Alles Gute, Bernd Schröder!

Bernd Schröder im November 2011

Bernd Schröder wird 70 am heutigen Sonntag. Frauenfußball in Deutschland wird von anderen Seiten und Blogs hervorragend abgedeckt, aber zum Geburtstag des großen Mannes aus Potsdam machen wir mal eine Ausnahme.

42 Jahre schon trainiert und betreut er Turbine Potsdam. Manchmal kauzig und unbequem, aber immer ehrlich und dem Frauenfußball zugetan wie kaum ein anderer. Wenn die Geschichte stimmt, dann übernahm er damals eher widerwillig das Training der Frauenmannschaft seines Betriebs.

Inzwischen hat er Generationen von deutschen Spitzenspielerinnen hervorgebracht, alles gewonnen, was man im Fußball gewinnen kann und sich mit nahezu jedem angelegt, der seiner Meinung nach nicht ehrlich oder nur mit halbem Herzen bei der Sache war.

Zitiert wird er heute mit: „Was kann ich dafür, dass ich vor 70 Jahren an diesem Tag geboren wurde. Ich mag solche Empfänge nicht, solcher Art Personenkult ist nicht mein Ding. Ich habe das alles abgesagt“, und das ist sehr typisch für den Mann, der keine Standards trainieren soll und für den Manndeckung immer noch besser ist als Raumdeckung. Der Erfolg hat ihm immer recht gegeben.

Bei meiner einzigen Begegnung mit ihm erzählte Bernd Schröder das, was er vielen anderen im letzten Jahr auch gesagt hat. Dass die Menschheit immer nur dann vorangekommen sei, wenn es Querdenker gegeben hat, die auch mal Kritik äußerten und sich nicht darum scherten, bei manchen unbeliebt zu werden. Am häufigsten gilt diese Kritik dem 1.FFC Frankfurt, der zwölf Spielerinnen aus Potsdam geholt hat und trotzdem nicht mehr (seit 2008) deutscher Meister geworden ist. Aber auch Silvia Neid und Steffi Jones bekamen ihr Fett weg. Die Demontage der Birgit Prinz während der WM 2011 durch die Trainerin kreidete Schröder ihr an, man setze nicht seine Kapitänin mitten in einem Turnier auf die Bank, das bringe das ganze Gefüge durcheinander. Und Recht hatte er. Der Kauz aus Potsdam, dem Feiern zuwider ist. Ende August will er mit der Mannschaft ein Gläschen trinken, hat er verlauten lassen, dann kommt auch sein Freund Theo Zwanziger und Brandenburgs Ministerpräsident Mathias Platzeck. Vielleicht macht er es dann wieder wie letztes Jahr, als er den Spielerinnen hartes Training androhte: Statt kilometerlangem Laufen, das er den Spielerinnen angedroht hatte, hatte Schröder Frühstück für sein Team gedeckt und schickte die Mädels anschließend nach Hause.