Gegen Frankreich

Am 08.02. wird die schwedische Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel im neuen Jahr bestreiten. Gegner außerhalb von Paris ist Frankreich.

In Abwesenheit von Cheftrainerin Pia Sundhage, die in den USA eine zweimonatige Gastprofessur wahrnimmt (sie wird zum Algarve-Cup wieder beim Team sein) benannte Co-Trainerin Lillie Persson folgenden Kader für das Frankreich-Spiel:

Tor: Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Stephanie Öhrström

Abwehr: Magdalena Ericsson, Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Emmelie Konradsson, Charlotte Rohlin, Sara Thunebro

Mittelfeld & Angriff: Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Emma Lundh, Lina Hurtig, Elin Rubensson, Olivia Schough, Lotta Schelin, Caroline Seger, Therese Sjögran, Josefine Öqvist.

Zurückgekehrt ist Carola Söberg. Im Tor gibt es nach dem Bandscheibenvorfall von Sofia Lundgren und dem Rücktritt von Kristin Hammarström Besetzungsprobleme und die nicht gerade stabile Hedvig Lindahl ist nun wieder die Nummer 1.

Die wieder genesene Emma Berglund wurde noch nicht berücksichtigt, ebensowenig Tyresös Linda Sembrant, die in der Champions League schon starke Spiele im Herbst gemacht hat.

Im Angriff darf man gespannt sein, ob Persson Supertalent Lina Hurtig testen wird. Die neuerliche Nominierung von Emma Lundh zeigt, dass das als schwierig geltende ewige Talent Lundh offenbar beim letzten Lehrgang überzeugt hat. Die mittlerweile 24-Jährige verfügt über eine manchmal geniale Spielintuition, hat aber den Durchbruch immer noch nicht geschafft.

 

Ashlyn Harris geht, Carola Söberg bleibt

Carola Söberg (hier beim Training mit der Nationalmannschaft in der Friends Arena, Solna)

Carola Söberg (hier beim Training mit der Nationalmannschaft in der Friends Arena, Solna)

Das Engagement von Keeperin Ashlyn Harris in Tyresö war sehr kurz. Heute teilte der Champions-League-Viertelfinalist mit, dass Ash den Verein verlassen wird und dass Carola Söberg, die nach Harris‘ Ankunft sofort auf die Bank verbannt wurde, ein weiteres Jahr bleibt. Damit steht wohl fest, dass Söberg in den Champions-League-Spielen gegen Neulengbach, möglicherweise Arsenal London und einem möglichen Finale zwischen den Pfosten stehen wird. Denn die neu verpflichtete finnische Nationaltorhüterin Tinja Riikka Korpela ist nicht spielberechtigt für die Champions League in der Saison 2013/14, da sie bereits für LSK Kvinner in der laufenden Runde gespielt hat.

Wenn Harris geht, dürfte auch Ali Krieger nicht mehr nach Tyresö zurückkehren, denn beide Spielerinnen kommen und gehen derzeit im Doppelpack. Tyresö teilte vorige Woche mit, dass man Meghan Klingenberg, Whitney Engen und Torschützenkönigin Christen Press jetzt auf jeden Fall bis zum Ende der CL behalten könne. Jeff Kassouf, amerikanischer Frauenfußballexperte und Betreiber der Seite www.equalizersoccer.com schrieb am Freitag auf Twitter, dass er gehört habe, dass alle drei Spielerinnen spätestens im Juni in der NWSL spielen sollen.

Was bedeutet das dann für den Kader von Tyresö? Madelaine Edlund wird wohl Christen Press ersetzen, obwohl sie lange nicht die enorme Torgefährlichkeit der Amerikanerin hat. Die Schwedin ist eine gute Spielerin, aber Press zähle ich derzeit zu den besten Stürmerinnen der Welt. Ihre Erfolge 2013 auch im US-Team haben wohl entscheidend dazu beigetragen, dass die Liga sie jetzt haben will.

Wie sollen Engen und Klingenberg ersetzt werden? Kehrt die enttäuscht aufgrund geringer Spielzeit nach Vittsjö gegangene Annica Svensson zurück nach Tyresö? Zumal sie ihren Lebensmittelpunkt in Stockholm hat?

Nach Engens Weggang dürfte Line Røddik Hansen wieder einen Stammplatz bekommen. Vermutlich aber auf der linken Abwehrseite, wo ich sie stärker sehe als in der Mitte. Tyresö muss aber vor allem in der Abwehr jemanden verpflichten. Am besten eine Spielerin, die alle Positionen in der Viererkette einnehmen kann.

Marta und Anja Mittag Weltklasse – Unentschieden in Malmö

Mein direkter Vergleich zwischen den beiden Teams endete mit einem deutlichen Plus für Tyresö, in der Realiät sieht es dann oft etwas anders ist, aber das hatte ich auch eingeräumt. Zunächst einmal muste Tony Gustavsson die halbe Abwehr umkrempeln. Kapitänin Johanna Frisk hat möglicherweise einen Kreuzbandriss und Sara Thunebro hatte Fieber und musste daheim bleiben.

Stattdessen stellte Gustavsson Annica Svensson und Karin Lissel auf den Platz. Das ist für jede Mannschaft eine Umstellung, aber bei der Qualität auch der Bank lassen wir das nicht als Entschuldigung für irgend etwas gelten.

Malmö war von Beginn an die bessere Mannschaft und hatte Vorteile in den ersten Minuten, aber es bahnte sich ein echtes Spitzenspiel an, bei dem auch Tyresö seine Gefährlichkeit andeutet. Über die Flügel wollte Jonas Eidevall seine Spielerinnen kommen lassen, um so Tyresös Außenverteidigerinnen, die meist sehr offensiv agieren, bloß zu stellen. Und das gelang erstaunlich oft.

Aber Amanda Ilestedt, die junge Innenverteidigerin Malmös, wirkte sehr unsicher und nervös zu Beginn und nach einem bitteren Abspielfehler von ihr, konnte Christen Press den Ball weiterbefördern zu Marta, die nicht lange fackelte und den Ball zum 0:1 nach 14 Minuten einlochte. Das saß dann tief im Selbstbewusstsein der Gastgeberinnen und offenbar hatte sich die Brasilianerin einiges vorgenommen, denn nur vier Minuten später wurde es sehr still auf dem Malmö IP, als Marta nach ein, zwei Finten den Ball noch einmal an Thora Helgadottir vorbei zum 2:0 ins Netz setzte.

Nun gab wohl kaum noch jemand einen Pfifferling oder war es ein Pfennig? auf Malmö. Aber was für die Mannschaft spricht, ist, dass sie sich aus diesem furchtbaren Tief wieder herauszog. Anja Mittag und Manon Melis erhöhten das Tempo und den Druck und im zentralen Mittelfeld ackerten und rackerten Sara Björk Gunnarsdottir und Katrin Schmidt wie eh und je und leisteten ein enormes Arbeeitspensum. Wichtig dabei, dass auch Malmös Abwehr sicherer wurde trotz des brillanten Auftakts von Marta, die zwei Chancen bekam und beide verwertete.

In der Viertelstunde vor der Halbzeit wurde Anja Mittag immer stärker, sie war immer anspielbar und bekam sie den Ball, wurde es gefährlich. Ich sah das Spiel im Fernsehen und murmelte vor mich hin, dass nur ein Tor vor der Halbzeit Malmö noch Chancen in der zweiten Halbzeit einräumen würde. Die Deutsche muss das gehört haben, denn keine 60 Sekunden vor der Pause schoss sie das 1:2, schnappte sich sofort den Ball und rannte Richtung Mittellinie. Ein klares Zeichen, dass sie eine Führungsrolle übernommen hat und ein Zeichen an ihre Mannschaft wie die Gegner, dass dies noch nicht das letzte Wort gewesen sein sollte.

Das Spiel hatte gerade wieder begonnen in Halbzeit 2, da spitzelte Anja schon wieder den Ball an einer vielleicht zu früh fallenden Carola Söberg vorbei zum umjubelten 2:2 Ausgleich. Und die nächsten 20-25 Minuten gehörten nur noch Malmö. Immer wieder Mittag, die jetzt von Marta das Prädikat Weltklasse übernahm und vorbildlich ein ums andere Mal passte, flankte und schoss.

Auch Ramona Bachmann wurde stärker und das Gefühl stellte sich ein, dass das 3:2 für die Gastgeber nur noch eine Frage der Zeit sei, verdient wäre es in dieser Phase gewesen. Bachmann und ihre ehemalige Mannschaftskameradin Marta (aus Zeiten bei Umeå IK) lieferten sich mehrere nicklige, physische Duelle, aber am Ende gab es dann doch ein freundschaftliches Lächeln und einen Klaps unter den Beiden.

Schrecksekunde am Ende: Islands Nationaltrainerin Thora Helgadottir , die mit einer Knieverletzung ins Spiel gegangen war, vertrat sich und verletzte sich am Oberschenkel. Das tat so weh, dass Helgadottir schon beim in die Knie gehen das Auswechselzeichen zur Bank machte. Gespielt waren fast 90 Minuten und in den verbleibenden fünf musste dann die 17-Jährige Zecira Musovic musste zum ersten Mal in der Damallsvenskan ins Tor und das gegen Marta, Christen Press, Vero Boquete und Co.

Aber sowohl Press wie auch Boquete blieben weitgehend farblos bei Tyresö. Auch Seger und Dahlkvist verloren den Kampf ums zentrale Mittelfeld, wenn auch nur knapp.

Malmö hat einen Schlüsselk gefunden, wie Tyresö ins Wanken zu bringen ist. Wenn man derart druckvoll über die Flügel kommt wie gestern Abend, dann gerät Tyresö ins Schwimmen. Dabei muss aber die eigene Abwehr stehen und darf eine Ausnahmespielerin, die Marta immer noch ist, nicht so ins Spiel kommen lassen wie in den ersten 20 Minuten geschehen.

Mittag und Marta überragten und in der zweiten Halbzeit brachte die 19-Jährige Elin Rubensson auf Malmös rechter Seite sehr viel frischen Wind und mehrere hervorragende Bälle ins Zentrum. Rubensson ist leider unterbewertet, sowohl in ihrer Mannschaft wie auch im Hinblick auf die schwedische Nationalelf.

Malmö und Tyresö im direkten Vergleich

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben vergleicht vor großen und wichtigen Fußballspielen gerne die Startformationen im direkten Vergleich gegeneinander. Das ist mehr Unterhaltung als seriöse Berichterstattung oder Analyse, aber weil’s so schön ist, will ich das auch mal machen vor dem heutigen Knaller LdB FC Malmö – Tyresö FF (19.20 Uhr live im schwedischen Fernsehen).

Der direkte Vergleich endet mit einem klaren Sieg für Tyresö, das zudem noch die bessere Ersatzbank hat. Aber: Das ist ja nur ein Spiel und entscheidend ist bei allen individuellen Fähigkeiten, wie man zusammen spielt und agiert. Und wer das Quentchen Glück auf seiner Seite hat. Gewinnt Malmö, ist die Meisterschaft wieder offen. Gewinnt Tyresö, sind sie nach der Hinrunde sechs Punkte und mehr als elf Tore weg.

 

Thora Helgadottir vs Carola Söberg

Carola Söberg

Carola Söberg

Noch vor zwei Monaten hätte ich hier 1:0 für Malmö gesagt, denn Helgadottir gehört(e?) in Bestform zu den besseren Torhüterinnen der Welt. Aber gerade in den letzten beiden Spielen zeigte die Isländerin doch ungewohnte Unsicherheiten, die zu Gegentoren führten, die vermeidbar waren. Söberg wird selten geprüft, hat aber dieses Jahr noch nicht daneben gegriffen. Möglicherweise hat tatsächlich die fehlende Pause bei Helgadottir eine gewisse Müdigkeit verursacht, sie hat den ganzen Winter in der australischen Liga gespielt. Unentschieden: 0,5:0,5.

Lina Nilsson vs Meghan Klingenberg

Am Sonntag konnte Klingenberg gegen Kristianstad nicht spielen und wurde von Annica Svensson ersetzt. Wir gehen aber davon aus, dass die kleine Amerikanerin heute Abend spielt. Nilsson kämpft um einen Platz in der Startformation der schwedischen Nationalmannschaft gegen Linköpings Jessica Samuelsson. Heute Abend wird sie öfters auf Marta treffen, ein wichtiges Duell. Offensiv gewisse Stärken, defensiv wird sie von schnellen Gegenspielerinnen oft ausgetrickst. Meghan Klingenberg ist defensiv besser, nicht nur, weil sie den dritten schwarzenTaekwondo-Gürtel ihr eigen nennen kann. Auch nach vorne besticht Klingenberg durch brillante Flanken. Klarer Punkt für Tyresö: 0,5:1,5.

 

Amanda Ilestedt vs Johanna Frisk

Amanda Ilestedt

Amanda Ilestedt

Ilestedt ist schneller und kopfballstärker als Tyresös Mannschaftskapitänin, die zwar grundsolide, aber nicht unüberwindbar ist. Frisk wäre die erste, die ich bei einer Verstärkung des Kaders in der Abwehr aussortieren würde. Punkt für Malmö: 1,5:1,5.

 

Malin Levenstad vs Line Röddik Hansen

Malmös Mannschaftskapitänin kommt heute Abend nach guten Trainingsleistungen wieder in die Startelf, aus der sie zuletzt von Kathleen Radtke verdrängt worden war. Trainer Jonas Eidevall sagte auch, dass Levenstad wichtig bei der Kommunikation auf dem Platz sei. Das reicht aber trotzdem alles nicht, um die brillante Dänin auszustechen, die selbst auf der angestammten Innenverteidigerposition besser ist, im Spiel nach vorn, aber auch kompromisslos und souverän in der Defensive. Klarer Punkt für Tyresö: 1,5:2,5.

 

Ali Riley vs Sara Thunebro

Kein Zweifel, Sara Thunebro kommt mit 34 Jahren dem Karriereende näher. Ihre Flankenläufe sind längst nicht mehr so spektakulär und häufig wie vor Jahren, bevor sie nach Frankfurt wechselte, wo sie am Ende keine Spielzeit mehr bekam. Die Neuseeländerin Riley aber wird auch häufig überschätzt. Als sie nach Schweden kam, las ich, dass sie eine der besten Außenverteidigerinnen der Welt sei. Weltklasseleistungen aber hat man kaum gesehen. Beide Spielerinnen sind solide, aber verwundbar. Es wird interessant zu sehen, ob Ramona Bachmann Thunebro ab und an einen Knoten in die Beine spielt. Aber auch Riley wird mit Kirsten van de Ven ihre Müh und Not haben. Unentschieden: 2:3.

 

Katrin Schmidt vs Lisa Dahlkvist

Katrin bekam in Tyresö keinen Vertrag mehr. Zu erklären ist das nur damit, dass die Deutsche schlechter Sponsoren gegenüber zu vermarkten war als schwedische Nationalspielerinnen wie Lisa Dahlkvist, die aber auch nicht gerade charismatisch ist. Darum geht es aber nicht. Dahlkvist ist bei Pia Sundhage wohl fast gesetzt, Katrin Schmidt wieder nicht von Silvia Neid gesehen worden. Spricht das für die enorme Breite des deutschen Frauenfußballs oder einfach eine ignorante Einstellung gegenüber Spielerinnen, die im Ausland herangereift sind? Beide Spielerinnen gewinnen ungeheuer viel Bälle und können gefährlich nach vorn sein. Unentschieden: 2,5:3,5

 

Sara Björk Gunnarsdottir vs Caroline Seger

(Sara) Björk Gunnarsdottir

(Sara) Björk Gunnarsdottir

Die junge Isländerin ist nicht mehr wegzudenken aus Malmös Mittelfeld. Enormer Einsatzwille, sechsfache Torschützin in dieser Saison. Seger tauchte vergangene Saison und zu Beginn der neuen allzu oft unter und machte zuletzt Schlagzeilen wegen ihres Coming Out. Knapper Punkt für Malmö: 3,5:3,5

 

Ramona Bachmann vs Veronica Boquete

Ojojoj, was für ein Vergleich. Zwei Weltklassespielerinnen, die wertvollste Spielerin der Liga 2011 gegen die beste Mittelfeldspielerin 2012. Beide können ein Spiel alleine entscheiden mit überragender Technik und erstklassiger Schusstechnik. Dennoch: der Punkt geht an die Spanierin, die als einzige auf dem berühmten Kanaldeckel Kunststücke vollführen kann, auf engstem Raum brilliert und auch insgesamt mannschaftsdienlicher ist. 3,5:4,5

 

Manon Melis vs Kirsten van de Ven

Zwei Holländerinnen im direkten Vergleich auf der rechten Angriffsseite. Jahrelang hätte Melis hier immer souverän gesiegt. Aber seit dem Weggang von Malmö nach Linköping 2011 und dem gescheiterten Engagement in der kollabierenden WPS ist die mehrfache Torschützenkönigin der schwedischen Liga von der Weltklassestürmerin die sie einmal war, weit entfernt. Ich hätte sie schon längst auf die Bank gesetzt und Talent Elin Rubensson in die Angriffskette geschickt. Van de Ven wird immer stärker, auch sie saß lange auf der Bank (!) und war hinter dem spanischen Neuzugang Jennifer Hermoso Fuentes einsortiert, aber seitdem sie wieder spielen darf, tut sie das mit Verve, viel Schwung und bislang sieben Toren. Punkt für Tyresö: 3,5:5,5.

 

Anja Mittag vs Christen Press

Ojojoj, noch so ein extrem harter Vergleich wie bei Bachmann vs Boquete. Anja hatte eine Supersaison 2012, die kaum zu toppen war. 21 Tore, drei Preise auf der Fußballgala in Schweden. Press schoss 17 für Göteborg und wechselte nach Tyresö und hier spielt sie so wie Anja in der vorigen Saison in Malmö: jeder Schuss ein Treffer. Bislang 12 in neun Spielen gegen Anjas sechs Tore. Deshalb auch hier schweren Herzens. Punkt für Tyresö: 3,5:6,5.

 

Katrine Veje vs Marta Vieira da Silva

Marta Vieira da Silva

Marta Vieira da Silva

Die Brasilianerin war früher stärker, glaube ich, als sie noch bei Umeå spielte. Oder die Gegnerinnen waren weniger in der Lage, ihr Probleme zu bereiten und sind besser geworden. Aber wer Marta sieht, weiß, dass sie immer noch in der Lage ist, einzigartige Dinge zu tun. Klarer Punkt für Tyresö: 3,5:7.5.

 

Umeå IK stark beim 1:1 in Tyresö

Malin

Umeås Keeperin Malin Reuterwall hat das Nachsehen bei Lisa Dahlkvists Schuss 1-1

Es war das erste Heimspiel von Marta 2013, es war der mit Spannung erwartete Gastauftritt der erst 1995 geborenen Norwegerin Caroline Graham Hansen, die Tyresö derzeit testet. Aber das 1:1 vom schwedischen Meister Tyresö FF gegen Umeå IK war vor allem eine beeindruckende Demonstration der Gäste.

Sicher, die haben mit Emmelie Konradsson, Emma Berglund und Hanna Folkesson immerhin drei Spielerinnen in Pia Sundhages Algarve-Kader, aber Tyresö hat die geballte Übermacht von zahlreichen Nationalspielerinnen, einige davon zur absoluten oder erweiterten Weltklasse gehörend.

Die ersten Minuten gehörten Tyresö und vor allem die gerade 18 Jahre alt gewordene Norwegerin wollte sich von ihrer besten Seite zeigen, und das obwohl Cheftrainer Tony Gustavsson heute mit Abwesenheit glänzte und von Assi Leif Edeborg vertreten wurde. Im Publikum u.a. Pia Sundhage und Tyresös verletzte Stars Kirsten van de Ven, Christen Press und Carola Söberg.

Graham Hansen brillierte in ein paar Szenen auf rechts. Die Norwegerin ist beidfüßig, sehr technisch und hat einen beeindruckenden Antritt und gutes Spielverständnis. Viele bezeichnen sie als das größte Talent des norwegischen Fußballs seit vielen Jahren.

Aber je länger das Spiel dauerte, desto besser wurde Umeå, desto besser auch Graham Hansens Gegenspielerin in der ersten Hälfte, Elin Landgren, selber erst 21 Jahre alt.

Der Führungstreffer durch Konradsson in der neunten Minute kam noch wie eine kalte Dusche, danach hätte man erhöhen können und traf auch zum 2:0 durch Jenny Hjohlman, aber dieser Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben.

Tyresö kämpfte sich zurück, traf durch Lisa Dahlkvist zum Ausgleich und schien nun auch das Kommando endgültig zu übernehmen, aber dann war Pause und in der zweiten Halbzeit war Umeå einen Tick besser, hätte in der 54. Minute Elfmeter bekommen müssen, als Hjohlmann im Strafraum von Elaine zu Boden gezogen wurde. Und hatte weitere Chancen durch u.a. Lina Hurtig. Es blieb aber beim alles in allem durchaus gerechten 1:1, ein Ergebnis, das natürlich vor allem Umeå als Positivum mitnehmen kann, das für Tyresö ein Warnsignal sein sollte. Denn eindeutig war es Umeå, das mehr wollte und die Koordination in Tyresös Abwehr, vor allem zentral, sah heute nicht so gut aus.

Interviews nach dem Spiel waren leider nicht drin. Ich hätte gern etwas länger mit Umeå-Spielerinnen gesprochen, aber wie mir Emma Berglund sagte, müsse man schon bald wieder zum Flughafen. Man war eine Stunde vor dem Spiel angekommen und wollte eine halbe Stunde nach Abpfiff schon wieder zurück, um ins eine Stunde nördlich gelegene Umeå nach Hause zu fliegen.

Mit Umeå wird in der kommenden Saison zu rechnen sein. Nicht als Topteam, das werden wieder nur Tyresö und Malmö sein, aber in der oberen Hälfte müsste dieses starke Team landen können. Wie es dem Club gelungen ist, gute Talente selber zu entwickeln (Beispiel: Konradsson) oder andere Talente an sich zu binden (Beispiel: Hurtig), das ist beeindruckend. Trainer Joakim Blomkvist macht im dritten Jahr exzellente Arbeit in Umeå. Man darf darauf gespannt sein, wie sich das Team bei der Premiere der Damallsvenskan präsentieren wird. Dann geht es auswärts gegen – Tyresö FF.

Sundhages Algarve-Kader

Rubensson

Nachdenklich – Elin Rubensson ist nicht im Algarve-Kader von Pia Sundhage

Pia Sundhage hat mehrere Monate lang mit der schwedischen Nationalmannschaft Lehrgänge durchgeführt. Einige Namen fehlten, einige neue kamen hinzu. Gespielt wurde monatelang nur gegen Jungenmannschaften. Bald geht es an die Algarve zum Traditionsturnier im portugiesischen Frühjahr und da stehen dann vier Länderspiele auf dem Programm, man spielt gegen China (06.03.), Island (08.03.) und gegen Olympiasieger USA (11.03.) sowie gegen einen noch unbekannten Gegner (je nachdem wo man in der eigenen Gruppe landet) am 13. März.

Hier ist der heute in der EURO2013-Stadt Norrköping bekannt gegebene Kader:

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Carola Söberg

Abwehr: Emma Berglund, Nilla Fischer, Malin Levenstad, Lina Nilsson, Jessica Samuelsson, Annica Svensson, Sara Thunebro

Mittelfeld und Angriff: Johanna Almgren, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Carina Holmberg, Sofia Jakobsson, Emmelie Konradsson, Susanne Moberg, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger.

Mit Folkesson, Holmberg und Schough enthält der Kader drei potentielle Debütantinnen. Etwas überraschend nicht dabei sind Malmös junge U19-Europameisterinnen Elin Rubensson und Amanda Illestedt. Meine Spekulation: Entweder will Malmö sie vor dem CL-Viertelfinale gegen Lyon extra schonen oder aber sie sind nicht mehr aktuell, weil Oldtimer wie Charlotte Rohlin und Therese Sjögran nach ihren Kreuzbandverletzungen auf dem Weg zurück sind.

Schaut man sich die Vereinsbilanz an, dann sind die 23 Spielerinnen aus insgesamt beeindruckenden zwölf Vereinen. Jeweils vier Spielerinnen kommen von Pokalsieger Kopparberg/Göteborgs FC (K Hammarström, M Hammarström, Almgren und Schough) und Meister Tyresö (Söberg, Svensson, Dahlkvist und Seger). Fünf (Jakobsson, Thunebro, Asllani, Schelin und Göransson) spielen im Ausland.

Die älteste Spielerin im Kader ist Frankfurts Abwehrspielerin Sara Thunebro (33) und die jüngste Jessica Samuelsson (21) aus Linköping. Das Team hat ein Durchschnittsalter von 26,3 Jahren beim Start des Turniers. Sechs Spielerinnen (K Hammarström, M Hammarström, Lundgren, Söberg, Svensson, Thunebro) sind über 30 Jahre alt.

Pia Sundhage reduziert von 28 auf 23

Olivia_Schough

Olivia Schough (Göteborg) immer noch dabei – sie könnte die eigentliche Überraschung im Kader Pia Sundhages werden

Waren im Januar noch 28 Spielerinnen in einem erweiterten Kreis beim Trainingslager im Leistungszentrum auf Bosön, so werden es vom 9.-14. Februar nur noch 23 sein. Der Kreis wird enger und die EURO rückt näher.

Mit dabei: Olivia Schough aus Göteborg, die unter Vorgänger Thomas Dennerby kein einziges Mal nominiert wurde. Die 21-Jährige wurde bei der Bekanntgabe des Kaders von Sundhage speziell erwähnt: „Jetzt bin ich sehr gespannt, welche Spielerinnen in diesem Lager bereit sind, den nächsten Schritt zu machen. Olivia Schough zum Beispiel hat ein gutes Spielverständnis, exzellente Ballannahme und lässt andere gut aussehen,“ so Sundhage auf der Homepage des schwedischen Fußballverbands SvFF.

Die Nominierungen.

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Carola Söberg

Abwehr: Emma Berglund, Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Lina Nilsson, Jessica Samuelsson, Annica Svensson, Sara Thunebro

Mittelfeld: Johanna Almgren, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Carina Holmberg, Emmelie Konradsson, Susanne Moberg, Caroline Seger

Angriff: Sofia Jakobsson, Elin Rubensson, Lotta Schelin, Olivia Schough.

Im Vergleich mit der 28er-Gruppe von Mitte Januar sind Malin Levenstad, Hanna Folkesson, Malin Diaz, Lina Hurtig und Julia Spetsmark nicht mehr dabei. Überraschend ist das höchstens bei Levenstad, die anderen vier Spielerinnen bekamen wohl ein Lob durch die Nominierung und die anderen etwas mehr Druck im Training.

Ebenfalls nicht dabei sind Madelaine Edlund und Stina Segerström, die ihre Nominierung im Januar wegen Verletzungen abgesagt hatten. Beide sind damit möglicherweise endgültig aus dem Rennen um einen Platz bei der EURO. Edlund wird bei ihrem Verein Tyresö FF überdies um ihren Stammplatz bangen müssen, jetzt wo man Christen Press hat.

Die beiden Routiniers Charlotte Rohlin und Therese Sjögran versuchen sich unterdessen, nach ihren Kreuzbandverletzungen wieder heranzuarbeiten. Chancenlos sind sie nicht, aber es dürfte schwer werden, sehr schwer, denn Pia Sundhage scheint nur eines zu bewerten: die aktuelle Leistung.

Die Nummer 1 im Tor, sagt sie, ist noch nicht gefunden. Alle drei Keeperinnen haben noch die Chance. Rechtzeitig vor der EM werde sie sich entscheiden, aber momentan sei eben keine deutlich besser als die anderen.

 

Zugänge und Abgänge (Stand: 05.01.2013)

So allmählich füllen sich die Kader der Vereine in der Damallsvenskan. Es ist Zeit für einen ersten Überblick. Hier kommen die 12 Teams der Saison 2012 plus die beiden Neulinge.

Tyresö FF

Zugänge: Christen Press (Kopparberg/Göteborgs FC), Malin Diaz (AIK)

Abgänge: Helén Eke (Verein steht noch nicht fest)

Kommentar: Erstmals auf seiner Reise von der vierten Liga zum Meistertitel gibt es in Tyresö keine wesentlichen Personalwechsel. Marta, Vero Boquete, Caroline Seger hatten allesamt laufende Verträge auch für 2013, obwohl es um Marta wieder einmal Wechselgerüchte gab und auch noch gibt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Brasilianerin Tyresö in diesem Jahr verlässt. Für die USA ist ihr Marktwert nicht groß genug und keiner der neuen Vereine könnte sie mit den erlaubten Budgets bezahlen. Christen Press wird den Stammplatz von Madelaine Edlund gefährden. Sowohl deren wie Elaines auslaufender Vertrag wurde verlängert. Tyresö ist ein Topteam mit erstklassigen Alternativen auf der Bank. Auch Meghan Klingenberg hat verlängert. Wunschelf (Linda Sembrant in der Reha nach Kreuzbandriss):

Carola Söberg, Meghan Klingenberg, Johanna Frisk, Karin Lissel, Line Röddik Hansen, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete, Marta, Kirsten van de Ven, Christen Press.

Bank: Annica Svensson, Elaine, Malin Diaz, Madelaine Edlund, Jessica Höglander.

——-

LdB FC Malmö

Zugänge: Yoreli Rincon (XV de Piracicaba), Zecira Musovic (Stattena), Manon Melis (Linköping)

Abgänge: Emma Wilhelmsson (Jitex), Christina Öyangen Örntoft (Bröndby), Hilda Carlén (noch unbekannt)

Kommentar: Nach der finanziellen Rettung durch Milliardär Dan Olofsson nimmt auch Malmö Kurs auf den Meistertitel. Die Liga wird (wenn sich nichts wesentlich ändert) zu einem Zweikampf Malmö – Tyresö werden, in dem Tyresö abermals klarer Favorit ist, trotz der Verpflichtung von Melis. Rincon überrascht, riskant, eine 19-Jährige Kolumbianerin zu integrieren. Die 1,54 m kleine Filigrantechnikerin wurde mit Marta verglichen, muss das aber noch beweisen. Malmö hat aber immer gut eingekauft…

Voraussichtlich:

Thora Helgadottir, Lina Nilsson, Malin Levenstad, Amanda Ilestedt, Ali Riley, Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran, Ramona Bachmann, Elin Rubensson, Anja Mittag, Manon Melis.

Reserve:

Zecira Musovic, Frida Nordin, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Yoreli Rincon, Sofi Anker Kofoed.

– – – – – – –

Linköpings FC

Zugänge: Lina Rinshamre (Sundsvalls DFF), Magdalena Ericsson (Djurgården), Stina Blackstenius (Vadstena GoIF), Renée Slegers (Djurgården), Emma Lennartsson (IFK Norrköping)

Abgänge: Manon Melis (LdB FC Malmö), Lisa DeVanna (Perth Glory), Emma Lundh (noch unbekannt, Hammarby?), Karen Bardsley (Lincoln LFC), Louise Fors (Western Sydney Wanderers, ab Frühjahr FC Liverpool Ladies), Nora Holstad Berge (Arna-Björnar), Matilda Agné (Hammarby DFF), Ingrid Schjelderup (Vålerenga), Josefine Alfsson (Kisa BK)

Kommentar: Linköping beendet nach einem Jahr seinen Versuch, mit Tyresö und Malmö zu konkurrieren und hat Sparmaßnahmen eingeführt. Neun Spielerinnen verlassen den Verein und fünf kommen neu hinzu, im Gespräch ist immer noch AIK:s U19-Europameisterin Jennie Nordin. Mit Ringshamre und Ericsson hat man zwei weitere junge Europameisterinnen verpflichtet. Linda Sällström, die gegen Ende der Saison noch gehen wollte (Jitex war eine Option), bleibt nun doch, vermutlich, weil die Konkurrenz in der Offensive nach ihrer Rehazeit nach dem Abgang von DeVanna, Melis und Lundh deutlich entspannter geworden ist. Linköping ist auch immer noch das bessere Team. Wichtig, dass Trainer Martin Sjögren zwei weitere Jahre bleibt.

Voraussichtlich:

Sofia Lundgren, Maja Krantz, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Marianne Gajhede Knudsen, Renée Slegers, Petra Larsson, Pernille Harder, Jonna Andersson, Linda Sällström.

Hier und bei den weiteren Clubs erspare ich mir die potentielle Bankbesetzung, da lediglich Malmö und Tyresö um die Meisterschaft spielen werden.

– – – – – – – – – –

Kopparberg/Göteborgs FC

Zugänge: Jessica Landström (Djurgården), Marie Hammarström (KIF Örebro), Cathrine Dyngvold (Klepp),

Abgänge: Christen Press (Tyresö FF), Ingrid Wells (noch unbekannt)

Göteborg wollte eigentlich angreifen. Dann kam der Abgang von Press dazwischen. Tyresös Zampano Hans Löfgren schnappte die Amerikanerin den Göteborgern vor der Nase weg. Landström ist vom Typ her kein Press-Ersatz, aber sie ist eine Kämpfernatur mit einer enormen fysischen Kraft. Dennoch muss sich das Angriffsspiel ändern. Torbjörn Nilsson hat seinen Trainervertrag um 2 Jahre verlängert, weil ihm versichert wurde, dass die Mannschaft sukzessiv verstärkt wird. Mindestens eine Klassespielerin muss noch kommen.

Voraussichtlich: Kristin Hammarström, Catrine Johansson, Anna Ahlstrand, Stina Segerström, Camille Levin, Yael Averbuch, Anita Asante, Johanna Almgren, Olivis Schough, Cathrine Dyngvold, Jessica Landström.

————————-

Kristianstads DFF

Zugänge: Josefine Öqvist (vereinslos), Marija Banusic (IK Sirius), Brett Maron (Valur), Elin Borg (AIK)

Abgänge: Elin Nilsen (Vittsjö), Katrin Ómarsdóttir, Becky Edwards (beide unbekannt), Emelie Johnsson (Borens IK),  Moa Pettersson (Wä IF), Anna Persson (Glimåkra IF), Lisa Petersson, Julia Molin (AIK)

Auf den Plätzen 5-12 und bei den Aufsteigern erspare ich mir die mögliche Aufstellung am ersten Spieltag. Maron wird sicher in den ersten Monaten im Tor stehen, da Hedvig Lindahl in der Reha nach dem Kreuzbandriss ist. Trainerin Beta Gunnarsdottir ist wie immer super ambitioniert und will sicher Meister werden. Mit der Verpflichtung von Banusic ist ihr ein Coup gelungen. Für mich das größte Talent im schwedischen Fußball VOR der allenthalben gepriesenen Lina Hurtig (Umeå). Dass Josefine Öqvist letztlich der Offensive maßgebliches Gewicht verleihen wird, steht außer Frage. Kristianstad hat jetzt den drittbesten Angriff der Liga.

—————-

Vittsjö GIK

Zugänge: Elin Nilsen (Kristianstad), Jane Ross (Glasgow City)

Abgänge: Emma Kullberg (Umeå Södra), Josefine Mårtensson (Glimåkra IF)

Das zweite Jahr ist immer das Schwerste. Das wird auch für Sensationsaufsteiger Vittsjö GIK gelten. Niemand hätte das Team aus Skåne auf Rang 6 erwartet. Die Verpflichtung von Jane Ross deutet eventuell darauf hin, dass Danesha Adams geht. Die Amerikanerin war sehr wichtig. Möglich, dass Vittsjö, wie immer, von Beta Gunnarsdottir geschasste Spielerinnen überimmt. Becky Edwards?

——————-

Umeå IK

Zugänge: Hanna Folkesson (AIK)

Abgänge: Erica Carlén (Morön)

Wenig passierte in Umeå. Keeperin Caroline Jönsson hat ihr Karriereende zur Saisonmitte angekündigt. Da braucht es Ersatz.

—————-

Piteå IF

Zugänge: Clara Markstedt (AIK), Johanna Andersson (Assi)

Abgänge: Camilla Johansson, Jessica Olovsson (unbekannt), Ann-Mari Dovland (Klepp), Jennifer Nobis (Karriereende)

Piteå hat zwar die beste Torschützin Nobis durch Clara Markstedt ersetzt, aber es fehlt an einer weiteren offensiven Spielerin, die dem Angriff mehr Durchschlagskraft verleiht. Faith Ikidi hat ihren Vertrag bis einschließlich 2015 verlängert, eine finanzielle Deckung dafür gibt es noch nicht.

———————–

Jitex BK

Zugänge: Emma Wilhelmsson (LdB FC Malmö)

Abgänge: Katri Nokso-Koivisto (LSK Kvinner), Nanna Jansson (Hovås Billdal), Caroline Lindblad (unbekannt)

Jitex wird weder schwächer noch stärker.

—————

KIF Örebro

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emelie Lundberg (Eskilstuna United), Hanna Ågren-Åhbom, Nina Fellbrant,  Fanny Persson (hören auf), Edda Garðarsdóttir,  Ólína Viðarsdóttir (beide zurück nach Island, , Linda Fransson (noch nicht klar)

Das sieht wieder nicht gut aus für Örebro, das erhebliche finanzielle Probleme hat.

————-

Sunnanå SK

Zugänge: Anikka Kukkonen (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF),  Carys Hawkins (Perth Glory

Abänge: Anna Bodén (Morön),  Yanru Zhang (China)

——————–

Mallbacken

Zugänge: Sarah Bergman, Emmie Johansson (beide QBIK), Maija Saari (AIK), Hayley Lauder (Åland United)

Abgänge: Anna Arnfeldt (Karriereende)

————-

Djurgården

Abgänge: Gudbjörg Gunnarsdottir, Mia Jalkerud, Freja Hellenberg (alle Avaldsnes IL), Jessica Landström (Göteborgs FC), Renée Slegers (Linköping), Anna Lindblom (Hammarby), Katrine Petrous, Natalia Rickne, Annika Kukkonen (Sunnanå), Katrin Jonsdottir, Caroline Frånberg.

—————–

AIK

Zugänge: Lisa Pettersson, Julia Molin (beide Kristianstad)

Abgänge: Maija Saari (Mallbacken), Elin Borg (Kristianstad), Nazanin Vaseghpanah (hört auf), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz (Tyresö), Clara Markstedt (Piteå), Lori Chalupny (unbekannt)

Pia Sundhage überrascht

Na endlich. Nachdem das erste Aufgebot für das Länderspiel gegen die Schweiz eher enntäuschend war, ist die 28 Frauen starke Truppe, die Pia Sundhage für ein Trainingslager auf Bosön in der Nähe von Stockholm nominiert hat mit einigen Überraschungen gespickt.

Dabei ist die größte Überraschung sicher Mittelfeldspielerin Carina Holmberg. Die 29-Jährige war zuletzt zwei Jahre in der zweiten Liga aktiv bei Aufsteiger Sunnanå und wird erst nächstes Jahr wieder erstklassigen Fußball spielen. Holmberg hat auch bislang sehr wenig Berührung mit dem Fußballverband SvFF, lediglich einmal war sie in der U19, aber das ist schon mehr als zehn Jahre her. Allerdings wurde Carina Holmberg diese Saison zur wertvollsten Spielerin der zweiten Liga Nord gewählt.

Eine weitere Überraschung ist U19-Europamneisterin Malin Diaz. Die 18-Jährige erinnert an den spanischen Fußball nicht nur wegen ihres Namens, sondern vor allem aufgrund ihrer technischen Spielweise. Physisch sehen viele Diaz noch als steigerungsfähig. Aber nun wird Malin Diaz ebenso eine Woche mit den arrivierten Spielerinnen unter Sundhage trainieren wie auch Göteborgs Olivia Schough. Eine dritte Überraschung – die Göteborgerin war zwar in der D23-Auswahl, aber stand sicher bei vielen nicht auf dem Schirm für die A-Mannschaft.

Linköpings junge Außenverteidigerin Jessica Samuelsson sehen viele als eine Zukunftslösung, sie hatte zwar schon ein Länderspiel unter Dennerby, ist aber jetzt nach längerer Pause wieder dabei.

Hier sind alle 28 Namen:

Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Carola Söberg

Emma Berglund, Emmelie Konradsson, Amanda Ilestedt, Sara Larsson, Malin Levenstad, Lina Nilsson, Jessica Samuelsson, Stina Segerström, Annica Svensson, Sara Thunebro

Johanna Almgren, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Nilla Fischer, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Sofia Jakobsson, Caroline Seger, Malin Diaz, Carina Holmberg, Olivia Schough

Madelaine Edlund, Jessica Landström, Susanne Moberg, Elin Rubensson

Nicht dabei Lotta Schelin, die mit Olympique Lyon eine Japan-Tournee macht.

 

Nach dem Finale

200 000 Fernsehzuschauer sahen am Samstag die Begegnung der beiden besten Teams der Liga auf dem Sender TV4 Sport. Das ist neuer Rekord und auch die Medienberichterstattung hatte neue Dimensionen. Der Presseraum von LdB FC Malmö war nach dem Spiel hoffnungslos überfüllt und die Reporter saßen heillos durcheinander.

Sydsvenska Dagbladet , die große Regionalzeitung aus Skåne, widmete der Begegnung gegen Tyresö am Sonntag gleich vier ganze Seiten. Die ersten beiden Seiten wurden dominiert von der Frage, ob die Flanke von Elin Rubensson in der 85. Minute vor oder hinter der Torlinie war. Kommentator Max Wiman fordert Torkameras für die Zukunft und die handelnde Schiedsrichterin der Partie, die vorher so gerühmte Jenny Palmqvist ist auch der Meinung, dass man Torkameras braucht, um wirklich jeden Zweifel auszuräumen.

Wiman kommt zu einer harten Schlussfolgerung, basierend auf der Äußerung Palmquists, sie habe nach Gefühl entschieden: „Wird das Gegenteil bewiesen, ist das Vertrauen in Schwedens beste weibliche Schiedsrichtern erloschen, vor allem, wenn sie sagt, dass sie ihre Entscheidung auf Gefühle und Intuition begründet habe.“

Da hat Wiman natürlich Recht. Eine geradezu dumme Äußerung der international so renommierten Palmquist, die dann am Abend von Aftonbladet interviewt wurde und dabei sowohl Fernsehbilder wie auch Fotos zu sehen bekam. Nun sei sie sich ganz sicher, dass sie richtig gehandelt habe, der Ball sei eindeutig nicht hinter der Linie gewesen.

Mit dieser Meinung steht Palmquist allein mit den Fans und Verantwortlichen von Tyresö.

Es gibt kein einziges Foto, bei dem zu erkennen wäre, wo sich der Ball mit Ausschluss jeglichen Zweifels befunden haben kann, denn überall sieht man lediglich den Ball und Torhüterin Carola Söbergs Oberkörper und Hände – nicht aber wie sich alles im Verhältnis zur Torlinie zu jeder Hundertstel Sekunde des Geschehens abgespielt hat.

Ich saß ca. 5-6 Meter vom Geschehen entfernt hinter dem Tor Tyresös und mein erster Gedanke war, das gibt es doch gar nicht, sie lässt das Ding ins Tor rutschen. Dann der Jubel, dann der Zweifel und die für beide Teams quälenden Minuten danach. Bis Palmquist den Ball nahm und Söberg zum Abstoß brachte. Tor? Kein Tor? Ich weiß es ebenso wenig wie alle anderen. Söberg müsste es wissen, sie sagt, der Ball sei zu keinem Zeitpunkt hinter der Linie gewesen, sie habe ihn absichtlich gegen den Pfosten gedrückt, um zu zeigen, dass er nicht drin sei. Aber was war, bevor sie anfing, gegen den Pfosten zu drücken?

Wir werden das nicht klären. Gestern hatte ich eine Diskussion auf Twitter mit Lisa Ek, der kreuzbandverletzten Mittelfeldspielerin Malmös. Ich machte meinen Unmut über Palmquists Aussage von der Gefühlsmäßigkeit ihres Handelns Luft und irgendwann meinte Ek, diese ganze Diskussion sei doch destruktiv und schade nur der Mannschaft. Ich erwiderte, dass es nicht meine Aufgabe sei, mich um die Mannschaft zu kümmern, aber dass das öffentliche Interesse  natürlich auf eine solche Frage fokussiere und durchaus berechtigt sei. Außerdem so müsse sich Malmö um sein Spiel und nicht zuletzt seine wirtschaftliche Zukunft selber kümmern. Da gab es dann keine Antwort mehr und ich vermute, dass Lisa Ek nicht mehr zu meinen Fans gehört.

Natürlich muss die Mannschaft sich jetzt schnell wieder neu orientieren, denn am Mttwoch steht das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League an und Gegner Bardolina Verona sollte man nicht unterschätzen. Birmingham reiste mit einem 2:0 Vorsprung nach Italien und verlor dort 0:3. malmö hat lediglich ein 1:0 vorgelegt.

Aber die Diskussion um Tor oder nicht Tor können wir in der Tat ad acta legen. Wie hat Udo Lattek mal so richtig gesagt: „Elfmeter ist, wenn der Schiedsrichter pfeift.“ Egal, was alle anderen gesehen oder nicht gesehen haben. Schiedsrichter treffen Tatsachenentscheidungen. Es ist grotesk, dass man im Jahr 2012 nicht die technische Hilfe nutzt, die möglich wäre. In Wimbledon erkennen haarfeine Messanlagen, ob ein 200 km schneller Aufschlag im Aus oder auf der Linie war, beim Eishockey haben wir seit vielen Jahren Kameras im Tor. Nur im Fußball gibt es ewig Gestrige, zu denen UEFA-Boss Michel Platini zählt, die gegen Torkameras sind. Da, wo es eindeutige Fehlentscheidungen gibt, sollte es möglich sein, diese zu korrigieren. Thierry Henrys unsägliches Tor mit doppeltem Handspiel gegen irland, dass Frankreich zur WM brachte etwa, hätte man an Ort und Stelle annuliieren können. Alle haben es gesehen, nur der schwedische Schiedsrichter nicht.

Tyresö FF hat den Meistertitel verdient gewonnen. Das muss auch mal gesagt werden. Keine Mannschaft hat in den besten Momenten der Saison so druckvollen Angriffsfußball gezeigt wie die Mannschaft von Hans Löfgren. Wie man Örebro mit 7:0 abfertigte beim Saisondebüt und dem Gegner somit die ganze Saison verkorkste, das war eine eindrucksvolle Demonstration der Stärke. Die Spielerinnen haben hart, sehr hart gearbeitet.

Aber auch Malmö hätte den Meistertitel verdient gewonnen. Im Gegensatz zu Tyresö hat man (wenn auch gezwungen durch Verletzungen) eigenen Nachwuchs wie Abwehrspielerin Amanda Ilestedt und Stürmerin Elin Rubensson auf beeindruckende Weise integriert. Und was Anja Mittag und Ramona Bachmann ablieferten, wenn sie gut drauf waren und das waren keine seltenen Momente, das waren fußballerische Delikatessen absoluter Weltklasse.

Wie geht es weiter? Auch damit befasste sich gestern Sydsvenskan. Malmös Clubchef Niclas Carlnén hatte zweimal den Konkurs als eine realistische Option ins Feld geführt und seine letzte Äußerung vor knapp sechs Wochen in dieser Richtung war, dass man bis Ende Oktober Geld habe.

Drei Szenarien für die nächste Saison skizzierte Carlnén nun. „Ich glaube an die mittlere Variante. Ein fortgesetzter Versuch, an der Spitze der Liga zu sein und das Viertelfinale der Champions League zu erreichen, gerne das Halbfinale,“ so Carlnén.

Das derzeitige Budget liegt bei 15 Millionen Kronen. Könne man 20 investieren, dann könnte man über einen Champions League Sieg 2014 mitstreiten und mehr Spielerinnen die Möglichkeit geben, ein weitgehend professionelles Leben als Fußballprofis zu führen. Die negative Variante will ich hier nicht beschreiben. Verträge mit Bachmann und Mittag laufen auch über 2013, mit Torhüterin Thora Helgadottir und Jungtalent Elin Rubensson haben gerade zwei wichtige Spielerinnen verlängert.

Als Stockholmer Zeitung stellt Dagens Nyheter noch einmal den Weg Tyresös aus der vierten Liga bis zum Meistertitel dar – im wesentlichen Verdienst des umtriebigen und gewieften ehemaligen Sportchefs Hans Löfgren, dessen Vision in der vierten Liga entstand und zum Ziel hatte, 2012 schwedischer Meister zu werden. Auf der berüchtigten Power Point Präsentation, die Löfgren damals dem Vorstand des Vereins zu Besten gab, stand übrigens auch, dass Tyresö 2013/14 die Champions League gewinnt.

Da ist gerüchteweise die Rede davon, dass man noch einen weiteren offensiven Weltstar verpflichten will für 2013 und die Champions League im Herbst nächsten Jahres. Im Spätsommer waren schon Namen wie Abby Wambach und Christine Sinclair im Gespräch. Und dann wird es möglicherweise ausgerechnet Madelaine Edlund erwischen, die mit dem goldenen Tor die Meisterschaft sicherte. Sie habe noch keinen Vertrag für nächstes Jahr, so Edlund nach dem Spiel, aber sie gehe davon aus, dass das eine Formsache sei. Mag sein, aber sollte eine der beiden nordamerikanischen Weltstars nach Tyresö kommen, würde Edlund wohl sehr schnell zum Joker werden und auf der Bank Platz nehmen dürfen.

Denn Loyalitäten kennt Löfgren nicht. Die einzige, die er hat, ist sich selbst gegenüber. In den Jahren von Liga 4 bis zum Meistertitel ist keine einzige Spielerin übrig geblieben und mit jedem Aufstieg, mit jedem Niveauanstieg hat man sich relativ emotionslos von Spielerinnen getrennt, die ihre Funktion erfüllt hatten. Aus diesem Holz sind Sieger geschnitzt. Aftonbladets Chronist Simon Bank hat Tyresö gar als Kreatur von Doktor Frankenstein bezeichnet: „Tyresö ist ein Frankenstein, ein zusammengebautes Fußballmonster mit so enorm vielen Qualitäten, dass alles nur eine Frage der Zeit war. […] Es ist nach wie vor lediglich ein Embryo, die in der Zukunft so unendlich viel besser sein wird.“

Als seine Mannschaft ausgelassen feierte, Trainer Tony Gustavsson mit zwei Kübeln Wasser übergoss und sich Marta und eine andere Spielerin in gelbe Konfettischlangen wickelten und übers Feld in malmö rollten, da stand Hans Löfgren abseits am Spielfeldrand, beobachtend und nachdenklich. Es ist schade, dass sowohl der Verein wie auch er selbst immer dementierten, er habe etwas mit dem Club zu tun. ein ganz gewöhnliches Mitglied, mehr nicht. Ein Mitglied, dass Stadionsprecher ist, das allen Spielerinnen Anweisungen zuruft, dass Verträge aushandelt und den eigenen Fans die Fahnenstangen zuträgt, mit denen sie zu wedeln haben. Dabei ist Löfgren irgendwo auch der Erneuerer des Frauenfußballs in Schweden. Denn wo alle anderen Vereine (bis auf die beiden Absteiger AIK und Djurgården) wirtschaftlich an der Grenze sind oder diese gar überschritten haben, da hat Tyresö nach wie vor einen langen Atem. Getragen von einem Sponsorennetzwerk von kleinen, mittelständischen und großen Firmen, das sich mit der Mannschaft identifiziert. Tyresö ist Meister 2012 und das nach einem langen Weg und bei Punktgleichheit mit dem ehemaligen Meister. Das kann auch der Anfang einer langen Periode der Überlegenheit sein, denn im Gegensatz zu vielen anderen bin ich der Meinung, dass man schon eine Mannschaft zusammenkaufen kann. Das ist wie mit den Torkameras. Man wünscht es sich nicht so, aber wenn man noch einen Weltstar holt und noch einen und noch einen, dann kommt irgendwann der Erfolg in einem Sport, in dem die meisten nach wie vor nebenbei studieren oder arbeiten müssen.

Noch 24 Stunden – Anja Mittag vor dem Finale

I

Anja Mittag im VIP-Raum von LdB FC Malmö (Foto: Marcus Sporkmann)

n 24 Stunden steigt das Spiel der Spiele. Zumindest seit September 2008. Damals spielten Linköping und Umeå gegeneinander und die Gäste aus Nordschweden sicherten sich mit dem 4:1 Auswärtssieg vor der Rekordkulisse von 9418 Zuschauern im Prinzip ihren bislang letzten Meistertitel.

Damals standen auf Seiten Umeås Lisa Dahlkvist, Marta, Ramona Bachmann, Carola Söberg, Johanna Frisk und Madelaine Edlund. Auf der Gegenseite spielte Caroline Seger. Sechs der sieben Spielerinnen stehen heute in Diensten von Tyresö und Ramona Bachmann ist morgen gesperrt.

Die Zuschauerzahl von 9418 wird man morgen schon deswegen nicht erreichen können, weil das Stadion offziell nur 7800 fasst. Aber der Medienhype war wohl noch nie so groß vor einem Frauenfußballvereinsspiel in Schweden. Mehr als doppelt so viele Medienvertreter wie normal bedeuten, dass man einen kleinen Teil der Zuschauertribüne in Presseplätze umwandeln wird, das kam bisher noch nicht vor in Malmö.

Zwei Tage vor dem Spiel sprach ich mit Anja Mittag, die morgen Nachmittag gegen 15.00 Uhr mindestens alleinige Torschützenkönigin der Liga sein dürfte, wenn nicht die Amerikanerin Christen Press (Göteborg) mindestens vier Mal trifft und Anja leer ausgeht.

Als Ramona Bachmann in Umeå ihr zweites Handspiel machte und noch verletzt am Boden lag, was hast du da gedacht, ihr lagt schon 0:1 hinten und Ramona hatte schon gelb wegen Handspiels in der ersten Halbzeit?

„Ich hab mich mit Schmitti {Katrin Schmidt} unterhalten. Man hat schon geahnt, dass da was kommt, zumal die Schiedsrichtern mit ihren Assistenten redete und als Ramona wieder aufstand gab es dann ja auch gelb-rot.“

Ich hatte den Eindruck, dass du dann in den letzten 35 Minuten total gewachsen bist und mit eine Führungsrolle übernommen hast. Da war wesentlich mehr Pondus beim Laufen und in den Zweikämpfen?

„Ja, das stimmt vielleicht, aber es gilt wohl für die ganze Mannschaft. Wir hatten noch sehr viele Chancen, aber es ist uns trotzdem nicht gelungen, den ganzen Weg zu gehen und das Spiel zu gewinnen. Irgendwie scheint die letzte Konzentration gefehlt zu haben.“

Da wirklich alle Medienvertreter, Experten und Fans damit gerechnet hatten, dass Malmö mit einem Sieg in Umeå den Meistertitel holt, kann es aber auch sein, dass das in den Köpfen der Spielerinnen doch den üblichen Gedanken „wir nehmen ein Spiel nach dem anderen“ verdrängt hat. Das 1:1 wurde am Ende wie eine Sensation in manchen Medien dargestellt. Vero Boquete sprach mir gegenüber von einem „Wunder“.

Glücklicherweise musste Malmö am Mittwoch gleich wieder in der Champions League ran, geschickterweise hatte man das Heimrecht mit Bardolina Verona getauscht.

„Natürlich haben wir über das Spiel in Umeå gesprochen, aber wir mussten es ziemlich bald sein lassen, denn drei Tage später mussten wir schon gegen Verona spielen,“ erzählt Anja.

Auf das Spiel morgen bereitet sie sich auf die für sie so kennzeichnende professionelle Weise vor. Auch Anja Mittags Gedanken sind wie die ihrer Mannschaftskameradinnen und Gegnerinnen oft beim Samstagspiel. Heute Morgen etwa schrieb Elin Rubensson, die vermutlich morgen neben Anja stürmen wird: „Match, match, match“ auf Twitter und kann es kaum noch erwarten.

Dass Tyresö stark ist und eine beeindruckende Zahl von Klassespielerinnen hat, weiß Anja Mittag natürlich. Respekt vor dem Gegner ist etwas, das ich immer wieder bei ihr anerkennend feststelle, egal ob der Gegner USA, Tyresö oder Stattena (dritte Liga) heißt. Über morgen sagt sie unter anderem. „Es kommt darauf an, die Chancen zu nutzen, wenn sie kommen. Und in einem Spiel über 90 Minuten kommt früher oder später eine gute Gelegenheit.“

Genau das hat die 27-Jährige aus Chemnitz, die jetzt in Malmö ein neues Zuhause gefunden hat (mehr darüber in einem späteren Artikel), schon mehrfach diese Saison bewiesen. Ich erinnere mich an das Spiel in Linköping, wo es nicht gut für Malmö aussah und Reporter Daniel Kristiansson Anja schon als eine zu Hause erfolgreiche, auswärts eher unscheinbare Spielerin kritisierte. Als ob sie das gehört hatte, machte sie daraufhin einen Hattrick und entschied die Begegnung und Kristiansson musste Abbitte leisten.

Wie auch immer, es wird einen tollen Rahmen geben, leider ist Regen angesagt, aber alles spricht dafür, dass wir morgen in Malmö ein historisches Finale erleben werden.

„Es wird sicher ein toller Rahmen. Wir hätten natürlich viel lieber schon am Sonntag die Meisterschaft gewonnen, aber das hat nun mal nicht geklappt. Jetzt gibt es am Samstag ein großes Spiel und ich freue mich drauf,“ sagt Anja Mittag.

P.S.: Auch Anja hätte eine Nominierung unter die besten zehn Spielerinnen auf der FIFA-Liste in diesem Jahr verdient gehabt. Marta wurde zu Recht nominiert, denn auch sie spielt bei Tyresö eine herausragende Rolle. Aber Mittag und Boquete stehen ihr aus unterschiedlichen Gründen nicht viel nach, sondern bewegen sich, wie man auf Neudeutsch sagt, auf Augenhöhe.

Der Vergleich: Malmö – Tyresö (Abwehr)

Tyresös dänische Nationalspielerin Line Røddik Hansen

Die BILD-Zeitung hatte immer vor großen Spielen den Mann gegen Mann – Verleich und kam dann zu einem Ergebnis, welches Team besser ist. Wir machen das auch mal vor dem großen Spiel zwischen LdB FC Malmö und Tyresö FF. Das Ergebnis nimmt in keinem Fall das Ergebnis von Samstag vorweg:), denn Fußball bleibt ein Mannschaftssport, bei dem das Zusammenwirken entscheidet.

Tor. Thora Helgadottir – Carola Söberg. Punkt für Malmö. 1:0

Beide Teams haben sehr gute Torhüterinnen und Carola Söberg in Tyresö wird oft unterschätzt, aber die Isländerin in Malmö gehört wohl derzeit zu den 3-5 besten Torhüterinnen der Welt, was sie eindrucksvoll in Umeå unter Beweis stellte, wo Malmö auch hätte verlieren können, wenn Helgadottir (Schwester von Ex-Malmö-Stürmerin Asthildur Helgadottir) nicht Glanzparaden gezeigt hätte.

Lina Nilsson – Meghan Klingenberg. Punkt für Tyresö. 1:1.

Klingenberg kam nach Olympia zu Tyresö und verdrängte Nilssons Nationalmannschaftskonkurrentin Annica Svensson problemlos von dieser Position., Die kleine Amerikanerin ist stark in der Defensive, schnell und bringt viel nach vorn und ist auch noch direkt torgefährlich. Fraglich nur, ob sie Samstag hier oder im Mittelfeld spielen wird, wo sie auch schon agierte.

Amanda Ilestedt – Karin Lissel. Punkte für Malmö. 2:1

Das ist keine leichte Entscheidung, denn Tyresös Abwehr hat die wenigstens Gegentreffer und wie Söberg wird auch Lissel unterschätzt. Aber Ilestedt ist wohl die Abwehrspielerin der Zukunft und für mich jetzt schon besser als Malin Levenstad, die neben ihr in Malmö spielt.

Malin Levenstad Annica Svensson. Unentschieden. 2,5:1,5

Keine Ahnung, wer am Samstag neben Karin Lissel bei Tyresö in der Innenverteidigung spielt. Hier hat Tyresö Personalprobleme. Linda Sembrandt ausgefallen mit Kreuzbandriss, Johanna Frisk seit Wochen verletzt, soll jetzt wieder fit sein. Trainer Tony Gustavsson hat in den letzten beiden Spielen sowohl Svensson wie auch Line Röddik Hansen auf der Position getestet. Auch Emilia Appelqvist spielte hier schon und natürlich auch Allrounderin Elaine (auch verletzt). Sollten weder Frisk noch Elaine verfügbar sein, würde ich hier eher Svensson hinstellen, um nicht auf die offensive Kraft Röddik Hansens zu verzichten. Levenstad und Svensson sind beide etwas kurzgewachsen für eine Abwehrspielerin in der Mitte, aber nicht zu unterschätzen. Svensson machte bei ihrem früheren Verein Hammarby oft Kopfballtore.

Ali Riley – Line Röddik Hansen. Punkt für Tyresö. 2,5:2,5

Die Neuseeländerin bei Malmö ist eine Klasseverteidigerin. Keine Frage. Aber Line Röddik Hansen ist Weltklasse und zwar in der ganzen Saison schon und meine Favoritin auf den Titel „Beste Abwehrspielerin 2012“, ¨für den sie völlig zu Recht nominiert ist. Zusammen mit Marta bildet Line die wohl gefährlichste linke Flanke Europas.

Leichtes Spiel

Dass der Erste gegen den Letzten daheim gewinnt, ist keine große Überraschung. In keiner Liga, erst recht nicht im Frauenfußball, weder in der Damallsvenskan der Bundesliga oder der französischen Liga.

Am Abend gab es eine TV-Liveübertragung vom Malmö IP und dabei war die wichtigste Erkenntnis für mich, dass das Flutlicht wohl kaum internationalen Ansprüchen gerecht werden dürfte, denn auf dem Bildschirm wirkte die Atmosphäre vor 711 Zuschauern etwas schumrig, an den Rändern beinahe zu dunkel.

Aber das ist ein anderes Thema. Als es nach einer halben Stunde jedoch bereits 3:0 für Malmö stand (Anja Mittag per Foulelfmeter und zweimal Ramona Bachmann) beschäftigte ich mich teils dann doch mit Haushaltstätigkeiten und auch dem vorhergehenden Post in diesem Blog, der noch nicht fertig geworden war. Nochmal Bachmann und die hungrige Sofie Anker-Kofoed erhöhten standesgemäß auf 5:0 und Malmö ist nurmehr einen Auswärtssieg bei Umeå von der schwedischen Meisterschaft 2012, der dritten in Serie entfernt.

Anja Mittag fliegt morgen vermutlich von Kopenhagen (das sind nur knapp 20 Minuten mit dem Zug über die Öresund-Brücke zum dortigen Flughafen Kastrup) nach Frankfurt und trifft da die deutsche Nationalmannschaft, die dann Richtung USA fliegt. Christen Press, einzige noch ernst zu nehmende Verfolgerin um den Titel der Torschützenkönigin sagte mir, dass sie nicht dabei sein werde, wenn das USWNT zweimal auf Deutschland trifft. Die USA werden von Jill Ellis betreut werden, für einige Insider Favoritin auf die Sundhage-Nachfolge. Doch Ellis hat mittlerweile erklärt, dass sie den Job aus privaten Gründen ebensowenig übernehmen wird wie die Mitfavoritin April Heinrichs. Bleiben rund 25 Namen, die im Gespräch sind. Aber erst einmal vertritt Jill Ellis also N.N. Einen Kader sucht man auf der Webseite von US Soccer aber vergebens, Press sagte mir jedoch am Freitag, dass sie nicht dabei ist.

Auch Sara Björk Gunnarsdottir und Thora Helgadottir werden wohl ihre Reisetaschen packen, denn die Isländerinnen treffen bald auf zwei sicher offene Playoff-Spiele auf die Ukraine im Kampf um einen von noch drei zu vergebenden Plätzen bei der EURO 2013.

Ramona Bachmann nimmt es am 23.10. dann in Växjö mit Schweden und Pia Sundhage auf, deren erster Kader am Vormittag doch etwas enttäuschend alle schon von Thomas Dennerby nominierten Spielerinnen enthielt. Aber da Sundhage 24 Namen präsentierte, waren mit Malmös Elin Rubensson (da hätten die Wettbüros wohl wenig gezahlt), Emmelie Konradsson und Carola Söberg eben auch drei neue Namen im Vergleich zmit Dennerbys Kadern dabei.

 

 

Pia Sundhages erstes Aufgebot – Emmelie Konradsson die Überraschung

Emmelie Konradsson die größte Überraschung in Pia Sundhages erstem Kader

Vor einer guten halben Stunde hat Pia Sundhage ihr erstes Aufgebot als schwedische Nationaltrainerin für das Länderspiel am 23.10. in Växjö gegen die Schweiz benannt. Sundhage hat nicht weniger als 24 Spielerinnen ausgewählt. Hier sind sie:

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Carola Söberg

Abwehr: Emma Berglund, Sara Larsson, Malin Levenstad, Lina Nilsson, Stina Segerström, Annica Svensson, Sara Thunebro

Mittelfeld: Johanna Almgren, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Nilla Fischer, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Sofia Jakobsson, Emmelie Konradsson, Caroline Seger

Angriff: Madelaine Edlund, Jessica Landström, Susanne Moberg, Elin Rubensson, Lotta Schelin

Carola Söberg aus Tyresö ist erstmals seit langer Zeit wieder in einem Aufgebot. Da Hedvig Lindahl durch ihren Kreuzbandriss lange ausfällt, wird interessant sein, zu sehen, welche der drei allesamt 30-Jährigen Keeperinnen sich durchsetzen wird.

Elin Rubensson aus Malmö ist die wohl am meisten erwartete neue Spielerin im Aufgebot.

Die größte Überraschung für mich indes ist die Nominierung der soliden Emmelie Konradsson aus Umeå. Mit der 23-Jährigen hatte sicher kaum jemand gerechnet.

 

Göteborg holt den Pokal – und Tyresö geht wohl leer aus

Mit einem durchaus verdienten 2:1 nach Verlängerung gewann gestern Abend Kopparberg/Göteborgs FC den schwedischen Pokal 2012 und verteidigte damit seinen Titel gegen denselben Gegner wie im Vorjahr an gleicher Stelle.

Wieder ging es in die Verlängerung. Christen Press hatte hoch konzentriert aufspielende Gastgeberinnen schon in der neunten Minute in Führung gebracht. Die erste Halbzeit endete mit einem klaren Punktsieg Göteborgs, dass vor allem durch exzellente Defensivarbeit bestach. Zwar hatte Tyresö mehr Ballbesitz und durchaus auch Chancen, aber Göteborg hätte etwa durch einen Freistoß von Yael Averbuch auf 2:0 erhöhen können, aber die nach leichten Rückenproblemen zurückgekehrte Carola Söberg rettete das Millionenteam von Hans Löfgren mit einer Glanzparade vor der Vorentscheidung.

Marta erzielte in der zweiten Halbzeit, das ein deutlich stärkeres Tyresö sah, dann mit einem für sie typischen Treffer den Ausgleich, beide Seiten hätten das Spiel entscheiden können. Press und Kirsten van de Ven hatten weitere Möglichkeiten, am Ende gab es aber ein Unentschieden nach 90 Minuten und wie im Vorjahr Verlängerung.

In der brachte Elaine, die nach er Auswechslung von Emilia Appelquist als Innenverteidigerin eingesetzt wurde, Christen Press regelwidrig zu Fall und die insgesamt schlecht, sehr schlecht pfeifende Unparteiische Linn Andersson zeigte auf den Elfmeterpunkt. Eine vertretbare Entscheidung in diesem Fall. Mit einem platzierten Schuss ins linke untere Eck ließ Marlene Sjöberg Söberg keine Chance. Sjöberg war auch die auffälligste Spielerin auf dem Platz. Sie zeigte eine herausragende Leistung in der Abwehr und bereitete Marta einen eher unerfreulichen Abend. Die Brasilianerin meckerte auch immer wieder und beschwerte sich über Schiedsrichterentscheidungen, manchmal zu Recht, aber oft eben auch leider zu Unrecht.

„Ein tolles Gefühl, den Pokal wieder zu gewinnen. Das war ja unser Ziel und wir haben es geschafft,“ sagte Marlene Sjöberg nach dem Spiel zum schwedischen Radio. „Das war ein spezielles Gefühl mit dem Elfmeter. Ich bin ja die Elfmeterschützin der Mannschaft und als wir den Elfer bekamen, habe ich mich nur gefreut. Eine echte Traumsituation, toll. Ich denke wir haben das ganze Spiel wie eine Mannschaft gekämpft. Wir wissen, dass Tyresö individuell so stark ist und dass man die ganze Zeit über sehr aufmerksam sein muss. Aber wir haben wirklich toll gekämpft. Immer wenn sie eine von uns ausgespielt haben, war schon die nächste da und dann so weiter und irgendwann war Schluss.“

„Die haben zwei Tore geschossen und wir eins,“ sagte Tyresös Mittelfeldspielerin Caroline Seger nach dem Spiel auf die Frage warum Göteborg gewonnen hat. „Die haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht, aber ich denke das haben wir auch getan. Das war ein Spiel, in dem jeder seine Vorteile hatte. Wir haben bis zur letzten Sekunde gekämpft, dann denke ich, dass wir in den letzten Minuten einen Handelfmeter hätten bekommen müssen, aber da kann man nichts machen. Schade, dass das spielentscheidend ist. Wir sind eine Mannschaft die mit Rückenwind gut spielt und Schwierigkeiten hat, wenn wir Gegenwind bekommen und da haben wir einiges, woran wir arbeiten müssen. Ich glaube, dass viele bei uns frustriert werden und einfach den Kopf hängen lassen, wenn wir Schiedsrichterentscheidungen gegen uns bekommen.“

Marta hingegen übte in einem Interview mit der Zeitung Aftonbladet scharfe Kritik an der Schiedsrichterin. „Wir waren 100mal besser als die. Und die Schiedsrichter dürfen nicht auf einem so niedrigen Niveau pfeifen. Ich bin sehr enttäuscht,“ so Marta nach dem Spiel.

Nun sieht es so aus, als ob das wohl teuerste Team der Liga am Ende der Saison 2012 „lediglich“ die Qualifikation für die Champions League 2013/14 in den Händen halten wird. Die Meisterschaft MUSS LdB FC Malmö mit fünf Punkten Vorsprung bei drei ausstehenden Spielen einfahren, der Pokal wurde gestern Abend wieder im Trophäenschrank in Göteborg eingeschlossen. Mal schaun, wie es am Tyresövallen 2013 weitergeht.

Die Verträge von Elaine, Madelaine Edlund, Annica Svensson und anderen laufen aus. Marta, Caroline Seger, Vero Boquete sind auch nächstes Jahr vertraglich gebunden.

Möglicherweise wird Löfgren versuchen, noch einmal aufzurüsten, um dann das Gold wirklich ganz sicher zu holen und auch perspektivisch die Champions League gewinnen zu können. Man wird wohl versuchen, Meghan Klingenberg zu behalten. Die Amerikanerin hat sich als Glücksgriff erwiesen und die offensiv weniger starke Annica Svensson auf die Bank verdrängt. Im Tor sehen manche Beobachter noch „Luft“, aber Carola Söberg ist aus meiner Sicht eine sehr stabile und sichere Torfrau. Madelaine Edluind hat ihre große Qualitäten, ist sehr laufstark und mannschaftsdienlich, aber sie lässt einfach zu viele Chancen aus. Zwar hat sie elf Tore in der Liga gemacht, aber andere Stürmerinnen in Spitzenvereinen hätten aus den erstklassigen Vorlagen von nicht zuletzt Marta sicher fast doppelt so viele Tore erzielt.

In der Viererkette hat man mit Röddik Hansen und Klingenberg erstklassige Außen, aber in der Mitte könnte man nach dem Kreuzbandriss von Linda Sembrant auch noch jemanden holen. Fraglich ist nur, ob die Sponsoren des geschickt geknüpften Netzwerks weiterhin bereit sind, tief in die Tasche zu greifen, wenn die Titel ausbleiben, mit denen sie ihre Namen verknüpfen wollen.