Papua Neu Guinea trägt die U20 WM 2016 aus


Die FIFA hat heute ihre Entscheidung für Papua Neu Guinea und gegen Schweden als Ausrichter der U20-WM 2016 bekannt gegeben. Ich hatte fest damit gerechnet, dass die WM in Schweden stattfinden würde, weil man hier davon ausgehen kann, dass das Turnier hochprofessionell und sicher durchgeführt wird.

Das Finale hätte in Linköping stattgefunden, in der Arena, in der ich am Sonntag das Champions League Spiel gegen Brøndby sehen werde.

Papua Neu Guinea ist 48. der Weltrangliste, das ist unerwartet gut. Aber bei einem genauen Blick sieht man, dass die Weltrangliste schon ab Platz 20 wenig aussagekräftig ist. Denn zwar liegt PNG,wie das Land oft abgekürzt wird, nur einen Platz hinter der Slowakei und sogar zwei Plätze vor Ghana, wenn man aber Länderspiele prinzipiell nur gegen Gegner wie die Cook Inseln, Tonga und die Salomon-Inseln austrägt, die wesentlich kleiner sind, dann gewinnt man halt des öfteren. Und im ozeanischen Fußballverband, zu dem PNG gehört, gibt es nur einen ernstzunehmenden Gegner, gegen den PNG auch noch nie gewonnen hat: Neuseeland.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat Reisenhinweise für alle Länder dieser Erde, die auf der Homepage des AA abrufbar sind. Zu PNG heißt es dort:

„Die Kriminalitätsrate in Papua-Neuguinea ist sehr hoch. Besondere Vorsicht wird bei Aufenthalten in der Hauptstadt Port Moresby, in Lae, im Hochland, in Mount Hagen und auf der Insel Bougainville (siehe unten) empfohlen. […] Es muss damit gerechnet werden, dass in einer Notlage Hilfe durch Sicherheitskräfte nur eingeschränkt zur Verfügung steht.

Die Zahl der bewaffneten Raubüberfälle und Einbrüche, bei denen die Täter eine hohe Gewaltbereitschaft bis hin zu Mord zeigen, steigt. Vor allem an Geldautomaten ist Umsicht geboten, wo selbst Ortskundige bereits beraubt und getötet wurden.

Die Zahl der Bericht über gezielte Vergewaltigungen steigt; Übergriffe erfolgen meist ohne Vorwarnung. Für alleinreisende Frauen besteht erhöhte Gefahr.“

Vermutlich werden wohl nur wenige Fußballfans zur WM reisen. Man kann nur hoffen, dass die 16 Nationalteams genügend geschützt werden. Frauen, die einer Vergewaltigung zum Opfer gefallen sind, sollen unverzüglich einen Arzt aufsuchen, da die Verbreitung von HIV/AIDS sehr hoch ist.

Manche Entscheidungen der FIFA kann ich nicht ganz nachvollziehen. Aber bestimmt haben die das alles nicht gewusst.

Das Video enthält teilweise sehr schockierende Bilder von Opfern von Gewaltverbrechen. Nicht jeder kann so etwas sehen. Warum ich es in einem Fußballblog verlinke? Über PNG gibt es vorwiegend nur Videos, die das Land als ein Land voller Naturschönheit darstellen. Die Realität ist offenbar eine ganz andere, wenn schon das deutsche Außenministerium davor warnt, das Hotel oder die Ferienanlage zu verlassen. Ich bin schockiert, dass die FIFA Sicherheitsfragen so wenig auf der Agenda hat. Aber ich bin auch gegen die Männer-WM in Qatar.

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