Gleichauf – Rosengård strauchelt weiter


Hammarbys U19-Europameisterin Anna Oskarsson gegen AIK

Hammarbys U19-Europameisterin Anna Oskarsson gegen AIK

Hätte vor der Saison 2015 jemand gesagt, dass der FC Rosengård nach 15 Spieltagen zwar Tabellenführer sein würde, dass aber Eskilstuna United punktgleich auf Plat 2 liegen würde, kaum jemand hätte einem geglaubt.

Wenige Stunden vor dem Spiel in Kristianstad erfuhren die Spielerinnen des Meisters, dass Ramona Bachmann nun doch noch nach Wolfsburg wechseln würde. Aus Wolfsburg hagelte es Zitate für die Presse von Trainer Ralf Kellermann und auch von Bachmann selber und Rosengårds Geschäftsführer Klas Tjebbe war stinksauer und sprach von schlechtem Timing. Man hatte die Spielerinnen erst am Tag danach informieren wollen und wollte das wichtige Auswärtsspiel erst einmal ohne Info absolvieren. Dabei war der Mannschaft schon seit Mitte Juli bekannt, dass Bachmann wechseln würde. Für rund 100.000 € Ablöse, wie es heisst.

Es geht ums liebe Geld. Natürlich will Ramona Bachmann vor allem Titel gewinnen, aber die kann sie nur bei einem Team gewinnen, dass sehr starke finanzielle Muskeln hat. Davon gibt es in Europa derzeit nur vier: Wolfsburg, Bayern München, PSG und Olympique Lyon. Rosengårds Muskeln dagegen scheinen nachzulassen.

Anja Mittags und Ramona Bachmanns Weggang sowie Therese Sjögrans Karriereende mitten in der Saison haben den FC Rosengård enorm geschwächt. Vorher sieben Siege in sieben Spielen, nach der WM nur noch drei Siege in acht Spielen. Viermal Unentschieden und eine Niederlage. Beim Dreipunktesystem hast du damit 11 Punkte liegen gelassen.

Noch immer können sie Meister werden, am Sonntag das Auswärtsspiel in Piteå, danach noch Örebro und Göteborg. Neun Punkte aus diesen drei Begegnungen und der Kurs wäre gewendet. Aber der ohnehin schon dünne Kader ist noch dünner geworden. Noch gibt es Marta, aber die Brasilianerin kanns auch nicht alleine machen. Von ehemals drei Offensivspielerinnen mit Prädikat Weltklasse ist nur noch eine geblieben.

In einem Interview mit der Lokalzeitung Sydsvenskan gab Ramona Bachmann zum Abschied ihrem ehemaligen Club einen Rat. Man solle sich möglichst um eine Zusammenarbeit mit dem Männervereuin Malmö FF bemühen, der um zweiten Mal die Quali für die Gruppenphase der Champions League geschafft hat. Darin liege die Zukunft im Frauenfussball. Wie auch ich glaubt Bachmann nicht mehr daran, dass reine Frauenfiussballvereine im Konzert der Grossen bestehen können. In Deutschland sieht man das noch deutlicher dieses Jahr, wo sowohl Potsdam, aber auch Frankfurt weiter an Boden verlieren werden. Und England liegt auf der Lauer. Denn eher früher als später werden dort die durch einen neuen Fernsehvertrag reich gewordenen Clubs der Premier League auch Geld in ihre Frauenabteilungen stecken und damit die europäische Szene aufmischen.

Der 15. Spieltag im Überblick:

Kristianstads DFF – FC Rosengård 0:0
Zuischauer: 671
Zum ersten Mal gewinnt Kristianstad überhaupt einen Punkt gegen Rosengård (einst LdB FC Malmö)

Umeå IK – Piteå IF (0:0) 2:2
Tore: 0:1, 0:2 Hanna Pettersson (47., 53.), 1:2, 2:2 Jenny Hjohlman (75., 81.)
Torschützenkönigin Pauline Hammarlund (Piteå) war gelbngesperrt.
Zuschauer: 589

Hammarby DFF – AIK (1:1) 1:1
Tore: 1:0 Katrin Schmidt (15.), 1:1 Julia Zigiotti-Olme (40.)
Zuschauer: 1160

Kopparbergs/Göteborg FC – M,allbackens IF Sunne (0:0) 1:0
Tor: 1:0 Manon Melis (57.)
Zuschauer: 263

Eskilstuna United – KIF Örebro (1:1) 3:1
Tore: 1:0 Olivia Schough (36.), 1:1 Julia Spetsmark (45.), 2:1 Gaelle Engamanouit (62.), 3:1 Sofie Persson (88.)
Zuschauer: 3004
Olivia Schough schoss nicht nur das erste Tor, sie passte auch zu beiden anderen Treffern.

Vittsjö GIK – Linköpings FC (0:3) 0:3
Tore: 0:1 Kristine Minde (34.), 0:2 Fridolina Rolfö (35.), 0:3 Stina Blackstenius (38.)

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Ein Gedanke zu „Gleichauf – Rosengård strauchelt weiter

  1. solange in england keine wintersaison gespielt wird, so wie in deutschland und frankreich werden keine topspielerinnen nach england gehen.
    denn 5 monate fussball spielen und 7 monate nichtstun ist nicht gut für eine topspielerin.
    auch in den vergangenen jahren hatten die männerteams in der premier league einen spitzen tv vertrag, sie haben bis jetzt mit dem noch besseren vertrag nichtmal ihre schulden bezahlt, manchester united hat immer noch 400 000 000 millionen euro schulden, komisch.

    wenn man auch sieht was sich für mannschaften in england für die champions league qualifizieren, dann muss man keine angst haben.

    frankfurt im übrigen will seinen etat im nächsten jahr stark erhöhen, von 1,8 auf 3 millionen euro

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