„Frauenfußball ist kein Kassenschlager“ – ffschweden im Gespräch mit Anders Mäki

LFCIn dieser Woche hat er bekanntgegeben, dass er sich aus der Doppelbelastung Männereishockeyboss und Frauenfußballboss zurückzieht. Seine Nachfolgerin Maria Lindström wird sukzessive seine Arbeitsaufgaben beim schwedischen Erstligisten Linköpings FC übernehmen. Aber der 49-Jährige Anders Mäki behält seinen Posten als Clubchef beim Männereishockey-Erstligisten Linköpings HC. Die Zusammenarbeit zwischen Eishockey (Männer) und Fußball (Frauen) wird aber weitergehen.

Sichtbarstes Zeichen nach außen ist der Bus, mit dem die Frauen von April bis Oktober in Schweden zu Auswärtsspielen unterwegs sind und auf dem die Logos beider Vereine zu finden sind. Aber auch im Rahmen der gemeinsamen Nutzung von Trainingsanlagen und Personal aus dem medizinischen Bereich gibt es eine rege Kooperation.

Anders Mäki ist der Mann, der den Frauenfußballverein Linköpings FC aus dem Kenty BK entwickelt hat und innerhalb von knapp 15 Jahren zu einem der besten Clubs Schwedens gemacht hat.

Kurz vor der Saison hatte ich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Mäki.

Anders, wie sieht die Planung für die kommenden zwei, drei Jahre aus?

„Wir haben schon immer langfristig gedacht mit dem Ziel, die Mannschaft in der Spitze des schwedischen und europäischen Fußballs zu etablieren. Daran halten wir fest. Was die Geschwindigkeit beeinflusst, sind natürlich die wirtschaftlichen Voraussetzungen. Seit ein paar Jahren haben wir die Entwicklung eigener Talente durch unsere U19-Mannschaft und durch eine Zusammenarbeit mit dem regionalen Fußballverband von Östergötland sowie sämtlichen Mädchenmannschaften in unserer Gemeinde intensiviert.“

Das Konzept ähnelt dem vieler Vereine, die eine gesunde finanzielle Entwicklung anstreben. Auch in Umeå, wo ich mit Trainerin Maria Bergkvist sprach, hat man vergleichbare Gedanken.

„Wir sind stolz darauf, dass heute nicht weniger als acht Spielerinnen in unserem Kader sind, die in der Region aufgewachsen sind,“ erzählt Anders Mäki weiter.

„Unsere Absicht ist, auf dieser Seite so weiterzumachen und gleichzeitig auf der anderen Seite die Möglichkeit zu haben, uns mit Topspielerinnen zu verstärken.“

Schaut man sich den Kader an, so denkt man bei Spielerinnen aus der Region natürlich vor allem an Abwehrspielerin Charlotte Rohlin. Die 34-Jährige ist seit unglaublichen 27 Jahren bei Linköping und dessen Vorgänger Kenty BK aktiv gewesen.

Aber auch Jessica Samuelsson oder Sturmmegatalent Stina Blackstenius etwa kommen aus der unmittelbaren Umgebung von Linköping. 2012 sah es aber so aus, als ob Linköping eine Kraftanstrengung enormen Ausmaßes machen wollte, um den Konkurrenten LdB FC Malmö und Tyresö FF auf den Pelz zu rücken. Mit Nilla Fischer, Lisa DeVanna und Manon Melis hatte man gleich drei sehr teure Spielerinnen im Kader, dazu eine Reihe schwedischer Topspielerinnen wie Louise Fors oder Emma Lundh. Für meinen Geschmack habt ihr nach diesem Jahr die Richtung wieder geändert?

Anders Mäki ist anderer Meinung: „Nein, wir haben die Richtung nicht geändert. Wir hatten in dem Jahr einfach nicht genügend gute Spielerinnen aus unserer Region. Es galt dieselbe Philophie, aber noch einmal, die wirtschaftlichen Voraussetzungen setzen die Meßlatte für die A-Mannschaft. Die Spielerinnen, die du nennst, konnten wir nicht behalten, da sie bessere Angebote von anderen Vereinen bekamen. Wir mussten das Wachstum etwas anhalten und mehr jüngere Spielerinnen mit Entwicklungspotential einbauen.“

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Schweden 2014: Die Lage im Januar

In 98 Tagen beginnt die neue Saison der Damallsvenskan. Sollte das Wetter so bleiben, wie es derzeit in Süd- und Mittelschweden ist, nämlich schneefrei und außergewöhnlich mild, könnte es erstmals seit vielen Jahren, eine Vorsaison geben, in der z.B. in Stockholm sogar relativ problemlos draußen trainiert werden kann.

Was hat sich bis dato getan in den 12 Vereinen der ersten Liga? Was machen die Absteiger, welche Entwicklungen gibt es in der zweiten Liga?

Das Transferfenster ist geöffnet und mit Sicherheit wird sich der Kader hier und dort noch verändern. Einige Teams sind mehr aktiv gewesen als andere. Hier ist der Zwischenstand und die Vereine sind so sortiert, wie sie nach heutigem Stand und meiner Meinung abschneiden würden, wenn die Saison nächste Woche beginnen würde.

1. FC Rosengård

Nach der zweiten Umbenennung des einstigen Frauenteams von Malmö FF steht der Meister von 2013 mit neuem Sponsor im Rücken äußerst stark da. Die Vereinsführung und Sportchef Niclas Carlnén haben die Strategie, Spielerinnen möglichst langfristig an den Verein zu binden und auch primär nur solche Spielerinnen anzuwerben, die zum Verein und zur Mannschaft passen.

Scouting war schon immer eine Stärke Malmös in den letzten Jahren. Das beste Beispiel hierfür die Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir, die mittlerweile Schlüsselspielerin ist. Bei Annika Kukkonen und Katrine Veje hat man sich aber doch offenbar verrechnet. Kukkonen wechselte bereits vorletztes Jahr und Veje musste jetzt gehen, über den Öresund nach Kopenhagen. Auch die Kolumbianerin Yoreli Rincon hat es nicht geschafft, sie war bei Aufsteiger Eskilstuna im Gespräch, hat aber noch keinen neuen Verein. Ihre technischen Finessen konnten nicht die physischen Mängel überdecken.

Mit Kapitänin Malin Levenstad hat eine Führungsspielerin den Verein verlassen. Sie ist zwar nur sechs Monate an Aufsteiger AIK ausgeliehen, aber es ist nicht anzunehmen, dass sie zurückkehrt. Als Innenverteidigerin fehlt es ihr letztlich auch an der internationalen Klasse, die man braucht, um die Champions League zu gewinnen.

Sowohl gegen Olympique Lyon im März 2013 wie gegen den VfL Wolfsburg im Spätherbst war man letztlich chancenlos. Gegen Wolfsburg zwar glücklos, aber eben nach 180 Minuten erfolglos. Um den nächsten Schritt auch international zu machen, holte man sich mit der robusten und spielintelligenten Engländerin Anita Asante eine Spielerin, die nicht nur die Champions League bereits mit dem FC Arsenal gewonnen hat und über große internationale Erfahrung verfügt, sondern auch jemanden, der multifunktionell einsetzbar ist: sowohl im Zentrum der Abwehr wie auch im zentralen defensiven Mittelfeld.

Der Abgang von Manon Melis zum angeblich wesentlich besser zahlenden Ligakonkurrenten Kopparberg/Göteborgs FC könnte die Südschweden mehr schwächen, als man das gemeinhin erwartet. Im erfolgreichen Herbst, in dem Malmö letztlich den Spieß umdrehte und Tyresö den Titel mit deutlichem Abstand wegschnappte, war es immer wieder Melis im Zusammenspiel mit Veteranin Therese Sjögran, die entscheidende Tore schoss.

Man hat jedoch mit Melis‘ Landsfrau Kirsten van de Ven von Gegenspieler Tyresö eine äußerst ehrgeizige Flügelflitzerin mit hoher Sozialkompetenz geholt. 2014 müsste aber auch die Saison von Megatalent Elin Rubensson werden, falls nicht, würde ich der 20-Jährigen raten, sich einen neuen Verein zu suchen, um ihre Begabung nicht zu verschwenden.

Rosengård ist erster Anwärter auf den Meistertitel im neuen Jahr. Der Konkurrent Nummer eins derzeit ist meiner Meinung nach

2. Linköpings FC

Zampano Anders Mäki und Trainer Martin Sjögren haben in Linköping schon letztes Jahr ein kleines Meisterstück vollbracht. Mit Nilla Fischer gab man die teuerste Spielerin mitten in der Saison an den VfL Wolfsburg ab und man merkte es nicht. Denn Linköping siegte sich souverän durch den Herbst und das mit einem äußerst jungen Team, das man auch noch verstärkt hat für dieses Jahr.

Vor zwei Jahren sollte es noch das Geld und die erfahrenen Spielerinnen machen. Lisa DeVanna, Manon Melis, Nilla Fischer und andere tummelten sich in der 100.000-Einwohnerstadt, anderthalb Zugstunden südlich von Stockholm und das Experiment ging in die Hose. Trainer Jörgen Pettersson (vor Sjögren Trainer in Malmö) ging und Sjögren kam, das hatte es genauso schon in Malmö gegeben. Sjögren holte dann auf Anhieb den Titel.

In Linköping schaffte er das zwar nicht, aber sowohl Rosengård wie auch Tyresö haben mit Sicherheit gehörigen Respekt vor den Blauen.

Mäki und Sjögren „sammeln“ offenbar U19-Europameisterinnen. Aus der Mannschaft die 2012 in der Türkei für Schweden Gold holte, spielen jetzt vier in Linköping, nachdem man sich von Jitex Fridolina Rolfö für das offensive Mittelfeld gesichert hat. Sofia Lundgren wird ihre Karriere als Torhüterin wohl nach einem Bandscheibenvorfall beenden. Aufgrund der Ungewissheit ihrer sportlichen Zukunft hatte man der 32-Jährigen auch keinen neuen Vertrag mehr angeboten und sich schließlich die Amerikanerin Katie Fraine von Absteiger Mallbacken geholt. Möglicherweise ist Fraine die beste Torhüterin der Liga. Sollte es der Niederländerin Renée Slegers im Mittelfeld nochmals gelingen, das fortzusetzen, was sie in der zweiten Saisonhälfte geboten hat und Welttalent Pernille Harder sich so weiterentwickeln wie anzunehmen ist, dann ist die Quali für die Champions League im Bereich des Möglichen für Linköping.

3. Tyresö FF

Eine Personalpolitik, die ich nicht verstehe. Fünf Amerikanerinnen hat der Verein um den ehemaligen Assistenztrainer der USA, Tony Gustavsson, geholt. Alle fünf müssen nun spätestens Anfang Juni gehen. Die vielen Wechsel in der zweiten Jahreshälfte 2013 und die Verletzung von Marta haben Tyresö den Titel gekostet und mit dem, was vermutlich nun wieder ansteht, neue Spielerinnen, die sich schnellstens akklimatisieren sollen, wird man es wieder nicht schaffen. Kann es sein, dass sich Fädenzieher Hasse Löfgren zurückzieht, wenn er sein 2006 definiertes Ziel Champions League erreicht hat. Auch die Verträge von Caroline Seger, Vero Boquete und Marta laufen im Juni aus, die Saison geht aber bis Ende Oktober. Mit soviel Unstetigkeit wird nicht mehr als Platz 3 drin sein.

4. Umeå IK

Der neue Trainer Jonas WIkström findet eine reformierte Organisation vor und eine starke Truppe. Umeå musste einsehen, dass die finanziellen Abenteuer des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts nicht mehr möglich waren. Man gab die Devise aus, dass man nun auf einheimische Talente setzen würde.

Umeå steht heute in der Tat da mit sechs Spielerinnen, die entweder in der schwedischen Nationalmannschaft spielen oder aber Lehrgänge bei Pia Sundhage besucht haben. Lina Hurtig ist eines der größten Talente im Lande, von ihr dürfte man sehr viel hören in diesem Jahr. Hanna Folkesson im zentralen Mittelfeld ist eine Arbeitsbiene, die ihresgleichen sucht und wenn Kapitänin Emma Berglund nun nach überstandener Kreuzband-Reha wieder in der Inenverteidigung spielten wird, dann hat Umeå eine äußerst starke zentrale Linie.

5. Vittsjö GIK

Der aus Finnland nach Südschweden ausgewanderte Calevi Hämäläinen stellt mit seinem Unternehmen Wiwood Spanplatten her. Da er aber auch noch fußballverrückt ist, sponsort er den örtlichen Frauenfußballverein Vittsjö GIK. In der ersten Saison noch sensationell guter Aufsteiger hatte man vergangenes Jahr das verflixte zweite Jahr, bedingt unter anderem durch mehrere Verletzungen, kriegte am Ende aber doch noch die Kurve. Für 2014 hat man sich bestens verstärkt.

Göteborg schnappte den Kleinstädtern die holländische Torhüterin Loes Geurts weg. Dafür holte man sich die bessere Minna Meriluoto, ein Gewinn für Vittsjö. Ebenso ist die Schottin Hayley Lauder von Absteiger Mallbacken ein Gewinn. Mit der wohl endlich wieder genesenen Ifeoma Dieke und Goalgetterin Jane Ross bildet Lauder ein schottisches Trio in Skåne.

 

6. KIF Örebro

Lediglich Umeås nigerianisches Mittelfeldas Ogonna Chukwudi steht auf der Liste der Neuzugänge. Im Kader hat sich wenig getan und wenn, wie anzunehmen, die tschechischen Zwillinge Lucia und Irene Martinkova eine weitere Saison in Närke absolvieren, dann sollte einem Platz in der oberen Hälfte nichts entgegen stehen.

 

7. Kopparberg/Göteborgs FC

Die Zwillinge Hammarström haben aufgehört. Olivia Schough geht zum FC Bayern, Yael Averbuch und Anita Asante sind weg – und statt Torbjörn Nilsson sitzt Stefan Rehn auf der Bank, den man vom Lokalkonkurrenten Jitex wegholte. Göteborg hat mehr abgegeben an Kompetenz als es sich bislang geholt hat. Manon Melis steht auf der Habenseite, aber die anderen Neuverstärkungen sind eher solide als überragend. Holländerinnen sind im Gespräch in Göteborg, unter ihnen die Duisburgerin Lieke Martens. Seit mehreren Jahren verspricht Sponsor und Klubboss Peter Bronsman, dass Göteborg sich wieder ganz nach oben orientiert. Aber bislang ist das noch nicht passiert. Eine Melis macht noch keinen Sommer.

 

8. Piteå IF

Nach Jahren mit ausländischen Torfrauen versucht man es endlich mal mit einer einheimischen: Hilda Carlén ist in zwei Schritten von Malmö über Hammarby (Stockholm) nach Norden gezogen.

Das solide Gerüst mit Faith Ikidi in der Abwehr steht. Nach vorne gibt es mit den jungen Schwedinnen Pauline Hammarlund und Jennifer Egelryd zwei interessante Neuverstärkungen, die beide via Tyresö gekommen sind, aktuell aber jetzt aus Linköping und Uppsala.

 

9. Kristianstads DFF

Im Kader von Elisabet Gunnarsdottir, der seit Jahren einzigen Frau auf einer erstklassigen Trainerbank, hat sich kaum etwas getan bisher. Viel weiter nach oben wird es deshalb auch nicht gehen, auch wenn Gunnarsdottir möglicherweise wieder die Meisterschaft als Saisonziel ausgeben wird. Aber ich bin sicher, dass sich hier das Karussell noch drehen wird.

 

10. Eskilstuna United

Der Aufsteiger wird seine erste Saison im Oberhaus spielen und dank der Geldspritze eines lokalen Sponsors, der umgerechnet 280 000 Euro zuschießt, sollte es auch gehen, das Experiment Damallsvenskan.

Ein schönes Stadion am Tunavallen, Sara Thunebro als vermutete Spielführerin und vorne soll die Kamerunerin Gaelle Enganamouit für Furore sorgen, neben der in Malmö einst ausgesiebten Felicia Karlsson.

Das sollte reichen für Jahr 1.

 

11. AIK

Mit Malin Levenstad und Maija Saari hat man sich ein routiniertes Paar in der Innenverteidigung geholt. Aber ist Saari wieder fit nach ihrem Kreuzbandriss, der sie die EM-Teilnahme kostete? Und kann die talentierte, aber verletzungsanfällige Sarah Storck vorne wirklich die Tore machen, die man braucht, um in Liga 1 zu bleiben? Zweifelhaft.

 

12. Jitex BK

In Mölndal im südlichen Göteborg haben sie letztes Jahr versucht, der sturen Gemeinde die Schuld an der Finanzmisere zu geben. Aus Spielerinnenkreisen weiß ich jedoch, dass die Organisation des Vereins viel zu wünschen übrig lässt. Das erklärt die Abgänge von insgesamt 12 Spielerinnen (!`), ein Exodus, den normalerweise nur ein Absteiger erlebt.

Elf neue Spielerinnen hat man jetzt geholt, von denen aber keine (!) aus der Damallsvenskan kommt. Eine aus Island und eine aus Kanada. Neun abewr aus der zweiten Liga Elitettan, durchaus Talente darunter wie Filippa Curmark. Aber das wird vorn und hinten nicht reichen und Jitex wird durchgereicht nach unten

Finanzielles aus Linköping und Malmö

Zwei Zeitungen berichten heute über die finanzielle Situation „ihres“ Clubs. Östgöta Correspondenten (im Volksmund Corren genannt) befasst sich mit Linköpings FC und teilt mit, dass der LFC seine Anteile an einem Trainingsplatz verkaufen musste, damit die wirtschaftliche Balance des Vereins für 2012 nicht negativ ausfiel.

„Wir mussten einen Rettungsring anwenden, den wir jetzt nicht mehr haben und deshalb ist es wichtig, mit einem exakten Budget in die neue Saison zu gehen. Unsere Zielsetzung ist jedoch weiterhin hoch, wir wollen Frauenfußball auf Weltklasseniveau spielen, wir müssen ganz einfach effektiver werden,“ sagt der starke Mann des Clubs, Anders Mäki, der Zeitung.

Mit Spielerinnen wie Manon Melis und Lisa DeVanna hatte Linköping neben der gebliebenen Nationalspielerin Nilla Fischer mindestens drei teure Angestellte auf der Gehaltsliste.

„Es war eine Fehleinschätzung von meiner Seite und vielleicht auch vom Frauenfußball insgesamt, dass wir von der Anziehungskraft der Nationalmannschaftserfolge bei der WM profitieren würden. Wir bekamen keinen vergleichbaren Aufschwung wie 2003 und leider scheint es so zu sein, dass die Leute Frauenfußball den Rücken zuwenden, wenn sie sich für etwas in unserer stressigen Informationsgesellschaft engagieren sollen,“ so Mäki weiter zu der Zeitung.

Für die neue Saison wurden Gehälter gekürzt. Der Verein setzte 10,1 Millionen Kronen um, etwa 1,2 Millionen €.

Die in Malmö fusionierenden Vereine LdB FC Malmö und FC Rosengård werden ab 2014 FCR Malmö heißen. Das schreibt Sydsvenska Dagbladet in einem Bericht über weitere Vereinsversammlungen, die die Fusion vorantreiben sollen.

Jeweils zwei Mitglieder aus beiden Vereinsvorständen sollen dann im neuen, gemeinsamen Vorstand sitzen. „Für 2013 haben wir ein Budget von 17,5 Millionen Kronen,“ sagte Clubchef Niclas Carlnén. Knapp 2 Millionen Euro also hat Malmö verplant. 2012 habe man 14,2 Millionen Kronen umgesetzt, am Ende sei sogar trotz aller Unkenrufe (am lautesten rief Carlnén jeweils selbst) ein kleines Plus herausgekommen.

 

Freie Agenten in den USA

Free agents nennt man die Spielerinnen, die nicht über Draftingzeremonien verteilt werden. Sie sind quasi vereinslos und die Clubs können sie ohne großes Brimbamborium verpflichten.

Der Sky Blue FC in den USA hat gestern zugeschlagen. Mit Lisa DeVanna (Linköping), Danesha Adams und Brittany Bock (beide Vittsjö) hat man gleich drei Spielerinnen unter Vertrag genommen, die vorige Saison noch in der Damallsvenskan gespielt haben.

Gleich fünf Spielerinnen nahm der letzte WPS-Meister Western New York Flash für die erste Saison der neugegründeten NWSL unter Vertrag: Brittany Taylor, Sarah Huffman und McCall Zerboni sowie die Spanierin Adriana und die Australierin Samantha Kerr.

Zugänge und Abgänge (Stand: 05.01.2013)

So allmählich füllen sich die Kader der Vereine in der Damallsvenskan. Es ist Zeit für einen ersten Überblick. Hier kommen die 12 Teams der Saison 2012 plus die beiden Neulinge.

Tyresö FF

Zugänge: Christen Press (Kopparberg/Göteborgs FC), Malin Diaz (AIK)

Abgänge: Helén Eke (Verein steht noch nicht fest)

Kommentar: Erstmals auf seiner Reise von der vierten Liga zum Meistertitel gibt es in Tyresö keine wesentlichen Personalwechsel. Marta, Vero Boquete, Caroline Seger hatten allesamt laufende Verträge auch für 2013, obwohl es um Marta wieder einmal Wechselgerüchte gab und auch noch gibt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Brasilianerin Tyresö in diesem Jahr verlässt. Für die USA ist ihr Marktwert nicht groß genug und keiner der neuen Vereine könnte sie mit den erlaubten Budgets bezahlen. Christen Press wird den Stammplatz von Madelaine Edlund gefährden. Sowohl deren wie Elaines auslaufender Vertrag wurde verlängert. Tyresö ist ein Topteam mit erstklassigen Alternativen auf der Bank. Auch Meghan Klingenberg hat verlängert. Wunschelf (Linda Sembrant in der Reha nach Kreuzbandriss):

Carola Söberg, Meghan Klingenberg, Johanna Frisk, Karin Lissel, Line Röddik Hansen, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete, Marta, Kirsten van de Ven, Christen Press.

Bank: Annica Svensson, Elaine, Malin Diaz, Madelaine Edlund, Jessica Höglander.

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LdB FC Malmö

Zugänge: Yoreli Rincon (XV de Piracicaba), Zecira Musovic (Stattena), Manon Melis (Linköping)

Abgänge: Emma Wilhelmsson (Jitex), Christina Öyangen Örntoft (Bröndby), Hilda Carlén (noch unbekannt)

Kommentar: Nach der finanziellen Rettung durch Milliardär Dan Olofsson nimmt auch Malmö Kurs auf den Meistertitel. Die Liga wird (wenn sich nichts wesentlich ändert) zu einem Zweikampf Malmö – Tyresö werden, in dem Tyresö abermals klarer Favorit ist, trotz der Verpflichtung von Melis. Rincon überrascht, riskant, eine 19-Jährige Kolumbianerin zu integrieren. Die 1,54 m kleine Filigrantechnikerin wurde mit Marta verglichen, muss das aber noch beweisen. Malmö hat aber immer gut eingekauft…

Voraussichtlich:

Thora Helgadottir, Lina Nilsson, Malin Levenstad, Amanda Ilestedt, Ali Riley, Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran, Ramona Bachmann, Elin Rubensson, Anja Mittag, Manon Melis.

Reserve:

Zecira Musovic, Frida Nordin, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Yoreli Rincon, Sofi Anker Kofoed.

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Linköpings FC

Zugänge: Lina Rinshamre (Sundsvalls DFF), Magdalena Ericsson (Djurgården), Stina Blackstenius (Vadstena GoIF), Renée Slegers (Djurgården), Emma Lennartsson (IFK Norrköping)

Abgänge: Manon Melis (LdB FC Malmö), Lisa DeVanna (Perth Glory), Emma Lundh (noch unbekannt, Hammarby?), Karen Bardsley (Lincoln LFC), Louise Fors (Western Sydney Wanderers, ab Frühjahr FC Liverpool Ladies), Nora Holstad Berge (Arna-Björnar), Matilda Agné (Hammarby DFF), Ingrid Schjelderup (Vålerenga), Josefine Alfsson (Kisa BK)

Kommentar: Linköping beendet nach einem Jahr seinen Versuch, mit Tyresö und Malmö zu konkurrieren und hat Sparmaßnahmen eingeführt. Neun Spielerinnen verlassen den Verein und fünf kommen neu hinzu, im Gespräch ist immer noch AIK:s U19-Europameisterin Jennie Nordin. Mit Ringshamre und Ericsson hat man zwei weitere junge Europameisterinnen verpflichtet. Linda Sällström, die gegen Ende der Saison noch gehen wollte (Jitex war eine Option), bleibt nun doch, vermutlich, weil die Konkurrenz in der Offensive nach ihrer Rehazeit nach dem Abgang von DeVanna, Melis und Lundh deutlich entspannter geworden ist. Linköping ist auch immer noch das bessere Team. Wichtig, dass Trainer Martin Sjögren zwei weitere Jahre bleibt.

Voraussichtlich:

Sofia Lundgren, Maja Krantz, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Marianne Gajhede Knudsen, Renée Slegers, Petra Larsson, Pernille Harder, Jonna Andersson, Linda Sällström.

Hier und bei den weiteren Clubs erspare ich mir die potentielle Bankbesetzung, da lediglich Malmö und Tyresö um die Meisterschaft spielen werden.

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Kopparberg/Göteborgs FC

Zugänge: Jessica Landström (Djurgården), Marie Hammarström (KIF Örebro), Cathrine Dyngvold (Klepp),

Abgänge: Christen Press (Tyresö FF), Ingrid Wells (noch unbekannt)

Göteborg wollte eigentlich angreifen. Dann kam der Abgang von Press dazwischen. Tyresös Zampano Hans Löfgren schnappte die Amerikanerin den Göteborgern vor der Nase weg. Landström ist vom Typ her kein Press-Ersatz, aber sie ist eine Kämpfernatur mit einer enormen fysischen Kraft. Dennoch muss sich das Angriffsspiel ändern. Torbjörn Nilsson hat seinen Trainervertrag um 2 Jahre verlängert, weil ihm versichert wurde, dass die Mannschaft sukzessiv verstärkt wird. Mindestens eine Klassespielerin muss noch kommen.

Voraussichtlich: Kristin Hammarström, Catrine Johansson, Anna Ahlstrand, Stina Segerström, Camille Levin, Yael Averbuch, Anita Asante, Johanna Almgren, Olivis Schough, Cathrine Dyngvold, Jessica Landström.

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Kristianstads DFF

Zugänge: Josefine Öqvist (vereinslos), Marija Banusic (IK Sirius), Brett Maron (Valur), Elin Borg (AIK)

Abgänge: Elin Nilsen (Vittsjö), Katrin Ómarsdóttir, Becky Edwards (beide unbekannt), Emelie Johnsson (Borens IK),  Moa Pettersson (Wä IF), Anna Persson (Glimåkra IF), Lisa Petersson, Julia Molin (AIK)

Auf den Plätzen 5-12 und bei den Aufsteigern erspare ich mir die mögliche Aufstellung am ersten Spieltag. Maron wird sicher in den ersten Monaten im Tor stehen, da Hedvig Lindahl in der Reha nach dem Kreuzbandriss ist. Trainerin Beta Gunnarsdottir ist wie immer super ambitioniert und will sicher Meister werden. Mit der Verpflichtung von Banusic ist ihr ein Coup gelungen. Für mich das größte Talent im schwedischen Fußball VOR der allenthalben gepriesenen Lina Hurtig (Umeå). Dass Josefine Öqvist letztlich der Offensive maßgebliches Gewicht verleihen wird, steht außer Frage. Kristianstad hat jetzt den drittbesten Angriff der Liga.

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Vittsjö GIK

Zugänge: Elin Nilsen (Kristianstad), Jane Ross (Glasgow City)

Abgänge: Emma Kullberg (Umeå Södra), Josefine Mårtensson (Glimåkra IF)

Das zweite Jahr ist immer das Schwerste. Das wird auch für Sensationsaufsteiger Vittsjö GIK gelten. Niemand hätte das Team aus Skåne auf Rang 6 erwartet. Die Verpflichtung von Jane Ross deutet eventuell darauf hin, dass Danesha Adams geht. Die Amerikanerin war sehr wichtig. Möglich, dass Vittsjö, wie immer, von Beta Gunnarsdottir geschasste Spielerinnen überimmt. Becky Edwards?

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Umeå IK

Zugänge: Hanna Folkesson (AIK)

Abgänge: Erica Carlén (Morön)

Wenig passierte in Umeå. Keeperin Caroline Jönsson hat ihr Karriereende zur Saisonmitte angekündigt. Da braucht es Ersatz.

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Piteå IF

Zugänge: Clara Markstedt (AIK), Johanna Andersson (Assi)

Abgänge: Camilla Johansson, Jessica Olovsson (unbekannt), Ann-Mari Dovland (Klepp), Jennifer Nobis (Karriereende)

Piteå hat zwar die beste Torschützin Nobis durch Clara Markstedt ersetzt, aber es fehlt an einer weiteren offensiven Spielerin, die dem Angriff mehr Durchschlagskraft verleiht. Faith Ikidi hat ihren Vertrag bis einschließlich 2015 verlängert, eine finanzielle Deckung dafür gibt es noch nicht.

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Jitex BK

Zugänge: Emma Wilhelmsson (LdB FC Malmö)

Abgänge: Katri Nokso-Koivisto (LSK Kvinner), Nanna Jansson (Hovås Billdal), Caroline Lindblad (unbekannt)

Jitex wird weder schwächer noch stärker.

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KIF Örebro

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emelie Lundberg (Eskilstuna United), Hanna Ågren-Åhbom, Nina Fellbrant,  Fanny Persson (hören auf), Edda Garðarsdóttir,  Ólína Viðarsdóttir (beide zurück nach Island, , Linda Fransson (noch nicht klar)

Das sieht wieder nicht gut aus für Örebro, das erhebliche finanzielle Probleme hat.

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Sunnanå SK

Zugänge: Anikka Kukkonen (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF),  Carys Hawkins (Perth Glory

Abänge: Anna Bodén (Morön),  Yanru Zhang (China)

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Mallbacken

Zugänge: Sarah Bergman, Emmie Johansson (beide QBIK), Maija Saari (AIK), Hayley Lauder (Åland United)

Abgänge: Anna Arnfeldt (Karriereende)

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Djurgården

Abgänge: Gudbjörg Gunnarsdottir, Mia Jalkerud, Freja Hellenberg (alle Avaldsnes IL), Jessica Landström (Göteborgs FC), Renée Slegers (Linköping), Anna Lindblom (Hammarby), Katrine Petrous, Natalia Rickne, Annika Kukkonen (Sunnanå), Katrin Jonsdottir, Caroline Frånberg.

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AIK

Zugänge: Lisa Pettersson, Julia Molin (beide Kristianstad)

Abgänge: Maija Saari (Mallbacken), Elin Borg (Kristianstad), Nazanin Vaseghpanah (hört auf), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz (Tyresö), Clara Markstedt (Piteå), Lori Chalupny (unbekannt)

Sällström bleibt, Ericsson kommt,Gunnarsdottir geht und Press kommt nicht wieder

Es tut sich auf einmal einiges in der Silly Season. Linda Sällström bleibt nun doch in Linköping. Zunächst hatte es lange geheißen, dass die 24-Jährige Finnin, die sich nach einem Kreuzbandriss inmitten der Rehabilitation befindet, Linköping verlassen würde, aber vor einigen Tagen sickerte durch, dass die Zeichen nun doch gut stünden dafür, dass die zweifache finnische Fußballerin des Jahres in Linköping bleibt.

Aber nachdem in Linköping sowohl Lisa DeVanna wie auch Manon Melis das Weite suchten weil der Verein sparen will und muss, sah es im Angriff mit einem Mal dünn aus, zumal auch das ewige Talent Emma Lundh die Stadt verlassen hat. Nun ist Sällström der offensive Star. Auch eine Rückkehr von Jessica Landström, die mit Linköping 2009 Meister wurde, kann nicht ganz ausgeschlossen werden.

Neben der Verlängerung für Sällström werden auch die beiden U19-Europameisterinnen Lina Ringshamre (kommt von Sundsvalls DFF) und Magdalena Ericsson (Djurgården) in Linköping auflaufen. Ringshamre nimmt dabei den frei werdenden Platz von Karen Bardsley ein – die englische Nationaltorhüterin war es leid, ständig hinter Sofia Lundgren auf der Bank sitzen zu müssen.

Nicht nur Magdalena Ericsson verlässt den künftigen Zweitligisten Djurgården. Auch Gudbjörg Gunnarsdottir und Mia Jalkerud packen ihre Kofffer. Das Duo wird den norwegischen Aufsteiger Avaldsnes IL verstärken. Avaldsnes liegt an der norwegischen Küste, nördlich von Stavanger und südlich von Bergen und scheint ein Ort zu sein, an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Die nächstgelegene größere Stadt ist Haugesund mit seinen 35.000 Einwohnern. Da scheint selbst Piteå, der nördlichste Verein der Damallsvenskan, noch eine Metropole zu sein. Aber zweifelsohne wird das ein spannendes Abenteuer für Islands Torfrau Nummer 2. Jalkerud geht zum ersten Mal in ihrer Karriere weg von Stockholm. Wir behalten die norwegische Liga etwas mehr im Auge in der nächsten Saison.

Auch Katrin Jonsdottir und Caroline Frånberg verlassen das sinkende Djurgården-Schiff, man darf gespannt sein, mit welchem Team und welchen Ressourcen man in der zweiten Liga antreten wird.

Den größten Verlust erleidet die Damallsvenskan mit Christen Press. Die 23-Jährige Weltklassestürmerin, die hinter Anja Mittag Zweite der Torschützenliste 2012 wurde, verlässt Pokalsieger Kopparberg/Göteborgs FC nach nur einer Saison. Grund: Göteborg war nicht bereit, Press regelmäßig zu Trainingslagern der amerikanischen Nationalmannschaft freizugeben. Das kann man angesichts der kurzen Saison in Schweden auch verstehen – zu oft hätte man Press über den Atlantik schicken sollen. Beide Seiten jedoch und vor allem das Publikum in der Liga dürften das bedauern. Mir gegenüber hatte Christen Press noch vor knapp drei Wochen geäußert, das sie hoffe, das sich alles lösen wird. Tat es also nicht. Angeblich sucht Göteborg nun nach Ersatz für Press in England und Norwegen. Da fallen einem zuvorderst Namen wie Eniola Aluko und Isabell Herlovsen ein. Bleiben tut dagegen Olivia Schough. Die 23-Jährige, die zuletzt überraschend in das 28er-Aufgebot von Pia Sundhage nominiert worden war, hatte unter anderem ein Angebot aus Umeå gehabt.

 

 

 

 

 

Linköping verjüngt

Manon Melis - eine von vielen, die Linköping verlassen

Manon Melis – eine von vielen, die Linköping verlassen

Dass es in Linköping im nächsten Jahr eine finanzielle Rosskur geben wird, darüber habe ich schon in diesem Blog berichtet. Serienweise verlassen Spielerinnen den Verein, der auslaufende Verträge nicht erneuert hat und denen, die man behalten will oder wollte, Verträge zu deutlich verschlechterten finanziellen Bedingungen anbietet.

Es gehen: Karen Bardsley, Lisa DeVanna, Manon Melis, Emma Lundh, Louise Fors, Nora Holstad Berge, Matilda Agné, Ingrid Schjelderup.

Verlängert haben Torhüterin Sofia Lundgren (spielt  2013 ihre fünfte Saison in Linköping) und Mariann Gajhede Knudsen. Dennoch muss dann doch die eine oder andere neuverpflichtet werden. Hartnäckige Gerüchte platzieren nun zwei U19-Europameisterinnen in Linköping: Innenverteidigerin Jennie Nordin von Absteiger AIK und Magdalena Ericsson von Absteiger Djurgården sollen demnach in Verhandlungen mit dem Tabellendritten der vergangenen Saison stehen.

Abgestiegen – AIK wird zum JoJo-Team

Nilla Fischer wird sowohl im Verein wie auch in der Nationalmannschaft zur Innenverteidigigerin umgeschult

Aufgestiegen, abgestiegen, aufgestiegen, abgestiegen. So sind die letzten vier Spielzeiten für AIK (Solna) in Schweden verlaufen. Nur mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen bei gleichzeitig zwei Niederlagen für KIF Örebro und gleichzeitig höchstens einem Sieg für Djurgården hätte AIK den Abstieg in die neue zweite Liga Elitettan noch vermeiden können.

Trotzdem glaubten die Spielerinnen natürlich noch an ihre Chance. Nicht mehr die Zuschauer. Die offizielle Zahl von 84 Besuchern ist in der Liga 2012 der absolute Minusrekord. Dabei glaube ich dieses Mal durchaus, dass es vielleicht 120 waren, es wäre der erste Fall, bei dem man als Veranstalter weniger statt mehr Zuschauer angibt. Aber es hatte ja auch eh keinen Sinn mehr.

Ich kam pünktlich zum Anpfiff ins Stadion. Das Spiel in Tyresö war um 15.50 Uhr zu Ende, also verzichtete ich auf das geplante Interview mit Tyresös Amerikanerin Meghan Klingenberg (ich hoffe, das klappt noch später) und legte die 23 km mit Bus und U-Bahn in einer guten Stunde zurück, um zum Anpfiff um 17.00 Uhr in Solna zu sein. Am Abend fiel mir dann auf, dass das eine Premiere war – zwei Spiele der Damallsvenskan in voller Länge an einem Tag. Check.

Gast Linköping kam mit fünf Siegen in Folge nach Solna. Obwohl man im nächsten Jahr wohl Sparmaßnahmen zu erwarten hat, wie ich berichtet habe, hängt man sich ganz professionell noch voll rein, um wenigstens Dritter zu werden. Auch hier hätte man nominell wohl eher mit Malmö und Tyresö konkurrieren müssen. Aber Kreuzbandrisse bei Linda Sällström und Charlotte Rohlin und eine sehr schwache Trainerleistung im ersten Halbjahr der Saison sorgten dafür, dass 2012 eine enttäuschende Saison ist, die man nun am Ende mit dem „kleinen Silber“, wie der dritte Platz aus unerfindlichen Gründen schöngeredet wird, abschließen will.

0:0 nach 45 Minuten mit einer deutlich überlegenen Mannschaft aus Linköping, die zweimal die Latte traf. Aber AIK besser als jemand, der Letzter wird. Man kämpfte, rannte und bemühte sich defensiv gut zu stehen und Konter zu setzen. Das zahlte sich in der zweiten Halbzeit zunächst aus – Clara Markstedt brachte AIK mit einem Kopfball in Führung, bei dem Nationalkeeperin Sofia Lundgren überlobt wurde und somit nicht gut aussah.

Hoffnung keimte auf, sollte das Wunder doch möglich sein, zumal AIK im letzten Spiel dann beim direkten Konkurrenten KIF Örebro antreten würde?

Nein, ein Kopfball der kleinsten Spielerin brachte den Ausgleich. Lisa DeVanna (1,56 klein) machte den Ausgleich, die Australierin, die gehen wird, zeigte ohnehin an ihrer alten Wirkungsstätte eine ansprechende Leistung. Pernille Harder, Dänemarks größtes Talent seit Jahren, brachte die Führung und Manon Melis sorgte am Ende mit einem Knaller aus 15 Metern für den Endstand von 3:1 für Linköping, das nun zu Hause gegen Umeå beim letzten Spiel im alten Stadion Folkungavallen (für die EM 2013 wird neu gebaut) den dritten Platz klar machen kann.

Bei AIK natürlich betretene Mienen und traurige Gesichter. Bitter, dass die neben Djurgården wohl einzige Mannschaft, die ihre Finanzen in Ordnung gehalten hat und vor allem auf den eigenen Nachwuchs setzt, absteigen muss. Dieses Mal werden andere Vereine stark an manchen der großen Talente ziehen: Susanne Nilsson (bei Potsdam im Gespräch), Jennie Nordin und Malin Diaz dürften besonders interessant sein. Zweifelhaft ob Dauertalent Nazanin Vaseghpanah und Daniella Chamoun Stockholm verlassen wollen. Gleiches gilt für Arbeitstier Hanna Folkesson im Mittelfeld, die beruflich (und nicht nur) an Stockholm gebunden ist. Mit Sicherheit dürfte die finnische Nationalmannschaftskapitänin Maija Saari anderswo einen Arbeitsplatz suchen, während Lori Chalupnys Engagement eh nur begrenzt war.

Theoretisch noch alles drin da unten

Vittsjös Torhüterin Lois Geurts beim Warmmachen vor dem Spiel gegen Djurgården

In einer halben Stunde wird der 20. Spieltag der Liga mit der Begegnung Erster gegen Letzter LdB FC Malmö gegen AIK abgeschlossen, da bleibt nicht viel Zeit, die gestrigen fünf Begegnungen zu summieren.

Hanna Persson, Ersatz für Kristianstads kreuzbandverletzte Nationalkeeperin Hedvig Lindahl, hielt gegen Tyresö FF einige fulminante Schüsse und musste dennoch nach zehn Minutenmit einer Fußverletzung hinkend das Spielfeld verlassen. Reserve? Fehlanzeige. Elisabet Gunnarsdottir entschied, dass Mittelfeldspielerin Katrin Omarsdottir sich mal schnell umziehen musste und das gegen das torgefährlichste Team der Liga. Am Ende gewann Tyresö verdient nach zwei Toren von Kirsten van de Ven mit 2:0 und hielt damit den Kampf um die Meisterschaft einigermaßen offen.

Kristianstads Torwarttrainer Benny Johansson war voll des Lobes über die unfreiwillige Torhüterin Omarsdottir: „Sie hat sich selbst übertroffen. Dass sie das Spiel so gut lesen konnte, war keine Überraschung, aber das Spiel in der Luft war euine große Überraschung. Sie zeigte Mut, Sprungkraft und Timing bei fast allen Ecken und Standards von denen.“ Gleichzeitig äußerte er Mitleid mit Hanna Persson im Interview mit Kristianstadsbladet: „Sie hat lange auf so eine Chance gewartet und dann gleich im dritten Spiel selber verletzt zu werden, das ist bitter.“

Omarsdottir sagte, dass sie lieber im Mittelfeld spiele, aber falls Persson bis zum Ende der Saison ausfiele, würde sie da spielen wo Elisabet Gunnarsdottir sie haben will, notfalls auch im Tor. Wie eine Reihe Zuschauer bereits auf Twitter äußerten, war auch Katrin Omarsdottir der Ansicht, dass die 1:0-Führung Tyresös ein klares Abseitstor war.

Kristianstads Vorsitzender Mikael Forsberg glaubt, dass die Liga am 12. November in Stockholm mit Sicherheit über die angestrengte wirtschaftliche Situation vieler Vereine reden wird. „Dass die Liga in einer Saison, in der wieder viele der besten Spieler der Welt in der Liga spielen Zuschauer verliert, ist beunruhigend. Diesen Trend müssen wir wenden. Wir selber können jetzt auch nur den nächsten Schritt nach oben mit einer breiter angelegten Organisation schaffen,“ so Forsberg.

In Göteborg trennten sich Jitex und Umeå 1:1. Umeå ging durch Ogonna Chukwudi in Führung und Sofia Skog glich wenig später aus. „Dieser Punkt kann wichtig sein,“ sagte Jitex‘ Trainer Stefan Rehn zu Göteborgs Posten. 174 Zuschauer bei Jitex bedeuteten wieder einmal die Minuskulisse der Liga. Jitex spielt und wenig mehr als Eltern, Geschwister und Freunde interessiert es. Schade.

99 Zuschauer zählte ich selber im Stockholmer Olympiastadion, fünf Minuten bevor das Spiel begann. Dabei schien die Sonne, aber das Wetter war sehr wechselhaft in den 90 Minuten, in denen Djurgården seinen dritten Heimsieg in Folge landen wollte. Aber Aufsteiger Vittsjö ging schnell mit 1:0 in Führung durch einen Treffer von Kapitänin Sofie Andersson. Keine sechs Minuten waren gespielt als Danesha Adams gute Vorarbeit leistete und Andersson einen Abpraller verwertete.

Daach hatte es Djurgården sehr schwer, erst in der zweiten Halbzeit kam man in Fahrt und dominierte die Begegnung und es dauerte bis zur 72. Minute, ehe Matilda Rosqvist der Ausgleich gelang. Die abschließende Druckperiode (Jessica Landström kämpfte um jeden Ball in Abwehr und Angriff) brachte dennoch keine klaren Torchancen mehr und der Punktgewinn gegen Vittsjö scheint zu wenig, besonders, wenn man die Punktgewinne der Konkurrenten Jitex und Piteå sieht und das Schlussprogramm von Djurgården und Hauptkonkurrent Örebro.

KIF Örebro kann nicht mehr nur von einer verkorksten Saison sprechen. Sie ist grottenschlecht und völlig misslungen. Früher und das ist höchstens ein Jahr her, konnte sich Örebro einer der besten Abwehrketten der Liga rühmen. Es war schwer gegen KIF Tore zu machen. 2012 aber ist der Tabellenzehnte die Schießbude der Liga mit den meisten Gegentoren. Zwar ging man gestern daheim gegen Mitkonkurrent Piteå (beide 19 Punkte vor dem Spiel) durch Linda Hallin mit 1:0 in Führung, zwar hielt Stephanie Labbé sogar einen Elfmeter von Piteå, aber am Ende stand dann doch 1:2 auf der Anzeigentafel. June Pedersen und Jennifer Nobis wendeten das Blatt und damit dürfte Piteå für dieses Mal gerettet sein. Örebro spielt nun in Göteborg (Djurgården in Kristianstad) und noch daheim gegen AIK (Djurgården gegen Piteå). Das Schlussprogramm verlangt von Djurgården mindestens vier Punkte, um die drei aufholen zu können. KIF Örebro wird wohl mit dem Schrecken davon kommen und Djurgården wird AIK Gesellschaft leisten beim Gang in die neue zweite Liga, die nun wohl Elitettan heißen wird, nachdem man Damettan nur als Arbeitsnamen geoutet hat.

Im Spitzenspiel des Tages schlug Linköping Göteborg mit 3:2. Nur zwei freie Tage zwischen den 120 Minuten Pokalfinale gegen Tyresö waren zu wenig für Göteborg. Aber Linköping ist mit dem neuen Trainer Martin Sjögren zu Saisonende auch gut drauf. Manon Melis schoss die Führung für Linköping und nachdem Christen Press mit zwei Toren das Spiel gedreht hatte, kam dann Lisa DeVanna immer besser in Form Zuerst besorgte die Norwegerin Nora Holstad Berge den Ausgleich und dann gelang DeVanna der Siegtreffer in einer sehenswerten Partie vor 407 (!) Zuschauern. Ein echtes Problem das kaum vorhandene Publikumsintereresse ein Jahr vor der EM. Hier schwant mir nichts Gutes.

 

 

Linköping in Geldnot – 2013 heißt es sparen

Lisa DeVanna im Dress von Linköping – bald wohl nur noch Geschichte

Ausgerechnet das EURO-Jahr 2013 wird für viele Vereine Sparmaßnahmen mit sich bringen. LdB FC Malmö sprach zweimal dieses Jahr von einem möglichen Konkurs, KIF Örebro verkündete zwischenzeitlich Konkurs in vier Tagen und Umeå IK verkündete vor einigen Tagen, dass man künftig nur noch auf regionale Talente setzen werde – nichts anderes als eine neuerliche drastische Sparmaßnahme des einstigen Topclubs in Europa.

Dass Linköping nächstes Jahr ebenfalls kürzen musste, hatte ich schon vor Wochen gehört – heute bestätigte das ein Artikel in der Regionalzeitung Corren.

„Wir schließen das Jahr mit einem Minus ab,“ so der Vorsitzende des Clubs Anders Mäki. „Unsere Einschätzung, dass das Interesse {am Frauenfußball} steigen würde, hat sich als falsch erwiesen. Frauenfußball steht auf der Stelle, wir sind in einer Art Vakuum gelandet mit schlechten Zuschauerzahlen und zu hohen Kosten im Verhältnis zu unseren Einnahmen,“ so Mäki weiter. Eine weitgehend aus Ganztagsprofis bestehende Mannschaft weiter zu unterhalten, sei nicht mehr möglich. 2013 müsse es wesentlich weniger Profis bei Linköping geben.

Lisa DeVanna wird wohl nicht in Linköping bleiben und auch hinter Manon Melis steht ein großes Fragezeichen. Zwar hat die Holländerin noch ein weiteres Jahr Vertrag, aber das Papier kann beidseitig gekündigt werden. „Jetzt können Publikum und Sponsoren zeigen, ob sie eine Mannschaft in der höchsten Spielklasse haben wollen oder nicht, “ sagt Anders Mäki.

Die Mannschaft hatte sich vor der Saison 2012 massiv verstärkt, sportlich aber zu keiner Zeit in den Kampf ujm die Meisterschaft eingreifen können.

Halbzeit (6): Linköpings FC

Louise Fors – einst Schwedens talentiertester Linksfuß – im Augenblick ein Stück weg von der Nationalmannschaft

Als Linköping am zweiten Spieltag Tyresö durch einen Treffer von Emma Lundh besiegte, glaubten viele Experten, dass ihre Prognose aufgehen würde. Dass Linköping nach zwei mittelmäßigen Jahren wieder anknüpfen können würde an die Erfolge des Jahres 2009, als man Meisterschaft und Pokal holte und man Umeå IK von der Spitze ablöste.

Gleich drei Personen mit Trainerlizenz arbeiten um die Mannschaft herum: Trainer Jörgen Pettersson war zum Sportdirektor ernannt worden und auf der Bank, da saßen nun der ehemalige Göteborger Assistenztrainer Christian Andersson und die Amerikanerin Denise Reddy. Reddy kam von den Chicago Red Stars, hatte aber mehrere Jahre in Schweden gespielt und spricht fließend Schwedisch.

Auf Spielerseite hatte lediglich Tyresö vergleichbar mit Linköping aufgerüstet: Manon Melis, Emma Lundh, Lisa DeVanna, Nilla Fischer, Matilda Agné waren gekommen. In der Vorsaison erst einmal ein Schock: Stürmerin Linda Sällström zog sich beim Länderspiel ihres finnischen Teams gegen die Slowakei einen Kreuzbandriss zu. „Das hat uns aus dem Gleichgewicht gebracht. Bevor Linda ausfiel, waren die Rollen alle irgendwie verteilt, danach verbreitete sich Unsicherheit,“ sagte mir eine Spielerin.

Unsicherheit, die sich auch in Ergebnissen niederschlug. Unentschieden gegen Umeå und AIK und eine Klatsche bei Sensationsaufsteiger Vittsjö. Es kam noch schlimmer: Im Heimspiel gegen KIF Örebro am 10. Mai verletzte sich Kapitänin und Abwehrbollwerk Charlotte Rohlin. Nach sechs Minuten musste sie vom Feld – Diagnose: Kreuzbandriss. Saison und Olympia waren gelaufen, die 31-Jährige vergoss bittere Tränen.

Linköping dümpelte in der Tabelle langsam tiefer und erreichte seinen Tiefpunkt Ende Mai, als man beim heutigen Tabellennachbarn Göteborg noch dazu in einem live auf TV4 Sport übertragenen Match mit 6:0 abgefertigt und gedemütigt wurde. Endlich gab es Konsequenzen. Der Vorstand mit dem starken Mann Anders Mäki sah die Ursachen in der Trainerkonstellation. Christian Andersson wurde auf die Tribüne verbannt, Denise Reddy verschwand völlig und Jörgen Pettersson machte sich wieder auf der Bank breit. Er krempelte nicht viel um, aber er beorderte Nilla Fischer vom Mittelfeld in die Innenverteidigung. Das ehemalige Prunkstück des Clubs, die Innenverteidigung war nach Rohlins Ausscheiden nicht mehr wiederzuerkennen gewesen, was nicht zuletzt die sechs Gegentore von Göteborg bloßgelegt hatten. Fischer wollte eigentlich offensiver Fußball spielen als in Malmö und war deswegen nach Linköping gekommen, fügte sich aber der Situation entsprechend. Was Erfolg hatte. Nach zwei Pettersson-Spielen auf der Bank standen 15:1 Tore und sechs Punkte auf der Habenseite. Auf das 11:0 gegen Djurgården gehen wir später noch ein, wenn Djurgården hier an der Reihe ist.

Und dann ist Sommerpause. Linköping hat sich gefangen, Zumindest Melis und Emma Lundh treffen das Tor, während Lisa DeVanna sich noch etwas in Zurückhaltung übt. Und dann geht Jörgen Pettersson. Man wolle ihm keine Steine in den Weg legen und nun sei eine tolle Möglichkeit aufgetaucht und da könne der Verein doch nicht… – man kennt das Blahblah von solchen Presserklärungen. Fakt ist, dass Jörgen Pettersson nun den abstiegsbedrohten Männerzweitligisten IFK Värnamo in seiner Heimatstadt übernimmt und dass der schon geschasste Christian Andersson wieder das Ruder übernimmt.

Insofern darf man sehr gespannt sein, ob Linköping jetzt den Auifwärtstrend beibehält oder wieder in die unsicheren Gewässer steuert, die dem Meisterschaftsmitanwärter (vor der Saison) eine mögliche CL-Teilnahme im nächsten Jahr schon verhagelt haben. Im August kommt mit der Dänin Pernille Harder noch eines der größten Talente im europäischen Fußball nach Östergötland. Ein Signal für die in der Reha gut vorankommende Linda Sällström und deren Verbleib 2013? Wie auch immer, die Konkurrenz offensiv wird sehr groß sein. Am 26.08. kommt Malmö nach Linköping, spätestens dann werden wir sehen.

Keine Chance für Djurgården

Sofia Nilsson (Djurgården) springt hoch, Lollo Fors (Linköping) schaut nach oben, aber wo ist der Ball?

Gestern Abend war ich im Stockholmer Olympiastadion und sah dort mein letztes Spiel vor der Sommer- und Olympiapause: Djurgården gegen Linköping. Es war auch das Wiedersehen mit Emma Lundh, die bei Djurgården schmerzlich vermisst wird und die das gestern mit ihren Toren zum 3:0 und 4:0 auch noch mnal schmerzlich unterstrich. Emma ist eine waschechte Stockholmerin und sie war so fair, dass sie nach beiden Toren nicht jubelte, sondern lediglich die Glückwünsche ihrer Mannschaftskameradinnen entgegennahm.

Das Spiel wurde schon in der ersten Halbzeit entschieden. Den ersten Treffer markierte die Norwegerin Nora Holstad Berge, als Gudbjörg Gunnarsdottir gerade einen mächtigen Schuss abgewehrt hatte und schon geschlagen am Boden lag, da drückte Holstad Berge das Ding rein. Und den zweiten Treffer erzielte Manon Melis, sdchon ihr neunter in dieser Saison, allmählich müssen Christen Press und Anja Mittag sich darauf einstellen, dass an der Spitze der Torjägerliste nun auch die Holländerin auftaucht, die schon dreimal Torschützenkönigin in Schweden war.

Djurgården war wesentlich bemühter als beim desaströsen 0:11 in Linköping vor wenigen Wochen, aber man war letztlich chancenlos gegen dieses Spitzenteam, das allmählich auch in Form kommt mit nun fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen.

Jessica Landström traf am Ende noch für Djurgården, aber das war nicht einmal Kosmetik. Die Frustration nach dem zwölften Spieltag und nach elf Spielen muss groß sein bei Djurgården, denn zumindest die erfahrenen Spielerinnen wissen wohl, dass es kaum noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt geben dürfte, auch wenn das rettende Ufer mit KIF Örebro nur vier Punkte entfernt ist.

Eine Bilanz der ersten zwölf Spieltage kommt in den nächsten Tagen.

Morgen Abend

bin ich gleich mal mit fünf schwedischen Nationalspielerinnen verabredet! Ich treffe mich mit Malin Diaz, Therese Boström, Elin Bragnum, Jennie Nordin und Petra Andersson (alle AIK), die am Donnerstag in die Türkei fliegen, wo am Montag dann die U19-EM der Frauen beginnt. Später diese Woche gibt es dann Fotos und ein Interview mit allen fünf Spielerinnen, wobei ich mich noch frage, wie das gehen soll mit so vielen auf einmal zu schnacken.

Fest vorgenommen habe ich mir jetzt übrigens, bald schon ein Interview mit Jessica Landström zu machen, die ja noch eine kleine Chance hat, diese Woche in den Olympiakader zu kommen.

Nächste Woche bin ich bei zwei Spielen: Tyresö – Kopparberg/Göteborgs FC und Djurgården – Linköping und fest im Plan ist ein Interview mit Göteborgs schneller Amerikanerin Christen Press. Ob Lisa DeVanna sich dann noch an mich erinnert, sehen wir nächsten Mittwoch, sie redet wohl nicht mit jedem, habe ich gehört, hat schlechte Erfahrungen gemacht.

Linköpings FC – Djurgården damfotboll= (8:0) 11:0

Und hier gibt es alle Tore. Die arme Tove Enblom im Tor…

1:0 Emma Lundh (1.), 2:0 Louise Fors (11.), 3:0 Petra Larsson (16.), 4:0 Lisa DeVanna (27.), 5:0 Manon Melis (37.), 6:0 Louise Fors (39.), 7:0 Manon Melis (41.), 8:0 Emma Lundh (45.), 9:0 Manon Melis (68.), 10:0 Josefine Alfsson (83.), 11:0 Manon Melis (92.)

 

Lisa DeVanna ist da – Hattrick gegen Piteå

Wo wir gerade von Serien gesprochen haben, können wir mit Krisen weitermachen. Noch kann man sicher niccht vom Ende der Krise bei Linköpings FC sprechen. Aber irgendetwas ist da passiert: Denn mit einem 4:1 Heimsieg gegen Piteå IF hat sich der Meisterschaftsaspirant zumindest aus der Abstiegszone geschossen.

Dabei besorgte die Australierin Lisa DeVanna ihre Saisontore 1-3. Zwischenzeitlich hatte Viktoria Forsmark ausgeglichen und als dann in der Schlussminute noch die andere Superstürmerin Manon Melis ihr zweites Saisontor am achten Spieltag erzielte, war die Stimmung in der Hauptstadt Östergötlands beinahe euphorisch.

In der Mannschaftsaufstellung wird deutlich, dass man die robuste Nilla Fischer aus dem Mittelfeld in die Innenverteidigung geholt hat. Fischer nach dem Spiel: „Ich denke heute haben wir mal alles richtig gemacht, gut gearbeitet, wenn die falsch zum Ball standen in der Abwehr. Der Unterschied war deutlich heute. In der Abwehr hat es auch ganz gut funktioniert, einmal habe ich da ein Problem gehabt, als wir Piteå ins Abseits stellen wollten und da war ich nicht im Bilde, aber insgesamt verlasse ich mich auf mein Spielverständnis.“