Dreikampf wieder aktuell


Nachdem der FC Rosengård am Freitagabend bereits zwei Punkte im Heimspiel gegen Vittsjö liegen liess, haben die Verfolger Linköping und Eskilstuina ihre Pflichtaufgabenm gelöst und sind bis auf zwei Punkte an den Meister herangerückt.

Das Ereignis des 13. Spieltags aber war das gestrige Spiel Kristianstads DFF – KIF Örebro, das nicht stattfand. 15 Minuten vor dem angesetzten Spielbeginn, zu dem der CL-Teilnehmer aus Örebro immerhin 440 km im Bus angefahren kam, sagte Schiedsrichterin Annica Andric das Spiel ab. Grund: Drainage des Platzes nicht abgeschlossen und grosse Mengen Sand auf verschiedenen Partien des Naturrasens. Wie sich herausstellte, hat der zuständige Platzwart, der für den Stadionbesitzer, die Gemeinde Kristianstad, arbeitet, Urlaub und eine Vertretung gab es nicht.

Wie bitte? Ja, so verlautete es heute Morgen in mehreren Medien. Trainerin Elisabet Gunnarsdottir verweigerte den Journalisten einen Kommentar, sie sei zu sauer, sagte sie. Örebros Trainer Richard Olsson fühlte sich auf den Arm genommen, dass nach einer fünfstündigen Busfahrt wieder eine fünfstündige Busfahrt und der berühmte Satz „ausser Spesen nichts gewesen“ stehen sollte. Im Männerfussball wäre das sicher nicht passiert. Mit Frauen kann man’s ja machen. Der schwedische Fussballverband wird nun prüfen, wie mit dem ausgefallenen Spiel verfahren wird und ob der Gastgeber Kristianstads DFF, der den Platz nur mietet, eventuell bestraft wird oder nicht.

Ansonsten. Piteå sorgte nach der überraschend hohen 0:5 Klatsche von Linköping unter der Woche am Sonntag für ein ebenso überraschend hohes 4:0 gegen Göteborg. Dabei schoss die Norwegerin June Pedersen zwei (!!!) Freistosstore aus gut 50 Metern Entfernung, schlimme Fehler der 18-Jährigen Fanny Lund, die mit der Aufgabe, Stammtorhüterin Loes Geurts zu vertreten, überfordert ist. Pauline Hammarlund liegt nach ihrem zehnten Saisontreffer nun allein an der Spitze der Torschützenliste.

AIK hat sich wohl aufgegeben, denn nach dem 0:1 in Mallbacken, durch einen sehr zweifelhaften Foulelfmeter, gibt es wohl kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt. Da liess man heute auch Nationalspielerin Emma Lundh nach  Norwegen zu Tabellenführer Lilleström SK ziehen. Die wollen vermutlich die eine verletzte Schwedin Mimmi Löfwenius durch eine andere ersetzen.

Überhaupt: Schiedsrichterinnenleistungen. Eine freche Schwalbe von Ramona Bachmann, die mit nichts anderem als gelb hätte geahndet werden müssen, rettete Rosengård den Punkt. Ein Nicht-Elfer bringt Mallbacken den Sieg und AIK den endgültigen Abstieg. In Umeå bringt eine katastrophale Einwurfentscheidung das 0:1. Das sieht düster aus in dieser Saison. Männer wird man aber dennoch nicht pfeifen lassen. Es bleibt bei der politisch korrekten Lösung statt eine sportlich adäquate Lösung zu suchen. Die nämlich, dass die Besten die Spiele der besten Liga pfeifen sollten. Damit nicht gesagt, dass Männer besser pfeifen als Frauen, es gibt halt noch immer weniger gut ausgebildete Schiedsrichterinnen. Auch das sollte man ändern. Aber solange man noch nicht ausreichend gute Frauen hat, muss dem Sport zuliebe gehandelt werden.

FC Rosengård – Vittsjö GIK (1:1) 2:2
Tore: 1:0 Emma Berglund (3.), 1:1 Jane Ross (44.), 1:2 Antonia Göransson (48.), 2:2 Sara Björk Gunnarsdottir (Foulelfmeter, 50.)
Zuschauer: 849

Piteå IF – Kopparberg/Göteborgs  FC (3:0) 4:0
Tore: 1:0 June Pedersen (29.), 2:0 Hanna Pettersson (35.), 3:0 June Pedersen (45.), 4:0 Pauline Hammarlund (85.)
Zuschauer: 1920

Mallbackens IF Sunne – AIK (1:0) 1:0
Tor: 1:0 Frida Broström (Foulelfmeter, 45.)
Zuschauer: 1323

Umeå IK – Eskilstuna United (0:1) 1:2
Tore: 0:1 Gaelle Engamanouit (24.), 1:1 Hanna Glas (63.), 1:2 Sofie Persson (85.)
Zuschauer: 441

Linköpings FC – Hammarby DFF (2:0) 3:0
Tore: 1:0, 2:0 Pernille Harder (9., 43.), 3:0 Emma Lennartsson (82.)
Zuschauer: 819

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Ein Gedanke zu „Dreikampf wieder aktuell

  1. Zur Schiedsrichter-Problematik:

    Die wenigen Frauen, die in diesem Bereich aktiv sind, gleich wegen einzelner Fehler zu ersetzen, wäre mE wenig hilfreich, um zukünftig weitere Frauen für diesen Job zu begeistern. Schließlich zweifelt ja auch keiner an der Kompetenz männlicher Schiedsrichter, wenn diese Fehler machen. Zudem ist die Ausbildung zum Schiedsrichter in D meines Wissens für alle – Männer wie Frauen – gleich. An der Ausbilung liegt es also nicht. Allenfalls könnte man sagen, das jüngere Schiedsrichter häufiger Fehler machen als Ältere. Ihnen fehlt die Erfahrung, das ist aber eine Frage des Alters, nicht des Geschlechts.

    Gebt den jungen Schiedsrichterinnen die Zeit, um Erfahrung zu sammeln, so wie man es mit männlichen Kollegen schon seit Jahren handhabt. Wo sonst sollen Frauen Erfahrung sammeln? Im Profifußball der Männer? Sicher nicht, dort geht es um viel Geld.

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