Tyresö Favorit

Tyresös Kapitänin Johanna Frisk und Trainer Tony Gustafsson

Tyresös Kapitänin Johanna Frisk und Trainer Tony Gustafsson

Das diesjährige Auftakttreffen der Damallsvenskan fand bei Berns in Stockholm statt. Die Berns salonger, wie das Gebäude eigentlich heißt, stehen schon seit 1863 hier, feiern also dieses Jahr 150-Jähriges Jubiläum. Eine luxuriöse Einrahmung im EM-Jahr, im vergangenen Jahr trafen wir uns noch in einem Scandic-Hotel in Göteborg mit dem Charme der 1980er Jahre.

Wie immer wurde der Vormittag und ein Teil des Nachmittags damit verbracht, dass die beiden Moderatorinnen, Fernsehjournalistin Anna Brolin und Expertin Hanna Marklund Gespräche mit den Trainern und einer oder mehreren Spielerinnen der 12 Clubs der Damallsvenskan führte. Das Erkenntnisinteresse dieser Gespräche ist meist gering.

Am interessantesten Martin Sjögrens deutliche Worte, dass Nilla Fischer zwar aufgrund der Verletzung von Jennie Nordin gegenwärtig Innenverteidigung bei Linköpings FC spielen würde, dass sie aber in der besten Startformation ins Mittelfeld rutschen würde – entgegen dem Willen von Pia Sundhage, die dem Treffen heute wegen Krankheit fernblieb. Sie hätte uns alle nur mit ihrer in Växjö geholten Erkältung angesteckt.

Interessant auch die Äußerungen von Kristianstads kluger Trainerin Elisabet Gunnarsdottir beim Kaffeetrinken, dass ein Grund für den häufigeren Einsatz von ausländischen Spielerinnen in schwedischen Clubs ganz einfach derjenige ist, dass ausländische Spielerinnen häufiger zur Verfügung stehen als hochtalentierte schwedische Spielerinnen. Die Schwedinnen seien dann halt immer wieder auf internationalen Turnieren oder Einsätzen weg, während man die ausländischen Spielerinnen mehr Tage beim Verein hätte. Gunnarsdottir erklärte mir auch das bislang vorhandene Paradox, dass einige sagen, ausländische Spielerinnen seien billiger als schwedische Spielerinnen damit, dass Ausländerinnen oft geringere Gehaltsansprüche hätten als schwedische Spielerinnen, von denen viele das Maß nicht kennen würden, mit dem die Clubs wirtschaften müssten.

Immer noch ist die Isländerin die einzige Frau unter zwölf Männern in der ersten Liga (Vittsjö wird wie im Vorjahr von zwei gleichberechtigten Cheftrainern geleitet).

Wie immer wurden wir mit sogenannten Manometern angehalten, alle möglichen, in diesem Jahr sehr salopp formulierten und teilweise unseriöse Fragen (Bei Piteå galt es auf eine von drei Alternativen zu reagieren: 1) Kommen unter die Top 3 dieses Jahr; 2) Schaffen mal so wieder die Platzierung wie letztes Jahr [8.] und 3) Die steigen ab – dass man sich von 8 kommend bis auf 4 verbessern könnte wurde nicht bedacht; ich fragte mich, wer sich das und schlimmeres ausgedacht hatte) zu beantworten. Vor den Interviews auf der Bühne tippten 64,1% der Anwesenden ca. 120 Personen Tyresö FF als alten und neuen Meister, nachher waren es dann nur noch 52%. Malmö ist klarer Anwärter auf den zweiten Platz. Wenn die Experten Recht behalten, heißen die Absteiger Mallbacken und KIF Örebro.

Göran Havik, der Leiter des OK der EM, hatte natürlich seinen Auftritt und er berichtete von der großartigen Arbeit der lokalen Komitees in Halmstad, Göteborg, Växjö, Kalmar, Linköping, Norrköping und Solna. Bislang seien schon 54.000 von 215.000 Karten verkauft. Insbesonders die schwedischen Spiele haben eine große Nachfrage, die Begegnung zwischen Schweden und Dänemark am 10. Juli in Göteborg ist sogar ausverkauft. Dabei gelte es aber auch, die anderen Spiele zu füllen, das sei die Herausforderung. Man wolle sich dabei nicht mir einer WM oder Deutschland 2011 messen. Aber an den anderen EMs will man sich messen lassen und ist sich im Klaren darüber, dass der Erfolg oder Misserfolg des Turniers an den Zuschauerzahlen gemessen werden wird. Man habe für alle Spiele schon Karten verkauft und so wertete Havik selbst die lediglich 700 verkauften Tickets für das Spiel England – Frankreich am 18. Juli in Linköping als Erfolg. Dabei ist dieses Spiel doch einer der fußballerischen Höhepunkte der Vorrunde. Und die Zahl eher ein Indiz dafür, dass da noch viel Arbeit zu leisten ist, damit es nicht bei der einen oder anderen oder eben bei vielen Begegnungen leere Ränge gibt. Warum das Turnier ausgerechnet im Juli, DEM Urlaubsmonat, wo die Schweden verreisen, stattfindet, hat sich mir auch noch nicht erschlossen, denn die EURO 09 in Finnland fand Ende August / Anfang September statt. Immerhin ist allgemein bekannt, dass etwa 80-90% der Zuschauer eines internationalen Sportereignisses aus dem Gastgeberland kommen.

Am Nachmittag hatte man dann wie immer Gelegenheit, sich mit Trainern und Spielerinnen individuell zu unterhalten. Wie immer verschwand Kopparberg/Göteborgs FC schon fünfzehn Minuten nach Beginn (Zeit für eine Beschwerde), aber die anderen nahmen sich sehr viel Zeit. Und so kann ich in diesem Blog für die kommenden Tage vor Saisonstart Interviews mit Ramona Bachmann (LdB FC Malmö), Anna Westerlund (Piteå IF), Susanne Nilsson (Sunnanå SK) und last, but not least Josefine Öqvist (Kristianstads DFF) ankündigen.

Ohne Öqvist

Nach einem Jahr Babypause war für Samstag das Comeback vonm Josefine „Jossan#“ Öqvist erwartet worden, beim Spiel der Nationalmannschaft gegen Island. Daraus wird nun nichts. Beim Training zog sich die Stürmerin eine Zerrung im Oberschenkel zu, sie wird daher nicht zum EInsatz kommen.

Erkältet sind die Zwillingsschwestern Kristin und Marie Hammarström.

Josefine Öqvists Vereinskameradin, die 17-Jährige Marija Banusic schoss den einzigen Treffer in der U19-Vorentscheidung in Holland gegen den Gastgeber. Schweden ist Titelverteidiger, spielt aber naturgemäss mit einem wesentlich veränderten Team, in dem aber mit Malin Diaz noch die Schützin des Siegestores im letztjährigen Finale gegen Spanien steht.

Svensson und Moberg raus, Rohlin und Öqvist rein

Am 05. April spielt Schweden in Växjö gegen Island, die Mannschaft, die man an der Algarve locker mit 6:1 abgefertigt hat. Man kann sich fragen, ob Island aus sportlichen und medialen Gründen ein guter Gegner ist, da man auch das Interesse an der EM nur unwesentlich steigern wird.Da wäre ein Aufeinandertreffen mit den USA, Japan oder Deutschland in der Friends Arena in Solna besser gewesen, um dem Turnier im Juli noch ein paar Schlagzeilen und damit auch Kartenverkäufe zu bescheren.

Nun gut. Pia Sundhage hat heute schon ihr erstes Aufgebot nach dem Turnier an der Algarve bekannt gegeben. Lediglich auf zwei Positionen gibt es eine Veränderung zum Turnier in Portugal, zwei Veränderungen allerdings, die wesentlich sein können.

Innenverteidigerin Charlotte Rohlin ist ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss wieder zurück. Sie verdrängt Tyresös Annica Svensson aus dem Kader und für Kristianstads Susanne Moberg im Angriff kommt Josefine Öqvist nach der Babypause zurück ins Team.

Öqvist in alter Form sollte es bis in die unmittelbare Nähe der Startformation schaffen können. Mit Öqvist, Kosovare Asllani und Lotta Schelin hätte Sundhage somit drei heiße Kandidatinnen für zwei Plätze im Angriff, wobei das Duell wohl zwischen Öqvist und Asllani laufen würde, da Schelin gesetzt ist. Aber es würde dem schwedischen Team auch einen grandiosen Joker bescheren, wer auch immer von den Beiden auf der Bank sitzen müsste.

Dass Therese Sjögran nicht in diesem Aufgebot steht, ist ein Zeichen dafür, dass es jetzt sehr eng wird für die 36-Jährige Rekordnationalspielerin. Sie hat eine Gelegenheit weniger, Sundhage davon zu überzeugen, dass sie dabei sein muss.

 

Die Woche

Eine relativ ruhige Woche geht allmählich dem Ende entgegen. Vizeemeister LdB FC Malmö hat sich mit zwei Spielerinnen verstärkt: Yoreli Rincon, dessen Kommen seit mehr als einem Monat allen bekannt war außer dem Verein selber:) – am Ende hat die beharrlich twitternde Kolumbianerin Recht behalten. Kathleen Radtke, eine etwas überraschende Verpflichtung für die Abwehr, wird in gut einem Monat aus Jena dazustoßen. Die 28 Jahre alte Innenverteidigerin dürfte es schwer haben, einen Stammplatz zu erobern, solange die arrivierten Amanda Ilestedt und Malin Levenstad gesund sind. Aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und steigert bei manchem auch das Leistungsvermögen.

Testspiele fanden statt. Göteborg gewann das Lokalderby gegen Jitex mit 2:0, dabei erzielte Jessica Landström einen Treffer und Johanna Almgren überragte. Gar mit 4:0 gewann Malmö in der großen Halle in Växjö ein anderes Derby, das um Skåne gegen Kristianstad. Anja Mittag war unter den vier Torschützen. Diese Ergebnisse sowie die Torschützinnen waren schon unter TESTSPIELE im Menü dieser Seite am Mittwochabend zu finden. Nicht unter den Toschützinnen, deshalb erst hier erwähnt, ist das Comeback von Josefine Öqvist im roten Dress von Kristianstad. Sie war zufrieden mit dem ersten Spiel nach Mammapause, beklagte sich darüber, dass die Mannschaft zu weit auseinander gewesen sei, was dazu geführt hätte, dass man sehr viel habe laufen müssen. Elisabet Gunnarsdottir, Trainerin von KDFF, sprach davon, dass man sich unbedingt noch in der Abwehr verstärken müsse. Das Transferfenster in Schweden ist bis zum 31.03. geöffnet, da kann noch viel passieren, obwohl die meisten Kader wohl gefüllt erscheinen.

Was man von Absteiger Djurgården nicht sagen kann. Mit Matilda Rosqvist ist jetzt offiziell die dreizehnte Spielerin (!) der letzten Saison verschwunden, zum Aufsteiger Sunnanå. Dennoch hat sich das sehr junge Team den Ergebnissen nach beim Turnier der Meister in Potsdam recht achtbar geschlagen und wurde nur vom späteren Turniersieger Bröndby aus Kopenhagen so richtig abgewatscht. Es sprang ein siebter Platz heraus, den man durch einen Sieg gegen den finnischen Vertreter FC Honka errang.

Probleme hatte KIF Örebros athletische Stürmerin Sarah Michael. Die Nigerianerin mit Vergangenheit in Piteå und bei Djurgården hing in ihrer Heimat fest und wartete auf eine neue Arbeitserlaubnis für Schweden. Das bürokratische Problem hat sich jedoch jetzt gelöst und am Dienstag wird die Stürmerin in Örebro erwartet – hoffentlich ohne das deutliche Übergewicht, das sie im letzten Jahr mitbrachte und das Gespräch unter den Spielerinnen war.

Josefine Öqvist spielt für Kristianstad

So allmählich setzt sich das Puzzle der nächsten Saison zusammen. Nachdem am Freitag schon einige spektakuläre Wechsel bekannt wurden, stellte Kristianstads DFF heute am frühen Nachmittag die 70-fache Nationalspielerin Josefine Öqvist als Neuzugang vor.

Öqvist und Kristianstad kommt mehr als erwartet, denn nach der Geburt ihrer Tochter Stella im Juli war die Stürmerin nach Malmö zu ihrem Freund Stefan Lassen gezogen. Lassen steht bei den Malmö Redhawks als Eishockeyprofi unter Vertrag.

Da bei LdB FC Malmö alle Plätze im Angriff besetzt sind, kamen als potentielle Spielorte der 29-Jährigen  nur Vittsjö und Kristianstad in Frage, wenn die Familie zusammen bleiben wollte. Vittsjö war zwar Sechster als Aufsteiger, aber Kristianstad hat das etabliertere Team und dort wird die schnelle Angreiferin nun neben Johanna Rasmussen, Susanne Moberg und Jungstar Marija Banusic eine starke Offensive bilden.

Wie üblich spare ich mir die formelhaften Aussagen auf Pressekonferenzen bei der Vorstellung neuer Spielerinnen.

Josefine Öqvist

Josefine Öqvist

In Deutschland gibt es täglich viele Fans, die nach Josefine Öqvist suchen und dann hier im Blog landen. Vermutlich vermissen einige die 29-Jährige im Kader der schwedischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in London. Im Januar hatten wir berichtet, dass Öqvist zusammen mit ihrem Freund, dem dänischen Eishockeyspieler Stefan Lassen ein Kind erwartet. Inzwischen gab das Paar die Geburt seiner Tochter Stella bekannt.

In einem Interview mit der schwedischen Boulevardzeitung Expressen sagte Jossan, wie die schnelle Stürmerin genannt wird, dass sie die Olympiade vom Sofa aus verfolgen werde. Ihr Vertrag mit Tyresö FF gehe bis Ende Oktober und sie habe in jedem Fall vor, 2013 wieder voll auf Fußball zu setzen. Ob das bei Tyresö geschehen wird, ließ sie offen. Der Vertrag von Stefan Lassen mit den Malmö Redhawks erstreckt sich noch über das ganze nächste Jahr, was einen Wechsel nach Süden nahe legen würde, da junge Familien die Tendenz haben, zusammen sein zu wollen. Aber das ist noch alles offen. ffschweden wird zu gegebener Zeit berichten, wo es mit Josefine Öqvist weitergeht. Vermutlich wird das gegen Ende der Saison im Oktober/November bekannt werden.

Ein Mädchen

Da oft danach gegoogelt wird und einige hierdurch auf dieses Blog kommen: Josefine Öqvist und Stefan Lassen sind heute Eltern einer Tochter geworden. Ffschweden gratuliert! Auf Öqvists Facebook-Seite häufen sich die Glückwünsche. Inzwischen haben auch die Massenmedien Wind von der Geburt bekommen, Eishockey-Nationalspieler Lassen schickte Aftonbladet eine SMS.

DeVanna und Sällström – Linköping Meisterschaftskandidat

Mit der Verpflichtung der australischen Stürmerin Lisa DeVanna hat Linköpings FC nun im Duo DeVanna/ Linda Sällström die beiden wohl mit Abstand schnellsten Spielerinnen der Liga in seiner Offensive. Josefine Öqvist macht Babypause, Manon Melis ist vereinslos und Martas Wechsel nach Göteborg noch nicht in trockenen Tüchern.

Als die 1,56 m kleine, schnelle und schussstarke DeVanna bei AIK spielte, war das ein Spitzenverein und die Australierin konnte ein Spiel aleine entscheiden. Die Kombination mit der finnischen Fußballerin des Jahres 2011 und der immer stärker werdenden Emma Lundh bei einer gleichbleibend starken Abwehr lässt Linköping, das sich im Mittelfeld mit Nilla Fischer eine Klassespielerin geholt hat, nun zum Meisterschaftsmitfavoriten werden. Endlich einmal eine sportliche Planung, wo sich ein Verein genau da verstärkt, wo es wirklich nötig war, in der Offensive.

„Lisa ist ein Spielertyp, der hervorragend zu uns passt,“ sagt Trainer Jörgen Pettersson. „Technisch geschickt, hart, enorm schnell und eine große Erfahrung von Spielen auf dem höchsten Niveau.“

In 75 Länderspielen hat DeVanna 25 Tore erzielt.

Was nicht in der Presseerkläruzng steht: DeVanna gilt nicht unbedingt als pflegeleichte Teamspielerin. Bei AIK sollen die Spielerinnen während der Olympiapause angeblich gegen ihre Rückkehr ins Team gestimmt haben. Aber vielleicht ist die 27-Jährige einfach reifer und erwachsener geworden. Mit Linköping wird sehr zu rechnen sein. Der Kader braucht sich nun nicht mehr vor Malmö oder Tyresö verstecken.

Tyresös Nationalspielerin Josefine Öqvist ist schwanger

Gestern verbreitete sich das Gerücht in Windeseile in der Frauenfußballszene, heute kam die offizielle Bestätigung durch Tyresö FF:s Pressesprecherin Carina Johansson. Tyresös Nationalspielerin Josefine Öqvist ist schwanger und wird voraussichtlich im Juli 2013 Mutter und damit auch die Olympischen Spiele in London vermutlich nur vom Sofa aus erleben.

Das letzte Länderspiel der pfeilschnellen 28-Jährigen Öqvist war damit vorerst das Spiel um den Dritten Platz bei der WM, wo sie in der 68. Minute nach einem Tritt gegen Sonia Bompastor des Feldes verwiesen wurde.

„Ich hoffe, dass alles gut verläuft und dass ich 2013 mit dem Fußball weitermachen kann und am liebsten in Tyresö,“ sagt „Jossan“ (bitte JUSSAN aussprechen), wie sie von allen genannt wird. Ihr Vertrag mit dem Meisterschaftsaspiranten läuft allerdings nur bis Ende 2012 und Öqvists Freund und Vater des Kindes, der dänische Eishockeynationalspieler Stefan Lassen (26) spielt – beim schwedischen Erstligisten Malmö Redhawks, in der Stadt von Tyresös größtem Konkurrenten und nun zweifachen Meisters in Serie.

„Wir werden Josefines gute Laune und Energie vermissen, sowohl auf dem Platz wie in der Umkleide. Gleichzeitig beglückwünschen wir sie natürlich. Es gibt nichts Größeres als ein Kind zu bekommen. Ursprünglich hatten wir mit 3-4 neuen Spielerinnen geplant, aber wenn wir bedenken, dass Madelene Stegius ihre Schule mit unserem Trainingsschema nicht zusammenbringen konnte und dazu Josefines Schwangerschaft, da ist es nicht undenkbar, dass wir uns weiter verstärken müssen. Eine wichtige Verpflichtung in diesem Zusammenhang war Vero Boquete.“

In der Tat ist Josefine Öqvist immer gut drauf und sehr spontan. Schon mit gerade 19 Jahren spielte sie sich ins Gedächtnis von Millionen Schweden, als sie beim WM-Halbfinale gegen Kanada 2003 den entscheidenden Treffer markierte, der Schweden ins Finale gegen Deutschland brachte. Im Jahr darauf liess sie sich spärlich bekleidet von einem schwedischen „Herrenmagazin“ (was für ein blöder Ausdruck) ablichten und vomselben zur sexiesten Frau Schwedens gekürt. Was ihr eine Menge Schimpfe und Ärger einbrachte, weil sie angeblich als Vorbild sowas nicht tun dürfte, sagten Kritiker. Ebenso spontan ihr Trikottausch mit einem deutschen Fan bei der WM 2011 nach dem Spiel gegen Nordkorea in Augsburg, den auf YouTube inzwischen mehrere Hunderttausend gesehen haben. Oder eben ihr Tritt gegen Bompastor.

Josefine Öqvist ist wirklich eine sehr fröhliche und aufmerksame Gesprächspartnerin. Das konnte ich im Oktober letztes Jahr bei einem Interview feststellen. Sie lachte, als ich sie auf die drei Ereignisse oben ansprach und meinte, irgendwie gelänge es ihr scheinbar immer, Aufmerksamkeit zu erregen. Aber sie hätte sich wirklich nichts dabei gedacht. Den Tritt gegen Bompastor bedauerte sie sehr, sie sagte allerdings, dass sie es als ungerecht empfand, dass die Französin, die sie übel getreten hatte, nicht einmal gelb gesehen hätte. „Aber klar, sowas darf ich nicht machen und ich habe mir schon beim Rausgehen irrsinnige Vorwürfe gemacht, habe auch meine Mannschaft in Gefahr gebracht. Ich habe geheult da draussen und dachte, jetzt haben wir verloren.“ Dann schoss Marie Hammarström aus Örebro aus schwedischér Sicht das Tor des Jahres.

Zweimal Tyresö: Klinga kommt und Stegius geht

Madeleine Stegius geht von Tyresö zu Djurgården

Im Alltagsgeschäft in Schweden gab es am Wochenende zwei Verschiebungen. Nach einem Jahr bei Linköpings FC kehrt Stürmertalent Lisa Klinga wieder zurück nach Tyresö. Hier wird die begabte 20-Jährige vornehmlich davon profitieren, im Training der knallharten und zur Zeit wohl noch übermächtigen Konkurrenz von Madelaine Edlund und Josefine Öqvist ausgesetzt zu sein. Dann und wann wird es aber sicher einige Spielminuten geben, wenn Edlund, Öqvist oder die Holländerin Kirsten van de Ven einmal ausgewechselt werden.

Damit für Klinga Platz gemacht werden kann, hat sich Madeleine Stegius entschieden, Tyresö zugunsten von Djurgården zu verlassen. Die 17-Jährige kann wie es heißt ihre Schulausbildung nicht damit vereinbaren, dass Tyresö ab 2012 dreimal pro Woche jeweils um 9 und 16 Uhr trainieren wird. Beim Tabellenachten geht es dagegen etwas beschaulicher zu und dort kann Stegius sowohl ihre Ausbildung fortsetzen wie auch Fußball auf hohem Niveau trainieren und spielen.

Tyresö erreicht das Endspiel

Josefine Öqvist schoss beide Tore

Es war typisch. Zur Pressekonferenz, in der Caroline Seger als künftige Arbeitnehmerin bei Tyresö FF vorgestellt wurde, kamen etliche Journalisten, zum eine Stunde später stattfindenden Spiel waren dann nur noch drei Kollegen inklusive mir anwesend. Zugegeben, es war kühl und auch etwas nass. Aber Personalien à la Seger sind wichtiger als der Sport, den sie ausüben, das muss wohl die Botschaft sein.

Tyresö schlug KIF Örebro mit 2:1. Zweimal Josefine Öqvist in der ersten Halbzeit, Sarah Michael zum Anschlusstreffer per Kopf in der 83. Das war zu spät. Am Anfang, in den ersten sechs, sieben Minuten hatte Örebro zwei hochkarätige Chancen. Wenn Sarah Michael den Ball aus schwierigem Winkel ins Tor geschlenzt hätte in der 3. Minute. Aber wenn und hätte spielt man im Kino, hat irgendein kluger Mann mal gesagt oder wars eine Frau?

Tyresö übernahm das Spiel, hatte deutlich mehr Chancen und kam lediglich am Ende etwas in Schwierigkeiten. Bei Örebro debütierte Val Henderson im Tor, Tyresö brachte Neuzugang Whitney Engen in der zweiten Halbzeit für Karin Lissel, die an der roten Karte vorbeischrammt, weil sie ausgewechselt wurde.

Der Finalort wurde in der Halbzeit ausgelost. Ein Mädchen, vielleicht acht, neun Jahr alt, zog das Los und Hans Löfgren, Tyresös getriebener umtriebiger Sportchef nahm es in die Hand und sagte gut gespielt und neutral, dass das Finale auf Valhalla IP in Göteborg stattfinden werde. Und wird sich doch innerlich maßlos geärgert haben, denn aus einem Pokalfinale daheim am Tyresövallen hätte er sicher ein großes Event gemacht. So reisen die Gelbroten oder sind es die Rotgelben Ende Oktober nach Göteborg und haben eine 50/50 Chance, ihren ersten Titel zu gewinnen. Und den würden sie dann doch sicher nochmal am Vallen feiern.

Tyresö Dritter nach viertem Sieg in Folge

Tyresös Sportchef Hans Löfgren ist sowas wie das Mädchen für alles bei seinem Verein. Und schreibt demnach natürlich auch die Spielberichte auf der Homepage des Clubs. Die sind so abgefasst, als ob er selber da unten mitspielt. Wie heute (gestern) beim Spiel in Borås gegen Aufsteiger Dalsjöfors:

„Die erste Halbzeit ist ok, auch wenn wir zu wenige heisse Chancen produzieren. Wir sind da und sorgen stets für Unruhe und in der zwölften Minute glauben sicher alle, dass Katrin das 0-1 macht, aber der Torwart reagiert und macht eine Idiotenparade.“ Idiotenparade gibt zwar selbst auf Schwedisch keinen Sinn, aber man ahnt, wie der 45-Jährige mitfiebert.

Zur Halbzeit steht es 0:0, danach dann setzt sich das auf allen Positionen besser besetzte Team durch. Tore von Katrin Schmidt, Madelaine Edlund, Elaine und Josefine Öqvist. Tyresö gewinnt zum vierten Mal hintereinander und kommt mit 14:1 Toren und 12 Punkten aus diesen Begegnungen jetzt auf Platz drei, noch ein gutes Stück hinter den führenden Teams aus Malmö und Umeå. Immerhin war Tyresö FF mein Meisterschaftsfavorit vor der Saison, weil ich die Startformation für die beste der Liga hielt.

 

 

Dalsjöfors fängt gut an und verliert trotzdem 0:3

Mimmi Löfwenius (Dalsjöfors GoIF)

Am 29.04. sah ich Aufsteiger Dalsjöfors erstmals spielen. Gegen Djurgården verlor man mit 1:4 und nichts sah danach aus, als ob man irgendeine Chance auf den Klassenerhalt haben könnte. Der damalige Trainer Staffan Thorstensson nahm Mimmi Löfwenius mit in die Pressekonferenz. Die 17-Jährige (*17.02.1994) hatte das erste Tor in der ersten Liga für Dalsjöfors erzielt. Danach verlor man und verlor man und verlor man.

Heute Nachmittag nun spielte Dalsjöfors mit neuem alten Trainer und Joakim Carlsson beim ehemaligen Meisterschaftsanwärter Tyresö FF und in der Tat – es präsentierte sich eine Mannschaft, die noch ohne Neuzugänge wesentlich mutiger war, die inzwischen begriffen hat, dass man sich nicht wie das Kaninchen vor der Schlange verhalten darf, wenn man irgendeine Chance haben will.

Dalsjöfors hatte die ersten Chancen in dieser Begegnung. Mit etwas Glück hätte der Aufsteiger sogar mit 2:0 führen können nach gut 20 Minuten. Man nutzt die Chancen nicht aus und das rächt sich dann gegen einen Gegner wie Tyresö, früher oder später.

Heute war es später. Erst in der 47. Minute, wer weiss warum die finnische Gastschiedsrichterin Lina Lehtovaara so lange spielen liess. Tyresö sagte dankeschön und ging in besagter 47. Minute durch Kirsten Johanna Maria van de Ven mit 1:0 in Führung. Von der Holländerin hatte man 46 Minuten lang so gut wie nichts gesehen. Tyresö war bemüht, aber mit dem Kader, der Trainer Stefan Fredriksson zur Verfügung steht, muss man anders spielen. Zu wenig wird da gelaufen und manchmal fällt denRotgelben nichts Besseres ein, als lange Bälle auf die schnelle Josefine Öqvist oder die durchsetzungsstarke Madelaine Edlund zu spielen. Das ist durchschaubar und selbst für einen Gegner wie Dalsjöfors (Torverhältnis aktuell: 2:44, inWorten: zwei zu vierundvierzig) hantierbar, solange die Kraft reicht.

Und in der zweiten Halbzeit legte Tyresö eine gute Viertelstunde lang eine Schippe drauf. Schnell das 2:0 durch wie wieselige Öqvist und beinahe das dritte Tor durch einen tollen Schuss von van de Ven, die in der zweiten Halbzeit sichtbarer war, aber aus halblinker Position traf sie nur die Querlatte. Dafür hätte sie mir auf der Tribüne fast den Kaffee aus der Hand geschossen, immerhin fragte sie zwei Minuten später, ob alles in Ordnung sei:).

3:0 Tyresö durch einen Sonntagsschuss von Elaine Moura, die wohl damit ihr erstes (?) Tor für Tyresö in der Damallsvenskan geschossen hat.

Ein Arbeitssieg für Tyresö, das nach wie vor anch seiner Klasse sucht. Dalsjöfors wird mit den Neuzugängen sicherlich noch ein wenig stärker werden – aber ehrlich gesagt wird das zu spät kommen. Wenn morgen Jitex und Piteå gewinnen dürfte es zappenduster n Borås werden – dann betüge der Abstand auf den rettenden zehnten Platz zehn Punkte. Und der nächste Gegner in Borås heisst Tyresö…

Sonderlob und grosse Talentwarnung für Mimmi Löfwenius. Da wächst ein grosses Talent heran, das sicherlich schon sehr bald andernorts hin abgeworben werden dürfte. Kalle Barling, der schwedische U19-Trainer war im Stadion und dürfte sich den Namen der 17-Jährigen in seinem Notizbuch dick unterstrichen haben.

Schwedinnen in der Einzelkritik

Sechs Spiele sind absolviert und die schwedische Mannschaft hat viel mehr erreicht, als die meisten noch vor einem Monat geglaubt haben.

Hier die Einzelkritik aller eingesetzten Spielerinnen:

1 Hedvig Lindahl: Spielte in fünf von sechs Begegnungen fast fehlerfrei. In der wichtigsten Begegnung gegen Japan war sie ein Unsicherheitsfaktor und zwei der drei Tore gingen auf ihre Kappe. Irrte noch ein paar Mal orientierungslos im Strafraum umher.Note: 4.

2 Charlotte Rohlin: Eine der besten Innenverteidigerinnen dieses Turniers. Hat sich endgültig in die absolute Weltspitze gespielt. Sicheres Stellungsspiel, immer wieder gute Pässe nach vorn. Note: 1

3 Linda Sembrant: Kam zu ein paar Minuten gegen Frankreich. Nicht bewertbar.

4 Annica Svensson: Die 28-Jährige kam erst vor einem Jahr ins Team. War vor der WM oft in Frage gestellt. Kämpferisch grossartiger Einsatz, vor allem in der Defensive. Hatte es schwer gegen schnelle, technische Gegnerinnen. Nach vorne muss sie noch besser werden. Note: 3

5 Caroline Seger: Für die Kapitänin war es eigentlich eine nicht zufriedenstellende WM. Spielte nur dreimal, einmal gesperrt und zweimal verletzt. Auch als sie auf dem Platz stand, war sie nicht so dominant im Mittelfeld wie früher. Note: 3

6 Sara Thunebro: Die Frankfurterin zeigte ebenfalls eine durchwachsene WM. Teils hervorragend wie gegen Kolumbien und Nordkorea, teils überfordert wie gegen Japan und manchmal auch gegen Frankreich.  Note: 3

7 Sara Larsson: Rohlins Partnerin in der Innenverteidigung. Sehr solide, nicht ganz so auffällig wie Charlotte. Aber sehr sicher und gegen Frankreich mit einem Traumpass, der zu Schelins 1-0 führte. Note: 2

8 Lotta Schelin: Endlich auch im Nationaldress und in einem Turnier den Sprung in die Weltspitze geschafft. Eine grandiose Leistung von Lotta, die auch Spielerin des Turniers werden kann. Ihre Leistung ist die Basis für die Bronzemedaille. Note: 1

9 Jessica Landström: Sie schoss das erste Tor gegen Kolumbien, versiebte dann reihenweise Chancen und verlor den Stammplatz an Öqvist. Zu physisch, zu wenig technisch. Note: 4

10 Sofia Jakobsson: Bekam weniger Spielzeit, als man erwartet hätte, weil Dennerby der Startformation vertraute. Gut gegen Kolumbien, gegen Japan fiel sie nicht auf. Zukunftstalent. Note: 3

11 Antonia Göransson: Wurde zweimal eingewechselt, fiel nicht auf. Siehe Jakobsson. Note: 3

12 Kristin Hammarström: hat nicht gespielt

13 Lina Nilsson: Spielte eine Minute gegen Australien. Keine Bewertung möglich.

14 Josefine Öqvist: Ein gutes Turnier der 28-Jährigen, das mit der roten Karte wegen des Nachtretens an Bompastor endete. Jossan ist schnell, sehr schnell und verlässt sich auf ihre Intuition. Der Trikottausch mit einem deutschen Fan in Augsburg geht um die Welt. Note: 2

15 Therese Sjögran: Sie kann besser. Aber Dennerby setzt sie auch zu selten auf der zentralen Position im Mittelfeld ein. Nach wie vor eine sehr wichtige Mannschaftsspielerin. Toll, wie sie Dahlqvist den Ball auflegte gegen Australien. Note: 3

16 Linda Forsberg: Die grösste Allrounderin im schwedischen Team. Dennerby setzte sie aber nur im Mittelfeld ein. Beste Aktion: Flanke in den Strafraum gegen Australien, s.o. Ansonsten wenig. Note: 4

17 Lisa Dahlkvist: Ihre WM begann grossartig in den Gruppenspielen und bis ins Viertelfinale. Erkämpfte sich einen Stammplatz, schoss kaltblütig gegen eine tricksende Hope Solo den Elfer. Gegen Japan und Frankreich sah man nicht mehr so viel. Note: 2

18 Nilla Fischer: Die Abräumerin im Mittelfeld hatte wie Seger Pech. Verletzt, gesperrt und heute wieder verletzt gegen Frankreich. Note: 3

19 Madelaine Edlund: Spielte neun Minuten gegen Kolumbien und sieben gegen Australien. Zu wenig für eine Bewertung.

20 Marie Hammarström: Erfuhr eine Minute vor dem Japan-Spiel, dass sie Caroline Seger ersetzen muss. Kam in der 62. Minute gegen Frankreich und hämmerte 20 Minuten später den Ball in den Winkel. Tor des Turniers? Bronze. Das reicht für Note 2.

21 Sofia Lundgren kam nicht zum Einsatz