„Die Trainer wissen zu wenig“


15 Kreuzbandrisse innerhalb einer Saison, vier Spieltage vor dem Ende, werfen in Schweden inzwischen – endlich – Fragen auf. Warum? Wie kann man vorbeugen? sind nur zwei davon.

In einem Interview mit dem schwedischen Radio SR kritisiert der Arzt der Nationalmannschaft, Professor Per Renström erstmals die Trainer und spricht über die Hintergründe.

„Das ist wirklich sehr bedauerlich. Es gibt ja eigentlich nichts, über das so viel diskutiert wurde und über das so viel geforscht wurde,“ so Renström. Der Arzt selber war einer der Leiter eines Forschungsprojektes, in dem in großer Zahl Knieverletzungen bei Teenagern untersucht wurden. Die Schlussfolgerungen dieser Studie sollen jetzt den Vereinen weitergegeben werden.

„Die Trainer müssen Kenntnisse auf diesem Gebiet habe,“ sagt Renström. „Das halte ich für grundlegend. Die müssen eine wesentlich bessere Ausbildung haben als sie das heute haben. Dann wissen wir auch, dass die medizinische Versorgung in den Mannschaften wichtig ist. In der Damallsvenskan ist es deutlich schwieriger, ein medizinisches Team auf die Beine zu stellen, was ganz eindeutig an den wirtschaftlichen Möglichkeiten liegt.“

In der Altersgruppe 11-17, in der Renström und sein Team umfangreiche Forschungen angestellt haben, fand man heraus, dass Mädchen 3-4 mal häufiger Kreuzbandrisse erleiden als Jungs im gleichen Alter. Das gelte aber nicht nur für Fußball sondern auch für Handball und Basketball.

Renström berichtete von einem Maßnahmenkatalog, den man in der Altgersgruppe gestestet habe, zu dem eine Reihe von Übungen gehören, nicht zuletzt Übungen, die zu einem besseren Gleichgewicht und Ausbalancieren führen. Die Gruppen, in denen Krankengymnasten vor dem Training in der Aufwärmphase mit dem Material gearbeitet hätten, zeigten einen 2/3 Rückgang von Kreuzbandverletzungen.

Die heutige Trainerausbildung in Schweden wird derzeit reformiert und teilweise neu geschrieben. Nach Aussage von Renström bekommt auch der sportmedizinische Teil ein größeres Gewicht in der Ausbildung zukünftiger Trainer.

Zu wünschen wäre jedoch, dass der schwedische Fußballverband und auch der EFD, die Interesseorganisation des Elitenfrauenfußballs seine Trainer dazu verdonnert, an maßgeschneiderten Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen, damit dem Elend der langwierigen Verletzungen Einhalt geboten wird.

 

 

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