Termine und Uhrzeiten

Zwei wichtige Datensammlungen sind erschienen bzw. spezifiziert worden. Zum einen ist der Spielplan der Damallsvenskan 2013 da. Meister Tyresö FF empfängt im ersten Spiel der Saison Umeå IK und muss am elften Spieltag nach Malmö zum ersten Gipfel. Vermutlich wird der Gegner dann LdB FC Malmö heißen und noch nicht FC Rosengård.

Los geht es am 13.04. mit dem Spiel KIF Örebro – Mallbacken, sicher nicht unbedingt der Straßenfeger.Der komplette Spielplan kann hier eingesehen werden. Änderungen wird es noch geben, aber vor allem den Fernsehübertragungen auf TV4 SPORT in Schweden geschuldet. Der Sender wird auch 2013 wieder 22 Spiele live zeigen.

Vor der EM schaffen wir exakt die Hälfte der Saison. Am 04.06. ist dann erst einmal Schluss. Damit haben alle fünf Wochen Pause bis zum Beginn der EURO 2013.

Spätestens am 20.10. wissen wir dann, wer Meister wird und wer absteigt.

Auch für die EURO 2013 wurde eine wichtige Info offiziell: Die Termine der Spiele kannten wir schon, jetzt kamen die Uhrzeiten hinzu: Die Gruppenphase wird immer um 18.00 Uhr bzw. 20.30 gespielt, das Finale in der Friends Arena wird am 28.07. um 16.00 Uhr angepfiffen. Die Zeiten sind schon seit dem 06.12. veröffentlicht. Der Kartenvorverkauf beginnt am 14. Februar.

Pia Sundhage hat wieder 28 Spielerinnen zu einem Trainingslager nach Bosön eingeladen. Nicht dabei sind die Routiniers Sara Larsson und Jessica Landström. Neu dabei erstmals das 17-Jährige Supertalent Lina Hurtig.

 

 

Die Woche in Schweden

Zur Zeit ist es weiterhin relativ ruhig. In Stockholm schneit es und Fußballtraining draußen scheint im Moment Lichtjahre weit entfernt zu sein. Dennoch tut sich das eine oder andere und ich liefere es euch hier in der Wochenzusammenfassung. Sollten große Nachrichten kommen, gibt es selbstverständlich aktuelle Posts. Es sind auch diverse Interviews in Vorbereitung bzw. abgeschlossen, die ich in den nächsten Wochen hier einstreuen werde. Ich habe mich länger mit Anja Mittag, Christen Press und Vero Boquete unterhalten für einen Artikel, der jetzt gerade in der schwedischen Frauenfußballzeitschrift MARTA fotbollsmagasin erschienen ist und obwohl die Gespräche länger zurückliegen, haben viele Antworten daraus einen eher Saison-zusammenfassenden Charakter, weshalb sie sicher noch interessant sein dürften. Das kommt vielleicht schon nächste Woche.

Ein paar aktuellere Interviews wird es auch noch geben. Außerdem will ich noch für mich und für euch auf die Saison 2012 in Schweden zurückblicken und schon eine kleine Vorschau auf 2013 wagen, auf das wir uns besonders freuen, denn hier wird, wie alle wissen, die EURO stattfinden.

Eine meiner Lieblingsspielerinnen (ja, auch als schreibender und meist zumindest nach außen neutraler Mensch muss man sowas haben dürfen) hat ihren Vertrag mit Linköpings FC nun doch verlängert. Finnlands zweimalige Fußballerin des Jahres Linda Sällström bleibt und geht doch nicht, wie Gerüchte besagten nach Mölndal zu Jitex BK. Die 24-Jährige, die sicher ohne Übertreibung zu den schnellsten Spielerinnen der Welt gehört, ist nach ihrem Kreuzbandriss im Frühjahr wieder im vollen Training und mir sagte sie kurz, dass sie nach ausführlichen Überlegungen doch eine bessere sportliche Zukunft in Linköping sieht. Und Recht hat sie. Denn auch wenn Linköping zwar deutliche Schnitte in seinem außergewöhlich starken Kader gemacht hat, ich werde all die Abgänge nicht mehr hier auflisten, so sieht das Team mit Stützen wie Sofia Lundgren, Charlotte Rohlin, Nilla Fischer und nicht zuletzt dem dänischen Supertalent Pernille Harder immer noch recht stark aus und sollte in der oberen Hälfte der Tabelle locker mitspielen können.

Nicht nur „Sällis“ bleibt in Linköping, sondern auch der mitten in der Saison gekommene Trainer Martin Sjögren. Der Mann, der Malmö zu zwei Meistertiteln geführt hat, hat einen 2+1 Vertrag unterschrieben. Für alle bislang erwähnten dürfte es sicher auch eine tolle Saison in einem funkelnagelneuen Stadion werden, das nächstes Jahr bei der EURO von der Frankreich-Gruppe bespielt werden wird.

Eine, die Linköping nach nur einer, für sie missglückten, Saison verlässt ist Matilda Agné. Sie geht zurück zu ihrem früheren Verein Hammarby und sie ist nicht alleine. Ein paar Tage vorher unterschrieb auch Anna Lindblom nach einem Intermezzo bei Djurgården in der zweiten Liga bei ihrem früheren Verein, der durch diese beiden Verstärkungen offenbar Ambitionen hat, um die Spitzenplätze der neugegründeten Elitettan zu spielen. Nach einer Saison in Linköping geht ja auch Emma Lundh zurück nach Stockholm und auch wenn ihr neuer Club noch nicht feststeht, ein Wechsel zu Hammarby würde die grünweiße Traditionsmannschaft zu den Mitfavoriten um den Aufstieg machen…

Emma hat schon bei allen wichtigen Teams in Stockholm gespielt. Sie war bei AIK, Hammarby, Tyresö, Brommapojkarna und auch bei Djurgården. Der ehemalige Meister und Women’s Cup Finalist geht ungewissen Zeiten entgegen. Inzwischen hat wohl die gesamte Startformation des letzten Spiels gegen Piteå am 03.11. den Verein verlassen. Gestern wurde bekannt, dass Norwegens Aufsteiger Avaldsnes mit Abwehrspielerin Freja Hellenberg nach Gudbjörg Gunnarsdottir und Mia Jalkerud die dritte Spielerin aus Stockholm nach Westnorwegen importiert. Der Öffentlichkeit nahezu unbekannt ist die Tatsache, dass sich mit Sofia Nilsson, einer der auffälligsten Spielerinnen Djurgårdens, die achtzehnte Spielerin der Liga im vorletzten Spiel gegen Kristianstad einen Kreuzbandriss zuzog. Noch offiziell bei Djurgården, da nichts anderes verlautet ist, sind Jessica Landström und Susan Varli, aber beide dürften für viele andere Vereine interessant sein und wohl 2013 anderswo spielen.

Auf außerordentlichen Jahreshauptversammlungen haben die beiden Vereine LdB FC Malmö und FC Rosengård die Fusion beschlossen. Wie schon vorher berichtet, soll der neue Verein FC Rosengård heißen und dann eben Männer- wie Frauenfußball unter seinem Dach vereinen. Bei Rosengård war das bisher schon so, aber LdB war ein reiner Frauenfußballverein. Die Fusion ist Voraussetzung für das wirtschaftliche Überleben von LdB als Spitzenverein. Neben seinem neuen Cheftrainer Jonas Eidevall hat Anja Mittags Team nun auch einen neuen Assistenztrainer: Markus Tilly, 36 Jahre alt, kommt aus der Region vom Männerfußballverein Ängelholm.

Hauptkonkurrent und Meister Tyresö FF hat bislang keine Neuverpflichtungen bekanntegeben, aber in der Szene ist bekannt, dass Tyresö an einer offensiven Verstärkung interessiert ist und auch Gespräche geführt hat und führt. Manon Melis geht nach Malmö und Christen Press allem Anschein nach zurück in die USA, aber mit beiden hat Tyresö gesprochen. Ein heißer Name ist der der kanadischen Sportlerin des Jahres Christine Sinclair, aber auch das dürfte schwer werden, da der kanadische Fußballverband wie früher berichtet, 16 Spielerinnen seiner A-Mannschaft voll in der neuen amerikanischen Profiliga finanzieren wird. Abby Wambach dagegen dürfte ganz kalt sein, denn Wambach wird mit großer Sicherheit für Western New York Flash spielen und nächstes Jahr auch eine Familie gründen und seßhaft werden. Alles deutet auf Rochester im Staat New York hin, wo Wambach auch aufgewachsen ist.

Viel wichtiger aber die Nachricht, dass sich Tyresö FF in eine Gesellschaft verwandeln wird. Wichtigster Punkt dabei nach dem Vorsitzenden Hans Lindberg ist, dass man die Frauenmannschaft vom Breitensport im Verein juristisch trennen will. Zwei Clubs haben das schon einmal gemacht in der Damallsvenskan, nämlich Bälinge IF und Djurgården/’Älvsjö und beide Clubs sind in Konkurs gegangen. Djurgården lebte als Djurgården damfotboll weiter. Inzwischen hat Tyresö mit 15 Millionen Kronen (1,714 Millionen €) den höchsten Umsatz in der Damallsvenskan. Der große Zampano des Vereins, der scheinbar im Hintergrund agierende Hans Löfgren, hat ein einzigartiges Netzwerk aus rund 150 kleinen, mittleren und großen Firmen gebastelt, das die Frauenmannschaft unterstützt und damit den Weg von der vierten Liga zum Meistertitel geschafft. „Für uns bedeutet das auch eine Sicherheit für die restlichen Aktivitäten des Vereins, wenn das Spitzenteam des Frauenfußballs getrennt ist. Wir werden nach der nächsten Saison evaluieren, im Augenblick glaube ich aber, dass dies die beste Lösung ist,“ so Hans Lindberg. Tyresö ist eben ein großer Verein mit Dutzenden von Kinder- und Jugendmannschaften.

Eines der ewigen Talente des schwedischen Frauenfußballs wechselt zu einem Verein, dessen Name vor allem im Männerfußball große Geschichte hat. Louise „Lollo“ Fors, die vielleicht den besten Linksfuß der Damallsvenskan hat, ist nach einer enttäuschenden Saison bei Linköpings FC gegenwärtig in Australien, hat aber jetzt für den FC Liverpool Ladies unterschrieben. Fors wurde früher bei ihrem ersten Verein in der Damallsvenskan Lollodinho genannt, weil sie immer wieder brasilianisch anmutende geniale Momente hatte. Leider ist ihr Talent über die Jahre nicht richtig entwickelt worden. Die ersten Spiele mit ihr habe ich gesehen, als sie mit 15 in der Damallsvenskan debütierte. Inzwischen ist Fors 23 und noch immer könnte sie den entscheidenden Schritt tun.

Manchmal sind auch Vertragsverlängerungen wichtige Nachrichten. Zwei will ich hier hervorheben: Sofie Andersson bleibt in Vittsjö, sie war die herausragende Akteurin der letzten beiden Jahre beim Aufsteiger und ihre Bedeutung ist unstrittig. Ebenso wichtig, dass Nationalspielerin Sara Larsson in Örebro bleibt. Bei dem wirtschaftlich und sportlich in diesem Jahr gebeutelten Tabellenzehnten könnte dies ein Signal für andere Spielerinnen sein, ebenfalls zu Kugelschreiber zu greifen und zu bleiben, nachdem mit  Marie Hammarström bereits eine Schlüsselspielerin gegangen ist (nach Göteborg).

 

 

 

Pia Sundhage überrascht

Na endlich. Nachdem das erste Aufgebot für das Länderspiel gegen die Schweiz eher enntäuschend war, ist die 28 Frauen starke Truppe, die Pia Sundhage für ein Trainingslager auf Bosön in der Nähe von Stockholm nominiert hat mit einigen Überraschungen gespickt.

Dabei ist die größte Überraschung sicher Mittelfeldspielerin Carina Holmberg. Die 29-Jährige war zuletzt zwei Jahre in der zweiten Liga aktiv bei Aufsteiger Sunnanå und wird erst nächstes Jahr wieder erstklassigen Fußball spielen. Holmberg hat auch bislang sehr wenig Berührung mit dem Fußballverband SvFF, lediglich einmal war sie in der U19, aber das ist schon mehr als zehn Jahre her. Allerdings wurde Carina Holmberg diese Saison zur wertvollsten Spielerin der zweiten Liga Nord gewählt.

Eine weitere Überraschung ist U19-Europamneisterin Malin Diaz. Die 18-Jährige erinnert an den spanischen Fußball nicht nur wegen ihres Namens, sondern vor allem aufgrund ihrer technischen Spielweise. Physisch sehen viele Diaz noch als steigerungsfähig. Aber nun wird Malin Diaz ebenso eine Woche mit den arrivierten Spielerinnen unter Sundhage trainieren wie auch Göteborgs Olivia Schough. Eine dritte Überraschung – die Göteborgerin war zwar in der D23-Auswahl, aber stand sicher bei vielen nicht auf dem Schirm für die A-Mannschaft.

Linköpings junge Außenverteidigerin Jessica Samuelsson sehen viele als eine Zukunftslösung, sie hatte zwar schon ein Länderspiel unter Dennerby, ist aber jetzt nach längerer Pause wieder dabei.

Hier sind alle 28 Namen:

Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Carola Söberg

Emma Berglund, Emmelie Konradsson, Amanda Ilestedt, Sara Larsson, Malin Levenstad, Lina Nilsson, Jessica Samuelsson, Stina Segerström, Annica Svensson, Sara Thunebro

Johanna Almgren, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Nilla Fischer, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Sofia Jakobsson, Caroline Seger, Malin Diaz, Carina Holmberg, Olivia Schough

Madelaine Edlund, Jessica Landström, Susanne Moberg, Elin Rubensson

Nicht dabei Lotta Schelin, die mit Olympique Lyon eine Japan-Tournee macht.

 

Sofia Lundgren gegen die Schweiz im Tor

Sofia Lundgren – die neue Nummer 1 in Schweden?

Morgen Abend um 19 Uhr bestreitet Schweden sein erstes Länderspiel unter der neuen Trainerin Pia Sundhage. Gegen die Schweiz in Växjö wird Sofia Lundgren im Tor stehen.

„Wir sind von den Trainingseindrücken ausgegangen und da war Lundgren am besten. Das bedeutet nicht, dass Sofia Lundgren bei der EM im Tor stehen wird. Wir haben eine Konkurrenzsituation, die sehr spannend ist und das hat gerade erst angefangen. Sofia bekommt die erste Chance,“ so Pia Sundhage auf der Seite des schwedischen Fußballverbands.

Um 16.00 Uhr gab die Trainerin ihre erste Startformation bekannt. Anders als ihr Vorgänger Thomas Dennerby wird Sundhage auf 4-4-2 setzen. Dabei spielen Lina Nilsson und Sara Thunebro auf den Außenbahnen in der Abwehr. In der Mitte stehen Emma Berglund und etwas überraschend wie auch in Linköping Ex-Mittelfeldspielerin Nilla Fischer.

Im zentralen Mittelfeld setzt Sundhage auf Lisa Dahlkvist und Caroline Seger, außen spielen Kosovare Asllani und Johanna Almgren.

Die beiden Spitzen sind Lotta Schelin und Sofia Jakobsson. Schelin wird gegen die Schweiz auch erstmals die Kapitänsbinde tragen. Diese Rolle wird sie jetzt alternierend mit Caroline Seger haben. Seger hatte die Rolle der Spielführerin vor einem Jahr niedergelegt und war vom Duo Carlotte Rohlin / Nilla Fischer abgelöst worden.

Auf der Ersatzbank werden morgen Kristin Hammarström, Annica Svensson, Sara Larsson, Antonia Göransson, Susanne Moberg, Emmelie Konradsson und Elin Rubensson  Platz nehmen. Die anderen sechs aus dem 24-er-Kader müssen auf die Tribüne, darunter auch Jessica Landström.

Die beiden Teams haben vereinbart, dass jede Mannschaft sechs Mal auswechseln darf.

Pia Sundhages erstes Aufgebot – Emmelie Konradsson die Überraschung

Emmelie Konradsson die größte Überraschung in Pia Sundhages erstem Kader

Vor einer guten halben Stunde hat Pia Sundhage ihr erstes Aufgebot als schwedische Nationaltrainerin für das Länderspiel am 23.10. in Växjö gegen die Schweiz benannt. Sundhage hat nicht weniger als 24 Spielerinnen ausgewählt. Hier sind sie:

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Carola Söberg

Abwehr: Emma Berglund, Sara Larsson, Malin Levenstad, Lina Nilsson, Stina Segerström, Annica Svensson, Sara Thunebro

Mittelfeld: Johanna Almgren, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Nilla Fischer, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Sofia Jakobsson, Emmelie Konradsson, Caroline Seger

Angriff: Madelaine Edlund, Jessica Landström, Susanne Moberg, Elin Rubensson, Lotta Schelin

Carola Söberg aus Tyresö ist erstmals seit langer Zeit wieder in einem Aufgebot. Da Hedvig Lindahl durch ihren Kreuzbandriss lange ausfällt, wird interessant sein, zu sehen, welche der drei allesamt 30-Jährigen Keeperinnen sich durchsetzen wird.

Elin Rubensson aus Malmö ist die wohl am meisten erwartete neue Spielerin im Aufgebot.

Die größte Überraschung für mich indes ist die Nominierung der soliden Emmelie Konradsson aus Umeå. Mit der 23-Jährigen hatte sicher kaum jemand gerechnet.

 

Sundhage oder Dennerby?

In Schweden gibt es die Debatte schon ein ganzes Jahr und eine überwältigende Mehrheit der am Frauenfussball interessierten will, dass Pia Sundhage die schwedische Nationalmannschaft vor der EURO 2013 übernimmt. Und dass Thomas Dennerby aufhört.

Vergangenes Jahr, als die US Soccer Federation ihren Vertrag mit Sundhage um vier weitere Jahre verlängern wollte, lehnte die Schwedin ab. Nach so vielen Jahren im Ausland (China und USA) wolle sie nun wirklich endlich wieder in ihrer Heimat leben und arbeiten.

Der Vertrag der charismatischen Trainerin läuft im November aus, der Vertrag von Thomas Dennerby mit dem schwedischen Fussballverband geht bis Ende Dezember.

Karl-Erik Nilsson, der Vorsitzende des schwedischen Fussballverbands, hat unter der Woche in einem Interview mit der Zeitung Aftonbladet die Tür für Sundhage geöffnet und die für Dennerby scheint sich nach sieben Jahren zu schliessen.

Sieben Jahre hat Dennerby die schwedische Mannschaft betreut, sein grösster Erfolg die Bronzemedaille bei der WM 2011 in Deutschland. Doch die Spielerinnen gehen allmählich etwas auf Distanz. Lotta Schelin wirkte schon nach dem Kanada-Soiel in der Vorrunde (2:2) frustriert und klagte darüber, dass sie vorne ganz allein sei. Deutlicher wurde sie nach dem Ausscheiden gegen ihre französischen Vereinskameradinnen. 4-2-3-1 sei zu unflexibel gespielt worden, wenn der Gegner Druck mache, dann bekäme sie einfach keine Bälle mehr. Das war vorsichtige Kritik Richtung Trainerteam Dennerby / Ann-Helen Grahm, die stur an einem System festhielten.

Viel deutlicher wurde Caroline Seger am Tag nach dem Aus im Viertelfinale. Es sei Zeit für einen Trainerwechsel nach sieben Jahren. Dennerby habe das getan, was zu tun gewesen sei, aber nun seien auch mal neue Ideen gefragt.

Dabei müsste ein neuer Trainer gerade Spielerinnen wie Seger entweder neu motivieren oder auch einfach mal auf die Bank setzen. Die ehemalige Mannschaftskapitänin hat immer wieder mal zehn erstklassige Minuten, verschwindet dann aber in der Regel für eine gute Stunde in die Anonymität. Überhaupt wäre mehr Konkurrenzdruck gefragt. Logisch, dass Hedvig Lindahl ihren Platz als unumstrittene Nummer 1 im Tor räumen muss unter einem neuen Trainer. Trotz eklatanter Fehler in nahezu jedem Turnier bekam Lindahl immer wieder die Rolle der Nummer 1. Vermutlich wagte Dennerby nicht, der nicht unproblematischen Keeperin (bei Linköping und Göteborg wollte man sie jeweils nicht mehr haben) zu sagen, dass sie mindestens auf die Bank gehört.

Im Mittelfeld sind Spielerinnen wie Seger, Lisa Dahlkvist, Marie Hammarström und Nilla Fischer gesetzt gewesen und verkörpern eher den robusten schwedischen Spielstil. Was in Schweden unter Dennerby überhaupt nicht funktioniert, ist die schnelle Transition von den Jugendnationalmannschaften in die A-Mannschaft. Als sich Charlotte Rohlin und Sara Larsson aufgrund von Verletzungen von Olympia verabschieden mussten, rückten mit Emma Berglund und Linda Sembrant zwar gute Reservistinnen nach, aber Dennerby fehlte immer der Mut, wenigstens in den zahlreichen Vorbereitungsspielen einmal junge Nachwuchsspielerinnen zu nominieren, um auf die Arrivierten mehr Druck zu machen: Jennie Nordin, Amanda Ilestedt, Jessica Samuelsson in der Abwehr, Elin Rubensson und Malin Diazsollten in etwas weniger als einem Jahr unter vermutlich Pia Sundhage wenigstens im Gespräch sein.

Schon nach der EM 2009 soll gegen Dennerby aus Spielerinnenkreisen gemeutert worden sein. Man war bei der EM in Finnland gegen Norwegen klar ausgeschieden und der Spielerrat schrieb einen Brief an die stellvertretende Vorsitzende des Fusballverbands Susanne Erlandsson. Und bekam keine Antwort. Und schrieb noch einen Brief. Während der WM 2011, so behauptet ein Insider, hätte ein Kern der Mannschaft sich selber vor den Spielen zusammengesetzt und taktische Details ohne den Trainer besprochen und festgelegt. Harter Tobak, wenn das stimmen sollte.

Aber die voraussichtliche Nachfolgerin Pia Sundhage ist bei allem Respekt, den man vor ihr hat, auch keine Wunderheilerin. Mit der chinesischen Mannschaft ist sie an der Seite von Marika Domanski-Lyfors 2007 bei der WM gescheitert. Das lag wesentlich auch an dem Aufeinanderprallen der Kulturen der schwedischen demokratischen Mannschaftsführung und den anderen Vorstellungen des chinesischen Fussballverbands.

Als man Sundhage dann in die USA holte, wo sie mit den Boston Breakers den Meistertitel gewann, erhielt sie zu Recht den Traumjob im Frauenfussball. Und bedankte sich mit einer Silbermedaille bei der WM 2011 sowie zwei olympischen Goldmedaillen. Aber – bei der US Soccer Federation handelt es sich auch um eine Organisation, die den Frauenfussball ganz hoch ansiedelt und die eine hervorragende Struktur mit allen notwendigen Ressourcen anbietet. Darüber hinaus ist Frauenfussball in den USA vergleichsweise hoch angesehen und es gibt ein schier unerschöpfliches Reservoir an hervorragenden Spielerinnen und Talenten.

In Schweden ist das alles eine Nummer kleiner, der Verband ist in Wirklichkeit auch nicht so sehr am Frauenfussball interessiert, er generiert ja auch (fast) kein Geld.

Gestern Abend stand Pia Sundhage nach dem Spiel und der Siegerehrung alleine auf dem Rasen des Wembley-Stadions als ihre Spielerinnen Hope Solo, Alex Morgan, Carli Lloyd, Megan Rapinoe und Abby Wambach ausgelassen feierten und sich von Zuschauern fotografieren liessen.

Was ihr in diesem stillen Moment durch den Kopf gegangen sei, wollten Journalisten später von ihr wissen: „Ich habe mir selber klar gemacht, dass wir im Wembley-Stadion sind. Dass wir das Finale gespielt haben und die Spielerinnen ihr Gold gewonnen haben. Es ist schwer, das auf Englisch, selbst auf Schwedisch zu erklären. Ich hab auch gedacht, dass wir ein Teil einer richtig grossen Sache im Frauenfussball waren. Und dass wir nur der Anfang von etwas ganz Fantastischem sind.“

 

Halbzeit (10): KIF Örebro

KIF Örebro sah in den meisten Spielen nicht so gut aus

Kein Zweifel, dass die Enttäuschung der Saison bislang KIF Örebro heißt. Pokalsieger 2010. Immer dabei in den letzten drei Jahren unter den ersten Fünf, auch wenn es nach oben nie richtig gereicht hat. Ein sehr unangenehm zu spielendes Team, das seine Stärken vor allem in der Defensive hatte.

Hatte.

Die Verwandlung zu dieser Saison ist erstaunlich, sie ist nicht erklärbar. Denn personell hat sich so viel nicht geändert, bei der Mannschaft, die nicht nur laut Ex-Hammarbytrainer En Perlskog einen fürchterlich langweiligen aber erfolgreichen Fußball spielte.

Sara Larsson, die Innenverteidigerin der Nationalmannschaft, wenn man so will Nachfolgerin der Finnin Sanna Valkonen fehlte monatelang wegen einer Operation an der Ferse und kam erst kurz vor der Sommerpause zurück.

Aber auch das ist keine Erklärung, denn mit Partnerin Marina Pettersson Engström und der kleinen, energiegeladenen Finnin Susanne Lehtinen hat Örebro den Kern seiner starken Defensive behalten und dass die neue Torfrau Stephanie Labbé nicht taugen würde, das ist eine Fehleinschätzung. Labbé gehört zu meinen Favoritinnen zwischen den Pfosten, ist sehr gewandt auf der Linie und auch charakterlich eine waschechte Nordamerikanerin, die sich in ein Team einordnet und zum allgemeinen Siegenwollen allerhand beiträgt.

Im ersten Spiel bei Tyresö FF, der Premiere von Marta nach drei Jahren Exil in den USA, gab es mit 0:7 eine fürchterliche Packung. Steckte dieses Spiel der Mannschaft so lange in den Knochen? Und ist der neue Trainer Rickard Nilsson wirklich der Aufgabe gewachsen?

Sarah Michael kam mit einigen Pfund Übergewicht zurück aus Nigeria im Frühjahr, darüber wurde in der Liga unter den Spielerinnen gemunkelt, aber inzwischen ist die physisch enorm durchsetzungsstarke Afrikanerin mit drei Toren und vier Assists erfolgreichste Scorerin. Noch nicht so richtig in Gang gekommen sind die sonst so treffsichere Sanna Talonen, die allerdings an mehreren Verletzungen laborierte und die aus Sunnanå gekommene Torschützenkönigin der zweiten Liga 2011 Linda Fransson.

Vom Spielermaterial her gesehen ist Örebro jedenfalls kein Abstiegskandidat und zuletzt lief es etwas besser, zwei knappe 3:4 Niederlagen daheim gegen Vittsjö und Malmö, wo man eigentlich hätte punkten müssen. Ich bin mir sicher, dass Örebro nicht absteigen wird, was den beiden Teams, über die wir hier noch reden müssen, die zweite Hälfte der Saison nicht gerade einfacher macht.

Kader gegen Schottland

Thomas Dennerby gab heute seinen Kader für das Länderspiel gegen Schottland am 26.05. bekannt. Nach der Kreuzbandverletzung von Charlotte Rohlin und der länger andauernden Reha von Sara Larsson stehen nun Malmös Malin Levenstad und Umeås Emma Berglund im Aufgebot. Aber spielen dürften Stina Segerström und Linda Sembrant. Stina hat noch eine nicht ausgeheilte Schulterverletzung und noch Schmerzen, aber sie wird wohl die Zähne zusammenbeissen.

Im Mittelfeld ist Kosovare Asllani nach ihren guten Leistungen jetzt dabei, aber nicht die hervorragend in die Saison gestartete Sofie Andersson, was auch so zu erwarten war, denn Thomas Dennerby geht so kurz vor dem Turnier keine Risiken mehr ein. Das kann man bei den notwendigen Ummöblierungen in der Abwehr aber auch verstehen.

NACHTRAG

Hier der 20-köpfige Kader für das Länderspiel gegen Schottland:

Sofia Lundgren (Linköping), Hedvig Lindahl (Kristianstad)
Annica Svensson (Tyresö), Linda Sembrant (Tyresö), Stina Segerström (Göteborg), Malin Levenstad (Malmö), Emma Berglund (Umeå), Sara Thunebro (Frankfurt), Lina Nilsson (Malmö)
Kosvare Asllani (Kristianstad), Lisa Dahlkvist (Tyresö), Madelaine Edlund (Tyresö), Nilla Fischer (Linköping), Antonia Göransson (Potsdam), Marie Hammarström (Örebro), Sofia Jakobsson (Rossiyanka), Susanne Moberg (Kristianstad), Caroline Seger (Tyresö), Lotta Schelin (Lyon), Therese Sjögran (Malmö).

Lillie Persson trainiert die schwedische D23, die am selben Wochenende in Deutschlöand spielen wird, wenn die A-Mannschaft auf Schottland trifft. Sie nominierte U19-Torhüterin Jessica Höglander und AIK:s Susanne Nilsson.

Hinzu kommen u.a. Jessica Samuelsson aus Linköping, die viele als größtes Talent auf der Außenverteidigung sehen, Louise Fors wurde wieder aus der A-Mannschaft in die Jugend gesteckt, Emma Lundh und Emmelie Konradsson aus demselben 89er Jahrgang.

Zweite Klatsche für KIF Örebro

KIF Örebro war immer ein Garant für relativ spektakulärarmen, defensiv ausgerichteten Fußball. Stabilität hinten, vorn gefährlich mit Sanna Talonen und Sarah Michael. Zwei fünfte Plätze in Folge, im letzten Jahr sogar streckenweise mit einer Chance, im Titelrennen mitzuspielen. Man tat das dann indirekt, besiegte Tyresö zu Hause mit 1:0 durch ein Tor von Talonen in der Nachspielzeit und stieß damit Tyresö von der Tabellenspitze, einen Spieltag vor Saisonende.

Auch vor dieser Saison sprach alles dafür, dass Örebro sich im oberen Mittelfeld festsetzen würde. Momentan, nach vier Spieltagen sieht es aber nicht so aus. 15 Gegentore in vier Spielen. Am ersten Spieltag an die Wand gespielt von Marta & Co. in Tyresö. Da hatte es 0:7 geheißen und man nahm das als Ausrutscher und sich viel vor, als der erfste Gast Umeå IK in die Behrns Arena kam. Nach einer ersten torlosen Halbzeit, in der KIF eigentlich das Heft in der Hand gehabt hatte, glitt das Spiel aus der Hand und Umeå gewann mit 2:0. Immerhin gab es im Gefolge dann den ersten Sieg und mit dem 2:0 bei Aufsteiger und Abstiegskandidat AIK sollte alles anders werden.

Heute jedoch ging man daheim gegen auf Wiedergutmachung nach dem sensationellen 1:2 gegen Vittsjö aufspielende Göteborgerinnen (wieder ohne Trainer Torbjörn Nilsson, der angeblich immer noch nach einem Hundebiss im Krankenhaus liegt) mit sage und schreibe 0:6 daheim ein.

Drei Spielerinnen fehlen bei Örebro: Nationalspielerin Sara Larsson in der Innenverteidigung und Olina Vidarsdottir im linken Mittelfeld, dazu Kim Arodin, die nach ihrer Hochzeit im Herbst wieder zurück in die Heimatstadt Eskilstuna und die zweite Liga wechselte. Larsson sollte in ein paar Wochen wieder dabei sein, Vidarsdottir ist schwanger und wenigstens diese Saison nicht dabei.

Zwei Bälle schoss Örebro während der 90 Minuten auf das Tor von Kristin Hammarström. Zehnmal zischte die Lederkugel auf das Gehäuse von Stephanie Labbé, sechs Mal ging sie rein. Christen Press, die in der letzten Woche zweimal über den Atlantik geflogen war und ein paar Tage im Traingscamp der US-Nationalmannschaft verbrachte, zeigte jedenfalls nicht auf dem Feld, dass der Jetlag sie behinderte. Mit ihren Saisontreffern vier und fünf setzte sie sich an die Spitze der Torjägerinnenliste. Zweimal traf auch Lisa Ek, die viele noch gerne in der schwedischen Nationalmannschaft sehen würden, je einmal waren Anita Asante und Sara Lindén erfolgreich.

Krise in Örebro und in Göteborg ist man nach dem Ausrutscher wieder obenauf.

Sara Larsson operiert – drei Monate Pause

Sara Larsson

KIF Örebros schwedische Nationalspielerin Sara Larsson ist an der Ferse operiert worden und muss ca. drei Monate pausieren, wird damit also den Anfang der Saison im April verpassen. „Natürlich ist das unheimlich schade. Wenn alles gut verläuft, können wir Anfang Mai wieder mit Sara rechnen,“ sagte Örebros neuer Trainer Richard Nilsson der Lokalzeitung Nerikes Allehanda. Dem Bericht der Zeitung zufolge zeigt sich Nationaltrainer Thomas Dennerby optmistisch: „Hysén hat nach der letzten Saison eine ähnliche OP gehabt und war schon im Januar bei der Wintertournee der Männer wieder dabei, es gibt also Hoffnung. Aber das setzt natürlich voraus, dass es auf dem Weg der Genesung keine Rückschläge gibt,“ so Dennerby zur schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Sara Larsson hat in den nächsten Tagen zu Hause immerhin Gesellschaft. Wie der Verein auf seiner Homepage schrieb, wird die heute aus Kanada eingetroffene Torhüterin Stephanie Labbé ein paar Tage bei Larsson wohnen, bis die Kanadierin ihre Wohnung beziehen kann.

Halbzeit

Die Hälfte der Saison ist vorbei  Schweden. Mit der 1:4-Heimniederlage von Linköping gegen Tyresö haben nun alle Teams jeweils elf Begegnungen absolviert. Am Samstag geht es schon weiter in einer Liga, die Aufwind verspürt nach dem dritten Platz der Nationalmannschaft bei der WM und in der eine ganze Reihe von Vereinen das am Montag geöffnete Transferfenster ausnützt, um sich vor der Rückrunde, die mit den Spielen gegen die Gegner des 11. Spieltags am Samstag beginnt,

Die Kurzanalyse für alle Vereine:

Sara Björk Gunnarsdottir

Ldb FC Malmö: Trotz der Abgänge von Therese Sjögran (kommt nach der WPS-Saison zurück), Kathryn Gill und Pavlina Scasna weiterhin Spitze. Mit Manon Melis hat man eine der weltbesten Stürmerinnen. Malmö hat nicht nur Geld, sondern macht auch was damit. Exzellentes Scouting: Alle nationalen und internationalen Talente sind gut ausgewählt. Sara Björk Gunnarsdottir und Annika Kukkonen etwa. Jetzt kommt mit der Dänin Katrine Veje ein weiteres Grosstalent und nach dem Ende der WPS wohl auch Caroline Seger.

 

 

Umeå IK: Trainer Blomqvist sprach beim Auftaktmeeting davon, dass Umeå Top 3 sein will. Nach der Hälfte der Saison sind sie zweiter und haben Tuchfühlung nach ganz oben. Mit Ramona Bachmann und Sofia Jakobsson ist der Angriff vielleicht noch einen Tick besser besetzt als bei Malmö. Aber der Gesamtkader spricht für den Meister. Mit Umeå jedoch ist wieder zu rechnen. Tendenz klar positiv. Negativ: Ausmusterung von Anna Paulson, das war taktlos und unnötig.

Sarah Michael (Foto: Mikael Sundberg/Skillnad AB)

KIF Örebro: Der neue Trainer Mikael Fahlén hatte versprochen, dass man endlich mal versuchen wolle, attraktiven Fussball zu spielen. Das hat nicht unbedingt geklappt, am Anfang sah es unverändert aus. Örebro hat seit einigen Jahren eine stabile Truppe, Sara Larsson und Sarah Michael sind hervorragende Neuzugänge. KIF wird ein sehr unangenehmer Gegner bleiben.

Tyresö FF: Ursprünglich mein Meisterschaftsfavorit. Mit einer imponiernden Startformation. Aber man kann Erfolg nicht kaufen und man muss Teams erst einmal einspielen. Hatte ein gefährliches Zwischentief, das wahrscheinlich den Titel gekostet hat. Kann aber nun nach drei Siegen in Folge und 10:1 Toren Richtung Platz 3 marschieren, ohne 100% überzeugt zu haben.Sportchef Hans Löfgren droht abzuheben und wird sicher alles tun, das Team nächste Saison noch einmal deutlich zu verstärken.

Kopparbergs/Göteborg: Viele glaubten, dass Torbjörn Nilssons Team Malmö ernsthaft Konkurrenz machen könnte. Aber ein Fehlstart und zuletzt die Niederlage gegen Örebro haben das verhindert. Auch Göteborg ist weit von den Champions League Plätzen weg, darf aber im Herbst erstmals in der Königsklasse spielen. Verstärkt mit der Norwegerin Ingvild Stensland, die nach Ausflug nach Lyon wieder in ihre zweite Heimat zurückkehrt. Ob sie wieder fit ist, wird sich zeigen.

Kristianstads DFF: Wieder gut gestartet, wieder mit einem Tief ab dem Sommer, aber die Verpflichtung der Schweizerin Sandra Betschart und vor allem der Klassedänin Johanna Rasmussen sollten spielerisch wieder Auftrieb geben für die isländische Filiale in Skåne. Torhüterin Hedvig Lindahl heiratet Ende August und sucht noch Spielideen sowie eine Band, die auf der Hochzeit spielt. Die beiden Fehlgriffe gegen Japan zu kritisieren, findet sie oberflächlich.

Djurgården: Fünf Siege und nichts mit dem Abstieg zu tun. Mit Emma Lundh und Mia Jalkerud ein Sturmduo, das Torinstinkt hat und auch trifft, insgesamt elf Mal bisher. Das ist gut für ein im Prinzip zusammengewürfeltes Team, das von der Vereinsführung nicht strategisch ausgesucht wurde. Dora Maria Larusdottir zieht im Mittelfeld inzwischen die Fäden und Gudbjörg Gunnarsdottir kocht für alle, ist DJ und inzwischen auch Führungsfigur. Mal sehen, ob das Geld reicht. Sicherer Mittelfeldplatz.

Linköpings FC: Achter Platz. Katastrophe. Linköping spielte selbst im  Meisterjahr langweiligen Fussball, aber immerhin erfolgreich. Mit Trainer Pettersson verschwand jedoch der Erfolg. Das Team steht am Scheideweg, denn ie professionelle Organisation und die Investitionen verlangen nach Siegen. Wird weiterdümpeln, aber wenn sich hier nichts ändert, sollte sich die eine oder andere Spielerin mit dem Gedanken tragen, wegzugehen.

Jitex BK: Das die zweite Saison für einen Aufsteiger oft schwieriger ist als die erste, bewahrheitet sich nicht unerwartet bei Jitex. Letzte Saison konnten sie noch viele überraschen mit ihrem geradlinigen, schnörkellosen, kampfbetonten Spiel, in dem die begrenzten spielerischen Möglichkeiten optimal ausgenutzt wurden, dieses Jahr ist das anders. Jitex bleibt aber in der Liga und im Clubhaus sollten sie schon mal nachdenken, was für nächste Saison zu tun ist. Riesentalent: Fridolina Rolfö.

Stephanie Labbé

Piteå IF: Dürfte eigentlich mit seinem Kader nicht da stehen, vier Punkte vor dem Abgrund. Aber die Verletzungen von Keeperin Stephanie Labbé und Faith Ikidi haben das Team verunsichert. Am Sonntag beim Rückspiel bei Djurgården sind mit Melissa Tancredi und Carmelina Moscato zwei weitere kanadische Nationalspielerinnen dabei. Das müsste für den Klassenerhalt reichen.

 

 

 

Mami Yamaguchi

Hammarby DFF: In der schwedischen Frauenfussballszene gelten sie als die Unabsteigbaren. Der von Tyresö gekommene Trainer Tino Katsoulakis wollte ein spielendes Team machen aus den Grünweissen und hat nun doch erkennen müssen, dass alleine der Kampf Punkte bringen kann. Nach vorne noch harmloser als im Vorjahr. Zwei Tore in elf Spielen. Selbst bei Aufsteiger Dalsjöfors konnte man nicht gewinnen. Jetzt wird schnell schnell auf dem Transfermarkt zugeschlagen, aber eher unprofessionell. Das geht nicht gut. Hammarby ist 2012 in der Norrettan trotz einer internationalen Klassetorhüterin wie der Finnin Minna Meriluoto.Sensationsverpflichtung Mami Yamaguchi hätte es bei einem anderen Club vielleicht in die Weltmeistersmannschaft geschafft.

Dalsjöfors GoIF: Nach 2:44 Toren und mit nur einem Punkt aus elf Spielen hoffnungslos am Ende. Das wird nichts mehr, auch wenn wohl schon am Samstag gegen Tyresö Kanadas Erin McLeod im Tor steht und Emily Zurrer neben Alex Singer in der Abwehr. Riesentalent: Mimmi Löfwenius. Aber Dalsjöfors sollte schon mal heimlich für die Söderettan planen.

 

 

 

 

Örebro schiesst Göteborg ab

Vor einem Jahr hatte Göteborgs Torhüterin Kristin Hammarström noch die andere Kabine benutzt in der Behrns Arena. Dann verliess sie den Verein, wurde in Göteborg Nachfolgerin der geschassten Hedvig Lindahl, um sich weiterzuentwickeln und um Champions League spielen zu können. Im Herbst wird Kristin das auch tun können.

Von der Champion League im nächsten Jahr aber kann sie nur noch träumen. Im Spiel zweier Verfolger setzte sich KIF Örebro mit Kristins Zwillingsschwester Marie (die bei der WM das Bronzetor schoss) gegen Kopparbergs/Göteborg mit 3:1 durch. Zweimal die Nigerianerin Sarah Michael und Kim Arodin (früher Ekbohm, frisch verheiratet: Glückwunsch!) erzielten die Tore für die Gastgeberinnen, Jane Törqvist gelang der zwischenzeitliche Anschlusstreffer.

In zehn Spielen hatte Göteborg bislang lediglich drei Gegentreffer kassiert, im elften wurden es genauso viele.

„Kein schlechter Gegner, den wir heute hatten,“ sagte Göteborgs Coach Torbjörn Nilsson. „Die haben Sara Larsson in der Abwehr, die immer richtig steht und sie haben wirklich ihre Konterchancen ausgenutzt.“

Örebro ist jetzt Tabellendritter vor den wesentlich höher eingeschätzten Göteborgerinnen und noch weiter hinten liegen Linköping und Tyresö.

Schwedinnen in der Einzelkritik

Sechs Spiele sind absolviert und die schwedische Mannschaft hat viel mehr erreicht, als die meisten noch vor einem Monat geglaubt haben.

Hier die Einzelkritik aller eingesetzten Spielerinnen:

1 Hedvig Lindahl: Spielte in fünf von sechs Begegnungen fast fehlerfrei. In der wichtigsten Begegnung gegen Japan war sie ein Unsicherheitsfaktor und zwei der drei Tore gingen auf ihre Kappe. Irrte noch ein paar Mal orientierungslos im Strafraum umher.Note: 4.

2 Charlotte Rohlin: Eine der besten Innenverteidigerinnen dieses Turniers. Hat sich endgültig in die absolute Weltspitze gespielt. Sicheres Stellungsspiel, immer wieder gute Pässe nach vorn. Note: 1

3 Linda Sembrant: Kam zu ein paar Minuten gegen Frankreich. Nicht bewertbar.

4 Annica Svensson: Die 28-Jährige kam erst vor einem Jahr ins Team. War vor der WM oft in Frage gestellt. Kämpferisch grossartiger Einsatz, vor allem in der Defensive. Hatte es schwer gegen schnelle, technische Gegnerinnen. Nach vorne muss sie noch besser werden. Note: 3

5 Caroline Seger: Für die Kapitänin war es eigentlich eine nicht zufriedenstellende WM. Spielte nur dreimal, einmal gesperrt und zweimal verletzt. Auch als sie auf dem Platz stand, war sie nicht so dominant im Mittelfeld wie früher. Note: 3

6 Sara Thunebro: Die Frankfurterin zeigte ebenfalls eine durchwachsene WM. Teils hervorragend wie gegen Kolumbien und Nordkorea, teils überfordert wie gegen Japan und manchmal auch gegen Frankreich.  Note: 3

7 Sara Larsson: Rohlins Partnerin in der Innenverteidigung. Sehr solide, nicht ganz so auffällig wie Charlotte. Aber sehr sicher und gegen Frankreich mit einem Traumpass, der zu Schelins 1-0 führte. Note: 2

8 Lotta Schelin: Endlich auch im Nationaldress und in einem Turnier den Sprung in die Weltspitze geschafft. Eine grandiose Leistung von Lotta, die auch Spielerin des Turniers werden kann. Ihre Leistung ist die Basis für die Bronzemedaille. Note: 1

9 Jessica Landström: Sie schoss das erste Tor gegen Kolumbien, versiebte dann reihenweise Chancen und verlor den Stammplatz an Öqvist. Zu physisch, zu wenig technisch. Note: 4

10 Sofia Jakobsson: Bekam weniger Spielzeit, als man erwartet hätte, weil Dennerby der Startformation vertraute. Gut gegen Kolumbien, gegen Japan fiel sie nicht auf. Zukunftstalent. Note: 3

11 Antonia Göransson: Wurde zweimal eingewechselt, fiel nicht auf. Siehe Jakobsson. Note: 3

12 Kristin Hammarström: hat nicht gespielt

13 Lina Nilsson: Spielte eine Minute gegen Australien. Keine Bewertung möglich.

14 Josefine Öqvist: Ein gutes Turnier der 28-Jährigen, das mit der roten Karte wegen des Nachtretens an Bompastor endete. Jossan ist schnell, sehr schnell und verlässt sich auf ihre Intuition. Der Trikottausch mit einem deutschen Fan in Augsburg geht um die Welt. Note: 2

15 Therese Sjögran: Sie kann besser. Aber Dennerby setzt sie auch zu selten auf der zentralen Position im Mittelfeld ein. Nach wie vor eine sehr wichtige Mannschaftsspielerin. Toll, wie sie Dahlqvist den Ball auflegte gegen Australien. Note: 3

16 Linda Forsberg: Die grösste Allrounderin im schwedischen Team. Dennerby setzte sie aber nur im Mittelfeld ein. Beste Aktion: Flanke in den Strafraum gegen Australien, s.o. Ansonsten wenig. Note: 4

17 Lisa Dahlkvist: Ihre WM begann grossartig in den Gruppenspielen und bis ins Viertelfinale. Erkämpfte sich einen Stammplatz, schoss kaltblütig gegen eine tricksende Hope Solo den Elfer. Gegen Japan und Frankreich sah man nicht mehr so viel. Note: 2

18 Nilla Fischer: Die Abräumerin im Mittelfeld hatte wie Seger Pech. Verletzt, gesperrt und heute wieder verletzt gegen Frankreich. Note: 3

19 Madelaine Edlund: Spielte neun Minuten gegen Kolumbien und sieben gegen Australien. Zu wenig für eine Bewertung.

20 Marie Hammarström: Erfuhr eine Minute vor dem Japan-Spiel, dass sie Caroline Seger ersetzen muss. Kam in der 62. Minute gegen Frankreich und hämmerte 20 Minuten später den Ball in den Winkel. Tor des Turniers? Bronze. Das reicht für Note 2.

21 Sofia Lundgren kam nicht zum Einsatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wir haben derzeit ein bisschen mehr Spitzenkompetenz aus Deutschland“

Vier Siege machen selbstbewusst. Thomas Dennerby, vor dem Turnier noch in Frage gestellt, ist nun auf dem besten Weg mit seiner Mannschaft Fußballgeschichte zu schreiben. Einen Platz unter den besten vier Teams der Welt hat man ebenso sicher wie die Qualifikation für die Sommerolympiade im nächsten Jahr in London.

Dennerby hat Respekt vor dem Gegner: „Wenn man Fußball und gutes Pässe mag, und daas tue ich, dann ist man der Ansicht, dass es Spaß macht den Japanerinnen zuzusehen. Aber am Mittwoch wird das nicht helfen. Ich hoffe, dass unser Gewicht die Entscheidung bringt,“ sagt Dennerby.

„Wir wissen ziemlich genau, was uns erwarten wird. Die Japanerinnen werden vermutlich mehr Ballbesitz haben als wir. Wir dürfen uns da nicht aufregen oder Stress machen deswegen, sondern wir müssen klug und geduldig warten. Wenn sie dann einen nur halbguten Pass spielen oder etwas übermütig werden, dann schlagen wir zu. Wir haben ein paar hochklassige Spielerinnen und im Augenblick sogar etwas mehr Spitzenkompetenz als Deutschland wage ich zu behaupten,“ so Thomas Dennerby.

Und nennt Lisa Dahlkvist, Lotta Schelin, aber auch die Innenverteidigung mit Charlotte Rohlin und Sara Larsson.

„Es ist eine wahre Freude, unsere Innenverteidigerinnen zu sehen,“ schwärmt der 51-Jährige.

Die Aufstellung

In 27 Minuten spielt Schweden gegen Kolumbien. Thomas Dennerby vertraut folgenden elf Spielerinnen:

1 Hedvig Lindahl
4 Annica Svensson, 2 Charlotte Rohlin, 7 Sara Larsson, 6 Sara Thunebro
5 Caroline Seger, 15 Therese Sjögran, 16 Linda Forsberg, 17 Lisa Dahlkvist
8 Lotta Schelin, 9 Jessica Landström

Sehr physisch betonte Aufstellung. Die Kolumbianerinnen sollen niedergekämpft werden. Fehlen tut noch Mittelfeldabräumerin Nilla Fischer (ebenfalls groß und stark, aber leichte Achillessehnenbeschwerden kurz vor der Deutschland-Reise). Joker in der Offensive wären die jungen Antonia Göransson und Sofia Jakobsson.