Augen zu und durch?


Die Schwedinnen sind wieder daheim. 1:4 gegen Deutschland und ansonsten Unentschieden. Eine mehr als mittelmässige Gesamtleistung. Und allenthalben in den Medien die Forderung nach dem Rücktritt von Pia Sundhage. 

Aber in der Chefetage des schwedischen Fussballverbands hat man geredet. Miteinander. Und da zum Beispiel die Journalistin Jennifer Wegerup den Rücktritt aller Verantwortlicher fordert, weil sie der Auffassung ist, dass nur gänzlich neue Strukturen einen wahren Wandel einleiten können, der verhindert, dass Schweden immer mehr Anschluss verliert, schliessen sich die Reihen im Verband.

Gegenreaktion.

Lillie Persson und Pia Sundhage haben beide larmoyant bemerkt, dass Ex-Kollege Thomas Dennerby vor vier Jahren eine ganze Woche mehr Vorbereitungszeit mit den Spielerinnen hatte. Und auch in Deutschland hätte Silvia Neid ihre Truppe wesentlich früher beisammengehabt als in Schweden, wo das anstrengende Spiel in der Damallsvenskan an den Kräften der Spielerinnen zehrt und die mangelnde Zeit der Vorbereitung mit allen ins Gewicht fällt.

Und so geben sowohl Persson wie auch Sundhage wieder malk indirekt direkt der Liga und ihren zwölf Vereinen die Schuld, dass sie nicht genügend Zeit mit den Spielerinnen gehabt hätten. Das ist mit Verlaub gesagt eine billige Ausrede. Aber Persson, Nationalmannschaftschefin Marika Domanski Lyfors und zuletzt auch Sundhage hängen an ihren mehr oder minder gut bezahlten Jobs und vermutlich wissen sie auch nicht, was sie sonst machen sollten. So unterstützt man sich jetzt gegenseitig und entledigt sich somit auch am Ende jedweder Verantwortung für eine grottenschlechte WM.

Pia Sundhage sagt, man müsse auch an die bevorstehende EM-Quali denken und an das nächste Spiel gegen Moldawien. Moldawien? Die EM 2017 wird mit 16 Ländern in den Niederlanden gespielt und die Qualifikation dafür würde selbst ich als völlig ahnungsloser und unausgebildeter Blogger mit dem schwedischen Team schaffen. Polen, die Slowakei und Dänemark sind noch in der schwedischen Gruppe und zwei kommen weiter…

Man muss also an Moldawien denken. Vielleicht könnten die ja die Dienste von Sundhage, Domanski Lyfors und Persson gebrauchen? Wäre eine Überlegung wert. Schweden braucht Veränderung. Bald auch einen Generatinswechsel, denn die Tage von Nilla Fischer, Sara Thunebro, Caroline Seger, Therese Sjögran, Charlotte Rohlin und auch Lotta Schelin sind wenn noch nicht, dann doch bald gezählt und man braucht neue Spielerinnen und auch Trainer, die den Mut haben, etwas Neues aufzubauen und neu zu denken. Risiken eingehen, ausprobieren und nicht immer nur am bereits bestehenden festhalten.

Sundhage sagte, man habe das Spiel Brasilien – Costa Rica, das über das schwedische Weiterkommen entschied, mit dem Führungsstab in einem Zimmer geschaut. Die Spielerinnen hätten es in einem anderen Zimmer gesehen und irgendwie sei es ihnen gelungen, auch das Spiel Spanien – Südkorea auf den Bildschirm zu bekommen, also zwei Spiele auf einem Schirm. Sie (die Leiter) selber seien wohl zu alt dafür. Eben!

Advertisements

3 Gedanken zu „Augen zu und durch?

  1. Pingback: #Link11: Der Fußball von seiner schlechtesten Seite | Fokus Fussball

  2. „und die Qualifikation dafür würde selbst ich als völlig ahnungsloser und unausgebildeter Blogger mit dem schwedischen Team schaffen“ 🙂

  3. Ich bin kein Schwede, aber Nachwuchsförderung ist nicht grad groß geschrieben bei unseren skandinavischen Nachbarn. Da muß erheblich mehr getan werden. Die Verantwortlichen machen sich alles viel zu einfach. In Deutschland kann man noch viel lernen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s