Claudia Neto schiesst Tor des Jahres


Im Topspiel der schwedischen Damallsvenskan gewann am Abend Linköpings FC mit 2:1 gegen Meister FC Rosengård. Vor 2121 Zuschauern hatte Linköping mehr vom Spiel in der ersten Halbzeit. In der zweiten liess Neutrainerin Therese Sjögran Rosengård aggressiver agieren und nachdem Marta kurz vor der Strafraumgrenze gefoult worden war, hämmerte Neuzugang Natasa Andonova den Ball an die Latte. Den Abpraller köpfte Emma Berglund aufs Tor und Keeperin Katie Fraine boxte den Ball nach Ansicht der Linienrichterin von hinter der Linie aus dem Tor. 0:1.

Auf einmal sprach alles für Rosengård. Aber Martin Sjögren, Linköpings Trainer, beorderte sofort Marianne Gajhede und Fridolina Rolfö zum Warmlaufen und brachte dann beide Spielerinnen auf einmal. Die Überlegenheit Rosengårds verschwand, ins Spiel von Linköping kam durch die wuchtige Rolfö und die exzellente Gajhede neue Energie, die das Spiel optisch drehnte. Linköping wollte, aber bis zur 87. Minute tat sich nichts Zählbnares. Schon dachte man, Rosengård würde den Vorsprung auf Linköping auf sechs mehr oder weniger vorentscheidende Punkte ausbauen können.

Dann gab es Frfeistoss an der Strafraumgrenze. Magdalena Ericsson, eine weitere Spielerin, die Pia Sundhage aus unerklärlichen Gründen nicht nach Kanada genommen hat, schoss an den linken Pfosten und über zwei Querschläger war der Ball im Begriff vor den Füssen der Portugiesin Claudia Neto zu landen, einer der überragenden Akteure dieses Abends. Die technisch hochbegabte Neto liess den Ball fast auf die Erde kommen und einen Sekundenbruchteil vorher zog sie mit ihrem linken Fuss ab, aus achtzehn Metern schoss das Leder mit atemberaubender Geschwindigkeit ins rechte obere Eck. Riesenjubel bei den Gastgebern und sichtbar – der Wille in den verbleibenden drei Minuten und vier Minuten Nachspielzeit alles zu tun, um vielleicht doch noch zu gewinnen. In der 91. Minute schoss die Dänin Marianne Gajhede dann den Siegtreffer. Hochverdient.

Nach dem Abgang von Anja Mittag und dem Rücktritt von Therese Sjögran hat sich Rosengård zwar mit Natasa Andonova und der Dänin Junger zwei neue Spielerinnen geholt, aber sie sind (natürlich) kein Ersatz für die Weltklasse, die man verloren hat. Auf der Bank sitzen Teenager, die hochbegabt sind, aber nicht in der Lage sind, ein Spiel auf diesem Niveau zu drehen. Bei Rosengård kommt jetzt noch der Abgang (?) des Trainers dazu, der möglicherweise länger fehlen wird. Die Spielerinnendecke ist sehr dünn und wenn sich jetzt noch eine oder zwei übrig gebliebene Leistungsträgerinnen verletzen  sollten, dann sieht es düster aus mit der Titelverteidigung. Es wird jetzt schon sehr, sehr schwer. Denn Linköping ist um einiges hungriger und motivierter und schon jetzt, wenn man die Bank einrechnet, insgesamt besser besetzt.

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