Ist 2016 Schluss für Pia Sundhage?


Der Vertrag mit Pia Sundhage läuft noch bis Sommer 2016. Eigentlich so waren Sundhage und Schweden eine Liebesgeschichte mit Happy-End. Die zweifache Olympiasiegerin (mit den USA) hatte ihren Traumjob und die schwedische Nationalmannschaft ihre Traumtrainerin bekommen. Und dann lebten und spielten sie glücklich bis an ihr Ende?

In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Dagens Industri sagte Sundhage am Freitag, dass es derzeit so ausehen würde, als ob sie ihren 2016 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde, unabhängig davon, ob sie ein Angebot bekomme oder nicht.

Diese Äußerung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, zwei Monate ud eie Woche vor der WM in Kanada. Sie wird die Spielerinnen aber wohl nicht allzusehr beeinflussen. Die Generation Lotta Schelin (31), Nilla Fischer (31 im August), Caroline Seger (30), Hedvig Lindahl (32 Ende April), Therese Sjögran (38 im April) und Sara Thunebro (36 Ende April) lässt sich wohl nicht verunsichern.

Aber was ist passiert? Ich glaube nicht, dass Sundhage eigentlich hinschmeißen will. Sie genießt die Rolle, genießt die Sympathien der Bevölkerung und sie hat es auch verdient. Aber sowohl ihre Nominierungen wie auch ihr Verhältnis zu den Vereinen sind alles andere als rosig. Da gibt es immer wieder den berechtigten Vorwurf, dass Sundhage sehr zurückhaltend gegenüber personellen Veränderungen sei. In den USA hat das blendend funktioniert, weil Spielerinnen wie Hope Solo, Shannon Boxx, Abby Wambach auch jenseits der 30 noch Weltklasseleistungen zeigen. Dass der Nachwuchs nur schleppend bis gar nicht integriert wurde, gehört zur Handschrift der Schwedin. Sie setzt auf Vertrautes, vertraute Gesichter, vertraute Lieder. Ihre musikalischen Exkurse wurden immer wieder in den höchsten Tönen gelobt, aber man braucht von ihr keinen Song erwarten, der nicht mindestens 25 Jahre alt wäre.

Die Vereine machen ihr jedoch mehr Kummer. Sie wollen einfach nicht tun, was Sundhage ihnen vorschreiben möchte. Letztes Jahr schon kam es zum Eklat, als die Vereinstrainer einen nicht durch FIFA-Termin abgesegneten Lehrgang zum Platzen bringen ließen.

Trainer aus der Liga klagen nicht einmal mehr hinter vorgehaltener Hand darüber, dass der Verband ihnen die Spielerinnen wegnehmen will, obwohl letztlich der Verein zahle. Als Sundhage kürzlich Göteborgs Trainer Stefan Rehn bat, er möge doch bitte seinen Neuzugang Elin Rubensson als Außenverteidigerin statt wie von Rehn gewünscht im rechten Mittelfeld einzusetzen, lachte Rehn Sundhage einfach nur aus.

ImInerview mit DI sagte Sundhage nun, dass sie gerne wieder mal einen Verein trainieren möchte oder auch als Assistenztrainerin einen Männerverein. Es sei doch ein wenig lächerlich, dass man sich zwar eine Regierungschefin wünsche, aber unter keinen Umtänden eine Frau als Trainerin eines Männerteams akzeptieren könne.

Ich glaube, dass sich Pia mit diesem Interview und der Ankündigung hlchstwahrscheinlich nicht zu verlängern, eine bessere Diskussionsgrundlage mit den Clubtrainern verschaffen will. Der Schuss aber könnte nach hinten losgehen.

Selber glaube ich auch nicht, dass Pia Sundhage die ideale Trainerin ist, um den nach der WM 2015 notwendigen Generationswechsel entschlossen und mutig anzugehen. Sie hat bislang eher Teams betreut, die schon einen starken Stamm arrivierter Spielerinnen hatten. Es wird spannend.

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