Pia Sundhage erklärt


Nach dem am Mittwoch in der New York Times veröffentlichten Interview, in dem Pia Sundhage u.a. über Carli Lloyd, Abby Wambach, Hope Solo und Amy Rodriguez nicht nur positiv gesprochen hat, gab es naturgemäß eine Reihe Fragen von der versammelten schwedischen Presse bei der gestrigen Pressekonferenz in Winnipeg.

Sundhage begann ihre Antwort mit der Frage: „Was habe ich in dem Interview denn gesagt?“ und lachte dann ihr entwaffnendes Lachen. Anschließend erklärte sie, dass das Interview im März stattgefunden habe.

„Der Kontext des Interviews war, dass es um die Zukunft des Frauenfußballs ging. Wenn man sich Carli Lloyd anschaut, eine meiner Lieblingsspielerinnen… Der Grund dafür, dass ich hier sitze, ist die USA. Sie haben mich als eine gute Trainerin aussehen lassen. Carli Lloyd hat für mich spielentscheidende Tore gemacht. Sie ist eine Spielerin, die sehr viel klüger ist als ich. Die Botschaft, die ich ihr zu geben versucht habe, an die hat sie oft gedacht, aber manchmal machte sie nicht das, was wir machen sollten. Sie ist eine Teamspielerin und sie hat viele Tore geschossen und ist eine der wichtigsten Spielerinnen, die ich gehabt habe. Ich könnte viele Beispiele geben. Manche Spielerinnen zu haben, ist eine Herausforderung. Aber es sind auch diese Spielerinnen, die dir Siege und Goldmedaillen bringen. Diejenigen, die genau das tun, was ich sage, sind nicht immer gleichermaßen gut.“

Über Abby Wambach hieß es in dem NYT-Interview, dass sie heute bei Sundhage nur noch Ersatzspielerin wäre. Auf der gestrigen Pressekonferenz sagte Pia: „Abby ist in vieler Hinsicht speziell, nicht zuletzt durch ihr Kopfballspiel. Ich glaube, sie kann weitermachen, bis sie 40 ist. Auch hier habe ich in einem größeren Kontext geantwortet. Ich habe erklärt, dass ich zu ihr gesagt habe: ‚du hast deine Rolle am Anfang von Spielen und am Ende von Spielen‘. In meinem Fall hätte ich sie als ein Ass im Ärmel gehabt und sie am Ende von Spielen gebracht. Wie sie jetzt ausgesehen hat, würde ich sie jedoch von Anfang an spielen lassen, so gut war sie.“

Über Hope Solo hatte Sundhage gesagt, dass sie aufgrund der vielen Ereignisse in ihrem Privatleben  eine Herausforderung sei. Nun: „Hope Solo? Sie ist ein Stück Arbeit. Um sie herum passieren Sachen außerhalb des Spielfelds. Aber auf dem Platz ist sie die beste Torhüterin der Welt. Sie hat einen schweren Weg gehabt.“

Ob sie denn den Nervenkrieg mit den Amerikanerinnen durch das Interview habe anstacheln wollen, wurde sie gefragt?

„Überhaupt nicht. So schlau bin ich nicht. Ich antworte lediglich auf Fragen und weil ich erzählen will, wie toll Frauenfußball ist. Ich will, dass es mehr Interesse am Frauenfußball gibt. Wenn ich immer nur dieselben Antworten geben würde, wäre das langweilig. Ich möchte dem Frauenfußball das geben, was er wirklich verdient. Deshalb habe ich über Hope Solo, Carli Lloyd und eine Menge anderer Spielerinnen geredet, die ich für fantastisch halte. Das sind Vorbilder für den Fußball und ganz allgemein für Frauen. Ich kriege zu hören, dass ich zu viel rede. Aber was ist das Schlimmste, was passieren kann? Ich kriege eine weitere Frage von euch. Was auch immer passiert, morgen ist ein neues Spiel.“

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