Zurück vor dem Viertelfinale


Im Blog war es lange ruhig, da ich mir eine Reise nach Italien gegönnt habe und dort vor allem das Land genießen wollte anstatt nachts über VPN-Tunnel Frauenfußball bei Olympia zu gucken.

Aber natürlich habe ich einiges gelesen und die Geschehnisse rund um den Zuckerhut und darüber hinaus verfolgt.

Deutschland wollte also gegen Kanada nicht gewinnen, um sich den starken Gegner Frankreich zu ersparen. Die Niederlage also ein taktischer Geniestreich von Silvia Neid? Wohl kaum. Erstens wäre das eine neue Qualität der Schwäche im deutschen Fußball, wenn wir jetzt schon Gegnern ausweichen müssen, um bessere Turnierchancen zu haben. Willst du ein Turnier gewinnen, musst du alle schlagen können. Zweitens war die halbe Stunde, die ich vom deutschen Team gesehen habe, dermaßen blass und farblos mit kanadischen Ersatzspielerinnen, die weitaus motivierter waren, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die Devise hieß „Bloß nicht gegen Kanada gewinnen!“

Schweden geht zum zweiten Mal in Folge als bester Gruppendritter in einem Turnier weiter. Das Spiel, das gegen Japan in Kalmar noch sehr gut funktioniert hatte, ist spätestens seit dem 1:5 gegen entfesselte Brasilianerinnen wie weggeblasen. Immerhin spielte man zweimal zu 0, aber gegen Südafrika ist das ein Muss. Fridolina Rolfö ist die einzige Stürmerin, die überzeugt. Ansonsten (wieder) ein grottenschlechtes Turnier, das nun im Viertelfinale gegen die USA ein krachendes Ende bringen wird. Die Amerikanerinnen haben das Spiel mit ihrer aggressiven Spielweise bereits nach einer halben Stunde entschieden. Ich frage mich, ob dann Konsequenzen gezogen werden und wir einen neuen Nationaltrainer bekommen, denn Pia Sundhage hat es wieder nicht geschafft, ein schlagkräftiges Team zu formen, das auch in einem Turnier besteht. Die Spielerinnen wollen, dass sie weitermacht, aber können wir das wollen, dass der alte, erfolglose Trott weitergeht?

2 Gedanken zu „Zurück vor dem Viertelfinale

  1. Was glaubst Du denn, woran es liegt ?
    Die Amis siegen einfach weiter (2013 Algarve, 2014 Nordamerika, 2015 Algarve und WM, 2016 SheBelieves) und Schweden – nix !
    Ich verfolge das ja nicht so intensiv wie Du, aber es ist ja offensichtlich so, daß Pia, als sie 2012 wieder nach Schweden kam, irgendetwas in Amerika „vergessen“ oder unterwegs „verloren“ hat.
    Ist es das Wetter, die Mentalität, das Niveau der Spielerinnen ???
    So sehr wie ich sie eigentlich mag muß ich aber objektiv sagen, das kann und darf nicht so weitergehen.

    • Die Amerikanerinnen haben erst einmal das allergrößte Reservoir an Nachwuchs. An allen Universitäten wird Fußball gespielt. An sehr vielen Unis auf hohem Niveau. Die Bedingungen sind einmalig mit Betreuung, Drumherum etc. Dann die Siegermentalität der Amerikanerinnen, für die ein zweiter Platz eine Riesenenttäuschung ist.
      Pia konnte das in Schweden nicht wiederholen. Ich glaubte von Anfang an, dass die Erwartungen zu groß waren. Und dann kommt dazu, dass sie eine „vom alten Schlag ist“, nicht immer sehr eitgemäß. DAs kommt bei vielen gut an, aber auch im Umgang mit Medien und Spielerinnen ist sie nicht immer glücklich. Sagte zum Beispiel nach dem Brasilienspiel einer Zeitung, dass Lotta Schelin eventuell gegen China auf der Bank sitzen könnte. Schelin, kurze Zeit später darauf angesprochen, „Oh, hat sie das gesagt?“ Das macht man einfach nicht, dass Führungsspielerinnen sowas von Journalisten hören. Aber sie ist offen und ehrlich und immer nett, wenn man sie anspricht. Aber keine „Laptop-Trainerin“.

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