Gegen Deutschland


Nach dem 1:1 gestern Abend in der Commonwealth-Arena von Edmonton jubelten die Australierinnen, die nun am kommenden Sonntag in Moncton auf Brasilien treffen werden. Eine nicht unlösbare Aufgabe für das exzellent aufgestellte Australien, in dem Kapitänin und Star Lisa DeVanna seit Beginn der WM aufgrund einer Verletzung nicht trainiert, sondern lediglich spielt.

Gestern reichte das zum schnellen Führungstor in der fünften Minute, als DeVanna, die auch „pocket rocket“ genannt wird in Anspielung auf ihre Körpergröße (1,56 m) und Schnelligkeit, Nilla Fischer und Elin Rubensson ganz alt aussehen ließ und an einer zur Salzsäule erstarrten Hedvig Lindahl vorbei das aus schwedischer Sicht schockierende 1:0 erzielte.

Die Schwedinnen kamen kurze Zeit später zum Ausgleich durch eine schöne Einzelaktion von Sofia Jakobsson. Das wars. Die Australierinnen jubelten wie gesagt, während viele Schwedinnen auf den Rasen sanken und teils noch minutenlang beinahe fassungslos sitzen blieben.

„Natürlich wäre es schöner gewesen, hier mit einem Sieg raus zu kommen [in die Mixed Zone] und nachdem wir aus eigener Kraft weitergekommen sind,“ sagte Mittelfeldmotor Caroline Seger, die sich müht in diesem Turnier, aber obwohl sie zu den besseren Mittelfeldspielerinnen dieser Welt gezählt wird, trotz allem nicht die ideale Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen herstellen kann.

„Im Augenblick fühlt man sich so lala, aber natürlich werde ich morgen Abend Brasilien gegen Costa Rica anschauen. Das wird entscheidend sein, ob wir weiterkommen oder nicht,“ so Seger weiter zu Journalisten in der gemischten Zone.

„In der zweiten Halbzeit, wo wir beschleunigen sollen, haben wir nicht die Schlagkraft erreicht, die wir haben wollen. Es gab ganz schön viel lange Bälle. Wir hätten es mehr mit der Ruhe nehmen müssen. Aber manchmal wird es so, wenn man alles erreichen will und schnell ein Gegentor kriegt.“

„Man darf nicht vergessen, dass wir in der schwersten Gruppe waren. Außer im ersten Spiel haben wir getan, was wir konnten,“ so Caroline Seger.

Mittelfeldkollegin Lisa Dahlkvist hat ebenso wie Seger in Tyresö zusammen mit Brasiliens Superstar Marta gespielt. Dahlkvist sagte der Presse, sie habe Marta eine SMS geschickt und sie gebeten, Costa Rica zu schlagen, damit Schweden weiterspielen könne. Marta habe bereits geantwortet, dass sie ihr Bestes geben werde.

Das zeigt wie desperat und geschockt die Schwedinnen sind.

Schweden war Dritter in Gruppe D geworden, der drittbeste Gruppendritte insgesamt derzeit. Die Niederlande und die Schweiz haben entweder einen Punkt mehr oder das bessere Torverhältnis. Der Weltranglístenfünfte kann aus eigener Kraft nicht mehr unter die besten 16 der WM kommen.

Sollte Brasilien seiner Favoritenrolle gerecht werden und Costa Rica schlagen, sind die Schwedinnen jedoch bereits ganz sicher vierbester Gruppendritter und hätten das Achtelfinale erreicht. Auch ein 0:0 würde reichen. Ein 1:1 würde zu einer Auslosung führen.

Trotz allem sieht es also so aus, als ob Schweden die KO-Runde erreichen wird. Dort würde am Samstagabend um 22.00 MESZ Europameister Deutschland in Ottawa warten. Und auch wenn Schweden sich bislang wie ein alter, aus dem letzten Loch pfeifender Zug durch das Turnier bewegt hat: Dieses Spiel beginnt beim Stand von 0:0, alles davor ist vergessen und der Verlierer muss nach Hause. Deutschland muss wachsam sein.

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