ffschweden im Gespräch mit Melanie Leupolz


MLHeute Abend um 22.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit steigt dann auch die deutsche Mannschaft ein in die WM 2015, das letzte Turnier dieser Art mit Silvia Neid als Trainerin. Vor ein paar Wochen habe ich mich mit Melanie Leupolz unterhalten, die nicht erst seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Nadine Kessler eine wichtige Rolle im deutschen Team hat.

Der geneigte Leser möge bedenken, dass das Interview vor der WM und   vor dem Ende der Bundesligasaison gemacht wurde. Es ist ursprünglich zentraler Teil einer WM-Vorschau, die in der Printausgabe des amerikanischen Our Game Magazine erscheint. Ich denke, dass es dennoch ganz gut in den Kontext des heute Abend stattfindenden Spiels passt.

Frau Leupolz, Sie haben erst 2013 ihr erstes Länderspiel gegen Kanada gemacht und sind jetzt auf dem besten Weg zur WM nach Kanada. Das ging schnell.

„Es kam damals schon etwas unerwartet, dass ich gleich nach meinem ersten Länderspiel auch zur EM nach Schweden mitfahren durfte. Ich habe inzwischen 26 Länderspiele gemacht und bin zu recht vielen Einsatzzeiten gekommen. Der Kader für die WM wird ja erst noch veröffentlicht. Ich werde weiterhin versuchen, mich mit konstant guten Leistungen bei Bayern und in den noch anstehenden Länderspielen zu empfehlen. Natürlich hoffe ich, dass ich dann dabei sein werde.“

Waren Sie schon einmal in Kanada?

„Nein, in Kanada war ich noch nie. Ich sollte letztes Jahr an der U20-WM in Kanada teilnehmen, aber das Turnier habe ich leider wegen Rückenproblemen verpasst.“

Vor der Saisonm 2014/15 sind Sie vom SC Freiburg zum FC Bayern München gewechselt. Wie sehen Sie diese Veränderung?

„Das war der absolut richtige Wechsel für mich. Ich habe mich hier in München sportlich schnell zurechtgefunden und fühle mich auch privat sehr wohl. Der schöne Nebeneffekt: Zu meiner Familie in Ratzenried sind es auch nur rund 180 km, was man mit dem Auto relativ schnell schaffen kann.“

Nadine Kessler und Luisa Wensing werden dem deuitschen Team in Kanada fehlen. Wie ist das zu verkraften?

„Das ist ganz bitter. Ich fürchte, dass die Teilnahme an der WM für Luisa Wensing wohl beinahe ausgeschlossen ist. Denn ein Wadenbeinbruch und ein Syndesmosebandriss verheilt leider nicht in drei Monaten. Nadine Keßler ist ja wieder am Knie operiert worden. Wenn sie auch nicht dabei sein kann, wird auch sie uns sehr fehlen. Sie ist auch neben dem Platz eine sehr wichtige Persönlichkeit.“

Nadine Kessler wird aller Voraussicht nach bei der WM fehlen. Sie ist eine der Leistungsträgerinnen auf der 6er Position, die Sie ja auch spielen. Wären Sie bereit, Nadine Kessler zu ersetzen?

„Ich spiele ja bei Bayern schon die ganze Saison neben Melanie Behringer auf dieser Position und habe sie zuletzt auch öfters in der Nationalmannschaft gespielt. Ich fühle mich deshalb schon reif genug, um im zentralen Mittelfeldfeld Verantwortung zu übernehmen. Wenn ich das Vertrauen bekomme, bin ich bereit voran zugehen. Aber letztendlich entscheidet einzig und allein die Bundestrainerin, wer spielt. Sie hat gerade auf dieser Position eine große Auswahl an richtig starken Spielerinnen.“

Gibt es noch Nervosität bei der Natio wie zu Beginn?

„Mittlerweile bin ich total in die Mannschaft integriert, bin einfach ein Teil von ihr. Klar: Anfangs war es schon ein komisches Gefühl, mit all den bekannten Nationalspielerinnen gemeinsam im Bus zu sitzen. Da war schon eine gewisse Nervosität da, aber die ist verschwunden. Jetzt überwiegt stets die Freude, wenn ich zur Nationalmannschaft eingeladen werde. Es macht immer Spaß, alle wiederzusehen.“

Die Gruppengegner Thailand und Elfenbeinküste sind auf dem Papier ein recht einfaches Los, das müsste doch locker anzugehen sein?

„Nur weil der Name vielleicht nicht so groß klingt, sollten wir uns nicht weniger fokussieren. Wir haben uns in der Vergangenheit schon mal gegen vermeintlich schwächere Gegner sehr schwer getan. Bei einer WM darf man sich keinen Patzer erlauben. Das wissen wir alle. Wir werden mit vollem Ernst an die Aufgaben herangehen.“

Ein Wort zum Thema Kunstrasen?

„Das ist schon komisch und ungewohnt für uns. Es wird eine totale Umstellung sein, nicht zuletzt für die Knochen und Gelenke. Aber die Sache ist jetzt vom Tisch und wir haben alle akzeptiert, dass es so ist. Wir müssen das Beste daraus machen. Der Kunstrasen darf keine Ausrede sein.“

Wer sind die WM-.Favoriten?

Frankreich, Schweden, Norwegen, Brasilien, USA. Und wir!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s