Rückblick

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Marta hat eine Torchance im Spiel bei Linköping

Die Saison 2016 ist nun vorbei. Zeit für eine kurze Bilanz.

Linköping ist der souveräne neue schwedische Meister. Vor der Saison hätte man sicher viel Geld verdienen können, wenn man vorausgesagt hätte, dass die Mannschaft um den wohl kommenden Nationaltrainer Martin Sjögren am Ende mit zehn (!!!) Punkten vor der Startruppe vom FC Rosengård landen würde.

Lange marschierten beide Teams im Gleichtakt, aber am Ende zog Linköping unwiderstehlich davon. Entscheidend einerseits der 1:0 Sieg für Linköping im, ja, alles entscheidenden Spiel gegen Rosengård.

Kristine Mindes Kopfball in der 81. Minute im strömenden Regen von Linköping stieß das Tor weit auf, danach implodierte Rosengård.

Linköping hatte bis auf Fridolina Rolfö, die etliche Wochen ausfiel und verletzungsanfällig bleibt, kaum Verletzungen zu beklagen. Das Trio Pernille Harder Stina Blackstenius und Kristine Minde erzielte 53 von 73 Toren, das SPielsystem 4-3-3 war optimal für den vorhandenen Kader. Im Mittelfeld zog eine überragende Claudia Neto die Fäden und in der Abwehr konnte der Rücktritt von Ikone Charlotte Rohlin durch due Beförderung von Magdalena Ericsson zur Kapitänin ohne Reivungsverluste aufgefangen werden. Die Dänin Janni Arnth war ein ebenso gelungener Einkauf, wie die beiden Aussenverteidigerinnen aus der Region, Jonna Andersson und Jessica Samuelsson Garanten für Sicherheit hinten wie Offensivkraft vorne waren.

Dass Martin Sjögren nach dem Weggang der starken Amerikanerin Katie Fraine im Tor der jungen Cajsa Andersson das Vertrauen aussprach, erwies sich nach 22 Spieltagen als ein weiterer hervorragender Schachzug des Trainers. Andersson wuchs an der Aufgabe und gehört nunmehr zu den besseren Torhüterinnen der Liga.

Linköping profitierte aber auch davon, dass Rosengård mit etlichen Verletzungen zu kämpfen hatte. Zu Anfang der Saison fiel gleich die neue Stammtorhüterin Erin McLeod für mehr als ein Jahr aus. Auch Zecira Musovic verletzte sich, weshalb man mit der vereinslosen Ex-Nationaltorhüterin Sofia Lundgren eine etablierte Torfrau nach Malmö holte.

Gaelle Engamanouit, die als Torjägerin geholte Kamerunerin aus Eskilstuna, verletzte sich ebenfalls fast direkt und in der zweiten Saisonhälfte fielen auch die neu geholte Lotta Schelin und Lieke Martens zeitweise aus. Dass man mitten in der Spielzeit auch noch die neben Marta wichtigste Spielerin, Sara Björk Gunnarsdottir, an den zahlungskräftigen VfL Wolfsburg verlor, machte die Aufgabe von Trainer Jack Majgaard Jensen nicht gerade einfacher.

Das soll und kann allerdings den Erfolg vonm Linköping nicht schmälern. Aber keine zwei Wochen nach dem Gewinn des Meistertitels verliert Linköping bereits seine überragende Spielerin: Pernille Harder geht ins Ausland, wohin sollen wir nächste Woche erfahren. Zwar kommt mit Lina Hurtig eines der grössten Talente der letzten Jahre, aber der Verlust von Harder ist erst einmal nicht zu ersetzen, wenn die Brieftasche Begrenzungen hat. Fraglich ist auch noch, ob Stina Blackstenius bleibt. Auch die 20-Jährige, deren Nationalteam (U20) morgen möglicherweise bereits aus der WM in PNG fliegt, hat mehrere Angebot aus dem In- und Ausland, hat aber gesagt, dass sie nur ins Ausland gehen würde oder aber in Linköping bleibt. Ich fürchte, dass auch sie gehen wird.

Dahinter dann?

Eskilstuna hatte eine zu grosse Spielerfluktuation vor der Saison, kam dennoch auf den dritten Platz. Hervorragender Vierter abermals im Topwuartett: Piteå IF, dass aber nun mit Irma Helin schon wieder eine Schlüsselspielerin ersetzen muss., Helin trainierte diese Woche zweimal beim 1.FFC Frankfurt. Vom schwedischen Vierten zum deutschen Sechsten?

Die Aufsteiger haben beide sehr positiv ¨überrascht. Vor der Saison sass ich noch mit der rückkehrenden Isländerin Gudbjörg Gunnarsdottir in einem Café am Karlaplan in Stockholm und Gugga sagte mir, dass sie unsicher sei, wo ihr Team stehen würde. Am Ende kam ein sehr respektabler sechster Platz heraus mit Luft nach oben, denn am Ende ging der Traditionsmannschaft aus Stockholm die Luft aus. Bitterer Beugeschmack aber: Mit nur 376 Zuschauern hatte man trotz ansprechenden Spiels den schlechtesten Schnitt der Liga und das in der bevölkerungsreichsten Stadt oder gerade deshalb?

Die Portugiesin Carolina Mendes muss Stockholm verlassen nach nur einer Saison. Vielleicht bekommt sie ein Angebot vom Lokalrivalen Hammarby, der aufgestiegen ist und Verstärkung braucht.

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Tabitha Chawinga

Kvarnsveden, der Sieger der Elitettan 2015, war bespöttelt worden. Das Wort „dålig“ (schlecht) hatte der Trainer verboten, der Verein sich nur mit vier Spielerinnen aus der zweiten Liga verstärkt. Das wird nicht reichen, sagten ALLE Experten, inklusive meiner Wenigkeit und machten Daumen runter beim Presseauftakt im April. Es sah nicht so gut aus, aber besser als erwartet, als die Olympiapause begann, dann holte jemand die Ghanaerin Elisabeth Addo und die Amerikanerin Tiffany Weimer und mit den Beiden lief es prächtig, nicht zuletzt für die von allen Vereinen begehrte Malawierin Tabitha Chawinga, die innerhalb von zwei Jahren von der dritten in der ersten Liga aufgestiegen war und selbst dort angekommen nun immerhin noch beeindruckende 15 Tote schoss. Nicht auszudenken, wie viel Mal sie für einen Topclub getroffen hätte. Chawinga spielt mit grosser physischer Stärke, Schnelligkeit mit einem unbändigen Zug um Tor. Als ich sie in Kvarnsveden im Sommer erstmals live spielen sah beschäftige sie trotz der 0:4 Niederlage gegen Rosengård immer wieder Nationalspielerinnen wie Emma Berglund und Amanda Ilestedt aufs Äusserste.

Kristianstad hatte am Ende Glück und rettete sich mit 1,5 blauen Augen vor dem Abstieg. Das Geld fehlt in der kleinen Stadt.

Runter dagegen muss der einst so glorreiche Umeå IK nach skandalösen Turbulenzen. Der Vereinsvorsitzende entliess das komplette Trainerteam gegen den Willen der Spielerinnenm wurde deshalb enorm kritisiert und trat deshalb wenig später selber zurück. Selbst ohne diese Differenzen hatte Umeå zu wenig Ressourcen, um eins schlagkräftiges Team auf den Plat zu stellen. Und mit Hanna Folkesson uynd Jenny Hjohlman waren zwei der gedachten Leistungsträgerinnen fast die ganze Saison verletzt. Bitter.

Am Montag steigt die Gala des Fussballs im Stockholmer Ericsson Globe und da bietet sich die Gelegenheit, mit den Preisträgerinnenzu sprechen. Haushohe Favoritin auf den „Diamantenball“ als Fussballerin des Jahres dürfte Chelsea Ladies Torfrau Hedvig Lindahl sein. Zum zweiten Mal in Folge, aber nach den geretteten Elfern bei der Olympiade wohl kaum zu übergehen. Es sei denn, man entscheidet sich für die zweifache Elfersiegerschützin Lisa Dahlkvist. 

Mitten in der Saison entschied sich Anette Börjesson nach 20 (!!!) Jahren die Seite http://www.damfotboll.com nicht länger zu betreiben.  Für den frauenfussball in Schweden ein grosser Verlust, denn nach wie vor berichten die Mainstreammediuen in erster Linie über die Nationalmannschaft, die Champions League und den Kampf um die Meisterschaft. Ansonsten bin ich ziemlich allein auf weiter Flur, wenn ich etwa Spiele in Stockholm besuche. Deshalb blogge ich seit dem 1. Juli auch auf Schwedisch und versuche, mit Spielerinneninterviews ein wenig dazu beizutragen, dass die Lücke gefüllt wird.

Seit dem 1. Juli gab es längere Interviews mit Marianne Gajhede KnudsenKristine MindeOlga Ekblom, Magdalena Ericsson, Mimmi Larsson, Irma Helin, Denise Sundberg, Zecira Musovic, Sofia Jakobsson, Emilia Appelqvist, Claudia Neto, Sara Björk Gunnarsdottir und Nora Holstad BergeLeider habe  ich es wegen hoher Arbeitsbelastung nicht geschafft, die Gespräche auch auf Deutsch zu veröffentlichen.

 

 

 

 

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FC Rosengård – Kristianstads DFF 2:1

Die Saison ist eröffnet. Im einzigen Samstagsspiel gewann Meister FC Rosengård gegen die in dieser Saison wohl eher in der unteren Hälfte einzusortienden „Lokalrivalen“ aus dem nicht weit entfernten Kristianstad mit 2:1.

Das erste Tor der neuen Saison schoss eine gewisse Marta Vieira da SilvaJohanna Rasmussen glich beinahe im Gegenzug überraschend aus, bevor dann die Niederländerin Lieke Martens mit einem möglicherweise von Marta abgefälschten Schuss das Siegtor in der ersten Halbzeit markierte. Dass Martens Schuss abgefälscht wurde, daran besteht kein Zweifel, auf den Livebildern des neuen Dienstes http://www.damallsvenskan.tv jedoch war nicht zu erkennen, wer exakt den Ball abgefälscht hat. Sollte es, wie mir schien, Marta gewesen sein, wäre der Treffer wegen Abseits irregulär. Die Rosengårdspielerinnen reagierten auch zweifelnd und jubelten erst, als ganz klar wurde, dass die Unparteiische das Spiel mit Anstoß für Kristianstad fortsetzen würde.

Überzeugend war das 4-1-4-1 System, das der dänische Trainer Jack Majgaard Jensen spielen ließ, noch keineswegs. Und Glück hatte man, dass Kristianstads Amanda Edgren in der Nachspielzeit den Ball nicht im leeren Tor unterbringen konnte.

Dort stand ansonsten die 33-Jährige Sofia Lundgren, die ihren Vertrag wohl auf ie komplette Saison 2016 ausdehnen wird. Denn Neueinkauf Erin McLeod zog sich bekanntermaßen im ersten Spiel für den neuen Arbeitgeber nach nur zehn Minuten einen neuerlichen Kreuzbandanriss zu und wird 1-2 Jahre (!!!) ausfallen. Rückkehr möglicherweise erst mit 35. Da Ehefrau Ella Masar auch einen Vertrag in Malmö bekam, wird McLeod nach Vernehmen ihre Reha in Schweden absolvieren. Olympia 2016 in Brasilien ist eh gelaufen für die Kanadierin. Wie man hört, wird bald Zecira Musovic ieder fit sein und dann beginnt ein interessanter Konkurrenzkampf zwischen Jung und Älter.

Auch in der zweiten Liga (Elitettan) wurden die ersten Begegnungen absolviert. Favorit Limhamn Bunkeflo lag mit 0:2 in Alingsås gegen Holmalund zurück, drehte das Spiel aber noch und gewann ,it 3:2. Absteiger AIK,. dem 14 Spielerinnen abhanden gingen con 2015 zu 2016, siegte 3:1 gegen Aufsteiger Sundsvall und das von der Brasilianerin Elaine Moura trainierte Älta (Außenbezirk von Stockholm) verlor gegen Kungsbacka DFF (aus der Nähe von Göteborg) mit 0:1. Morgen greift Damallsvenskanabsteiger und Wiederaufstiegstopfavorit Hammarby ins Geschehen ein. Man spielt auswärts bei QBIK in Karlstad.

Rosengård sucht Torfrau

Thora Helgadottir (Archivbild) verlässt Malmö und Rosengård

Thora Helgadottir (Archivbild) verlässt Malmö und Rosengård

Es kam nicht unerwartet. Die 33 Jahre alte Isländerin Thora Helgadottir teilte gestern offiziell mit, dass sie den schwedischen Meister FC Rosengård nach vier Jahren verlassen wird. Es werde ihr schwerfallen, aber sie müsse sich nun auch mal allmählich um einen Job neben dem Fußball kümmern, ließ sie ausrichten und wird zurück auf die schöne Insel im Nordatlantik gehen und wohl eine Alternative wählen, in der sie noch spielen, aber auch schon arbeiten kann.

In Malmö ist damit ein interssanter Arbeitsplatz frei. Wer bewirbt sich? Carola Söberg muss ja Tyresö verlassen, ist aber sicheren Quellen zufolge schon bei einem anderen Verein gebucht. Sollte Tyresö in Konkurs gehen (das kann spätestens am 05.06. passieren), dann wäre urplötzlich auch die finnische Nationaltorhüterin Tinja-Riikka Korpela frei. Gudbjörg Gunnarsdottir hat in Potsdam zwar noch ein Jahr Vertrag, aber in letzter Zeit musste die gerade 29 Jahre alt gewordene Isländerin immer wieder auf die Bank und dafür ist sie sicher nicht gekommen. Sofia Lundgren will nach ihrem bandscheibenvorfall 2013 langsam wieder einsteigen, sucht aber nach eigener Aussage erstmal eher etwas in der zweiten Liga. die Australierin Lydia Williams war mal bei Piteå, wurde aber im März wegen der Verletzung der Stammtorhüterin kurzfristig von Western New York Flash in die NWSL geholt.

Gegen Frankreich

Am 08.02. wird die schwedische Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel im neuen Jahr bestreiten. Gegner außerhalb von Paris ist Frankreich.

In Abwesenheit von Cheftrainerin Pia Sundhage, die in den USA eine zweimonatige Gastprofessur wahrnimmt (sie wird zum Algarve-Cup wieder beim Team sein) benannte Co-Trainerin Lillie Persson folgenden Kader für das Frankreich-Spiel:

Tor: Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Stephanie Öhrström

Abwehr: Magdalena Ericsson, Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Emmelie Konradsson, Charlotte Rohlin, Sara Thunebro

Mittelfeld & Angriff: Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Emma Lundh, Lina Hurtig, Elin Rubensson, Olivia Schough, Lotta Schelin, Caroline Seger, Therese Sjögran, Josefine Öqvist.

Zurückgekehrt ist Carola Söberg. Im Tor gibt es nach dem Bandscheibenvorfall von Sofia Lundgren und dem Rücktritt von Kristin Hammarström Besetzungsprobleme und die nicht gerade stabile Hedvig Lindahl ist nun wieder die Nummer 1.

Die wieder genesene Emma Berglund wurde noch nicht berücksichtigt, ebensowenig Tyresös Linda Sembrant, die in der Champions League schon starke Spiele im Herbst gemacht hat.

Im Angriff darf man gespannt sein, ob Persson Supertalent Lina Hurtig testen wird. Die neuerliche Nominierung von Emma Lundh zeigt, dass das als schwierig geltende ewige Talent Lundh offenbar beim letzten Lehrgang überzeugt hat. Die mittlerweile 24-Jährige verfügt über eine manchmal geniale Spielintuition, hat aber den Durchbruch immer noch nicht geschafft.

 

Schweden 2014: Die Lage im Januar

In 98 Tagen beginnt die neue Saison der Damallsvenskan. Sollte das Wetter so bleiben, wie es derzeit in Süd- und Mittelschweden ist, nämlich schneefrei und außergewöhnlich mild, könnte es erstmals seit vielen Jahren, eine Vorsaison geben, in der z.B. in Stockholm sogar relativ problemlos draußen trainiert werden kann.

Was hat sich bis dato getan in den 12 Vereinen der ersten Liga? Was machen die Absteiger, welche Entwicklungen gibt es in der zweiten Liga?

Das Transferfenster ist geöffnet und mit Sicherheit wird sich der Kader hier und dort noch verändern. Einige Teams sind mehr aktiv gewesen als andere. Hier ist der Zwischenstand und die Vereine sind so sortiert, wie sie nach heutigem Stand und meiner Meinung abschneiden würden, wenn die Saison nächste Woche beginnen würde.

1. FC Rosengård

Nach der zweiten Umbenennung des einstigen Frauenteams von Malmö FF steht der Meister von 2013 mit neuem Sponsor im Rücken äußerst stark da. Die Vereinsführung und Sportchef Niclas Carlnén haben die Strategie, Spielerinnen möglichst langfristig an den Verein zu binden und auch primär nur solche Spielerinnen anzuwerben, die zum Verein und zur Mannschaft passen.

Scouting war schon immer eine Stärke Malmös in den letzten Jahren. Das beste Beispiel hierfür die Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir, die mittlerweile Schlüsselspielerin ist. Bei Annika Kukkonen und Katrine Veje hat man sich aber doch offenbar verrechnet. Kukkonen wechselte bereits vorletztes Jahr und Veje musste jetzt gehen, über den Öresund nach Kopenhagen. Auch die Kolumbianerin Yoreli Rincon hat es nicht geschafft, sie war bei Aufsteiger Eskilstuna im Gespräch, hat aber noch keinen neuen Verein. Ihre technischen Finessen konnten nicht die physischen Mängel überdecken.

Mit Kapitänin Malin Levenstad hat eine Führungsspielerin den Verein verlassen. Sie ist zwar nur sechs Monate an Aufsteiger AIK ausgeliehen, aber es ist nicht anzunehmen, dass sie zurückkehrt. Als Innenverteidigerin fehlt es ihr letztlich auch an der internationalen Klasse, die man braucht, um die Champions League zu gewinnen.

Sowohl gegen Olympique Lyon im März 2013 wie gegen den VfL Wolfsburg im Spätherbst war man letztlich chancenlos. Gegen Wolfsburg zwar glücklos, aber eben nach 180 Minuten erfolglos. Um den nächsten Schritt auch international zu machen, holte man sich mit der robusten und spielintelligenten Engländerin Anita Asante eine Spielerin, die nicht nur die Champions League bereits mit dem FC Arsenal gewonnen hat und über große internationale Erfahrung verfügt, sondern auch jemanden, der multifunktionell einsetzbar ist: sowohl im Zentrum der Abwehr wie auch im zentralen defensiven Mittelfeld.

Der Abgang von Manon Melis zum angeblich wesentlich besser zahlenden Ligakonkurrenten Kopparberg/Göteborgs FC könnte die Südschweden mehr schwächen, als man das gemeinhin erwartet. Im erfolgreichen Herbst, in dem Malmö letztlich den Spieß umdrehte und Tyresö den Titel mit deutlichem Abstand wegschnappte, war es immer wieder Melis im Zusammenspiel mit Veteranin Therese Sjögran, die entscheidende Tore schoss.

Man hat jedoch mit Melis‘ Landsfrau Kirsten van de Ven von Gegenspieler Tyresö eine äußerst ehrgeizige Flügelflitzerin mit hoher Sozialkompetenz geholt. 2014 müsste aber auch die Saison von Megatalent Elin Rubensson werden, falls nicht, würde ich der 20-Jährigen raten, sich einen neuen Verein zu suchen, um ihre Begabung nicht zu verschwenden.

Rosengård ist erster Anwärter auf den Meistertitel im neuen Jahr. Der Konkurrent Nummer eins derzeit ist meiner Meinung nach

2. Linköpings FC

Zampano Anders Mäki und Trainer Martin Sjögren haben in Linköping schon letztes Jahr ein kleines Meisterstück vollbracht. Mit Nilla Fischer gab man die teuerste Spielerin mitten in der Saison an den VfL Wolfsburg ab und man merkte es nicht. Denn Linköping siegte sich souverän durch den Herbst und das mit einem äußerst jungen Team, das man auch noch verstärkt hat für dieses Jahr.

Vor zwei Jahren sollte es noch das Geld und die erfahrenen Spielerinnen machen. Lisa DeVanna, Manon Melis, Nilla Fischer und andere tummelten sich in der 100.000-Einwohnerstadt, anderthalb Zugstunden südlich von Stockholm und das Experiment ging in die Hose. Trainer Jörgen Pettersson (vor Sjögren Trainer in Malmö) ging und Sjögren kam, das hatte es genauso schon in Malmö gegeben. Sjögren holte dann auf Anhieb den Titel.

In Linköping schaffte er das zwar nicht, aber sowohl Rosengård wie auch Tyresö haben mit Sicherheit gehörigen Respekt vor den Blauen.

Mäki und Sjögren „sammeln“ offenbar U19-Europameisterinnen. Aus der Mannschaft die 2012 in der Türkei für Schweden Gold holte, spielen jetzt vier in Linköping, nachdem man sich von Jitex Fridolina Rolfö für das offensive Mittelfeld gesichert hat. Sofia Lundgren wird ihre Karriere als Torhüterin wohl nach einem Bandscheibenvorfall beenden. Aufgrund der Ungewissheit ihrer sportlichen Zukunft hatte man der 32-Jährigen auch keinen neuen Vertrag mehr angeboten und sich schließlich die Amerikanerin Katie Fraine von Absteiger Mallbacken geholt. Möglicherweise ist Fraine die beste Torhüterin der Liga. Sollte es der Niederländerin Renée Slegers im Mittelfeld nochmals gelingen, das fortzusetzen, was sie in der zweiten Saisonhälfte geboten hat und Welttalent Pernille Harder sich so weiterentwickeln wie anzunehmen ist, dann ist die Quali für die Champions League im Bereich des Möglichen für Linköping.

3. Tyresö FF

Eine Personalpolitik, die ich nicht verstehe. Fünf Amerikanerinnen hat der Verein um den ehemaligen Assistenztrainer der USA, Tony Gustavsson, geholt. Alle fünf müssen nun spätestens Anfang Juni gehen. Die vielen Wechsel in der zweiten Jahreshälfte 2013 und die Verletzung von Marta haben Tyresö den Titel gekostet und mit dem, was vermutlich nun wieder ansteht, neue Spielerinnen, die sich schnellstens akklimatisieren sollen, wird man es wieder nicht schaffen. Kann es sein, dass sich Fädenzieher Hasse Löfgren zurückzieht, wenn er sein 2006 definiertes Ziel Champions League erreicht hat. Auch die Verträge von Caroline Seger, Vero Boquete und Marta laufen im Juni aus, die Saison geht aber bis Ende Oktober. Mit soviel Unstetigkeit wird nicht mehr als Platz 3 drin sein.

4. Umeå IK

Der neue Trainer Jonas WIkström findet eine reformierte Organisation vor und eine starke Truppe. Umeå musste einsehen, dass die finanziellen Abenteuer des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts nicht mehr möglich waren. Man gab die Devise aus, dass man nun auf einheimische Talente setzen würde.

Umeå steht heute in der Tat da mit sechs Spielerinnen, die entweder in der schwedischen Nationalmannschaft spielen oder aber Lehrgänge bei Pia Sundhage besucht haben. Lina Hurtig ist eines der größten Talente im Lande, von ihr dürfte man sehr viel hören in diesem Jahr. Hanna Folkesson im zentralen Mittelfeld ist eine Arbeitsbiene, die ihresgleichen sucht und wenn Kapitänin Emma Berglund nun nach überstandener Kreuzband-Reha wieder in der Inenverteidigung spielten wird, dann hat Umeå eine äußerst starke zentrale Linie.

5. Vittsjö GIK

Der aus Finnland nach Südschweden ausgewanderte Calevi Hämäläinen stellt mit seinem Unternehmen Wiwood Spanplatten her. Da er aber auch noch fußballverrückt ist, sponsort er den örtlichen Frauenfußballverein Vittsjö GIK. In der ersten Saison noch sensationell guter Aufsteiger hatte man vergangenes Jahr das verflixte zweite Jahr, bedingt unter anderem durch mehrere Verletzungen, kriegte am Ende aber doch noch die Kurve. Für 2014 hat man sich bestens verstärkt.

Göteborg schnappte den Kleinstädtern die holländische Torhüterin Loes Geurts weg. Dafür holte man sich die bessere Minna Meriluoto, ein Gewinn für Vittsjö. Ebenso ist die Schottin Hayley Lauder von Absteiger Mallbacken ein Gewinn. Mit der wohl endlich wieder genesenen Ifeoma Dieke und Goalgetterin Jane Ross bildet Lauder ein schottisches Trio in Skåne.

 

6. KIF Örebro

Lediglich Umeås nigerianisches Mittelfeldas Ogonna Chukwudi steht auf der Liste der Neuzugänge. Im Kader hat sich wenig getan und wenn, wie anzunehmen, die tschechischen Zwillinge Lucia und Irene Martinkova eine weitere Saison in Närke absolvieren, dann sollte einem Platz in der oberen Hälfte nichts entgegen stehen.

 

7. Kopparberg/Göteborgs FC

Die Zwillinge Hammarström haben aufgehört. Olivia Schough geht zum FC Bayern, Yael Averbuch und Anita Asante sind weg – und statt Torbjörn Nilsson sitzt Stefan Rehn auf der Bank, den man vom Lokalkonkurrenten Jitex wegholte. Göteborg hat mehr abgegeben an Kompetenz als es sich bislang geholt hat. Manon Melis steht auf der Habenseite, aber die anderen Neuverstärkungen sind eher solide als überragend. Holländerinnen sind im Gespräch in Göteborg, unter ihnen die Duisburgerin Lieke Martens. Seit mehreren Jahren verspricht Sponsor und Klubboss Peter Bronsman, dass Göteborg sich wieder ganz nach oben orientiert. Aber bislang ist das noch nicht passiert. Eine Melis macht noch keinen Sommer.

 

8. Piteå IF

Nach Jahren mit ausländischen Torfrauen versucht man es endlich mal mit einer einheimischen: Hilda Carlén ist in zwei Schritten von Malmö über Hammarby (Stockholm) nach Norden gezogen.

Das solide Gerüst mit Faith Ikidi in der Abwehr steht. Nach vorne gibt es mit den jungen Schwedinnen Pauline Hammarlund und Jennifer Egelryd zwei interessante Neuverstärkungen, die beide via Tyresö gekommen sind, aktuell aber jetzt aus Linköping und Uppsala.

 

9. Kristianstads DFF

Im Kader von Elisabet Gunnarsdottir, der seit Jahren einzigen Frau auf einer erstklassigen Trainerbank, hat sich kaum etwas getan bisher. Viel weiter nach oben wird es deshalb auch nicht gehen, auch wenn Gunnarsdottir möglicherweise wieder die Meisterschaft als Saisonziel ausgeben wird. Aber ich bin sicher, dass sich hier das Karussell noch drehen wird.

 

10. Eskilstuna United

Der Aufsteiger wird seine erste Saison im Oberhaus spielen und dank der Geldspritze eines lokalen Sponsors, der umgerechnet 280 000 Euro zuschießt, sollte es auch gehen, das Experiment Damallsvenskan.

Ein schönes Stadion am Tunavallen, Sara Thunebro als vermutete Spielführerin und vorne soll die Kamerunerin Gaelle Enganamouit für Furore sorgen, neben der in Malmö einst ausgesiebten Felicia Karlsson.

Das sollte reichen für Jahr 1.

 

11. AIK

Mit Malin Levenstad und Maija Saari hat man sich ein routiniertes Paar in der Innenverteidigung geholt. Aber ist Saari wieder fit nach ihrem Kreuzbandriss, der sie die EM-Teilnahme kostete? Und kann die talentierte, aber verletzungsanfällige Sarah Storck vorne wirklich die Tore machen, die man braucht, um in Liga 1 zu bleiben? Zweifelhaft.

 

12. Jitex BK

In Mölndal im südlichen Göteborg haben sie letztes Jahr versucht, der sturen Gemeinde die Schuld an der Finanzmisere zu geben. Aus Spielerinnenkreisen weiß ich jedoch, dass die Organisation des Vereins viel zu wünschen übrig lässt. Das erklärt die Abgänge von insgesamt 12 Spielerinnen (!`), ein Exodus, den normalerweise nur ein Absteiger erlebt.

Elf neue Spielerinnen hat man jetzt geholt, von denen aber keine (!) aus der Damallsvenskan kommt. Eine aus Island und eine aus Kanada. Neun abewr aus der zweiten Liga Elitettan, durchaus Talente darunter wie Filippa Curmark. Aber das wird vorn und hinten nicht reichen und Jitex wird durchgereicht nach unten

Petra Larsson geht eine Klasse tiefer

In Linköping findet ein interessantes Experiment statt. Der Tabellendritte der Spielzeiten 2012 und 2013 baut ein junges Team, das nicht unwesentlich auf schwedischen Talenten basiert, verstärkt durch ausländische Spielerinnen wie Katie Fraine, Renée Slegers, Pernille Harder und Linda Sällström. Auch wenn Harder auf dem Weg zum Weltstar ist, dürfte das Budget Linköping um einiges geringer sein als das der beiden Giganten LdB FC Malmö und Tyresö FF.

Einige Spielerinnen jedoch passten nicht mehr hinein in das Konzept: Die Zukunft der durch Bandscheibenvorfall geplagten Sofia Lundgren etwa schien dem Verein so ungewiss, dass man ihr keinen neuen Vertrag mehr anbot. Von ihr wird allgemein ein Wechsel zum Stockholmer Aufsteiger AIK nach Solna erwartet, wo sie bereits vor 2010 aktiv war.

Die sportliche Zukunft von Mittelfeldarbeiterin Petra Larsson, die ebenfalls keinen neuen Vertrag bekam, ist indes geklärt. Die 25-Jährige „steigt ab“: sie geht in die zweite Liga Elitettan und spielt für Kvarnsvedens IK, einem Verein, der unweit ihres Heimatvereins Örnäs in der schwedischen Landschaft Dalarna gelegen ist. Kvarnsveden belegte in der ersten Ausgabe der Elitettan den fünften Platz.

Kristin und Marie hören auf

Marie Hammarström macht Schluss

Marie Hammarström macht Schluss

Beide hatten es in den letzten zwei Wochen gelegentlich angedeutet, ohne es klar auszursprechen. Kristin und Marie Hammarström, eineiige Zwillinge und beide aktuelle schwedische Nationalspielerinnen, machen Schluss. Hängen die Schuhe an den berühmten Nagel. Mit 31 Jahren.

Kristin war im Sommer erste Wahl im Tor Schwedens und Marie schrieb Fußballgeschichte hierzulande, als sie in Sinsheim gegen Frankreich mit einem satten Schuss das 2:1 für ihre Schwedinnen machte und damit das entscheidende WM-Bronzetor.

Für die Nationalmannschaft ist vor allem der Torwartrücktritt schmerzhaft. Denn gerade dieses Jahr hatte sich Kristin als die Nummer 1 Sundhages durchgesetzt. Da gleichzeitig Sofia Lundgrens sportliche Zukunft nach dem Bandscheibenvorfall äußerst ungewiss ist, spricht vieles dafür, dass Hedvig Lindahl wieder Nummer 1 wird. Lindahl, die ihre Stärken hat, die aber auch immer wieder mit spektakulären Fehlgriffen (wie etwa beim 1:3 gegen Japan bei der letzten WM) von sich reden macht.

Vom 23.-29. November hat Pia Sundhage 25 Spielerinnen eingeladen, die Hammarströms kann sie jetzt streichen. Auch Carola Söberg hat abgesagt, die Ersatztohüterin von Tyresö FF. Neben Lindahl wird nun erst einmal die in Italien spielende Stephanie Öhrström erstmals dem Nationalkader angehören.

Marie Hammarström gab als Grund für den Rücktritt den enormen Zeitaufwand an, den sie für den Fußball in Kauf genommen habe. Die Entscheidung sei im Laufe des Sommers herangereift. Die EM habe man noch mitnehmen wollen, aber die räumliche Trennung von ihrem Mann, der in Örebro lebt, sei auch ein wesentlicher Grund. Die Beiden wollen auch eine Familie gründen und da sollte man zusammen sein, so Hammarström.

Chukwudi verlässt Umeå, Holmvén übernimmt Jitex und Eidevall spricht wieder von Zirkus

Nachdem es aus beruflichen Gründen ein paar Tage lang ruhig hier war, fasse ich jetzt einiges zusammen, was sich in der vergangenen Woche ereignet hat.

Ogonna Chukwudi verlässt Umeå. Die 25-Jährige nigerianische Mittelfeldspielerin wird in der kommenden Saison Mannschaftskameradin von Sarah Michael bei KIF Örebro. An Michael waren unter anderem Göteborg und Umeå interessiert, die Stürmerin verlängerte aber ihren Vertrag. „Mit ihrer Zweikampfstärke und ihrer Schnelligkeit kann sie uns viel bringen,“ freut sich der künftige Trainer Richard Nilsson.

Nachdem Stefan Rehn Jitex nach zwei Jahren verlässt, wechselt Sportchef Anders Holmvén den Job und wird selber Trainer. Finanziell ist Jitex nach wie vor nicht auf Rosen gebettet. Fridolina Rolfö geht nach Linköping, Kathlene Fernström und Frida Höglund haben verlauten lassen, dass sie den Verein ebenfalls verlassen und zu befürchten ist, dass die eine oder andere noch folgen wird. „Wir sind gezwungen, Talente zu finden. Davon gibt es reichlich in der Elitettan,“ sagt Holmvén. Ein Abstiegskandidat dürfte damit für 2014 bereits leider feststehen.

Meistertrainer Jonas Eidevall hat schon früher das Wort Zirkus benutzt und meinte damit, die kurzfristigen Verpflichtungen amerikanischer Spielerinnen bei Hauptrivale Tyresö. Jetzt benutzte er dasselbe Wort für Linköping, das am letzten Spieltag aus Torhüterinnenmangel von Beginn an Mittelfeldspielerin Petra Larsson ins Tor stellte und dennoch 4:1 gewann. Sofia Lundgren verletzt, Lina Ringshamre ebenso und Briana Davey reiste zu einem Länderspiel ihrer australischen Mannschaft in die USA. „Für mich ist das Zirkus. Die haben zwei Torfrauen und schicken die eine zu einem Länderspiel und als sich dann die andere verletzt, haben sie keinen Ersatz. Genauso mit Tyresö, ich weiß nicht, wie viele Spielerinnen dir vor dem Spiel zu Länderspielen geschickt haben. Solange die Vereine die Liga nicht ernst nehmen, ist es schwer, vom Publikum dasselbe zu erwarten,“ so Eidevall zur Zeitung Expressen. Die Situation des Spiels Linköping – Tyresö erklärt sich daraus, dass für beide Teams der schließliche Tabellenplatz feststand. Es ging um nichts mehr. Linköpings Boss Anders Mäki gab Eidevall Contra: „So ist das nun einmal. Tyresö hatte drei Spielerinnen zu einem Länderspiel abgestellt. Ich halte das für völlig normal. In manchen Clubs setzen wir das Individuum an erste Stelle und auch wir sind so ein Club. Ich weiß nicht mal, wer Eidevall ist, ich habe nie mit dem geredet,“ so Mäki.

 

Kurznachrichten

Gegen Lyon meist einen Schritt hinterher - aber Malmö verstärkt sich (noch?) nicht

Gegen Lyon meist einen Schritt hinterher – aber Malmö verstärkt sich (noch?) nicht

Linköpings Torhüterin Sofia Lundgren muss möglicherweise wegen ihres Bandscheibenorfalls operiert werden. „Die Schmerzen sind einfach nicht auszuhalten“, sagte die 30-Jährige der Zeitung Aftonbladet. Wegen der Verletzung hat der Verein die 18 Jahre alte Australierin Brianna Davey verpflichtet.

„Ich habe zu viel geopfert, um in Göteborg professionell Fußball zu spielen,“ sagt die 27-Jährige Engländerin Jodie Taylor in einem Interview mit GT. „Ich wurde nicht für die Nationalmannschaft nominiert. Es ist deprimierend, so viel von seinem Privatleben zu opfern und dann nicht mal für England spielen zu können,“ so die Stürmerin weiter, die ihren Verein Kopparberg/Göteborgs FC während der Saisonpause verlassen hat. „Ich habe meine Beziehung geopfert, hatte finanzielle Probleme und war weg von meinen Freunden. Trotz aller Opfer wurde ich nicht in die Nationalmannschaft geholt und das wird wahrscheinlich auch nie passieren.“ Taylor erwägt, zur kommenden Saison nach Australien zu ziehen. Auch nicht gerade nah zu ihren Freunden.

Während Tyresö FF in der Sommerpause und während des Transferfensters gleich vier neue Spielerinnen (Ashlyn Harris, Whitney Engen, Caroline Graham Hansen und Ali Krieger) verpflichtet hat und dafür ein paar Spielerinnen (angeblich ausdrücklich nur auf deren persönlichen Wunsch) ausgeliehen hat (bin mal gespannt, ob die ein neues Vertragsangebot bekommen), hat Hauptkonkurrent und Spitzenspielsieger LdB FC Malmö sich mit 0 Spielerinnen verstärkt. Angeblich war man aber an der amerkanischen Nationalspielerin Kelley O’Hara sehr interessiert, die aber nur bis zum Ende der Saison kommen wollte, während Malmö auf langfristige Verträge setzt. Anja Mittags Vertragsverlängerung in ihrem 2+1 Vertrag steht unmittelbar bevor. Die 28-Jährige soll allerdings verlangt haben, dass sich der Verein verstärkt, um auch auf europäischer Ebene mitmischen zu können. Beim 0:5 und 0:3 gegen Olympique Lyonnais im Frühjahr war man chancenlos.

In der zweiten Liga, der Elitettan, zeichnet sich nach 17 Spieltagen ab, dass AIK aus Solna und Eskilstuna United Richtung Damallsvenskan marschieren. AIK schlug Lokalrivalen Hammarby mit 2:0 und zerstörte damit wohl endgültig die Träume vom Wiederaufstieg bei den Stockholmerinnen, die nun schon elf Punkte hinter dem Aufstiegsplatz Nummer zwei rangieren, den Eskilstuna einnimmt. Die schlugen Djurgården mit 3:0 und sind damit weiter auf Kurs. Ein schönes Stadion haben sie ja. Einen Aufschwung erlebt derzeit Zweitligaufsteiger Älta IF, am Anfang der Saison noch als erster Absteiger gehandelt. Seit dem Zugang von Elaine (ausgeliehen von Tyresö) gab es einen 4:0 und einen 3:0 Sieg mit Platz 7 als Konsequenz.

 

 

 

Linköping verstärkt sich aus Deutschland und Australien

Die 21-Jährige Eunice Beckmann aus Leverkusen und die 18-Jährige Australierin Brianna Davey schließen sich der Truppe von Linköpings FC an. Beckmann hatte bereits unter der Woche trainiert und war von Coach Martin Sjögren für gut befunden worden. Der Vertrag mit der Deutschen gilt bis Ende der Saison.

Da Sofia Lundgren einen erneuten Bandscheibenvorfall hatte, brauchte Linköping schnell einen Torwartersatz, sonst hätte Lina Ringshamre alleine dagestanden. Die 18-Jährige Davey hat bereits einige A-Länderspiele für Australien absolviert und Martin Sjögren behauptet gar, man habe das größte Torwarttalent weltweit verpflichtet. Schaun mer mal. Linköping wird künftig mehr mit dem Club Melbourne Victory zusammenarbeiten, von dem Davey kommt. Die schwedische und die australische Saison ergänzen sich terminlich und Melbourne hatte letzte Saison die Dienste von Linköpings Mittelfeldspielerin Petra Larsson in Anspruch genommen.

Schwedens Kader – wenig Überraschungen

Therese Sjögran, Fußballerin des Jahres 2010 (Archivbild)

Therese Sjögran, Fußballerin des Jahres 2010 (Archivbild)

Beim großen chinesischen Automobilhersteller Volvo (die einstmals urschwedische Automarke gehört der chinesischen Zhejiang Geely Holding Group) in Göteborg gab Pia Sundhage in einer vom EM-Fernsehsender TV4 übertragenen Sendung ihren 23-köpfigen Kader für die EURO 2013 bekannt.

Zwei Überraschungen:

Die 36-Jährige Rekordnationalspielerin Therese Sjögran wurde nominiert, obwohl sie an keinem einzigen Lehrgang Sundhages teilgenommen hat und ihr letztes Länderspiel absolvierte Sjögran am 31.03.2012 in Malmö gegen Kanada. In der Damallsvenskan sitzt die Mittelfeldspielerin unter ihrem sechs Jahre jüngeren Trainer Jonas Eidevall auf der Bank und kam in den elf Spielen dieser Saison bislang auf 238 Minuten Spielzeit, einmal immerhin sogar 41 Minuten beim 2:2 in Piteå.

Wenn Hanna Folkesson und Johanna Almgren sich im Vorfeld der EM nicht verletzt hätten, wäre es wohl nicht zu dieser Nominierung gekommen, aber sie ist schon bemerkenswert. Noch zum Brasilien-Lehrgang hatte Sundhage die beiden Supertalente Lina Hurtig und Marija Banusic eingeladen, die zusammen zwei Jahre jünger sind als Sjögran.

Elin Rubensson, 20 Jahre alte Mittelfeldspielerin und Angreiferin vom selben Verein LdB FC Malmö, wurde von Sundhage zwar gegen die Schweiz im Oktober 2012 noch nominiert, dann aber ausgemustert. Zu Thomas Dennerbys Zeiten hatten noch alle, die etwas auf sich hielten die Nominierung Rubenssons gefordert. Zuletzt beim 2:2 Malmös gegen Tyresö kam die U19-Europameisterin in der zweiten Halbzeit ins Spiel und machte von Beginn an durch glänzende Aktionen auf sich aufmerksam.

Statt der Zukunft wurde die Vergangenheit gewählt, eine Nominierung der einen Monat jüngeren Victoria Sandell Svensson oder der fast zwei Jahre jüngeren Hanna Ljungberg wäre fast ebenso konsequent gewesen. Und warum nicht auch die ein halbes Jahr jüngere Hanna Marklund?

Es ging allerdings hier um den letzten Platz, sagte Sundhage, man habe sich erst am Tag vorher entschieden, dabei ist das nicht unbedingt glaubwürdig, da sich das Gerücht schon lange hartnäckig hielt und auch ehemalige Mitstreiterinnen und jetzt objektive (?) TV-Expertinnen wie Malin Swedberg und Frida Östberg die Nominierung erwarteten bzw. massiv forderten. Die Szene ist klein…

Pia Sundhages Begründung: „Therese hat massenhaft Erfahrung von großen Turnieren, das gab am Ende den Ausschlag. Sie ist die einzige Spielerin im Kader, die nicht viel in ihrem Verein gespielt hat, also so gesehen kann man das möglicherweeise als Risiko ansehen, weil wir nicht wissen, wie sie im Spiel aussieht. Ich erwarte von ihr, dass sie vom ersten Aufwärmen bis zum letzten alles gibt.“ klingt nicht sehr überzeugend.

Überraschung zwei ist Jenny Hjohlman, die talentierte Stürmerin von Umeå IK mit Vergangenheit beim jetzigen Zweitligaschlusslicht Sundsvalls DFF. Die hat noch nie für Schweden gespielt und getreu dem Motto, wat jeht mich denn mein Jequatsche von jestern an (Altkanzler Adenauer) nimmt Pia Sundhage die 24-Jährige mit. Denn sie hatte erst vvor Wochenfrist gesagt, dass niemand, der noch nicht für Schweden gespielt hätte, mit zur EM komme. Aber Hjohlman kann ja Anfang Juni gegen England in Stenungssund bei der Generalprobe ein paar Minuten bekommen.

Der Kader:

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Hedvig Lindahl

Abwehr: Jessica Samuelsson, Lina Nilsson, Stina Segerström, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Sara Thunebro, Amanda Ilestedt

Mittelfeld: Caroline Seger, Lisa Dahlkvist, Antonia Göransson, Therese Sjögran, Elin Magnusson, Olivia Schough, Marie Hammarström, Emmelie Konradsson, Josefine Öqvist.

Angriff: Lotta Schelin, Kosovare Asllani, Sofia Jakobsson, Jenny Hjohlman

 

Startelf gegen Brasilien

In siebzehn Stunden hört eine leicht veränderte Nationalelf die Nationalhymnen auf dem Rasen des Söderstadions in Stockholm. Schweden gegen Brasilien.

Pia Sundhage tritt mit folgender Startformation an.

Sofia Lundgren, Lina Nilsson, Charlotte Rohlin, Nilla Fischer, Sara Thunebro, Marie Hammarström, Caroline Seger, Antonia Göransson, Josefine Öqvist, Kosovare Asllani, Lotta Schelin.

Lundgren spielt anstelle von Kristin Hammarström, die eine leichte Blutung an der Hüfte hatte. Jessica Samuelsson, zuletzt gut gegen Norwegen, ist leicht am Knie verletzt, weshalb Malmös Lina Nilsson starten darf. Und Josefine Öqvists Einsatz ist wohl keine Überraschung.

Interessant wird sein, ob Sundhage einem der beiden Youngster Lina Hurtig oder Marija Banusic eine Chance gibt.

Brasilien-Kader: Ohne Sjögran, aber mit Hurtig & Banusic

Pia Sundhage überrascht auch 20 Tage vor der Benennung des 23-Spielerinnenkaders für die EURO 2013. Heute gab die Trainerin Schwedens ihr Aufgebot für das Länderspiel gegen Brasilien am 19.06. bekannt und da wo viele die 36-Jährige Therese Sjögran erwartet hätten, nominierte Sundhage stattdessen zwei Spielerinnen, die zusammen jünger sind als die Rekordnationalspielerin: Lina Hurtig (Umeå) und Marija Banusic (Kristianstad), beide 17 Jahre alt und wohl die größten Talente im offensiven Bereich seit vielen Jahren, stehen erstmals im Aufgebot der Welttrainerin. Damit hatte wohl kaum noch jemand vor der EM gerechnet.

Raus ist Tyresös Torfrau Carola Söberg, die monatelang im Kader war, aber nun wohl endgültig für die rückkehrende Hedvig Lindahl weichen muss. Zurück auch Routinier Stina Segerström in der Innenverteidigung.

Hier alle 23 Namen:

Tor: Kristin Hammarström, Hedvig Lindahl, Sofia Lundgren

Abwehr: Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Lina Nilsson, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Stina Segerström, Sara Thunebro

Mittelfeld & Angriff: Kosovare Asllani, Marija Banusic, Lisa Dahlkvist, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Lina Hurtig, Sofia Jakobsson, Emmelie Konradsson, Elin Magnusson, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger, Josefine Öqvist.

 

Sundhages Algarve-Kader

Rubensson

Nachdenklich – Elin Rubensson ist nicht im Algarve-Kader von Pia Sundhage

Pia Sundhage hat mehrere Monate lang mit der schwedischen Nationalmannschaft Lehrgänge durchgeführt. Einige Namen fehlten, einige neue kamen hinzu. Gespielt wurde monatelang nur gegen Jungenmannschaften. Bald geht es an die Algarve zum Traditionsturnier im portugiesischen Frühjahr und da stehen dann vier Länderspiele auf dem Programm, man spielt gegen China (06.03.), Island (08.03.) und gegen Olympiasieger USA (11.03.) sowie gegen einen noch unbekannten Gegner (je nachdem wo man in der eigenen Gruppe landet) am 13. März.

Hier ist der heute in der EURO2013-Stadt Norrköping bekannt gegebene Kader:

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Carola Söberg

Abwehr: Emma Berglund, Nilla Fischer, Malin Levenstad, Lina Nilsson, Jessica Samuelsson, Annica Svensson, Sara Thunebro

Mittelfeld und Angriff: Johanna Almgren, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Carina Holmberg, Sofia Jakobsson, Emmelie Konradsson, Susanne Moberg, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger.

Mit Folkesson, Holmberg und Schough enthält der Kader drei potentielle Debütantinnen. Etwas überraschend nicht dabei sind Malmös junge U19-Europameisterinnen Elin Rubensson und Amanda Illestedt. Meine Spekulation: Entweder will Malmö sie vor dem CL-Viertelfinale gegen Lyon extra schonen oder aber sie sind nicht mehr aktuell, weil Oldtimer wie Charlotte Rohlin und Therese Sjögran nach ihren Kreuzbandverletzungen auf dem Weg zurück sind.

Schaut man sich die Vereinsbilanz an, dann sind die 23 Spielerinnen aus insgesamt beeindruckenden zwölf Vereinen. Jeweils vier Spielerinnen kommen von Pokalsieger Kopparberg/Göteborgs FC (K Hammarström, M Hammarström, Almgren und Schough) und Meister Tyresö (Söberg, Svensson, Dahlkvist und Seger). Fünf (Jakobsson, Thunebro, Asllani, Schelin und Göransson) spielen im Ausland.

Die älteste Spielerin im Kader ist Frankfurts Abwehrspielerin Sara Thunebro (33) und die jüngste Jessica Samuelsson (21) aus Linköping. Das Team hat ein Durchschnittsalter von 26,3 Jahren beim Start des Turniers. Sechs Spielerinnen (K Hammarström, M Hammarström, Lundgren, Söberg, Svensson, Thunebro) sind über 30 Jahre alt.

Schwedische Nationalmannschaft besuchte Friends Arena

Unbenannt

Schwedische Nationalspielerinnen in der Friends Arena. Von links: Elin Rubensson, Sofia Lundgren, Emma Berglund, Sofia Jakobsson, Marie Hammarström, Kristin Hammarström, Annika Svensson, Amanda Ilestedt

Am Samstag gab es einen exklusiven Pressetermin in der Friends Arena in Solna, wo am 28.07.2013 das Finale der EURO 2013 angepfiffen wird. Es war mein erster Besuch in dem letztes Jahr fertig gestellten Stadion.

Außer uns Berichterstattern waren auch die Mädchen des Jahrgangs 2000 vom Stockholmer Vorortclub Danderyds SK eingeladen, die sich Autogramme und gemeinsame Fotos der Nationalmannschaft abholten. Lotta hier, Lotta da. Die 28-Jährige Stürmerin von Olympique Lyonnais, Lotta Schelin also, ist unter den Mädchen mit Abstand am begehrtesten. Auch Caroline Seger musste das eine oder andere Bildchen machen, erledigte das auch souverän und gern, aber Schelin war wohl diejenige, die sich mit ALLEN kleineren Besucherinnen ablichten lassen musste.

Fünf Tage vor dem Verkaufsbeginn der Tickets war das eine insgesamt gelungene Veranstaltung in einem der modernsten Stadien Europas. Nach einer knappen Stunde ging es dann auf den Rasen, die ganze Arena duftet danach, bis auf die Pressetribüne hinauf. Das Dach geschlossen und Temperaturen über 20 Grad ließen mich an die Heizrechnung denken und auch an Ökologie.

Sofia Lundgren war zwar Samstag noch dabei, aber sie humpelte merklich und ist wie berichtet erst einmal weg vom Fenster. Morgen endet das Trainingslager der Nationalelf auf der Insel Bosön und dann gehen alle erst einmal wieder in die Mannschaften zurück. Am Montag gewannen die Schwedinnen ein abermaliges Spiel gegen eine männliche Juniorenauswahl (Jahrgang 1998) mit 2:1. Kosovare Asllani und Lotta Schelin schossen die Tore.

Ich habe Lotta Schelin vors Mikrofon bekommen, das Interview mit ihr könnt ihr in einigen Tagen lesen, wenn es auch auf Schwedisch erschienen ist.