Frankreich

Die französische Saison endete am nächsten Wochenende, aber die Elf der Saison wurde bereits veröffentlicht, ihr gehören gleich sechs Spielerinnen vom UWCL-Finalisten Olympique an, keine Schwedin, dafür aber die überlegene Siegerin der Torschützenliste Ada Stolsmo Hegerberg aus Norwegen, die 33 Tore in 21 Spielen erzielte. Hegerberg liegt damit 18 Tore (!) vor der Brasilianerin Cristiane (PSG) und 19 vor Lotta Schelin aus dem eigenen Team.

Anja Mittag (PSG) traf neun Mal, Sofia Jakobsson (Montpellier) erzielte acht Tore. Lyons deutsche Spielerin Pauline Bremer traf immerhin fünf Mal.

Die Assistliste führt Lyons Camille Abily an (13), vor ihren Mannschaftskameradinnen Louise Necib (11) und Eugenie Le Somer sowie Elodie Thomis (je 9).

Lyon hat ein Torverhältnis von 114: 3 und könnte noch die 120er Grenze passieren, obwohl der letzte Gegner am Samstag Montpellier sein wird. Schon der Tabellenfünfte Rodez hat ein negatives Torverhältnis, weil halt alle Vereine hohe Niederlagen gegen Lyon und auch PSG beziehen. Das spricht nicht für die Stärke und Ausgeglichenheit einer Liga, die zwei europäische Topvereine hat, wobei Lyon allerdings noch einmal in einer eigenen Klasse spielt.

 

 

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Blamage für Schweden

Zurück aus München, wo ich den größten Teil der letzten Woche verbracht habe. Gestern Abend übertrug der Fernsehsender TV4 Sport nun doch das erste Länderspiel der schwedischen Nationalmannschaft im neuen Jahr.

In Amiens bei Paris gab es eine hoch verdiente 0:3-Schlappe gegen Frankreich. Ich habe nur die zweite Halbzeit gesehen, aber ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass eine schwedische Nationalmannschaft so dermaßen vorgeführt wurde. Frankreich machte ein tolles Spiel und wenn man eines an den in zartblau spielenden Französinnen kritisieren will, dann ist es die mangelhafte Chancenverwertung. Das Spiel hätte 6:0 oder 7:0 enden können, ja beinahe müssen.

Sicher, die Schwedinnen sind überwiegend in der Saisonvorbereitung, die Französinnen mittendrin, aber das ist eine willkommene, aber zaghafte Verklärung des Spielverlaufs. In Abwesenheit von Pia Sundhage coachte Assistentin Lillie Persson und sicher, Lotta Schelin stand nicht zur Verfügung und auch nicht Therese Sjögran und Charlotte Rohlin. Das erklärt aber nicht, dass Sara Thunebro bis zur Auswechslung ihrer Gegenspielerin Elodie Thomis zur Slalomstange mutierte, die von der schnellen Französin nach Belieben ausgetanzt wurde.

Es erklärt nicht, dass Nachwuchskräfte wie Amanda Ilestedt zwar talentiert, aber noch lange nicht auf diesem Niveau, dem höchsten nämlich, angekommen sind. Da gab es haarsträubende Fehlpässe im Aufbauspiel, so dass die agilen und technisch zwei Klassen besseren Französinnen den Ball meist schon im Mittelfeld der Schwedinnen eroberten und Angriffswelle auf Angriffswelle auf das von Hedvig Lindahl, der wohl alten und neuen Nummer 1 schickte. Lindahl leistete sich zwei ihrer bekannten Ausrutscher, einmal war sie wieder spontan aus dem Tor geeilt, aber der Schuss der eingewechselten Miriam Makanza ging über die Querlatte ins Toraus.

Schweden hat ein Torwart, ein Abwehr, ein Mittelfeldproblem. Caroline Seger kämpfte unermüdlich, versuchte, zu retten, was zu retten war, stand aber auf verlorenem Posten. Elin Rubensson zeigte ein vielversprechendes Debüt als rechte Außenverteidigerin gegen einen übermächtigen Gegner und auch AIK:s Emma Lundh gelang es zwei, dreimal ihr außergewöhnliches Spielerfassungsvermögen zu zeigen. Torchancen der Gelbblauen: Fehlanzeige.

Mit dem neuen 4-1-3-2 Spielsystem, das man ausgerechnet gegen die wohl spielstärkste Mannschaft Europas in einem Auswärtsspiel testete, fiel man gründlich auf die Nase. An der Algarve geht es dann wohl mit Sundhage weiter.

0:1 durch Gaetane Thiney nach 14 Minuten, als Ilestedt gegen die wesentlich reifere Französin keinen Stich bekam. Ab da übernahmen die Blauen das Spielgeschehen. Zeitweilig herrschte Klassenunterschied in Amiens.

„Wir machen viele leichte Fehler und das kann man natürlich erklären. Vieles lag daran, dass wir nicht dasselbe Tempo wie die Französinnen spielen konnten und darüberhinaus fehlten uns einige gute Namen, während die ihre beste Mannschaft hatten,“ versuchte Lillie Persson nach Erklärungen für das Debakel zu suchen.

Schweden spielte mit folgender Startbesetzung:

1 Hedvig Lindahl – 23 Elin Rubensson, 5 Nilla Fischer, 4 Amanda Ilestedt, 6 Sara Thunebro – 7 Lisa Dahlkvist – 11 Antonia Göransson, 17 Caroline Seger [K], 3 Hanna Folkesson – 9 Kosovare Asllani, 22 Olivia Schough.

Die Tore kann man in diesem Video des offiziellen YouTube-Channels der französischen Frauenfußballnationalmannschaft sehen:

Bilder LdB FC Malmö – Olympique Lyonnais

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Louisa Necib – Star in einem Team voller Stars

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Elodie Thomis – eine der schnellsten Flügelflitzer weltweit

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Auf dem Sprung

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Megan Rapinoe – in Lyon nur Joker

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Lotta Schelin und Malin Levenstad

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Louisa Necib beschäftigt die komplette Abwehr

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Amanda Ilestedt und Thora Helgadottir am Boden, dieses Mal kann Ali Riley klären

Noch viel mehr Bilder gibt es auf http://www.flickr.com/photos/hagersten/sets/72157633112527757/

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Frankreich stärker als Schweden

Eines ist an diesem Champions-League-Mittwochabend deutlich geworden. Zwischen den Spitzenclubs der französischen Liga und der Damallsvenskan gibt es einen deutlichen Unterschied. Zählt man beide Spiele zusammen landen wir bei einem Torverhältnis von 6:0 für Lyon/Juvisy gegen Malmö/Göteborg, aber wenn man sieht, dass die Schussstatistik für Göteborgs Spiel ein deutliches 11:1 für die Gastgeber ausweist, dann ahnt man, dass Kristin Hammarström im Tor ein tolles Spiel gemacht hat (sie boxte einen Elfmeter gegen den Pfosten und hielt mehrere andere Schüsse) und dass die Französinnen insgesamt deutlich überlegen waren.

Selber sah ich lediglich das Spiel Olympique Lyonnais – LdB FC Malmö am Computerbildschirm. Und Lyon war noch deutlicher überlegen, als ich das angenommen hatte. Nach den beiden Toren von Elodie Thomis und der überragenden Lotta Schelin brach der Widerstand Malmös zusammen.

Zu offensiv hatte Neutrainer Jonas Eidevall sein Team gegen die wohl beste Vereinsmannschaft der Welt aufgestellt. Gegen Lyons pfeilschnelle und spielstarke Offensivkräfte offensiv agieren zu wollen und damit seine Defensivkräfte immer wieder 1:1 Situationen auszusetzen, denen sie nicht gewachsen sind, das kam sportlichem Selbstmord gleich. Jonas Eidevall hat nach dem Spiel trotzig behauptet, dass sei schon die richtige Einstellung gewesen. Nein, das war es nicht.

Lara Dickenmann hatte auf der linken Seite sehr leichtes Spiel mit Nationalspielerin Lina Nilsson, das müsste eine Alarmglocke bei Pia Sundhage ausgelöst haben. Symbolisch irgendwie, als Dickenmann Nilsson den Ball zwischen die Beine schob und ganz einfach an ihr vorbeispazierte. Es war nicht die einzige Szene. Als dann Lyon auswechselte und Megan Rapinoe (was für eine Einwechslung!!) für Dickenmann kam, wurde es nicht gerade besser für Schwedens erste Wahl auf der rechten Abwehrposition.

Neuverpflichtung Kathleen „Paula“ Radtke musste von Beginn an ran, weil Jugendeuropameisterin Amanda Ilestedt wegen leichter Verletzung nicht neben Malin Levenstad spielen konnte. Leider stellte sich heraus, dass man vom USV Jena kommend im Viertelfinale der Champions League gegen das weltbeste Team vielleicht doch nicht richtig am Platz war. Radtke war an einigen Toren der Gegnerinnen beteiligt und hatte auch mit Fehlpässen im Aufbauspiel, die zu sofortigen schnellen Angriffen Lyons führten nicht unmaßgeblichen Anteil an der hohen Niederlage.

Aber ihr den schwarzen Peter zuzuschieben, wäre ungerecht und würde es nicht treffen. Lediglich Sara Björk Gunnarsdottir hat mir an diesem Abend gefallen. Die Isländerin wuchtete sich wie gewohnt mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe und stemmte sich gegen die Übermacht an – vergeblich.

Der entscheidende Punkt ist neben der völlig verfehlten Taktik aber auch die Personalpolitik Malmös. Man hat vor der Saison mit Manon Melis und Yoreli Rincon zwei weitere Spielerinnen für die Offensive geholt, die mit Anja Mittag, Ramona Bachmann, Elin Rubensson schon stark besetzt war, in der Abwehr allerdings hat man keine Weltklassespielerin verpflichtet.

Die Viererkette bestehend aus Nilsson, Ilestedt, Levenstad und Ali Riley ist international bei allem Respekt bestenfalls durchschnittlich. Da nützt es wenig, wenn dahinter mit Thora Helgadottir eine der besseren Torhüterinnen der Welt steht. Das haben wir am Mittwoch gesehen, wie selbst das Tor einer Weltklassefrau beinahe zur Schießbude gerät, wenn der Mannschaftsteil vor ihr hoffnungslos überfordert ist.

Nun hat Malmö sich für as Rückspiel vorgenommen, die mehr als 100 Spiele anhaltende Serie ohne Niederlage Lyons zu brechen. Ein sehr ehrgeiziges Vorhaben. Nicht zuletzt auch, weil nämlich die Abwehr der Französinnen Weltklasse ist und seit fast einem Jahr in der Champions League kein Gegentor mehr gefangen hat. Damals war es Bianca Schmidt mit dem 1:5-Ehrentreffer für Turbine Potsdam in Lyon. (In einer ersten Version dieses Artikels hatte ich irrtümlich zwei Jahre geschrieben. Siehe dazu den Kommentar.)

Schweden holt Bronze

Die schwedische Nationalmannschaft beendet die Weltmeisterschaft in Deutschland als bestes europäisches Team und mit der Bronzemedaille.

In einem dramatischen Spiel in Sinsheim schlug Schweden Frankreich mit 2:1. Lotta Schelin hatte Schweden in der ersten Hälfte in Führung gebracht, eine Halbzeit, die das schwedische Team kontrollierte. In der zweiten wurden die Französinnen stärker und kamen durch Elodie Thomis zum verdienten Ausgleich.

Nach einem Foul von Sonia Bompastor an Josefine Öqvist revanchierte sich „Jossan“ mit einem Tritt gegen die Brust der Französin und sah völlig zu Recht die rote Karte. Da das Foul Bompastors auch gelbwürdig war und nicht geahndet wurde, pfiffen die Zuschauer die Französin ab dann bei jedem Ballkontakt aus.

Der eingewechselten Marie Hammarström gelang in der 82. Minute das vielleicht schönste Tor dieser WM, von der Strafraumgrenze hämmerte sie den Ball in den linken Winkel und liess der ebenfalls eingewechselten Keeperin Deville keine Chance.

Frankreich hatte personelle Probleme, da auch Spielmotor Louisa Necib schon nach einer halben Stunde nach einem Zusammenprall mit Annica Svensson vom Platz genommen werden musste.