Schweden hat gewählt – Kommentare zum Aufgebot


ggDas Aufgebot ist bestellt, die Jagd auf den WM-Titel kann beginnen. Therese Sjögran hat gesagt, dass das letzte Spiel ihrer Karriere das WM-Finale am 5. Juli in Vancouver sein soll. Ein frommer Wunsch.

Jennifer Wegerup, Journalistin bei der Abendzeitung Aftonbladet sieht das etwas anders.

„Ich habe über die Jahre Pia Sundhage in verschiedenen Rollen und Situationen gesehen. Motiviert, wütend, traurig, enttäuscht, geladen und jubelnd glücklich. Aber selten habe ich so leer von Energie gesehen wie jetzt.“

Und offenbar hat Sundhage gestern in Gesprächen mit Medienvertretern die Ansprüche gesenkt. Vor einem Jahr hieß es noch, man wolle unbedingt eine Medaille. Nun sagt sie selber: „Man muss unsere Grenzen sehen. Es hat eine kleine Kursänderung gegeben. Viertelfinale, dann kann ich mit mir selber leben.“

Rosengårds Torhüterin Zecira Musovic war natürlich enttäuscht, zumal ihr Name in den Medien und auch von Pia Sundhage („Wir haben ein Auge auf sie.“) selber gehandelt worden war. „Das wird für mich eine große Motivation sein. Ich werde ihnen zeigen, was sie falsch gemacht haben. Pia sagte im Fernsehen, dass sie Routine sehr hoch schätzen und dafür habe ich Verständnis. Dann sagte sie auch, dass dies ein Torwarttrio sei, dass sich sehr gut versteht, das kann man nur respektieren, auch wenn es ein wenig schade ist zu hören, dass ich nicht mehr tun konnte.“

Ob Zecira bei der U19-EM in Israel für Schweden spielen kann sei noch nicht sicher, da zur selben Zeit Spiele in der Damallsvenskan stattfinden.

Tomas Pettersson kommentiert in Expressen: „Pia Sundhage und Lillie Persson machten genau das, was man erwarten konnte. Setzten beinahe durchgehend auf Erfahrung. Wählten im Zweifelsfall ihre alten Favoriten. Und strichen unerprobte Supertalente, auf die viele von uns gehofft hatten.“

Und zu den konkreten Nominierungen schreibt Pettersson: „Ich hätte Tschüs gesagt zu Emma Lundh, Olivia Schough, Hilda Carlén und Sara Thunebro. Und stattdessen hallo zu Fridolina Rolfö, Magdalena Ericsson, Petra Larsson und Zecira Musovic.

Selten, so Pettersson weiter, habe ein möglicher Erfolg in einem Turnier so deutlich an so wenigen Spielerinnen gehangen und eigentlich sei man völlig abhängig von Caroline Seger. Gesprächsthema Nummer eins sei gestern auf dem Medientreffen die Gesundheit von Lisa Dahlkvist gewesen. Kann sie ihre Hüftverletzung bis zur WM auskurieren und dann neben Seger im zentralen Mittelfeld auflaufen? Falls nicht, müsste Sundhage wohl Abwehrspielerin Linda Sembrant aufstellen, die dieses Mal auch offiziell im Mittelfeld gelistet ist.

In den meisten Kommentaren in Zeitungen und Blogs wird Olivia Schough aus dem Kader gestrichen. Da sie aber eine der erklärten Favoriten Pia Sundhages ist und auch Sundhage nun mal den Job hat, fährt sie mit. Eine Stürmerin, die in 113 Spielen zehn Tore geschossen hat. Ein Länderspieltor (gegen die Färöer-Inseln) in 22 Begegnungen.

Mit der Kritik konfrontiert sagte Schough der Zeitung Expressen, dass sie keine Zeitungen lese. „Die dürfen denken was sie wollen. Aber ich bin dabei und werde mein Bestes geben.“

Johan Esk kommentiert in Dagens Nyheter und sagt, dass Pia Sundhage nach einer Woge der Euphorie wieder auf der Erde angekommen sei: „Sie hat gezeigt, dass sie eine menschliche Trainerin ist und keine Fußballerlöserin und es ist ihr nicht gelungen, dass Problem zu lösen, dass Nationaltrainer geerbt haben. Auch Sundhage hat es nicht geschafft, den schwedischen Frauenfußball auf Toppniveau zu einen. Der Abgrund der Interessenkonflikte zwischen der Führung der Nationalelf und den Clubs ist nicht kleiner geworden.“

Maja Johansson, ehemalige Leistungsfußballerin und Journalistin schreibt: „Wenn ihr mich fragt, ist dies der langweiligste – und schlechteste – Kader seit langer Zeit. Ich verstehe, dass der größte Teil aus Spielerinnen besteht, die Erfahrung in solchen Turnieren haben. Aber die letzten Plätze gingen an Spielerinnen, die vermutlich überhaupt nicht spielen werden – WARUM haben sie die Plätze 25-Jährigen gegeben, die dieses Niveau gar nicht haben und die nicht Schwedens Zukunft sind?“

Johansson weiter: „Ich hätte Carola Söberg, Sara Thunebro, Hilda Carlén, Emilia Appelquist, Olivia Schough, Emma Lundh und Jenny Hjohlman ausgetauscht. Niemand von diesen Spielerinnen wird jemals Schlüsselspielerin für Schweden sein, weder in einem noch in vier Jahren.“

Noch härter geht Per Bergsten vom Östgöta Correspondenten (kurz: Corren genannt) mit Sundhage ins Gericht.

Unter der Rubrik: „Du bist zu feige, Sundhage“ schreibt Bergsten u.a.: „Als der Kader in den klassischen Räumen von Norra Latin in Stockholm präsentiert wurde, war alles wie erwartet. Sundhage redete viel, ohne etwas zu sagen und nahm all ihre Lieblinge mit. […] Sara Thunebro mit deutlich abgelaufener Mindeshaltbarkeit ist mit dabei auf Kosten von LFC-Abwehrspielerin Magdalena Ericsson, der sowohl die Zukunft gehört und die vor allem bereits jetzt viel besser ist.“

 

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