Alle Jahre wieder – Ärger auf der Fußballgala


Ich war etwas verwundert gestern Abend, dass das 200. Länderspiel von Therese Sjögran lediglich am Ende der Fußballgala kurz erwähnt wurde und notierte das als einen von vielen Dingen, die man definitiv hätte besser machen können.

Heute Mittag aber begannen die sozialen Medien hochzukochen. Die Zeitung Expressen enthüllte, dass der übertragende Fernsehsender TV4 eigentlich einen Clip über Sjögran und ihre Karriere als Ehrung hatte zeigen wollen, dass man dies aber aus „produktionsstechnischen“ Gründen unterlassen habe. Andere Teile der Sendung hätten so lange gedauert, dass man sich hätte entscheiden müssen, etwas aus dem Programm zu streichen.

Hochsensibel, muss man sagen, denn erst letztes Jahr hatte Rejordnationalspieler Anders Svensson einen Volvo in die Arena gefahren bekommen als ‚kleines‘ Geschenk des Fußballverbands, während Rekrdnationalspielerin Sjögran mit keinem Wort erwähnt wurde. Danach gab es Wirbel und im Dezember äußerte sich dann der gottähnliche Zlatan Ibrahimovic und sagte, dass diese Spielerin ein von ihm signiertes Fahrrad hätte haben können und das würde auch genügen. Was wiederum Wirbel auslöste und zu einer Entschuldigung von Ihm führte, Er habe das alles nicht so gemeint.

Und nun wieder Missachtung von Therese Sjögran, weil man „zu wenig“ Zeit gehabt hätte. Dümmer gehts nimmer. Moderatorin Anna Brolin besuchte Ibrahimovic im Publikum, scherzte mit ihm und schenkte ihm eine Hupe für seine Kinder. Schlagersternchen Martin Stenmarck misshandelte mit zwei Auftritten mein Gehör mindestens sieben Minuten lang, aber für 90-120 Sekunden Sjögran fehlte die Zeit.

Frau solle die Gala jetzt boykottieren, sagte u.a. die Journalistin Alva Nilsson und auch Malmös Sportchef Erling Nilsson blies ins selbe Horn. Bei aller Empörung scheint mir das jedoch der falsche Weg zu sein. Eine potentielle Frauengala würde nicht in einer Halle mit mehreren Tausend Zuschauern vor Ort und Hunderttausenden an den Bildschirmen rechnen können. Wir wären weitgehend unter uns.

Aber ändern muss sich einiges. Eine richtige Jury muss her, die die besten Spieler auszeichnet und nicht durch die blaugelbe Brille schaut. Vier Preise für Frauenfußball wurden vor Beginn der Live-Sendung vergeben, das ist Quatsch. Bei einer Fußballgala sollen die Preise im Mittelpunkt sein und nicht drittklassige Sänger. Eine kompetente Redaktion muss darauf achten, dass solche EIGENTORE wie die öffentliche Missachtung von Therese Sjögran 2013 und 2014 nicht mehr vorkommen. Und warum müssen die Frauen schon drei Stunden vor Beginn der Livfe-Sendung in der Arena sitzen, während die Männer erst kurz nach acht unter dem tosenden Beifall des Publikums einlaufen? „Die Frauen wollten essen,“ lautete heute die Erklärung von SvFF-Pressesprecherin Camilla Hagman.

Und auf die Frage, wie sie denn auf die Kritik von Rosengårds Sportchef Nilsson reagieren würde, antwortete sie dem Journalisten von Expressen mehrfach schnippisch: „Das brauchst du nicht zu wissen.“ Die Dame tut ihren Gschlechtsgenossinnen wirklich einen Dienst und empfiehlt sich für eine Aufgabe bei Nordkoreas Propagandaministerium. „Das brauchst du nicht zu wissen“ könnte da eine Standardantwort werden.

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