Halbzeit (11): AIK


U19-Europameisterin Therese Boström im Spiel gegen Malmö

Jennie Nordin, Malin Diaz, Petra Andersson, Therese Boström, Elin „Lulle“ Bragnum.

Diese fünf Spielerinnen standen im Aufgebot der U19-Europameisterschaften in der Türkei, die kurz vor der Olympiade zu einem schwedischen Triumpf führten, einem nicht unerwarteten Sieg. Elin Bragnum musste ihre Teilnahme unmittelbar vor der Abreise absagen. Wäre sie auch mitgeflogen, wären fünf Spielerinnen von AIK Jugendeuropameisterinnen geworden.

Das ist die erste gute Nachricht. Es gibt noch mehr.

Aber erst einmal liegt AIK nach der Hälfte der Saison auf dm elften Rang, mit vier Punkten Rückstand auf KIF Örebro (10.). Das würde am Ende der Saison zum Abstieg führen. Zu einem nicht unerwarteten Abstieg. Der Meister der Norrettan hat sich nur unwesentlich verstärkt. Madeleine Tegström, man könnte sie auch „Lunge“ nennen, kam vom Stockholmer Absteiger Hammarby. Eine neue Torfrau in der sicheren Susanne Nilsson, in der Abwehr noch Elin Borg und die finnische Kapitänin der Nationalmannschaft Maija Saari (die früher in Umeå und in Norwegen gespielt hat). Das würde nicht reichen, da das Gerüst der Mannschaft zu jung sei, zu unerfahren. Man muss mehr investieren, um am Ende erfolgreich die Klasse zu erhalten.

Die Abwehr ist erstaunlich gefestigt. Das ist die zweite gute Nachricht. Nur Tyresö, Malmö, Linköping und Göteborg haben weniger Gegentreffer kassiert und das waren oder sind allesamt Meisterschaftsfavoriten. Jennie Nordin, die 19-Jährige, die mit Maija Saari die Innenverteidigung organisiert, wird irgendwann in der A-Nationalmannschaft landen, wenn sie ihren Weg weitergeht. Wie schon vor ihr Linda Sembrant, die auch bei AIK wichtige Erfahrung gesammelt hat. Aber eben auch Saari, Borg und die wieselflinke Sarah Fredriksson auf der Außenposition rechts tragen dazu bei.

Das Problem liegt vorne. Denn belegt man auf der Negativseite, den Gegentreffern einen überaus guten fünften Platz liegt man in der Liste der selber erzielten Tore nur auf Platz 11 eben. Neun Tore in elf Spielen. Das ist mehr als noch vor einem Jahr Hammarby und Dalsjöfors in fast der ganzen Saison geschafft haben, aber immer noch nicht genug,

Superdribblerin und Messi-Fan Daniella Chamoun kämpft sich mit 22 Jahren von ihrem zweiten Kreuzbandriss zurück und fehlt. Susan Varli ist eine gute Stürmerin für die zweite Liga aber für einen Stammplatz in der ersten Liga fehlt ihr eigentlich noch die Erfahrung und die Durchschlagskraft. Alternativen gibt es keine, vielleicht doch, aber die ebenfalls sehr talentierte Nazanin Vaseghpanah scheitert zu oft für eine inzwischen 25-Jährige an ihrem Temperament und sie spielt auch einfach nicht mehr so weit vorn wie früher bei Hammarby, wo sie für 8-12 Tore gut war als es noch lief bei den Grünweißen.

Ein Spiel von elf hat AIK gewonnen. Das ist auch zu wenig. Aber eigentlich hätte es für diesen Sieg auch sechs Punkte geben können. LdB FC Malmö wurde zu Hause mit 2:0 geschlagen – eine der größten Überraschungen der Hinrunde nach einer kämpferisch einwandfreien und vorbildlichen Leistung. Wer Malmö schlagen kann, der müsste doch auch Punkte gegen schlechtere Vereine machen können? Zu wenig. Drei Unentschieden gegen Linköping, Göteborg und Umeå.

Wenn sich das Team nicht mit wenigstens einer gestandenen Stürmerin in der Pause verstärkt, dann wird nichts aus dem Klassenerhalt. Trotz des immensen jugendlichen Potentials, das für die Nachwuchsarbeit spricht. Und natürlich wäre es nicht gut für den Fußball in Stockholm mit so vielen Vereinen und so vielen Spielerinnen, wenn es keinen Club im Oberhaus geben würde.

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