Sofie Persson nach Piteå?

Piteå IF rüstet seinen Kader weiter auf vor der Saison 2012. Nachdem die 24-Jährige Sofie Persson bei Tyresö FF keinen neuen Vertrag bekam, hatte man damit gerechnet, dass sie entweder in Stockholm bleiibt (Djurgården) oder aber nach Süden zurückkehrt. Stattdessen meldet nun Piteå-Tidningen, dass Persson kurz vor der Vertragsunterzeichnung in Piteå ist. Man hätte für sie einen Job finden müssen und seit gestern könne man ihr eine Anstellung als Architektin anbieten, sagte Sportchef Leif Strandh der Lokalzeitung. Noch diese Woche will man den Vertrag unterschreiben. Nachdem man etwas überraschend und aus fadenscheinigen Gründen die Kanadierin Stephanie Labbé als Torhüterin ausgemustert hatte und die Isländerin Gudbjörg Gunnarsdottir das Angebot abgelehnt hatte, ist man weiter auf der Suche nach einer Keeperin und scheint sie nun gefunden zu haben: Die 22-Jährige Maria Rönnbäck stammt aus der Region (geboren in Boden, fußballerisch aktiv gewesen in Luleå) und hat zuletzt drei Jahre  für den finnischen Spitzenclub Åland United auf den Inseln zwischen Schweden und Finnland gespielt. Aber auch Rönnbäcks Unterschrift ist noch nicht auf dem Papier. Außerdem heißt es, dass Piteå einer Abwehrspielerin ein Angebot gemacht habe, die schon in der amerikanischen WPS gespielt habe. Mir fiel da spontan die Schottin Ifeoma Dieke ein, die ja schon bei QBIK und Kristianstad gespielt hat und vor allem bei QBIK zusammen mit Piteås nigerianischer Innenverteidigerin Faith Ikidi zusammen gespielt hat. Aber wir wartens ab. Am 18.01. will Piteå seinen Kader komplett haben.

Torlos in der Behrns Arena

Stephanie Labbé zeigte eine sehr gute Leistung (Foto: Mikael Sundberg / Skillnad AB)

Jennifer Nobis schrieb auf Twitter, dass sie schon wieder in Stockholm spielen würde. Meinen zarten Hinweis, dass mich das wundern würde, beantwortete sie dann mit einem herzlichen Lachen und dem Eingeständnis, dass die Geographie Schwedens der US-Amerikanerin noch etwas fremd sei.

Denn Piteå spielte nicht in Stockholm, sondern in Örebro und zumindest mit dem Ergebnis konnte man hochzufrieden sein. 0:0 am Ende bedeutete einen sehr wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Besonders gelobt wurden Torfrau Stephanie Labbé und Faith Ikidi. Dicker Wermutstropfen: Josefin Johansson verletzte sich schwer und wurde mit Verdacht auf Achillessehnenriss vom Platz getragen.

Seger siegt

Am Mittwoch wurde Caroline Seger als Neuzugang für Tyresö FF und die Jahre 2012/13 vorgestellt, Heute schlüpfte sie erstmals in das eng geschnittene Trikot von LdB FC Malmö und sorgte mit dafür, dass der Abstand zu ihrem nächsten Arbeitgeber weiterhin vier Punkte beträgt.

Malmö gewann mit 2:0 gegen Piteå. Die Tore erzielten Manon Melis (ihr 15. Treffer) und Nilla Fischer. Melis bedankte sich artig bei ihrer neuen Kameradin: „Wir haben erst zweimal zusammen trainiert und schon finden wir einander. Ich mag diese kurzen gestochenen Pässe und Caroline bringt sehr gute Vorlagen,“ sagte die Niederländerin.

Caroline Seger gab das Lob zurück: „Gute Angriffsspieler finden sich einfach. Manon läuft einfach genau richtig und es ist leicht, sie zu finden.“

Insgesamt war das Spiel relativ tempoarm, Piteå nahm das Tempio heraus und Malmö hatte Probleme gefährliche Szenen zu kreieren. Trainer Martin Sjögren sagte, Seger könne sich noch steigern und bezeichnete das Spiel als gefährlich. Denn erst in der 82. Minute gelang Nilla Fischer nach einem Torwartfehler von Stephanie Labbé das zweite Tor.

Am kommenden Sonntag steht dann ein neuerliches Spiel Erster gegen Zweiter bevor. Malmö empfängt den neuen Zweiten, Tyresö FF. Caroline Segers kommender Arbeitgeber. Irgendwelche komischen Gefühle vor dem Spiel, wurde Seger gefragt?

„Nein, überhaupt nicht. Malmö ist jetzt mein Team, wir wollen gewinnen.“

Zu 100%?

„110%,“ antwortet die Kapitänin der Nationalmannschaft.

 

Halbzeit

Die Hälfte der Saison ist vorbei  Schweden. Mit der 1:4-Heimniederlage von Linköping gegen Tyresö haben nun alle Teams jeweils elf Begegnungen absolviert. Am Samstag geht es schon weiter in einer Liga, die Aufwind verspürt nach dem dritten Platz der Nationalmannschaft bei der WM und in der eine ganze Reihe von Vereinen das am Montag geöffnete Transferfenster ausnützt, um sich vor der Rückrunde, die mit den Spielen gegen die Gegner des 11. Spieltags am Samstag beginnt,

Die Kurzanalyse für alle Vereine:

Sara Björk Gunnarsdottir

Ldb FC Malmö: Trotz der Abgänge von Therese Sjögran (kommt nach der WPS-Saison zurück), Kathryn Gill und Pavlina Scasna weiterhin Spitze. Mit Manon Melis hat man eine der weltbesten Stürmerinnen. Malmö hat nicht nur Geld, sondern macht auch was damit. Exzellentes Scouting: Alle nationalen und internationalen Talente sind gut ausgewählt. Sara Björk Gunnarsdottir und Annika Kukkonen etwa. Jetzt kommt mit der Dänin Katrine Veje ein weiteres Grosstalent und nach dem Ende der WPS wohl auch Caroline Seger.

 

 

Umeå IK: Trainer Blomqvist sprach beim Auftaktmeeting davon, dass Umeå Top 3 sein will. Nach der Hälfte der Saison sind sie zweiter und haben Tuchfühlung nach ganz oben. Mit Ramona Bachmann und Sofia Jakobsson ist der Angriff vielleicht noch einen Tick besser besetzt als bei Malmö. Aber der Gesamtkader spricht für den Meister. Mit Umeå jedoch ist wieder zu rechnen. Tendenz klar positiv. Negativ: Ausmusterung von Anna Paulson, das war taktlos und unnötig.

Sarah Michael (Foto: Mikael Sundberg/Skillnad AB)

KIF Örebro: Der neue Trainer Mikael Fahlén hatte versprochen, dass man endlich mal versuchen wolle, attraktiven Fussball zu spielen. Das hat nicht unbedingt geklappt, am Anfang sah es unverändert aus. Örebro hat seit einigen Jahren eine stabile Truppe, Sara Larsson und Sarah Michael sind hervorragende Neuzugänge. KIF wird ein sehr unangenehmer Gegner bleiben.

Tyresö FF: Ursprünglich mein Meisterschaftsfavorit. Mit einer imponiernden Startformation. Aber man kann Erfolg nicht kaufen und man muss Teams erst einmal einspielen. Hatte ein gefährliches Zwischentief, das wahrscheinlich den Titel gekostet hat. Kann aber nun nach drei Siegen in Folge und 10:1 Toren Richtung Platz 3 marschieren, ohne 100% überzeugt zu haben.Sportchef Hans Löfgren droht abzuheben und wird sicher alles tun, das Team nächste Saison noch einmal deutlich zu verstärken.

Kopparbergs/Göteborg: Viele glaubten, dass Torbjörn Nilssons Team Malmö ernsthaft Konkurrenz machen könnte. Aber ein Fehlstart und zuletzt die Niederlage gegen Örebro haben das verhindert. Auch Göteborg ist weit von den Champions League Plätzen weg, darf aber im Herbst erstmals in der Königsklasse spielen. Verstärkt mit der Norwegerin Ingvild Stensland, die nach Ausflug nach Lyon wieder in ihre zweite Heimat zurückkehrt. Ob sie wieder fit ist, wird sich zeigen.

Kristianstads DFF: Wieder gut gestartet, wieder mit einem Tief ab dem Sommer, aber die Verpflichtung der Schweizerin Sandra Betschart und vor allem der Klassedänin Johanna Rasmussen sollten spielerisch wieder Auftrieb geben für die isländische Filiale in Skåne. Torhüterin Hedvig Lindahl heiratet Ende August und sucht noch Spielideen sowie eine Band, die auf der Hochzeit spielt. Die beiden Fehlgriffe gegen Japan zu kritisieren, findet sie oberflächlich.

Djurgården: Fünf Siege und nichts mit dem Abstieg zu tun. Mit Emma Lundh und Mia Jalkerud ein Sturmduo, das Torinstinkt hat und auch trifft, insgesamt elf Mal bisher. Das ist gut für ein im Prinzip zusammengewürfeltes Team, das von der Vereinsführung nicht strategisch ausgesucht wurde. Dora Maria Larusdottir zieht im Mittelfeld inzwischen die Fäden und Gudbjörg Gunnarsdottir kocht für alle, ist DJ und inzwischen auch Führungsfigur. Mal sehen, ob das Geld reicht. Sicherer Mittelfeldplatz.

Linköpings FC: Achter Platz. Katastrophe. Linköping spielte selbst im  Meisterjahr langweiligen Fussball, aber immerhin erfolgreich. Mit Trainer Pettersson verschwand jedoch der Erfolg. Das Team steht am Scheideweg, denn ie professionelle Organisation und die Investitionen verlangen nach Siegen. Wird weiterdümpeln, aber wenn sich hier nichts ändert, sollte sich die eine oder andere Spielerin mit dem Gedanken tragen, wegzugehen.

Jitex BK: Das die zweite Saison für einen Aufsteiger oft schwieriger ist als die erste, bewahrheitet sich nicht unerwartet bei Jitex. Letzte Saison konnten sie noch viele überraschen mit ihrem geradlinigen, schnörkellosen, kampfbetonten Spiel, in dem die begrenzten spielerischen Möglichkeiten optimal ausgenutzt wurden, dieses Jahr ist das anders. Jitex bleibt aber in der Liga und im Clubhaus sollten sie schon mal nachdenken, was für nächste Saison zu tun ist. Riesentalent: Fridolina Rolfö.

Stephanie Labbé

Piteå IF: Dürfte eigentlich mit seinem Kader nicht da stehen, vier Punkte vor dem Abgrund. Aber die Verletzungen von Keeperin Stephanie Labbé und Faith Ikidi haben das Team verunsichert. Am Sonntag beim Rückspiel bei Djurgården sind mit Melissa Tancredi und Carmelina Moscato zwei weitere kanadische Nationalspielerinnen dabei. Das müsste für den Klassenerhalt reichen.

 

 

 

Mami Yamaguchi

Hammarby DFF: In der schwedischen Frauenfussballszene gelten sie als die Unabsteigbaren. Der von Tyresö gekommene Trainer Tino Katsoulakis wollte ein spielendes Team machen aus den Grünweissen und hat nun doch erkennen müssen, dass alleine der Kampf Punkte bringen kann. Nach vorne noch harmloser als im Vorjahr. Zwei Tore in elf Spielen. Selbst bei Aufsteiger Dalsjöfors konnte man nicht gewinnen. Jetzt wird schnell schnell auf dem Transfermarkt zugeschlagen, aber eher unprofessionell. Das geht nicht gut. Hammarby ist 2012 in der Norrettan trotz einer internationalen Klassetorhüterin wie der Finnin Minna Meriluoto.Sensationsverpflichtung Mami Yamaguchi hätte es bei einem anderen Club vielleicht in die Weltmeistersmannschaft geschafft.

Dalsjöfors GoIF: Nach 2:44 Toren und mit nur einem Punkt aus elf Spielen hoffnungslos am Ende. Das wird nichts mehr, auch wenn wohl schon am Samstag gegen Tyresö Kanadas Erin McLeod im Tor steht und Emily Zurrer neben Alex Singer in der Abwehr. Riesentalent: Mimmi Löfwenius. Aber Dalsjöfors sollte schon mal heimlich für die Söderettan planen.