2 x Caroline

Caroline Seger am Sonntag nach dem Spiel gegen Kristianstad

Caroline Seger am Sonntag nach dem Spiel gegen Kristianstad

Caroline Seger hat in erstmals in einem Interview mit der Gesundheitszeitschrift Topphälsa davon berichtet, dass sie seit ihrem 17. Lebensjahr auf Mädchen steht. Das berichtet heute die schwedische Abendzeitung Aftonbladet. Seger sagte dem Magazin, dass sie selber lange Zeit Schuldgefühle hatte und in Gesprächen mit anderen sich sprachlich so ausdrückte, als sei sie mit einem Jungen zusammen. Seit 1,5 Jahren habe sie nun eine feste Freundin und das sei nichts Besonderes. Seger sagte, dass sie den Schritt an die Öffentlichkeit nur tue, um damit jungen Mädchen die Angst zu nehmen, sich zu ihren Gefühlen zu bekennen. Etwas Neues ist das natürlich freilich nicht und man kann sich fragen, ob Seger für ihren Schritt die richtige Publikation gewählt hat. Denn der Sportteil von Aftonbladet, in dem das heute zu lesen war, wird eher von Männern mittleren Alters gelesen als von jungen Mädchen. Die hätte man sicher besser in einer Jugendzeitschrift erreicht oder durch aktive Begegnungen mit Heranwachsenden.

Caroline Jönsson stand 2001 im Tor, als die schwedische Nationalmannschaft in den USA Vizeweltmeister hinter Deutschland wurde. Schon vor der Saison war bekannt geworden, dass Jönsson nur die Hälfte der Saison 2013 für Umeå absolvieren wird, da sie nach den Sommerferien aus beruflichen Gründen zurück nach Malmö ziehen wird. Das morgige Auswärtsspiel in Linköping wird somit Caroline Jönssons letztes Spiel sein.

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Jönsson macht noch ein halbes Jahr

Die ehemalige Torfrau der schwedischen Nationalmannschaft, die 34-Jährige Caroline Jönsson, hat mitgeteilt, dass sie noch eine halbe Saison bei Umeå IK spielen wird und dann zurück in ihre Heimatstadt Malmö ziehen wird. Jönsson wurde mit Schweden 2003 Vizeweltmeisterin in den USA.

Kosovare Asllani hat jetzt auf die kürzlich von Pia Sundhage an ihr geäußerte Kritik reagiert. Sundhage hatte gesagt, dass Asllani sich technisch verbessern müsse. In einem Interview mit Kristianstadsbladet sagte „Kosse“: „Das steht für sie selber. Pia hat mich jetzt zweimal spielen sehen. Ich weiß, was ich verbessern muss, das ist eher meine Physis als meine Technik.“

In Piteå sucht man nach dem verletzungsbedingten Rücktritt von Jennifer Nobis nach einer Alternative im Angriff. Die Amerikanerin Lindsay Taylor hat ein Vertragsangebot abgelehnt. Jetzt bemüht man sich um die isländische Nationalspielerin Fanndis Fridriksdottir, was diese bestätigt hat. Hinter der 22-Jährigen Isländerin ist aber wohl auch ein norwegischer Club her. Piteå bemüht sich ebenso wie Sunnanå um die Außenverteidigerin Johanna Andersson, die 2012 bei ihrem Verein Assi in der zweiten Liga besonders aufgefallen war.

 

 

Pokal, Runde 3, Teil 2

Dass der schwedische Pokal glanzlos über die Runden gebracht wird, darüber regen sich Frauenfußballfans und -experten schon seit Jahren auf. Umsonst. Vergangenes Jahr wurde das Finale zwischen Kopparberg/Göteborgs FC und Tyresö FF im Fernsehen übertragen, es war sogar hinreichend dramatisch und erst im Elfmeterschießen von der Heimmannschaft (!) gewonnen, aber es kamen dennoch nur 920 Zuschauer. Das nimmt man grad nun gern zum Vergleich, wenn in Köln beklagt wird, dass „nur“ knapp 16.000 den FC Bayern seinen ersten großen Titel gegen bis heute in dieser Saison titellose Frankfurterinnen gewinnen sahen.

Immerhin: Gestern Abend kamen zum Zweitligisten Sirius in Uppsala sage und schreibe 1.526 Zuschauer zum Pokalspiel der dritten Runde. Warum? Marta Vieira da Silva war zu Gast und im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen, die in solchen Begegnungen die Stars auf der Bank sitzen lassen, muss man Tyresö und seinem Trainer Stefan Fredriksson ein Kompliment machen. Zwar ließ auch er Torfrau Carola Söberg, dazu Linda Sembrant, Johanna Frisk und Madelaine Edlund zunächst auf der Bank sitzen und gab den Reserven Jessica Höglander (U19-Nationaltorfrau), Jennifer Egelryd, Pauline Hammarlund (U19-Torschützin beim 1-0 in Västerås, das Deutschland aus der EM kickte) und Helén Eke einen Starteinsatz, aber Superstar Marta spielte von Beginn an und wurde erst nach 75 Minuten vom Feld geholt. Bis dahin war das Spiel aber auch schon gelaufen. Kirsten van de Ven hatte zweimal getroffen und Lisa Dahlkvist ihren ersten Treffer in einem Wettbewerbsspiel für Tyresö erzielt. Da war nur noch Statistik, als am Ende U16-Nationalspielerin Marija Banusic (die ich im Januar traf und deren Talent mich sehr beeindruckte) noch das umjubelte Ehrentor schoss.

Djurgården verbrachte den Abend in Västerås beim Drittligisten Gideonsberg und gewann locker mit 8:0. Torschützen: Mia Jalkerud, Sofia Nilsson (je 2), Madeleine Stegius, Irma Helin, Natalia Rickne, Linda Lundberg. Dort stand Ersatztorfrau Tove Enblom erstmals in einem Wettkampfspiel zwischen den Pfosten.

Jitex gewann 7:0 in Mariestad, einem idyllischen Ort am südlichen Ufer des großen Vänern-Sees. 200 Zuschauer sahen Tore von Annica Sjölund (3), Caroline Lindblad, Kristine Lindblom, Christina Julien und Kristin Karlsson.

Nach drei Niederlagen in Folge gewann Umeå IK sein Auswärtsspiel beim Tabellenführer der zweiten Liga Nord, Sunnanå SK, mit 2:1. Nationalspielerin Emma Berglund brachte Umeå durch einen Foulelfmeter in der zweiten Halbzeit in Führung. Nina Jakobsson glich nach Vorlage von Perpetua Nkwocha aus. Jenny Hjohlman sorgte schließlich für die Entscheidung in der 67. Minute, obwohl Sunnanå durchaus Chancen zum Ausgleich hatte. Die UIK-Spielerinnen, deren bizarre Trikot- oder besser Hosenbodenwerbung ich in einem Ohne-Worte-Post gezeigt habe, feierten den Sieg mit einem Duschwettkampf zwischen Caroline Jönsson und Pernilla Nordlund, deren Siegerin mir aber nicht gemeldet wurde.

Ebenfalls nur 2:1, wenn man so will, siegte der Pokalsieger 2010 KIF Örebro bei Jennifer Meiers früherem Club Bollstanäs SK. Sarah Michael und Marie Hammarström schossen die Tore für die Gäste, den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Jocelyn Charetteerzielt.

In einem Spiel zweier Drittligisten gewann Torslanda bei Stångenäs mit 5:4.

Und in Stockholm trafen die Traditionsclubs Hammarby und AIK aufeinander. Der Erstligist AIK siegte durch einen Treffer von Clara Markstedt verdient mit 1:0. Allerdings war ein Klassenunterschied weder im Ergebnis noch im Spiel zu bemerken. Der größte Unterschied zwischen beiden Teams schien mir, dass Hammarby, dass eben bis auf die Torhüterin einen völlig neuen Kader hat, sich in allen Mannschaftsteilen noch finden muss. AIK ist da wesentlich weiter. Der Tabellenletzte der Damallsvenskan hatte in Malin Diaz und Elin Bragnum seine besten Spielerinnen. Die früheren Hammarby-Spielerinnen Nazanin Vaseghpanah und Madeleine Tegström wurden eingewechselt.

Umeå legt vor

Hanna Pettersson (Umeå IK) traf zum 3:1

Ein Sonntagnachmittag in Göteborg, an dem beide Topteams in Westschweden antreten mussten. Zunächst der Tabellenzweite Umeå IK in Mölndal bei JItex. Das Spiel der beiden schwedischen Rekordmeister, Umeå hat sieben, Jitex sechs Titel gewonnen. Aber inzwischen und seit langem ist Umeå das bessere Team.

Dennoch gingen die Gastgeber in Führung. Nach nur neun Minuten versenkte die Finnin Annica Sjölund den Ball zu ihrem 10. Saisontreffer im Netz hinter Caroline Jönsson.

Aber in dieser Saison ist es nicht so einfach, Umeå aus dem Gleichgewicht zu bringen. Zunächst Sofia Jakobsson und dann Ramona Bachmann sorgten für eine 2:1 Führung Umeås zur Pause, die dann noch durch Hanna Pettersson ausgebaut werden konnte, Damit übernahm Umeå zumindest vorübergehend die Tabellenführung, zwei Punkte vor dem schwedischen Meister, der 2 1/4 Stunden später ebenfalls in Göteborg antreten sollte.

Melis rettet Malmö

Vor der neuen Jahresrekordkulisse von 3525 Zuschauern trennten sich Umeå IK und LdB FC Malmö am Gammlivallen in Umeå mit 1:1. Mannschaftskapitänin Emma Berglund hatte die Gastgeber in der ersten Hälfte mit einem Foulelfmeter nach Foul an Sofia Jakobsson in Führung gebracht und die eingewechselte Niederländerin Manon Melis erzielte den Ausgleich durch eine Direktabnahme nach einer Ecke.

Ohne die Torschützenkönigin von 2010 und bislang auch 2011 das Spiel starten zu müssen, war natürlich ein Handikapp für Malmö, aber Melis hatte eine fiebrige Infektion und konnte die ganze Woche nicht trainieren.

Nach dem Spiel gibt es die Erkenntnis, dass auch Malmö nicht jede ersetzen kann, denn als es nach der Halbzeit nicht unbedingt danach aussah, als ob man das Spiel noch drehen könne, da musste eben die Niederländerin doch rein und schon wenig später mit ihrem 13. Saisontreffer im elften Spiel die Tabellenführung retten.

Dabei hatte Malmö mehr vom Spiel in der ersten Hälfte und auch nach dem Ausgleich. Aber Umeå konterte sehr schnell und hat in Sofia Jakobsson und der überragenden Schweizerin Ramona Bachmann zwei Weltklassespielerinnen in der Offensive. In der ersten Halbzeit hatte Malmö noch Pfosten (Heather Garriock) und Querlatte (Sara Björk Gunnarsdottir) getroffen, in der zweiten Hälfte hätte Bachmann nach einer unnachahmlichen Situation und einem herrlichen Rechtsschuss das Tor des Monats erzielt, aber der Ball knallte an die Querlatte – Thor Helgadottir wäre machtlos gewesen.

Somit wird auch das Rückspiel in einer Woche sehr interessant werden und Umeå verkaufte sich besser als erwartet gegen den haushohen Favoriten. Und die Zuschauer am Gammliavallen und an den Fernsehschirmen sahen ein hochklassiges Spiel, das beide Teams hätten gewinnen können.

Umeås Torhüterin Caroline Jönsson, die ebenfalls Weltklasse war: „Ich wollte heute wirklich gewinnen, aber das sind zwei Mannschaften mit sehr viel Künstlerinnen. Es ist toll, dass wir eine so junge und breitgefächerte Truppe haben. Eine grosse Eloge an unsere jungen Spielerinnen, die eine tolle Leistung gezeigt haben,“ sagte die ehemalige Nationltorhüterin und Torhüterin Malmös, die es vor zwei Jahren aus Studiengründen nach Umeå zog der Zeitung Sydsvenska Dagbladet.

Martin Sjögren dürfte heute klar geworden sein, wie viel Manon Melis für sein Team bedeutet, die Niederländerin ist eine Stürmerin der Extraklasse und selbst in dem an Ressourcen reichen Verein nicht zu ersetzen.