Stehaufmädchen

Am Montagabend erst bekamen sie fünf Dinger von Tyresö und nach diesem Spiel sprach ich mit Kendall Fletcher und sagte ihr, dass nach dem 1:4 zum Saisonauftakt gegen Umeå die Mannschaft wieder aufgestanden sei und fragte wie das nun nach dem 1:5 gegen Tyresö gehen würde. Fletcher war optimistisch und tatsächlich – das Derby von Nordskåne am Donnerstagabend, das den Auftakt yum 14. Spieltag bildete, gewann Vittsjö nach hartem Kampf gegen Kristianstad mit 2:1.

Susanne Moberg hatte die Gäste zur Halbzeit in Führung gebracht, aber ein Eigentor und ein von Danesha Adams verwandelter Elfmeter wendeten die Begegnung. Einen zusätzlichen Farbtupfer erhielt das Spiel dann noch durch einen Platzverweis für Kristianstads Sif Atladottir.

Vittsjös Trainer Thomas Mårtensson fasste realistisch zusammen: „KDFF war die bessere Mannschaft, aber wir haben die Tore geschossen.“ Nach dem 0:1 hatte Moberg bereits Torhüterin Lois Geurts in einer weiteren Situation umkurvt und schoss dann den Ball über das leere Tor. Auch Katrin Omarsdottir verpasste Gelegenheiten, Kristianstads Führung zu erhöhen.

Vittsjö gewann, nachdem Sif Atladottir Sofie Andersson im Strafraum eine sichere Torchance durch ein Foul  nahm. Rote Karte und Adams ließ Nationaltorhüterin Hedvig Lindahl beim Elfer keine Chance. Der achte Saisontreffer für die Amerikanerin und für Vittsjö nun abermals Platz 3.

 

Sonntag ohne Auswärtstor

Normalerweise spielt es im Frauenfußball keine so große Rolle, ob man nun auswärts oder zu Hause spielt. Am Sonntag erzielten alle vier Teams, die zu Besuch waren, jedoch kein einziges Tor, die Gastgeber jedoch insgesamt neun.

0:0 endete Meistertrainer Martin Sjögrens erstes Spiel auf der Bank von Linköpings FC. Dass Jitex sich nicht so leicht schlagen lassen würde nach einer Kette von Niederlagen im Frühjahr, aber zwei Siegen kurz vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs war klar. Zwei ehemalige AIK-Spielerinnen trafen das Gehäuse: Zunächst Frida Höglund (Jitex), dann auch noch Emma Lundh (Linköping). Lundh musste auf die Bank und wurde für Louise Fors eingewechselt. Ansonsten debütierte die Dänin Pernille Harder im zentralen Mittelfeld bei Linköping.

Djurgården kam zu spät. Die Maschine sollte um 12.50 Uhr in Stockholm-Bromma starten, um 16.00 Uhr war der Anpfiff angesetzt. Ohnehin schon sehr knapp geplant. 70 Minuten Verspätung. Verschiebung um 30 Minuten, mehr war nicht drin, da um 19.50 Uhr schon der Rückflug geplant war. Am Flughafen in Malmö-Sturup warteten Taxis, Vorbefeitung auf den Rückbänken, Einlauf. Gudbjörg Gunnarsdottir zwar mit, aber als Reservistin auf der Bank, mehr moralische Unterstützung. Schon nach zwei Minuten hatte die 17-Jährige Tove Engblom wieder ein Ding im Kasten. Sara Björk Gunnarsdottir, Katrin Schmidt und Anja Mittag sorgten nach 19 Minuten für eine schnelle 3:0-Führung und ich befürchtete Schlimmes für Tove, aber Malmö traf danach nur noch einmal durch Katrine Veje. An das 0:11 erinnerte nichts mehr, die zweite Halbzeit lief besser für Djurgården, zumal Malmö seinen Torhunger schon gestillt hatte. Trotzdem Klassenunterschied.

Kristianstad gewann 4:0 gegen den Zehnten Örebro. Ähnlich wie das Malmö-Spiel. Drückende Überlegenheit der Gastgeberinnen. Das war in den letzten Jahren anders, aber jetzt ist Örebro wirklich in der Abstiegszone angekommen. Woran das liegt? Keine Ahnung. Es kann wirklich nicht nur daran liegen, dass Olina Vidarsdottir ein Kind bekommen hat. Denn ansonsten sieht das Team auf dem Papier fast gleich aus. Tore für Kristianstad durch Therese Andersson, Katrin Omarsdottir, Susanne Moberg und Elin Nilsen.

Blogs, Facebook, Twitter – Aus

Morgen beginnen mit dem Spiel gegen Südafrika die Olympischen Spiele für die schwedische Nationalmannschaft, zwei Tage vor der Eröffnungsfeier.

Thomas Dennerby und seine Assistenztrainerin Ann-Helen Grahm haben gestern an die Mannschaft appelliert, alle sozialen Medien (Blogs, Facebook, Twitter, Pinterest, Instagram usw) für die Dauer des Turniers ruhen zu lassen.

Gleiches hatte man schon vor der WM in Deutschland getan. „Es handelt sich um eine Empfehlung von uns, das Lesen von und die Beschäftigung mit gewissen Medien zu vermeiden. Nicht, dass Energie kostet, soll vorkommen. Deshalb haben wir den Spielerinnen geraten, die sozialen Medien nicht zu benutzen,“ erklärte Dennerby.

Torhüterin Hedvig Lindahl sagte, dass sie während des Turniers keinen Kontakt mit Personen außerhalb der Nationalmannschaft haben wolle und sogar ihre Freunde und Verwandten gebeten hätte, ihr keine SMS zu schicken.

Auch Lotta Schelin macht mit und so wird aus der vorgegebenen Freiwilligkeit kollektiver Zwang: „Ich verhalte mich jetzt, wie ich das immer tue und versuche, nicht zu lesen, was über mich geschrieben wird. Da ist nichts, das mir hilft und es ist besser sich auf die Mannschaft und den Fußball zu konzentrieren.“

18 der 22 schwedischen Spielerinnen (inkl der vier Reserven) haben Twitterkonten:

Gerade schreibt Johanna Almgren: „Jetzt. Fokus Olympia 2012. Letzter Tag auf Twitter, Facebook, wieder nach Olympia. Jetzt sind wärmende Glückwünsche willkommen:). Alles Gute, Alle!“

Hier sind die Twitterkonten der 18 inklusive Anzahl Tweets und Follower:

1 Hedvig Lindahl (1989 Tweets, 589 Follower; letzter Tweet 17.05.)

2 Linda Sembrant (kein Twitterkonto)

3 Emma Berglund (2864 Tweets, 453 Follower)

4 Annica Svensson (kein Twitterkonto)

5 Nilla Fischer (2930 Tweets, 1107 Follower)

6 Sara Thunebro (kein Twitterkonto)

7 Lisa Dahlkvist (35 Tweets, 231 Follower; Dahlkvist twittert kaum, hat aber ein gemeinsames Blog mit Linda Sembrant mit vielen Fotos wie diesem hier)

8 Lotta Schelin (348 Tweets, 6159 Follower)

9 Kosovare Asllani (408 Tweets, 1201 Follower)

10 Sofia Jakobsson (1194 Tweets, 363 Followers)

11 Antonia Göransson (kein Twitterkonto)

12 Marie Hammarström (266 Tweets, 132 Follower)

13 Lina Nilsson (2327 Tweets, 574 Follower)

14 Johanna Almgren (1932 Tweets, 748 Follower)

15 Caroline Seger (974 Tweets, 5393 Follower)

16 Madelaine Edlund (127 Tweets, 135 Follower)

17 Malin Levenstad (43 Tweets, 214 Follower)

18 Sofia Lundgren (1138 Tweets, 293 Follower)

19 Susanne Moberg (24 Tweets, 65 Follower)

20 Stina Segerström (1100 Tweets, 572 Follower)

21 Jessica Landström (289 Tweets, 1774 Follower)

22 Kristin Hammarström (323 Tweets, 243 Follower)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstagsspiele: Susanne Moberg 3 und Anja Mittag 4?

Anja Mittag hat zum zweiten Mal in dieser Saison vier Tore in einem Spiel gemacht? Nachdem sie beim 7:1 gegen Umeå vor zwei Wochen viermal ins Schwarze getroffen hatte, taucht ihr Name viermal in der offiziellen Statistik nach dem 4:1-Sieg gegen Aufsteiger Vittsjö GIK auf.

Die Formulierung ist deshalb so gewählt, weil beim ersten Trefffer Unklarheit darüber bestand, ob es nicht ein Eigentor gewesen sei. Anja selbst hatte von einem Eigentor gesprochen, nachdem aber nun der schwedische Fußballverband für die 26-Jährige elf Treffer aus sechs Begegnungen auflistet, wurde ihr der Treffer zunächst also in der offiziellen Statistik zuerkannt. Mittag führt damit souverän die Torschützenliste vor Christen Press (Göteborg) und Sofie Andersson (Vittsjö) an, die zwar sechsmal trafen, aber eben schon fünf Treffer zurückliegen. Auf http://www.skanskan.se/webbtv/1635777577001/ldb-fc-malde-ner-vittsjo-gik kann man Ausschnitte aus dem Spiel sehen und dabei auch klar erkennen, dass der erste Treffer ein mustergültiges Eigentor ist. Dafür ist Anjas 2:1 ein Weltklasse-Tor, Ballannahme an der Strafraumkante und ein paar Zehntelsekunden später ein Schuss in den Winkel.

Ein paar Kilometer (96) weiter nordöstlich gab es eine weitere Spielerin, die ihren Samstag mit einem Hattrick krönte. Susanne Moberg schoss Kristianstad zum dritten Sieg in Folge und Kopparberg/Göteborgs FC erst einmal (?) weg aus der Spitzengruppe. Bemerkenswert, dass die beste Defensive der letzten Saison in zwei Spielen hintereinander nun sieben Gegentore bekommen hat. Johanna Rasmussen traf zwischendurch und Göteborg kam durch Sara Lindén zum 1:3.

Eine andere Nachricht aus Kristianstad dürfte insbesondere auch die deutschen Fans interessieren. Offenbar ist Margret Lará Vidarsdottir auf dem Weg zurück nach Skåne. Die Isländerin, die bei Turbine Potsdam nur wenige Spielminuten bekam, weil sie nach Meinung von Turbine-Coach Bernd Schröder zu untrainiert ist, leidet seit Jahren an Rückeproblemen. Kristianstads Trainerin Elisabet Gunnarsdottir ließ Margret Lara deshalb immer nur die Hälfte aller Trainungseinheiten absolvieren, ist der Meinung, dass die Isländerin eine Klassestürmerin ist. Immerhin traf sie 16mal in der letzten Saison und wurde gemeinsam mit Manon Melis Torschützenkönigin.

Es gibt Gespräche über eine Rückkehr Vidarsdottirs. Gleichzeitig soll Turbine Potsdam sehr stark an der schwedischen Nationalspielerin Sofia Jakobsson interessiert sein, deren Vertrag bei Rossiyanka in Moskau im Juni ausläuft.

„Wir wissen um Margrets Situation in Deutschland und die ist nicht gut. Sie wäre selbstredend herzlich willkommen in Kristianstad,“ sagte KDFF:s Sportdirektor Mikael Forsberg.

Die Begegnung von Malmö gegen Vittsjö war offener, als es das 4:1 für den Meister aussagt. Den Führungstreffer Mittags glich Danesha Adams mit ihrem fünften Saisontor aus.

Asllani beschert Kristianstad drei weitere Punkte in Stockholm

Kosovare Asllani im Kopfballduell mit AIK:s Kapitänin Hanna Folkesson

Nicht unerwartet gewann Kristianstad nach dem Sieg bei Djurgården vor genau einer Woche auch beim Tabellenvorletzten AIK. Die Begegnung endete mit 3:2 für die Gäste, die schnell das Heft in die Hand nahmen und nach einer Ecke von Johanna Rasmussen und einem Kopfball von Mia Carlsson schon nach vier Minuten in Führung gingen. Überraschend war für mich eher, dass AIK doch über weite Strecken gut mithielt und sich auch die eine oder andere Chance erarbeiten konnte. Dabei hätte Kristianstad das Spiel schnell entscheiden können, aber einmal scheiterte man an Schlussfrau Susanne Nilsson und einmal traf Susanne Moberg nur den Pfosten.Nach einem eher unnötigen Handspiel brachte man den Gastgeber ins Spiel, den fälligen Elfmeter verschoss Nazanin Vaseghpanah zu leichtfertig, denn solche Geschenke darf man als Abstiegskandidat nicht auslassen. Beim Freistoß von Maija Saari kam dann ein wenig Glück dazu, denn der Ball wurde unhaltbar für die heute sichere Hedvig Lindahl abgefälscht, es stand 1:1.

Elfmeter auf der anderen Seite. Kosovare Asllani war im Strafraum gestoßen worden, die Gefoulte schoss selber und hier zeigte sich der Unterschied beider Teams, denn Asllani verwandelte sehr sicher zur erneuten Führung. Die AIK in der zweiten Halbzeit und nach einer Ecke durch die groß gewachsene U19-Nationalspielerin Jennie Nordin ausgleichen konnte, aber abermals Asllani besorgte die dritte Führung, die sich dann auch bis zum Ende relativ problemlos hielt.

Nach dem Spiel sprach ich mit der zweifachen Torschützin.

Kosse, zwei Spiele in Stockholm, sechs Punkte und drei Tore innerhalb einer Woche von dir. Deine Meinung dazu?

Naja, das waren zwei Spiele gegen Teams, die schwer zu spielen sind. Sowohl AIK und Djurgården werden im Abstiegskampf gehandelt, aber das bedeutet auch, dass sie in jedem Spiel alles geben. AIK hat uns ganz schön eng bewacht heute, sie haben in der Defensive sehr aggressiv gespielt, genauso wie gegen Linköping. Es war etwas schwierig, Räume zu finden, aber wir haben drei Tore gemacht und gewonnen. Nach dem 1:0 und dem 2:1 sind wir jeweils etwas zu lässig geworden und es wurde schwerer als es hätte sein müssen, aber ich denke gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir mhr Fokus. Wir können jedoch viel besser spielen.“

Denkst du manchmal an die Olympischen Sommerspiele in London?

„Nein, ich denke nur an Kristianstad.“

Mit dem heutigen Sieg hat sich das Team erst einmal auf den sechsten Platz verbessert, das kann sich jedoch noch in den kommenden drei Tagen ändern, da die Hälfte der Liga noch spielt.

Anja Mittag überragend im Skåne-Derby

Vereinswechsel sind manchmal nicht immer zum Vorteil von Fußballern. Als eingefleischter Gladbach-Fan frage ich mich etwa, ob Marco Reus wirklich in Dortmund genauso gefeiert werden wird wie in Mönchengladbach.

Nach zwei Ligaspielen in Schweden sieht die Situation für Anja Mittag diametral anders aus. Beim 5:2 von LdB FC Malmö gegen die unbequem zu spielenden Mädels aus Kristianstad zeigte die aus Potsdam gekommene Chemnitzerin eine Galavorstellung, wie man sie möglicherweise lange nicht von ihr gesehen hat.

Kantersieg für Malmö mit einer Weltklasseleistung Mittags“ etwa titelt die regionale Sydsvenska Dagbladet. Anja erzielte ihre Saisontreffer zwei und drei, übernahm damit die Führung in der Torjägerliste und beteiligte sich am Sieg noch mit einer Vorlage und einem Elfmeter, der nach einem Foul an ihr gegeben werden musste. Therese Sjögran verwandelte. Die übrigen Treffer schossen Amanda Ilestedt und auch die zweite U19-Nationalspielerin neben Ilestedt, Elin Rubensson konnte sich wiederum in die Torschützenliste eintragen.

Mittags erster Treffer kam nach einem Pass von Ali Riley, die Deutsche umkurvte Schwedens Nummer 1 Hedvig Lindahl und schob den Ball zum Ausgleich in die Maschen. Dann kam Ilestedts Auftritt – kurz vor der Pause köpfte die 18-Jährige Innenverteigerin die Führung für Malmö, die in der zweiten durch die Isländerin Katrin Omarsdottir ebenfalls per Kopf wieder ausgeglichen wurde.

Die Führung durch den Elfmeter von Sjögran und dann das Tor des Tages als Elin Rubensson für Anja Mittag auflegt, die mit einem gefühlvollen Heber eine (wieder einmal?) zu weit vor dem Tor postierte Hedvig Lindahl überwand. 4:2 und damit nicht genug. Anja Mittag bedankte sich bei ihrer Deutschschülerin Rubensson mit einem Pass, der zum 5:2 Endstand führte.

Die allseits gefeierte Deutsche übte sich in gewohnter Bescheidenheit: „Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben, aber es geht hier nicht um mich. Wir sind elf auf dem Platz und noch mehr außerhalb.“

Noch mehr Lob gab es von Gästetrainerin Elisabet Gunnarsdottir: „Tyresö hat seine Weltstars geholt, aber Malmö hat das bessere Kollektiv,“ sagte die Isländerin nach der Partie. „Jetzt spielt Amanda Ilestedt in der Innenverteidigung auf ihrer richtigen Position, sie ist eine der talentiertesten Abwehrspielerinnen in Schweden. Auf vier Positionen hat LdB sich Weltklassespielerinnen geholt. Uns sie haben eine meiner Lieblingsspielerinnen verpflichtet: Anja Mittag. Anja hat heute zwei fantastische Tore gemacht. Manon Melis braucht mehr Chancen um Tore zu machen. Anja ist eine der intelligentesten Stürmerinnen, die es heutzutage im Frauenfußball gibt. Über Ramona Bachmann brauchen wir nicht zu sprechen, auch nicht über Katrin Schmidt. Aber Ali Riley ist eine der drei besten Linksverteidigerinnen der Welt.“

Norrporten Cup in Sundsvall in vollem Gang

Vom 23.-25. März findet in Sundsvall der Norrporten Cup statt, ein Turnier, an dem außer dem Gastgeber und Aufstiegskandidaten Sundsvall DFF auch noch die Erstligisten Umeå IK, Piteå IF, Kristianstads DFF, KIF Örebro und aus Finnland PK-35 Vantaa teilnehmen, immerhin also vier schwedische Erstligisten.

Gespielt wird in der Norrporten Arena, die insgesamt 8.500 Zuschauer beherbergen könnte und die dem Turnier auch den Namen gibt.

Gestern bekam der Gastgeber eine Lektion von Kristianstads DFF. Die 12 Stunden mit dem Bus angereisten Südschwedinnen unter isländischer Führung gewannen mit 5:0. Dabei erzielte Kosovare Asllani den ersten Treffer bereits nach drei Minuten spektakulär mit der Hacke.

Zweimal Elin Nilsen und Susanne Moberg trafen für Kristianstad nebst einem Eigentor der Gastgeberinnen vor nur 52 Zuschauern.

Umeå  IK schlug den finnischen Meister PK-35 Vantaa mit 1:0, Torschützin war Emmelie Konradsson auf Vorlage von Jenny Hjohlman.

In der dritten Begegnung des ersten Tages schlug Piteå KIF Örebro mit 3:2. Während Moa Narving und Sanna Talonen für Örebro trafen, schoss Hanna Pettersson (früher Umeå und Örebro) alle drei Tore für die Nordlichter.

Heute dann ging es mit drei weiteren Partien munter weiter. Örebro fing sich gegen Sundsvalls DFF eine weitere Niederlage ein. Zwar traf die Nigerianerin Sarah Michael für den Pokalsieger von 2010, aber Sundsvall durfte zweimal jubeln, die Torschützinnen werden nachgereicht.

Kristianstad musste sich dann im Elfmeterschießen gegen Umeå IK geschlagen geben. Zwar gingen Beta Gunnarsdottirs Spielerinnen in Führung, aber Lina Hurtig glich aus, wobei die 16-Jährige eine Flanke von Jenny Hjohlman verwertete.

Thomas Dennerby ließ ebenfalls von sich hören. Dass Johanna Almgren verletzt ist, wussten wir und nun kann sie auch nicht am Länderspiel gegen Kanada teilnehmen. Nachnominiert wurde heute Kosovare Asllani.

Piteå gewann auch sein zweites Spiel, allerdings brauchte es gegen den finnischen Meister Vantaa ein Elfmeterschießen, das man mit 5:4 gewann.

Morgen finden noch Platzierungsspiele statt und ein Finale, in dem Piteå und Umeå aufeinandertreffen.

 

 

Caroline Seger nicht mehr Kapitänin

Nach zwei Jahren hat Caroline Seger das Amt der Nationalmannschaftskapitänin niedergelegt. „Das war voll und ganz meine eigene Entscheidung. Ich spüre einfach, dass ich mich voll und ganz dem Fußball widmen will. Da gibt es keine Merkwürdigkeiten. Das ist ein neues Jahr und alles fühlt sich gut an,“ kommentierte die 26-Jährige Seger ihre Entscheidung auf der Homepage des schwedischen Fußballverbands.

Thomas Dennerby und seine Assistentin Ann-Helen Grahm haben entschieden, dass Segers Nachfolge auf zwei Spielerinnen verteilt wird, die nun abwechselnd die Kapitänsbinde tragen sollen: Nilla Fischer, die am heutigen Dienstag gegen Norwegen erstmals als neue Kapitänin auftreten wird und wenn es beim offiziellen Kalender bleibt und das nächste Spiel im Mai gegen Schottland absolviert wird, dann wird es in Glasgow Charlotte Rohlin sein, die als Spielführerin auflaufen wird. Sowohl Fischer wie Rohlin spielen für Linköping.

Übrigens fiel ffschweden auf, dass der WM-Dritte Schweden nach der WM in Deutschland noch immer kein Heimspiel seiner Nationalelf geplant hat.

Morgen, gegen Norwegen im spanischen La Manga hat Thomas Dennerby folgende elf Spielerinnen gemustert:

1 Hedvig Lindahl, 2 Charlotte Rohlin, 3 Linda Sembrandt, 4 Annica Svensson, 5 Caroline Seger, 6 Sara Thunebro, 8 Lotta Schelin, 10 Sofia Jakobsson, 17 Lisa Dahlkvist, 18 Nilla Fischer, 20 Marie Hammarström.

Auf der Bank sitzen: 7 Louise Fors, 9 Jessica Landström, 11 Antonia Göransson, 12 Kristin Hammarström (TW), 13 Emma Berglund, 14 Johanna Almgren, 15 Marina Pettersson-Engström, 16 Madelaine Edlund, 19 Susanne Moberg.

Silly Season (3): Kristianstad und Djurgården

So richtig in Gang gekommen ist das neue Jahr im schwedischen Frauenfussball noch nicht. Das Transferfenster steht offen, aber passiert ist noch nicht viel. Heute die vorläufige Zusammenfassung für zwei Clubs, die schon den einen oder anderen Neuzugang verbucht haben.

Kristianstads DFF belegte letzten Endes doch wieder „nur“ den siebten Tabellenplatz. Aber von finanziellen Turbulenzen wie 2010 war dieses Mal aus Skåne wenig zu lesen, lediglich Steuerschulden in Höhe von rund 3.000 € tauchten in der Öffentlichkeit auf, die der Verein nach eigener Aussage sofort beglich. Was allerdings aus Kristianstad zu hören war, waren Streitigkeiten und Rücktritte innerhalb der Vereinsführung. Auf der einen Seite Trainerin Elisabet „Beta“ Gunnarsdottir aus Island und auf der anderen Seite Vereinsboss Pierre Persson und Kanzleichef Markus Nilsson. Beide Männer haben den Verein inzwischen verlassen. Es hieß, dass das Verhältnis zwischen Trainerin und Vereinsboss lange infiziert gewesen sei. Das war soweit gegangen, dass man schon mehr oder minder offen mit Linköpings Trainer Jörgen Pettersson um die Nachfolge Gunnarsdottirs verhandelt hatte. Die Isländerin zu der Angelegenheit: „Wenn man einen Verfein unzufrieden verlässt, denke ich, dass das ganz schön mies ist. Dann ist man zu weit gegangen,“ sagte sie im November der Zeitung Kristianstadsbladet.

Aus mehreren Quellen war zu hören gewesen, dass Elisabet Gunnarsdottir einigen Spielerinnen Katzenfutter ins Essen beigemischt habe. „Natürlich habe ich als Cheftrainerin einer Spitzenmannschaft dem Essen kein Katzenfutter beigemischt. Das war ein interner Scherz, an dem kein Fünkchen Wahrheit war. Man muss mit seiner Mannschaft Witze machen können ohne dass jemand vor der Tür steht und zuhört. Viel zu viele mussten sich diesen Scheiß anhören. Es ist ja wirklich ernst, wenn Leute solche Sachen glauben.“

Wie auch immer. Nachdem Persson den Verein verlassen hat, ist Elisabet Gunnarsdottirs Position in Kristianstad wohl unangefochten. Sie ist sehr ehrgeizig, die einzige weibliche Trainerin der Damallsvenskan und für die neue Saison hat sie einige Verstärkung bekommen. Zum einen hat die starke Dänin Johanna Rasmussen ihren Vertrag verlängert. Sie war gegen Ende der Spielzeit vom WPS-Club magicJack gekommen und sie wird 2012 bleiben, auch weil der Weg in die dänische Heimat kurz ist. In der Offensive wird Kristianstad verstärkt durch Kosovare Asllani. Nach einer durchwachsenen Saison konnte sich die 22-Jährige nicht in den WM-Kader Thomas Dennerbys spielen und auch in Linköping kam sie mit der Vereinsführung nicht überein. Man wollte ihr einen Einjahresvertrag geben, hieß es, sie wollte mehr. Also bot sich die Chance, die 31-fache schwedische Nationalspielerin abzuwerben. Elisabet Gunnarsdottir setzte sich der Legende nach ins Auto und fuhr 350 km nach Linköping und sprach drei Stunden lang mit der Spielerin, die manchmal Dinge sagt, die man besser nicht sagen soillte (etwa „Ich schaue mir nie Frauenfußballspiele an, das ist einfach zu langweilig“), dann war die Sache klar. Der schmerzende Abgang von Margret Lara Vidarsdottir, Gunnarsdottirs isländischer Landsfrau und Fußballerin des Jahres 2011 auf der Vulkaninsel, war kompensiert. Ist er das? Wohl kaum wird Asllani ähnlich viele Tore erzielen wie Vidarsdottir, aber mit Neunationalspielerin Moberg, Asllani und Rasmussen verfügt Kristianstad dennoch über eine interessante Offensive.

Djurgårdens große Zeiten scheinen auf unabsehbare Zeit vorbei zu sein. Dennoch hat der neue Trainer Patrick „Putte“ Eklöf Ambitionen. Er will die Mannschaft zumindest wieder in die obere Hälfte der Tabelle führen, wo sie einmal zu Hause war, zuletzt immerhin 2009. Aber aus der Startformation, die am 01. November 2009 die Meisterschaft zugunsten Linköpings entschied, sind lediglich Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir und Abwehrspielerin Freja Hellenberg übrig. Emma Lundh ist gestern nach Linköping umgezogen und ihr Weggang stellt Eklöf offensiv vor gewisse Probleme. Denn das Duo Jalkerud – Lundh hatte dafür gesorgt, dass man mit dem Abstieg 2011 gar nichts zu tun hatte. Die 22-Jährige adäquat zu ersetzen, dürfte schwer sein. Vielleicht soll es ja die 21-Jährige Jessy Sharro werden, die in dieser Saison bei Absteiger Hammarby früh nach einem Kreuzbandriss ausfiel und die wie zwei weitere Spielerinnen zu Djurgården „übergelaufen“ sind. Anna Lindblom ist vielleicht die beste Neuverpflichtung auf kürzere Sicht. Langfristig ist es wohl Magdalena Ericsson. Lindblom und Ericsson verstärken die Abwehr von Djurgården. Im Mittelfeld wird die Holländerin Renée Slegers nach ihrem Kreuzbandriss zurückkommen, bislang nicht bekannt ob die beiden Isländerinnen Katrin Jonsdottir und Dora Maria Larusdottir ihre Verträge verlängern. Jonsdottir ist Ärztin, der Aufenthalt in Stockholm passt in die Familienplanung der 34-Jährigen. Matilda Mörn macht mit 22 Jahren mindestens eine Pause vom Spitzenfußball, Ellinor Lindbom macht die gegenläufige Bewegung und geht zu Hammarby in die zweite Liga und Caroline Lundberg zieht zurück nach Uppsala.

Erster Saisonsieg für Hammarby

Katie Kelly, Tino Katsoulakis, Elisabet Gunnarsdottir, Susanne Moberg auf der Pressekonferenz nach dem Spiel

Eigentlich war es am Sonntag gelaufen. Auch im zweiten Spiel gegen Konkurrent Piteå hatte es eine Niederlage gegeben, 1:2. Das rettende Ufer war sieben Punkte weg. Wie motiviert man eine Mannschaft, die in 13 Spielen nicht gewonnen hat dafür, dann das 14. Spiel zu gewinnen?

„Da gibt es nur ein Wort und das ist Hammarby,“ sagte Trainer Tino Katsoulakis nach dem 1:0 Sieg gegen Kristianstads DFF. „Wir haben Erfahrung aus allen möglichen Situationen und wir wissen, dass es mal so aussehen kann. Wir geben niemals auf, wir gehen einfach raus und spielen. Wir werden das Äusserste tun, um uns zu retten.“

Es war ein kampfbetontes Spiel und als ich gut fünf Minuten vor Anpfiff auf dem Hammarby IP eintraf, war ich gelinde gesagt geschockt, Torhüterin Minna Meriluoto in zivilen Kamotten ausserhalb der Caféteria zu sehen. „Was machst du denn hier?“ rutschte mir dann raus. Die Finnin hat sich im letzten Spiel gegen Piteå eine Verletzung des musculus iliopsoas zugezogen. Auf Schwedisch nennt man das funktional „höftböjare“, den Hüftbeuger, der im Unterbauch sitzt und die Beweglichkeit von Hüfte, Bein und Bauch garantiert. Ein ziemlich zentraler Muskel, das könnte ein paar Wochen dauern, bis Minna wieder fit ist. Und das in der prekären Situation ihres Teams.

Tino Katsoulakis weiss, was er an Minna Meriluoto hat. Sie ist nun zum zweiten Mal in dieser Saison verletzt (sie hatte einen komplizierten Daumenbruch vor der Sommerpause) und wieder rückte Veronica Arneflod kurzfristig ein. Sie gehört nicht zum Kader, sie trainiert auch nicht, aber Tino ruft sie an, wenn Not an der Frau ist. Arneflod machte ihre Sache erneut sehr gut.

Torchancen hatte Kristianstad ein halbes Dutzend. Glasklare Chancen, meinte deren Trainerin Elisabet Gunnarsdottir in der Pressekonferenz. „Ich bin sehr enttäuscht von meinem Team. Wir hatten sechs, sieben Riesenchancen, meist aus zwei Meter Entfernung und bringen den Ball nicht rein. So enttäuscht war ich in den ganzen drei Jahren in Schweden noch nicht,“ sagte die Isländerin.

Dabei war ihr Team nicht so überlegen, wie sie nachher analysierte. Auch Hammarby hätte so gesehen mehr Tore machen können. Das Spiel war relativ ausgeglichen mit leichten Vorteilen Kristinstads. Aber Johanna Rasmussen kam nicht o zum Zuge wie noch gegen Djurgården am Sonntag, Und „Hammarbys Spielerin im rechten äusseren Mittelfeld“ habe ihrem Team immer wieder zu schaffen gemacht, sagte Gunnarsdottir. Das war Leena Puranen, die eine hervorragende Leistung zeigte. Das Tor aber machte Neuzugang Katie Kelly.

„Der Ball kam an die Strafraumgrenze zu mir und genau da soll ich stehen, um Abpraller aufzunehmen,“ sagte Katie nach dem Spiel. „Als das Ding dann kam, schoss ich mit links und wollte flach schiessen und hart, vielleich einen Abpraller produzieren und der Ball ging durch alle hindurch und die Torhüterin hat ihn gar nicht gesehen,“ so Kelly stolz.

Hedvig Lindahl hatte am Treffer keine Schuld. Aber in der ersten Halbzeit hätte es beinahe eine Neuauflage des 1:3 Tores Japans gegen Schweden bei der WM gegeben. Lindahl ging zu weit aus dem Tor, bolzte den Ball weg und aus knapp 30 Metern versuchte sich Mannschaftskapitänin Matilda Agné und ihr Versuch ging einen halben Meter übers Tor, Lindahl hätte keine Chance gehabt.

Hammarby ist jetzt fünf Punkte hinter Piteå und Jitex, noch immer eine Art „mission impossible“. Yamaguchi ist wieder da, Meriluoto weg, das gleicht sich leider aus. Nächster Gegner ist Tyresö auswärts. Die Konkurrenz Piteå und Jitex spielt in Nordschweden gegeneinander.

Für Dalsjöfors auf dem letzten Platz ist der Spieltag natürlich ein Rückschlag. Man liegt jetzt fünf Punkte hinter dem Vorletzten und zehn Punkte hinter dem angestrebten zehnten Platz.