Tyresö mit einem Bein weiter, Malmö mit einem Bein draußen

Im Grunde genommen war das nicht unerwartet. Tyresö gewann durch zwei Tore von, na wem schon, Christen Press mit 2:1 beim dänischen Tabellenführer Fortuna Hjørring und dürfte damit im Rückspiel alles für das Viertelfinale im März 2014 klar machen können.

Stimmen

Christen Press, die nun alle vier Tore in der Champions League geschossen hat, auf die Frage, wie sie das denn so mache: „Naja, es liegt natürlich daran, dass ich nun mal ganz vorne bin und die zentrale Spielerin bin. Meine Aufgabe ist, es die Angriffe abzuschließen. Heute haben wir etwas direkter gespielt, in der Vergangenheit etwas mehr aus Ballbesitz. Ich weiß nicht, ob es besser für das Team wäre, wenn auch jemand anders trifft. Es ist doch egal wer Tore schießt, wir haben eine Reihe gefährlicher Spielerinnen, die alle einen reinmachen können und unsere Gegner müssen sich Gedanken über einige Spielerinnen bei uns machen. Ich denke, das macht meine Arbeit einfacher und meine Tore helfen den anderen. Ich denke es war ein hartes Spiel heute, keine einfachen Bedingungen, aber wenn du in der Champions League bestehen willst, dann musst du dich daran gewöhnen, dass es auswärts schwierig ist. Je weiter wir kommen, desto wichtiger wird es werden, dass wir auswärts gewinnen. Heute haben wir das geschafft, weil wir uns an unseren Spielplan gehalten haben. Ich fand, das Spiel ähnelte dem im vorigen Jahr, das ich hier mit Göteborg gemacht habe. Wir hoffen, dass wir weit kommen, aber wir nehmen ein Spiel nach dem anderen und nach dem Spiel am Donnerstag haben wir eine lange Pause.“

Mit Christen Press habe ich vorgestern gesprochen, das Interview kommt morgen hier.

Tony Gustavsson: „Natürlich ist es gut, wenn man zur Halbzeit 2:1 führt und man dann ein Spiel zu Hause hat. Hier gab es einiges was nicht so gut war, auf dem Platz konnte man kaum spielen. In der ersten Halbzeit waren wir zu umständlich, die haben uns eine Viertelstunde lang ganz schön unter Druck gesetzt. Aber wir haben in der ersten Halbzeit nicht das getan, was wir tun wollten. Hjørring ist sehr gut zusammengewachsen, die kämpfen unglaublich gut zusammen. Aber auf dem Kunstrasen in Tyresö sollten wir mehr Kontrolle bekommen.“

Caroline Seger: „Natürlich hätte man gern zu Null gespielt, aber 2:1 ist ein gutes Ergebnis. Die erste Halbzeit war nicht so gut, wir haben umständlich gespielt, in der zweiten geändert und nehmen zwei Auswärtstore mit. Wir wussten, dass die Platzverhältnisse schlecht waren, aber das gilt für beide Teams. Hjørring war genauso, wie wir das gehört haben vorher, unser Trainer kann sehr gut analysieren und taktische Hinweise geben, der hat uns gut vorbereitet.“

Malmö versiebte viele Chancen und verlor am Ende gegen den hohen Favoriten VfL Wolfsburg erwartungsgemäßg mit 1:2. Man darf mit erhobenem Haupt nach Wolfsburg fahren, es gab keine bösen Klatsche wie gegen Lyon im Frühjahr, aber die europäische Spitze ist trotzdem noch ein Stückerl weit weg.

Manon Melis: Ich glaube, die Torchancen werden mich heute in den Schlaf verfolgen. Ich bin enttäuscht, dass ich meine Möglichkeiten nicht genutzt habe. Wir waren die bessere Mannschaft und wir brauchen keine Angst haben vor dem Rückspiel. Jonas wusste alles über Wolfsburg und wir wussten auch, wo wir sie angreifen konnten. Die sind alle sehr physisch, groß und stark, aber ich denke wir spielen den besseren Fußball. Die wissen jetzt, dass wir sehr schnell sind, aber wenn die eine Ecke haben und wir den Ball gewinnen, dann können sie nicht so schnell gegen unsere Schnelligkeit machen. Der Elfmeter war sehr komisch, denn ich dachte, dass die Wolfsburg-Spielerin auf Malin draufgelaufen ist. Es wird jetzt sehr schwer, aber wir glauben an uns selber und wenn wir ein frühes Tor machen können, weiß man nicht. Wir müssen positiv denken und dass am Mittwoch mitnehmen, dass wir wirklich heute die bessere Mannschaft waren.“

Nilla Fischer: „Ich denke, dass LdB heute sehr gut war und die hatten mehrere Chancen, da kann man nichts sagen. Wir hatten Probleme und können mit drei Punkten sehr zufrieden sein. Heute haben wir unsere Chancen genutzt, wir hatten nicht so viele. Aber im nächsten Spiel kann das anders sein. Der Elfmeter war billig, von da aus, wo ich stand. Wir müssen am Mittwoch unsere beste Leistung zeigen, aber natürlich haben wir mit einem Auswärtssieg und zwei Auswärtstoren eine gute Ausgangsposition.“

Alle Interviews hier wurden vom schwedischen Rundfunk geführt.

 

 

Achtes Gold für Malmö – Stimmen

Zum achten Mal hat Malmö die Meisterschaft gewonnen, fünf Mal siegte man als Malmö FF und nach der Umbenennung gewann dann drei Mal LdB FC. Und nächstes Jahr heißt man FC Rosengård.

„Jetzt empfinde ich nur Freude, große Freude,“ sagte Trainer Jonas Eidevall dem schwedischen Radio. „In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel einfach nur abgespielt, ohne Absicht, aber es kam einfach so. Am meisten bin ich damit zufrieden, dass wir dem Druck so gut Stand gehalten haben. Wir führten hochverdient mit 2:0, gewinnen die Meisterschaft und spielen unser Spiel.“

Tora Helgadottir ist Garant im Tor Malmös. 14 von 22 Spielen spielte man zu Null. „Das ist schon verrückt. Seit ich hierher gekommen bin, waren wir nicht in der Nähe dieser Zahl. Heute hatten wir bei Ecken und Freistößen etwas Probleme, aber das liegt daran, dass es so nass ist. Man hat nicht immer sehr viel zu tun bei so einem Team, aber mit den Leuten hier wird es dir trotzdem nie langweilig. Wir gewinnen, weil wir alle hart für die anderen arbeiten, wir sind ein Team.“

„Es ist ein tolles Gefühl. Das ganze Jahr arbeitet man hart für so einen Moment und ihn dann erleben zu können, das ist einfach großartig. Heute Abend werden wir ein wenig Feiern und Spaß haben, aber wir nehmen es dennoch ruhig, denn am Mittwoch haben wir noch einmal Champions League,“ sagte Ramona Bachmann.

Tyresös Trainer Tony Gustavsson: „Ich gratuliere Malmö und ziehe meinen Hut. Zehn Spiele hintereinander zu gewinnen nach der Sommerpause, da muss man einfach die Größe haben, zu gratulieren. Wir waren zwölf Minuten davon entfernt, alles in unseren Händen zu haben, so ist Fußball. Wir führten mit 2:1 gegen Malmö zwölf Minuten vor Schluss, hatten darüber hinaus noch eine Spielerin mehr auf dem Feld. Hätten wir das gehalten, hätten wir die gleiche Punktzahl gehabt und das bessere Torverhältnis vor dem letzten Spieltag. Natürlich ist das frustrierend, alles in eigener Hand gehabt zu haben zwölf Minuten vor Schluss. Weder für Malmö noch für Tyresö geht es um Damallsvenskan oder Champions League, es geht um Damallsvenskan UND Champion League, so ist das für uns. Die zwölf Minuten gegen uns, als sie es geschafft haben aus dem 1:2 aus ihrer Sicht ein 3:2 zu machen waren völlig entscheidend. Letztes Jahr hatte Malmö aus 20 Spielen sechs Punkte mehr als wir, aber wir haben beide Spiele gegen die gewonnen und hatten das bessere Torverhältnis. Nein, die 12 Minuten tun weh, aber aller Respekt für Malmö,“ sagte Gustavsson in einem Interview mit SR Radiosporten.

 

 

Whitney Engen: „I’m pissed off“

Die amerikanische Abwehrspielerin Whitney Engen war stocksauer. Gerade Meisterin in England geworden mit den Liverpool Ladies, wurde sie zum Abschluss der Saison nach Tyresö geholt und sollte am Mittwoch gegen Paris Saint Germain auflaufen. „Ich bin angepisst“, sagte sie ihrem Trainer Tony Gustavsson, „aber jetzt geht es nicht um mich, sondern um die Mannschaft.“

In der Damallsvenskan durfte sie ohnehin nicht spielen, da ihr Wechsel nach dem Transferfenster abgeschlossen wurde. Also sollte die amerikanische Innenverteidigerin die vier (?) Begegnungen in cer Champions League spielen, zunächst gegen die Französinnen und, bei einem möglichen Erfolg, auch gegen Tavagnacco oder Fortuna Hjörring.

Aber am Montag erst stellte sich heraus, dass man in Tyresö schlichtweg vergessen hatte, den Antrag auf Arbeitserlaubnis für Engen an die Migrationsbehörde zu schicken. Ohne Antrag keine Genehmigung. Die Frage, ob nun Linda Sembrant oder Line Røddik für Engen auf die Bank muss, war am Mittwoch obsolet, als wir uns alle wunderten, was mit Engen war.

Die erzählte den Reporten von Expressen, die sie nach dem Spiel irgendwo ausmachten, dass sie ganz schon angepisst sei von der Situation. Eigens für die Champions League noch einmal nach Tyresö gezogen zu sein und dann das große Spiel wegen einer Nachlässigkeit zu versäumen.

Trainer Tony Gustavsson sagte, dass Engen aber nun mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit zum Rückspiel ihre Arbeitserlaubnis haben werde. Mal sehen, wer dann spielen wird…

Showdown in Tyresö

sabrinaHeute Abend treffen mit Tyresö FF und Paris Saint-Germains zwei der besten zehn Teams Europas schon in der Runde der letzten 32 aufeinander.

Am Dienstag hielten beide Mannschaften Pressekonferenzen am Tyresövallen ab. Dabei verglich Tyresös Trainer Tony Gustavsson den Gegner etwas unpassend mit einem Drachen, der ein doppelt so hohes Budget hätte wie seine Truppe.

Als die Gäste dann wenig später in einem Mietwagen ankamen und leise ins Vereinshaus gingen und sich dann den Fragen der Presse stellten, erlebten wir einen sanften, leisen und sehr intelligenten, freundlichen Drachen.

Trainer Farid Benstiti gehört seit einigen Jahren zu den Trainern im Frauenfußball, die einen exzellenten Ruf genießen. Er baute über Jahre Olympique Lyon auf, das dann unter seinem Nachfolger Patrice Lair erst einmal lange unschlagbar war. Ging dann zu Rossiyanka, wo die großen Investitionen jedoch wieder abgesagt wurden und wurde dann von PSG:s Investor und Besitzer Nasser al Khelaifi zu PSG geholt. al Khelaifi will aus PSG im Männer- wie Frauenfußball eine Macht in Europa machen. Noch ist es aber nicht soweit, denn das wichtigste Spiel der Hauptstädterinnen gegen den großen Konkurrenten aus Lyon ging vorletzte Woche 0:2 verloren, schon eine Vorentscheidung um die Meisterschaft. Lotta Schelin und Lara Dickenmann schossen die Tore.

Nach der Pressekonferenz in Tyresö habe ich mich mit PSG:s Mannschaftskapitänin Sabrina Delannoy unterhalten.

Ist es morgen das erste Mal, dass du in Schweden spielst?

„Mit PSG ist es das erste Mal, ja, aber ich war ja schon mit der Nationalmannschaft im Sommer bei der EM. Wir sind schon gestern hier angekommen und das ist wirklich gut, denn wir konnten das Stadion besuchen und anschauen und haben Zeit uns vorzubereiten.“

Habt ihr viel Ausschnitte aus Spielen von Tyresö gesehen?

„Wir Spielerinnen haben noch gar nichts gesehen. Aber unser Leitungsstab hat sich einiges angesehen und ich bin sicher, dass wir heute Abend oder morgen früh die wichtigsten Ausschnitte sehen werden. Aber in erster Linie kommt es darauf an, dass wir unser Spiel spielen, das ist die beste Strategie.“

Auf welcher Position spielst du jetzt selber?

„Zu Anfang der Saison war ich in der Innenverteidigung. Aber zuletzt gegen Montpellier spielte ich rechte Außenverteidigerin. Ich habe auch schon im defensiven Mittelfeld gespielt. Ich spiele einfach da, wo Farid mich haben will. Ich will ja spielen und der Mannschaft helfen, zu gewinnen.“

Eure Defensive sieht sehr stark aus?

„Vielleicht haben wir ein paar der besten Abwehrspielerinnen Europas. Laura Georges und Annike Krahn. Die Defensive ist sehr wichtig für uns, wenn wir hinten gut stehen, kriegen wir auch die Chance, nach vorn Tore zu machen und zu gewinnen. Ein gutes Ergebnis morgen ist sehr wichtig für uns. Wir wissen, dass wenn wir ein Auswärtstor mache, das eine große Bedeutung für das Rückspiel in Paris haben wird.“

Wie viel Respekt habt ihr vor den Tyresö-Stars wie Marta, Vero Boquete oder Caroline Seger?

„Das sind großartige Spielerinnen. Wir wissen, was wir tun müssen, um Tore zu verhindern. Und nochmal: Wir müssen selber unser Spiel spielen und nicht so sehr auf die schauen. Ich will meinen Job in der Abwehr erledigen und konzentriere mih darauf. Dass Krahn und Georges auch hochkonzentriert dabei sind, weiß ich auch. Sie haben sehr viel Erfahrung.“

Nach der EM in Schweden habt ihr einen neuen Nationaltrainer bekommen, Philippe Bergeroo. Wie lässt sich das an mit ihm?

„Dazu wollen wir zur Zeit keine Fragen beantworten. Es ist ein neues Abenteuer. Und das ist gut, denn die EM ging für uns sehr schlecht aus. Gegen Dänemark hatten wir sehr viel Pech. Ich finde, wir waren die bessere Mannschaft und hatten viele Chancen, aber das Glück fehlte. Es war sehr schwer, dieses Turnier abzuhaken. Aber jetzt spielen wir die Quali für Kanada 2015. Mental müssen wir stärker werden, vor allem im Sturm. Das Talent und die Kapazität gibt es in Frankreich. Sowohl technisch wie physisch. Es muss einfach klicken. Nimm nur mal die Deutschen. Die glauben immer, dass sie die Besten sind. Und selbst, wenn sie mal nicht so gut spielen, dann glauben sie es trotzdem, schaffen es ins Finale und gewinnen.“

 

ffschweden im Gespräch mit Ali Krieger

Ali Krieger nach dem Spiel gegen Jitex BK

Ali Krieger nach dem Spiel gegen Jitex BK

Nach dem gestrigen Spiel zwischen Tyresö FF und Jitex BK hatte ich Gelegenheit, mich mit Neuzugang Ali Krieger zu unterhalten. Die 29-Jährige amerikanische Nationalspielerin  hat mehrere Jahre beim 1.FFC Frankfurt gespielt, war in der Startformation bei allen sechs Spielen der US-Girls bei der WM 2011 und kam erst letzten Dienstag nach Stockholm, nachdem ihr NWSL-Verein Washington Spirit den achten und letzten Tabellenplatz belegt hatte.

Sollen wir Deutsch oder Englisch sprechen, beginne ich, nachdem ich auf der Seite von US Soccer gelesen habe, dass Ali fließend Deutsch sprechen soll. Wir sprechen tatsächlich Deutsch, eine tolle Erfahrung mit einer US-Amerikanerin und später an diesem Samstag höre ich noch, dass Ali selber froh war, wieder einmal Deutsch sprechen zu können.

Wieso bist du jetzt nach Schweden gekommen?

„Ich wollte wieder guten Fußball spielen, ich wollte wieder in der Champions League spielen und auch hier bei Tony in Tyresö. Als ich verletzt war, war er ja bei der amerikanischen Nationalmannschaft und leider war ich nicht dabei, aber ich habe so viele gute Sachen von ihm gehört, von den Mädels wie Press und Kling(enberg), die haben sehr viel Gutes über ihn gesagt, deshalb wollte ich hierherkommen und die nächsten drei Monate Fußball spielen.“

2012 verletzte sich Ali Krieger bei einem Qualifikationsspiel für Olympia schwer. Kreuzbandriss, Meniskus und einiges mehr, aber nach nur sieben Monaten war sie wieder einsatzbereit. „Am 2. September 2012 habe ich dann wieder mein erstes Spiel gemacht, es war ok, aber ich hatte etwas von meiner Mobilität verloren, auch technisch und taktisch ein bisschen verloren.“

„Es ist toll, hier zu spielen mit dieser Mannschaft, diese Mädels sind echt top. Das ist schon ein großer Unterschied auch zu Washington, wo ich diese Saison gespielt habe, da waren wir Tabellenletzter und hier sind wir mit vorne dabei.“

Warum ist denn Washington eigentlich so weit zurück gewesen in der NWSL? Ihr wart ja klar Tabellenletzter.

„US Soccer (der amerikanische Fußballverband) zahlt ja in der NWSL die Gehälter der amerikanischen Nationalspielerinnen, die haben einen Vierjahresvertrag gemacht und der Verband unterstützt die ganze Liga. Leider haben die Vereine aber nicht so viel Geld, wir können nicht so viele gute Spielerinnen kaufen und deshalb hatten wir viele Rockies, also Anfängerinnen, in Washington hatten wir zehn bis zwölf und dazu 6-7 erfahrene Spielerinnen und das war der Unterschied zwischen uns und den anderen Mannschaften.“

Ali Krieger in ihrem ersten Heimspiel für Tyresö FF

Ali Krieger in ihrem ersten Heimspiel für Tyresö FF

Ich muss zugeben, dass ich in dieser Saison wenig von der NWSL gesehen habe, in der WPS habe ich schon mehr gesehen, ich fand es ehrlich gesagt, nicht so toll.

„Naja, das Spiel ist schon sehr anders in Amerika. Wir rennen zu viel. Wir machen sehr viel Druck und hier hast du ein bisschen Zeit zu spielen, ein, zwei Kontakte.“

Warum ändert sich das denn nie in den USA? Ihr habt die beste Nationalmannschaft der Welt, Torbjörn Nilsson, der Trainer in Göteborg, hat mal gesagt, wenn Amerikanerinnen zu uns kommen, müssen wir denen erst einmal beibringen, dass man nicht nur rauf- und runterrennt, dass es auch manchmal Sinn macht, den Ball zu halten und taktisch zu spielen.

„Das ist auch ein Grund, warum ein paar Spielerinnen nach Europa gekommen sind. Wir wollen einfach anders spielen, wir wollen 1-2 Kontakte und wir wollen uns mit dem Ball gut fühlen. Ich denke, dass wenn du in Europa spielst und dann wieder in die USA gehst und zu den Trainingslagern der Nationalmannschaft kommst, dann fühlst du dich ein wenig anders. Du bist einen Schritt weiter als die anderen.“

Aber braucht ihr denn wirklich Veränderung, ihr seid die Nummer 1, ihr gewinnt die meisten großen Turniere?

„Ja, wir sind so stark. Wir arbeiten einfach so viel auf dem Platz und wir denken immer, das ist unsere Mentalität, dass wir immer gewinnen. Jedes Spiel gewinnen wir. Mit dieser Mentalität verliert man wenig, glaube ich. Aber wir arbeiten zu viel, ich weiß es ehrlich auch nicht. Zum Glück haben wir einen Trainer, der aus Schottland kommt (Tom Sermanni) und auch Pia hatten wir, da hat sich was verändert, als die in den USA waren. Man sieht, dass Pinoe, also Megan Rapinoe ist nach Frankreich gegangen, auch Tobin Heath war da, die wollen guten Fußball spielen, die wollen was ändern.“

Tyresö will euch gerne auch nächstes Jahr behalten heißt es. Geht das überhaupt?

„Wir müssen mal schauen, US Soccer will, dass wir in der NWSL spielen, weil die Liga einfach die Stars braucht, damit die Fans kommen. Wir reden darüber, mal schauen, was raus kommt. Jetzt freue ich mich einfach, hier zu sein und ich spiele einfach Tag für Tag und Woche für Woche.“

Es kann eine sehr schwere Auslosung in der Champions League geben, schlimmstenfalls Olympique Lyon oder Wolfsburg.

„Ja, genau. Aber das ist egal, gegen wen du am Anfang spielst. Alle sind gut und wir sind auch sehr gut, die können auch ein bisschen Angst haben.“

Wird denn die NWSL beständig sein im Gegensatz zu WUSA oder WPS?

„Ich glaube ja, das Entscheidende ist, dass der Verband die Liga unterstützt. Letztes Mal haben wir nichts von den Verbänden bekommen, die Kanadier und Mexikaner sind ja jetzt auch dabei und unterstützen ihre Nationalspielerinnen in der NWSL. Jetzt gibt es ja auch diese salary cap, eine Höchstgrenze für das gesamte Gehalt eines Teams, das liegt glaube ich bei 200.000 Dollar pro Team, das führt auch dazu, dass die europäischen Spielerinnen nicht mehr kommen wollen. Aber wir sind schon professionell, wir trainieren täglich und die jungen Spielerinnen, die nicht so viel Geld verdienen, die arbeiten dann zum Beispiel in Camps.“

„Aber es war toll, was die Zuschauerzahlen anging, wir hatten in Washington immer um die 5.000 und als wir in Portland gespielt haben, waren da 12-13.000 Leute, Stars wie Christine Sinclair und Alex Morgan bringen da viel und Heath seit sie da ist.“

Was war der bislang größte Moment für dich als Fußballspielerin, ich will etwas ganz Bestimmtes hören…

„Als ich diesen Elfmeter gegen Brasilien geschossen habe bei der WM, das war wirklich ein grandioser Moment. Das war Gänsehaut. Wir lagen 1:2 zurück 54 Minuten lang und ich dachte auch schon, ey, das ist jetzt vorbei, aber dann kommt diese geile Flanke von Pinoe und Abby hat das Tor gemacht. Dann gab es Elfmeterschießen und ich habe den entscheidenden Elfer verwandelt. Da habe ich wirklich gar nichts gedacht, ich bin dahin gegangen und hab den Ball reingemacht. Das war ein toller Moment, wirklich.“

Du bist ziemlich viel zwischen den USA und Deutschland hin- und hergependelt eine zeitlang.

„Das war nach der WM. Nach drei Wochen dachte ich, was mache ich denn hier, ich sitze auf dem Sofa, ich will Fußball spielen. Ich muss wieder Spielen und Spaß haben, da bin ich wieder nach Frankfurt gegangen. Ich hab die Mädels vermisst, hatte eine tolle Erfahrung in Deutschland, hatte viele Fans und nach meiner Verletzung passte dann Frankfurt nicht mehr so. Ich war nicht mehr glücklich. Wir hatten drei Trainer innerhalb von ein paar Monaten, da bin ich nach Hause gegangen in die NWSL. Jetzt möchte ich schon bleiben, ob das länger wird, werden wir aber sehen, da muss mit US Soccer verhandelt werden.“

Ali, vielen Dank für das Gespräch.

Tyresö stolpert in Örebro

Dass es nicht leicht ist, in dieser Saison auf KIF Örebro zu treffen, dass sich trotz finanzieller Sorgen und der Abwanderung von Nationalspielerin Marie Hammarström deutlich besser macht als im Vorjahr, ist unbenommen.

7:0 und 5:0 hatte Tyresö letzte Saison gegen KIF gewonnen. Gestern Abend hätte es beinahe eine Niederlage gegeben.

Mit Carola Söberg und Sara Thunebro auf der Bank und den erst am Dienstag in Schweden angekommenen Ashlyn Harris und Ali Krieger auf dem Platz sollte si9ch die Formation weiter der annähern, mit der man die Spiele in der Champions League ab Oktober bestreiten will. Da fehlen erst einmal „nur“ Caroline Hansen und Whitney Engen obwohl Tyresö nach Angaben der Zeitung Uppsala Nya Tidning am 25.08. noch eine neue Ofrfensivspielerin präsentieren wird, nachdem mit Jennifer Egelryd das vorletzte schwedische Talent den Club verlassen hat, um beim Zweitligadritten IK Sirius spielen zu dürfen.

In der ersten Halbzeit schaffte Tyresö so gut wie keine Torchance trotz sehr viel Ballbesitz. Örebro verteidigte intelligent und kompromisslos. Krieger zweikampfstark und Harris selten geprüft. Caroline Seger meinte zur Pause, dass man den Gegner in der zweiten Halbzeit weiter müde machen wolle, aber Ex-Nationalspielerin Sara Larsson konstatierte nach dem Spiel, dass weder sie noch ihre Kameradinnen zur Pause müde gewesen wären.

Am allerwenigsten traf das auf die Nigerianerin Sarah Michael zu. Die schnappte sich in der 75. Minute den Ball in der eigenen Hälfte und lief Richtung Tor von Ashlyn Harris. Aus 18 Metern zog sie dann fulminant mit dem rechten Fuß ab und hämmerte den Ball schnurgerade in den Winkel – 1:0 für KIF Örebro und den Jubel aus Malmö hörte man bis Stockholm – fast.

Tyresö, der millionenschwere Club, der eben in der Sommerpause noch mal vier neue Spielerinnen auf dem Transfermarkt geholt hat, lag zurück und auf einmal gab es einen 3-Punkterückstand auf LdB FC Malmö.

Man forcierte nun, endlich und an der Seitenlinie tanzte ein nervöser Tony Gustavsson entlang, der hektisch Kommentare auf den Platz schrie. Da sah man erstmals den Druck, unter dem Gustavsson in Tyresö stehen muss. Und zehn Minuten später schaffte denn dann auch Lisa Dahlkvist nach einer gelungenen Kombination mit ihrem ersten Saisontreffer den Ausgleich. Zu mehr reichte es nicht. Und nun hat es Malmö in der Hand, Meisterb zu werden und Tyresö verspielt möglicherweise den Titel, weil man glaubte, dass es eh nur noch um die UWCL gehen würde, Spielerinnen ausmusterte und die Neuen sich erst einmal einspielen müssen.

Ali Krieger nach Tyresö

Alexandra "Ali" Krieger (Foto: Pulv)

Alexandra „Ali“ Krieger (Foto: Pulv)

Was Trainer Tony Gustavsson gestern nach dem Spiel gegen Malmö der versammelten Presse mündlich mitteilte, steht heute nun auch auf der Homepage des Vereins: Ali Krieger wird ab dem 20.08. und bis Saisonende Tyresö FF zur Verfügung stehen.

Krieger kommt gemeinsam mit Torhüterin Ashlyn Harris vom Tabellenletzten Washington Spirit der amerikanischen Profiliga NWSL. Tyresö betont in seiner Erklärung, dass Spielerinnen wie Elaine, Annica Svensson, Jessica Höglander den Verein darum gebeten haben, ausgeliehen zu werden, um mehr Spielzeit zu bekommen.

Nun seien alle Verpflichtungen getätigt und der Verein habe die Truppe zusammen, die in der Damallsvenskan den Titel verteidigen soll und die in den ersten Runden der Champions League, die möglicherweise schon starke Gegner liefern kann, Tyresö auf Kurs Lissabon 2014 bringen soll. Denn das Finale in der portugiesischen Hauptstadt ist das erklärte und ambitionierte Ziel.

Auf der Homepage des Vereins heißt es weiter, dass es das erklärte Ziel sei, alle fünf amerikanischen Spielerinnen (Christen Press, Meghan Klingenberg, Ashlyn Harris, Whitney Engen, Alexandra Krieger) auch für die Saison 2014 zu verpflichten. Es gäbe bereits konstruktive Gespräche hierüber mit dem amerikanischen Fußballverband, der aufgrund der Nationalmannschaftstätigkeit aller fünf Spielerinnen involviert ist. Bekanntlich zahlt die US-Soccer-Federation das Gehalt aller Nationalspielerinnen, die in der NWSL spielen.

Die Verpflichtung Kriegers sei eine unmittelbare Folge der Verletzung Martas gewesen, auf die der Verein dann sehr schnell reagiert hätte. Mir erschließt sich nicht gerade, wie Ali Krieger ausgerechnet nun als Marta-Ersatz fungieren soll, aber nicht alles, was Tyresö und Impresario Hans Löfgren tun, ist rationell. In jedem Fall sind die Schatullen offenbar gut gefüllt.

„Mit Ali bekommen wir eine Spielerin mit Erfahrung auf dem höchsten internationalen Vereins- und Nationalmannschaftsniveau. Ali, die eine umgeschulte Mittelfeldspielerin ist, ist heute eine offensive Außenverteidigerin, die sehr gut passen kann. Eine physisch starke Spielerin, die vor Zweikämpfen nicht zurückschreckt. Sie ist, ebenso wie Meghan [Klingenberg] eine Spielerin, die auf mehreren Positionen eingesetzt werden kann,“ schreibt Trainer Tony Gustavsson.

 

 

Tyresö wohl ohne Marta

Tyresö muss im morgigen Spitzenspiel der Damallsvenskan wohl ohne die fünffache Weltfußballerin Marta gegen LdB FC Malmö antreten. Das sagte Trainer Tony Gustavsson in einem Interview mit dem schwedischen Radio. Marta leide noch immer unter den Rückenproblemen, die schon vergangene Woche nach dem Aufwärmen dazu geführt hatten, dass die Brasilianerin nicht gegen Kristianstad antreten konnte.

Malmö kommt mit seiner besten Mannschaft nach Stockholm. Trainer Jonas Eidevall: „Wir werden zwei Mannschaften sehen, die den Ball haben wollen und starkes Pressing machen werden. Das gibt einen Stellungskrieg und am Ende gewinnt die Mannschaft, die mehr Disziplin hat,“ so Eidevall.

Vierte Amerikanerin in Tyresö

Meghan Klingenberg, Christen Press, Ashlyn Harris und nun auch (wieder) Whitney Engen. Tyresö FF setzt auf Amerikanerinnen und Nationalspielerinnen müssen sie sein.

Gestern gab der schwedische Meister bekannt, dass die 25-Jährige Innenverteidigerin, derzeit noch in Diensten der Liverpool Ladies nach dem Ende der Saison in der FA WSL (Ende September) zu Tyresö stösst.

Da Linda Sembrandt auf dem Weg zurück nach ihrer Kreuzband-Reha ist und am Mittwoch im Pokal bereits gegen den Drittligisten BK-30 eingewechselt wurde, kann man damit rechnen, dass Tony Gustavsson und Hans Löfgren darauf setzen, dass Sembrandt und Engen erste Wahl in der Mitte sind. Nun hat man gerade den Vertrag mit Sara Thunebro verlängert. Und hat auch noch Line Röddik, Annica Svensson, Karin Lissel und Johanna Frisk in der Abwehr. Vier Defensiv-Damen müssen also auf der Bank sitzen beim Meister, wenn Gustavsson nicht Klingenberg ins rechte Mittelfeld aufrücken lässt, aber da hat sich eigentlich auch Kirsten van de Ven ins Team gespielt.

Für den Trainer eine komfortable Situation, aber ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass Sara Thunebro, Annica Svensson, Frisk und Lissel auf der Bank Platz nehmen müssen und dass man Röddik, Sembrandt, Engen, Klingenberg spielen lässt.

Alle personellen Entscheidungen, so der Club, werden derzeit im Hinblick auf die Champions League gemacht. Man rechnet offenbar kalt damit, dass der Meistertitel 2013 sowieso in Tyresö landen wird. Das Ziel heisst: Lissabon 2014 und Champions-League-Finale und entsprechend steigender Umsatz und steigende Ausschüttung für die Investoren.

 

Marta und Anja Mittag Weltklasse – Unentschieden in Malmö

Mein direkter Vergleich zwischen den beiden Teams endete mit einem deutlichen Plus für Tyresö, in der Realiät sieht es dann oft etwas anders ist, aber das hatte ich auch eingeräumt. Zunächst einmal muste Tony Gustavsson die halbe Abwehr umkrempeln. Kapitänin Johanna Frisk hat möglicherweise einen Kreuzbandriss und Sara Thunebro hatte Fieber und musste daheim bleiben.

Stattdessen stellte Gustavsson Annica Svensson und Karin Lissel auf den Platz. Das ist für jede Mannschaft eine Umstellung, aber bei der Qualität auch der Bank lassen wir das nicht als Entschuldigung für irgend etwas gelten.

Malmö war von Beginn an die bessere Mannschaft und hatte Vorteile in den ersten Minuten, aber es bahnte sich ein echtes Spitzenspiel an, bei dem auch Tyresö seine Gefährlichkeit andeutet. Über die Flügel wollte Jonas Eidevall seine Spielerinnen kommen lassen, um so Tyresös Außenverteidigerinnen, die meist sehr offensiv agieren, bloß zu stellen. Und das gelang erstaunlich oft.

Aber Amanda Ilestedt, die junge Innenverteidigerin Malmös, wirkte sehr unsicher und nervös zu Beginn und nach einem bitteren Abspielfehler von ihr, konnte Christen Press den Ball weiterbefördern zu Marta, die nicht lange fackelte und den Ball zum 0:1 nach 14 Minuten einlochte. Das saß dann tief im Selbstbewusstsein der Gastgeberinnen und offenbar hatte sich die Brasilianerin einiges vorgenommen, denn nur vier Minuten später wurde es sehr still auf dem Malmö IP, als Marta nach ein, zwei Finten den Ball noch einmal an Thora Helgadottir vorbei zum 2:0 ins Netz setzte.

Nun gab wohl kaum noch jemand einen Pfifferling oder war es ein Pfennig? auf Malmö. Aber was für die Mannschaft spricht, ist, dass sie sich aus diesem furchtbaren Tief wieder herauszog. Anja Mittag und Manon Melis erhöhten das Tempo und den Druck und im zentralen Mittelfeld ackerten und rackerten Sara Björk Gunnarsdottir und Katrin Schmidt wie eh und je und leisteten ein enormes Arbeeitspensum. Wichtig dabei, dass auch Malmös Abwehr sicherer wurde trotz des brillanten Auftakts von Marta, die zwei Chancen bekam und beide verwertete.

In der Viertelstunde vor der Halbzeit wurde Anja Mittag immer stärker, sie war immer anspielbar und bekam sie den Ball, wurde es gefährlich. Ich sah das Spiel im Fernsehen und murmelte vor mich hin, dass nur ein Tor vor der Halbzeit Malmö noch Chancen in der zweiten Halbzeit einräumen würde. Die Deutsche muss das gehört haben, denn keine 60 Sekunden vor der Pause schoss sie das 1:2, schnappte sich sofort den Ball und rannte Richtung Mittellinie. Ein klares Zeichen, dass sie eine Führungsrolle übernommen hat und ein Zeichen an ihre Mannschaft wie die Gegner, dass dies noch nicht das letzte Wort gewesen sein sollte.

Das Spiel hatte gerade wieder begonnen in Halbzeit 2, da spitzelte Anja schon wieder den Ball an einer vielleicht zu früh fallenden Carola Söberg vorbei zum umjubelten 2:2 Ausgleich. Und die nächsten 20-25 Minuten gehörten nur noch Malmö. Immer wieder Mittag, die jetzt von Marta das Prädikat Weltklasse übernahm und vorbildlich ein ums andere Mal passte, flankte und schoss.

Auch Ramona Bachmann wurde stärker und das Gefühl stellte sich ein, dass das 3:2 für die Gastgeber nur noch eine Frage der Zeit sei, verdient wäre es in dieser Phase gewesen. Bachmann und ihre ehemalige Mannschaftskameradin Marta (aus Zeiten bei Umeå IK) lieferten sich mehrere nicklige, physische Duelle, aber am Ende gab es dann doch ein freundschaftliches Lächeln und einen Klaps unter den Beiden.

Schrecksekunde am Ende: Islands Nationaltrainerin Thora Helgadottir , die mit einer Knieverletzung ins Spiel gegangen war, vertrat sich und verletzte sich am Oberschenkel. Das tat so weh, dass Helgadottir schon beim in die Knie gehen das Auswechselzeichen zur Bank machte. Gespielt waren fast 90 Minuten und in den verbleibenden fünf musste dann die 17-Jährige Zecira Musovic musste zum ersten Mal in der Damallsvenskan ins Tor und das gegen Marta, Christen Press, Vero Boquete und Co.

Aber sowohl Press wie auch Boquete blieben weitgehend farblos bei Tyresö. Auch Seger und Dahlkvist verloren den Kampf ums zentrale Mittelfeld, wenn auch nur knapp.

Malmö hat einen Schlüsselk gefunden, wie Tyresö ins Wanken zu bringen ist. Wenn man derart druckvoll über die Flügel kommt wie gestern Abend, dann gerät Tyresö ins Schwimmen. Dabei muss aber die eigene Abwehr stehen und darf eine Ausnahmespielerin, die Marta immer noch ist, nicht so ins Spiel kommen lassen wie in den ersten 20 Minuten geschehen.

Mittag und Marta überragten und in der zweiten Halbzeit brachte die 19-Jährige Elin Rubensson auf Malmös rechter Seite sehr viel frischen Wind und mehrere hervorragende Bälle ins Zentrum. Rubensson ist leider unterbewertet, sowohl in ihrer Mannschaft wie auch im Hinblick auf die schwedische Nationalelf.

Tyresö wirft den Turbo an

Nachdem es einigermaßen zäh für den schwedischen Meister Tyresö FF begann, glaubten schon viele, dass das Starensemble von Hans Löfgren möglicherweise doch nicht so deutlich den Titel verteidigen können würde. Man dominierte die meisten Spiele, verwertete aber nur ungenügend Chancen und liess gerade deshalb zwei Punkte in Mallbacken liegen.

Ich habe von Anfang an gesagt, dass Tyresö dieses Jahr einen Alleingang machen MUSS. Wo Konkurrent Malmö ein Ensemble internationaler Klassespielerinnen vereint, in dem es mit Anja Mittag auch eine Weltklassespielerin gibt, so besteht das Orchester aus dem Stockholmer Vorort aus einem Haufen Weltstars: Marta, Vero Boquete, Caroline Seger, Christen Press plus internationaler Spitzenspielerinnen. Am letzten Sonntag ist mit dem 10:2 +ber Schlusslicht Sunnanå der Knoten geplatzt. Gestern Nachmittag weihte Jitex BK sein neues Stadion am Åbyvallen ein und es kamen 766 Zuschauer. Das ist zwar doppelt so viel wie normal für Jitex, aber dennoch wenig, wenn man bedenkt, dass man ein neues Stadion zu sehen und den Meister zu Besuch hatte.

Und Tyresö spielte meisterlich. Mit 7:0 gewann das Team von Trainer Tony Gustavsson und die Niederländerin Kirsten van de Ven machte einen Hattrick. Christen Press setzte sich mit zwei weiteren Treffern und jetzt neun (plus eins) Toren an der Spitze der Torjägerliste fest. Tyresö, das ist meine Prognose, wird sich jetzt nicht mehr aufhalten lassen und kann nur dann gefährdet werden, wenn Malmö bis zum Aufeinandertreffen der beiden Topteams am 12. Juni keine Punkte mehr liegen lässt.

Press‘ Nachfolgerin in Göteborg, die Engländerin Jodie Taylor steht mit jetzt sieben Toren auf Platz 2 der Liste. Ihre beiden Treffer gegen Kristianstad waren mitentscheidend für den 4:3 Heimsieg, den Nationalspielerin Marie Hammarström mit ihrem ersten Pflichtspieltor für den neuen Verein sicherte.

Am Sonntag trennten sich die schwach gestarteten Vittsjö und Piteå nicht unerwartet 2:2 unentschieden, wobei Piteås Faith Ikidi erst in der 94. Minute die Niederlage mit ihrem Tor verhinderte.

Umeå besiegte Mallbacken erwartungsgemäß mit 2:0 und ebenfalls nicht überraschend das torlose Unentschieden von Sunnanå gegen Örebro gestern.

Damit steht nur noch das TV-Spiel aus, am Dienstagabend müssen Mittag, Schmidt, Radtke & Co. bei Linköpings FC antreten, keine leichte Aufgabe, bei der aber dennoch drei Punkte Pflicht sind.

Sara Thunebro kommt heim

SaraNach drei Jahren in Deutschland kommt Sara Thunebro nach Hause zurück. Die bald 34-Jährige Linksverteidigerin hatte sportlich schon länger kein Glück mehr in Frankfurt, kam überhaupt nicht mehr zum Einsatz. In der Nationalmannschaft setzte Pia Sundhage jedoch auf sie als ihre erste Alternative in der Startformation – auch, weil es keine Konkurrenz im eigenen Land gibt.

Gestern teilten sowohl der 1.FFC Frankfurt wie auch Tyresö FF mit, dass die Schwedin mit sofortiger Wirkung wechselt. In Tyresö sind Innenverteidigerin Linda Sembrant (Reha nach Kreuzbandriss) und Meghan Klingenberg (Schulterverletzung) noch nicht einsatzbereit und Trainer Tony Gustafsson erweitert sozusagen seinen Spielraum. Denn auf ihrer angestammten Position müsste Thunebro nun eigentlich mit der neun Jahre jüngeren Line Röddik Hansen konkurrieren, für mich die beste Außenverteidigerin der Damallsvenskan. Aber möglicherweise stellt Gustavsson Röddik Hansen so lange in die Mitte (wo sie in der Nationalelf spielt), bis Sembrant wieder zurück kommt.

Pia Sundhage jedoch dürfte sich freuen, denn ihre erste Wahl bekommt nun wohl eher das, was für eine Nationalspielerin, die in einer Mannschaft spielt, die Europameister werden will, dringend nötig ist: Spielpraxis.

Umeå IK stark beim 1:1 in Tyresö

Malin

Umeås Keeperin Malin Reuterwall hat das Nachsehen bei Lisa Dahlkvists Schuss 1-1

Es war das erste Heimspiel von Marta 2013, es war der mit Spannung erwartete Gastauftritt der erst 1995 geborenen Norwegerin Caroline Graham Hansen, die Tyresö derzeit testet. Aber das 1:1 vom schwedischen Meister Tyresö FF gegen Umeå IK war vor allem eine beeindruckende Demonstration der Gäste.

Sicher, die haben mit Emmelie Konradsson, Emma Berglund und Hanna Folkesson immerhin drei Spielerinnen in Pia Sundhages Algarve-Kader, aber Tyresö hat die geballte Übermacht von zahlreichen Nationalspielerinnen, einige davon zur absoluten oder erweiterten Weltklasse gehörend.

Die ersten Minuten gehörten Tyresö und vor allem die gerade 18 Jahre alt gewordene Norwegerin wollte sich von ihrer besten Seite zeigen, und das obwohl Cheftrainer Tony Gustavsson heute mit Abwesenheit glänzte und von Assi Leif Edeborg vertreten wurde. Im Publikum u.a. Pia Sundhage und Tyresös verletzte Stars Kirsten van de Ven, Christen Press und Carola Söberg.

Graham Hansen brillierte in ein paar Szenen auf rechts. Die Norwegerin ist beidfüßig, sehr technisch und hat einen beeindruckenden Antritt und gutes Spielverständnis. Viele bezeichnen sie als das größte Talent des norwegischen Fußballs seit vielen Jahren.

Aber je länger das Spiel dauerte, desto besser wurde Umeå, desto besser auch Graham Hansens Gegenspielerin in der ersten Hälfte, Elin Landgren, selber erst 21 Jahre alt.

Der Führungstreffer durch Konradsson in der neunten Minute kam noch wie eine kalte Dusche, danach hätte man erhöhen können und traf auch zum 2:0 durch Jenny Hjohlman, aber dieser Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben.

Tyresö kämpfte sich zurück, traf durch Lisa Dahlkvist zum Ausgleich und schien nun auch das Kommando endgültig zu übernehmen, aber dann war Pause und in der zweiten Halbzeit war Umeå einen Tick besser, hätte in der 54. Minute Elfmeter bekommen müssen, als Hjohlmann im Strafraum von Elaine zu Boden gezogen wurde. Und hatte weitere Chancen durch u.a. Lina Hurtig. Es blieb aber beim alles in allem durchaus gerechten 1:1, ein Ergebnis, das natürlich vor allem Umeå als Positivum mitnehmen kann, das für Tyresö ein Warnsignal sein sollte. Denn eindeutig war es Umeå, das mehr wollte und die Koordination in Tyresös Abwehr, vor allem zentral, sah heute nicht so gut aus.

Interviews nach dem Spiel waren leider nicht drin. Ich hätte gern etwas länger mit Umeå-Spielerinnen gesprochen, aber wie mir Emma Berglund sagte, müsse man schon bald wieder zum Flughafen. Man war eine Stunde vor dem Spiel angekommen und wollte eine halbe Stunde nach Abpfiff schon wieder zurück, um ins eine Stunde nördlich gelegene Umeå nach Hause zu fliegen.

Mit Umeå wird in der kommenden Saison zu rechnen sein. Nicht als Topteam, das werden wieder nur Tyresö und Malmö sein, aber in der oberen Hälfte müsste dieses starke Team landen können. Wie es dem Club gelungen ist, gute Talente selber zu entwickeln (Beispiel: Konradsson) oder andere Talente an sich zu binden (Beispiel: Hurtig), das ist beeindruckend. Trainer Joakim Blomkvist macht im dritten Jahr exzellente Arbeit in Umeå. Man darf darauf gespannt sein, wie sich das Team bei der Premiere der Damallsvenskan präsentieren wird. Dann geht es auswärts gegen – Tyresö FF.

Freaky Friday: Christen Press und Malin Diaz nach Tyresö

cp

Christen Press – schnell und schussstark

Heute war was los. Der Transfermarkt in Schweden, der sich schläfrig von einem Jahr ins andere bewegt hatte, bekam auf einmal volle Fahrt.

Christen Press hätte man in Göteborg gerne behalten, kein Wunder, die Amerikanerin gehört zu den besseren Stürmerinnen der Welt und hat in ihrem ersten Jahr in Schweden 17 Tore in der Liga gemacht und im Pokalfinale im Grunde genommen das Spiel entschieden. Auch in der Champions League spielte sie eine wichtige Rolle. Aber Press sagte in den Vertragsverhandlungen, dass sie (wenn sie denn nominiert wird) an den Trainingslagern der USA unter dem neuen Trainer Tom Sermanni teilnehmen möchte und das war Göteborg dann zu viel, so oft will man seine Topstürmerin nicht freigeben.

Dass Press mit Tyresö verhandelte, wusste man schon im Dezember. Heute meldete ihr neuer Verein, dass die Amerikanerin die ohnehin schon starke Truppe von Trainer Tony Gustavsson, der ebenfalls zwei weitere Jahre unterschrieben hat, verstärkt. Hans Löfgren hat in seinem Power-Point-Vortrag vor fünf Jahren den Vereinsforderen den Sieg in der Champions League 2014 versprochen und dementsprechend rüstet man weiter auf.

Nun dürfte es für die beste schwedische Torschützin der Liga, Nationalspielerin Madelaine Edlund, schwer werden, ihren Stammplatz zu behaupten. Aber das zeichnet Vereine wie Tyresö eben auch im negativen Sinn aus. Hier kann (fast) jede von einem auf das andere Jahr von der Stammspielerin zur Reservistin werden.

Diaz_Riley

Malin Diaz (links) im Zweikampf mit Ali Riley (Malmö)

Keinen Stammplatz in Tyresö dürfte erst einmal die zweite Neuverpflichtung, Malin Diaz, bekommen. Die U19-Europameisterin, die im Finale in der Türkei den entscheidenden Treffer erzielte, gilt als großes technisches Talent im Mittelfeld und hatte bei anderen Clubs der Liga Probetrainingseinheiten absolviert, sich dann aber für den Meister entschieden. Da wird sie wohl die Bank (wenn überhaupt) drücken und bestenfalls 20 Minuten pro Spiel bekommen. Diaz begründete den Wechsel nach Tyresö damit, dass sie im Training mit den besten Spielerinnen Chancen zur Weiterentwicklung sieht. Das kann man verstehen, auch kann sie so daheim bei den Eltern wohnen bleiben, aber eher kann man sich fragen was Tyresö eigentlich mit Malin Diaz will, denn in einem Mittelfeld, in dem Marta, Elaine, Kirsten van de Ven, Caroline Seger, Vero Boquete und Lisa Dahlkvist spielen können, gibt es nun eine siebte Spielerin, die noch sehr viel zu lernen hat, Spielpraxis in einem Mittelklasseverein wäre da sicher besser gewesen – für beide Seiten.

Gustavsson bleibt

Tony Gustavsson bleibt auch 2013 Trainer des schwedischen Meisters Tyresö FF. Das behauptet jedenfalls die Seite damfotboll.com mit dem mehrfachen Verweis auf „sichere Quellen“. Gustavsson hatte zunächst lediglich einen Vertrag bis zum Ende der Saison gehabt, aber seine Verlängerung wurde gemeinhin als sicher angenommen.

Malin Diaz und Elin Borg von Absteiger AIK waren zu Besuch bei Aufsteiger Sunnanå SK in Skellefteå. „Ich habe zwei Trainingseinheiten absolviert und fand es gut. Der Verein wird gut geführt und die Trainingsvoraussetzungen sind sehr gut. Die Stadt ist klein und es lag sehr viel Schnee,“ fasste Elin Borg den Besuch gegenüber der Zeitung Norran zusammen.

Auch Diaz war angetan von den Voraussetzungen. Sie berichtete, dass sie mehrere Vereine in Schweden und Dänemark besucht hätte und dass Sunnanå ziemlich weit oben stehen würde. Eine Entscheidung kündigte sie für diese Woche an.

Noch nichts Neues zu Jessica Landström, deren Verbleib auch viele Fans in Deutschland interessiert.