Pia Sundhages altes Lied: Zu viele Ausländerinnen


Nach der völlig verkorksten WM sagte Pia Sundhage zunächst, dass sie die Nationalspielerinnen viel zu spät von den Vereinen bekommen habe. Die Vorbereitung sei viel zu kurz gewesen. Damit hatte sie sich selber von jeder Verantwortung an der desaströsen Leistung ihres Teams freigesprochen. Dann versprach sie eine Schwedenrundreise, um ein besseres Verhältnis zu den zwölf Clubs der Damallsvenskan aufzubauen.

Gestern nun schlägt die 55-Jährige wieder mal drauf. Es gäbe viel zu viele Ausländerinnen in den Topvereinen der Liga, weshalb sich schwedische Talente nicht entwickeln könnten. Es ist das alte Lied der Nationaltrainerin, die schon mal dann und wann gerne Oldies aus den 60ern und 70ern zum Besten gibt.

Und dann wird es sehr peinlich – sie verweist auf die U19-Europameisterinnen von 2012:

„Diejenigen, die 2012 herausragend waren, zum Beispiel Malin Diaz, haben noch nicht die Spitze der Damallsvenskan erreicht, leider. Bis 19 erzielen wir sehr gute Ergebnisse, aber wir sind sehr schlecht darin, die Spielerinnen in die Damallsvenskan zu holen. Da müssen wir eindeutig viel besser werden, wenn wir mit den anderen Ländern konkurrieren wollen.“

Mein schwedischer Bloggerkollege Johan Rydén hat gestern Abend die Mannschaftsaufstellung des Finals aus der Türkei von 2012 herausgesucht: Jessica HöglanderHanna Glas, Amanda IlestedtJennie Nordin, Magdalena Ericsson – Therése Boström (Jonna Andersson, 34), Petra Andersson, Lina Hurtig(Julia Wahlberg, 113), Malin DiazPauline Hammarlund (Fridolina Rolfö, 104) und Elin Rubensson.

Jessica Höglander spielte zuletzt 2013 bei AIK und hat kürlich ein Baby bekommen. Hanna Glas spielt bei Umeå IK und ist in elf von elf Spielen in der Startelf gewesen. Amanda Ilestedt spielt beim FC Rosengård und ist dort Stammspielerin und spielt in der schwedischen A-Nationalmannschaft. Jennie Nordin spielt bei AIK und steht dort in der Startformation. Neun Einsätze, zwei Mal nicht dabei wegen Sperre nach gelbroter Karte. Magdalena Ericsson ist Stammspielerin bei Linköpings FC. Therése Boström spielt in der dritten Liga bei Umeå Södra FF, da sie in Umeå an der Universiotät studiert und ihre Ausbildung prioritiert. Jonna Andersson spielt bei Linköping. Petra Andersson ist Mannschaftskapitänin von AIK. Lina Hurtig spielt bei Umeå IK, laborierte zuletzt an kleineren Verletzungen, ist aber wieder dabei. Julia Wahlberg spielt bei Kopparberg/Göteborgs FC und in der U23-Nationalmannschaft. Malin Diaz spielt bei Eskilstuna United und ist dort Stammspielerin. Pauline Hammarlund spielt bei Piteå IF und ist gegenwärtig Torschützenkönigin der Damallsvenskan zusammen mit Ramona Bachmann. Fridolina Rolfö wäre vielleicht mit zur WM in Kanada gekommen, wenn sie nicht verletzt gewesen wäre. Sie ist eine wichtige Offensivspielerin für Linköpings FC. Elin Rubensson war bei der WM dabei und spielt bei Kopparberg/Göteborgs FC, allerdings nicht auf der Position, die Pia Sundhage bevorzugen würde.

Lediglich zwei Spielerinnen aus der Finaltruppe gegen Spanien von 2012 spielen also nicht in der Damallsvenskan. Pia Sundhage sollte ihre Hausaufgaben machen, bevor sie sich mit solch unqualifizierten Äusserungen in die Öffentlichkeit begibt. Aber die Aussage Sundhages ist im Gegenteil dann wirklich ein Beispiel dafür, dass sie sich um junge Nachwuchsspielerinnen nur sehr unzureichend kümmert.

Weiter beklagte die Fusballlehrerin in dem Interview mit der Zeitung Aftonbladet, dass es in den Topvereinen zu wenig zentrale Mittelfeldspielerinnen mit schwedischem Pass geben würde. Blogger Rydén weist nach, das sehr wohl 13 Schwedinnen auf zentralen Mittelfeldpositionen in dieser Saison bei den sechs Topclubs aktiv waren. Möglicherweise seien die ihr aber nicht gut genug, so Rydén.

Zum Schluss sagt sie, sie möchte es so haben wie zu ihrer Zeit in den USA. Da hätten sich die Vereine der Profiliga auch freiwillig darayuf verpflichtet, nicht mehr als vier Ausländerinnen zu verpflichten. Auf diese Weise würde man die „Dutzendspielerinnen“ aus dem Ausland loswerden, die ihr schon immer ein Dorn im Auge waren.

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