Pernille Harder verletzt – 3 Monate Pause

pernilleLinköping hatte ich mir mal mit Bleistift als einen ernsthaften Kandidaten auf die Meisterschaft 2014 notiert, ein Geheimfavorit. Aber nun fällt die wichtigste Spielerin für drei Monate oder gar länger aus: Pernille Harder hat sich einen Ermüdungsbruch im Fuß zugezogen, muss operiert werden und wird wohl frühestens Anfang Juni auflaufen können.

Nach dem dritten Kreuzbandriss in zwei Jahren für die wieselflinke Finnin Linda Sällström ist das der zweite herbe Schock für das von Martin Sjögren im letzten Jahr glänzend betreute Team aus Östergötland.

Mit 22 – Tilda Heimersson macht Schluss

Tilda Heimersson galt einmal als eines der größten schwedischen Mittelfeldtalente. Ich habe Tilda ein paar Mal flüchtig gesehen und getroffen, fast jedes Mal ging sie entweder auf Krücken oder war in „Zivilkleidung“, denn für ihren Verein Linköpings FC in der Damallsvenskan gespielt hat die heute 22-Jährige seit 2010 nicht mehr.

Nach einem Kreuzbandriss vor drei Jahren und andere Verletzungen im linken Knie hat Tilda immer wieder Schmerzen, manchmal ist es schwer für sie, einzuschlafen.

„Die Ärzte haben zu mir gesagt ‚Wenn du mit 45 keine Knieprothese haben willst, solltest du dich nicht mehr auf einen Fußballplatz stellen‘. Dann ist es vielleicht am besten, wenn man das nicht mehr tut. Ich war darauf vorbereitet und irgendwo war das jetzt auch ganz gut, das so deutlich zu hören. Es ist schwer, zuzusehen, wenn andere spielen, aber jetzt ist es irgendwie auch ok. Ich habe viel zu tun sowohl mit meinem Job wie auch mit meinem Studium, „sagte Tilda der Zeitung Norrköpings Tidning.

Linda Sällström: Dritter Kreuzbandriss seit 2012

Zum dritten Mal seit 2012 hat sich die 25-Jährige finnische Nationalspielerin Linda Sällström einen Kreuzbandriss zugezogen, dieses Mal im linken Knie und in einem Freundschaftsspiel gegen die thailändische Nationalmannschaft, das ihr Verein Linköping am Samstag in Bangkok mit 3:0 gewann.

„Ich bin dankbar für all die Hilfe, die ich vor Ort in Bangkok bekommen habe,“ sagte Linda Sällström, die damit ihre dritte Saison hintereinander verpassen wird. Vergangenes Jahr, als sie kurz nach der Rehabilitation von der ersten Verletzung abermals die Diagnose Kreuzbandriss bekommen hatte, ging die zweite Reha ungeheuer schnell und beim zweiten Mal schaffte es die meist positiv denkende Finnin schnell wieder zurück und war im Herbst 2013 bereits wieder einige Minuten dabei.

Nun bedeutet die dritte Verletzung abermals 6-8 Monate Reha und sicher auch beim Arbeitgeber Linköpings FC eine größere Unruhe, ob die Knie Sällströms künftig überhaupt Fußball auf höchstem Niveau durchhalten können.

Vier müssen gehen

Linköpings FC hat vier Spielerinnen keinen Vertrag mehr für 2014 angeboten: Die Deutsche Eunice Beckmann, Stürmerin Pauline Hammarlund, Mittelfeldspielerin Petra Larsson und Keeperin Sofia Lundgren müssen gehen.

Auf der Homepage Linköpings begründet Trainer Martin Sjögren die Entscheidungen damit, dass a) Beckmann anfangs gut begonnen hätte, dann sich aber keinesfalls wie erhofft entwickelt hätte, b) Hammarlund wenig Spielzeit bekam und nach der starken Saison von Stina Blackstenius und der Wiedergenesung von Linda Sällström nur geringe Chancen hätte, sich im kommenden Jahr ins Team zu spielen.

Petra Larsson wäre man sehr dankbar, weil sie Lücken gefüllt habe in dieser Saison, aber die 25-Jährige passe nicht zum Verjüngungsprozess des Teams.

Bei Sofia Lundgren verhielte es sich so, dass die zwar Schwedens beste Torhüterin sei – aber nur in gesundem Zustand. Die Perspektive sähe aber unsicher aus. Lundgren selber verkündete trotzig auf Twitter, weitermachen zu wollen.

Linköping holt Kristine Hegland

Kristine Hegland verstärkt Linköping in der kommenden Saison

Kristine Hegland verstärkt Linköping in der kommenden Saison

Linköpings FC verstärkt sich mit der Norwegerin Kristine Hegland, die von Arna-Björnar aus Norwegen zum Tabellendritten der schwedischen Liga stoßen wird.

„Kristine war die Spielerin, die weit oben auf unserer Liste stand, als wir damit begonnen haben, den Rekrutierungsprozess für 2014 einzuleiten,“ sagte Linköpings Trainer Martin Sjögren. „Es ist toll, dass wir mit ihrem Club Arne-Björnar und mit ihr eine Übereinkunft erzielt haben. Mit Kristine bekommen wir Qualitäten, die uns in der nächsten Saison noch schlagkräftiger machen werden. Was sie zu einer besonders interessanten Spielerin macht, ist, dass sie noch sehr jung ist und sich weiterentwickeln kann, was sehr gut zum LFC-Profil passt. Sie hat eine sehr gute EM gespielt und war einer der Gründe, warum Norwegen so weit gekommen ist,“ so Sjögren auf der Homepage von Linköping.

Hegland stößt Anfang Januar zur Mannschaft, sie unterschrieb einen 2-Jahresvertrag. Mit Nora Holstad Berge hatte Linköping bereits früher eine Norwegerin, die seit diesem Jahr wieder bei Arna-Björnar spielt.

Jitex verliert Rolfö und Rehn

Nachdem man durch das 1:0 über Kristianstad am Sonntag wohl den Klassenerhalt gesichert hat, verliert Jitex in der kommenden Saison zwei wichtige Persönlichkeiten.

Wie die Zeitung Expressen meldet, geht U19-Europameisterin (von 2012) Fridolina Rolfö kommende Saison zu Linköpings FC und leistet dort ihren Jahrgangsgenossinnen Lina Ringshamre, Jennie Nordin, Pauline Hammarlund und Magdalena Ericsson Gesellschaft. Keine Frage: Ein wichtiger und auch richtiger Schritt für die talentierte offensive Mittelfeldspielerin und Stürmerin. Ihre Verpflichtung setzt ein weiteres Fragezeichen hinter den Verbleib von Linda Sällström, deren Konkurrenz nach der zweiten Kreuzband-Reha noch größer wird.

Ja und Trainer Stefan Rehn, ehemaliger Fußballnationalspieler, soll fast mit dem Lokalrivalen Kopparberg/Göteborgs FC als Nachfolger des gestern offiziell zurückgetretenen Torbjörn Nilsson einig sein. Für den arg gebeutelten, finanziell schwachen Verein aus Mölndal ist das natürlich schon ein herber Schlag. Rehn war allerdings mit Jitex nicht sonderlich erfolgreich.

Sechs Monate und fünf Tage: Linda Sällström ist wieder da (Interview)

LindaMit Linda Sällström habe ich gelitten. Denn als ich im März die Nachricht sah, dass die heute 25-Jährige Stürmerin sich zum zweiten Mal nacheinander dasselbe Kreuzband gerissen hatte und das nach nur gut einem Monat nach ihrem Comeback, da war das ein echter Schock. Auch weil ich die schnelle Finnin kenne, seit sie als 18-Jährige vor sieben Jahren nach Schweden kam und ihre Karriere aufmerksam verfolgt habe und wir uns über die Jahre immer wieder hier und da begegnet sind.

Kurz dachte ich, es wäre vielleicht das Beste aufzuhören und doch das Medizinstudium aufzunehmen, für das sie sich interessiert hatte. Aber schon einen Tag danach dann schrieb die immer gut gelaunte Linda auf ihrer Facebook-Seite trotzig, dass sie jetzt beginne, an ihrem Comeback zu arbeiten und dass sie dann besser sein werde, als je zuvor.

Zu dieser Zeit fuhr die finnische U19-Nationalmannschaft zu einem Turnier nach Südeuropa und schickte einen rührenden Gruß per Facebook und Twitter an den Pechvogel Sällström: Die Mannschaft stellte sich in Herzform auf und widmete das Bild der zweifachen finnischen Fußballerin des Jahres.

Nach nur sechs Monaten und fünf Tage nach der Operation wurde Linda gestern Abend für Stina Blackstenius in der 77. Minute eingewechselt. Und war nah dran, noch das 4:0 für Linköping zu schießen.

Nach dem gestrigen Spiel habe ich mit Linda Sällström gesprochen.

„Es war wirklich fantastisch, wieder Fußball in der Damallsvenskan zu spielen. Du weißt ja, dass ich mein letztes Spiel da im Oktober 2011 gemacht habe, eine lange Zeit. Aber es war auch ein nervöses, aber insgesamt nur gutes Gefühl, zu spielen. Es war auch gut, dass wir schon 3:0 führten. Pernille (Harder) hatte gerade das 3:0 gemacht, als ich an der Seitenlinie stand und wartete. Da gab es dann keinen Stress und ich konnte ruhig zu Ende spielen.“

Wie ist die Reha verlaufen, dass es dann so schnell gehen konnte?

„Ich bin ziemlich viel zwischen Finland und Schweden hin- und hergereist. Meine Krankengymnasten in beiden Ländern haben toll zusammengearbeitet. Von denen habe ich grünes Licht bekommen für einen Einsatz heute und auch mein Trainer Martin Sjögren, der mich dann sportlich im Training beurteilt hat, war der Meinung, dass es jetzt passt,“

Hast du während der zweiten Rehazeit nie ein richtiges Tief gehabt? Wir haben uns letztes Jahr unterhalten, da warst du wie immer gut drauf, aber wenn das dann nochmal passiert, dann muss das doch ein Schock sein.

„Nein, es lief fast überwiegend sehr gut auch dieses Mal. Ich hatte schon sehr viel gelernt aus der ersten Reha und war deshalb wohl auch besser vorbereitet. Aber sicher gab es Tage, wo es schwer war, das Rehatraining durchzuhalten und wo ich mal nicht so gut drauf war, aber zum Glück hat man dann seine Familie und Freunde, die das ertragen müssen und die einem auch helfen.“

Die EM im Sommer war ein großes Ziel von dir. Wie hast du das dann erlebt?

„Es ist schon bitter, dass ich das verpasst habe. Aber ich war dennoch in sehr vielen Momenten bei der Mannschaft und durfte auch dabei sein und auch das hat mir sehr geholfen, weil die mir immer das Gefühl gegeben haben, dass ich zu ihnen gehöre, dass sie sozusagen auf mich warten und dass ich ein Teil von ihnen bin.
Die Niederlage gegen Schweden (0:5) war bitter. Ich war im Stadion und bevor es anfing, tat das schon etwas weh, weil ich wirklich so gerne hier gespielt hätte, aber danach dann war man fast froh, nicht unten auf dem Rasen gestanden zu haben.
Wir haben mit mehr gerechnet bei der EURO und die Mädels tun mir sehr leid, denn ich weiß, wie hart alle trainiert und gearbeitet haben. Nach vorne hat es einfach nicht geklappt. Aber, wenn Schweden seine beiden Elfer im Spiel gegen Dänemark am Anfang verwandelt hätte, dann wären wir gegen Russland in diese Auslosung gekommen.“

Ein österreichischer Journalist fragte mich vor kurzem, ob du und Maija Saari vielleicht aktuell für die WM-Qualifikation demnächst sein könnten. Aber das wird wohl nichts, oder?

„Maija schafft es nicht, aber was mich angeht, ist es nicht unmöglich. Ich werde tatsächlich morgen früh mit unserem Nationaltrainer Andrée Jeglertz gerade darüber reden. Vielleicht bin ich nur einfach dabei und auf der Bank, wir werden sehen. Aber ich hab ja gesagt, dass es wichtig ist, dabei zu sein.“

Nimmst du irgendetwas Positives mit aus dieser langen Zeit?

„Wenn ich etwas gelernt habe, dann alleine zu trainieren, meine eigenen Sachen zu machen und Geduld dabei zu haben. Das ist irgendwo auch eine Stärke, aber wenn es nach mir geht, dann brauche ich jetzt erst einmal keine Verletzungen mehr, davon habe ich wirklich genug.“

Linda Sällströms Vertrag läuft am Ende dieser Saison aus. Was sie dann machen wird, weiß sie noch nicht und mir sagt sie auch, dass sie darüber einfach noch nicht nachgedacht hat. Ihre ganze Energie war darauf gerichtet, endlich wieder spielen zu können.

Spielerin der Woche: Pernille Harder (Interview)

 

Pernille Harder (Foto: Mirko Kappes)

Pernille Harder (Foto: Mirko Kappes)

Ich komme derzeit nicht ganz nach. Denn der 18. Spieltag läuft schon, vier von sechs Spielen sind absolviert (später dazu) und ich küre in diesem Post meine Spielerin der Runde 17.

Das ist etwas Neues und doch nicht, denn diese amerikanische „EInrichtung“ ist etwas Schönes, lenkt sie doch die Aufmerksamkeit auf eine konkrete Spielerin und trägt damit dazu bei, die Atrraktionskraft und das Interesse für den Frauenfußball zu erhöhen. Ich verstehe nicht, dass man so etwas Einfaches nicht auch offiziell in der Damallsvenskan einführt.

In Runde 17 schoss sie alle vier Tore für Linköpings FC beim Tabellenletzten Sunnanå. Damit erhöhte sie ihre Trefferquote auf 13 und zog an Anja Mittag vorbei auf Platz 2 der Torschützenliste.

Vor 2-3 Jahren habe ich Pernille Harder erstmals gesehen, damals im Dress der dänischen Nationalmannschaft und auf irgendeinem illegalen Live-Stream. Ich war tief beeindruckt von der jungen, hellblonden Stürmerin und erfreut, als sie dann vor gut einem Jahr auf einmal in die Damallsvenskan geworben wurde. Am Freitag habe ich mich mit Pernille unterhalten.

Warum bist du ausgerechnet nach Schweden und nach Linköping gegangen?

„Ich wollte im Ausland spielen, um neue Herausforderungen zu finden. Ich wusste natürlich, dass die schwedische Liga einen sehr guten Standard hat und gleichzeitig war ich mir darüber im Klaren, dass der Umzug nach Schweden als einem anderen skandinavischen Land, kein so großer Schritt sein würde. Natürlich gibt es Unterschiede, aber keine sehr großen und ich dachte, dass es nicht so schwer sein würde, mich gerade hier zu akklimatisieren.“

Wenn du die dänische 3F-Liga mit der Damallsvenskan vergleichen sollst?

„Die schwedische Liga ist ausgeglichener, in Dänemark gibt es zwei Mannschaften, die allen anderen überlegen sind und jedes Spiel mit vier, fünf Toren gewinnen. Es ist mehr Konkurrenz hier, auch wenn wir Malmö und Tyresö haben, aber in Schweden musst du wirklich in jedem Spiel hart arbeiten und das entwickelt dich als Spielerin. Und wir haben auch mehr Zuschauer in Schweden. In Dänemark liegen wir oft um die 100 Zuschauer und selbst während der EM, wo wir ja immerhin das Halbfinale erreicht haben, war anfangs das Interesse der Medien sehr gering. Das änderte sich aber dann, als wir ins Viertel- und dann ins Halbfinale eingezogen sind. Ich hoffe, dass wir eine gute Quali für die WM in Kanada spielen werden und damit dann mehr Leute für den dänischen Frauenfußball interessieren.“

Obwohl es mehr Konkurrenz in Schweden gibt, schien mir doch das Leistungsvermögen beider Nationalmannschaften relativ gleich stark zu sein. Ihr habt ein tolles 1:1 bei der EM gegen Schweden in Göteborg holt?

„Das war eine fantastische Erfahrung. Mit 17 000 Zuschauern die schreien und brüllen. Es war eine tolle Atmosphäre und ja, wir haben ein gutes Turnier gespielt, das natürlich noch besser gewesen wäre, wenn ich ein Tor geschossen hätte.

Ja und dann gab es nach der Gruppenphase die Auslosung zwischen Dänemark und Russland. Wie hast du das erlebt?

„Das war wirklich unglaublich, wir waren alle so nervös. Wir waren in Göteborg und hatten uns das Spiel England – Frankreich im Fernsehen angeschaut und dann vom Ergebnis Spanien – Russland gehört. Es dauerte unglaublich lange, bestimmt zwei Stunden, bevor ausgelost wurde. Die Auslosung fand in Linköping statt und die einzige Verbindung, die wir hatten, war eine Telefonleitung.“

Pernille, viele sehen dich als das größte Talent des dänischen Fußballa seit vielen Jahren und einige glauben, dass du eine der besten Spielerinnen der Welt werden kannst. Wie kommst du damit zu Recht?

„Naja, ich versuche immer so hart wie möglich zu arbeiten. Ich suche immer neue Herausforderungen und mein Ehrgeiz ist es, jeden Tag eine bessere Fußballspielerin zu werden. Wenn Leute so etwas über mich sagen, dann ist das natürlich ein tolles Kompliment und natürlich gefällt mir das. Aber Talent alleine reicht nicht aus, wenn du nicht hart arbeitest und das ist es, was ich versuche, zu tun. Alles, was ich tun kann, ist weitermachen und arbeiten.“

Ihr Trainer in Linköping, Martin Sjögren, der mit Malmö zwei Meistertitel gewonnen hat, sagt über sie: „Sie hat das meiste, was eine Spielerin braucht. Sie hat den Speed, sie kann mit beiden Füßen schießen und sie hat ein gutes Spielverständnis.“

Die schwedische Nachrichtenagentur TT schrieb nach Pernille Harders „Quattrick“ in Sunnanå, di 20-Jährige Dänin habe ein Feuerwerk abgebrannt.

Mit noch einem Jahr Vertrag in Linköping, wie siehst du die Entwicklung deiner Mannschaft, Pernille?

„Es ist sehr schwer, mit Malmö oder Tyresö zu konkurrieren, die haben beide einfach viel mehr Geld. Schau die einfach nur mal Malmös Offensive an mit Anja Mittag, Ramona Bachmann und Manon Melis. Aber wir haben eine junge Mannschaft mit vielen Talenten und wenn die alle beim Verein bleiben, dann kann das richtig gut werden.“

Was sie denn außer ihrem Freund, der Familie und den Freunden am meisten vermisse in Dänemark, will ich wissen. Die Antwort braucht einen Moment und dann sagt Pernille Harder: „Frisch gebackenes Roggenbrot. Das ist so gut und das gibt es hier einfach nicht.“

Malmö siegt im TV-Spiel

Dienstags um 19.20 Uhr gibt es einen freien Slot beim Sender TV4 Sport. Deshalb wird das Spiel der Woche oft zu dieser Zeit ausgetragen.

Gestern Abend waren LdB FC Malmö und Linköpings FC an der Reihe. Die Story ist schnell geschrieben. Nach dem Weggang von Nilla Fischer wirkte die Abwehr von Linköping unsicherer und Malmö kombinierte blitzschnell, ließ den Gegner gar nicht erst zu Zweikämpfen kommen, der Ball war immer schon weg, wenn eine Abwehrspielerin an ihre Gegnerin ran wollte.

1:0 Anja Mittag, ein blitzschneller Schuss nach einem herrlichen Zuspiel von Ramona Bachmann.
2:0 Manon Melis in einer für sie typischen Weise, 1-1 Situation nach Pass in die Tiefe, Lob über Torhüterin Lina Ringshamre
3:0 Ramona Bachmann nach Vorarbeit von Therese Sjögran auf dem linken Flügel und diagonaler Hereingabe in die Mitte
4:0 Katrin Schmidt mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung an den Pfosten und von da ins Tor kurz vor Schluss.

Anja Mittag hatte noch einen Schuss, den Ringshamre an die Querlatte retten konnte. Große Überlegenheit Malmös, das jetzt nur noch vermeintlich leichte Gegner hat bis zum Saisonende und zwei Punkte vor und zwei Tore hinter Tyresö liegt.

Linköping verstärkt sich aus Deutschland und Australien

Die 21-Jährige Eunice Beckmann aus Leverkusen und die 18-Jährige Australierin Brianna Davey schließen sich der Truppe von Linköpings FC an. Beckmann hatte bereits unter der Woche trainiert und war von Coach Martin Sjögren für gut befunden worden. Der Vertrag mit der Deutschen gilt bis Ende der Saison.

Da Sofia Lundgren einen erneuten Bandscheibenvorfall hatte, brauchte Linköping schnell einen Torwartersatz, sonst hätte Lina Ringshamre alleine dagestanden. Die 18-Jährige Davey hat bereits einige A-Länderspiele für Australien absolviert und Martin Sjögren behauptet gar, man habe das größte Torwarttalent weltweit verpflichtet. Schaun mer mal. Linköping wird künftig mehr mit dem Club Melbourne Victory zusammenarbeiten, von dem Davey kommt. Die schwedische und die australische Saison ergänzen sich terminlich und Melbourne hatte letzte Saison die Dienste von Linköpings Mittelfeldspielerin Petra Larsson in Anspruch genommen.

Malmö strauchelt in Linköping

Nicht einmal 700 Zuschauer wollten am Dienstagabend in der EM-Stadt Linköping das Spiel der Heimmannschaft gegen Vizemeister LdB FC Malmö sehen. Das lässt für die EM in Linköping nichts Gutes erahnen.

Vor den Augen weiter Teile der schwedischen Nationalmannschaft, die sich hier zu einem Lehrgang trifft, der am Samstag mit einem Länderspiel gegen Norwegen kulminiert, schlug Linköping Malmö verdient mit 3:1. Dabei zeigte die zweifache Torschützin, die Dänin Pernille Harder eine Klasseleistung, vor allem in der ersten Hälfte, als sie beim 2:0 den Ball volley und aus vollem Lauf aus rund 22 Metern in den WInkel beförderte.Das Tor des Monats, vielleicht der Saison im Frauenfussball in Schweden.

Malmö hatte nicht viel entgegenzusetzen. Die Abwehr Linköpings, ohnehin das Prunkstück, stand mit den Nationalspielerinnen Magdalena Eriksson, (U19), Charlotte Rohlin, Nilla Fischer und Jessica Samuelsson sehr sicher und ließ nicht viele Chancen von Anja Mittag oder Manon Melis durch. Ramona Bachmann erzielte kurz vor der Pause den Anschlusstreffer nach einer herrlichen Vorlage von Anja Mittag, aber als Malmö am Ende alles auf eine Karte setzen musste und auf die Dreierkette umsteigen musste, erzielte die erst 17 Jahre alte Stina Blackstenius ein Klassetor, bei dem sie nacheinander Malin Levenstad und Thora Helgadottir ausshen ließ wie Junioren.

„Auf diese Harder werden wir bei der EM aufpassen müssen,“ sagte Pia Sundhage nach dem Spiel dem schwedischen Fernsehen. Das hätte ich vorher sagen können, denn Harder zählte schon zu Zeiten ihres dänischen Vereins Skovbakken zu den großen skandinavischen Talenten. Von ihr werden wir noch viel hören.

In der Tabelle liegt Tyresö jetzt drei Punkte vor Malmö und bereits sechs vor Göteborg und Umeå.

 

Malmö wieder vorn

Malmö hat Tyresö nach vier Runden die Tabellenführung abgeluchst. Mit einem 2:1 in Umeå am Sonntag (Siegtreffer durch Neuzugang Yoreli Rincon) setzte sich der Vizemeister dank der mehr geschossenen Tore an die Tabellenspitze. Dabei flog Therese Sjögran nach zwei gelben Karten vom Platz.

Ereignis des Tages aber wohl die Stadioneröffnung in Linköping. Das neue Stadion für die Europameisterschaft gebaut wird Heimstatt für Linköpings FC sein. Freier Eintritt und schönes Wetter und eine Rekordkulisse von 5300 Zuschauern, vermutlich ein Saisonrekord, den keiner in der Liga überbieten wird. Und wieder sorgte Örebro für eine Überraschung, lag 2:0 in Führung, ehe am Ende die Abwehrspielerinnen Charlotte Rohlin und Magdalena Eriksson noch für das dritte Unentschieden in Folge für Linköping sorgten.

Und Mallbacken strafte mich Lügen. Nachdem ich am Samstag nach dem neuerlichen Debakel Sunnanås noch behauptete, dass beide Aufsteiger sang- und klanglos absteigen würden, gewann das Team sein zweites „Heimspiel“ in Munkfors mit 3:0 gegen das bislang starke Piteå.

Aber auch trotz dieses sporadischen Erfolgs kann ich so recht nicht daran glauben, dass Mallbacken mit seinem bescheidenen Kader in der Liga bleibt.

Kreuzbandriss Nummer 6: Hanna Petterssons Knieschmerzen aus einem Training vor dem Spiel in Mallbacken rührten von einem gerissenen Kreuzband her. Saison zu Ende. Auch diese Saison werden wohl wieder 20-25 Spielerinnen mit dieser Diagnose von Magnetröntgenuntersuchungen nach Hause kommen.

Tyresö bleibt vorn

Christen Press' Schuss geht an die Unterkante der Latte

Christen Press‘ Schuss geht an die Unterkante der Latte

Kannst du uns dein Tor beschreiben? fragte ich Christen Press nach dem Spiel. Welches? fragte sie. Leicht verunsichert antwortete ich Öh, das zweite.

Zu diesem Zeitpunkt wusste die Amerikanerin schon mehr als der große Teil des Publkums und die Fernsehzuschauer, nämlich, dass sie beide Tore beim 2:0 über Linköping gemacht hatte.

Es war eine aufopfernde Abwehrleistung, die Linköping zeigte und zu Beginn der zweiten Halbzeit schien das Spiel sogar Augenhöhe anzunehmen, als Jessica Samuelsson den Ball an die Latte schoss. Aber insgesamt war Tyresö die bessere Mannschaft.

Pia Sundhage war da, natürlich. Sie wollte sehen, wie ihr neues Innenverteidigerduo, das bei Linköping unter Vertrag ist, spielt. Nach dem Kreuzbandriss von Umeås Emma Berglund hat Sundhage im Prinzip keine andere Wahl, als da hinten Charlotte Rohlin und Nilla Fischer aufzustellen. Fischer ist Sundhages Favoritin, die wird auf ihre alten Tage umgeschult und in die Abwehr gestellt. Und heute überragte Fischer, gewann bis auf einen alle Zweikämpfe. Auch stark auf der linken Abwehrseite: U19-Europameisterin Magdalena Eriksson, von Djurgården Anfang des Jahres gekommen.

Tyresö wollte aber die Punkte. Und Christen Press ist wohl einer der größten Fehler Sundhages, der nur nicht auffiel, weil die USA so viele gute Spielerinnen hat. Die 24-Jährige ist eine der weltbesten Stürmerinnen und auch wenn sie heute nicht so zur Geltung kam, schoss sie am Ende doch beide Tore.

Das 1:0 in der 88. Minute aus vielleicht acht Metern, ein Schuss an die Unterkante der Latte. Auf den Fernsehbildern sieht man, dass der Ball drin war, bevor ihn die eingewechselte Kirsten van de Ven endgültig reinschießt. Offiziell führt der Fußballverband weiter van de Ven. Mal sehen, ob sich das noch ändert, denn van de Ven war abseits. Wäre Press‘ Schuss nicht drin gewesen, handelte es sich um ein irreguläres Tor.

Das 2:0 dann ein Tor Prädikat absolute Weltklasse: „Ich bekam den Ball da draußen und wusste ja, dass nicht mehr lang zu spielen ist,“ erzählte mir die Torschützin. Es gelang mir, hinter die Abwehrspielerin zu kommen und wenn man in so eine Situation kommt, ist es fast klar, dass das ein Tor wird. Ich finde, es ist wichtig, dass man die Energie des Spiels spürt und eine meiner Stärken ist es, zu fühlen, wenn der Gegner verletzbar ist und nachdem wir kurz vorher das erste Tor gemacht hatten, wusste ich, dass es möglich sein würde, schnell noch einen draufzulegen.“ So weit Christen Press, die mit einem enormen Antritt zunächst Rohlin und Ericsson und dann Nilla Fischer ganz alt aussehen lässt, bevor sie dann, kurz nachdem sie an Fischer unwiderstehlich vorbeigezogen ist mit einem satten Schuss in die linke Ecke Sofia Lundgren keine Chance ließ.

Mit hängenden Köpfen schlichen die LFC-Spielerinnen vom Platz. Ein Spiel dauert neunzig Minuten plus eventueller Nachspielzeit, das mussten sie am Samstag schmerzlich noch einmal verinnerlichen.

Finanzielles aus Linköping und Malmö

Zwei Zeitungen berichten heute über die finanzielle Situation „ihres“ Clubs. Östgöta Correspondenten (im Volksmund Corren genannt) befasst sich mit Linköpings FC und teilt mit, dass der LFC seine Anteile an einem Trainingsplatz verkaufen musste, damit die wirtschaftliche Balance des Vereins für 2012 nicht negativ ausfiel.

„Wir mussten einen Rettungsring anwenden, den wir jetzt nicht mehr haben und deshalb ist es wichtig, mit einem exakten Budget in die neue Saison zu gehen. Unsere Zielsetzung ist jedoch weiterhin hoch, wir wollen Frauenfußball auf Weltklasseniveau spielen, wir müssen ganz einfach effektiver werden,“ sagt der starke Mann des Clubs, Anders Mäki, der Zeitung.

Mit Spielerinnen wie Manon Melis und Lisa DeVanna hatte Linköping neben der gebliebenen Nationalspielerin Nilla Fischer mindestens drei teure Angestellte auf der Gehaltsliste.

„Es war eine Fehleinschätzung von meiner Seite und vielleicht auch vom Frauenfußball insgesamt, dass wir von der Anziehungskraft der Nationalmannschaftserfolge bei der WM profitieren würden. Wir bekamen keinen vergleichbaren Aufschwung wie 2003 und leider scheint es so zu sein, dass die Leute Frauenfußball den Rücken zuwenden, wenn sie sich für etwas in unserer stressigen Informationsgesellschaft engagieren sollen,“ so Mäki weiter zu der Zeitung.

Für die neue Saison wurden Gehälter gekürzt. Der Verein setzte 10,1 Millionen Kronen um, etwa 1,2 Millionen €.

Die in Malmö fusionierenden Vereine LdB FC Malmö und FC Rosengård werden ab 2014 FCR Malmö heißen. Das schreibt Sydsvenska Dagbladet in einem Bericht über weitere Vereinsversammlungen, die die Fusion vorantreiben sollen.

Jeweils zwei Mitglieder aus beiden Vereinsvorständen sollen dann im neuen, gemeinsamen Vorstand sitzen. „Für 2013 haben wir ein Budget von 17,5 Millionen Kronen,“ sagte Clubchef Niclas Carlnén. Knapp 2 Millionen Euro also hat Malmö verplant. 2012 habe man 14,2 Millionen Kronen umgesetzt, am Ende sei sogar trotz aller Unkenrufe (am lautesten rief Carlnén jeweils selbst) ein kleines Plus herausgekommen.

 

Sofia Lundgren – Bandscheibenvorfall?

Fünf Monate vor Beginn der EURO 2013 in Schweden spricht die Zeitung Aftonbladet von einer Torwartkrise. Thomas Dennerbys ewige Nummer 1 Hedvig Lindahl wird es bekanntermaßen wegen eines Kreuzbandrisses im Herbst kaum schaffen, wieder bis zur EURO fit zu werden. Heute nun traf die Nationalmannschaft zu einem neuerlichen Trainingslager in Stockholm ein und zwar sah man Sofia Lundgren in der Friends Arena, aber trainieren konnte die 30-Jährige nicht. Sie zog das Bein deutlich nach als die Spielerinnen mit ihren Taschen in die hypermoderne Arena einzogen.

Der Verein deutete auf Twitter an, dass Lundgren möglicherweise einen Bandscheibenvorfall erlitten habe. Die offizielle Magnetröntgenuntersuchung steht aber wohl noch aus. „Das kommt ziemlich unegelegen,“ sagte Lundgren gegenüber der Zeitung. „Es wäre ganz schön blöd, wenn ich deswegen die EM verpassen würde, aber gleichzeitig muss ich auf meinen Körper hören und das Ganze in einer längeren Perspektive sehen. Ich muss den Rücken noch viele Jahre benutzen können,“ so Lundgren, die vor kurzem auch noch Familienzuwachs bekommen hat. Erst einmal gibt sie sich jedoch optimistisch und geht davon aus, dem Verein in der Liga und der Nationalmannschaft zur Verfügung stehen zu können. Das medizinische Team der Nationalmannschaft will sich am Wochenende mit Lundgrens Rücken befassen.

Anstelle Lundgrens hat Pia Sundhage schnell noch Tyresös Ersatztorhüterin Jessica Höglander nachnominiert. Höglander ist U19-Europameisterin. Susanne Nilsson, die von vielen als größtes Talent in Schweden gefeiert wird, testet in den kommenden Tagen die Möglichkeit für die Nationalmannschaft Serbiens zu spielen. Die 21-Jährige hat sowohl einen schwedischen wie auch einen serbischen Pass.