Zurück aus London – Nachrichten

Zurück aus London, wo wir am Montag ein tolles Halbfinale zwischen Japan und Frankreich gesehen haben. Das Beste: 61.000 Zuschauer zeigten, dass Frauenfussball doch ein Potential hat, auch wenn wir das in unseren heimischen Ligen im Alltagsgeschäft oft nicht so empfinden.

Es gibt allerhand Neues. Man nutzt den Tag des olympischen Finales zwischen Japan und den USA dazu, Ankündigungen und Neuverpflichtungen bekanntzugeben.

1) Es gibt eine neue amerikanische Profiliga 2013. Das ist wohl die wichtigste Nachricht. Bereits im Juli hatte sich eine Gruppe von Vertretern verschiedener Vereine getroffen und den Beschluss gefasst, der nun spruchreif ist und sicher einen Exodus amerikanischer Spielerinnen verhindern wird. Acht Vereine soll das neue Konstrukt haben, darunter die Boston Breakers, Chicago Red Devils und auch die Seattle Sounders, für die in dieser Saison Stars wie Hope Solo, Alex Morgan und Sydney Leroux einige Spiele absolviert haben. Wie die Liga konkret aussehen wird, soll in den nächsten Wochen festgelegt werden. Fünf Teams von der Ostküste und drei von der Westküste werden dabei sein. Weitere Investoren sind willkommen. Bald beginnen die Verhandlungen mit der US Soccer Federation bezüglich der Sanktionierung der neuen Liga.

2) In Schweden verstärkt sich der Tabellenelfte AIK mit der 92-fachen amerikanischen Nationalspielerin Lori Chalupny, die 2008 in Peking Gold mit den USA holte. Mich wundert etwas, dass es keine Stürmerin ist, die AIK holt, aber vielleicht soll Nazanin Vaseghpanah weiter nach vorne rücken, eine Rolle, die si früher schon erfolgreich gespielt hat.

Gestern Abend spielten Djurgården und Linköping in einem Testspiel 3:3. Djurgårdens Trikot mit der Nummer 8 trug die finnische Nationalspielerin Marianne Tolvanen, die eigentlich bei HJK Helsinki unter Vertrag steht. Möglicherweise soll Tolvanen also im Herbst helfen, den Tabellenletzten doch noch zu retten.

Markus Nilsson, erfolgreicher und junger Clubchef bei Aufsteiger Vittsjö GIK steigt aus. Nicht aus Unzufriedenheit, sondern weil man ihm einen Topjob angeboten hat: Nilsson wird Eventchef der EURO 2013, die kommendes Jahr in Schweden ausgetragen wird.

Halbzeit (11): AIK

U19-Europameisterin Therese Boström im Spiel gegen Malmö

Jennie Nordin, Malin Diaz, Petra Andersson, Therese Boström, Elin „Lulle“ Bragnum.

Diese fünf Spielerinnen standen im Aufgebot der U19-Europameisterschaften in der Türkei, die kurz vor der Olympiade zu einem schwedischen Triumpf führten, einem nicht unerwarteten Sieg. Elin Bragnum musste ihre Teilnahme unmittelbar vor der Abreise absagen. Wäre sie auch mitgeflogen, wären fünf Spielerinnen von AIK Jugendeuropameisterinnen geworden.

Das ist die erste gute Nachricht. Es gibt noch mehr.

Aber erst einmal liegt AIK nach der Hälfte der Saison auf dm elften Rang, mit vier Punkten Rückstand auf KIF Örebro (10.). Das würde am Ende der Saison zum Abstieg führen. Zu einem nicht unerwarteten Abstieg. Der Meister der Norrettan hat sich nur unwesentlich verstärkt. Madeleine Tegström, man könnte sie auch „Lunge“ nennen, kam vom Stockholmer Absteiger Hammarby. Eine neue Torfrau in der sicheren Susanne Nilsson, in der Abwehr noch Elin Borg und die finnische Kapitänin der Nationalmannschaft Maija Saari (die früher in Umeå und in Norwegen gespielt hat). Das würde nicht reichen, da das Gerüst der Mannschaft zu jung sei, zu unerfahren. Man muss mehr investieren, um am Ende erfolgreich die Klasse zu erhalten.

Die Abwehr ist erstaunlich gefestigt. Das ist die zweite gute Nachricht. Nur Tyresö, Malmö, Linköping und Göteborg haben weniger Gegentreffer kassiert und das waren oder sind allesamt Meisterschaftsfavoriten. Jennie Nordin, die 19-Jährige, die mit Maija Saari die Innenverteidigung organisiert, wird irgendwann in der A-Nationalmannschaft landen, wenn sie ihren Weg weitergeht. Wie schon vor ihr Linda Sembrant, die auch bei AIK wichtige Erfahrung gesammelt hat. Aber eben auch Saari, Borg und die wieselflinke Sarah Fredriksson auf der Außenposition rechts tragen dazu bei.

Das Problem liegt vorne. Denn belegt man auf der Negativseite, den Gegentreffern einen überaus guten fünften Platz liegt man in der Liste der selber erzielten Tore nur auf Platz 11 eben. Neun Tore in elf Spielen. Das ist mehr als noch vor einem Jahr Hammarby und Dalsjöfors in fast der ganzen Saison geschafft haben, aber immer noch nicht genug,

Superdribblerin und Messi-Fan Daniella Chamoun kämpft sich mit 22 Jahren von ihrem zweiten Kreuzbandriss zurück und fehlt. Susan Varli ist eine gute Stürmerin für die zweite Liga aber für einen Stammplatz in der ersten Liga fehlt ihr eigentlich noch die Erfahrung und die Durchschlagskraft. Alternativen gibt es keine, vielleicht doch, aber die ebenfalls sehr talentierte Nazanin Vaseghpanah scheitert zu oft für eine inzwischen 25-Jährige an ihrem Temperament und sie spielt auch einfach nicht mehr so weit vorn wie früher bei Hammarby, wo sie für 8-12 Tore gut war als es noch lief bei den Grünweißen.

Ein Spiel von elf hat AIK gewonnen. Das ist auch zu wenig. Aber eigentlich hätte es für diesen Sieg auch sechs Punkte geben können. LdB FC Malmö wurde zu Hause mit 2:0 geschlagen – eine der größten Überraschungen der Hinrunde nach einer kämpferisch einwandfreien und vorbildlichen Leistung. Wer Malmö schlagen kann, der müsste doch auch Punkte gegen schlechtere Vereine machen können? Zu wenig. Drei Unentschieden gegen Linköping, Göteborg und Umeå.

Wenn sich das Team nicht mit wenigstens einer gestandenen Stürmerin in der Pause verstärkt, dann wird nichts aus dem Klassenerhalt. Trotz des immensen jugendlichen Potentials, das für die Nachwuchsarbeit spricht. Und natürlich wäre es nicht gut für den Fußball in Stockholm mit so vielen Vereinen und so vielen Spielerinnen, wenn es keinen Club im Oberhaus geben würde.

Petra Andersson: Das ist logisch

Petra Andersson

Vor einer Woche traf ich fünf schwedische U19-Nationalspielerinnen auf dem Weg vom Training zur Spielanalyse. Leider konnte dann Elin „Lulle“ Bragnum nicht mitfahren, weil sie verletzt ist. Die anderen vier spielten gestern alle von Anfang an. Ich fragte Petra Andersson, warum AIK das größte Kontingent in dieser Nationalelf der Jahrgänge 1993/94 stellt.

„Weil wir individuell talentierte Spielerinnen sind. Außerdem haben wir schon ziemlich lange zusammen gespielt, was mit sich bringt, das wir sehr gut zusammenarbeiten. Das ist logisch.“

Jennie Nordin berichtete, dass einige der fünf von AIK zusammen in einem Team spielen, seit sie 12 Jahre alt sind. Das ist fast das halbe Leben der jungen Spielerinnen.

Petra, du hast jetzt gerade Abitur gemacht, was machst du nach den Sommerferien und wo siehst du dich in fünf Jahren?

Ich werde nach den Ferien arbeiten. Was ich in fünf Jahren machen werde, hängt davon ab wie jede Woche, jeder Monat und jedes Jahr mich als Menschen formt. Natürlich möchte ich in fünf Jahren Fußball auf so hohem Niveau wie möglich spielen.  

Wochenspiele

Wegen einer Dienstreise nach München konnte ich nicht „zeitnah“ über die Spiele Göteborg – AIK und Piteå -Umeå schreiben.

Als ich am Dienstagnachmittag die fünf U19-Nationalspielerinnen von AIK traf (Artikel mit Bildern und Kurzinterview kommt morgen, einen Tag vor Beginn der EM in der Türkei), sagte ich ihnen noch zum Abschied, dass ich glaube, dass sie einen Punkt aus Göteborg mitbringen würden.

Ich hätte wetten sollen, denn als ich im LUFTHANSA-Bus vom Münchner Franz-Josef-Strauss-Flughafen auf dem Weg in die Innenstadt war, lag AIK durch einen Treffer von Susan Varli mit 1:0 in Führung und mehr als den Ausgleich durch die Engländerin Anita Asante brachte der Vizemeister nicht mehr zustande. AIK tauschte dank des Punktgewinns wieder den Platz mit Djurgården und ist jetzt Vorletzter.

Am Donnerstag abend kamen 2.492 in die LF Arena nach Piteå. Freier Eintritt für alle Teilnehmer eines Jugendturniers erklärt diese neue Jahresbestzahl eher als die Tatsache, dass es ein „Lokalderby“ ist. Fazit: Piteå ist nun die Nummer eins in Nordschweden. Durch den 3:1 Sieg über den Ex-Meister liegt Piteå nun erst einmal auf Platz fünf, vier Punkte vor dem Neunten Umeå. Hanna Pettersson und Josefine Johansson erzielten die Tore für Piteå, ein Eigentor Umeås brachte das 2:0 und Rita Chikwelu traf für Umeå, dessen Saison nach gutem Start nun in der Mittelmäßigkeit zu enden droht.

 

Morgen Abend

bin ich gleich mal mit fünf schwedischen Nationalspielerinnen verabredet! Ich treffe mich mit Malin Diaz, Therese Boström, Elin Bragnum, Jennie Nordin und Petra Andersson (alle AIK), die am Donnerstag in die Türkei fliegen, wo am Montag dann die U19-EM der Frauen beginnt. Später diese Woche gibt es dann Fotos und ein Interview mit allen fünf Spielerinnen, wobei ich mich noch frage, wie das gehen soll mit so vielen auf einmal zu schnacken.

Fest vorgenommen habe ich mir jetzt übrigens, bald schon ein Interview mit Jessica Landström zu machen, die ja noch eine kleine Chance hat, diese Woche in den Olympiakader zu kommen.

Nächste Woche bin ich bei zwei Spielen: Tyresö – Kopparberg/Göteborgs FC und Djurgården – Linköping und fest im Plan ist ein Interview mit Göteborgs schneller Amerikanerin Christen Press. Ob Lisa DeVanna sich dann noch an mich erinnert, sehen wir nächsten Mittwoch, sie redet wohl nicht mit jedem, habe ich gehört, hat schlechte Erfahrungen gemacht.

Landströms erster Sieg

Jennie Nordin und Jessica Landström

Im Stockholmer Derby zwischen Djurgården und AIK gab es am Sonntagnachmittag den ersten Sieg für Nationalspielerin Jessica Landström nach ihrer Rückkehr nach Schweden. 0:2, 1:3, 0:11 und nun immerhin ein 2:1, das allerdings auch lebenswichtig war, denn eine Niederlage hätte einen immensen Rückstand auf das rettende Ufer bedeutet.

AIK war für mich leicht favorisiert, denn die Mannschaft hatte besser kombiniert, wie eine Einheit gewirkt in den Begegnungen, in denen ich den Aufsteiger gesehen hatte. Djurgården dagegen hatte kaum Chancen produziert und sah blass aus. Dennoch: mit Landström hat sich etwas verändert. Man setzte auf Offensive und kontrollierte zu Beginn das Spiel. Auffällig im Mittelfeld: Annika Kukkonen. Die Finnin spielte sowohl zentral wie auch zeitweise auf den Flügeln. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Gastgeberinnen vor knapp 700 Zuschauern in Führung gehen würden.

Aber ich hatte die Rechnung ohne den Regen gemacht, der die Bälle schnell und den Rasen rutschig machte. Nach drissig Minuten schoss Nazanin Vaseghpanah aufs Tor, Gudbjörg Gunnarsdottir konnte nur abklatschen und aus gut 14 Metern setzte Susan Varli den Ball ins Tor. Die überraschende Führung für AIK und wer weiß wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn man dieses Resultat hätte mit in die Halbzeit nehmen können. Aber nur wenige Minuten später schon schoss Renée Slegers, erstmals wieder von Anfang an nach ihrem Kreuzbandriss letztes Jahr, den Ausgleich. Als dann in der zweiten Halbzeit AIK streckenweise optisch stärker wurde, ging Djurgården in Führung und gab den Vorteil auch nicht mehr ab: Sofia Nilssons Freistoß wurde länger und länger und rutschte ihrer Namensvetterin Susanne Nilsson im Tor von AIK durch die Hände.

Dioe restliche halbe Stunde sah zwar mehr Ballbesitz der Gäste aber Katrin Jonsdottir in der Abwehr und Jessica Landström vorne retteten das Resultat über die Zeit. Ob es jemandem nutzt, oder ob doch beide Stockholmer Clubs absteigen wird sich zeigen. Es ist fast zu befürchten, denn wie ich im vorigen Post behauptet habe, ist die Mitte sehr breit und unten stehen eben Djurgården und AIK,

AIK schlägt Malmö

Am Ende musste Ramona Bachmann Sarah Fredriksson hinterherlaufen, war AIK physisch stärker?

Während der ersten Halbzeit dachte ich des öfteren an das Champions-League-Finale der Männer vom Samstagabend und meine Achtung vor Chelsea London wuchs etwas. Denn wie erwartet begann der schwedische Meister Malmö beim Tabellenletzten AIK druckvoll und offensiv und suchte die schnelle Entscheidung. AIK, im Vergleich mit dem Team aus Südschweden mit lauter Nationalspielerinnen, zumindest auf dem Papier deutlich unterlegen, setzte gegen die Angriffswellen Malmös kämpferische Entschlossenheit, mannschaftliche Geschlossenheit und zunächst sehr defensives Spiel.

Ein ums andere Mal stieß Ramona Bachmann auf der linken Seite mit Sarah Fredriksson zusammen. Ein symptomatisches Duell für dieses Spiel. Denn Bachmann zauberte zunächst wie sie wollte, dribbelte, traf Pfosten und Latte, aber mit zunehmender Spieldauer setzte sich Fredriksson immer häufiger durch. Anja Mittag war immer eine Gefahr, fiel durch intelligentes Spielverständnis auf, aber sobald sie in den Strafraum eindrang, beherrschten Jennie Nordin und Maija Saari das Geschehen, bis hier und nicht weiter.

0:0 zur Halbzeit und mich beschlich das seltene Gefühl, das hier eine Überraschung, eine Sensation möglich sein könnte. Mit Jennie Nordin wollte ich schon letzte Woche ein Interview machen. Die 19-Jährige Innenverteidigerin spielt in der schwedischen U19-Nationalmannschaft, die sich gegen Deutschland durchsetzte in Västerås und im Juli in die Türkei zur Endrunde reisen darf. In der 60. Minute wurder der Gesprächsbedarf deutlicher. Denn da stieg Nordin bei einem Freistoß auf der anderen Seite am höchsten und köpfte den Ball an Thora Helgadottir vorbei an den Innenpfosten, wovon er ins Malmöer Tor prallte. 1:0 für den noch sieglosen Tabellenletzten.

30 Minuten verblieben Malmö, das nun noch mehr nach vorne warf. Aber die Zeit verrann, AIK warf sich in jeden Schuss, gewann immer mehr Zweikämpfe in der Abwehr gegen ein inzwischen ratloses Malmö. Und wie so oft im Fußball. In der Nachspielzeit ein schneller Konter und die gerade eingewechselte U19-Nationalspielerin Elin Bragnum bekommt das Leder vor die Füße und vollendet zum 2:0 Endstand für den Außenseiter.

Sie hatten nicht die Champions League verloren, die Malmöerinnen, aber ähnlich niedergeschlagen saßen einige auf dem Kunstrasen in Solna und hätte nicht Tyresö zur leicht verschobenen Zeit mit 1:2 verloren, es hätte ein kapitaler Verlust sein können. So rückt die Liga nur etwas enger zusammen. Und AIK dürfte erheblich an Selbstvertrauen zugelegt haben.

Jennie Nordin:“Wir haben schon letzte Woche gegen Tyresö ein gutes Spiel gemacht und nur durch ein Eigentor verloren. Das ist sehr wichtig für uns. Heute haben wir endlich einmal für unsere harte Arbeit in den letzten Wochen den Lohn eingefahren.“

Nach einer halben Stunde schied Malmös Außenbahnspielerin Katrine Veje aus, es könnte das Kreuzband sein. Hanna Folkesson, Madeleine Tegström und Nazanin Vaseghpanah liefen etliche Kilometer im Mittelfeld und trugen wesentlich zum Erfolg bei. Eine geschlossene mannschaftsleistung und in beiden Spielen, gegen Tyresö letyte Woche (0:1) und Malmö nun (2:0) fällt auf, dass AIK mehr mit dem Herzen bei der Sache war als die Favoriten.

Pokal, Runde 3, Teil 2

Dass der schwedische Pokal glanzlos über die Runden gebracht wird, darüber regen sich Frauenfußballfans und -experten schon seit Jahren auf. Umsonst. Vergangenes Jahr wurde das Finale zwischen Kopparberg/Göteborgs FC und Tyresö FF im Fernsehen übertragen, es war sogar hinreichend dramatisch und erst im Elfmeterschießen von der Heimmannschaft (!) gewonnen, aber es kamen dennoch nur 920 Zuschauer. Das nimmt man grad nun gern zum Vergleich, wenn in Köln beklagt wird, dass „nur“ knapp 16.000 den FC Bayern seinen ersten großen Titel gegen bis heute in dieser Saison titellose Frankfurterinnen gewinnen sahen.

Immerhin: Gestern Abend kamen zum Zweitligisten Sirius in Uppsala sage und schreibe 1.526 Zuschauer zum Pokalspiel der dritten Runde. Warum? Marta Vieira da Silva war zu Gast und im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen, die in solchen Begegnungen die Stars auf der Bank sitzen lassen, muss man Tyresö und seinem Trainer Stefan Fredriksson ein Kompliment machen. Zwar ließ auch er Torfrau Carola Söberg, dazu Linda Sembrant, Johanna Frisk und Madelaine Edlund zunächst auf der Bank sitzen und gab den Reserven Jessica Höglander (U19-Nationaltorfrau), Jennifer Egelryd, Pauline Hammarlund (U19-Torschützin beim 1-0 in Västerås, das Deutschland aus der EM kickte) und Helén Eke einen Starteinsatz, aber Superstar Marta spielte von Beginn an und wurde erst nach 75 Minuten vom Feld geholt. Bis dahin war das Spiel aber auch schon gelaufen. Kirsten van de Ven hatte zweimal getroffen und Lisa Dahlkvist ihren ersten Treffer in einem Wettbewerbsspiel für Tyresö erzielt. Da war nur noch Statistik, als am Ende U16-Nationalspielerin Marija Banusic (die ich im Januar traf und deren Talent mich sehr beeindruckte) noch das umjubelte Ehrentor schoss.

Djurgården verbrachte den Abend in Västerås beim Drittligisten Gideonsberg und gewann locker mit 8:0. Torschützen: Mia Jalkerud, Sofia Nilsson (je 2), Madeleine Stegius, Irma Helin, Natalia Rickne, Linda Lundberg. Dort stand Ersatztorfrau Tove Enblom erstmals in einem Wettkampfspiel zwischen den Pfosten.

Jitex gewann 7:0 in Mariestad, einem idyllischen Ort am südlichen Ufer des großen Vänern-Sees. 200 Zuschauer sahen Tore von Annica Sjölund (3), Caroline Lindblad, Kristine Lindblom, Christina Julien und Kristin Karlsson.

Nach drei Niederlagen in Folge gewann Umeå IK sein Auswärtsspiel beim Tabellenführer der zweiten Liga Nord, Sunnanå SK, mit 2:1. Nationalspielerin Emma Berglund brachte Umeå durch einen Foulelfmeter in der zweiten Halbzeit in Führung. Nina Jakobsson glich nach Vorlage von Perpetua Nkwocha aus. Jenny Hjohlman sorgte schließlich für die Entscheidung in der 67. Minute, obwohl Sunnanå durchaus Chancen zum Ausgleich hatte. Die UIK-Spielerinnen, deren bizarre Trikot- oder besser Hosenbodenwerbung ich in einem Ohne-Worte-Post gezeigt habe, feierten den Sieg mit einem Duschwettkampf zwischen Caroline Jönsson und Pernilla Nordlund, deren Siegerin mir aber nicht gemeldet wurde.

Ebenfalls nur 2:1, wenn man so will, siegte der Pokalsieger 2010 KIF Örebro bei Jennifer Meiers früherem Club Bollstanäs SK. Sarah Michael und Marie Hammarström schossen die Tore für die Gäste, den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Jocelyn Charetteerzielt.

In einem Spiel zweier Drittligisten gewann Torslanda bei Stångenäs mit 5:4.

Und in Stockholm trafen die Traditionsclubs Hammarby und AIK aufeinander. Der Erstligist AIK siegte durch einen Treffer von Clara Markstedt verdient mit 1:0. Allerdings war ein Klassenunterschied weder im Ergebnis noch im Spiel zu bemerken. Der größte Unterschied zwischen beiden Teams schien mir, dass Hammarby, dass eben bis auf die Torhüterin einen völlig neuen Kader hat, sich in allen Mannschaftsteilen noch finden muss. AIK ist da wesentlich weiter. Der Tabellenletzte der Damallsvenskan hatte in Malin Diaz und Elin Bragnum seine besten Spielerinnen. Die früheren Hammarby-Spielerinnen Nazanin Vaseghpanah und Madeleine Tegström wurden eingewechselt.

AIK schlägt sich selbst und Martas Sprache

Marta im Spiel gegen AIK am letzten Samstag

Irgendwo zwischen 5 und 8 zu Null. Das hatte Linköpings Stürmerin Emma Lundh erwartet, mit der ich mich nach dem Spiel unterhielt. Dass Tyresö aber bis 13 Minuten vor Schluss brauchen würde und dazu noch ein Eigentor von Maija Saari, hatte sie genausowenig vorhergesehen wie ich.Es war denn auch alles andere als ein aufregendes und sehenswertes Spiel, dessen Spannung mit zunehmender Spieldauer lediglich in der Frage bestand, ob Tyresö hier sensationelle zwei Punkte abgeben könnte mit seiner Weltklassetruppe gegen AIK:s sehr junge Mannschaft.

AIK spielte mit zwei Viererketten, aber so diszipliniert, dass Marta & Co. nichts Zählbares zustande brachten. Ok, es gab Torchancen, aber die wurden bisweilen leichtfertig versiebt. Und die sonst so explosive Madelaine Edlund wirkte bestens aufgehoben in der Zentralverriegelung der Gäste mit U19-Nationalspielerin Jennie Nordin.

Da kam es dann zu anderen Themen im kühlen Maiwetter. Marta und ihr Verhalten wieder einmal. Die Brasilianerin sah in der 90. Minute die gelbe Karte wegen Meckerns und musste fast gewaltsam von Mannschaftskameradinnen zurückgehalten werden, um nicht weiter zu klagen und dann vielleicht rot von der inkonsequenten Schiedsrichterin Annika Andric zu sehen. Inkonsequent, denn Marta hätte in der Tat rot sehen müssen. Ich finde ihr Verhalten auf dem Platz nicht mehr akzeptabel. Wenn man fotografiert und oft nur wenige Meter entfernt steht, bekommt man einiges mit. Etwa als Marta in der ersten Halbzeit den Linienrichter anschrie: „Was zum Teufel soll das?“ nach dieser die Abseitsfahne gehoben hatte. Oder auch „Halt das Maul!“ zu einem zugegeben wenig geistreichye Schlachtrufe produzierenden AIK-Anhänger.

Der Zuneigung der Fans in Schweden tut all das keinen Abbruch, denn gleichzeitig kann man konstatieren, dass Marta ein Publikumsmagnet ist. Der Zuschauerschnitt in den Spielen, in denen sie, heim wie auswärts zu sehen ist, liegt ein Vielfaches über dem eigentlichen Durchschnitt. Tyresös Trainer Stefan Fredriksson verteidigt seine Spielerin: „Nein, ich sehe das nicht so, das für Marta andere Regeln gelten. Man muss aber auch sagen, dass sie wirklich sehr viel gefoult wird, sie muss mehr einstecken als die meisten anderen und da ist es nur verständlich, wenn sie dann auch darauf reagiert.“

Drei Punkte für Tyresö, am Ende ist nicht mehr wichtig, wie sie zustande gekommen sind. In der Meisterschaft läuft alles immer mehr auf einen Zweikampf zwischen LdB FC Malmö und Tyresö FF hin, die nun beide dieLiga mit ihren 15 Punkten anführen. Malmö hat mehr Tore erzielt, selbst die Tordifferenz ist gleich.

Asllani beschert Kristianstad drei weitere Punkte in Stockholm

Kosovare Asllani im Kopfballduell mit AIK:s Kapitänin Hanna Folkesson

Nicht unerwartet gewann Kristianstad nach dem Sieg bei Djurgården vor genau einer Woche auch beim Tabellenvorletzten AIK. Die Begegnung endete mit 3:2 für die Gäste, die schnell das Heft in die Hand nahmen und nach einer Ecke von Johanna Rasmussen und einem Kopfball von Mia Carlsson schon nach vier Minuten in Führung gingen. Überraschend war für mich eher, dass AIK doch über weite Strecken gut mithielt und sich auch die eine oder andere Chance erarbeiten konnte. Dabei hätte Kristianstad das Spiel schnell entscheiden können, aber einmal scheiterte man an Schlussfrau Susanne Nilsson und einmal traf Susanne Moberg nur den Pfosten.Nach einem eher unnötigen Handspiel brachte man den Gastgeber ins Spiel, den fälligen Elfmeter verschoss Nazanin Vaseghpanah zu leichtfertig, denn solche Geschenke darf man als Abstiegskandidat nicht auslassen. Beim Freistoß von Maija Saari kam dann ein wenig Glück dazu, denn der Ball wurde unhaltbar für die heute sichere Hedvig Lindahl abgefälscht, es stand 1:1.

Elfmeter auf der anderen Seite. Kosovare Asllani war im Strafraum gestoßen worden, die Gefoulte schoss selber und hier zeigte sich der Unterschied beider Teams, denn Asllani verwandelte sehr sicher zur erneuten Führung. Die AIK in der zweiten Halbzeit und nach einer Ecke durch die groß gewachsene U19-Nationalspielerin Jennie Nordin ausgleichen konnte, aber abermals Asllani besorgte die dritte Führung, die sich dann auch bis zum Ende relativ problemlos hielt.

Nach dem Spiel sprach ich mit der zweifachen Torschützin.

Kosse, zwei Spiele in Stockholm, sechs Punkte und drei Tore innerhalb einer Woche von dir. Deine Meinung dazu?

Naja, das waren zwei Spiele gegen Teams, die schwer zu spielen sind. Sowohl AIK und Djurgården werden im Abstiegskampf gehandelt, aber das bedeutet auch, dass sie in jedem Spiel alles geben. AIK hat uns ganz schön eng bewacht heute, sie haben in der Defensive sehr aggressiv gespielt, genauso wie gegen Linköping. Es war etwas schwierig, Räume zu finden, aber wir haben drei Tore gemacht und gewonnen. Nach dem 1:0 und dem 2:1 sind wir jeweils etwas zu lässig geworden und es wurde schwerer als es hätte sein müssen, aber ich denke gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir mhr Fokus. Wir können jedoch viel besser spielen.“

Denkst du manchmal an die Olympischen Sommerspiele in London?

„Nein, ich denke nur an Kristianstad.“

Mit dem heutigen Sieg hat sich das Team erst einmal auf den sechsten Platz verbessert, das kann sich jedoch noch in den kommenden drei Tagen ändern, da die Hälfte der Liga noch spielt.

Tyresö punktet, Seger verstaucht sich den Fuß und Linköping hat wieder Ladehemmung

Zwei weitere Spiele fanden am Sonntag statt. Dass sich die Geschichte wiederholt, merkte man dabei an zwei Begebenheiten:

  1. Wie letztes Jahr vergab Madelaine Edlund erst einmal eine Menge Chancen, bevor sie in Gang kam. Auch in diesem Jahr traf Madde erst im vierten Spiel, dafür aber gleich zwei Mal bei Jitex BK. Da wo sonst rund 2-300 Zuschauer sind, kamen gestern immerhin, Marta sei dank, 863. Sie sahen ein zumindest statistisch ausgeglichenes Spiel. Aber gegen Tyresö werden die kleinsten Fehler bestraft. Marta ist definitiv nicht mehr so überrragend wie noch vor drei Jahren, aber man darf sie dennoch nicht eine Sekunde aus den Augen lassen. Ihr schnelles Spiel auf dem Flügel und eine maßgenaue Hereingabe brachte die 2:1 Führung durch Edlund. Schlimm sah es minutenlang um Caroline Seger aus. Bei einer Flanke in den Strafraum von Tyresö sprang Seger unbehindert hoch zum Kopfball und landete unglücklich auf dem Fuß. Mit der Bahre an den Spielfeldrand und sofort ins Krankenhaus. Selber glaubt sie, ein Knacken gehört zu haben und war sich sich sicher, dass der linke Fuß gebrochen war,was sich im Krankenhaus dann aber nicht bestätigte. Es handelt sich um eine schwere Verstauchung, ob Bände beschädigt sind, klärt eine Untersuchung in Stockholm am heutigen Montag. Rein kam nach 20 Minuten die Niederländerin Kirsten van de Ven, die in der zweiten Halbzeit das 3:1 schoss.
  2. Linköping spielte 2011 eine sehr durschschnittliche Saison und hatte große Probleme mit dem Tore schießen. Deshalb verstärkte man sich vor allem in der Offensive mit zwei anerkannten Torjägerinnen: Manon Melis und Lisa DeVanna. Aber nach vier Spielen stehen wieder nur drei Törchen auf dem Konto des Meisterschaftsanwärters. Gestern Nachmittag gab es zwar klare Dominanz, aber ein peinliches 0:0 gegen den Tabellenletzten AIK am heimischen Folkungavallen. Linköping hat zwar Tyresö geschlagen, sonst aber dreimal Unentschieden gespielt, in Kristianstad ist man mit einem sehr blauen Auge davon gekommen, als Melis in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte. Noch mehr Punkte darf man nicht liegen lassen, wenn man um einen Champions-League-Platz konkurrieren will. Vor allem müssen Tore her. Ob Enfant terrible Lisa DeVanna sich auf der linken Mittelfeldseite wohl fühlt, darf bezweifelt werden. Die Australierin gehört mit Melis nach vorne. Für AIK bedeutet das Unentschieden, dass die rote Laterne an den Traditionsverein Djurgården abgegeben wird.

 

Drei Spiele am Wochenende

Der dritte Spieltag der Damallsvenskan ist richtig auseinandergezogen, was mir eigentlich überhaupt nicht gefällt. Denn die sechs Spiele werden an fünf Tagen ausgetragen. Eines am Samstag, zwei am Sonntag, eines am Montag, Dienstag und Mittwoch. Lediglich beim Spitzenspiel am Dienstag (Tyresö FF – LdB FC Malmö; ffschweden wird live dabei sein) gibt es einen vernünftigen Grund: TV4 zahlt ordentlich Geld in die Kasse der Liga und kann sich deshalb halt ausbedingen, dass das Fernsehspiel an einem Tag gespielt wird, der am besten ins Programm passt.

Am Samstag trafen i Solna die beiden noch punktlosen Teams von AIK und KIF Örebro aufeinander. Nicht ganz unerwartet gewannen die Gäste mit 2:0. Sanna Talonen unbd Edda Gardarsdottir machten die Tore vor einer betrüblich schlechten Kulisse.: Gerade mal 175 Unverzagte kamen noch zum zweiten Spiel des Neulings, der hoffnungslos überfordert scheint und mit 1:8 Toren und 0 Punkten somit an letzter Stelle steht, da wo viele das Team eben auch am Ender der Saison sehen. Dabei sah mit Sarah Fredriksson schon die zweite AIK-Spielerin in dieser Saison die rote Karte. Vergangenen Spieltag hatte es Susan Varli mit gelbrot erwischt. Fredriksson flog schon nach 17 Minuten vom Platz, als sie Örebros Sarah Michael mit einer Notbremse stoppte.

Am Sonntag rutschte das zweite Stockholmer Traditionsteam auf Platz elf ab. Djurgården ging zwar in Piteå mit 1:0 durch Mia Jalkerud iu Führung, aber Hallbera Gisladottir und Jennifer Nobis (2) drehten mit ihren Toren den Spiess noch in der ersten Halbzeit um und Piteå gewann hochverdient mit 3:1. Bedenklich, dass Publikumsmagnet Piteå, das letztes Jahr mit einem Schnitt von über 1700 nun schon im zweiten Heimspiel unter der 1000er-Marke blieb. Nur 913 Zuschauer sahen die Partie, der mit 120 SEK inzwischen teuerste Eintritt der Liga scheint da doch eine Rolle zu spielen. Bei Piteå stand Ersatzkeeperin Maria Rönnbäck im Tor, Lydia Williams hatte sich bei der Heimniederlage gegen Göteborg am Knie verletzt.

Sie wollte nichts weniger als Meisterin werden: Kristianstads Trainerin Elisabet Gunnarsdottir verkündete das Saisonziel beim Presseauftakt der Liga. Nach drei Spielen steht Kristianstad mit einem bescheidenen Pünktchen da, nachdem man heute vor nur 323 Zuschauern daheim gegen Jitex mit 1:3 verloren hatte. Zweimal traf Finnlands Nationalspielerin Annica Sjölund und einmal Sofia Skog. den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Susanne Moberg für die Gastgeberinnen markiert. Offenbar ist Hedvig Lindahl (mal wieder) ein dicker Fehler unterlaufen, denn das 1:2 durch Skog geht eindeutig auf ihre Kappe: „Ich weiss nicht, wie das passieren konnte, der Ball sprang mir auf das Handgelenk,“ (und weiter ins Tor) sagte Lindahl nach der Partie. Und Gunnarsdottir nun etwas kleinlauter: „Wir müssen analysieren, was passiert ist.“ Ich denke, es ist eher ein Fehler von seiner Mannschaft die Goldmedaille zu verlangen, wenn das Team ganz offenbar dafür noch lange nicht reif ist und es in der Liga mindestens vier Teams gibt, die wesentlich stärker besetzt sind. Am kommenden Wochenende spielt Kristianstad in Stockholm bei Djurgården, wobei beide Teams gewinnen müssen. Jitex hat sich mit dem Auswärtssieg die Punkte 4-6 geholt und kann damit dem Heimspiel gegen Martas Tyresö gelassen entgegen sehen. Vielleicht kommen ja einmal mehr als 300 Zuschauer, um Jitex zu sehen, verdient hätte es das Team von Stefan Rehn allemal.

Vittsjö gewinnt das erste Heimspiel

1271 Zuschauer in einer Gemeinde, die nur 1600 Einwohner hat – das ist keine schlechte Leistung. Emsig, fleissig und unbeirrt hatte sich die Bürger schon vor zwei Wochen eingesetzt, als viele dem Aufruf folgten und den Sportplatz der Gemeinde der für eine fünfstellige Summe Euros aufgerüstet worden war, für das Spiel in der ersten Liga herzurichten.

Und kurz nach der Halbzeit beim parallel stattfindenden Spiel Djurgården – Jitex, später dazu, sah ich auf der schwedischen Videotextseite 382, dass Vittsjö mit sage und schreibe 3:0 gegen Mitaufsteiger AIK führte. Die Stimmung muss mit anderen Worten grossartig gewesen sein. Beide Teams hatten das Spiel relativ vorsichtig begonnen, bis Vittsjö dann das Heft in die Hand nahm. Und nach den ersten beiden Toren, die jeweils nach Ecken fielen und durch die beiden Amerikanerinnen per Kopf erzielt wurden – zuerst Danesha Adams in ihrem ersten Spiel (sie hatte vorige Woche noch keine Arbeisterlaubnis) und dann Kendall Fletcher. Das junge Team von AIK brach in sich zusammen. Nach der Pause machte Sofie Andersson gar das 3:0 nach einem Pass in die Gasse, ehe dann Susan Varli für AIK mit der ersten richtigen Torchance den Ehrentreffen markieren konnte.

Varli wurde vier Minuten später die erste Spielerin der Damallsvenskan, die 2012 eine rote Karte sah – ein Revanchefoul war die Ursache. AIK hatte wohl nie eine Chance, Schüsse auf das Tor verzeichnete die Statistik 17:1 für die Gastgeberinnen. Bereits nach zwei Spieltagen stellt sich schon die Frage, wen AIK mit seiner jungen, unerfahrenen Truppe eigentlich schlagen will.

 

Umeå IK – Vittsjö GIK= (3:1) 4:1, AIK – Piteå= (0:1) 0:3, Kristianstad – Linköping= (0:0) 1:1,

Keine Probleme hatte Umeå IK mit Aufsteiger Vittsjö. Nach neun Minuten verwandelte die finnische Nationalspielerin Tuija Hyyrynen einen Freistroß direkt und Hyyrynen war es auch, die zum 2:0 durch Emmelie Konradsson ebenfalls mit einem Freistoß auflegte. Da war eine halbe Stunde gespielt. Vittsjö stand relativ hoch und bereitete Umeå damit durchaus Probleme. Vorne hatte man aber nur die Torschützenkönigin der zweiten Liga Süd Sofie Andersson, denn Neuzugang Danesha Adams hatte noch keine Arbeitserlaubnis und durfte demzufolge nicht spielen auf dem Gammliavallen, pardon in der T3-Arena.

Linda Molin erzielte das 3:0 und noch vor der Halbzeit gelang dann Sofia Andersson der erste Treffer von Vittsjö in der Damallsvenskan. Die 16-Jährige Lina Hurtig kam rein und schoss das 4:1 für Umeå in einer flotten Begegnung.

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Während Marta & Co. in Tyresö ihr Debut gaben, waren nur etwas mehr als 300 Zuschauer ins 30 km entfernte Solna gekommen, um sich die Heimpremiere von Aufsteiger AIK anzuschauen, den viele als Absteiger Nummer 1 sehen. Die aus Tyresö gekommene Mannschaftskapitänin Sofie Persson markierte in der siebten Minute den ersten Treffer der Damallsvenskan 2012. Ein Eigentor nach Flanke von Jennifer Nobis und in der Nachspielzeit die aus Umeå gekommene Hanna Pettersson sorgten für einen glatten 3:0-Sieg von Piteå, den Beobachter allerdings als leicht schmeichelhaft schilderten, zumindest zu hoch, da AIK doch eine gute Leistung gezeigt habe. Dennoch zeigt das Ergebnis, dass es sehr schwer werden wird, die Klasse zu erhalten.

Am zweiten Spieltag treffen beide Aufsteiger in Vittsjö aufeinander.

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Das einzige Spiel, in dem es keinen klaren Sieger gab, sondern ein Unentschieden hätte beinahe einen Sieger gehabt. Wenn nicht Manon Melis in der 91. Minute für den Ausgleich für Meisterschaftsmitfavorit Linköping gesorgt hätte. Kristianstads Trainerin Elisabet Gunnarsdottir dürfte sich sehr geärgert haben. Elin Nilsen hatte die Gastgeber vor 800 Zuschauern in Führung gebracht. Lob an Linköping, das Trainerreaktionen auf seiner Homepage hat.

LFC-Trainer Christian Andersson: „Mit dem Spiel als solchem sind wir nicht zufrieden. Kristianstad spielte auf eine Weise, die uns sehr gestört hat und uns ist es nicht gelungen, uns aus dieser Spielweise zu befreien. Die haben viele Leute nach vorne gebracht und wir haben keine Ordnung in unsere Offensive bekommen. Teilweise war der Abstand zwischen den Mannschaftsteilen zu groß, aber es war schön den Ausgleich zu bekommen, das ist wichtig für die Moral des Teams.“

Ergebnisse

Seit die tonangebende Seite http://www.damfotboll.com vom Netz verschwunden ist bzw nicht mehr aktualisiert wird, ist es schwer, den Überblick über alle Test- oder Freundschaftsspiele zu behalten, da die Vereine ihre Seiten nur ungenügend aktualisieren und die lokalen Zeitungen auch nicht immer über Frauenfußball informieren.

Beim Norrporten Cup in Sundsvall ist heute der letzte Tag. Dort schlug Kristianstad Piteå deutlich mit 4:0. Die Nordschwedinnen kamen nicht mit dem aggressiven Forechecking von Kristianstad zu Recht. Elin Nilsen, Katrin Omarsdottir, Susanne Moberg (2) erzielten die Tore in der ersten halben Stunde. Danach wurde es ruhiger.

Kristianstad beendet das Turnier damit mit zwei Siegen und einem Unentschieden (das dann im Elferschießen und mit einem Sieg Umeås endete). 11:1 Tore imponieren, man rechnet allenthalben damit, dass Kristianstad erstmals in der oberen Hälfte der Tabelle bleiben wird.

Piteå schlug Örebro und spielte Unentschieden gegen den finnischen Meister PK-35 Vantaa (gewann dann im Elferschießen).

Das erste Spiel des Tages gewann PK-35 Vantaa gegen Gastgeber Sundsvall mit 2:0.

Gewinnt Umeå IK das Spiel gegen KIF Örebro nach 90 Minuten holt man auch den Turniersieg.

Djurgården gewann gestern fast unbemerkt ein Testspiel gegen Zweitligist Vasalund mit 7:1. Zur Halbzeit hatte es bereits 6:0 geheißen. Vier Tore erzielte die aus Tyresö gekommene Madeleine Stegius, den Rest besorgten Matilda Rosquist, Mia Jalkerud und Linda?

Dass Aufsteiger AIK gegen Ex-Gegner aus der zweiten Liga Kvarnsveden zu Hause trotz Überlegenheit nur 1:1 spielt, ist kein gutes Zeichen. Den Treffer für die Elf aus Solna schoss gestern Therese Boström.