Mårtensson ist sauer

Die meisten Clubs der Damallsvenskan halten sich bedeckt, was offene Meinungsäußerungen über die Situation von Tyresö FF oder besser der Firma Tyresö Fotboll AB angeht, die derzeit mit 7,8 Millionen Kronen Schulden (Tendenz: steigend) dasteht und sich in der Rekonstruktion befindet.

Wer im Glashaus sitzt, wird wohl kaum den ersten Stein werfen. Das erklärt beispielsweise die Solidarität von Meister Malmö bzw. Rosengårds Vorsitzendem Håkan Wifvesson. LdB FC Malmö hat bei seinem Namenswechsel zum FC Rosengård eine Steuerschuld in Höhe von 6,5 Millionen Kronen mitgenommen. „Wir werden das Geld einsammeln“, sagte Wifvesson im Januar. Tyresös Steuerschulden sind schließlich „nur“ 1,3 Millionen höher, aber dem Stockholmer Vorstadtverein fehlt der Milliardär im Hintergrund, den Malmö nun als Rosengård in Dan Olofsson hat.

Einer, der nicht mit seiner Meinung über den Zustand Tyresös hinter den Berg hält, ist Vittsjö GIKs Trainer Thomas Mårtensson, der am Wochenende in einem Interview mit der Regionalzeitung Norra Skåne mehr als deutliche Worte findet.

„Das ist ökonomisches Doping!“, sagt Mårtensson und ist wütend: „Ich bin stinksauer, dass wir als Steuerzahler jetzt eingreifen müssen und Tyresös völlig überzogene Gehälter finanzieren. Das ist ehrlich gesagt zum Kotzen. Die sind doch völlig blind. Ich bin wirklich sehr enttäuscht. Man arbeitet nicht mit Geld, das man nicht hat. Das hüllt die ganze Damallsvenskan in ein parodistisches Scheinwerferlicht.“

Mårtensson betont, dass er das Interview als Trainer von Vittsjö gibt und nicht die Meinung des Vereins damit zum Ausdruck bringt.

„Wenn das eine normale Firma wäre, müssten sie auf ein paar Maschinen verzichten und Leute entlassen. Jetzt behalten sie ihre Leute und tun so, als ob nichts passiert wäre. Ich hoffe wirklich, dass der Verband etwas dagegen unternimmt. Tut man es nicht, ja warum sollen dann andere Clubs sich an die Regeln halten? Wird Tyresö nicht für sein wirtschaftliches Gebaren bestraft, kann sich der Lizenzausschuss des Verbandes gerne auflösen,“ so Mårtensson weiter zu Norra Skåne.

 

Annica Svensson nach Vittsjö

In Tyresö hat sie sowohl Ende der letzten Saison wie auch besonders in dieser Saison kaum noch von Anfang an gespielt. Zwar wechselte Trainer Tony Gustavsson die 30-Jährige Abwehrspielerin Annica Svensson regelmässig in den letzten 15-20 Minuten ein, aber der Stammplatz auf der Bank hat Svensson mit Sicherheit den Stammplatz in der Nationalmannschaft gekostet, den sie unter Thomas Dennerby 2010 bekommen hatte.

Auf immerhin 30 Länderspiele hatte sie es gebracht, im internen Kampf in der Natio gegen Lina Nilsson und Jessica Samuelsson war Svensson wohl vor allem deshalb unterlegen, weil sie in ihrem Club Tyresö FF keine Startspielerin mehr war. Zu Recht, denn die Amerikanerin Meghan Klingenberg ist eine Nummer besser.

Die Zeitung Kvällsposten meldet nun heute, dass Annica Svensson bis zum Ende der Saison an Vittsjö GIK ausgeliehen werden soll. Es ist am Dienstagmorgen dann auch so von ihrem neuen Verein bestätigt worden.

„Wir werden sehen, was in den nächsten Tagen passiert,“ so Svensson rätselhaft zu Kvällsposten.

Tyresö räumt weiter in seinem Kader auf, bevor es in die Endphase der schwedischen Meisterschaft und die Anfangsphase der Champions League geht. Das Ziel heißt Titelverteidigung in Schweden und Lissabon und CL-Finale 2014. Jessica Höglander, Elaine und nun auch Annica Svensson mussten gehen, dafür kamen erst einmal Ashlyn Harris und Whitney Engen.

Nach neun Runden

Erwartungsgemäß sind Tyresö und Malmö dem Rest des Feldes deutlich voraus. Die letzten vier Spiele des neunten Spieltags fanden vorgestern und vor allem gestern statt

Bereits am Mittwochabend führte Piteå zwar mit 1:0 gegen Linköping, aber Martin Sjögrens junge Mannschaft drehte die Begegnung und wie schon gegen Malmö am Spieltag zuvor wurde die Dänin Pernilla Harder zum Matchwinner für die Gäste. Piteå rutschte nun aufgrund der Donnerstagsergebnisse auf einen Abstiegsplatz, wo es definitiv nicht hingehört. Aber in der nördlichsten Stadt der Liga ist in der Lokalpresse jetzt schon die Devise durchhalten bis zur Sommerpause und Verstärkungen besorgen ausgegeben worden.

Piteå rutschte auf Rang 11, weil Vittsjö bei Mallbacken 3:1 gewann. Erste Niederlage der Värmländerinnen auf eigenem Platz seit zwei Jahren, der Strandvallen mit seinen fehlenden Tribünen (die Zuschauer sitzen meist auf selbst mitgebrachten Stühlen am Spielfeldrand) war eine Bastion. Er ist zudem Schwedens einziger Topfußballplatz, den man nur über eine Schotterstraße erreicht. Großes Pech für Mallbacken und noch mehr wohl fürr die finnische Nationalmannschaft:

Maija Saari, Kapitänin Finnlands und wichtiges Glied in der Abwehrkette Mallbackens, zog sich beim Training unter der Woche einen Kreuzbandriss zu. Maija ist damit schon das zehnte Opfer mit dieser Verletzung in der Damallsvenskan 2013.

Grund zur Freude hatte Finnlands Trainer Andrée Jeglertz auch gestern. Annica Sjölund, 2012 mit Kreuzbandriss ausgefallen, machte ihr erstes Spiel über 90 Minuten daheim gegen Umeå IK: Es kamen für Jitex sehr erfreuliche 900 Zuschauer und sie wurden zudem Zeugen eines eminent wichtigen 2:1 über Umeå. Zweifache Torschützin: Annica Sjölund.

Dass Kristianstad Sunnanå eine deutliche Niederlage mitgeben würde, glaubten wohl alle und tatsächlich gab es für den Aufsteiger (und wohl Absteiger) erneut ein empfindliches 5:1. Marija Banusic schoss das 1:0 schon in der ersten Spielminute, Margret Lara Vidarsdottir traf zweimal und Josefine Öqvist und Johanna Rasmussen je einmal. Mit Banusic hatte ich mich schon für Sonntag in Tyresö für ein Interview nach dem Spiel verabredet, aber die 17-Jährige sah ihre dritte gelbe Karte (wegen Wassertrinken auf dem Spielfeld!) und ist damit gegen Meister Tyresö gesperrt. Für ihre Handverletzung hat man ihr in Malmö übrigens eine Spezialmanschette angefertigt.

 

Örebro und Malmö gleichauf

Ja, den Tipp, dass KIF Örebro gegen den Abstieg spielt und sogar in die Elitettan absteigt, den können wir hiermit einstampfen. Nach dem dritten Spieltag hat das Team nämlich schon sieben Punkte und liegt damit gleichauf mit LdB FC Malmö an der Spitze der Liga. Besser gesagt, knapp dahinter.

Vittsjö gastierte in der Behrns Arena in Örebro und nach sechs Minuten lag man durch zwei Tore durch die von Tyresö gekommene Helén Eke mit 0:2 hinten. Zur Halbzeit stand es 1:3, dabei blieb es dann.

Dass Aufsteiger Mallbacken in Malmö keine Chance haben dürfte, das sahen die Spielgesellschaften alle so mit entsprechend extrem niedrigen Quoten auf einen Sieg Malmös. Es wurde kein Kantersieg, den manche erwartet hatten, aber beim 3:0 durch Treffer von Sara Björk Gunnarsdottir, Anja Mittag und Katrine Veje ließ Malmö nichts anbrennen.

 

Bittere Heimpleite für Aufsteiger

Mit einer derben 1:5 Schlappe daheim in Skellefteå begann die Saison für Aufsteiger Sunnanå SK gegen Vittsjö. Dabei erzielte die aus Kristianstad gekommene Elin Nilsen gleich drei Tore und setzte sich an die Spitze der Torjögerliste. Wer in Kristianstad nichts wird oder nicht mehr erwünscht ist, der geht oft nach Vittsjö, das keine 50 km entfernt ist. Und Trainer Thomas Mårtensson macht dann oft aus diesen Spielerinnen Siegerinnen. So ist es ihm schon mit Sofie Andersson gelungen, die bei Elisabet Gunnarsdottir keine Rolle mehr hatte und nun wohl auch mit Nilsen, die schon in der Vorbereitung etliche Tore erzielt hat. Jane Ross und Emma Sjödahl für Vittsjö und Julia Spetsmark für Sunnanå erzielten die übrigen Tore.

Wie schwer es ist, in der Damallsvenskan (wieder) Fuß zu fassen, mussten also die Aufsteiger Mallbacken (0:4 in Örebro) und Sunnanå bitter erfahren. Beide verloren zudem nicht gerade gegen Meisterschaftsaspiranten und das jeweils mit vier Toren Unterschied.

In Skellefteå hatte man der Premiere so entgegengefiebert und gottlob ist der Männereishockey-Verein gerade dabei, das Finale um die schwedische Eishockeymeisterschaft gegen den Rivalen aus Luleå zu gewinnen.

„Wir haben gegen eine bedeutend bessere Mannschaft gespielt,“ fasste Trainer Marti Tikkanen die Klatsche zusammen. „Wir machen zu viele individuelle Fehler und auf diesem Niveau sind die sehr teuer. In den Zweikämpfen sind wir zu zaghaft. Es gibt einen großen Unterschied zur zweiten Liga, wo wir scheinbar noch sind.“

Und die heutige Mannschaftskapitänin Annika Kukkonen fügt hinzu: „Wir müssen wesentlich tougher sein. Ein paar von uns sind einfach zu nett da draußen. Das müssen wir nächstes Mal besser machen. Es ist nicht lustig, einer Mannschaft zu begegnen, die hart spielt.“

Im zweiten Sonntagsspiel kam Kristianstads DFF, das ja Ambitionen auf einen Spitzenplatz hat, zu Hause nicht über ein 1:1 gegen Piteå hinaus. Victoria Forsmark hatte die Gäste in Führung gebracht und Marija Banusic glich mit einem Freistoßtor aus.

 

 

Zugänge und Abgänge (Stand: 05.01.2013)

So allmählich füllen sich die Kader der Vereine in der Damallsvenskan. Es ist Zeit für einen ersten Überblick. Hier kommen die 12 Teams der Saison 2012 plus die beiden Neulinge.

Tyresö FF

Zugänge: Christen Press (Kopparberg/Göteborgs FC), Malin Diaz (AIK)

Abgänge: Helén Eke (Verein steht noch nicht fest)

Kommentar: Erstmals auf seiner Reise von der vierten Liga zum Meistertitel gibt es in Tyresö keine wesentlichen Personalwechsel. Marta, Vero Boquete, Caroline Seger hatten allesamt laufende Verträge auch für 2013, obwohl es um Marta wieder einmal Wechselgerüchte gab und auch noch gibt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Brasilianerin Tyresö in diesem Jahr verlässt. Für die USA ist ihr Marktwert nicht groß genug und keiner der neuen Vereine könnte sie mit den erlaubten Budgets bezahlen. Christen Press wird den Stammplatz von Madelaine Edlund gefährden. Sowohl deren wie Elaines auslaufender Vertrag wurde verlängert. Tyresö ist ein Topteam mit erstklassigen Alternativen auf der Bank. Auch Meghan Klingenberg hat verlängert. Wunschelf (Linda Sembrant in der Reha nach Kreuzbandriss):

Carola Söberg, Meghan Klingenberg, Johanna Frisk, Karin Lissel, Line Röddik Hansen, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete, Marta, Kirsten van de Ven, Christen Press.

Bank: Annica Svensson, Elaine, Malin Diaz, Madelaine Edlund, Jessica Höglander.

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LdB FC Malmö

Zugänge: Yoreli Rincon (XV de Piracicaba), Zecira Musovic (Stattena), Manon Melis (Linköping)

Abgänge: Emma Wilhelmsson (Jitex), Christina Öyangen Örntoft (Bröndby), Hilda Carlén (noch unbekannt)

Kommentar: Nach der finanziellen Rettung durch Milliardär Dan Olofsson nimmt auch Malmö Kurs auf den Meistertitel. Die Liga wird (wenn sich nichts wesentlich ändert) zu einem Zweikampf Malmö – Tyresö werden, in dem Tyresö abermals klarer Favorit ist, trotz der Verpflichtung von Melis. Rincon überrascht, riskant, eine 19-Jährige Kolumbianerin zu integrieren. Die 1,54 m kleine Filigrantechnikerin wurde mit Marta verglichen, muss das aber noch beweisen. Malmö hat aber immer gut eingekauft…

Voraussichtlich:

Thora Helgadottir, Lina Nilsson, Malin Levenstad, Amanda Ilestedt, Ali Riley, Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran, Ramona Bachmann, Elin Rubensson, Anja Mittag, Manon Melis.

Reserve:

Zecira Musovic, Frida Nordin, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Yoreli Rincon, Sofi Anker Kofoed.

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Linköpings FC

Zugänge: Lina Rinshamre (Sundsvalls DFF), Magdalena Ericsson (Djurgården), Stina Blackstenius (Vadstena GoIF), Renée Slegers (Djurgården), Emma Lennartsson (IFK Norrköping)

Abgänge: Manon Melis (LdB FC Malmö), Lisa DeVanna (Perth Glory), Emma Lundh (noch unbekannt, Hammarby?), Karen Bardsley (Lincoln LFC), Louise Fors (Western Sydney Wanderers, ab Frühjahr FC Liverpool Ladies), Nora Holstad Berge (Arna-Björnar), Matilda Agné (Hammarby DFF), Ingrid Schjelderup (Vålerenga), Josefine Alfsson (Kisa BK)

Kommentar: Linköping beendet nach einem Jahr seinen Versuch, mit Tyresö und Malmö zu konkurrieren und hat Sparmaßnahmen eingeführt. Neun Spielerinnen verlassen den Verein und fünf kommen neu hinzu, im Gespräch ist immer noch AIK:s U19-Europameisterin Jennie Nordin. Mit Ringshamre und Ericsson hat man zwei weitere junge Europameisterinnen verpflichtet. Linda Sällström, die gegen Ende der Saison noch gehen wollte (Jitex war eine Option), bleibt nun doch, vermutlich, weil die Konkurrenz in der Offensive nach ihrer Rehazeit nach dem Abgang von DeVanna, Melis und Lundh deutlich entspannter geworden ist. Linköping ist auch immer noch das bessere Team. Wichtig, dass Trainer Martin Sjögren zwei weitere Jahre bleibt.

Voraussichtlich:

Sofia Lundgren, Maja Krantz, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Marianne Gajhede Knudsen, Renée Slegers, Petra Larsson, Pernille Harder, Jonna Andersson, Linda Sällström.

Hier und bei den weiteren Clubs erspare ich mir die potentielle Bankbesetzung, da lediglich Malmö und Tyresö um die Meisterschaft spielen werden.

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Kopparberg/Göteborgs FC

Zugänge: Jessica Landström (Djurgården), Marie Hammarström (KIF Örebro), Cathrine Dyngvold (Klepp),

Abgänge: Christen Press (Tyresö FF), Ingrid Wells (noch unbekannt)

Göteborg wollte eigentlich angreifen. Dann kam der Abgang von Press dazwischen. Tyresös Zampano Hans Löfgren schnappte die Amerikanerin den Göteborgern vor der Nase weg. Landström ist vom Typ her kein Press-Ersatz, aber sie ist eine Kämpfernatur mit einer enormen fysischen Kraft. Dennoch muss sich das Angriffsspiel ändern. Torbjörn Nilsson hat seinen Trainervertrag um 2 Jahre verlängert, weil ihm versichert wurde, dass die Mannschaft sukzessiv verstärkt wird. Mindestens eine Klassespielerin muss noch kommen.

Voraussichtlich: Kristin Hammarström, Catrine Johansson, Anna Ahlstrand, Stina Segerström, Camille Levin, Yael Averbuch, Anita Asante, Johanna Almgren, Olivis Schough, Cathrine Dyngvold, Jessica Landström.

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Kristianstads DFF

Zugänge: Josefine Öqvist (vereinslos), Marija Banusic (IK Sirius), Brett Maron (Valur), Elin Borg (AIK)

Abgänge: Elin Nilsen (Vittsjö), Katrin Ómarsdóttir, Becky Edwards (beide unbekannt), Emelie Johnsson (Borens IK),  Moa Pettersson (Wä IF), Anna Persson (Glimåkra IF), Lisa Petersson, Julia Molin (AIK)

Auf den Plätzen 5-12 und bei den Aufsteigern erspare ich mir die mögliche Aufstellung am ersten Spieltag. Maron wird sicher in den ersten Monaten im Tor stehen, da Hedvig Lindahl in der Reha nach dem Kreuzbandriss ist. Trainerin Beta Gunnarsdottir ist wie immer super ambitioniert und will sicher Meister werden. Mit der Verpflichtung von Banusic ist ihr ein Coup gelungen. Für mich das größte Talent im schwedischen Fußball VOR der allenthalben gepriesenen Lina Hurtig (Umeå). Dass Josefine Öqvist letztlich der Offensive maßgebliches Gewicht verleihen wird, steht außer Frage. Kristianstad hat jetzt den drittbesten Angriff der Liga.

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Vittsjö GIK

Zugänge: Elin Nilsen (Kristianstad), Jane Ross (Glasgow City)

Abgänge: Emma Kullberg (Umeå Södra), Josefine Mårtensson (Glimåkra IF)

Das zweite Jahr ist immer das Schwerste. Das wird auch für Sensationsaufsteiger Vittsjö GIK gelten. Niemand hätte das Team aus Skåne auf Rang 6 erwartet. Die Verpflichtung von Jane Ross deutet eventuell darauf hin, dass Danesha Adams geht. Die Amerikanerin war sehr wichtig. Möglich, dass Vittsjö, wie immer, von Beta Gunnarsdottir geschasste Spielerinnen überimmt. Becky Edwards?

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Umeå IK

Zugänge: Hanna Folkesson (AIK)

Abgänge: Erica Carlén (Morön)

Wenig passierte in Umeå. Keeperin Caroline Jönsson hat ihr Karriereende zur Saisonmitte angekündigt. Da braucht es Ersatz.

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Piteå IF

Zugänge: Clara Markstedt (AIK), Johanna Andersson (Assi)

Abgänge: Camilla Johansson, Jessica Olovsson (unbekannt), Ann-Mari Dovland (Klepp), Jennifer Nobis (Karriereende)

Piteå hat zwar die beste Torschützin Nobis durch Clara Markstedt ersetzt, aber es fehlt an einer weiteren offensiven Spielerin, die dem Angriff mehr Durchschlagskraft verleiht. Faith Ikidi hat ihren Vertrag bis einschließlich 2015 verlängert, eine finanzielle Deckung dafür gibt es noch nicht.

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Jitex BK

Zugänge: Emma Wilhelmsson (LdB FC Malmö)

Abgänge: Katri Nokso-Koivisto (LSK Kvinner), Nanna Jansson (Hovås Billdal), Caroline Lindblad (unbekannt)

Jitex wird weder schwächer noch stärker.

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KIF Örebro

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emelie Lundberg (Eskilstuna United), Hanna Ågren-Åhbom, Nina Fellbrant,  Fanny Persson (hören auf), Edda Garðarsdóttir,  Ólína Viðarsdóttir (beide zurück nach Island, , Linda Fransson (noch nicht klar)

Das sieht wieder nicht gut aus für Örebro, das erhebliche finanzielle Probleme hat.

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Sunnanå SK

Zugänge: Anikka Kukkonen (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF),  Carys Hawkins (Perth Glory

Abänge: Anna Bodén (Morön),  Yanru Zhang (China)

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Mallbacken

Zugänge: Sarah Bergman, Emmie Johansson (beide QBIK), Maija Saari (AIK), Hayley Lauder (Åland United)

Abgänge: Anna Arnfeldt (Karriereende)

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Djurgården

Abgänge: Gudbjörg Gunnarsdottir, Mia Jalkerud, Freja Hellenberg (alle Avaldsnes IL), Jessica Landström (Göteborgs FC), Renée Slegers (Linköping), Anna Lindblom (Hammarby), Katrine Petrous, Natalia Rickne, Annika Kukkonen (Sunnanå), Katrin Jonsdottir, Caroline Frånberg.

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AIK

Zugänge: Lisa Pettersson, Julia Molin (beide Kristianstad)

Abgänge: Maija Saari (Mallbacken), Elin Borg (Kristianstad), Nazanin Vaseghpanah (hört auf), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz (Tyresö), Clara Markstedt (Piteå), Lori Chalupny (unbekannt)

Maija Saari zieht aufs Dorf, Ulf Palmqvist steigt ab

Immerhin stimmen die Abmessungen – das „Stadion“ von Avaldsnes in Norwegen (Foto: Avaldsnes IL)

Finnlands Nationalmannschaftskapitänin Maija Saari verlässt wie angekündigt den Absteiger AIK und Stockholm und begibt sich nach Mallbacken zum Aufsteiger nach Värmland. Auf dessen Platz führt eine Schotterstraße, Asphalt noch immer Fehlanzeige und wenn man sich die Wechsel mancher Spielerinnen anschaut, dann fragt man sich, ob sie wirklich so klug beraten sind. Das gilt für Saari beim Aufsteiger, bei dem sie als Abwehrspielerin allerdings genug zu tun haben dürfte. Das gilt aber auch für Gudbjörg Gunnarsdottir und Mia Jalkerud, die zum norwegischen Aufsteiger Avaldsnes wechseln, da geht immerhin auch die norwegische Nationalspielerin Cecilie Pedersen nach einem Jahr in Lilleström wieder hin,aber Pedersen ist da groß geworden am Fjord, wo es mehr regnet als anderswo.

Ulf Palmquist, mit Thomas Mårtensson unlängst noch Trainer des Jahres geworden, weil er den Aufsteiger Vittsjö GIK auf einen sensationellen sechsten Platz führte, geht in die sechste Liga der Männer. Sein Nachfolger heißt Simon Sjögren und kommt aus der vierten Liga der Herren und aus der Region.

 

 

Vittsjö geht die Luft aus

Dem so fantastisch in die Saison gestarteten Aufsteiger Vittsjö GIK geht auf der Zielgeraden endgültig die Luft aus. Am Sonntag setzte es in Piteå mit 0:2 eine weitere Niederlage in einer Begegnung, die vom Tabellenachten aus Nordschweden völlig dominiert wurde. Jennifer Nobis und Faith Ikidi erzielten die Treffer.

Ikidis Tor war ein Slalomlauf aus der eigenen Hälfte durch eine Vielzahl von Gegnerinnen und ein satter Schuss ins Eck. „Das war mein schönstes Tor in meiner Karriere und dafür danke ich Gott,“ sagte die Nigerianerin zufrieden nach der Begegnung, mit der man sich nun den achten Platz endgültig sicherte.

Für die kommende Saison glaubt Piteå-Tidningen, dass der Kader im Wesentlichen gleich bleiben wird., Dazu soll dann auch die Australierin Lydia Williams (Tor) gehören, die dieses Jahr kam und sich dann schnell einen Kreuzbandriss zuzog.

Vittsjö hat seit der Sommerpause in neun Spielen lediglich fünf Punkte geholt und sechs Mal verloren. Ein Fingerzeig, dass die alte Regel, dass die zweite Saison oft die schwerste ist, für Vittsjö gelten könnten. Seit der Kreuzbandverletzung von Ifeoma Dieke, die mit Kendall Fletcher das vielleicht beste Innenverteidigergespann abgab, geht es bergab.

Wie gewonnen…

Die Freude bei Djurgården nach dem Sieg über Tyresö am Samstag war grenzenlos. Bis auf einen Punkt war man herangekommen an den zehnten Platz auf dem DIE Enttäuschung der Saison – KIF Örebro liegt.

Mit noch drei Spielen rechnete man sich sicher Chancen aus, den einen Punkt noch wettmachen zu können und die Klasse zu erhalten. Am Sonntagnachmittag um kurz vor 16 Uhr betrug der Abstand wieder vier Zähler. Bei wie schon gesagt neun noch zu vergebenden.

Denn KIF Örebro gewann sein Auswärtsspiel bei Vittsjö GIK mit 1:0. Torschützin ausgerechnet Sarah Michael, die Nigerianerin die vor zwei Spielzeiten noch im Blauschwarz von Djurgården gestürmt hatte.

Die Luft ist raus beim Aufsteiger nach einem sensationellen Saisonstart. Nun kamen lediglich 557 Zuschauer und Örebro machte das bessere Spiel. Und in der 83. Minute eben auch das Tor. Sekunden nachdem sich bei Viola Bajraktaraj das Knie verdreht hatte und sie mit dem Verdacht auf, na was wohl, Kreuzbandriss (es wäre der sechzehnte in dieser Saison) ausgeschieden war, machte Michael auf der Gegenseite das Tor.

„Keine gute Leistung. Wir können das besser,“ so Trainer Thomas Mårtensson kurz und bündig. In Skåne hatte es ordentlich geregnet, der Rasen war in keinem guten Zustand. „Es war ein typisches Oktoberspiel. Nicht schön, sehr viel Kampf,“ so Mårtensson.

Örebro hat jetzt wieder vier Punkte auf Djurgården und gar sechs auf AIK.

 

Sieben Tore am Dienstag

Manon Melis schoss Saisontore 12 & 13

Mit dem 4:3 über Vittsjö hat Linköping sich nun auch ernsthaft im Rennen um Platz 4 eingeschaltet. Am Schluss wurde es noch einmal eng, denn der vor der Saison als Meisterschaftsfavorit gehandelte Gastgeber führte schon mit 4:1 ehe Emma Sjödahl und Sofie Andersson es noch einmal spannend machten. Linköping hatte einst eine Abwehr, die nur sehr wenig Gegentore zuließ. Das hat sich seit der Verletzung von Charlotte Rohlin geändert. 30 Gegentore in 18 Spielen sind die schlechteste Bilanz im Defensivbereich seit die Mannschaft 2004 in die Damallsvenskan aufstieg. Damals ließ man in 22 Spielen 37 Gegentore zu.

Dennoch, nach vorne geht jetzt wieder mehr. Und natürlich ist die „fliegende Holländerin“Manon Melis einer der Gründe. Ihre beiden Treffer (jetzt 13 insgesamt) sorgten für die klare Führung nachdem die junge, hochtalentierte Dänin Pernille Harder mit ihrem ersten Tor für Linköping das Eis gebrochen hatte. Dazwischen gelang noch Danesha Adams der zwischenzeitliche Anschlusstreffer. Und der Vollständigkeit halber: Es war Petra Larsson, die zum 4:1 traf.

Wieder einmal gab es Unzufriedenheit mit den Schiedsrichtern. Vittsjös Spielerinnen protestierten heftig nach dem 0:1 durch Harder.

„Die bekamen eine Ecke, der vorangegangen war, dass der Linienrichter die Abseitsflagge gehoben hatte, aber die Schiedsrichterin hob das auf,“ so Vittsjös Co-Trainer Ulf Palmquist. „Die Flanke, die dann kam, wurde von einer Spielerin Linköpings ins Aus geköpft. Aus der darauf folgenden Ecke machten sie das 1:0. Die Mädchen protestieren wirklich nicht oft und werden nicht oft sauer. Hier aber war es so. Diese Situation war ziemlich wichtig und spielentscheidend. Mit der Führung im Rücken konnte Linköping dann sein Konterspiel fahren,“ so Palmquist weiter.

 

 

 

Anja Mittag macht den Unterschied

Alle Achtung, Vittsjö! Auch wenn der Aufsteiger nun zweimal hintereinander mit 2:3 daheim verloren hat, so zeigte man auch gestern gegen Tabellenführer LdB FC Malmö wieder, dass man auch den Großen ein Bein stellen kann. Katrine Veje und Ramona Bachmann brachten den Gästen eine 2:0-Pausenführung und kaum jemand hätte eine Krone darauf gesetzt, dass die Gastgeber zurück kommen könnten. 

Aber in der 87. Minute stand es auf einmal 2:2, nachdem Emma Sjödahl und Mandy van den Berg für die Gastgeber getroffen hatten. 

In der Schlussminute jedoch markierte Anja Mittag ihren 19. Saisontreffer im sechzehnten Spiel. Für Malmö damit der zehnte Sieg in Folge. Zuletzt hatte man am 20. Mai 0:2 bei Schlusslicht AIK verloren, auf Skytteholms IP in Solna, wo morgen Abend Hauptkonkurrent Tyresö FF antreten muss.

„Wir trafen auf einen sehr, sehr guten Aufsteiger, der uns ein schweres Spiel bereitet hat. Trotzdem meine ich, dass wir die bessere Mannschaft waren und verdient gewonnen haben,“ so Malmös Trainer Peter Moberg nach dem Spiel. „Am Ende war es etwas zu dramatisch.“

„Einen Punkt hätten wir holen müssen,“ meinte dagegen Vittsjös Coach Thomas Mårtensson, der unter der Woche seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat. „Ich bin trotzdem sehr mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir wirklich knapp hinter der Spitze der Liga hingehören. Malmö hat jeden unserer Fehler eiskalt ausgenutzt, dafür wurden wir bestraft.“

Erste Heimniederlage eines Aufsteigers

Es war zwar die erste Heimniederlage für Vittsjö GIK in der Damallsvenskan, aber sehr überraschend war das 2:3 gegen Umeå am Samstag nicht. Umeå hatte sich einiges vorgenommen und am Ende köpfte Kapitänin Emma Berglund das Siegtor nach einer Stunde. Berglund, die etwas gut zu machen hatte, denn ihr unnötiger Platzverweis wegen Meckerns in der Nachspielzeit bei der 0:5 Niederlage in Göteborg hatte zu einer Sperre für ein Spiel und einer Heimniederlage gegen Örebroi geführt.

Nun revanchierte sich die Nationalspielerin nach einer Ecke der Finnin Tuija Hyyrynen.

In einem munteren Spiel waren schon in den ersten 35 Minuten auf jeder Seite zwei Tore gefallen. Zuerst brachte Maria Nordbrandt Umeå in Führung, dann glich Emma Sjödahl aus. Nach einem Freistoß von Hyyrinen ging Umeå abermals in Führung durch diue Nigerianerin Rita Chikwelu ehe Sandra Adolfsson den Halbzeitstand feststellte.

Bei Vittsjö stand zum ersten Mal in der ersten Liga Sonja Fransson im Tor. Die Holländerin Lois Geurts hatte sich verletzt und fällt möglicherweise auch für das Länderspiel gegen Schweden kommendes Wochenende aus.

„Ich bin etwas enttäuscht,“ so Vittsjös Trainer Thomas Mårtensson gegenüber der Zeitung Norra Skåne. „Hätte man vor der Saison, dass wir von den ersten sieben Heimspielen sechs gewinnen… Dann ist es schon schwer, sehr enttäuscht zu sein.“

„Wunderbar,“ so Emma Berglund im Västerbotten Kuriren. „Echt schön, dass wir auch mal das Quentchen Glück gehabt haben. Es fühlt sich so an, als ob das in ausgeglichenen Spielen dieser Saison oft nicht der Fall war.“

 

AIK punktet gegen Dritten und verliert trotzdem

Wasserspiele in Solna mit Jennie Nordin und Danesha Adams

Ein 1:1 gegen den Tabellendritten daheim ist für einen potentiellen Abstiegskandidaten zunächst einmal kein schlechtes Ergebnis. Aber das 1:1 von AIK gegen Mitaufsteiger Vittsjö GIK ist letztlich für AIK ein Verlust von zwei Punkten, denn die beiden Konkurrenten über der gestrichelten Linie – Jitex BK und KIF Örebro gewannen ihre Spiele und vergrößerten den Abstand, den es aufzuholen gilt, auf sechs Punkte.

Gesprächsstoff gab es aber vor allem wegen des Wechsels von Susan Varli zu Djurgården wenige Stunden vor Schließen des Transferfensters. Auch Daniella Chamoun sei  nicht im Aufgebot, erzählte man mir, als ich die Anlage betrat. Beide seien ausgeschlossen worden, es habe Ärger gegeben. Und während Chamoun nicht ins Stadion kam, saß Djurgårdens neue Stürmerin – bei AIK auf der Tribüne. Vor dem Anpfiff sprintete die dritte im Freundinnentrio, nämlich Nazanin Vaseghpanah, schnell zum Spielfeldrand und herzte Varli mit mehreren Gesten und einer Umarmung.

Schnell ging Vittsjö in Führung, nach der dritten Ecke besorgte Danesha Adams aus kurzer Distanz den Führungstreffer, den die Finnin Maija Saari nach etwas mehr als einer halben Stunde nach einem Freistoß mit dem Kopf egalisierte.

In der zweiten Halbzeit war AIK besser, aber da man nach dem Weggang Varlis nun gar keine Goalgetterin in den Reihen mehr hat und stattdessen zwei 17-Jährige vom Drittligisten Bele Barkarby in die A-Mannschaft geholt hat, vermochte man nicht, das Spiel zu gewinnen.

Der Streit bei AIK aber interessiert die Gemüter. Wir erinnern uns: 2010 hatten Vaseghpanah und Chamoun damals Hammarby wenige Wochen vor Saisonende im Streit verlassen und waren zu AIK weitergezogen. Varli war wenig später nachgefolgt. Nun scheint sich die Geschichte leider zu wiederholen. Dem Ruf der beteiligten Spielerinnen kann das nicht zuträglich sein, auch wenn die sicher eine gute Erklärung haben für das, was vorgefallen sein muss. Es wird gemunkelt, dass die beiden Spielerinnen wegen ungebührlichen Verhaltens ausgeschlossen wurden, während Mittelfeldspielerin Vaseghpanah lediglich ‚verwarnt‘ worden sei.

Vittsjö spielte sicher deutlich unter seiner Kapizität auf einem Kunstrasen, der aufgrund massiver Regenfälle teilweise Lotteriepässe sah.

Stehaufmädchen

Am Montagabend erst bekamen sie fünf Dinger von Tyresö und nach diesem Spiel sprach ich mit Kendall Fletcher und sagte ihr, dass nach dem 1:4 zum Saisonauftakt gegen Umeå die Mannschaft wieder aufgestanden sei und fragte wie das nun nach dem 1:5 gegen Tyresö gehen würde. Fletcher war optimistisch und tatsächlich – das Derby von Nordskåne am Donnerstagabend, das den Auftakt yum 14. Spieltag bildete, gewann Vittsjö nach hartem Kampf gegen Kristianstad mit 2:1.

Susanne Moberg hatte die Gäste zur Halbzeit in Führung gebracht, aber ein Eigentor und ein von Danesha Adams verwandelter Elfmeter wendeten die Begegnung. Einen zusätzlichen Farbtupfer erhielt das Spiel dann noch durch einen Platzverweis für Kristianstads Sif Atladottir.

Vittsjös Trainer Thomas Mårtensson fasste realistisch zusammen: „KDFF war die bessere Mannschaft, aber wir haben die Tore geschossen.“ Nach dem 0:1 hatte Moberg bereits Torhüterin Lois Geurts in einer weiteren Situation umkurvt und schoss dann den Ball über das leere Tor. Auch Katrin Omarsdottir verpasste Gelegenheiten, Kristianstads Führung zu erhöhen.

Vittsjö gewann, nachdem Sif Atladottir Sofie Andersson im Strafraum eine sichere Torchance durch ein Foul  nahm. Rote Karte und Adams ließ Nationaltorhüterin Hedvig Lindahl beim Elfer keine Chance. Der achte Saisontreffer für die Amerikanerin und für Vittsjö nun abermals Platz 3.

 

Tyresö entzaubert Vittsjö

Fünf Mal konnte Tyresö heute jubeln – so wie hier nach dem 1:0 durch Linda Sembrant

Von einem Spitzenspiel war vorher die Rede. Tyresö FF gegen den Sensations-Aufsteiger Vittsjö GIK, der immerhin als Tabellenvierter mit einem Spiel weniger nach Stockholm kam als der Dritte Kristianstads DFF.

Die Begegnung wurde live im Fernsehen übertragen und nach etwas mehr als einer halben Stunde war alles gelaufen.

Als sie noch bei Umeå IK spielte, sagte ich zum Verdruss einiger ihrer Gegner, dass sie ein Spiel allein entscheiden könne, vielleicht sogar eine Meisterschaft. In Tyresö hatte sie nach drei Jahren in den USA noch nicht ganz an die Form anschließen können, in der ich sie oft auf dem Platz gesehen habe, vor 2009. Schon kurz vor der Sommerpause sah ich aber Tendenzen, dass wir die alte Marta bald wieder zurück haben. Heute war sie zwar nicht allein der Unterschied, aber überragend. Ihren Eckball köpfte Linda Sembrant ins Tor – da sah Lois Geurts nicht gut aus. Sechs Minuten später ein Alleingang, in der sie die ansonsten aufopferungsvoll kämpfenden Abwehrspielerinnen wie Slalomstangen umkurvte und mit einem Schuss in den Winkel abschloss. Nach 35 Minuten ein unwiderstehlicher Antrirr auf dem linken Flügel, eine maßgenaue Flanke und ein schulmäßiger Kopfball von Madelaine Edlund. Tyresö führte 3:0.

Und hätte sicher mehr Tore schießen können. Am Ende wurden es fünf. Kirsten van de Ven köpfte eine Flanke von Lisa Dahlkvist rein und Vero Boquete schoss wieder einmal das Tor des Monats, tanzte Gegenspielerinnen auf engstem Raujm aus und schlenzte den Ball hoch ins Netz. Tyresö hat geradezu einen Überschuss an Klassespielerinnen. Denn als Kollektiv funktioniert das nicht immer. Man hat bisweilen den Eindruck, dass man bewusst auf die individuelle Klasse der Mannschaft setzt. Vero, Marta, Caroiine Seger, Kirsten van de Ven, Madelaine Edlund, irgendeine wird schon was machen, das dann gefährlich wird.

Nach dem Spiel sprach ich mit Vittsjös amerikanischer Abwehrspielerin Kendall Fletcher.

Wie fasst du das Spiel zusammen?

„Naja, ganz einfach, dass das unser erstes Spiel nach einer längeren Pause war und wir gegen eines der besten Teams der Liga gespielt haben. Die haben drei Mittelfeldspielerinnen, die absolute Weltklasse sind. Wenn du solche Spielerinnen auf der Gegenseite hast, ist es sehr schwer, sich zu verteidigen. Und selbst wenn du alles richtig machst, kann das trotzdem nicht genug sein. Wir wissen, dass wir Aufsteiger sind, und dass wir viel lernen müssen. Jetzt müssen wir aus diesem Spiel Lehren ziehen, uns motivieren und zusammenhalten, denn am Donnerstag ist schon wieder ein wichtiges Spiel.“ (Skåne-Derby gegen Kristianstad in Vittsjö)