ffschweden im Gespräch mit: Katrin Schmidt


KatrinKatrin Schmidt ist eine der besten Mittelfeldspielerinnen der schwedischen Liga. Zwei Mal wurde sie mit dem FC Rosengård Meisterin (einmal als LdB FC Malmö) und wie selbstverständlich stand die 28-Jährige in der Startformation der Startruppe, in der neben Schmidt neun Nationalspielerinnen standen und lediglich noch die aus München gekommene Kathrin Längert ebenfalls keine A-Länderspiele für ihr Land absolviert. In der Champion-League erreichte Rosengård das Viertelfinale und trifft im März auf den VfL Wolfsburg. Aber Katrin Schmidt entschied sich gegen Malmö und für Stockholm.

Warum, das hat sie mir vorletzte Woche bei einem Gespräch erzählt. „Ich wollte schon lange zurück nach Stockholm, hauptsächlich um mein Studium abzuschließen. Das war mir eigentlich schon lange klar, aber dadurch, dass wir in der Champions League weitergekommen sind, war es natürlich auch eine sehr schwere Entscheidung. Aber den Kurs, den ich noch machen muss, den kann ich nur im Frühjahr machen und ich wollte nicht noch ein weiteres Jahr warten. Ich habe Stockholm vermisst und es hat sich einfach richtig angefühlt, diesen Schritt jetzt zu machen. An dem Tag, an dem Rosengård dann Champions League spielen wird, wird es sicher noch mal richtig hart. Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, ob ich da hinfahren kann oder werde. Auf jeden Fall drücke ich der Mannschaft von ganzem Herzen die Daumen. Sonst bin ich total zufrieden mit meiner Entscheidung.“

Das ist ja ein Wechsel, der nicht so unbedingt üblich ist, von den hochprofessionellen Bedingungen, die du beim FC Rosengård hattest zu einem Verein, der sich erst wieder etablieren muss.

„Es wird ganz anders, aber es ist auch irgendwie spannend. In erster Linie war meine Entscheidung nicht sportlich, ich wollte nach Stockholm. Was es einfacher gemacht hat, war, dass sich Hammarbys Pläne sehr gut angehört haben. Es wird eine ganz andere Situation, aber das hat doch auch positive Seiten. Ich werde mehr Verantwortung haben, auch mehr in die Offensive involviert sein und es ist eine Herausforderung, auf die ich mich wirklich freue.“

Ich sprach im Januar mit deiner ehemaligen Mannschaftskameradin Anita Asante, die seinerzeit von den „Unschlagbaren“ bei den Arsenal Ladies zu Chelsea wechselte, wo es mehr darum ging, etwas Neues aufzubauen, eine ganz andere Rolle zu haben.

„Ja, die Rolle ist eine andere, man hat mehr Verantwortung, die will ich übernehmen und muss ich auch übernehmen. Wir bauen etwas Neues auf. Es gibt viele Spielerinnen, die unglaublich talentiert sind und dabei sind, glaube ich, auch einige, die es noch weit bringen werden.“

Nun habt ihr zwei Wochen miteinander trainiert, du hast die ersten Eindrücke gesammelt und ihr habt auch schon die Hiobsbotschaft bekommen, dass ihr nicht auf dem Kanalplan spielen könnt, weil da renoviert werden wird. Was sind die ersten Impressionen vom Team?

„Es ist ein sehr nettes Team, eine sehr engagierte Mannschaft, die viel erreichen will. Alle trainieren hart. Natürlich sind die Voraussetzungen ganz anders als in Malmö. Hier arbeitet niemand hauptamtlich für den Verein und es nicht so optimal wie bei Rosengård.“

In Malmö war Katrin Vollprofi, hat sich ganz dem Fußball widmen können, nun in Stockholm wird die Fußballspielerin gleichzeitig studieren. Katrin, du bist 2009 nach Schweden gekommen und bald fängst du deine siebte Saison an. War das so geplant, hast du überhaupt deine eigene Entwicklung so geplant, dass du dich wirklich konstant zu einer Spitzenspielerin entwickelt hast, die beim schwedischen Meister nicht mehr wegzudenken war?

„Damals (2009) dachte ich, dass ich nur eine Saison in Tyresö spielen würde und dann weiter in Deutschland. Aber dann hat es mir hier doch sehr gut gefallen und ich habe erst dann neue Ziele im Fußball entwickelt. Nach Malmö zu gehen, war ein Schritt nur für den Fußball. Da habe ich mich entschieden, dass ich alles auf Fußball setze. Jetzt merke ich halt, dass ich das wieder mehr kombinieren will.“

Noch ein Wort zu Rosengård und dem Umfeld?

„Das ist eine unglaublich professionelle Organisation und die Langfristigkeit, mit der Riosengård arbeitet, ist speziell. Ich habe zwei schwedische Meisterschaften mitgenommen, das ist schon toll.“

Ich habe manchmal schon gedacht, dass Silvia Neid doch mal zum Telefonhörer greifen könnte und dich anrufen. Du bist als eine der besten Mittelfeldspielerinnen in einer der besten Ligen der Welt. Hat sie angerufen?

„Ich habe gar keinen Kontakt nach Deutschland gehabt, das ist weit weg. Und es gibt einfach eine Riesenauswahl an Topspielerinnen.“

Dein ganzes Erwachsenenleben hast du im Ausland verbrachtm zuerst in den USA und dann hier. Was nimmst du aus den Fußballkulturen für dich selber mit?

„In den USA habe ich vor allem als Person viel gelernt. Ich war das erste Mal weit weg. Die Siegermentalität ist einfach unglaublich. Die Umgebung war sehr professionell, da kann keine Mannschaft, in der ich jemals spielen werde, mitreden. Ich hatte einen Trainer, der sehr europäischen Fußball spielen wollte. Unser Spielstil war sehr technisch. Es gab viel physisches Training und ich bin das erste Mal richtig fit geworden in den USA. In Schweden war es dann viel taktischer.“

Ein Wort zu Tyresö?

„Es war eine schöne Zeit und es war super, was die am Anfang aufgebaut haben und es ist schade, dass das dann außer Kontrolle geraten ist.“

Und zum Schluss, wo werdet ihr mit Hammarby in diesem Jahr landen?

„Es ist schwer zu sagen, aber unser Ziel ist Klassenerhalt und ich glaube, dass wir das gut erreichen können ohne bis zum letzten Spieltag zittern zu müssen.

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