Schwedische Sorgenfalten


Zwei Monate vor Beginn der Fußball-WM in Kanada steht Pia Sundhage wieder am Anfang. Naja, nicht ganz. Aber die desaströse Vorstellung des schwedischen Teams gegen die Schweiz am gestrigen Abend in Eskilstuna hat keine Antworten auf Fragen gegeben, sondern zahlreiche neue Fragen aufgeworfen. Beim 1:3 vor rund 3.000 Zuschauern fing man sich nah zehn Siegen in bisher zehn Spielen gegen unsereEidgenossen die erste Niederlage ein.

In den Fokus der Berichte und Kommentare über das Spiel gerät dabei das kollektive Abwehrverhalten sowie die grundlegende Spielphilosophie der Trainerin. Die basiert darauf, dass Caroline Seger vor der Abwehr als defensive Mittelfeldspielerin agiert und von dort as Spiel aufbaut und steuert.

Martina Voss-Tecklenburg ist eine ausgezeichnete Trainerin und sie hat sich natürlich das schwedische Spiel vor der Begegung angesehen und diesen Punkt als Achilleferse identifiziert. Ihre Taktik baute darauf auf, dass man Caroline Seger aus dem Spiel nimmt, leichter gesagt als getan, aber den Schweizerinnen gelang es bravourös. Seger wurde unter massiven Druck gesetzt und wenn man in den eigenen Reihen eine internationale Klassespielerin wie die „Wölfin“ Vanessa Bernauer hat, dann kann man sogar den Ausfall einer Lara Dickenmann verschmerzen (von der es übrigens heißt, sie sei bi Bayern München im Gespräch).

Schweden war seiner zentralen Idee beraubt und agierte konfus, das Abwehrverhalten lässt ohnehin stets zu wünschen übrig, denn Verteidigung ist nicht unbedingt Pia Sundhages Ding. Sie möchte gerne Tempo und WInd nach vorne haben, einmal gelang das, als Seger in der zweiten Halbzeit nach vorne gerückt war, weil natürlich die Schwedinnen mitbekommen hatten, was Vos-Tecklenburg ihre Spielerinnen exerzieren ließ, und Lotta Schelin mit einem Pass bediente, den diese gewohnt sicher und souverän zum 1:2 verwaltete.

Gestern stand Charlotte Rohlin neben Nilla Fischer ih der Abwehr und sie, die laut Sundhage im Training und in Linköping so gut ausgesehen hattem spielte sich womöglich gestern Abend definitiv aus der Startelf. Ihr unbeherztes Agieren vor allem beim 0:2 durch die Zürcherin Fabienne Humm könnte in Lehrfilmen verwendet werden, wie man es auf keinen Fall machen darf. Es reicht nämlich nicht, einfach neben einer Gegnerin herzulaufen, die in voller Fahrt mit Ball auf dem Weg zum Tor ist. Man muss auch versuchen, sie abzudrängen, irritieren, ihr den Ball abzunehmen oder gar – taktisch vor der Strafraumkante zu foulen – aber sie unbedrängt laufen und schießen zu lassen, das ist keine Lösung.

Kommentator Olof Lundh hat das auf den Punkt gebracht. Er sagte, an SUndhage gerichtet, dass er nicht verstehen könne, dass eine Mannschaft, die beinahe ein Durchschnittsalter von 29 Jahren hätte und im Schnitt 95 Länderspiele so agieren würde.

Auch Nilla Fischer, die Unantastbare, ist alles andere als fehlerlos. Beim 0:1 durch Ramona Bachmann verschätzte sie sich mal wieder mit einem Ball, der dann bei der Spielerin aus Rosengård landete. Das hat man öfter bei Fischer gesehen, was man beim Tennis das Gegenteil vom „guten Auge“ nennen würde. Und Goalie Hedvig Lindahl war gestern Abend wieder ganz die Alte. Zwar gab es keine spektakulären Ausflüge aufs Feld, aber sowohl bei 0:1 wie auch 0:2 stand sie falsch und ihre Abstöße in der zweiten Halbzeit, mit der sie das Spiel in Gang setzen wollte, landeten immer wieder im Seitenaus und brachten den Gegnerinnen Ballgewinn ohne eigene Aktion.

„Ich sage jetzt besser nichts“, sagte Caroline Seger nach dem Spiel. „Denn sonst sage ich etwas Falsches, aber so wie wir heute Abend kann man nicht Fußball spielen.“

Die Trainerin wird heute in den Medien und Blogs kritisiert. Sie habe eine Spielphilosophie, aber nicht das Spielermaterial, mit dem man diese umsetzen könne. Und sogar: Man werde vielleicht schon bald die Leistung eines Thomas Dennerby ganz anders bewerten, weil der wusste, was er für Spielerinnen hatte und sie dementsprechend einsetzte.

Da fragt man sich auch ein wenig, wie denn die Stimmung im Team ist. Hat die Trainerin noch alle hinter sich oder muss man nicht jetzt, zwei Monate vor dem Turnier Tacheles reden? Möglicherweise auch zu spät. Denn schwedische Teams haben immer aus einer starken Abwehr operiert, nicht immer schön, aber oft erfolgreich. Sundhage wollte, aus den USA kommend und selber Ex-Stürmerin, das schöne Offensivspiel entwickeln, und sicher hat sich da auch etwas bewegt. Aber hinten sieht es gruselig aus. Aber vielleicht steht das Team ja schon am Mittwoch in der Stockholmer Tele2-Arena gegen Dänemark wie ein Phönix aus der Asche wieder auf.

Zwei Monate vor Beginn der Fußball-WM in Kanada steht Pia Sundhage wieder am Anfang. Naja, nicht ganz. Aber die desaströse Vorstellung des schwedischen Teams gegen die Schweiz am gestrigen Abend in Eskilstuna hat keine Antworten auf Fragen gegeben, sondern zahlreiche neue Fragen aufgeworfen. Beim 1:3 vor rund 3.000 Zuschauern fing man sich nah zehn Siegen in bisher zehn Spielen gegen unsereEidgenossen die erste Niederlage ein.

In den Fokus der Berichte und Kommentare über das Spiel gerät dabei das kollektive Abwehrverhalten sowie die grundlegende Spielphilosophie der Trainerin. Die basiert darauf, dass Caroline Seger vor der Abwehr als defensive Mittelfeldspielerin agiert und von dort as Spiel aufbaut und steuert.

Martina Voss-Tecklenburg ist eine ausgezeichnete Trainerin und sie hat sich natürlich das schwedische Spiel vor der Begegung angesehen und diesen Punkt als Achilleferse identifiziert. Ihre Taktik baute darauf auf, dass man Caroline Seger aus dem Spiel nimmt, leichter gesagt als getan, aber den Schweizerinnen gelang es bravourös. Seger wurde unter massiven Druck gesetzt und wenn man in den eigenen Reihen eine internationale Klassespielerin wie die „Wölfin“ Vanessa Bernauer hat, dann kann man sogar den Ausfall einer Lara Dickenmann verschmerzen (von der es übrigens heißt, sie sei bi Bayern München im Gespräch).

Schweden war seiner zentralen Idee beraubt und agierte konfus, das Abwehrverhalten lässt ohnehin stets zu wünschen übrig, denn Verteidigung ist nicht unbedingt Pia Sundhages Ding. Sie möchte gerne Tempo und WInd nach vorne haben, einmal gelang das, als Seger in der zweiten Halbzeit nach vorne gerückt war, weil natürlich die Schwedinnen mitbekommen hatten, was Vos-Tecklenburg ihre Spielerinnen exerzieren ließ, und Lotta Schelin mit einem Pass bediente, den diese gewohnt sicher und souverän zum 1:2 verwaltete.

Gestern stand Charlotte Rohlin neben Nilla Fischer ih der Abwehr und sie, die laut Sundhage im Training und in Linköping so gut ausgesehen hattem spielte sich womöglich gestern Abend definitiv aus der Startelf. Ihr unbeherztes Agieren vor allem beim 0:2 durch die Zürcherin Fabienne Humm könnte in Lehrfilmen verwendet werden, wie man es auf keinen Fall machen darf. Es reicht nämlich nicht, einfach neben einer Gegnerin herzulaufen, die in voller Fahrt mit Ball auf dem Weg zum Tor ist. Man muss auch versuchen, sie abzudrängen, irritieren, ihr den Ball abzunehmen oder gar – taktisch vor der Strafraumkante zu foulen – aber sie unbedrängt laufen und schießen zu lassen, das ist keine Lösung.

Kommentator Olof Lundh hat das auf den Punkt gebracht. Er sagte, an SUndhage gerichtet, dass er nicht verstehen könne, dass eine Mannschaft, die beinahe ein Durchschnittsalter von 29 Jahren hätte und im Schnitt 95 Länderspiele so agieren würde.

Auch Nilla Fischer, die Unantastbare, ist alles andere als fehlerlos. Beim 0:1 durch Ramona Bachmann verschätzte sie sich mal wieder mit einem Ball, der dann bei der Spielerin aus Rosengård landete. Das hat man öfter bei Fischer gesehen, was man beim Tennis das Gegenteil vom „guten Auge“ nennen würde. Und Goalie Hedvig Lindahl war gestern Abend wieder ganz die Alte. Zwar gab es keine spektakulären Ausflüge aufs Feld, aber sowohl bei 0:1 wie auch 0:2 stand sie falsch und ihre Abstöße in der zweiten Halbzeit, mit der sie das Spiel in Gang setzen wollte, landeten immer wieder im Seitenaus und brachten den Gegnerinnen Ballgewinn ohne eigene Aktion.

„Ich sage jetzt besser nichts“, sagte Caroline Seger nach dem Spiel. „Denn sonst sage ich etwas Falsches, aber so wie wir heute Abend kann man nicht Fußball spielen.“

Die Trainerin wird heute in den Medien und Blogs kritisiert. Sie habe eine Spielphilosophie, aber nicht das Spielermaterial, mit dem man diese umsetzen könne. Und sogar: Man werde vielleicht schon bald die Leistung eines Thomas Dennerby ganz anders bewerten, weil der wusste, was er für Spielerinnen hatte und sie dementsprechend einsetzte.

Da fragt man sich auch ein wenig, wie denn die Stimmung im Team ist. Hat die Trainerin noch alle hinter sich oder muss man nicht jetzt, zwei Monate vor dem Turnier Tacheles reden? Möglicherweise auch zu spät. Denn schwedische Teams haben immer aus einer starken Abwehr operiert, nicht immer schön, aber oft erfolgreich. Sundhage wollte, aus den USA kommend und selber Ex-Stürmerin, das schöne Offensivspiel entwickeln, und sicher hat sich da auch etwas bewegt. Aber hinten sieht es gruselig aus. Aber vielleicht steht das Team ja schon am Mittwoch in der Stockholmer Tele2-Arena gegen Dänemark wie ein Phönix aus der Asche wieder auf.

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4 Gedanken zu „Schwedische Sorgenfalten

    • Mensch Gerd Karl, Lesen ist wohl nicht deine Stärke?!
      Die Rede ist von zehn Siegen gegen „unsere Eidgenossen“, also gegen die Schweiz!

      • @gerd: brille -> fielmann, oder wie?
        extra hier nochmal fuer dich ein copy-paste aus rafus originaltext: „Beim 1:3 vor rund 3.000 Zuschauern fing man sich nah zehn Siegen in bisher zehn Spielen gegen unsereEidgenossen die erste Niederlage ein.“

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