Schweden und Australien mit guter Ausgangsposition


Sowohl Schweden (0:0 gegen die USA) und Australien (2:0 gegen Nigeria) können sehr zufrieden mit dem gestrigen Tag sein. Beiden Teams dürfte ein Unentschieden reichen, um als Zweiter bzw. einer der vier besten Dritten das Achtelfinale zu erreichen. Aber 24er Felder haben es in sich. Auch wenn die jeweils letzten Begegnungen einer Gruppe parallel stattfinden, um Spielen auf Ergebnis zu verhindern, sind natürlich dem Hin- und Herrechnen von Resultaten Tür und Tor geöffnet.

2009 sah ich in Helsinki (bei der EM in einem 12er Feld) die Partie Norwegen – Frankreich. Beiden reichte ein Unentschieden, um das Viertelfinale zu erreichen. Man spielte Eine halbe Stunde lang fröhlich drauf los, bis beim Stand von 1:1 die Erkenntnis auf beiden Seiten wuchs, dass das ja reicht. Die letzte Stunde war ein Ballgeschiebe auf beiden Seiten, das entfernte Erinnerungen an die „Schande von Cordoba“ weckte, als deutsche und österreichische Männer 1982 bei der WM in Spanien beim Stand von 1:0 für Deutschland nach 13 Minuten Schluss machten und mit gellenden Pfiffen, aber ungerührt auf beiden Seiten auf genau dieses Ergebnis spielten.

So schlimm wird es bei Australien – Schweden sicher nicht. Aber möglich wäre es, dass das Spiel kein Reisser wird. Allerdings müsste Schweden vielleicht doch auf Sieg spielen, denn der dritte Platz in Gruppe D könnte bedeuten, dass man im Achtelfinale in Ottawa auf Deutschland treffen würde.

Nigerias Chancen sind leider minimal. Sicher,  bei einem wie auch immer gearteten Sieg gegen die USA ist man weiter, aber wer glaubt im Ernst daran. Die nigerianische Abwehr ist schwach und gestern kamen auch die neuen, jungen Stars wie Asisat Oshoala selten zu Momenten, in denen sie ihre Athletik und Schnelligkeit unter Beweis stellen konnten. Australien war taktsch sehr gut eingestellt.

Dass die Schweizerinnen mit 10:1 den dritthöchsten Sieg der WM-Geschichte gegen ein desolat schlechtes Equador feierten, ist leider keine Überraschung. Equador hätte Probleme, in der zweiten schwedischen oder deutschen Liga die Klasse zu erhalten. Was zu der Vergabe von WM-Plätzen an solche Schiessbudenteams zu halten ist, habe ich bereits gesagt.

Caroline Seger war stocksauer, dass Schiedsrichterin Sachiko Yamagishi angeblich kein Englisch konnte. Man hätte doch allen Spielerinnen gesagt, dass alle Schiedsrichter auf  Englisch kommunizieren könnten. Carli Lloyd war sauer auf Pia Sundhage wegen ihrer Äusserungen in dem umstrittenen New York Times Interiew, das am Mittwioch erschienen war. Darin hatte Sundhage u.a. behauptet, dass Lloyd zu den besten gehören würde, wenn sie das Vertrauen des Trainers spüren würde, wenn das nicht der Fall sei, könne sie sehr schlecht sein.

Carli Lloyd sagte, dass sie von Sundhage bitter enttäuscht sei. Sie habe 2008 im Finale der Olympischen Spiele Sundhages Vertrauen gehabt und ihr entscheidend geholfen, die Goldmedaille zu gewinnen. 2012 hätte Sundhage kein Vertrauen gehabt, aber Lloyd habe trotzdem abermals entscheidend geholfen, die Goldmedaille zu gewinnen. In den beiden olympischen Endspielen 2008 gegen Brasilien und 2012 gegen Japan schoss die USA drei Tore – alle erzielt von Carli Lloyd.

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4 Gedanken zu „Schweden und Australien mit guter Ausgangsposition

  1. kleine Korrektur: Cordoba (1978) kann man zwar auch als „Schande“ bezeichnen, allerdings nur für die deutsche Mannschaft (für Österreich wars ne Sternstunde) und auch nur eine sportliche Schmach, die Stadt die Sie meinen ist Gijon 😉

    Nur würde ich – Stand heute – meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass Schweden mit einem Unentschieden weiter kommt. So chancenlos seh ich Nigeria nicht gegen die USA, sicher war das gegen Australien kein Glanzauftritt der Afrikanerinnen, aber auch die USA haben bisher noch nicht wirklich überzeugt (zB. gegen Australien war das Glück (1:0) und die individuelle Klasse einer Rapinoe und Solo.)
    Sollte es aber am Ende für den Platz 3 reichen muss man abwarten was in den anderen 5 Gruppen passiert, den es müssen ja min. 2. Gruppendritte dann schlechter sein als: 3 Pkt. und eine Tordifferenz von 0. die größten Chancen hat man hier wohl mit Thailand (die werden nach dem Deutschlandspiel ein katastrophales Torverhältnis haben) und dem dritten der Brasiliengruppe (sollte Brasilien gegen Costa Rica nicht die B-Elf aufstellen). Vlt. auch noch Gruppe A (aber da will ich keine Prognose wagen da noch alles offen). Die Dritten aus C und F werden mit diesem Ergebnis nicht zu bekommen sein. Man wäre also auf jedenfall von anderen abhängig. Da das ja für niemanden die Wunschvorstellungist gehe ich eher davon aus das beide auf Sieg spielen werden.
    Dazu kommt, dass man dann als Gruppendritter den wohl mit Abstand härtesten Weg zum Finale/Titel hätte: AF: Deutschland, VF: Sieger Gruppe F (England/Frankreich), HF: vermutlich Rematch gegen die USA und im Finale dann eben der Beste aus der anderen Hälfte des Turnierbaums (Japan? Brasilien? Kanada?)

    Sollte es aber am Ende doch ein Unentschieden gegen Australien werden und Schweden würde als Gruppendritter weiterkommen noch eine kleine Motivationshilfe: Als die Männer Wm 1982 erstmals mit 24 Teams gespielt worden ist gab es auch eine Mannschaft, die sich mit drei Unentschieden durch die Vorrunde gequält hat. Diese Mannschaft war Italien und sie gewann am Ende den Titel. Vlt ein gutes Omen (für Schweden) 😉

  2. Schweden wird gegen Australien wohl oder übel auf Sieg spielen müssen! Denn mit einem Unentschieden könnten sie im schlimmsten Fall auf Platz 4 abrutschen (wenn Nigeria gewinnt).
    Außerdem droht möglicherweise aus den Gruppen E (falls Brasilien gegen Costa Rica nicht gewinnt und die Partie Spanien-Südkorea einen Sieger hat) und F (falls England gegen Kolumbien nicht verliert) noch Gefahr, es sei denn, dass in den Gruppen A und B der Gruppendritte jeweils nur 3 Punkte und eine negative Tordifferenz hat.

  3. also, ich muss mich da meinen vorrednern anschliessen. mit nem unentschieden ist schweden lange nicht durch. einige uebrraschende ergebnisse hatte es ja bereits. weitere sind nicht auszuschliessen (z.b. dass deutschland auch gegen thailand den gang rausnimmt bzw gar nicht erst reinbekommt. schliesslich reichen auch 5pkt locker zum weiterkommen. allem wir-wollen-gruppensieger-werden-gerede zum trotz.). abgesehen davon, dass dem selbstvertrauen des teams ein weiteres unentschieden gegen nen nicht-wm-anwaerter-team wohl auch nicht sonderlich gut taete…

    • Das stimmt, aber wenn die Schwedinnen einlaufen, kennen sie schon das Endergebnis von drei Gruppen. Man kann davon ausgehen, dass das Torverhältnis von Thailand bei drei Punkten zu schlecht sein wird. Gruppe A hat es am schwersten, weil die nicht wissen können, was sie erreichen müssen. Bei C wird ein Team voraussichtlich mit 3 Pkt. bei gutem Torverhältnis Dritter (dank der Schießbudentruppe Equador). E und F sind völlig offen. Sicher, Schweden braucht den Sieg, zumal man dann auch das vermeintlich leichte Spiel gegen Brasilien hat. Wobei Brasilien mich sehr an die Herrenmannschaft erinnert. So lala spielen, aber gewinnen und weiterkommen. Vorsicht, Schweden.

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