hovås Billdal – Linköpings FC

Zlatan Ibrahimovic wird Assistent von Pia Sundhage

zlatanDem schwedischen Frauenfußball ist eine sensationelle Verpflichtung gelungen, namentlich seiner charismatischen Trainerin Pia Sundhage. Nachdem die 53-Jährige immer wieder Persönlichkeiten von außerhalb des Fußballs in Lehrgänge eingebunden hat, von Pippi Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson bis Skistar Anja Pärson, wird nun kein Geringerer als Zlatan Ibrahimovic höchstpersönlich während der WM in Kanada dem schwedischen Team helfen, den begehrten Weltmeistertitel zu holen.

Das gab der Präsident des schwedischen Fußballverbands Karl-Erik Nilsson am Mitwochmorgen auf einer Pressekonferenz in Solna bekannt.

Ibrahimovic war bislang eher durch negative Bemerkungen zum Frauenfußball aufgefallen und hatte erst vor Jahresfrist gelästert, dass Rekordnationalspielerin Therese Sjögran sich glücklich schätzen könne, wenn sie ein Fahrrad mit seinem Autogramm bekäme. Das würde völlig reichen.

In einer Presseerklärung auf der Webseite von Svenskfotboll zeigt sich Ibrahimovic nun auf einmal geläutert: “Pia hat mich angerufen und wir haben uns dann ein paar Mal heimlich in Paris getroffen und alles abgesprochen. Das ist echt ne supercoole Braut, die sogar das Tor treffen kann, eh. Sie hat mich gefragt, ob ich bei der WM als ihr Assistent dem Team Motivation einflößen kann. Ich hab das mit Helena besprochen und sie meinte, dass das zwar meinem Image etwas schaden könnte, aber komm, mach es, sagte sie. Denn mit den schwedischen Männern wirst du doch nie was gewinnen, die sind so grottenschlecht, dass du nie ne Medaille gewinnst. Ich wusste gar nicht, dass bei mir in Paris auch zwei schwedische Frauen spielen, die Christina Segerström und die Koso, warte, Kosolina? Hab ich im Moment nicht drauf, iss aber eh egal. Die haben ne richtige Mannschaft die Frauen mit elf Spielerinnen und Trikots und allem Drum und Dran. Na, egal, ich freu mich auf Kanada.”

ffschweden im Gespräch mit: Maria Bergkvist

Umeå IK setzt vorwiegend auf regionale Talente (Archivbild)

Umeå IK setzt vorwiegend auf regionale Talente (Archivbild)

Vor der neuen Saison 2015 hat Umeå IK drei wichtige Leistungsträgerinnen verloren. Hanna Folkesson wechselte zu Vizemeister KIF Örebro, Kapitänin Emma Berglund zu Meister Rosengård und mit Emmelie Konradsson, unter Pia Sundhage immerhin noch Nationalspielerin, beendete eine 25-Jährige einfach ihre Karriere.

Schwer zu ersetzende Abgänge stehen der Philosophie des Vereins gegenüber, seinen Bedarf an Spielerinnen vorwiegend aus dem dünn besiedelten Nordschweden zu decken. Und dennoch 2017 wieder an der Spitze der Liga stehen zu wollen.

Auf der Trainerbank hat die ehemalige Spielerin Maria Bergkvist schon vor ein paar Jahren Platz genommen. Seit Beginn des Jahres aber ist “Berka”, wie die 37-Jährige genannt wird, Cheftrainerin. Die erste Schwedin in der ersten Liga seit Pia Sundhage 2006 KIF Örebro betreute. Sieht man von ein paar Monaten von Annelie Norén bei Hammarby ab, als der Stockholmer Verein 2011 seinen Trainer Daniel Kalles Pettersson im Sommer vor die Tür setzte.

Sechsmal wurde Bergkvist schwedische Meisterin, zweimal gewann sie mit Umeå den Women’s Cup der UEFA. Sie spielte mit Marta, Anne Mäkinen, Malin Moström, Sanna Valkonen, Hanna Ljungberg und all den anderen Größen, die Umeå im letzten Jahrzehnt einen Platz auf der Weltkarte des Frauenfußballs verschafften.

Ein paar Wochen vor dem Beginn der neuen Saison habe ich mich mit Maria Bergkvist unterhalten. Und eine Vorbemerkung: Da wir in Schweden nur extrem selten die Sie-Form benutzen, duze ich meine Gesprächspartner auch in der deutschen Übersetzung.

Nachdem du schon ein paar Jahre im Trainerstab dabei bist, übernimmst du jetzt die volle Verantwortung. Wie fühlt sich das an?

“Das ist einfach nur klasse. Jetzt kann ich das, was mit der Mannschaft passiert, vollständig beeinflussen. Ich muss allerdings sagen, dass ich schon unter meiner Zeit als Assistenztrainer mit Jocke Blomqvist viel Verantwortung hatte und als ich nun übernommen habe, merkte ich, dass der Schritt nicht so groß war, wie ich vermutet hatte.”

Eine deiner wichtigen Aufgaben wird es sein, den Verlust von Berglund, Konradsson und Folkesson zu kompensieren. Wie soll das gehen?

“Innerhalb des Vereins und des Vorstands haben wir eine gemeinsame Philosophie und das ist, dass wir darauf setzen, junge Spielerinnen auszubilden. In meinem Kader sind so viele Mädchen, die ganz viel Fußball in sich haben. Und ich bin sicher, dass viele von denen in der Zukunft große Schritte machen werden. Was Emma (Berglund) angeht, sie ist nicht leicht zu ersetzen, aber ich habe bereits Veränderungen im Spiel der Abwehr vorgenommen und mit heutigem Stand finde ich, dass wir fünf richtig gute Abwehrspielerinnen haben.”

Sicher, obwohl ihr drei A-Nationalspielerinnen verloren habt, habt ihr immer noch drei, die schon in einem Sundhage-Kader waren: Malin Reuterwall, Lina Hurtig und Jenny Hjohlman.

Ja, das stimmt. Und dazu kannst du noch Emmi Alanen und Tuija Hyyrynen rechnen, unsere beiden finnischen Nationalspielerinnen und natürlich Rita Chikwelu (Nigeria), dann hast du schon sechs A-nationalspielerinnen. Plus U23-Nationalspielerinnen aus Schweden wie Tove Enblom, Hanna Glas und Elin Landström. Das ist eine hochtalentierte Truppe und ich bin sehr zufrieden.”

Wer wird denn eure nächste A-Nationalspielerin? “Ganz klar Elin Landström. Sie hat enorme Fortschritte gemacht und spielt eine ganz tolle Vorsaison.”

In einem Interview im Internet habe ich gelesen, dass du gesagt hast, ihr wollt unter die ersten 3-4 Teams schon dieses Jahr kommen. Hältst du daran fest?

„Wir haben bislang eigentlich noch keine internen Zielsetzungen festgelegt. Wir werden noch mit den Mädels darüber sprechen. Ich denke, dass wir uns entwickeln sollen, dass wir versuchen werden, so gut wie möglich zu sein, dass wir unsere Spielidee sowohl in der Defensive wie in der Offensive entwickeln. Wir haben eine sehr gute Abwehr und nach vorn haben wir Lina Hurtig, Jenny Hjohlman und auch Hanna Sandström, eine unheimlich schnelle Spielerin. Schaffen alle, das zu tun, was sie können, dann können wir richtig erfolgreich sein.“

Umeå IK war in Schweden berühmt für seinen enormen Siegeswillen. “Vinnarskallar” – Siegerschädel nennt man das hierzulande. Und wenn man mit Maria Bergkvist redet, dann versteht man, dass sie eine von ihnen war und dass das Feuer noch brennt.

“Ich finde, man muss nicht um Entschuldigung bitten, weil man auf dem Platz steht. Ich glaube an meine Mannschaft. Das ist ein Teil meiner Führungskultur und ich denke, dass es gut ist, wenn man ein bisschen frech ist. Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu ehrgeizig,” sagt Maria, aber ich finde das gar nicht. Mir wird allmählich klar, dass die Damallsvenskan eine äußerst interessante Traierpersönlichkeit hinzugewonnen hat in diesem Jahr.

Aufgewachsen in Ågermanland in Nordschweden, mit einer Fußballkarriere in Västerbotten erfüllet sie bereits als ehemalige Spielerin die Zukunftsphilosophie des Vereinsm, auf die Entwicklung regionaler Talente zu setzen.

Kann man denn in diesen dünn besiedelten Gebieten genügend Talente finden, um eine Mannschaft der ersten Liga zu bilden, frage ich Maria Bergkvist.

“Wir sind ja schon seit ein paar Jahren dabei, jeweils unser U19-Team zu entwickeln. Und ich denke, das funktioniert immer besser. Es gibt dann auch immer eine Anzahl großer Talente in der neunten Klasse der Schule in Umeå, mit der wir zusammenarbeiten. Gleichzeitig ist natürlich klar, dass man auch immer ein paar Spitzenkräfte von außen holen muss, wie zum Beispiel Rita und Tuija.”

Wie bringst du deine Mannschaft dazu, Leistung zu bringen und was siehst du als deine Hauptaufgabe?

“Ich glaube, ich muss vor allem deutlich sein. Ich muss unser Spielidee vermitteln sowohl defensiv wie offensiv. Wir müssen enorm am Spielverständnis arbeiten.”

Maria Bergkvist sagt, dass es wichtig ist, dass Spielerinnen sich herausfordern, dass sie Dinge testen müssen und auch dabei Erfolg haben müssen, um zu wachsen und in ihrer Rolle sicherer zu werden.

“Das Wichtigste für eine Trainerin ist dann, dass sie zuhört und vermittelt,” sagt Berkgkvist. “Und dass sie es schafft, dass alle dasselbe Ziel haben und an einem Strang ziehen.”

Da sie bereits mehrere Jahre als Assistenztrainerin gearbeitet hat, frage ich mich, ob es einen speziellen “Bergkvist-Stempel” geben wird, etwas, dass wir vielleicht so noch nicht bei Umeå gesehen haben.

“Ich werde weiter an dem arbeiten, mit dem Jocke und ich schon gearbeitet haben. Ich möchte, dass wir sehr aggressiv in der Abwehr spielen und dass wir eine gute pressende Mannschaft sind, dass wir viel Ballbesitz haben und ein Spiel bestimmen können.”

Maria ist die erste weibliche Trainerin seitdemPia Sundhage 2006 KIF Örebro und die Liga verlassen hat. Seitdem haben wir die Finnin Marianne Miettinen bein Auf- und Absteiger Stattena IF gesehen und uns daran gewöhnt, dass die Isländerin Elisabet Gunnarsdottir die einzige Frau auf dem jährlichen Presseauftakt der Liga ist.

Warum gibt es so wenig schwedische Frauen, die einen dieser 12 Trainerjobs in der ersten Liga ergattern?

“Erstens gibt es leider nicht so viele Mädels hier, die Trainerin werden. Wenn man sich die Teams anschaut, für die ich gespielt habe, bin ich wohl die einzige, die diesen Weg gegangen ist. Aber ich finde, man sieht etwas Licht am Ende des Tunnels, denk nur an Stina Segerström und Johanna Almgren, die jetzt den Zweitligisten Kungsbacka trainieren werden oder an Alex Nilsson, die unter anderem in Umeå gespielt hat und jetzt Assistenztrainerin bei Sunnanå ist. Und auf eine gewisse Art und Weise zähle ich unter meinen früheren Mannschaftskameradinnen auch Hanna Marklund und Frida Östberg dazu, die jetzt TV-Expertinnen sind und somit eine wichtige Rolle im Frauenfußball haben. Es sind wenige, aber es werden mehr.”

Ich habe ein Interview mit dir gelesen, in dem du die Geschlechterfrage bei Trainern und Schiedsrichtern angesprochen hast und wo du dich dafür aussprichst, dass es nicht da Geschlecht sein soll, das den Ausschlag gibt, sondern nur und einzig und allein die Qualifikation. Hast du Kritik dafür bekommen?

“Nein, eigentlich nicht. Aber ich habe keine Angst zu sagen, was ich denke. Ich bleibe dabei, dass die Besten Chefs und Trainer werden sollten und ich hoffe, dass ich meinen Job nicht bekommen habe, weil ich eine Frau bin, sondern weil man geglaubt hat, dass ich einfach die Beste für den Job bin. Ich finde darüberhinaus auch, dass die Besten Schiedsrichter sein sollen, unabhängig vom Geschlecht. Damit sage ich nicht, dass wir keine guten Schiedsrichterinnen hätten, die gibt es absolut.”

Zum Schluss, drei Tipps Maria. Wer wird schwedischer Meister, wer holt die Champions League und wer wird Weltmeister, bzw. kann Schweden es schaffen?

Maria Bergkvist denkt sorgfältig nach, es gibt eine Pause am Telefon, bis sie dann sagt, dass sie doch glaubt, dass der FC Rosengård seinen Titel verteidigen wird. Die Champions League wird eine Sache zwischen Rosengård (wir haben vor den Spielen gesprochen), dem VfL Wolfsburg und PSG.

Und Schweden könnte Weltmeister werden: “Pia hat eine sehr gute Mannschaft und wenn es ihnen gelingt, das Maximum aus dem Kader rauszuholen, kann man es wohl tatsächlich bis zum Ende schaffen. Ein Platz auf dem Podest müsste möglich sein, auch wenn man beim Fußball vielleicht nicht von Podesplätzen spricht,” sagt Maria Bergkvist.

 

 

 

Ist 2016 Schluss für Pia Sundhage?

Der Vertrag mit Pia Sundhage läuft noch bis Sommer 2016. Eigentlich so waren Sundhage und Schweden eine Liebesgeschichte mit Happy-End. Die zweifache Olympiasiegerin (mit den USA) hatte ihren Traumjob und die schwedische Nationalmannschaft ihre Traumtrainerin bekommen. Und dann lebten und spielten sie glücklich bis an ihr Ende?

In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Dagens Industri sagte Sundhage am Freitag, dass es derzeit so ausehen würde, als ob sie ihren 2016 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde, unabhängig davon, ob sie ein Angebot bekomme oder nicht.

Diese Äußerung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, zwei Monate ud eie Woche vor der WM in Kanada. Sie wird die Spielerinnen aber wohl nicht allzusehr beeinflussen. Die Generation Lotta Schelin (31), Nilla Fischer (31 im August), Caroline Seger (30), Hedvig Lindahl (32 Ende April), Therese Sjögran (38 im April) und Sara Thunebro (36 Ende April) lässt sich wohl nicht verunsichern.

Aber was ist passiert? Ich glaube nicht, dass Sundhage eigentlich hinschmeißen will. Sie genießt die Rolle, genießt die Sympathien der Bevölkerung und sie hat es auch verdient. Aber sowohl ihre Nominierungen wie auch ihr Verhältnis zu den Vereinen sind alles andere als rosig. Da gibt es immer wieder den berechtigten Vorwurf, dass Sundhage sehr zurückhaltend gegenüber personellen Veränderungen sei. In den USA hat das blendend funktioniert, weil Spielerinnen wie Hope Solo, Shannon Boxx, Abby Wambach auch jenseits der 30 noch Weltklasseleistungen zeigen. Dass der Nachwuchs nur schleppend bis gar nicht integriert wurde, gehört zur Handschrift der Schwedin. Sie setzt auf Vertrautes, vertraute Gesichter, vertraute Lieder. Ihre musikalischen Exkurse wurden immer wieder in den höchsten Tönen gelobt, aber man braucht von ihr keinen Song erwarten, der nicht mindestens 25 Jahre alt wäre.

Die Vereine machen ihr jedoch mehr Kummer. Sie wollen einfach nicht tun, was Sundhage ihnen vorschreiben möchte. Letztes Jahr schon kam es zum Eklat, als die Vereinstrainer einen nicht durch FIFA-Termin abgesegneten Lehrgang zum Platzen bringen ließen.

Trainer aus der Liga klagen nicht einmal mehr hinter vorgehaltener Hand darüber, dass der Verband ihnen die Spielerinnen wegnehmen will, obwohl letztlich der Verein zahle. Als Sundhage kürzlich Göteborgs Trainer Stefan Rehn bat, er möge doch bitte seinen Neuzugang Elin Rubensson als Außenverteidigerin statt wie von Rehn gewünscht im rechten Mittelfeld einzusetzen, lachte Rehn Sundhage einfach nur aus.

ImInerview mit DI sagte Sundhage nun, dass sie gerne wieder mal einen Verein trainieren möchte oder auch als Assistenztrainerin einen Männerverein. Es sei doch ein wenig lächerlich, dass man sich zwar eine Regierungschefin wünsche, aber unter keinen Umtänden eine Frau als Trainerin eines Männerteams akzeptieren könne.

Ich glaube, dass sich Pia mit diesem Interview und der Ankündigung hlchstwahrscheinlich nicht zu verlängern, eine bessere Diskussionsgrundlage mit den Clubtrainern verschaffen will. Der Schuss aber könnte nach hinten losgehen.

Selber glaube ich auch nicht, dass Pia Sundhage die ideale Trainerin ist, um den nach der WM 2015 notwendigen Generationswechsel entschlossen und mutig anzugehen. Sie hat bislang eher Teams betreut, die schon einen starken Stamm arrivierter Spielerinnen hatten. Es wird spannend.

Champions League ohne schwedische Clubs

"Und da machte es popp, popp..." schrieb ein schwedischer Kollege heute. (Foto: Rainer Fußgänger)

“Und da machte es popp, popp…” schrieb ein schwedischer Kollege heute. (Foto: Rainer Fußgänger)

Beide schwedischen Vertreter sind aus der Champions League ausgeschieden. Bloggerkollege Johan Rydén schrieb, dass in den letzten fünf Jahren nur ein schwedisches Team das Halbfinale dieses wohl bedeutendsten Wettbewerbs für Frauenfußballvereine erreicht hätte und dass man das eigentlich nicht zählen dürfe: Tyresö FF erreichte 2014 gar das Finale in Lissabon und unterlag dort knapp dem VfL WOlfsburg mit 3:4.

Tyresö hatte nur das Finale erreicht, weil es sich um ein finanziell gedoptes Team handelte, dass der Verein bzw. die Aktiengesellschaft, der der Verein das Team übergeben hatte, nicht mehr leisten konnte. Von Februar bis zum Zerplatzen der Seifenblase Ende Mai erhielten die Spielerinnen keine Gehälter.

Schweden ist wieder draußen und woran liegt es? An der Unzulänglichkeit im Kopfballspiel, sagt ein Kolege. Dem widersprach Rosengårds Trainer Marcus Tilly entschieden. Er sagte, dass es im Falle Rosengårds die Spitzenqualitäten von Alexandra Popp gewesen wären, die den Unterschied ausgemacht hätten. Popp sei der Unterschied gewesen, das sagte er auch mir in der nicht vorhandenen Mixed Zone, durch die die meisten Spielerinnen schnell verschwunden waren nach dem 3:3.

Nicht verloren und dennoch ausgeschieden, das ging nicht in die Köpfe der Spielerinnen rein. Tut es nie. Das sagte mir vor ein paar Jahren schon Linda Sällström, als sie noch bei Linköping spielte und man nach einem 2:2 daheim “nur” ein 1:1 in London geholt hatte. Das sagte mir gestern auch Anja Mittag nach dem Spiel, als ich ihr noch kurz begegnete.

Marta macht das 1:1. Weltklasse seit 12 Jahren.

Marta macht das 1:1. Weltklasse seit 12 Jahren.

Marta soll lange auf dem Platz gesessen haben, niedergeschlagen. Als ich sie nach dem Spiel auf dem Weg aus der Kabine kommen sehe, tröstet sie einen Fan auf Englisch und sagt, dass man es doch nächstes Jahr wieder versuchen könne. Sie (das Mädchen) solle doch nicht weinen und Marta lacht ihr aufmunternd zu. Ich gebe Marta einen leichten Klaps auf den Oberarm und sage, dass es mir leid tut um das Team, gehe weiter. Marta schaut auf, lächelt kurz und nickt und widmet sich dann wieder ihrer Gesprächspartnerin.

Am Abend ärgere ich mich dann über das deutsche Fernsehen. Das ZDF, namentlich die Reporterin Claudia Neumann, berichtet kurz über das Spiel im Aktuellen Sportstudio. In der Anmoderation sagt Katrin Müller-Hohenstein, die bei der Männer-WM noch lasziv mit den Füßen plantschend mit Lukas Podolski im gleichnamigen Becken in Brasilien gesessen hatte und damit ein Musterbeispiel für neutralen Sportjournalismus geliefert hatte, dass der VfL Wolfsburg gegen “so eine Mannschaft aus Schweden” gespielt hätte.geht’s noch? Als ob man bei den Männern ein vergleichbares Kaliber wie sagen wir Juventus Turin “so ne Mannschaft aus Italien” nennen dürfte. Wenn Frauen Frauenfußball marginalisieren…

Dann setzt Neumann einen drauf. In ihren 3-4 Minuten zeigt sie uns die Tore und macht Stimmung gegen Marta. Sie habe eine klare Tätlichkeit gegen Martina Müller begangen, sagt nicht, was man normalerweise für Tätichkeiten bekommt, denn das soll sich der aufgebrachte Zuschauer selber denken und stellt dann nach dem Spiel gezielt gerichtete Fragen an Müller, die sich über die böse Marta auslassen soll. Müller tut Neumann den Gefallen und demonstriert Schadenfreude. Unterverstanden wird vermittelt, dass Marta indiskutabel sei und dass Müller & Co. aber glücklich seien, dass man sie jetzt zwei Jahre lang hintereinander in die Schranken gewiesen hätte. Als ob es primär darum gehen würde.

Da tut einem die Spielerin Müller leid, die benutzt wird, den Bericht tendenziös zu machen.

Trainer Ralf Kellermann, Stürmerin Alexandra Popp und auch Martina Müller selber haben übrigens nicht von Tätlichkeit gesprochen. Der VfL sollte sich beim ZDF beschweren für diese unprofessionelle Berichterstattung. Die Pfiffe und Buhrufe gegen Marta in Deutschland werden, das wurde mir gestern Abend leider klar, von den Medien unterstützt und sogar provoziert. Es gibt ja eine gute Geschichte und gute Geschichten geben Quoten. Traurig.

Warum hat Wolfsburg “gewonnen”? Gewonnen haben sie ja nicht, aber warum sind sie verdient weitergekommen?

Popp sagte, dass es den Wolfsburgerinnen klar gewesen wäre, dass den Schwedinnen (naja, so viele Schwedinnen spielen nicht in Rosengård…) so nach 60 Minuten die Luft ausgehen würde und so sei es gekommen. Sowohl im Hinspiel wie im Rückspiel.

Das wiederum liege daran, dass Rosengård eben eigentlich noch in der Vorsaison wäre und erst vier Wettbewerbsspiele inklusive dieses gestrigen, absolviert hätte. Sagt mir Rosengårds Trainer Marcus Tilly.

Sollte man dann nicht ernsthaft über eine Änderung der Saisontermine nachdenken, frage ich Tilly. Er gibt sich hoffnungslos. Naja, darüber rede man ja schon lange und immer wieder, aber leider ohne Resultat.

Ob alles an den unterschiedlichen Fitnessständen, weil einmal Vorsaison und zum anderen mitten drin?

Nein. Es ist mehr. Auch eine Einstellungsfrage. Wolfsburg arbeitet mit einem unerhört aggressiven Pressing, gibt dem Gegner keine Luft zu Atmen und versucht dann (ebenso wie Rosengård) bei Balleroberung schnell nach vorn zu kommen. Während die Wölfinnen aber entschlossen marschieren und JEDEM Ball nachrennen, fiel mir in der Abwehr von Rosengård gestern mehrfach auf, dass gezögert wurde. Kommt die noch an den Ball? Nö, dann muss ich ja vielleicht nicht hinlaufen. Oh Mist, sie kommt dran, sie setzt alles dran und kommt dran, ich muss loslaufen. Und schon ist man zwei Zehntelsekunden zu spät in den Sprint gegangen. Das summierte sich. Es führte nicht zu den Toren. Aber es trägt zur Dramaturgie des Spiels bei. Zum psychologischen Übergewicht.

Pia Sundhage saß gestern in Publikum. Sie soll begeistert gewesen sein von Malmös neuer Stammtorfrau Zecira Musovic. 18 Jahre alt und wohl die kommende Dominatorin im schwedischen Tir. Unglaublich ihre Ausstrahlung und auch ihr Reflex bei einem Schuss von Yuki Ogimi. Weniger begeistert dürfte Sundhage von ihrer derzeitigen Startspielerin Emma Berglund gewesen sein. Fehlpässe im Aufbauspiel, gleich mehrere und sogar unbedrängt.

Alex Popp köpft das 3:2 für Wolfsburg gegen taumelnde Schwedinnen

Alex Popp köpft das 3:2 für Wolfsburg gegen taumelnde Schwedinnen

Auch Lina Nilsson wurde gestern gezeigt, dass internationale Klassespielerinnen wie Popp oder Verena Faißt sie ins Schliddern bringen. Als Popp das 3:2 köpft und neben ihr auch noch Zsanett Jakabfi herangesprungen kommt, sehen sowohl die in der Natio bereits ausgemusterte Amanda Ilestedt wie auch Nilsson aus wie Spielerinnen einer Jugendauswahl gegen einen Champion-League-Sieger.

Anja Mittag hat abgezogen, noch weiß keine, ob das Ding auch reingeht

Anja Mittag hat abgezogen, noch weiß keine, ob das Ding auch reingeht

Vorne stimmte es, da zeigten besonders Anja Mittag und Marta ihre Klasse. Von der angeschlagenen Ramona Bachmann war ich etwas enttäuscht, aber sie ist eben nicht voll fit. Therese Sjögran hat auch schon bessere Spiele abgeliefert. Neben Mittag und Marta sind Rosengårds Pluspunkte Sara Björk Gunnarsdottir, Anita Asante und Musovic. Hätte man die sprungstarke Asante konkret auf Popp ansetzen können?

Wieso kann Popp, die europäische Antwort auf Abby Wambach, zweimal mehr oder minder ungehindert einköpfen, obwohl man darüber intensiv gesprochen hat?

Kopfballspiel ist in Schweden stark vernachlässigt bei den Frauen. In Kopenhagen verlor Linköpings FC gegen eine auf allen Positionen schlechter besetzte Mannschaft, weil man derzeit unter einer akuten Ladehemmung leidet, sich aber auch zweimal bei Flanken in den Strafraum Tore einhandelte. Emma Madsen köpfte gestern das 1:0 für Brøndby, Mariann Gajhede glich aus und in der zweiten Halbzeit spielten die Däninnen mit einer Neunerkette vor dem eigenen Tor. Für den 1.FFC Frankfurt wird Brøndby Kanonenfutter. Es wird zwar kein 12:0 addiert geben wie gegen Bristol City, aber 6:0 addiert sollte drin sein.

Und im Finale in Berlin holt Wolfsburg den Hattrick. Bis dahin ist Lena Goeßling wieder dabei. Denn das sollte man auch erwähnen: Wolfsburg kam weiter, obwohl es auf Schlüsselspielerinnen verzichten musste. Der kader ist breit und ausgeglichen besetzt. Als Popp gestern ihren zweiten Treffer machte, fragte man sich, wen Marcus Tilly nun einwechseln könnte, der das Matchbild verändern könnte. Da saßen überwiegend talentierte Teenager, die in der Liga durchaus im Rahmen dieses Teams eingebaut werden können, auf dem höchsten europäischen Niveau aber nicht mithalten können. Und so blieb es dann auch bei der Einwechslung von Kirsten van de Ven. Wohl auch weil Tilly wusste, dass er nichts mehr hatte außer die Hoffnung auf Marta oder Mittag oder Bachmann. Bachmann bekam tatsächlich in der 94. Minute noch den Ball nach einer Ecke vor die Füße. Vergab kläglich. Hätte sie das Ding reingemacht, wir wären Zeuge eines Fußballwunders geworden – und das vor einer Rekordkulisse von fantastischen 5.700 Zuschauern.

Noch nicht aller Tage Abend

Pia Sundhage fehlte gestern bei der Präsentation des Kaders für die Länderspiele gegen die Schweiz und Dänemark, sie hatte Fieber. Aber Assistentin Lillie Persson gab eine Reihe von aufschlussreichen Kommentaren.

Zwei Spielerinnen vermisste man in der Liste. Fridolina Rolfö und Antonia Göransson.

Lillie Persson sagte, dass beide noch eine Chance hätten: “Sie müssen gesund sein und gute Leistungen in der Damallsvenskan zeigen. Zu Rolfö: “Was ich sehen will, ist regelmäßiges Training, es kann nicht sein, dass sie 1-2 Trainingseinheiten absolviert und dann aufhört. Sie muss auch anfangen, regelmäßig zu spielen.” Da möchte man Persson zurufen, dass man doch nur spielen kann, wenn man auch aufgestellt wird bzw. eingewechselt, was Schwedens versammelte Frauenfußballjournalisten seit Monaten fordern.

Zu Göransson: “Antonia bringt keine Leistungen auf dem Niveau, das wir von ihr erwarten. Sie muss in Vittsjö weiterarbeiten. Sie ist absolut nicht aus dem Blickfeld, sie hat ja eine Eigenschaft die wir ‘explosiv’ nennen, aber genau dieses ‘explosiv’ haben wir vermisst, als sie dabei war. Gleichzeitig war sie eine Zeitlang nicht dabei und das kann eine Frage des Selbstvertrauens sein.”

Kennt man Sundhage/Persson und ihren Hang zu Vertrautem und ihre Abneigung gegen spontane Entscheidungen klingt das weder für Rolfö noch für Göransson, als ob sie eine reale Chance haben. Aber wir werden sehen.

Die deutschen Fans, die Interesse am schwedischen Team haben und im Sommer nach Kanada fahren, sollten sich in Toronto aufhalten. Denn dort wird das schwedische Team Quartier machen, um dann erst zum Spiel gegen Nigeria nach Winnipeg zu reisen. Das gab Nationalmannschaftschefin Marika Domanski Lyfors gestern bekannt.

“Viele Teams werden von und nach Toronto reisen,” sagte Domanski Lyfors gestern. “Nach der Auslosung haben wir mit anderen Teams diskutiert und viele dachten daran, etwas in Toronto zu machen, bevor sie innerhalb Kanadas weiterreisen. In der Nähe kann man Natur erleben und die Mädels mögen ja Städte. Die gehen gerne shoppen und genießen ihre Freizeit und wer tut das nicht.”

Ohne Musovic und Rolfö – Schwedens letzter Kader vor der WM

Pia Sundhage ist keine Freundin von schnellen oder mutigen Entscheidungen. Nachdem sich Zecira Musovic wohl einen Stammplatz in Schwedens bester Vereinsmannschaft erspielt hat und zuletzt gegen Spitzenteams wie Linköpings FC und auch den VfL Wolfsburg glänzende Leistungen zeigte, hatte die Presse ihren Namen ins Spiel gebracht, aber wer Sundhage kennt, weiß, dass sie nichts von spontanen Entscheidungen hält, nicht einmal, wenn es nur um den dritten Platz als Torhüterin geht. Hedvig Lindahl, Carola Söberg und Hilda Carlén sind bei den Spielen gegen die Schweiz und Dänemark dabei.

Auch die zuletzt verletzte Fridolina Rolfö, die das Potential zu einem der besten WM-Joker des Turniers hätte, wird nicht dabei sein, obwohl sie jetzt wieder bei Linköping im Kader ist und am Sonntag gegen Brøndby die letzten 20 Minuten spielte. Damit ist die WM-Teilnahme für Schwedens vielleicht talentierteste Angreiferin durchaus fraglich.

Lediglich Emilia Appelqvist aus Piteå nimmt anstelle von Antonia Göransson aus Vittsjö an dem Lehrgang teil. Einen Monat nach den beiden Spielen Anfang April steht dann die Bekanntgabe des Kaders auf dem Programm.

Halbfinale noch möglich für Linköping und Rosengård

Emma Madsen und ihre Mannschaftskameradinnen können ihr Glück kaum fassen nach dem 1:0 in Linköping

Emma Madsen und ihre Mannschaftskameradinnen können ihr Glück kaum fassen nach dem 1:0 in Linköping

Nach dem Spiel in einer gestern äußerst windigen Linköping Arena wussten die Spielerinnen und der Trainer von Linköpings FC warum es gelegen hatte, dass man dem dänischen Tabellenführer Brøndby mit 0:1 unterlegen war. Obwohl man am Drücker war und das Spiel über sehr weite Strecken dominiert hatte.

“Wir sind die bessere Mannschaft, wir haben besser als die gespielt,” sagte mir Pernille Harder, die gleich mehrere Chancen auf den Ausgleich hatte, die beste, als sie in der 90. Minute von der Strafraumgrenze die Querlatte traf. Da hätte Katrine Abel keine Chance gehabt.

“Die hatten eine Torchance und haben ein billiges Tor gemacht,” so Pernille weiter. “Aber im letzten Drittel hat es gefehlt, der letzte Pass kam nicht an und dann müsen wir natürlich die Chancen, die wir haben, auch nutzen.”

Aus nicht ganz klaren Gründen musste Linköping statt im gewohnten Dunkelblau ganz in Rot spielen, eigentlich nur die Reservekleidung des Teams. Optisch wäre Dunkelblau ein guter Kontrast zum Gelb der Gäste gewesen, warum die UEFA-Delegatin Rot anordnete, bleibt ein Rätsel.

Das Gegentor, ein Eigentor von Routinier Charlotte Rohlin fiel schon in der 14. Minute. Und danach rannte Linköping diesem Treffer vergeblich her. In der ersten Halbzeit sorgte die aus Malmö bestens bekannte Katrine Veje noch für Gefahr auf der linken Seite gegen Schwedens Nationalspielerin Jessica Samuelsson, aber in der zweiten Halbzeit musste dann Veje in der Defensive viel gegen eine immer offensivere Samuelsson arbeiten.

“Die haben ein frühes Tor gemacht, wo wir total kollabiert sind,” analysierte Trainer Martin Sjögren  nach dem Spiel. “Wir haben zu wenig Druck auf deren rechte Außenverteidigerin gemacht und die spielte den Pass in die Tiefe [zu Nanna Christiansen] . Und dann haben sie eine Spielerin im Torraum, wo wir drei haben, da darf einfach kein Tor fallen. Aber wir haben auch Fehler nach vorne gemacht, viele Chancen nicht genutzt.”
Wie wird das Spiel in Kopenhagen verlaufen, fragte ich Sjögren?
“Ich glaube, es wird sehr ähnlich sein. Wir haben uns selber in diese Situation gebracht und Brøndby wird so weiterspielen wie nach dem Treffer, den sie gemacht haben.”
Rosengårds Spiel in Wolfsburg habe ich nicht gesehen, da ich im Zug nach Stockholm nur sehr schlechten Empfang hatte, aber das Ergebnis bürgt natürlich für ein spannendes Rückspiel. Interessant, dass jetzt offenbar die 18-Jährige Zecira Musovic die Nummer 1 imTor von Rosengård ist. Sie hat wohl mit einigen Paraden das Unentschieden gerettet. Bezeichnend, dass es wieder Marta war, die auf Pass von Anja Mittag Rosengård in Führung brachte. Wolfsburg bleibt aufgrund einer doch recht dominanten Leistung weiterhin Favorit auch für das Rückspiel, aber ein Weiterkommen scheint durchaus möglich für den schwedischen Meister, auch wenn man nach wie vor Außenseiter ist gegen den Goliath aus der Autostadt.Aber wieder einmal kochten die Emotionen hoch in Deutschland. Zuerst verpasste Vanessa Bernauer der Dänin Line Røddik Hansen mit ihrem Ellenbogen unabsichtlich das, was sich später dann zunächst nur als leichte Gehirnschütterung zu erwiesen schien. Aber damit fiel die Taktik Rosengårds schon früh in sich zusammen. Trainer Markus Tilly hatte auf eine offensive 5-3-2 Aufstellung gesetzt, mit Røddik und Lina Nilsson als offensive Außenverteidigerinnen. Eigentlich eher eine 3-5-2 mit Marta auf der linken Seite. Das Duo Røddik Hansen & Marta hatte früher in Tyresö sehr erfolgreich die linke Außenbahn bearbeitet. Røddik wurde, mit Decken abgschirmt, vom Platz getragen und direkt ins Krankenhaus gebracht. Sie wird kaum beim Rückspiel dabei sein. Emma Berglund hat sich wohl die Hand gebrochen, zimperlich wurde nicht gespielt, von beiden Seiten.Die Regionalzeitung Sydsvenska Dagbladet war natürlich vor Ort und ihr Sportchef Max Wiman feiert heute Torhüterin Musovic und Marta: “Ein völlig angstfreier Teenager und ein routinierter Weltstar, die beide die Situation einfach nur liebten, da habt ihr die Führungsfiguren, als sich der FC Rosengård eine glänzende Ausgangsposition in der Champions League gegen die Meistermannschaft Wolfsburg verschaffte.”

Wiman gerät ins Schwärmen über Musovic und sagt, dass Pia Sundhage, die gegenwärtig bekanntermaßen Torwartprobleme hat, durchaus einen Gedanken an die 18-Jährige verschwenden solte, die den Luftraum so beherrschen würde, wie das vor ihr nur Caroline Jönsson getan habe.

Marta, so Wiman, habe wie ein Porsche agiert. Sie habe durch und durch Qualität gezeigt, von ihrem eiskalten Treffer bis hin zu dem Faktum, wie sie die Deutschen aus der Fassung gebracht habe. Wiman sieht die rote Karte Graham Hansens übrigens als durchaus diskutabel an und räumt ein, dass es umstritten gewesen sei. Frappart habe aber völlig den Ellbogeneinsatz Bernauers gegen Røddik übersehen. Wiman fordert die Zuschauer auf, am Samstag zum Malmö IP zu kommen. Rosengård könnte Geschichte schreiben.

Auch die große Boulevardzeitung Aftonbladet war in Wolfsburg vertreten. “Anja hat gesehen, dass ich in einer sehr guten Position war,” sagte Marta “und ich habe einfach versucht, den Ball dorthin zu spielen, wo die Torhüterin nicht rankommen konnte. Es ist immer schön, wenn man solche Tore machen kann, aber unser Ergebnis hier ist eine Mannschaftsarbeit,” so die Brasilianerin.

Zu der roten Karte von Graham Hansen sagte Marta: “Sie hat mein Bein mit einem sehr harten Tritt getroffen. Dann habe ich nichts mehr gesehen. Ich lag auf dem Rasen und wartete auf Hilfe. Ich habe nicht einmal gesehen, dass sie die rote Karte bekam und danach schrien alle gegen mich. Was?”

“Wenn man so einen Tritt abbekommt, darf man dann nicht liegen und Schmerzen haben? Ich bin ein Mensch,” so Marta weiter. “Ein paar Spielerinnen von Wolfsburg kamen zu mir und sagten, sie würden nicht verstehen, warum das Publikum sich so verhielt, aber das kümmert mich nicht. Sachen, die nicht positiv sind, muss man ablegen. Ich habe das schon vergessen.”

Der Zeitung Expressen sagte sie: “Die scheinen mich zu hassen. Aber sie müssen verstehen, dass man nicht immer gewinnen kann, das müssen sie akzeptieren. Die haben sehr schlecht reagiert.”

Und die Situation, als das Wolfsburger Publikum einen Elfmeter haben wollte, als Marta gegen Ellbogensünderin Bernauer hohes Bein spielte, kommentierte die 29-Jährige: “Das war nicht einmal nah an einem Elfmeter. Sie hat geschauspielert.”

Freuen wir uns auf die beiden Rückspiele am Samstag. Das eine in Kopenhagen um 14.00 Uhr und das andere, keine 40 km entfernt auf der anderen Seite des Öresunds, um 15.00 Uhr.

Linköping und Rosengård spielen Viertelfinale

Während ich immer noch etwas an der fragwürdigen FIFA-Entscheidung knabbere, die U20-Frauen-WM 2016 in ein Land zu geben, in dem die Hilfsorganisation UN Women davon spricht, dass die Gewalt gegen Mädchen und Frauen epidemische Ausmaße angenommen hat, bereiten sich sechs Vereine auf ihr UWCL-Viertelfinale vor.

Der 1.FFC Frankfurt gewann gnadenlos mit 5:0 bei Bristol aus der englischen FA WSL und zeigte damit deutlich den Unterschied auf, der die englische Liga noch von der Bundesliga trennt. Nimmt man Linköpings lockeres 3:0 gegen die Liverpool Ladies hinzu (das Hinspiel hatte man trotz klarer Überlegenheit mit 1:2 verloren), dann zeigt sich dass England noch viel zu tun hat, um näher an die drei führenden europäischen Ligen Bundesliga, Damallsvenskan und französische Liga heranzukommen.

Immehin haben die Liverpool Ladies Afrikas große Hoffnung Asisat Oshoala verpflichtet, mal sehen, wie ihr der Start ins Profigeschäft doirt gelingen wird.

Gegen eine rein dänische Mannschaft von Brøndby müsste Linköping klar favorisiert sein. Zudem hat Linköping auch drei “eigene” Däninnen mit Janni Arnth, Marianna Hajhede Knudsen und Pernille Harder, die zu den Leistungsträgerinnen gehören. Morgen Abend gibt es hier Bilder und Interviews zu dem Spiel. Mein Tipp: 2:0 für Linköping.

Wolfsburg – Rosengård könnte ein Finale sein. Aber Rosengård fehlt das entscheidende Spiel zum Durchbruch in der europäischen Königinnenklasse. Noch. Im Kader beider Teams kann man nicht einen deutlichen Vorteil für Wolfsburg erkennen. Wer in der Offensive Anja Mittag, Ramona Bachmann und Marta bringen kann, braucht sich vor  niemandem zu verstecken. In der Abwehr scheint Wolfsburg stärker, aber letztlich fehlt den Wölfinnen Nadine Keßler an jeder Ecke. Was man in der Bundesliga noch kompensieren kann, könnte auf der höchsten europäischen Ebene schiefgehen. Wolfsburg hat aber den großen Vorteil, dass man gewohnt ist, auch in Europa alles zu gewinnen. Da hat Rosengård mit den Pleiten gegen Lyon und eben Wolfsburg in den letzten beiden Spielzeiten etwas aufzuarbeiten. Wäre schön, wenn das morgen gelingt. Mein Tipp dennoch: Wolfsburg gewinnt 1:0.

Papua Neu Guinea trägt die U20 WM 2016 aus

Die FIFA hat heute ihre Entscheidung für Papua Neu Guinea und gegen Schweden als Ausrichter der U20-WM 2016 bekannt gegeben. Ich hatte fest damit gerechnet, dass die WM in Schweden stattfinden würde, weil man hier davon ausgehen kann, dass das Turnier hochprofessionell und sicher durchgeführt wird.

Das Finale hätte in Linköping stattgefunden, in der Arena, in der ich am Sonntag das Champions League Spiel gegen Brøndby sehen werde.

Papua Neu Guinea ist 48. der Weltrangliste, das ist unerwartet gut. Aber bei einem genauen Blick sieht man, dass die Weltrangliste schon ab Platz 20 wenig aussagekräftig ist. Denn zwar liegt PNG,wie das Land oft abgekürzt wird, nur einen Platz hinter der Slowakei und sogar zwei Plätze vor Ghana, wenn man aber Länderspiele prinzipiell nur gegen Gegner wie die Cook Inseln, Tonga und die Salomon-Inseln austrägt, die wesentlich kleiner sind, dann gewinnt man halt des öfteren. Und im ozeanischen Fußballverband, zu dem PNG gehört, gibt es nur einen ernstzunehmenden Gegner, gegen den PNG auch noch nie gewonnen hat: Neuseeland.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat Reisenhinweise für alle Länder dieser Erde, die auf der Homepage des AA abrufbar sind. Zu PNG heißt es dort:

“Die Kriminalitätsrate in Papua-Neuguinea ist sehr hoch. Besondere Vorsicht wird bei Aufenthalten in der Hauptstadt Port Moresby, in Lae, im Hochland, in Mount Hagen und auf der Insel Bougainville (siehe unten) empfohlen. […] Es muss damit gerechnet werden, dass in einer Notlage Hilfe durch Sicherheitskräfte nur eingeschränkt zur Verfügung steht.

Die Zahl der bewaffneten Raubüberfälle und Einbrüche, bei denen die Täter eine hohe Gewaltbereitschaft bis hin zu Mord zeigen, steigt. Vor allem an Geldautomaten ist Umsicht geboten, wo selbst Ortskundige bereits beraubt und getötet wurden.

Die Zahl der Bericht über gezielte Vergewaltigungen steigt; Übergriffe erfolgen meist ohne Vorwarnung. Für alleinreisende Frauen besteht erhöhte Gefahr.”

Vermutlich werden wohl nur wenige Fußballfans zur WM reisen. Man kann nur hoffen, dass die 16 Nationalteams genügend geschützt werden. Frauen, die einer Vergewaltigung zum Opfer gefallen sind, sollen unverzüglich einen Arzt aufsuchen, da die Verbreitung von HIV/AIDS sehr hoch ist.

Manche Entscheidungen der FIFA kann ich nicht ganz nachvollziehen. Aber bestimmt haben die das alles nicht gewusst.

Das Video enthält teilweise sehr schockierende Bilder von Opfern von Gewaltverbrechen. Nicht jeder kann so etwas sehen. Warum ich es in einem Fußballblog verlinke? Über PNG gibt es vorwiegend nur Videos, die das Land als ein Land voller Naturschönheit darstellen. Die Realität ist offenbar eine ganz andere, wenn schon das deutsche Außenministerium davor warnt, das Hotel oder die Ferienanlage zu verlassen. Ich bin schockiert, dass die FIFA Sicherheitsfragen so wenig auf der Agenda hat. Aber ich bin auch gegen die Männer-WM in Qatar.

Linköping ist bereit

m_sAm Sonntag um 14 Uhr trifft Linköpings FC in seinem Champions-League-Viertelfinale auf Brøndby aus Kopenhagen. Vor dem Spiel habe ich mich mit Linköpings Trainer Martin Sjögren unterhalten.

Wie sieht es aus bei euch, werden alle Spielerinnen an Bord sein?

“Die Lage in der Truppe ist gut. Alle Spielerinnen bis auf Renée Slegers sind einsatzbereit am Sonntag. Wir haben uns sowohl physisch wie auch taktisch vorbereitet und sind bereit, zu spielen.”

Du kennst Brøndby mit Sicherheit sehr gut. Wie würdest du den Viertelfinalgegner charakterisieren?

“Es ist eine spielerisch sehr geschickte Mannschaft, die sich sehr auf ihr Passspiel verlässt. Auch die Abwehrarbeit ist sehr organisiert und wir werden eine gute Leistung zeigen müssen, um ein gutes Ergebnis mitzunehmen. Wir treffen auf ein verhältnismäßig junges Team, das dennoch erfahrener ist als wir, was Spiel in der Champions League angeht, auch weil man sich im Prinzip jedes Jahr für dieses Turnier qualifiziert.”

ffschweden wird in Linköping dabei sein. Nächste Woche dann auch der Rest des Interviews mit Martin Sjögren, mit dem ich vor allem über die Perspektive seines Teams für die Saison 2015 und darüber hinaus geredet habe.

Erster Titel für den FC Rosengård

Marta kann den Unterschied machen, hier noch im Trikot von Tyresö im Supercupfinale gegen Göteborgs FC.

Marta kann den Unterschied machen, hier noch im Trikot von Tyresö im Supercupfinale gegen Göteborgs FC.

Man mag über den Supercup denken wie man will. Das Spiel zwischen Meister und Pokalsieger gegen Ende der Vorsaison ist ein hervorragendes Trainingsspiel zwischen zwei der besten Mannschaften des Landes. Mehr vielleicht auch nicht.

Vor knapp 350 Zuschauern auf dem Malmö IP gewann der Meister dabei mit 1:0 gegen den Pokalsieger. Wie das Ergebnis andeutet, war es alles andere als leichte Arbeit. Ramona Bachmann fehlte bei Rosengård wegen der Verletzung, die sie sich beim Aufwärmen gegen die USA beim Algarve-Cup zugezogen hatte. Und Linköping musste auf Fridolina Rolfö verzichten, die zwar gesund zu sein scheint, deren Knie bei Belastungen aber immer noch nicht schmerzfrei ist. Trainer Martin Sjögren ließ auch seine portugiesische Spielmacherin Claudia Neto draußen, da sie alle vier Spiele beim Algarve-Cup absolviert hat. Kein Risiko vor dem Heimspiel im Viertelfinale der Champions League nächsten Sonntag gegen Brøndby.

Linköping versteckte sich wieder nicht und zeigte, warum es für Rosengård ein unangenehmer Gegner ist. Man ließ den Meister nicht ins Spiel kommen, übernahm selber immer wieder den Taktstab und kam insgesamt auch zu den besseren Chancefn. Die größte hatte Pernilla Harder mit einem Schuss als es noch 0:0 stand, aber Torhüterin Zecira Musovic parierte glänzend und lenkte den Ball über die Latte zur Ecke. Musovics Einsatz warf die Frage auf, ob der Konkurrenzkampf zwischen der 18-Jährigen und der deutschen Kathrin Längert enger geworden ist. Möglicherweise, Musovic sagte nach dem Spiel, dass sie gerne auch in Wolfsburg spielen würde, aber das entscheide einzig und allein Trainer Marcus Tilly.

Wer machte den Unterschied? Die Frau, die den Unterschied machen kann. Beim Algarve-Cup hätte sie noch wegen einer klaren Tätlichkeit vom Platz fliegen müsssen. Heute schnappte sich die 29-Jährige Ausnahmefußballerin Marta Vieira da Silva eine gute Viertelstunde vor Schluss das Leder und zog zu einem ihrer so oft gesehenen Slalomläufe an, ließ drei Gegnerinnen stehen und zog dann unhaltbar für Katie Fraine ins rechte untere Eck.

Marta hatte bereits das enge Pokalspiel gegen Göteborg mit einer ähnlichen Aktion entschieden.

Und seit heute Nachmittag hat CL-Gegner VfL Wolfsburg auch nicht mehr den Beinamen “die Unschlagbaren”. Turbine Potsdam hat gezeigt wie man es machen muss. Freuen wir uns auf zwei spannende Begegnungen. Ich werde bei beiden Heimspielen der schwedischen Teams vor Ort in Linköping und Malmö sein.

Djurgården gewinnt Stockholmer Derby

Djurgarden_jubeltGut 150 Zuschauer sahen am Samstagmittag eine Neuauflage des klassischen Stockholmer Derbys zwischen Zweitligist Djurgården und Erstligist Hammarby. Auf dem als Platz für Training und Testspiele benutzten Stadshagens IP gewann der Zweitligist leicht überraschend mit 3:2.

Hammarby wird es schwer haben in der Damallsvenskan. Das ist das klare Fazit. Die Mannschaft von Trainer Pär Lagerström schaffte es nur phasenweise, das Heft in die Hand zu nehmen. Katrin Schmidt, aus Malmö gekommen vom schwedischen Meister, ist Kapitänin und damit verlängerter Arm des Trainers und in der ersten Halbzeit lenkte sie deutlich die Aktionen des Aufsteigers und als es nicht ganz mit dem 1:0 von ihren Vorderleuten klappte, machte sie es halt selber, schnappte sich den Ball, umspielte eine Gegnerin, zögerte, zielte und ließ der einst als Nationaltorhüternachfolgerin gehandelten Susanne Nilsson keine Chance. Aber Djurgården kämpfte sich immer wieder rein und zurück. Madeleine Stegius machte den Ausgleich nach einem schnellen Konter und in der zweiten Halbzeit ging Djurgården zweimal in Führung. Zunächst durch Mia Jalkerud, die Torschützenkönigin der Eliteettan 2014 und nachdem Alexandra Lindberg noch einmal ausgeglichen hatte, sorgte die aus Sunnanå zurückgekehrte Matilda Rosqvist für den entscheidendenTreffer.

Viel Arbeit für Hammarby, deren Trainer sagte, sein Team könne das viel besser. Genau das müssen sie aber auch zeigen, denn sonst wird man von Beginn der Saison am 11. April weit unten in der Tabelle sein. Djurgården hingegen bestätigte die allgemeinen Erwartungen, ein Favorit auf einen Aufstiegsplatz zu sein.

Sofia Jakobsson die Siegerin beim Algarve-Cup

Sofia Jakobsson umkurvt Nadine Angerer und ist auf dem Weg zum 2:2 gegen Deutschland (Foto: Anders Henrikson)

Sofia Jakobsson umkurvt Nadine Angerer und ist auf dem Weg zum 2:2 gegen Deutschland (Foto: Anders Henrikson)

Die Trainingsturniere an der Algarve und auf Zypern sind zu Ende und mit den USA (zum 10. Mal) und England (zum 3. Mal) stehen auch die Sieger fest. Die Algarve sah in diesem Jahr die ersten Fünf der Weltrangliste: Deutschland, USA, Frankreich, Japan und Schweden und mit Brasilien auch den aktuellen Achten der Coca-Cola-Rangliste. (!) Auf Zypern siegte mit England das am höchsten eingestufte Team, die Engländerinnen zeigten eine rundum gute Leistung und gaben lediglich gegen die Niederland einen Punkt ab, als man schon für das Finale qualifiziert war. Welche Erkenntnisse im Hinblick auf die WM, die in drei Monaten in Kanada läuft haben wir für das schwedische Team gewonnen? Für Schweden war es ein akzeptables Turnier. Pia Sundhage wollte vor allem Klarheit darüber haben, mit welcher bevorzugten Viererkette sie weiterarbeiten möchte. Diese Antwort scheint nun vorzuliegen. Elin Rubensson, Emma Berglund, Nilla Fischer und Lina Nilsson. Wobei Lina Nilsson interessanterweise von ihrer im Verein angestammten rechten Position auf die linke Seite wechseln muss. Damit Elin Rubensson, die in Malmö mehr auf der Bank saß und deshalb nach Göteborg wechselte, weil sie Lina Nilsson nicht auf rechts von der Startposition verdrängen konnte, nun auf der rechten Abwehrseite bei Sundhage spielen kann. In Göteborg wird Rubensson aber voraussichtlich rechtes Mittelfeld spielen, so hat es jedenfalls Trainer Stefan Rehn angedeutet. Dass Hedvig Lindahl aller schwedischer Nationaltrainer bevorzugte Nummer 1 ist, haben wir hier schon genügend diskutiert und hätte sie sich nicht im Spiel gegen Brasilien (0:2) den Finger ausgerenkt und deshalb Carola Söberg Platz machen müssen, Lindahl hätte wohl alle vier Spiele bestritten. Das dickste Ausrufezeichen kam von einer Spielerin, von der wir das nicht erwartet haben. Deshalb, Hut ab, Sofia Jakobsson! Sie zeigte stabile überdurchschnittliche Leistungen, schoss vier Tore im Turnier und war ebenso schnell wie dynamisch und voller Energie. Wie sie im ersten Spiel Nadine Angerer umkurvte, wurde zwar von der deutschen Keeperin begünstigt, es hatte aber große Klasse. Jakobsson, die in Umeå begann, dann zu Rossiyanka, Chelsea und Cloppenburg wechselte, wo sie nicht unbedingt ihren Fähigkeiten gemäß die besten Vereine fand, scheint in Montpellier gut angekommen zu sein. Das schwedischen Mittelfeld und der Angriff stehen ebenfalls: Caroline Seger, Hanna Folkesson, Therese Sjögran, Sofia Jakobsson und ganz vorn Kosovare Asllani und Lotta Schelin. Soltle es keine Verletzungen geben, dürfte das auch die Elf sein, mit der Schweden am 05.04. in Eskilstuna gegen die Schweiz das nächste Länderspiel startet und vermutlich auch in Kanada die erste Formation sein. Sicher im WM-Kader (Verletzungen ausgenommen) dürften sein: Carola Söberg, Linda Sembrant, Jessica Samuelsson, Sara Thunebro, Lisa Dahlkvist, Malin Diaz Pettersson, Jenny Hjohlman, Olivia Schough.   Der dritte Torwartplatz dürfte zwischen Hilda Carlén und Malin Reuterwall entschieden werden, wobei Carlén den letzten drei Kadern angehörte. Somit bleiben drei Plätze übrig. Wenn Fridolina Rolfö gesund ist, dann müsste sie eine dieser Drei sein, sie könnte sogar zum Joker dieser WM werden. Blieben zwei. Vermutlich wird es eine achte Abwehrspielerin geben. Und Sundhage wird diesen Posten mit Charlotte Rohlin besetzen, die genug Routine hat, um notfalls einzuspringen. Erste Wahl ist sie jedoch nicht mehr. Um Platz 23 konkurrieren dann Antonia Göransson, Marija Banusic, Lina Hurtig und eventuell noch Abwehrspielerin Mia Carlsson. Raus aus den Überlegungen der Chefstrategin scheinen Amanda Ilestedt, Magdalena Ericsson und Emma Lundh zu sein. Schweden hat besonders beim 4:2 gegen Deutschland gezeigt, dass es auch gegen die besten Teams der Welt gewinnen kann. In der Summe der vier Spiele aber sieht man auch, dass noch viel fehlt und dass die Kontinuität in einem Turnier, in dem viele Spiele an wenigen Tagen geliefert werden müssen, nicht ausreicht. Insofern könnte auch die WM 2015 wieder ein Turnier sein, in dem die Schwedinnen an einem guten Tag alle schlagen können, aber höchstwahrscheinlich zu wenig gute Tage haben wer

Algarve: USA – Frankreich im Finale?

Vorgestern spielten wieder alle Mannschaften an der Algarve und auf Zypern. Ihr jeweils zweites Spiel. Derzeit scheint in Portugal, wo das deutlich namhaftere Teilnehmerfeld aufgelaufen ist, einiges auf ein Finale zwischen den USA und Frankreich hinzudeuten, da beide WM-Favoriten ihre Gruppenspiele gewonnen haben.

Die Amerikanerinnen besiegten die Schweiz nach einer torlosen ersten Hälfte doch noch standesgemäß mit 3:0. Alex Morgan, Amy Rodriguez und Abby Wambach erzielten die Tore gegen eine dann doch chancenlose Schweiz, die sehr defensiv agierte.

“Wir müssen uns mit und ohne Ball einfach schneller bewegen,” sagte die amerikanische Trainerin Jill Ellis. “Ich denke, in der zweiten Halbzeit haben wir das gut gemacht und mehr diagonal gespielt, was sie dazu gezwungen hat, sich etwas mehr zu verteilen.”

Alex Morgan sah das Spiel ähnlich: “Die Schweizerinnen haben mit einer Fünferkette gespielt, sie spielten viel langsamer als wir das wollten und in der ersten Halbzeit haben wir das so getan, wie sie es wollten. In der Halbzeit haben wir umgestellt, wir haben begriffen, dass wir das Tempo erhöhen und schneller spielen müssen. Und dann haben wir unsere Chancen genutzt. Ich bin sehr zufrieden, wie unser Team das Spiel verändert hat.”

Die Trainerin der Schweiz, Martina Voss-Tecklenburg, wars dennoch zufrieden: “”Wir konnten mit einem sehr starken Gegner für lange Zeit mithalten. Auf diesem Niveau wird leider jeder Fehler bestraft, dennoch können wir mit voller Zuversicht nach vorn auf das nächste entscheidende Spiel gegen Norwegen blicken,” sagte sie der Seite des Schweizer Fußballverbands.

Im letzten Gruppenspiel trifft Olympiasieger USA nun auf Island, das bislang beide Spiele an der Algarve verloren hat. Am Freitag gab es ein 0:1 gegen Norwegen, den Treffer für die nordeuropäischen Schwestern erzielte Emilie Haavi bereits in der achten Spielminute.

Trainer Evan Pellerud: “Da kam der Sieg, aber das ist vielleicht nicht das Wichtigste an der Algarve in diesem Jahr. Wie auch immer, den Spielerinnen tut das gut und besonders denen, die heute gestartet sind. Sie haben nicht gegen die USA begonnen und wollen mehr Spielpraxis auf diesem Niveau. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. In der zweiten Halbzeit kam der Kampfeswillen der Isländerinnen rein, die haben mehr Zweikämpfe gewonnen und sich Freistöße und Eckbälle gesichert und dann sind sie immer gefährlich.”

In der deutschen Gruppe gewann der Serieneuropameister zwar sicher mit 2:0 gegen China, aber trotzdem war es wohl eher ein schwarzer Freitag für Silvia Neid und auch für Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann. Zuerst kam aus Wolfsburg die Nachricht, dass Weltfußballerin Nadine Keßler am 12.03. abermals am Knie operiert werden muss und damit den Rest der Saison und wohl unklusive WM ausfallen wird und dann brach sich Keßlers Mannschaftskameradin Luisa Wensing in einem Spiel

Ob Deutschland noch ins Finale kommt ist fraglich. Denn Brasilien besiegte im zweiten Gruppenspiel Schweden mit 2:0 und damit stehen die USA und Frankreich jeweils bei sechs Punkten.

Frankreich spielte Dänemark förmlich an die Wand und siegte mit 4:1 eher bescheiden. Das Spiel Japan gegen Gastgeber Portugal endete mit einem standesgemäßen 3:0 des Weltmeisters.

Damit ist die Konstellation klar für die letzten Spiele morgen. Gewinnt die USA gegen Island, ist man im Finale. Frankreich hat mit Japan eine bedeutend schwierigere Nuss zu knacken.

Die beiden besten Gruppensieger der drei Gruppen spielen das Finale, der schlechteste Gruppensieger und der beste Gruppenzweite spielen das Spiel um Platz 3 und die beiden schlechteren Gruppenzweiten spielen um Platz 5. Diese verworrene Verknüpfung und Auswertung nicht vergleichbarer Spiele zeigt, dass der Algarve Cup eben vor allem ein Trainingsturnier ist, bei dem es darauf ankommt, dass an vier Spiele gegen gute Gegner machen kann.

Insofern wird die Aussagekraft relativ gering sein, wie immer.

2007 schlugen die USA Dänemark im Finale, aber Deutschland wurde Weltmeister in China.

2009 schlug Schweden die USA im Elferschießen im Finale, schied aber bei der EM in Finnland enttäuschend gegen Notwegen im Viertelfinale aus.

2011 gewannen die USA den Cup (Island 4:2) und verloren das WM-Finale gegen den Algarve-Dritten Japan.

2012 gewann Deutschland den Cup, nahm aber gar nicht an Olympia teil, dass sich Pia Sundhages USA holte.

Lediglich 2008 wurde Algarve-Cup Sieger USA auch Olympiasieger.