Erster Titel für den FC Rosengård


Marta kann den Unterschied machen, hier noch im Trikot von Tyresö im Supercupfinale gegen Göteborgs FC.

Marta kann den Unterschied machen, hier noch im Trikot von Tyresö im Supercupfinale gegen Göteborgs FC.

Man mag über den Supercup denken wie man will. Das Spiel zwischen Meister und Pokalsieger gegen Ende der Vorsaison ist ein hervorragendes Trainingsspiel zwischen zwei der besten Mannschaften des Landes. Mehr vielleicht auch nicht.

Vor knapp 350 Zuschauern auf dem Malmö IP gewann der Meister dabei mit 1:0 gegen den Pokalsieger. Wie das Ergebnis andeutet, war es alles andere als leichte Arbeit. Ramona Bachmann fehlte bei Rosengård wegen der Verletzung, die sie sich beim Aufwärmen gegen die USA beim Algarve-Cup zugezogen hatte. Und Linköping musste auf Fridolina Rolfö verzichten, die zwar gesund zu sein scheint, deren Knie bei Belastungen aber immer noch nicht schmerzfrei ist. Trainer Martin Sjögren ließ auch seine portugiesische Spielmacherin Claudia Neto draußen, da sie alle vier Spiele beim Algarve-Cup absolviert hat. Kein Risiko vor dem Heimspiel im Viertelfinale der Champions League nächsten Sonntag gegen Brøndby.

Linköping versteckte sich wieder nicht und zeigte, warum es für Rosengård ein unangenehmer Gegner ist. Man ließ den Meister nicht ins Spiel kommen, übernahm selber immer wieder den Taktstab und kam insgesamt auch zu den besseren Chancefn. Die größte hatte Pernilla Harder mit einem Schuss als es noch 0:0 stand, aber Torhüterin Zecira Musovic parierte glänzend und lenkte den Ball über die Latte zur Ecke. Musovics Einsatz warf die Frage auf, ob der Konkurrenzkampf zwischen der 18-Jährigen und der deutschen Kathrin Längert enger geworden ist. Möglicherweise, Musovic sagte nach dem Spiel, dass sie gerne auch in Wolfsburg spielen würde, aber das entscheide einzig und allein Trainer Marcus Tilly.

Wer machte den Unterschied? Die Frau, die den Unterschied machen kann. Beim Algarve-Cup hätte sie noch wegen einer klaren Tätlichkeit vom Platz fliegen müsssen. Heute schnappte sich die 29-Jährige Ausnahmefußballerin Marta Vieira da Silva eine gute Viertelstunde vor Schluss das Leder und zog zu einem ihrer so oft gesehenen Slalomläufe an, ließ drei Gegnerinnen stehen und zog dann unhaltbar für Katie Fraine ins rechte untere Eck.

Marta hatte bereits das enge Pokalspiel gegen Göteborg mit einer ähnlichen Aktion entschieden.

Und seit heute Nachmittag hat CL-Gegner VfL Wolfsburg auch nicht mehr den Beinamen „die Unschlagbaren“. Turbine Potsdam hat gezeigt wie man es machen muss. Freuen wir uns auf zwei spannende Begegnungen. Ich werde bei beiden Heimspielen der schwedischen Teams vor Ort in Linköping und Malmö sein.

Advertisements

2 Gedanken zu „Erster Titel für den FC Rosengård

  1. Lieber Rainer, vielen Dank für einen wieder mal prima Bericht. In einem Punkt muß ich aber ergänzen: die liebe Marta hätte nicht nur wegen EINER Tätlichkeit vom Platz fliegen sollen. Leider zeigt die Brasilianerin immer wieder derart eklatante Unsportlichkeit, daß man gar nicht nach vollziehen kann wieso irgend ein Trainer dieser Welt noch mit ihr zu tun haben will. Wie schädlich das Verhalten einer solchen Person sein kann hat sich erneut im insgesamt extrem ruppigen Auftreten der brasilianischen Mannschaft beim Algarve Cup gezeigt. Die Zuschauer wollen so etwas nicht sehen (die betreffende Dame kann sich bestimmt noch an die WM 2011 erinnern, als sie ab Mitte des Turniers konsequent vom Publikum ausgebuht wurde), und mir dreht sich ebenfalls der Magen rum wenn der Giftzwerg aus Brasilien wieder bei einer Preisverleihung in die Kamera grinst.

    • Ich sehe das mittlerweile anders. Ich schaue mir das Spiel von Marta immer öfter an, wer weiss wie lange wir so etwas Schönes noch sehen können. Obwohl sie nicht jünger wird, ist sie immer noch besser als die anderen, zumindest gibt es immer ein paar Ausnahmeaktionen pro Spiel. Die Kehrseite sind ihre Aussetzer. Aber das liegt meiner Meinung nach auch an der Qualität der Schiedsrichterinnen. Meiner Meinung nach sehen Schiedsrichter im Frauenfussball Tätlichkeiten weniger, weil sie da nicht so viel Erfahrung haben. Dann würde Marta heute nicht mehr so schnell aus der Haut fahren, weil sie es gelernt hätte, wie man in solchen Situationen reagieren muss, und einen kühlen Kopf bewahrt.

      Z.B. das EM Finale 2013 hat gezeigt, das die Qualität nicht stimmt. Und ich glaube, im nächsten Spiel, als Deutschland wieder gegen Norwegen gespielt hat, hat sie (Cristina Dorcioman hab nochmal nachgeschaut) wieder gleich einen Elfmeter gegeben. Der war wohl berechtigt, aber das war dann schon lustig. 🙂 Und sie hat auch jetzt irgendwann ein „wichtigeres“ Spiel gepfiffen, und da hat mir die Leistung auch nicht gefallen.

      Früher dachte ich immer, dass Jenny Palmqvist nicht so toll ist, gestützt wegen der Malmö – Tyresö Geschichte, und das Deutschland nie gewinnt, wenn sie mit von der Partie ist :-), aber da ist schon ein Qualitätsunterschied zu sehen. Also es gibt einfach zu wenig richtig gute Schiedsrichterinnen, oder sehe ich das falsch?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s