Profil: Pavlína Ščasná


Fünf Jahre hat die 28-Jährige tschechische Weltklassestürmerin in Schweden gespielt. Zunächst waren es zwei Jahre in Örebro unter den Trainern Pia Sundhage und Richard Holmlund und dann drei Spielzeiten in Malmö unter Jörgen Pettersson und zuletzt Martin Sjögren.

„Eigentlich war es ein Zufall, dass ich in Schweden gelandet bin. Ich hatte 2003 bei Philadelphia Charge gespielt und da war Pia Sundhage meine Trainerin. Als sie dann in Örebro war, rief sie mich an und da habe ich nicht viel nachgedacht und bin dahin gegangen.“ sagt Pavlína Ščasná in immer noch exzellentem Deutsch.

Denn sie hat auch eine Vergangenheit in Deutschland. Vor und nach ihrer ersten Saison in den USA spielte sie für den FC Bayern München in der Bundesliga. Studierte „nebenbei“ Marketing an einer Düsseldorfer Hochschule.

Jetzt heißt es bald wieder Koffer packen und noch einmal ab nach Amerika. Die Boston Breakers sind die neue Clubadresse der sympathischen Stürmerin.

Was nimmst du mit aus deiner Zeit in Schweden, will ich wissen.

Es war eine der besten Entscheidungen meiner Karriere, nach Schweden zu gehen. Wie gesagt, unter Pia Sundhage in Örebro zu spielen hat mich hierhin gelockt. Aber auch meinen zweiten Trainer in Örebro, Richard Holmlund, werde ich sicher nie vergessen. Ich habe hier in den fünf Jahren tolle Menschen getroffen, ich habe Schwedisch gelernt und schließlich die schwedische Meisterschaft mit einer fantastischen Mannschaft gewonnen. In Malmö musste ich zwar ständig beweisen, dass ich am besten als Stürmerin eingesetzt werde, aber auch das hat mir wertvolle Erfahrungen gegeben und mich mental stärker gemacht.

Erst in der letzten Saison 2010 durfte Pavlína durchgängig neben Manon Melis in der Sturmspitze spielen, was dazu führte, dass die Holländerin souveräne Torschützenkönigin wurde und LdB FC Malmö nach 16 Jahren seinen ersten Meistertitel gewann.

Warum sie denn eigentlich gehe, frage ich sie, denn ich erinnere mich an ein Gespräch vor knapp zwei Jahren, in dem Pavlína mir sagte, dass sie hier ihre fußballerische Heimat gefunden habe. Die Antwort ist typisch für die Tschechin, offen und ehrlich.

Der Sportchef von LdB, Niclas Carlnén ist letztlich der Grund, warum ich gehe. Wir haben nie dieselbe Sprache geredet und leider hat er mir letztes Jahr sehr viele Probleme verursacht, die ich lösen musste. Mehr will ich nicht sagen, das Kapitel ist für mich beendet. Aber mir ist wichtig, zu sagen, dass ich die Spielerinnen von LdB FC sehr vermissen werde und auch das Stürmer-Training mit Janne „Lildamma“ Mattsson. Von ihm habe ich sehr viel gelernt.

Niclas Carlnén lehnt einen Kommentar hierzu ab. Er sagt, dass er nicht über Verträge und Vertragsbedingungen einzelner Spielerinnen rede. Man habe einen Vertrag über das Jahr 2010 gehabt, den beide Seiten erfüllt hätten. Pavline habe man ein Angebot gemacht, dass diese abgelehnt habe.

Darum war es aber gar nicht gegangen. Ffschweden hat aus anderen Quellen erfahren, dass Pavlína Ščasná offenbar nur das sagt, was viele Spielerinnen in Malmö empfinden. Der 38-Jährige Sportchef des Clubs, vor drei Jahren noch Torwarttrainer, führe ein äußerst strenges Regiment. Da ist möglicherweise kein Platz für selbstbewusste Frauen, die eine eigene Meinung haben.

Sind die Boston Breakers Neuland für dich oder kennst du schon jemanden da?

Naja, Kelly Smith hat mit mir schon bei Philadelphia Charge gespielt. Sie weiß, dass ich bald komme und hat mir eine sehr schöne Nachricht geschickt.

Wie unterscheidet sich das Spiel in den USA von dem in Schweden?

Ich kenne ja nur die WUSA, vermute aber, dass die WPS ähnlich sein wird. Die Liga war viel schneller und athletischer. Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer sind extrem wichtig. In Schweden spielt man etwas langsamer, dafür aber sicher technischer und auch kreativer.

Pavlína Ščasná, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen dir alles Gute in den USA.

 

 

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