Deutschland gewinnt in Örebro


SWEGER16Dass Deutschland nicht zweimal hintereinander ein Spiel vergeigt und sichgegen Schweden in Örebro für die schwache Vorstellung am Samstag in Offenbach gegen Frankfurt revanchiert – damit haben wohl die meisten Fans und Beobachter in Deutschland gerechnet. Und es kam denn auch so, obwohl hinter die Vermutung in der 68. Spielminute ein dickes Fragezeichen gesetzt wurde, als ein Rückpass von Jennifer Cramer auf Nadine Angerer von der wieselflinken Lotta Schelin abgefangen wurde und die 30-Jährige Starstürmerin von Olympique Lyonnais ihr 73.. Länderspieltor erzielen konnte, mit dem sie sich an die Spitze der „ewigen“ Torschützinnenliste im gelbblauen Dress setzen konnte.

Ein historischer Abend, fußballhistorisch für Schweden. Schelins 73. Länderspieltor war das eine große Gesprächsthema, Therese Sjögrans 200. Länderspiel das zweite. 100 erreichen immer mehr Spielerinnen, aber 200 wird wohl für lange Zeit eine Rekordmarke bleiben. Und mehr sollen es werden Dem schwedischen fernsehen sagte Sjögran nach dem Spiel, es könnten ca. 230 werden, das würde voraussetzen, dass die 37-Jährige nicht nur 2015 sondern auch 2016 weiterspielen wird und sich gegen mögliche jüngere Konkurrenz behauptet.

Schweden spielte sehr gut mit in der gesamten ersten Halbzeit, hatte phasenweise deutlich mehr Ballbesitz, aber die Deutschen fuhren die gefährlicheren Konter, kamen dem 1:0 am nächsten, als Jennifer Cramer aus 20 m abzog und ihr Schuss die Querlatte streifte.

Im Strafraum herrschte weitgehend Nilla Fischer und oft auch Linda Sembrant, die wieder viele Kopfballduelle gewann. Die stärkste Spielerin aber hatte Schweden auf der rechten Seite. Da ihre Dopplmannschaftskameradin Lina Nilsson sich im Training verletzte, durfte Elin Rubensson von Anfang an ran und zeigte über 90 Minuten eine ausgezeichnete Leistung und bewies wieder einmal, dass sie zju Recht zumindest meine erste Wahl sowohl beim FC Rosengård wie auch in der Natio wäre.

Im deutschen Mittelfeld überzeugten vor allem Dzsenifer Marozsan und Melanie Leupolz, heute auf der Rolle der Doppel-6. Silvia Neid sagte mir nach dem Spiel, dass sie mit beiden Spielerinnen sehr zufrieden gewesen sei. Abwehr und Mittelfeld hätten eine solide Grundordnung gezeigt, so Neid.

Ganz vorne hatten es Anja Mittag und Celia Sasic nicht leicht gegen die starken Sembrant und Fischer.

In der zweiten Hälfte wurde dann wie gewohnt in Freundschaftsspielen munter gewechselt. Und Pia Sundhage brachte ihre Lieblinge: Malin Diaz Pettersson, Olivia Schough und Emma Lundh. Und wo ist Fridolina Rolfö fragte niht nur ich mich. Der Shootingstar dieser Saison in der Damallsvenskan, der von Sundhage zuletzt nach dem 3:0 Sieg über den FC Liverpool, bei dem sie alle drei Tore schoss, als eine „Spielerin mit Qualitäten, die wir sonst nicht haben“ gerühmt wurde, blieb auf der Bank sitzen, aber in der 86 Minute durfte sie dann doch ran.

Zu dem Zeitpunkt hatte Deutschland das Spiel gedreht. Dzsenifer Marozsan hatte einen Freistoß aus ca. 18 Metern direkt verwandelt und die ebenfalls (für Lira Alushi) eingewechselte Alex(andra) Popp schoss das Siegtor nach einem schnellen Angriff über rechts mit einem maßgenauen Pass von Luisa Wensing.

Leider fiel das gewünschte Interview mit Lira Alushi ins Wasser (es hat nicht geregnet), weil die fünf Spielerinnen von Paris SG (Alushi, Henning, Krahn, Seger und Asllani) mit einem,Prvatflugzeug ihres Vereins nach Spielende direkt nach Paris geflogen wurden. Und nochmal leider wusste das Pressetermin des Veranstalters das offenbar nicht.. Wir werden es wohl nachholen müssen.

Am Anfang gab es eine Schweigeminute für den heute Morgen verstorbenen ehemaligen Nationalspieler und Trainer Klas Ingesson, der nach mehreren Jahren Kampf gegen den Krebs verloren hatte Ingesson wurde nur 46 Jahre alt und gehörte der „goldenen“ Generation an, die 1994 in den USA die Bronzemedaille bei der WM holte. Zwei weitere prominente Vertreter des Teams waren der Ex-Gladbacher Martin Dahlin und Mittelfeldas Thomas Brolin

Silvia Neid sagte zur Freude der einheimischen Journalisten, dass Schweden einer von insgesamt neun Favoriten auf den WM-Titel sei. Neun Favoriten hätte sie, so Neid, ohne die Mannschaften allerdings aufzuzählen. Kollegin Alva Nilsson fragte Neid, wie man denn die deutsche Mannschaft aus schwedischer Perspektive schlagen könnte und wo die Schwächen seien. Neid erwiderte, dass ihr da schon ein paar Dinge einfallen würden, dass sie aber um Verständnis bitte, wenn sie darüber nicht spreche.

Mehr schwedische Stimmen morgen im Verlaufe des Tages.

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