Viermal Jakabfi


30608816920_9df5819929_kKlassenunterschied am Donnerstagabend am Tunavallen in Eskilstuna. Der Tabellendritte der schwedischen Damallsvenskan Eskilstuna United verlor das erste Achtelfinale der Champions League gegen den Tabellenzweiten der Bundesliga mit 1:5.

Das Positivste aus schwedischer Sicht: Es kamen 3784 Zuschauer am Abend, nachdem ein ungewöhnlich frühzeitiger Wintereinbruch der Hauptstadtregion um Stockholm knapp 30 cm Neuschnee gebracht hatte und dazu ein ordentliches Verkehrschaos.

Als ich mich am Donnerstagnachmittag auf den Weg nach Eskilstuna machte (ca. eine Zugstunde westlich von Stockholm) wurden auf dem Hauptbahnhof Stockholm C ständig Gleise der Züge gewechselt, die Verspätungen waren nicht groß, das Chaos aber herrschte vor. Am Mittwochabend wäre es sehr schwer gewesen, sich fortzubewegen, der Zugverkehr war stundenlang weitgehend eingestellt.

In Eskilstuna liegt das Stadion, Tunavallen, das in der gerade zu Ende gegangenen Saison mit 1897 den besten Zuschauerschnitt der Damallsvenskan hatte, knapp zehn Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt.

Die Gäste aus Deutschland gingen nach drei Minuten bereits durch Zsanett Jakabfi mir 1:0 in Führung, ein Moment, in dem sich die Abwehr Eskilstunas unaufmerksam zeigte, so als sei man noch nicht dabei und gleich ein Moment in dem der Verlauf des Spiels vorbestimmt wurde. Jakabfi war mit ihren vier Treffern natürlich die Spielerin des Abends, aber dem in der Bundesliga zuletzt strauchelnden VfL, der nach acht Begegnungen schon sieben Punkte hat liegen lassen und zwar hochverdient, aber glücklich 2:1 in Mönchengladbach gewann, dem VfL gelang möglicherweise ein Befreiungsschlag gegen Eskilstuna. Die Schwedinnen hatten eigens nicht zugelassen, dass Nathalie Björn und Emma Jansson zur U20-WM nach Papua Neu Guinea fahren durften. Aber auch mit Björn und Jansson waren sie vor allem in der zweiten Halbzeit chancenlos.

Es gab ein paar gefällige Szenen und Marija Banusic zeigte, was sie kann, als Wolfsburg sich bei einem Steilpass gefährlich verschätzte, sie zog schnell Richtung Tor und ließ mit einem harten, platzierten Schuss in die linke Ecke zum zwischenzeitlichen 1:2 nicht den Hauch einer Chance.

In Halbzeit 2 aber kombinierte und lief Wolfsburg wie am Schnürchen. Dennoch: In der einen oder andern Situation sah man Abstimmungsprobleme in der Abwehr, die bei einem stärkeren Gegner doch zu erheblichen Problemen führen würden. Nilla Fischer ist nicht immer die Chefin ihrer Abwehr, sie kommt in die Jahre. Die Schnellste war sie noch nie. Ramona Bachmann zeigte eine ansprechende Partie, Sara Björk Gunnarsdottir war durch und durch souverän, neben Jakabfi vielleicht die beste Spielerin auf dem Platz. Anja Mittag kam in der zweiten Halbzeit, aber eigentlich nicht zu göoßeren Chancen. So standen am Ende vier ehemalige Spielerinnen der Damallsvenskan in neongrünen Trikots auf dem Platz.

Eskilstuna wurde aufgezeigt, dass der Weg in die Spitze Europas noch sehr weit ist. Vieles davon hat natürlich mit Ressourcen zu tun. 25 Spielerinnen im Kader hat der deutsche Vizemeister und kann es sich leisten, sein Team in einem Charterflugzeug ins benachbarte Västerås fliegen zu lassen. Davon können die 18 Spielerinnen aus Eskilstuna nur träumen.

Nathalie Björn, die mit großen Schmerzen ausgewechselt werden musste, zog sich einen Bänderriss am Fuß zu und sie fällt nun einige Wochen aus, es steht aber ohnedies nur noch das Rückspiel in Wolfsburg in dieser Saison an.

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